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Privatinsolvenz und Restschuldbefreiung

Die Privatinsolvenz ist ein spezielles Gerichtsverfahren. Die Privatinsolvenz dauert je nachdem wie viel Geld Sie w√§hrend der Insolvenz erwirtschaften werden: Entweder drei, f√ľnf oder sechs Jahre (noch schneller gehts mit der Planinsolvenz innerhalb von 12 Monaten). Ist das Verfahren durchlaufen, erteilt Ihnen das Gericht die Restschuldbefreiung. Damit sind Sie schuldenfrei.

 

Ihre Gegenleistung in der Privat-Insolvenz
Als Gegenleistung f√ľr die Restschuldbefreiung m√ľssen Sie w√§hrend Privatinsolvenz den pf√§ndbaren Teil ihres Einkommens an einen Insolvenzverwalter abgeben sowie Ihr Verm√∂gen. Unausgewogene Gesch√§fte in den letzten zwei Jahren zu Ihrem Nachteil annulliert der Insolvenzverwalter.
  1. Ihr pfändbares Einkommen wird eingezogen
  2. Abschöpfung des wertvollen Vermögens
  3. Annullierung unausgewogener Geschäfte
Im Einzelnen zu Ihren Gegenleistungen f√ľr die Erteilung der Restschuldbefreiung am Ende der Privatinsolvenz:
Einzug pfändbares Einkommen

Die H√∂he des pf√§ndbaren Einkommens bestimmt die gesetzliche Pf√§ndungstabelle. Die Pf√§ndungstabelle oder auch Insolvenztabelle genannt, bestimmt f√ľr jede Einkommensh√∂he einen genauen Pf√§ndungsbetrag. Der Pf√§ndungsbetrag h√§ngt au√üerdem ab von Ihren Unterhaltspflichten. Beginn der Pf√§ndung ab folgendem Nettoeinkommen:

  • Keine Unterhaltspflicht: 1.180 ‚ā¨
  • Eine Unterhaltspflicht: 1.622 ‚ā¨
  • Zwei Unterhaltspflichten: 1.869 ‚ā¨
  • Drei Unterhaltspflichten: 2.116 ‚ā¨
  • Vier Unterhaltspflichten: 2.363 ‚ā¨
  • Pf√§ndungstabelle hier
Abschöpfung des Vermögens

Zusätzlich Ihrem pfändbaren Einkommen wird der Insolvenzverwalter in der Privatinsolvenz Ihr Vermögen abschöpfen. Beispielsweise folgendes Vermögen ist davon betroffen bzw. wird verschont:

  • M√∂bel, Fernseher, Computer: nicht pf√§ndbar
  • Eigenes Auto, Motorrad: pf√§ndbar, Ausnahme: Auto wird beruflich eingesetzt
  • Lebensversicherung, Rentenversicherung usw: pf√§ndbar, falls R√ľckkaufwert
  • Nachzahlung von Einkommen, staatlicher Leistung: pf√§ndbar, gerichtlicher
  • Ausnahmebeschluss m√∂glich
  • Schenkung, Erbschaft: pf√§ndbar zu 100 %, in der Wohlverhaltenszeit zu 50 %
Annullierung unausgewogener Geschäfte

Die dritte “Gegenleistung” f√ľr die Restschuldbefreiung ist die Anfechtung. Das bedeutet: Zahlungen an Gl√§ubiger, die entweder Ihre Zahlungsunf√§higkeit kannten oder unausgewogene Gesch√§fte innerhalb bestimmter Fristen werden r√ľckg√§ngig gemacht. Beispiele f√ľr unausgewogene Gesch√§fte:

  • Sie haben Ihr Auto weit unter Wert an einen Freund verkauft
  • R√ľckzahlung eines Darlehns an Verwandte
  • √úberweisung eines h√∂heren Geldbetrages an den Ehegatten
  • Das aufgrund Pf√§ndung erlangte Einkommen oder Verm√∂gen

Die Restschuldbefreiung erhalten Sie auch bei einem Null-Verfahren, also wenn Sie weder pfändbares Einkommen noch Vermögen besitzen und die Gläubiger leer ausgehen. Auch auf die Anzahl der Gläubiger und die Höhe der Schulden kommt es nicht an.

Ihre Obliegenheiten in der Privatinsolvenz
Ob Sie am Ende der Privatinsolvenz die Restschuldbefreiung erhalten oder nicht, h√§ngt vielmehr von Ihrem Verhalten im Insolvenzverfahren ab. Der Gesetzgeber will, dass Sie w√§hrend der Privatinsolvenz “brav” sind. Das sind die gesetzlichen “Obliegenheiten”:
  • Der Insolvenzantrag muss vollst√§ndig und richtig sein
  • Sie verheimlichen keine Verm√∂genswerte
  • Die Gl√§ubigerliste ist vollst√§ndig
  • Sie √ľben eine “angemessene Erwerbst√§tigkeit” aus
  • Ver√§nderungen Ihrer finanziellen Verh√§ltnisse teilen Sie mit
  • und so weiter

Das wars auch schon mit den nachteiligen Auswirkungen einer Privatinsolvenz. Sie sehen: Die Erteilung der Restschuldbefreiung ist gar nicht schwer. Ich sch√§tze die Erfolgsquote auf √ľber 95 % und bin mir sicher, dass auch Sie die Privatinsolvenz erfolgreich abschlie√üen werden.


So lange dauert die Privatinsolvenz

Die Privatinsolvenz dauert zwischen einem Jahr und sechs Jahren. Die Dauer richtet sich danach, wie viel Geld Sie w√§hrend der Privatinsolvenz f√ľr die Gl√§ubiger erwirtschaften werden. Die gesetzlichen Regeln zur Dauer der Privatinsolvenz habe ich Ihnen hier zusammengestellt:

6 Jahre, wenn Sie √ľberhaupt nichts erwirtschaften, beispielsweise weil Ihr Einkommen unter der Pf√§ndungsgrenze gem√§√ü Insolvenztabelle liegt und weil es kein Verm√∂gen zu verwerten gibt.
5 Jahre, wenn Sie w√§hrend der ersten f√ľnf Jahre die Kosten f√ľr das Gericht und die Insolvenzverwaltung erwirtschaftet haben. Die Verfahrenskosten einer Privatinsolvenz betragen ca. 2.700 ‚ā¨. (Aus diesem Grund zahlen viele Schuldner monatlich freiwillig ca. 40 ‚ā¨ in die Insolvenzkasse ein.)
3 Jahre, wenn Sie bis dahin 35 % der Schulden plus die Geb√ľhren f√ľr das Gericht und Insolvenzverwalter erwirtschaftet haben. (Das schafft fast niemand, weil die Geb√ľhren f√ľr den Insolvenzverwalter bis zu 40% des erwirtschafteten Geldes betragen.)
1 Jahr, wenn Sie einen Sponsor auftreiben können, der einen Insolvenzplan bzw. eine Planinsolvenz finanziert.

Vorsicht bei Fremdantrag
Auch einer Ihrer Gl√§ubiger kann gegen Sie einen Insolvenzantrag stellen. Bei Privatpersonen kommen Fremdantr√§ge jedoch selten vor. Bei Gewerbetreibenden hingegen sind Fremdantr√§ge gang und g√§be. Stellen Sie sich vor, ein Gewerbetreibender beispielsweise keine Steuern. Dann wird das Finanzamt mit Sicherheit irgendwann einen Insolvenzantrag stellen. Kommt es zu einem Fremdantrag, m√ľssen Sie sofort reagieren. Suchen Sie einen Anwalt auf. Dieser muss f√ľr Sie innerhalb von 10 Tagen einen Eigenantrag auf Privatinsolvenz stellen. Sonst sind Sie von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen.

Telefonische Erstberatung anfordern
Falls Sie eine Frage zur Privatinsolvenz haben oder zur Kontaktaufnahme oder w√ľnschen Sie einen Beratungstermin, bitte hier E-Mail eintragen und absenden. Ich melde mich.


 

Privatinsolvenz anmelden

Die Privatinsolvenz dient dazu, dass Sie nach drei, f√ľnf oder sechs Jahren wieder schuldenfrei sind. DieA Gegenleistung f√ľr die Befreiung aus den Schulden ist: Sie zahlen unter der Aufsicht eines Insolvenzverwalters einen Teil der Schulden zur√ľck.

Die H√∂he der Schulden, die Sie zur√ľckzahlen m√ľssen, richtet sich nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsf√§higkeit. Liegt Ihr Einkommen unter der gesetzlichen Pf√§ndungsgrenze, m√ľssen Sie gar nichts bezahlen und erhalten die Restschuldbefreiung trotzdem. Liegt Ihr Einkommen dar√ľber, gilt die Faustregel, dass der √ľber der Pf√§ndungsgrenze liegende Einkommensanteil zu zwei Dritteln pf√§ndbar ist.

F√ľr alle betroffenen Schuldner, die es nicht mehr schaffen, ihr Schuldenproblem aus eigener Kraft zu l√∂sen, ist die Privatinsolvenz eine wirkliche L√∂sung. Eine Privatinsolvenz mit der Aussicht wieder schuldenfrei zu sein, ist allemal besser als jahrelange Schuldenqual ohne Perspektive.

Die Frage, ob Sie mit der Privatinsolvenz sich entschulden können, ist leicht geklärt:

  • Sie sind in Deutschland gemeldet. Welcher Nationalit√§t Sie angeh√∂ren ist egal.
  • Sie sind zahlungsunf√§hig. Zahlungsunf√§hig bedeutet, dass Sie nicht mehr dazu in der Lage sind, √ľberf√§llige Rechnungen, Kreditraten und sonstige Zahlungspflichten zu bedienen.
  • Sie sind nicht selbst√§ndig t√§tig. (Sind Sie selbst√§ndig t√§tig oder waren Sie es und haben mehr als 20 Gl√§ubiger oder schulden Ihren ehemaligen Arbeitnehmern noch Arbeitsl√∂hne oder Sozialabgaben, m√ľssten Sie die Regelinsolvenz beantragen).
  • Sie haben von einem Anwalt oder einer Schuldenberatung ein au√üergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren durchf√ľhren lassen, das erfolglos war. Hier√ľber liegt Ihnen eine Bescheinigung vor, die h√∂chstens sechs Monate alt ist.

Nicht erforderlich f√ľr die Privatinsolvenz ist, dass Sie ein √ľber ein eigenes Einkommen verf√ľgen. Auch als Hausmann oder Hausfrau oder mit nur geringf√ľgigem Einkommen oder mit Arbeitslosengeld oder Rente ist die Privatinsolvenz m√∂glich. Bei geringem Einkommen streckt der Staat die Gerichtskosten vor. Hierzu stellen wir f√ľr Sie einen ‚ÄúAntrag auf Stundung der Verfahrenskosten‚ÄĚ. Die Abweisung Ihres Antrages auf Privatinsolvenz ‚Äúmangels Masse‚ÄĚ ist damit ausgeschlossen.

Haben Sie bereits eine Privatinsolvenz mit oder ohne Restschuldbefreiung durchlaufen, gelten folgende Wartezeiten f√ľr ein neues Verfahren:

  • 10 Jahre nach Erteilung der ersten Restschuldbefreiung
  • 5 Jahre nach Versagung der Restschuldbefreiung

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Privatinsolvenz beantragen

Die Vorbereitung Ihrer Privatinsolvenz wird Sie einiges an M√ľhe kosten. Das amtliche Antragsformular f√ľr die Privatinsolvenz ist sehr umfangreich und beinhaltet rund 40 Seiten und 700 Felder zum Ausf√ľllen. Das Ausf√ľllen des Insolvenzantrages √ľbernimmt f√ľr Sie selbstverst√§ndlich unser Beratungsteam. Aber das Heraussuchen und Zusammenstellen der f√ľr den Insolvenzantrag erforderlichen Unterlagen wie beispielsweise Einkommensnachweise und Gl√§ubigerpost m√ľssen Sie leider selbst erledigen. Dabei k√∂nnen wir Ihnen nicht helfen, weil wir weder Ihre pers√∂nlichen Verh√§ltnisse kennen und auch nicht wissen, wer Ihre Gl√§ubiger sind.

Der Aufwand lohnt sich aber. Hat das Gericht Ihr Insolvenzverfahren eines sch√∂nen Tages er√∂ffnet, stehen Sie unter Gl√§ubigerschutz. Gl√§ubigerschutz bedeutet, dass kein Gl√§ubiger mehr gegen Sie vorgehen und vollstrecken darf. Die Postflut endet. Drohbriefe und Gerichtsvollzieher sind Vergangenheit. Zwar m√ľssen Sie w√§hrend der Privatinsolvenz Ihre pf√§ndbaren Einkommensanteile abf√ľhren. Aber das ist gar nicht so viel. Die meisten Schuldner leben vor der Privatinsolvenz von noch weniger Geld, weil sie Schulden abzahlen. Sie haben in der Privatinsolvenz effektiv mehr Geld zur Verf√ľgung, als wenn sie Schulden ableisten.

 

Die Privatinsolvenz erleben fast allen Schuldner als Befreiung. Die Privatinsolvenz gibt eine Perspektive, bald wieder schuldenfrei zu sein.

Das sind die einzelnen Schritte:

Schritt 1: Sammeln und sortieren Sie die Gläubigerpost

Beginnen Sie die Privatinsolvenz mit dem Sammeln und Sortieren aller Unterlagen und insbesondere der Gl√§ubigerpost. Mit “Gl√§ubigerpost” meine ich alle Vertr√§ge, Rechnungen, Drohbriefe, Mahnungen, Gerichtsurteile, Vollstreckungsbescheide, usw. der Gl√§ubiger.

Sortieren Sie die Korrespondenz nach Gl√§ubigern. Hierzu ordnen Sie die Gl√§ubiger-Schreiben beispielsweise in einen Ringbuchordner ein. F√ľr jeden Gl√§ubiger legen Sie ein Trennblatt an und heften die Gl√§ubigerpost darunter ab, das neueste Schreiben bitte obenauf.

Bei den Gläubigern ist es wichtig, dass Sie möglichst alle erfassen. Auf die Höhe der Schulden kommt es nicht so sehr an, weil wir diese ohnehin abfragen werden. Zur Anschrift eines Gläubigers gehört auch sein Bearbeitungszeichen wie Rechnungsnummer, Kundennummer, usw. Bitte unbedingt angeben.

Unterscheiden Sie außerdem zwischen dem Gläubiger und seinem Vertreter. Gläubiger-Vertreter wäre beispielsweise das Inkasso oder die Anwaltskanzlei. Nicht dem Gläubiger-Vertreter schulden Sie Geld, sondern dem Gläubiger.

In Ihren Ringbuchordner k√∂nnen Sie auch die weiteren Nachweise einsortieren, die wir f√ľr den Insolvenzantrag brauchen werden. Jeder Eintrag in das Insolvenzantrag-Formular muss mit einem Nachweis unterlegt sein. Beispielsweise ben√∂tigen wir f√ľr Ihr Einkommen einen Einkommensnachweis, f√ľr Ihre Mietkosten den Mietvertrag, f√ľr Ihr P-Konto einen Kontoauszug, f√ľr Ihre Lebensversicherung die Versicherungspolice, f√ľr das Auto den Fahrzeugbrief und -schein, usw. Anschlie√üend k√∂nnen Sie uns den Ringbuchordner auf dem Postwege √ľbersenden und uns mit Ihrer Privatinsolvenz beauftragen.

So war es fr√ľher. Leben Sie bereits im digitalen Zeitalter, benutzen Sie unsere schuldenfrei-App. Dort ist der gesamte Prozess des Insolvenzantragsverfahrens digital abgebildet. Die erforderlichen Nachweise k√∂nnen Sie abfotografieren und in die App hochladen.

Schritt 2: Richten Sie ein Pfändungsschutzkonto ein

Er√∂ffnen Sie zur Vorbereitung der Privatinsolvenz ein Pf√§ndungsschutzkonto. Die Bank, bei der Sie das P-Konto einrichten, darf kein Gl√§ubiger sein. Das Pf√§ndungsschutzkonto ist f√ľr die Privatinsolvenz ein absolutes Muss. Nur das P-Konto sch√ľtzt w√§hrend der Privatinsolvenz vor Pf√§ndung. Ohne Pf√§ndungsschutzkonto w√ľrde Ihr Kontoguthaben bei Insolvenzer√∂ffnung eingezogen.

Leiten Sie Ihr Einkommen anschlie√üend auf das P-Konto um. Lastschriften und Einzugserm√§chtigungen k√∂nnen Sie auch f√ľr ein P-Konto erteilen. Also erteilen Sie Lastschriften f√ľr alle Vertragsverh√§ltnisse, die Sie erhalten m√∂chten, beispielsweise die Miete und das Telefon. Lastschriften, die Sie nicht mehr erf√ľllen wollen wie zum Beispiel ein teures Fahrzeugleasing, widerrufen Sie einfach. Der Vertragspartner k√ľndigt nach zweimaliger S√§umnis der Monatsrate automatisch.

Das Pf√§ndungsschutzkonto ist gew√∂hnungsbed√ľrftig. Das Guthaben darf die Pf√§ndungsgrenze nicht √ľbersteigen und zu Monatsende muss der Kontostand bei Null sein. Andernfalls w√ľrde die Bank das Guthaben absch√∂pfen. Die Pf√§ndungsgrenze f√ľr das P-Konto beginnt bei 1.140 ‚ā¨. Bestehen Unterhaltspflichten, steht Ihnen eine h√∂here Freigrenze zu. Wir stellen Ihnen die hierzu erforderliche Bescheinigung aus.

Schritt 3: Dann stellen Sie alle Zahlungen ein

Sp√§testens jetzt stellen Sie alle Zahlungen an die Gl√§ubiger ein. Weil Sie eine Privatinsolvenz beantragen, ist jede weitere Zahlung an Gl√§ubiger verschwendet. Dauerschuldverh√§ltnisse, die Sie los werden wollen, wie beispielsweise ein zu teures Fahrzeug-Leasing oder eine langfristige Mitgliedschaft im Fitness-Center bezahlen Sie ebenfalls nicht mehr. Nach zweimaligem Ausbleiben der Monatsrate werden die Vertragspartner k√ľndigen und Sie sind sie los. Vergessen Sie dann nicht, diesen ehemaligen Vertragspartner mit auf die Gl√§ubigerliste zu setzen.

Ergibt sich aufgrund der Einsparungen ein Kontoguthaben, heben Sie dieses in Bar ab und geben es aus oder legen es in die Keksdose. Sie sind nicht verpflichtet, das Geld auf den Konto zu belassen, damit man es Ihnen leichter wegenehmen kann.

Schritt 4: Abwägen, ob Sie Wertgegenstände vor dem Insolvenzverwalter verstecken

Als Faustregel gilt: Ihre Wohnungseinrichtung und Kleidung ist f√ľr den Insolvenzverwalter tabu. Ebenfalls das Guthaben auf dem Pf√§ndungsschutzkonto. Alles andere Verm√∂gen wie Lebensversicherungen oder Auto wird Insolvenzmasse. Man darf es Ihnen wegnehmen und verwerten.

Die meisten Schuldner, die noch eine Lebensversicherung, ein Auto oder einen anderen wertvollen Verm√∂gensgegenstand besitzen, denken dar√ľber nach, ob Sie diesen Gegenstand im Insolvenzantrag angeben oder besser verstecken.

Ob man das Verm√∂gen im Insolvenzantrag angibt oder versteckt, muss jeder Schuldner f√ľr sich selbst entscheiden. Nat√ľrlich ist das Verstecken von Verm√∂gensgegenst√§nden kurz vor der Insolvenz verboten.

Erwischt Sie der Insolvenzverwalter, m√ľssen Sie den Gegenstand sofort herausgeben. Haben Sie es mit dem Verstecken √ľbertrieben, m√ľssen Sie mit der Versagung der Restschuldbefreiung rechnen. Dann war die ganze M√ľhe umsonst.

Das Risiko, dass der Insolvenzverwalter von einem verschwiegenen Konto oder Lebensversicherung erf√§hrt, ist enorm. Lassen Sie dies besser bleiben. Auch die √úbertragung des Autos auf Mutti, um bei ihr die Schulden zu bezahlen, wird nicht funktionieren. Sie m√ľssen dann schon kreativer sein.

Schritt 5: Gehen Sie zum Anwalt oder zur Schuldenberatung

Wenn Sie eine Privatinsolvenz beantragen wollen, m√ľssen Sie vorher zum Anwalt oder zur Schuldenberatungsstelle gehen. Der Anwalt oder Schuldenberater muss f√ľr Sie zun√§chst ein au√üergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren durchf√ľhren, bevor er den Antrag bei Gericht abgeben kann.

Im au√üergerichtlichen Schuldenreinigungsverfahren muss der Berater eine au√üergerichtlichen Schuldenregulierung mit Ihren Gl√§ubigern versuchen. Das klappt zwar nur ganz ausnahmsweise und ist deswegen eigentlich √ľberfl√ľssig, aber das au√üergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren ist nun mal gesetzlich vorgeschrieben. Also ziehen wir es durch.

Der Regulierungsversuch erfolgt anhand einem gesetzlich vorgeschriebenen Formular. Der Berater schreibt die Gl√§ubiger an und erfragt den aktuellen Schuldenstand. Danach wird den Gl√§ubigern ein R√ľckf√ľhrungsangebot unterbreitet.

Die H√∂he des Angebotes entspricht in der Regel genau dem, was die Gl√§ubiger auch bei der Privatinsolvenz erhalten w√ľrden plus die Einsparung der Verfahrenskosten. Das ist den Gl√§ubigern meist zu wenig und der au√üergerichtliche Schuldenbereinigungsplan wird abgelehnt. Die Ablehnung kommt uns aber sehr gelegen, denn nun sind die gesetzlichen Voraussetzungen erf√ľllt und wir k√∂nnen die Privatinsolvenz endg√ľltig bei Gericht beantragen.

Schritt 6: Gläubiger anschreiben und der Schuldenbereinigungsplan

Bis jetzt war die Vorbereitung Ihr Part, nun √ľbernehmen wir f√ľr Sie. Nach der Sichtung Ihrer Unterlagen schreiben wir als ersten Schritt die Gl√§ubiger an. Diese m√ľssen uns den aktuellen Schuldenstand angeben. Auf dieser Grundlage k√∂nnen wir den richtigen Schuldenstand in die Gl√§ubigerliste f√ľr den Insolvenzantrag eintragen.

Ist die Gl√§ubigerliste richtig und vollst√§ndig werden wir als n√§chsten Schritt den au√üergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan f√ľr die Privatinsolvenz durchf√ľhren. Mit Hilfe des au√üergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan soll ich als Ihr anwaltlicher Vertreter versuchen, mich mit den Gl√§ubigern zu vergleichen.

Der außergerichtliche Schuldenbereinigungsplan soll die Privatinsolvenz vermeiden. Das ist vom Gesetzgeber gut gemeint. In der Praxis klappt die Einigung mit den Gläubigern mit Hilfe des außergerichtlichen Schuldenbereingungsplans so gut wie nie.

Schritt 7: Den Insolvenzantrag final ausfertigen

Parallel zur au√üergerichtlichen Schuldenbereinigung bringen wir das Formular f√ľr die Privatinsolvenz auf Vordermann. Wie oben bereits beschrieben ist das Formular sehr umfangreich. Damit Sie daran nicht verzweifeln, f√ľllen wir das Formular f√ľr Sie aus. Zu dem Insolvenzantrag kommen die Anlagen, wie Mietvertrag, Einkommensnachweis, usw. hinzu. Schlie√ülich f√ľgen wir die Gl√§ubigerliste bei, samt unserer Bescheinigung, dass der au√üergerichtliche Schuldenbereinigungsversuch erfolglos war.

Alles zusammen reichen wir nach Ihrer Unterschrift zu Gericht. Je nach dem Zustand und Aktualität Ihrer Unterlagen dauert die Vorbereitung der Privatinsolvenz zwischen zwei und vier Monate. Das ist so. Die Zeitdauer lässt sich nicht beschleunigen. Wer etwas anderes behauptet, arbeitet unsauber oder sagt nicht die Wahrheit.

Schritt 8: Das Gericht eröffnet Ihre Privatinsolvenz

Wiederum zwei bis vier Wochen sp√§ter, nachdem wir die die Privatinsolvenz beantragt haben, erl√§sst das Gericht einen Beschluss. Mit dem Beschluss er√∂ffnet das Insolvenzgericht das Privatinsolvenz-Verfahren. Ab sofort gilt der oben beschriebenene Pf√§ndungsschutz. Sie d√ľrfen von Gesetzes wegen keine alten Schulden mehr bezahlen.

 

Privatinsolvenz bis zur Restschuldbefreiung

Das Insolvenzverfahren ist im wesentlichen ein schriftliches Verfahren. Das hei√üt, es gibt keine Gerichtsverhandlungen, wie man diese beispielsweise von Zivilverfahren kennt. Statt Gerichtsverhandlungen wird es wenn √ľberhaupt lediglich Pr√ľfungstermine geben, in welchen Ihre Insolvenzschulden verbindlich bestimmt werden. Ihre pers√∂nliche Anwesenheit ist zu keinem dieser Termin erforderlich.

Das Insolvenzgericht wird in der Regel nur schriftlich aktiv insbesondere indem es verfahrensleitende Beschl√ľsse erl√§sst. Statt dessen delegiert das Insolvenzgericht einen Teil seiner hoheitlichen Macht an einen Insolvenzverwalter. Diesem m√ľssen Sie Rede und Antwort stehen.

Freunden Sie sich mit dem Insolvenzverwalter an

Kurze Zeit nachdem das Insolvenzverfahren er√∂ffnet ist, erhalten Sie Post vom Insolvenzverwalter. Der Insolvenzverwalter ist ein auf Insolvenzrecht spezialisierter Rechtsanwalt und wird gerichtlich bestellt. Der Insolvenzverwalter vertritt haupts√§chlich die Gl√§ubiger-Interessen. Auch wenn er Ihnen anfangs freundlich erscheint. Behandeln Sie ihn mit gro√üem Respekt und fallen Sie nicht auf Nettigkeiten herein. Ihr Verh√§ltnis l√§sst sich vielleicht am besten mit einem M√§rchen vergleichen: Sie sind das Rotk√§ppchen und er die Gro√ümutter …

Das war nat√ľrlich nur Spaaa√ü! Der Insolvenzverwalter wird Sie zeitnah zu einem ersten Interview in seine Kanzlei einladen. Nur ganz ausnahmsweise besuchen Insolvenzverwalter den Schuldner zuhause in der Wohnung.

Der Insolvenzverwalter wird Ihnen erkl√§ren, welche Unterlagen er von Ihnen haben will. Es ist sein Job, sehr neugierig zu sein und Ihre finanziellen Verh√§ltnisse vollst√§ndig aufzukl√§ren. Widerstand ist zwecklos, der Insolvenzverwalter sitzt eindeutig am l√§ngeren Hebel. Gehen Sie √Ąrger aus dem Weg und versorgen Sie ihn mit allem, was er von Ihnen haben will.

Falls Sie √ľber pf√§ndbares Einkommen verf√ľgen, schreibt der Insolvenzverwalter den Arbeitgeber an und zieht dort die pf√§ndbaren Einkommensanteile ein. Damit er die H√∂he des pf√§ndbaren Einkommensanteils richtig berechnen kann, bitte ihm stets den aktuellen Gehaltsnachweis √ľbersenden – und war auch dann, wenn er ihn gar nicht haben will.

Nehmen die Pr√ľfung der Anfechtung gelassen

Weil zur Insolvenzmasse nicht nur das pf√§ndbare Einkommen und Ihr wertvolles Verm√∂gen geh√∂rt, sondern auch etwaige R√ľckerstattungsanspr√ľche der Ihrerseits get√§tigten unausgewogenen Gesch√§fte, wird der Insolvenzverwalter auch Ihre finanzielle Vergangenheit unter die Lupe nehmen.

Haben Sie beispielsweise Ihr Auto im Wert von 10.000 ‚ā¨ kurz vor der Insolvenz f√ľr 500 ‚ā¨ an Ihren Freund verkauft oder ein Kontoguthaben von 5.000 ‚ā¨ gepl√ľndert und im Wald vergraben, w√ľrde der Insolvenzverwalter dieses Gesch√§ft anfechten und das Geld zur Insolvenzmasse ziehen.

Die Ermittlungen des Insolvenzverwalters m√ľssen Sie sich einfach gefallen lassen und auch hier dem Insolvenzverwalter zuarbeiten. Aber wir gehen nat√ľrlich davon aus, dass Sie nichts versteckt haben. Die Anfechtungspr√ľfung findet nur anfangs statt. Nach drei Monaten ist erfahrungsgem√§√ü die Neugierde des Insolvenzverwalters befriedigt. Die Pivatinsolvenz hat sich eingespielt und pl√§tschert in ruhigem Fahrwasser vor sich hin.

Der Pr√ľfungstermin der Insolvenzschulden bei Gericht

Nachdem die Privatinsolvenz ungef√§hr drei Monate gelaufen ist, findet beim Insolvenzgericht der Pr√ľfungstermin Ihrer Insolvenzschulden statt. Der Pr√ľfungstermin widmet sich Ihren Schulden. Das Gericht pr√ľft, ob die Forderungen Ihrer Gl√§ubiger √ľberhaupt berechtigt sind. Ist dies der Fall, tr√§gt das Gericht diese Forderung mit dem Vermerk: ‚Äúfestgestellt‚ÄĚ in das Gl√§ubigerverzeichnis ein. Ist die Forderung unberechtigt, wird sie bestritten.

Nach dem Pr√ľfungstermin wird der Insolvenzverwalter nach und nach das Interesse an Ihnen verlieren, weil alle Fragen zu Ihren finanziellen Verh√§ltnissen inzwischen gekl√§rt sein sollten. Der Kontakt zum Insolvenzverwalter beschr√§nkt sich schlie√ülich darauf, dass Sie einmal j√§hrlich einen Fragebogen ausf√ľllen m√ľssen.

Verhalten gegen√ľber dem Insolvenzgericht

Mit dem Insolvenzgericht werden Sie nur unter besonderen Umst√§nden in Ber√ľhrung kommen. Die Privatinsolvenz ist ein so genanntes schriftliches Verfahren, also ohne Gerichtsverhandlung vor dem Richter.

Einziger Gerichtstermin ist der so genannte Pr√ľfungstermin. In diesem sitzen der Insolvenzverwalter und der zust√§ndige Rechtspfleger in einer Amtsstube und beschlie√üen, welche Ihrer Schulden ‚Äď oder anders ausgedr√ľckt: welche Forderungsanmeldungen der Gl√§ubiger ‚Äď anerkannt werden und welche nicht.

Ihnen kann das Ergebnis des Pr√ľfungstermins egal sein und zum Pr√ľfungstermin m√ľssen Sie auch nicht erscheinen. Davon gibt es allerdings eine wichtige Ausnahme: Ein Gl√§ubiger hat eine Forderung aus dem Rechtsgrund der vors√§tzliche begangenen unerlaubten Handlung geltend gemacht. Das w√§re immer dann der Fall, wenn der Gl√§ubiger Ihnen unterstellt, dass die Schulden aufgrund einer Straftat entstanden sind.

Gegen derartige Unterstellungen m√ľssen Sie sich entschieden zu Wehr setzen, sonst gibt es f√ľr diese Schuld keine Restschuldbefreiung. Gehen Sie zu dem Pr√ľfungstermin und widersprechen Sie dieser Forderung.

Kommen Sie Ihren Obliegenheiten nach

Das Wort “Obliegenheiten” steht so im Gesetz. Gemeint sind damit Ihre Pflichten, die Sie befolgen m√ľssen, um die Restschuldbefreiung zu erhalten. Ob Sie Ihren Obliegenheiten nachkommen, √ľberwacht der Insolvenzverwalter. Diese Aufgabe wird von den Insolvenzverwaltern unterschiedlich ernst genommen. Deshalb ist es ein bisschen Schicksal, welchen Insovlenzverwalter man erh√§lt. Je nachdem wird das Insolvenzverfahren f√ľr Sie einfacher oder schwieriger werden.

Ihre Erwerbsobliegenheit in der Privatinsolvenz
Sie m√ľssen in der Insolvenz eine angemessene Erwerbst√§tigkeit aus√ľben. Angemessen ist die Erwerbsobliegenheit, wenn Ihr tats√§chlicher Verdienst in Etwa dem Durchschnittseinkommen Ihrer Berufsausbildung entspricht. Beispielsweise w√ľrde ein Arzt gegen die Erwerbsobliegenheit versto√üen, wenn er nur 1.000 EUR netto verdient.

Die Pflicht der Erwerbsobliegenheit sollten Sie zu Ihrer Rechtfertigung st√§ndig ber√ľcksichtigen, aber ganz streng ist es auch nicht. Mit guten Argumenten kann man viel optimieren. Hat der Arzt beispielsweise diesen Beruf jahrelang nicht mehr ausge√ľbt, w√§re das von ihm erwartete Einkommen weitaus geringer.

Sie d√ľrfen in der Insolvenz auch eine Ausbildung starten ohne pf√§ndbares Einkommen. Notfalls zahlt man freiwillig 50 oder 100 ‚ā¨, um den Verlust an pf√§ndbaren Einkommen zu kompensieren.

√úber Schenkung und Erbschaft informieren
Ihre zweite Pflicht in der Privatinsolvenz ist es, dem Insolvenzverwalter und dem Gericht eine Schenkung oder Erbschaft sofort mitzuteilen. Mit ‚Äúsofort‚ÄĚ ist auch wirklich sofort gemeint. W√§hrend der Laufzeit der eigentlichen Insolvenz gehen Schenkung oder Erbschaft zu 100 % in die Insolvenzmasse, in der Wohlverhaltensperiode zu 50 %. Lassen Sie sich w√§hrend der Privatinsolvenz also nichts schenken. Falls Sie erben, d√ľrfen Sie die Erbschaft auch ausschlagen. M√∂glicherweise wird sich der Nacherbe sp√§ter erkenntlich zeigen.
Adressänderung, Arbeitgeberwechsel anzeigen
Denken Sie daran bei einem Umzug Ihre neue Anschrift mitzuteilen. Zeigen Sie dem Gericht und dem Insolvenzverwalter auch den neuen Arbeitgeber an. Übersenden Sie hierzu am besten den neuen Arbeitsvertrag. Der Insolvenzverwalter wird den neuen Arbeitgeber anschreiben und den pfändbaren Einkommensanteil verlangen.

Haben Sie Bedenken, dass Sie den Arbeitsplatz in der Probezeit gleich wieder verlieren, sobald der Arbeitgeber von der Insolvenz erf√§hrt, schlagen Sie dem Insolvenzverwalter vor, dass Sie freiwillig bis zum Ende der Probezeit den pf√§ndbaren Einkommensanteil berechnen und zusammen mit einem kleinen Risikozuschlag an den Insolvenzverwalter abf√ľhren. Mancher l√§sst sich darauf ein, mancher bleibt bockig.

Keine Zahlungen an Insolvenzgläubiger
Die letzte Obliegenheit in der Privatinsolvenz ist das Verbot, in der Insolvenz die Gl√§ubiger zu bedienen. Das klingt logisch, hat aber weitreichende Folgen. Besa√üen Sie vor der Insolvenz beispielsweise ein Fahrzeug im Leasing oder Finanzierung, d√ľrfen Sie diese Raten in der Insolvenz nicht mehr ohne weiteres bedienen. Denn der Leasingvertrag ist vor der Insolvenzer√∂ffnung entstanden und somit eine Insolvenzforderung. Die Fortf√ľhrung derartiger Vertr√§ge in der Insolvenz ist zwar durchaus m√∂glich, aber hierzu m√ľsste der Insolvenzverwalter die Freigabe des Vertrages aus der Insolvenzmasse erkl√§ren.

Die Wohlverhaltensphase in der Privatinsolvenz

Die eigentliche Privatinsolvenz dauert zwischen ein und zwei Jahre. Danach geht das Insolvenzverfahren in die Wohlverhaltensphase √ľber. In der Wohlverhaltensphase ist nur noch das pf√§ndbare Einkommen abgetreten. Der Eintritt in die Wohlverhaltensphase beginnt nach dem so genannten Schlusstermin bei Gericht. Das Gericht wird Sie √ľber den Termin informieren. Pers√∂nlich erscheinen m√ľssen Sie aber nicht.

Nachdem das Gericht das eigentliche Insolvenzverfahren beendet und die Wohlverhaltensphase angeordnet hat, haben Sie das Gröbste auch schon geschafft. Die Pfändung Ihres Einkommens geht jedoch weiter.

F√ľr den unwahrscheinlichen Fall, dass Ihre in der Insolvenz gepf√§ndeten Einkommensanteile zusammen mit dem sonstigen eingezogenen Verm√∂gen auf mindestens 35 % plus Verfahrenskosten angewachsen sind, beendet das Gericht die Privatinsolvenz bereits nach drei Jahren. Stellen Sie hierzu ca. drei Monate vor Ablauf der Dreijahresfrist einen Antrag bei Gericht, auf Verk√ľrzung des Insolvenzverfahrens.

Bekommen Sie das Geld f√ľr die Beendigung nach drei Jahren nicht zusammen, l√§uft die Wohlverhaltensphase einfach weiter. Sie haben die M√∂glichkeit auf eine Verk√ľrzung auf f√ľnf Jahre, wenn sich bis dahin beim Insolvenzverwalter ein Betrag in H√∂he von ca. 2.700 ‚ā¨ angesammelt hat. Von den 2.700 ‚ā¨ bezahlt der Insolvenzverwalter die Verfahrenskosten und beendet das Verfahren.

Notfalls fragen Sie den Insolvenzverwalter und geben noch Geld dazu, um die vorzeitige Beendigung der Insolvenz zu erreichen. Weil Sie die Verfahrenskosten fr√ľher oder sp√§ter doch bezahlen m√ľssen, ist das Geld f√ľr die Verfahrenskosten nicht verloren.

Verk√ľrzen Sie die Privatinsolvenz auf maximal 1 Jahr

Falls Sie Gl√ľck haben und Ihnen ein Sponsor f√ľr den Insolvenzplan zur Verk√ľrzung der Privatinsolvenz auf wenige restliche Monate zur Seite steht, w√ľrden wir jetzt mit der Planinsolvenz beginnen. Wir w√ľrden den Insolvenzplan ausarbeiten, mit den Beteiligten abstimmen und anschlie√üend bei Gericht einen Abstimmungstermin beantragen. Wir w√ľrden die Gl√§ubiger abstimmen lassen und die Sonderzahlung des Sponsors auskehren. Danach w√ľrde das Gericht das Insolvenzverfahren sofort aufheben und Sie w√§ren nach wenigen Monaten schuldenfrei.

Gibt es keinen wohlmeinenden Sponsor in Ihrem Leben, l√§uft die Planinsolvenz normal weiter: Sie √ľbersenden dem Insolvenzverwalter stets die Gehaltsnachweise und der Insolvenzverwalter zieht das pf√§ndbare Einkommen ein.

Die Erteilung der Restschuldbefreiung

Am Schluss der Privatinsolvenz steht die Erteilung der Restschuldbefreiung. Bevor das Gericht die Restschuldbefreiung erteilt, gibt es den Gläubigern nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme. Gläubiger können nunmehr letztmalig einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung gegen Sie stellen.

Derartige Versagungsantr√§ge sind selten, aber sie kommen hin und wieder vor. Dann steht viel auf dem Spiel und Sie m√ľssen sich unbedingt wehren. Geben Sie zum letzten Gefecht jetzt nicht auf, sondern setzen Sie sich mit einem erfahrenen Anwalt zur Wehr. Viele Versagungsantr√§ge lassen sich mit guten Argumenten abwenden.

Hier finden Sie die gesetzlichen Versagungsgr√ľnde:

  • Ein Gl√§ubiger wendet ein, dass Sie das Insolvenzantragsformular damals bei Antragstellung nicht vollst√§ndig und richtig ausgef√ľllt haben.
  • Sie sind in einem Zeitraum von 5 Jahren vor dem Insolvenzantrag wegen einer Insolvenzstraftat gem. ¬ß¬ß 283 ‚Äď 283c StGB verurteilt worden.
  • Sie haben in einem Zeitraum von 3 Jahren vor dem Antrag falsche schriftliche Angaben √ľber ihre wirtschaftlichen Verh√§ltnisse gegen√ľber Banken oder Beh√∂rden gemacht.
  • Sie sind in einem Zeitraum von 3 Jahren vor dem Antrag unangemessene Verbindlichkeiten eingegangen oder haben Ihr Verm√∂gen verschwendet.
  • Sie haben die Er√∂ffnung des Insolvenzverfahrens verz√∂gert.
  • Sie haben gegen die Auskunfts- und Mitwirkungspflichten versto√üen.
  • Sie sind ihrer Erwerbsobliegenheit nicht angekommen.

Hört sich schlimm an, ist es aber nicht. Wie bereits beschrieben, Anträge der Gläubiger auf Versagung der Restschuldbefreiung sind selten.

10 Tipps zur Privatinsolvenz

Lesen Sie hier meine Tipps zur Privatinsolvenz und Sie werden bestens darauf vorbereitet sein.

Sind Sie “reif” f√ľr eine Privatinsolvenz?

So richtig √ľber die Schulden bewusst, werden sich die Betroffenen sobald die erste Pf√§ndung droht. Dann geben die Betroffenen alles und wollen eine Pf√§ndung oder den Besuch des Gerichtsvollziehers um jeden Preis vermeiden. H√§ufig h√∂re ich das Zitat: ‚ÄěWir leben vom Kindergeld, vom normalen Einkommen bezahlen wir Schulden‚Äú.

Dieser Zustand wird jahrelang durchgehalten. Erst nachdem sich stressbedingt ernsthafte Gesundheitsprobleme einstellen und schließlich gar nichts mehr geht, suchen die Betroffenen nach Hilfe.

Die jahrelange Qu√§lerei muss nicht sein. Wenn die Schuldenfalle zuschnappt, dann ist das eben so. Man sollte sich nichts vormachen. Wie kann man beispielsweise bei einem Gehalt von 1.200 EUR jemals 20.000 EUR Schulden zur√ľckzahlen? Ist der Kredit bereits gek√ľndigt, zahlen Sie mindestens 2.500 EUR Zinsen pro Jahr.

Leider wissen viele Betroffene nicht, dass sie nur den pf√§ndbaren Teil ihres Einkommens f√ľr Schulden aufwenden m√ľssen. Anstelle sich auf die Pf√§ndungsgrenzen zu berufen, bringen die Betroffenen lieber jeden Cent zur Begleichung der Schulden auf. Geld zum Leben bleibt da nicht √ľbrig. Rechnungen werden geschoben, es entstehen neue L√∂cher.

Wer in einer √§hnlichen Situation steckt, sollte vern√ľnftig sein. Er sollte alle Zahlungen einstellen und eine Privatinsolvenz beantragen. Mit der Privatinsolvenz enden alle Pf√§ndungsversuche und nach sechs Jahren ist man schuldenfrei. Auch wenn dies eine lange Zeit ist, so besteht zumindest wieder Hoffnung und in das Leben kehrt wieder Ruhe ein.

Wenn Ihnen nach Abzug der Kreditraten zum Leben weniger als die gesetzliche Pf√§ndungsgrenzen bleibt, sind die Schulden au√üer Kontrolle geraten. Sp√§testens dann sind Sie reif f√ľr die Privatinsolvenz.

Falls m√∂glich verk√ľrzen Sie die Privatinsolvenz auf ein Jahr

Seit mehreren Jahren ist es gesetzlich m√∂glich, die durchschnittlich f√ľnfj√§hrige Laufzeit der Privatinsolvenz auf maximal ein Jahr zu verk√ľrzen. Die Verk√ľrzung der Privatinsolvenz erfolgt mit einem Insolvenzplan oder auch Planinsolvenz genannt.

Der Insolvenzplan ist letztendlich ein Schuldenvergleich unter gerichtlicher Aufsicht, den Sie den Gl√§ubigern anbieten und √ľber den die Gl√§ubiger in einem Gerichtstermin abstimmen. Im Gegensatz zum Schuldenvergleich m√ľssen beim Insolvenzplan nicht alle Gl√§ubiger zustimmen. Eine einfache Mehrheit der zum gerichtlichen Abstimmungstermin pers√∂nlich anwesenden Gl√§ubiger reicht aus. Genau diese gesetzliche Regelung ist Ihre Chance!

Erfahrungsgem√§√ü interessieren sich Gl√§ubiger nicht f√ľr den Ausgang einer Planinsolvenz. Oft stehe ich im Termin alleine da. Sie k√∂nnen mit Sicherheit davon ausgehen, dass Banken, Finanz√§mter, Inkassob√ľros usw. aus Kostengr√ľnden nicht zu Abstimmungsterminen erscheinen.

Verf√ľgen Sie nun √ľber einen wohlgesonnenen Gl√§ubiger, der im Idealfall als einziger erscheint und stimmt dieser f√ľr den Insolvenzplan, gilt der Insolvenzplan als angenommen. Alle anderen Gl√§ubiger m√ľssen sich f√ľgen. Zwei Wochen sp√§ter wird Insolvenzverfahren aufgehoben und Ihnen wird die Restschuldbefreiung erteilt. Damit sind Sie wie versprochen innerhalb der Jahresfrist schuldenfrei.

Damit Ihr Insolvenzplan gelingt, sind zwei Dinge wichtig: Sie brauchen einen Sponsor, der die Zahlung eines Geldbetrages an die Gläubiger verspricht, sollten diese dem Insolvenzplan zustimmen.
Und Sie ben√∂tigen mindestens einen wohlgesonnenen Gl√§ubiger, der zum Abstimmungstermin pers√∂nlich bei Gericht erscheint und f√ľr Ihren Insolvenzplan stimmt.

Hilft Ihnen ein Sposor mit einer Sonderzahlung aus, verk√ľrzen Sie die lange Privatinsolvenz in Rekordzeit auf maximal ein Jahr.

Sammeln und ordnen Sie die Gläubigerpost

Mit ‚ÄěGl√§ubigerpost‚Äú meine ich alle Drohbriefe, Mahnungen, Gerichtsurteile, Mahn- und Vollstreckungsbescheide, Pf√§ndungsprotokolle sowie Protokolle zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung.

Heften Sie die Gläubigerpost am besten in einen Ringbuchordner, sortiert nach Gläubigern, den jeweils aktuellsten Schriftwechsel obenauf. Wichtig ist es, dass Sie alle Gläubiger erfassen. Auf die genaue Höhe der Schuld kommt es nicht an, weil wir den Schuldenstand ohnehin abfragen.

Anhand Ihres Ringbuchordners werden wir die Gl√§ubigerliste des Insolvenzantrages ausf√ľllen. Das ist komplizierter, als Sie denken. Es reicht nicht, die Gl√§ubigeranschriften nur ungef√§hr zu benennen, sondern die Anschriften m√ľssen zustellungsf√§hig sein.

Zustellungsf√§hig bedeutet, s√§mtliche Aktenzeichen der Gl√§ubiger, genauestes Benennen der Firmennamen, Namen der vertretungsberechtigten Gesch√§ftsf√ľhrer, usw. Gl√§ubiger und Gl√§ubigervertreter d√ľrfen ebenfalls nicht verwechselt werden. Der Gl√§ubiger ist die Stelle, der man Geld schuldet. Der Gl√§ubigervertreter hingegen treibt das Geld f√ľr den Gl√§ubiger ein. Ein Inkassob√ľro kann also niemals ein Gl√§ubiger sein. Bei der Gl√§ubigerliste sind Richter √§u√üerst penibel, kleinste Auff√§lligkeiten f√ľhren zu Beanstandungen des Gerichts.

Seien Sie sorgfältig beim Zusammenstellen der Gläubigerliste. Falls Sie unsicher sind ist es besser, den Gläubiger mit auf die Liste zu setzen als ihn wegzulassen.

Ein (neues) P-Konto einrichten

Zur Vorbereitung einer Insolvenz ist es besonders wichtig, dass Sie ein neues Gehaltskonto einrichten. Befindet sich das derzeitige Gehaltskonto im Minus, ist ein neues Konto geradezu √ľberlebenswichtig. Mit dem neuen Konto vermeiden Sie zweierlei:

  • Kontopf√§ndung: Weil das Konto neu ist und deswegen kein Gl√§ubiger kennt, kann es vorl√§ufig nicht gepf√§ndet werden.
  • Totalverlust eines Monatseinkommens: Ist Ihr Gehaltskonto derzeit im Minus, wird die Bank das Konto schlie√üen, sobald sie von der Insolvenz erf√§hrt. Dann fehlt Ihnen ein Monatsgehalt. Die Freigabe ist nicht gerichtlich erzwingbar, weil die Bank Ihr Gehalt mit den Schulden verrechnen darf.
Er√∂ffnen Sie deswegen ein Guthabenkonto bei einer neuen Bank. Die alte Bank behandeln Sie nun als Gl√§ubiger und heften den Vorgang in den Gl√§ubiger-Ringbuchordner ein. Die neuen P-Konten sind nur geeignet, falls Ihr Einkommen unterhalb der gesetzlichen Pf√§ndungsgrenze liegt. Liegt es dar√ľber, ist ein normales Guthabenkonto besser.

Haben Sie negative Schufa-Eintr√§ge und ist zu bef√ľrchten, dass Ihnen ein neues Konto verweigert wird, befolgen Sie bitte folgenden Tipp: Gehen Sie zu einer Bank, die Sie nicht kennt und sagen Sie folgenden Zauberspruch: Guten Tag, ich war in der Schuldenberatung, mein Anwalt schickt mich, ich muss ein Insolvenzverfahren machen und ben√∂tige ein neues Konto, mein altes Konto ist gesperrt. Das klappt immer und wenn nicht auf Anhieb, dann beim zweiten Mal.

Sobald das neue Konto eingerichtet ist, lassen Sie Ihr Einkommen dorthin √ľberweisen. √Ąndern Sie au√üerdem alle wichtigen Zahlungen, wie Miete, Telefon, usw. Das neue Konto keinesfalls den alten Gl√§ubigern verraten. Also auch nichts √ľberweisen. Das neue Konto bleibt nat√ľrlich nur bis zum n√§chsten Offenbarungseid unentdeckt. Aber das dauert ein Weilchen und bis dahin sind Sie l√§ngst in der Privatinsolvenz.

Wenn das Konto im Minus ist oder bei den Gl√§ubigern bekannt ist, er√∂ffnen Sie schnellstm√∂glich ein neues Konto. Sp√§ter f√ľr das Insolvenzverfahren muss das Konto ein Pf√§ndungsschutzkonto sein

Stellen Sie die Zahlungen ein

Miete, Strom und alle anderen lebenswichtigen Dinge bedienen Sie nat√ľrlich weiter. Bei den anderen Gl√§ubigern aber gibt es keine Ausnahme. Pleite ist pleite, Sie bezahlen nichts und niemanden mehr!

Selbst die Aufforderung des Gerichtsvollziehers zur Abgabe eines Verm√∂gensverzeichnisses sollte Sie nicht zu weiteren Zahlungen bewegen. Mit der Privatinsolvenz wird die Abgabe eines Verm√∂gensverzeichnisses wirkungslos. Deshalb macht es keinen Sinn, wenn Sie sich davor dr√ľcken.

Sie m√ľssen das Verm√∂gensverzeichnis auf Verlangen des Gerichtsvollziehers zwar erkl√§ren, aber dies wirkt sich in keinster Weise auf die sp√§tere Restschuldbefreiung aus. Sollten Sie nach Zahlungseinstellung von den Gl√§ubigern Anrufe oder Post erhalten, ist es im Prinzip v√∂llig egal, wie Sie darauf reagieren. Das Thema ‚ÄěSchulden‚Äú ist f√ľr Sie erledigt, man soll Sie in Ruhe lassen. Endg√ľltigen Pf√§ndungsschutz erhalten Sie erst mit dem Gerichtsbeschluss √ľber die Er√∂ffnung der Insolvenz.

Nachdem das Einkommen auf ein anderes Konto umgeleitet ist, stellen Sie alle Zahlungen an die Gläubiger ein. Ein Guthaben stecken Sie unters Kopfkissen.

Retten Sie, was gerettet werden darf

Zur Vorbereitung einer Privatinsolvenz geh√∂rt die √úberlegung, welches vorhandene Verm√∂gen man vor der Insolvenz noch ‚Äěretten‚Äú darf. Im Prinzip d√ľrfen Sie gar nichts retten, aber viele tun es trotzdem und hoffen, nicht erwischt zu werden. Ob Sie das genau so versuchen, entscheiden Sie selbst. Sicherlich wird es weiterhelfen, wenn Sie die Grenzen zwischen erlaubt und verboten kennen:

Erlaubt ist, wenn Sie Ihr Verm√∂gen f√ľr den Lebensunterhalt Ihrer Familie ma√üvoll aufbrauchen. Ma√üvoll bedeutet: nicht wesentlich √ľber den Pf√§ndungsgrenzen.

Verdienen Sie beispielsweise bei einer Unterhaltspflicht 1.200 EUR netto, d√ľrfen Sie vom Verm√∂gen ca. 200 EUR monatlich zum Einkommen zugeben (auch ein h√∂herer Betrag wird sicherlich noch toleriert). Erlaubt ist nat√ľrlich auch, wenn Sie vom Ersparten die Schulden abbauen. Wie und wem Sie das Geld verteilen, bleibt Ihnen √ľberlassen.

Erhalten Sie w√§hrend der Insolvenz eine Erbschaft, geht der volle Betrag an den Insolvenzverwalter und w√§hrend der Wohlverhaltensperiode zur H√§lfte. Sie d√ľrfen die Erbschaft aber ausschlagen. M√∂glicherweise werden die Miterben sich erkenntlich zeigen.

Sparen Sie Verm√∂genswirksame Leistungen oder eine Lebensversicherung an, macht es keinen Sinn, diese weiter zu bezahlen. Dar√ľber freut sich nur der Insolvenzverwalter. Besitzen Sie noch ein Auto? D√ľrfen Sie es im Insolvenzverfahren behalten? Nein, das Auto f√§llt in die Insolvenzmasse.

Eine Ausnahme besteht, wenn Sie das Auto f√ľr die Aus√ľbung Ihres Berufs brauchen und der Arbeitgeber hierzu eine schriftliche Best√§tigung erteilt. Sind Sie beispielsweise Schichtarbeiter und erreichen den Arbeitsplatz nicht mit √∂ffentlichen Verkehrsmitteln, besteht solch ein Ausnahmefall. Andernfalls m√ľssen Sie das Fahrzeug dem Insolvenzverwalter zwecks Verwertung √ľbergeben. Sie k√∂nnen ihr ‚Äěeigenes‚Äú Fahrzeug aber auch aus der Insolvenzmasse herauskaufen, indem Sie den aktuellen Sch√§tzpreis bezahlen.

M√∂glich w√§re aber auch, dass Ihnen ein Freund oder Verwandter ein Auto kauft und Sie damit fahren l√§sst. Die Kraftfahrzeugversicherung d√ľrfen Sie auf Ihren Namen laufen lassen, Sie d√ľrfen nur nicht Eigent√ľmer des Fahrzeugs sein.

Überlegen Sie sich, was von Ihrem Vermögen vor der Insolvenz noch gerettet werden kann, z.B. indem Sie es verbrauchen.

Suchen Sie sich einen guten Berater

Suchen Sie sich von Beginn an einen Berater, der f√ľr Sie die Privatinsolvenz einleitet. Als Berater kommen entweder √∂ffentliche Schuldenberatungsstellen oder spezialisierte Rechtsanw√§lte in Betracht. Beide M√∂glichkeiten bieten ihre Vor- und Nachteile.

Die √∂ffentliche Schuldnerberatung kostet Sie kein Geld, Sie m√ľssen jedoch lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Einige meiner Mandanten haben bereits eine √∂ffentliche Schuldnerberatung aufgesucht, bevorzugen nach dieser Erfahrung jedoch lieber eine anwaltliche Beratung.

Die bessere Wahl sind meines Erachtens spezialisierte Rechtsanw√§lte. Ein solcher Rechtsanwalt m√ľsste Ihren Antrag binnen drei Monaten bearbeitet und bei Gericht eingereicht haben. Er ist der Profi in allen Fragen zum Insolvenzverfahren.

Der Nachteil des Rechtsanwalts besteht darin, dass er Geld von Ihnen will und das ist in Ihrer Situation bekanntlich besonders knapp. Fr√ľher gab es hierzu Beratungshilfe, aber diese wurde nahezu vollst√§ndig abgeschafft.Damit Sie sich meine Beratung trotzdem leisten k√∂nnen, halte ich meine Geb√ľhren so gering wie mir als Rechtsanwalt gem√§√ü Geb√ľhrenordnung gerade noch erlaubt und eine Zahlung in Raten ist ebenfalls m√∂glich.

Geben Sie lieber ein bisschen mehr Geld aus, f√ľr eine ordentliche Beratung. Die Kosten hierf√ľr holen Sie durch Fehlervermeidung und k√ľrzere Wartenzeiten auf jeden Fall wieder rein.

Auf Verlangen die Vermögensauskunft abgeben

Selbst nachdem man einen Berater mit der Vorbereitung der Privatinsolvenz beauftragt hat, kommt es immer wieder vor, dass Gläubiger noch gegen Sie vollstrecken.

Selbst wenn Sie in einem solchen Fall vor einem Gerichtsvollzieher die Verm√∂gensauskunft abgeben m√ľssen, k√∂nnen Sie den Vollstreckungsversuchen der Gl√§ubiger gelassen entgegensehen. Wer sich einmal f√ľr das Insolvenzverfahren entschieden hat, f√ľr den sind alle Vollstreckungsversuche nur noch hei√üe Luft. Denn mehr als den pf√§ndbaren Teil des Einkommen kann man Ihnen ohnehin nicht wegnehmen und das ist zumeist mehr, als die meisten betroffenen Schuldner bei der Bedienung ihrer Kreditraten noch haben.

Dr√ľcken Sie sich also nicht davor, noch vor der Insolvenz die Verm√∂gensauskunft abzugeben. Wenn Sie in die Insolvenz gehen, ist die Abgabe einer Verm√∂gensauskunft vor dem Gerichtsvollzieher v√∂llig egal und Sie erhalten trotzdem auf jeden Fall die Restschuldbefreiung.

Geben Sie die Vermögensauskunft einfach ab, falls ein Gerichtsvollzieher Sie auch noch vor der Insolvenz hierzu auffordert. Die Abgabe einer Vermögensauskunft verschlechtert nicht Ihre rechtliche Position.

Keine √úberweisungen an Freunde und Verwandte

Immer wieder kommt es vor, dass ein betroffener Schuldner vor der Insolvenz noch irgendwelche Zahlungen an Verwandte oder Freunde leistet, indem er einen Geldbetrag von seinem Konto auf das Konto der nahestehenden Person √ľberweist.

Lassen Sie das bitte sein. Solche Zahlungen vor der Insolvenz an Verwandte oder Freunde sind anfechtbar, das hei√üt der Insolvenzverwalter kann verlangen, dass diese √úberweisung r√ľckg√§ngig gemacht wird.

Dann ziehen Sie den Freund ungewollt in Ihre Sache hinein. Zumeist fallen zus√§tzlich Zinsen und Anwaltsgeb√ľhren an, sodass der gut gemeinte Freundschaftsdienst am Ende noch richtig teuer wird. Auch das Argument ‚Äěich habe ein Darlehn an den Freund zur√ľckgezahlt‚Äú, wird keinesfalls weiterhelfen.

Keine Überweisungen an Freund oder Verwandte leisten, denn dies wäre anfechtbar. Statt dessen das Kontoguthaben in Bar abheben und in der Keksdose verstecken.

Den Insolvenzverwalter besser in Ruhe lassen

Wie die Privatinsolvenz verläuft, liegt insbesondere an der Person des Insolvenzverwalters und wie Sie mit der neuen Situation zurecht kommen. Deshalb hierzu ein paar Verhaltenstipps:

  • Bedenken Sie, der Insolvenzverwalter ist nicht Ihr Freund, sondern Ihr Feind. Behandeln Sie ihn respektvoll.
  • Der Insolvenzverwalter ist auch nicht Ihr Rechtsanwalt. Das hei√üt, er wird kaum reagieren, wenn Sie Fragen haben oder mit ihm sprechen wollen. Dazu ist er nicht verpflichtet.Lassen Sie den Insolvenzverwalter deswegen in Ruhe. Wenn er etwas von Ihnen will, wird er sich SCHRIFTLICH bei Ihnen melden.
  • Beantworten Sie seine schriftlichen Anfragen ebenfalls schriftlich und behalten Sie eine Kopie Ihres Schreibens als Nachweis.
  • Neben Ihren Einkommensverh√§ltnissen recherchiert der Insolvenzverwalter auch nach Steuerr√ľckerstattungsanspr√ľchen und Betriebskostenerstattung, weil beides zur Insolvenzmasse geh√∂rt. Also wird er entsprechende Unterlagen von Ihnen abfordern.
  • Im Insolvenzverfahren k√∂nnen Sie nach wie vor tun und lassen, was Sie wollen. Sie m√ľssen den Insolvenzverwalter beispielsweise nicht fragen, ob Sie in den Urlaub fahren oder die Wohnung wechseln d√ľrfen. Der Insolvenzverwalter ist nur f√ľr die Insolvenzmasse da. Das hei√üt: Wie Sie Ihr pf√§ndungsfreies Einkommen ausgeben, geht nach wie niemanden etwas an!
  • Sie m√ľssen nur in zwei F√§llen von sich aus automatisch t√§tig werden: Wenn Sie umziehen oder wenn sich Ihre Einkommens- oder Verm√∂gensverh√§ltnisse √§ndern. Informieren Sie den Insolvenzverwalter dar√ľber ebenfalls schriftlich.

Irgendwann hat das Verfahren sich eingespielt und Sie werden nichts mehr von dem Treuh√§nder oder Gericht h√∂ren. Das ist normal und ein gutes Zeichen. Lassen Sie es so laufen. Vergessen Sie nie, dass auch Sie als Schuldner nicht rechtlos sind. Sollte der Insolvenzverwalter die Grenzen √ľberschreiten, ist eine Beschwerde beim Insolvenzgericht durchaus angebracht.

Behandeln Sie den Insolvenzverwalter wie ein rohes Ei. Es gilt der Leitspruch: Gehe nie zu Deinem F√ľrst, wenn Du nicht gerufen wirst‚Ķ

Privatinsolvenz, die Kosten

Bei den Kosten f√ľr die Privatinsolvenz unterscheiden Sie bitte zweierlei:

  • die Kosten f√ľr das Gericht und den Insolvenzverwalter, auch “Verfahrenskosten” genannt
  • die Beratungskosten f√ľr das Insolvenzantragsverfahren
Die H√∂he der Verfahrenskosten ist f√ľr Sie zun√§chst nicht von Interesse. Wir beantragen bei jedem Privatinsolvenzantrag die “Stundung der Verfahrenskosten”. Das hei√üt, Sie m√ľssen keinen – wie bei Gerichtsverfahren sonst √ľblich – Gerichtskostenvorschuss leisten. Erwirtschaften Sie w√§hrend des Insolvenzverfahrens ein pf√§ndbares Einkommen oder wird Verm√∂gen verwertet und daraus eine Insolvenzmasse gebildet, werden davon die Verfahrenskosten beglichen. Damit sind die Gerichtsgeb√ľhren bezahlt und Sie sind quitt. War das Insolvenzverfahren hingegen massefrei, m√ľssten Sie nach Erteilung der Restschuldbefreiung die Verfahrenskosten in kleinen Raten abstottern.

Bleiben nur noch die Beratungskosten f√ľr das Insolvenzantragsverfahren. Diese m√ľssen Sie selbst aufbringen. Oder Sie gehen zur √∂ffentlichen Schuldenberatung. Diese ist kostenfrei, das Antragsverfahren zieht sich aber √ľber 12 bis 18 Monate.

Die Beratungskosten meiner Kanzlei f√ľr die Vorbereitung einer Privatinsolvenz betragen:

Grundgeb√ľhr: 550 ‚ā¨ und dann pro Gl√§ubiger 30 ‚ā¨. Sie k√∂nnen die Geb√ľhr in drei Raten begleichen. Meine Kanzlei bietet keine kostenfreie Erstberatung. Ich finde, guter Rat ist teuer und nach zwanzig Jahren Berufserfahrung blicke ich auf die Erfahrung von rund 15.000 Erstberatungen zur√ľck.

Telefonische Erstberatung anfordern
Falls Sie eine Frage zur Privatinsolvenz haben oder zur Kontaktaufnahme oder w√ľnschen Sie einen Beratungstermin, bitte hier E-Mail eintragen und absenden. Ich melde mich.


Vorteile und Nachteile der Privatinsolvenz

Damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen, habe ich Ihnen die Vorteile und fairerweise auch die Nachteile der Privatinsolvenz zusammengestellt. Klarer Fall, dass die Vorteile der Privatinsolvenz in einer ausweglosen Schuldensituation √ľberwiegen. Alle meine Mandanten erfahren die Privatinsolvenz als Erleichterung und als Chance f√ľr ein neues schuldenfreies Leben. Beginnen wir zun√§chst mit den Nachteilen.

Nachteile der Privatinsolvenz::


  • Kontrolle des Insolvenzverwalters: Es l√§sst sich nicht besch√∂nigen: W√§hrend der Laufzeit des Insolvenzverfahrens wird Ihnen der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter mit vielen Fragen auf die Nerven gehen. Zu Beginn der Insolvenz m√ľssen Sie ihre finanziellen Verh√§ltnisse offenlegen und Ver√§nderungen regelm√§√üig anzeigen.Das gef√§llt nicht jedem. Aber je bockiger der Schuldner ist und je mehr Leichen es im Keller gibt, desto unangenehmer wird das Verfahren. Widerstand ist in der Regel zwecklos, der Insolvenzverwalter sitzt ohnehin am l√§ngeren Hebel. Wenn Sie andererseits transparent sind und die negativen Seiten des Privatinsolvenzverfahrens hinnehmen, wird alles weniger schlimm, als Sie bef√ľrchten.

  • Bescheidenes Einkommen mehrere Jahre: Nachteilig ist nat√ľrlich auch die Pf√§ndung Ihres Einkommens √ľber die gesetzliche Pf√§ndungsgrenze hinaus. Aber genau betrachtet ist das kein Nachteil. Denn auch ohne Insolvenzverfahren w√ľrde man Ihnen bei √úberschuldung fr√ľher oder sp√§ter das Einkommen wegpf√§nden. Bei der Privatinsolvenz ist wenigstens ein Ende der Pf√§ndung absehbar. Nach maximal f√ľnf Jahren ist damit Schluss.

  • Fast alle finden Sie “doof”: Die Privatinsolvenz zerst√∂rt Ihre Bonit√§t und schadet Ihrem Ansehen. Auch diese Tatsache l√§sst sich nicht leugnen. Insbesondere werden Sie von Eink√§ufen via Internet regelrecht ausgesperrt, weil Sie in der Privatinsolvenz keine Kreditkarte und kein PayPal Konto besitzen werden. Mit schlechter Schufa kommen Sie kaum an eine g√ľnstige Wohnung. Aber wenn man wei√ü, was auf einen zukommt, dann kann man abhelfen. Fragen Sie eine nahestehende Person, ob Sie eine Partner-Kreditkarte erhalten. Die neue Wohnung suchen Sie sich am besten noch vor der Privatinsolvenz. Auch Ihr Arbeitgeber wird von der Privatinsolvenz erfahren, weil er den pf√§ndbaren Einkommensanteil monatlich berechnen und an den Insolvenzverwalter abf√ľhren muss. Eine Privatinsolvenz ist aber kein K√ľndigungsgrund und vielen Arbeitgebern ist ein Privatinsolvenzverfahren inzwischen egal.

Vorteile der Privatinsolvenz::


  • Sie haben mehr im Portemonnaie: In der Privatinsolvenz werden Sie wahrscheinlich mehr Geld f√ľr den Lebensunterhalt verf√ľgbar haben, als vorher. In der Privatinsolvenz entf√§llt der Schuldendienst. Viele Schuldner wenden vor der Insolvenz fast ihr gesamtes Einkommen auf, um Schulden zu bezahlen. Diese Belastung werden Sie in der Privatinsolvenz nicht mehr haben. Das Haushaltsbudget steigt betr√§chtlich.

  • Irgendwann ist Schluss mit den Schulden: Entscheiden Sie sich f√ľr die Privatinsolvenz, ist garantiert zu einem bestimmten Stichtag Schluss mit den Schulden. Auch wenn eine f√ľnf oder gar sechsj√§hrige Laufzeit zu Beginn der Privatinsolvenz endlos erscheint, gibt es ein Ende. Dank der neuen Gesetze k√∂nnen Sie die Privatinsolvenz verk√ľrzen auf f√ľnf oder drei Jahre und wenn es Ihr Budget zul√§sst, auf maximal ein Jahr. Die Restschuldbefreiung tritt auch ein, wenn Sie w√§hrend der Laufzeit Ihren Arbeitsplatz verlieren oder krank werden. Die Erteilung der Restschuldbefreiung setzt keine bestimmte Einkommensh√∂he voraus.

  • Die Privatinsolvenz entlastet Sie: Oft wird verschuldeten Menschen nachgesagt, ihnen seien die Schulden v√∂llig egal. Das ist eindeutig ein Vorurteil. Verschuldete Manschen reiben sich zun√§chst damit auf, die Schulden vollst√§ndig zu erstatten. Aber Verzugskosten und -zinsen machen jeden R√ľckzahlungsversuch aussichtslos. Diese Situation belastet extrem. Viele Betroffene erkranken stressbedingt k√∂rperlich oder werden depressiv. Dies ist meine Erfahrung nach rund 15.000 Beratungen. Die Privatinsolvenz beseitigt die aussichtlose Situation. Ich habe viele Mandanten vor und nach der Insolvenz gesehen. Vorher unruhig und gestresst, danach entspannte und zuversichtliche Gesichter.

  • Einmischungsverbot in Ihr Privatleben: Nach dem Gesetz ist der Insolvenzverwalter f√ľr die Insolvenzmasse da. Das ist vor allem der pf√§ndbare Einkommensanteil und das verwertbare Verm√∂gen. Wie Sie das f√ľr Sie bestimmte pf√§ndungsfreie Einkommen ausgeben, geht nach wie vor niemanden etwas an. Die Privatinsolvenz schreibt Ihnen also nicht vor, wie Sie leben. Sie k√∂nnen umziehen, heiraten, den Job wechseln und sogar auswandern. Nur sparen oder ein neues Auto anschaffen d√ľrfen Sie zumindest am Anfang nicht, denn dies w√§re ein Neuerwerb und m√ľsste der Insolvenzverwalter verwerten.

  • Sicherheit vor Pf√§ndungen: Sobald die Privatinsolvenz er√∂ffnet ist, sind Konto- oder Gehaltspf√§ndungen verboten. Vor den Pf√§ndungsangriffen der Gl√§ubiger sind Sie also sicher. Ebenso sicher sind Sie vor dem Besuch des Gerichtsvollziehers beziehungsweise der Vorladung zum Offenbarungseid.

  • Leerer Briefkasten: In der Privatinsolvenz gibt es weder Mahnungen, noch Zahlungserinnerungen noch sonstige Gl√§ubigerpost. Die Korrespondenz mit den Gl√§ubigern f√ľhrt ab sofort der Insolvenzverwalter. Falls Sie dennoch im er√∂ffneten Verfahren altbekannte Gl√§ubigerpost erhalten, betrachten Sie diese als gegenstandlos. Das ist nur ein Mahn-Roboter, der vergessen wurde, abzuschalten.

  • Restschuldbefreiung kennt kaum Ausnahmen: Am Ende der Privatinsolvenz erteilt das Gericht die Restschuldbefreiung und Sie sind schuldenfrei. Die Restschuldbefreiung ist umfassend. Sie wirkt sich auf alle Schulden aus, die vor dem Stichtag der Insolvenzer√∂ffnung entstanden sind. Ma√ügeblich bei Steuerschulden ist also die Entstehung der Steuerschuld und der Tag, an dem das Finanzamt den Steuerbescheid erl√§sst. Die Restschuldbefreiung entschuldet sowohl bei “staatlichen” Schulden wie beispielsweise Einkommenssteuer oder einem Geb√ľhrenbescheid. Die Ausnahmen von der Restschuldbefreiung betreffen lediglich Schulden, die aufgrund einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit entstanden sind.
  • Privatinsolvenz bereinigt Schufa: Die gute Nachricht ist hier, dass selbst Ihre negative Schufa irgendwann bereinigt wird. Die L√∂sung aller Negativeintr√§ge erfolgt allerdings erst drei Jahre sp√§ter nach der Erteilung der Restschuldbefreiung. Das ist Gesetz und muss man leider hinnehmen.

6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo,
    Wenn man aussergerichtlich einen plan mit Einmalzahlung anbietet und ein paar Gl√§ubiger stimmen nicht zu, das geld f√ľr die bereinigung aber von einem dritten kommt, damit da endlich mal ruhe ist, w√§re bei Zahlung an die Gl√§ubiger, die mit dem Plan einverstanden sind, direkt durch den Dritten, der vergleich dennoch g√ľltig oder anfechtbar?

    Antworten
    • J√∂rg Franzke
      11. September 2019 7:00

      Ja. Wenn man sich versucht, au√üergerichtlich zu einigen, schlie√üt man letztendlich mit jedem Gl√§ubiger einen Einzelvergleich. Dieser ist dann nicht anzufechten. Aber unter uns: Es ist Quatsch, wenn Sie nur ein paar Gl√§ubiger abfinden und bei anderen Gl√§ubigern weiterhin Schulden haben. Die Zahlungen an die “willigen” Gl√§ubiger sind dann sozusagen aus dem Fenster geworfen. Sparen Sie sich das Geld und beantragen Sie eine Insolvenz.

      Antworten
  • Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich und mein Mann befinden sich beide in einem noch offenem Insolvenzverfahren. Unser gemeinsamer Sohn (18 Jahre) hat gerade eine Schule beendet und wird ab September die Fachoberschule besuchen. Nun m√∂chte er in den Sommerferien einen Ferienjob machen (Dauer etwa 4 bis 5 Wochen). M√ľssen wir dem Insolvenzverwalter dar√ľber informieren? Unser Sohn wird uns jeweils zur H√§lfte als Unterhaltspflichtige Person angerechnet.

    Vielen Dank f√ľr Ihre Antwort im Voraus.

    Mit freundlichen Gr√ľ√üen.
    Beadoro

    Antworten
  • Sehr geehrter Herr RA Franzke,
    ich hatte mich bereits 2017 mit meiner Frage an Sie gewandt. Leider hatte ich einen Computerabsturz, ihre Antwort ist leider verloren gegangen.
    Meine Insolvenzverfahren wurde am 17.07.2013 eröffnet. Mit Schreiben vom 19. 11. 2014 wurde das Insolvenzverfahren aufgehoben und die Wohlverhaltensphase begann mit Anrechnung der bereits verstrichenen Zeit seit dem 17.07.2013
    Meine Frage:
    Da morgen die 6 Jahre ablaufen, ab wann muss das Gericht tätig werden ?
    Kann ich in 2 Wochen wenn das Gericht sich nicht r√ľhrt, wie sie mir 2017 geantwortet haben, einen Antrag auf die Restschuldbefreiung wegen √ľberzogener Verfahrensdauer stellen ?

    Mit freundlichem Gruß
    Hans H

    Antworten
    • J√∂rg Franzke
      17. Juli 2019 20:01

      Leider dauert es etwas l√§nger, bis das Insolvenzverfahren endg√ľltig aufgehoben wird. Nach Ablauf der 6 Jahre kann man Ihnen nichts mehr pf√§nden. Aber der Insolvenzverwalter muss noch eine Abrechnung erstellen und das dauert …

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