Welches Eigentum darf ich vor der Insolvenz retten?

Zur Vorbereitung eines Insolvenzverfahrens werden Sie sicherlich überlegen, ob Sie etwaig noch vorhandenes Vermögen vor dem Insolvenzverfahren „retten“ dürfen: Sie dürfen zwar kein Eigentum vor der Insovlenz retten, aber Sie dürfen Ihr Vermögen für den Lebensunterhalt aufbrauchen. Das bedeutet, es wäre erlaubt, wenn Sie ein Kontoguthaben für den Lebensunterhalt verwenden bis nichts mehr da ist. Der Verbrauch des Vermögens vor der Insolvenz muss aber angemessen sein.

Eigentlich dürfen Sie gar nichts vor der Insolvenz retten, aber …

Es ist nicht verboten, wenn Sie vor der Insolvenz Ihr Erspartes verwenden, um die Miete zu bezahlen und einkaufen zu gehen. Erst bei größeren Beträgen wird es kritisch. Lassen Sie sich z. B. vor der Insolvenz eine Lebensversicherung im Wert von 10.000 €  auszahlen und geben im Insolvenzantrag nichts dazu an, wird es unangenehme Fragen geben.

Vermögen darf man verbrauchen

Sie dürfen Ihr Vermögen aber aufbrauchen und davon den Lebensunterhalt Ihrer Familie bestreiten. Lösen Sie z.B. Ihre Lebensversicherung mit einem Rückkaufwert von 1.000 € auf, so wird man das tolerieren, wenn Sie von dem Geld Ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Viele verstecken Geld trotzdem

Eigentlich darf man gar nichts vor dem späteren Zugriff des Insolvenzverwalters retten, aber viele machen das und hoffen, dass man sie nicht erwischt. Das kann mal gut gehen. Es kann aber auch schiefgehen. Je nachdem, wie schlau man dabei ist.

Die Grenze zwischen verboten oder erlaubt

Das heißt im Klartext, dass Sie bei einem Einkommen unterhalb der Pfändungsgrenze einen Betrag bis zur Pfändungsgrenze von Ihrem Ersparten zuschießen dürfen (ein wenig darüber wird auch noch toleriert).

Erbschaften und Schenkungen

Erhalten Sie in der Insolvenz eine Erbschaft, sind Sie verpflichtet, diese an den Insolvenzverwalter abzugeben. Es kann Sie aber niemand daran hindern, die Erbschaft z. B. zugunsten Ihrer Geschwister auszuschlagen. Möglicherweise zeigen sich diese eines Tages erkenntlich. Erbschaften, welche Sie während der Wohlverhaltensperiode (beachte: nicht Insolvenzverfahren!) erhalten, dürfen Sie zur Hälfte behalten.

Sollten Sie über vermögenswirksame Leistungen verfügen, so ergibt es wenig Sinn, wenn Sie darin noch weiter einzahlen. Darüber freut sich nur der Insolvenzverwalter. Besteht die vermögenswirksame Leistung allerdings aus einer Riester-Rente, brauchen Sie diese nicht aufzulösen. Eine Riester-Rente kann nicht vorzeitig aufgelöst und damit gepfändet werden.

 

Darf ich in der Privatinsolvenz eine Kreditkarte besitzen?

Sie dürfen selbstverständlich ein Kreditkarte besitzen…, aber dann ist das Geld weg, sobald der Insolvenzverwalter davon erfährt. Denn während der Laufzeit des eigentlichen Insolvenzverfahrens ist nur das Guthaben auf einem Pfändungsschutzkonto vor dem Insolvenzverwalter geschützt. Alle anderen Kontoguthaben gehören zur Insolvenzmasse.

Auslandskonten einrichten?

Manche Mandanten fragen nach Auslandskonten. Auslandskonten schützen zwar vor Pfändung, vor dem Insolvenzverfahren, weil die Vollstreckung schwierig ist. Aber in der Regel sind Insolvenzverwalter hartnäckiger als Gerichtsvollzieher und Gläubiger.

Insolvenzverwalter sucht Konten

Ist der Insolvenzantrag eingereicht, wird der Insolvenzverwalter beginnen zu recherchieren. Sobald der Insolvenzverwalter von dem Auslandskonto erfährt, schreibt er die ausländische Bank an und fordert zur Erstattung des Guthabens an die Insolvenzmasse auf. Erfahrungsgemäß wird die Bank dieser Aufforderung Folge leisten.

Kreditkarte bald wieder erlaubt

Später in der Wohlverhaltensperiode ist nur noch das pfändbare Einkommen abgetreten. Das heißt, Sie dürfen das Pfändungsschutzkonto wieder in ein normales Konto umstellen lassen und Sie dürfen auch eine Kreditkarte auf Guthabenbasis haben.

Partner-Kreditkarte ist besser

Sind Sie auch während des eigentlichen Insolvenzverfahrens dringend auf eine Kreditkarte angewiesen, fragen Sie eine nahestehende Person, ob Sie von seiner Kreditkarte eine Partnerkarte erhalten. Nahezu alle Kreditkartenanbieter stellen Partnerkarten zur Verfügung. Dann würden alle Zahlungsströme über den Freund laufen. Die Partnerkarte ist somit für den Insolvenzverwalter tabu.

31 Kommentare

  1. Nein, Ihre Frau muss natürlich nicht melden. Denn die Geschenke haben alle Sie erhalten und Ihre Frau ging leer aus …

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