Darf ich während der Privatinsolvenz einen Nebenjob ausüben?

Ein Nebenjob während der Privatinsolvenz ist selbstverständlich erlaubt. Dazu brauchen Sie keine Erlaubnis des Insolvenzverwalters. Sie müssen ihn aber schriftlich informieren, dass Sie einen neuen Job ausüben.

Nicht um Erlaubnis fragen

Es ist auch nicht erforderlich, dass Sie den Insolvenzverwalter vorher um Erlaubnis bitten, ob Sie den Job annehmen dürfen. In diese Entscheidung darf er sich nicht einmischen.

Aber informieren

Aber: Sobald Sie den Arbeitsvertrag unterschrieben haben, bzw. mit dem Nebenjob begonnen haben, teilen Sie diese Veränderung Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse dem Insolvenzverwalter schriftlich mit.

Informationen immer schriftlich

Übersenden Sie ihm hierzu eine schriftliche Mitteilung und fügen Sie den Arbeitsvertrag am besten bei. Danach sollten Sie ihm regelmäßig Ihre monatlichen Gehaltsnachweise zukommen lassen.

Pflicht in der Privatinsolvenz

Das Übersenden des Arbeitsvertrages und der Gehaltsnachweise gehört zu Ihren Informationspflichten gegenüber dem Insolvenzverwalter. Das müssen Sie unbedingt einhalten und beachten.

So kommunizieren Sie mit dem Insolvenzverwalter

Es gilt wie immer: Sie müssen den Insolvenzverwalter von sich aus informieren, wenn sich Veränderungen in Ihrer Einkommenssituation ergeben und wenn Sie umziehen.

Ansonsten melden Sie sich immer nur, falls der Insolvenzverwalter Sie anschreibt und irgendetwas von Ihnen haben will.
Bevor Sie den Nebenjob beginnen, sollten Sie sich allerdings überlegen, ob sich der Job für Sie wegen der bestehenden Pfändungsgrenze lohnt. Es werden sämtliche Nettoeinkommen zusammengezählt. Anhand des Gesamtnettoeinkommens wird dann der pfändbare Betrag errechnet, den Ihnen der Insolvenzverwalter wegnehmen wird.

Bitte verfahren Sie genau so, falls Sie sich in der Insolvenz selbstständig machen wollen. Melden Sie einfach das Gewerbe an und übersenden Sie die Gewerbeanmeldung. Um Erlaubnis müssen Sie den Insolvenzverwalter aber nicht bitten.

62 Kommentare

  1. In der Wohlverhaltensperiode ist das Einkommen an den Insolvenzverwalter abgetreten. Ob dazu auch eine Auszahlung nach Auflösung einer Lebensversicherung gehört, ist fraglich. Allerdings scheint der Insolvenzverwalter geschlafen zu haben. Ihm hätte die Möglichkeit der Auflösung auffallen müssen. Dann hätte er das Insolvenzverfahren entweder nicht geschlossen oder er hätte einen Nachtragsvorbehalt beschließen lassen. Sie sollten den Verwalter nicht darauf hinweisen und auch stillhalten, bis das Verfahren vorüber ist.
    Den Erhalt des Familienzuschlages zeigen Sie an, aber Sie können davon ausgehen, dass Sie diesen behalten dürfen.

  2. Hallo, ich befinde mich noch 18 Monate in der Wohlverhaltensphase und habe zwei Fragen:

    1. ich bin Beamter mit 4 Unterhaltspflichten, ich habe die Möglichkeit mir meine gesetzliche Rente in einem auszahlen zu lassen. Inwieweit kann der Insolvenzverwalter auf diesen Betrag zugreifen? Ist alles weg? Oder kann ich alles behalten? Muss ich den Verwalter von der Möglichkeit erzählen?

    2. ich werde in den nächsten Wochen/Monaten eine Nachzahlung des Familienzuschlags für das dritte Kind erhalten. Inwieweit muss ich diesen Betrag an den Insolvenzverwalter abführen? Der Familienzuschlag ist ja theoretisch für die Kinder gedacht oder?

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