GmbH Insolvenz anmelden bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung

Müssen Sie als Geschäftsführer eine GmbH Insolvenz oder UG Insolvenz für Ihr Unternehmen wegen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung anmelden, bitte gut vorbereiten. Bei der GmbH-Insolvenz geht es vor allem darum, den Geschäftsführer von etwaigen negativen Folgen zu schützen. Wollen Sie die GmbH Insolvenz abwenden und das Unternehmen sanieren und fortführen, stellen Sie nicht einfach einen Insolvenzantrag. Sondern Sie beantragen das Schutzschirmverfahren oder die Insolvenz in Eigenverwaltung.
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Die Vorteile guter Vorbereitung

Eigentlich müssen Sie eine GmbH-Insolvenz nicht vorbereiten. Als Geschäftsführer können Sie den Insolvenzantrag auch ohne Vorbereitung stellen. Einfach das Formular ausfüllen, den Antrag bei Gericht einreichen und dann abwarten, was mit der GmbH und vor allem mit Ihnen als Geschäftsführer so alles geschieht…

Eine derartige Vorgehensweise ist allerdings naiv. Bekanntlich wird immer ein Sündenbock gebraucht und das ist in der GmbH-Insolvenz oder UG-Insolvenz der Geschäftsführer.

Die Vorbereitung auf die GmbH-Insolvenz dient ausschließlich dazu, Sie als Geschäftsführer zu schützen. Klären Sie zunächst, ab wann Sie die GmbH-Insolvenz beantragen.

Gleiches gilt für die UG-Insolvenz. Der Geschäftsführer der UG sollte den Insolvenzantrag vorbereiten und die Ratschläge zum UG-Insolvenz anmelden beachten.

Folgende Aufgaben sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse vor dem Insolvenzantrag erledigen:

Rechtsanwalt Jörg Franzke ist Anwalt für Insolvenzrecht

Rechtsanwalt Jörg Franzke berät Unternehmer und Geschäftsführer zur GmbH-Insolvenz.

Handelsbilanz hochladen

Die Handelsbilanz bei bundesanzeiger.de veröffentlichen: Als GmbH-Geschäftsführer muss die GmbH Gesellschaft die jährlichen Handelsbilanzen veröffentlichen. Versäumen Sie dies vor dem Insolvenzverfahren, werden Sie wegen Bankrott bestraft. Nicht gut! Die Handelsbilanz können Sie selbst und ohne Steuerberater erstellen. Schätzwerte sind erlaubt. Nehmen Sie den alten Jahresabschluss und übernehmen Sie diese Werte weitgehend. Den Rest schätzen Sie anhand der Jahres-BWA. Danach loggen Sie sich bei bundesanzeiger.de ein und folgen den Anweisungen.

Kassenbücher updaten

Unvollständige Kassenbücher bringen dem Geschäftsführer ebenfalls Ärger ein, weil er einen fehlenden Kassenbestand ersetzen muss. Überprüfen Sie die Kassenbücher und arbeiten Sie diese nach. Vielleicht lässt der Kassenbestand sich noch auf Null setzen. Sie sollten auch die Bankunterlagen und die Geschäftsbücher vorbereiten. Dokumente, die Sie als Geschäftsführer entlasten, kopieren Sie und geben die Originale nicht heraus. Hat der Insolvenzverwalter die Geschäftsbücher in seinem Besitz, können Sie in Beweisnot geraten.

Keine Entnahme ohne Vertrag

Entnehmen Sie kein Geld aus der Gesellschaft ohne Rechtsgrund. Sonst droht eine Anzeige wegen Unterschlagung. Rückständiges Geschäftsführergehalt können Sie entnehmen, wenn gemäß Arbeitsvertrag ein Rechtsanspruch besteht. Die Entnahme löst zwar ein Anfechtungsrecht des Insolvenzverwalters aus. Das heißt: Sie müssten die Entnahme erstatten. Aber wenn die GmbH-Insolvenz Ihre private Pleite nach sich zieht, kann Ihnen die Anfechtung gleichgültig sein…

(Gesellschafter)darlehn nicht erstatten

Es bringt leider keine Vorteile, wenn Sie kurz vor der Insolvenz einen Kredit der GmbH tilgen, für den Sie persönlich haften. Es bringt auch nichts, befreundete Lieferanten zu bezahlen oder ein Gesellschafterdarlehen. Sie geraten dadurch nur in Schwierigkeiten. Der Insolvenzverwalter holt all diese Zahlungen später mittels Anfechtung zurück.

Abweisung mangels Masse

Besteht eine Chance auf Abweisung mangels Masse, unbedingt ergreifen. Abweisung mangels Masse bedeutet, dass keine Insolvenz eröffnet wird und es keinen Insolvenzverwalter gibt, der Sie in die Haftung nehmen will. Die Abweisung mangels Masse erfolgt, wenn die GmbH über weniger als 2.800 € Liquidität verfügt. Besteht Aussicht auf eine Abweisung mangels Masse, geben Sie das Geld aus, auch wenn dies eigentlich verboten ist.

Nur Arbeitnehmeranteile bezahlen

Bezahlen Sie unmittelbar vor der Insolvenz möglichst nichts und niemanden mehr. Auch keine Löhne. Denn als Geschäftsführer haften Sie für alle Geldabflüsse unmittelbar vor der Insolvenz, welche die spätere Insolvenzmasse schädigen. Bezahlen Sie allenfalls die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung, weil dort das Nichtbezahlen unter Strafe steht.

Planinsolvenz erklärt Schritt für Schritt

GmbH Insolvenz anmelden, der Ablauf Schritt für Schritt:

Insolvenzantrag ausarbeiten

Den GmbH Insolvenz beantragen Sie mit einem speziellen Formular. Beim Ausfüllen gilt das Motto: Mut zur Lücke. Nicht jedes Feld müssen Sie ausfüllen. Hier online die GmbH-Insolvenz anmelden:

Badge zu Online Formular GmbH Insolvenz anmelden

Bestätigen, dass alles vollständig und richtig ist

Ergänzend zum Insolvenzantrag müssen Sie erklären, dass der Antrag  vollständig und richtig ausgefüllt ist. Nehmen Sie diese Erklärung nicht so genau. Manche Dinge die Sie angeben müssen, wie beispielsweise die Gläubiger und den aktuellen Schuldenstand, können Sie nicht wissen.

Dem Insolvenzantrag die Anlagen beifügen

Fügen Sie dem Insolvenzantrag den Gesellschaftsvertrag bei, einen Auszug aus dem Handelsregister, Jahresabschluss und die letzte BWA. Das macht einen guten Eindruck und hilft dem Insolvenzverwalter für den ersten Überblick. Früher oder später müssen Sie diese Unterlagen ohnehin vorlegen.

Versenden an das Insolvenzgericht

Alles zusammen werfen Sie in den Gerichts-Briefkasten oder übersenden den Antrag mit der Post. Sollte das Insolvenzgericht etwas beanstanden, wird es Sie anschreiben. Nehmen Sie diese Monierung ernst. Denn erst der vollständige GmbH-Insolvenzantrag unterbricht die Insolvenzantragspflicht und räumt den Verdacht auf Insolvenzverschleppung aus.

Vorläufiges Insolvenzverfahren

Das vorläufige Insolvenzverfahren ist dem eigentlichen Insolvenzverfahren vorgeschaltet und dauert 2 bis 3 Monate. Der Insolvenzverwalter prüft, ob das Gericht das Insolvenzverfahren überhaupt eröffnen kann. In dieser Zeit versucht der Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.

Insolvenzverwalter versucht den Geschäftsbetrieb fortzuführen

In der vorläufigen Insolvenz muss der Insolvenzverwalter versuchen, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Das steht so im Gesetz. Der Verkauf eines intakten Unternehmens bringt mehr Geld ein, als der Verkauf der Einzelteile. Also wird der Insolvenzverwalter den Geschäftsführer mit Versprechungen und Drohungen (Zuckerbrot und Peitsche) manipulieren, damit er den Betrieb in der vorläufigen Insolvenz erst einmal fortführt.

Dem Geschäftsführer bringt die Fortführung keine Vorteile

Nüchtern betrachtet besteht für den Geschäftsführer kein Grund, auch nur einen Tag länger im Unternehmen zu verbleiben. Die Rettung des Unternehmens in seinem Interesse funktioniert nur mit dem Schutzschirm und der Eigenverwaltung. In der normalen Insolvenz wird der Insolvenzverwalter entweder abwickeln oder an einen fremden Investor verkaufen. Der bisherige Geschäftsführer bzw. Inhaber hat daraus keinen Nutzen.

Eröffnungsbilanz und Eröffnungsgutachten für das Gericht

Die vorläufige Insolvenz dient schließlich dazu, dass der Insolvenzverwalter das Unternehmens-Vermögen ermittelt und ein Gutachten darüber verfasst. Die Anfertigung des Gutachtens wirft viele Fragen auf und erfordert Nachweise. Diese muss der Geschäftsführer dem Insolvenzverwalter zur Verfügung stellen. Er muss die GmbH-Geschäfte zwar nicht fortführen, ist aber umfassend zur Auskunft verpflichtet.

Hauptverfahren

Nachdem das Insolvenzgutachten vorliegt und der Insolvenzgeldzeitraum ausgelaufen ist, eröffnet das Gericht das Hauptverfahren. Das Hauptverfahren ist eine Zäsur. Die Gesellschafter sind enteignet und die Geschäftsführung entmündigt. Alle Rechte an dem Unternehmen gehen auf den Insolvenzverwalter über. 

Verwertung durch Verkauf

Im Hauptverfahren wird der Insolvenzverwalter seine Bemühungen fortführen, möglichst viel Geld für die Gläubiger herauszuschlagen. Die lukrativste Verwertung der Insolvenzmasse ist der Verkauf des Unternehmens im Ganzen. Man nennt den Verkauf des insolventen Unternehmens auch „übertragende Sanierung„. Dazu sucht der Insolvenzverwalter nach einem Investor. Findet er keinen, wird er versuchen das Unternehmen an den bisherigen Unternehmer bzw. ein Familienmitglied zu verkaufen. Beabsichtigen Sie dieses, lassen Sie vor der Insolvenz eine Aufanggesellschaft gründen.

Verwertung durch Liquidation

Findet sich kein Käufer, stellt der Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb endgültig ein und überlässt den Verkauf der Einzelteile einem Verwerter. Der bisherige Unternehmer, Gesellschafter oder Geschäftsführer spielt in diesem Verfahrensstadium keine Rolle mehr. Der Insolvenzverwalter wickelt das Unternehmen nach seinen Vorstellungen vollständig ab.

Insolvenztabelle erfasst die Verbindlichkeiten

Das Hauptverfahren dient außerdem der Feststellung, welcher Gläubiger von der GmbH wie viel Geld bekommt. Das Ergebnis der so genannten Forderungsfeststellung hält das Gericht in einer Insolvenztabelle fest. Die Eintragung einer Forderung in die Insolvenztabelle ist rechtsverbindlich so wie ein Urteil. Dem bisherigen Unternehmer kann es völlig egal sein, wie hoch die Schulden sind. Denn er ist enteignet.

Prüfung von Anfechtungs- und Haftungsansprüchen

Schließlich prüft der Insolvenzverwalter etwaige Haftungsansprüche gegen die Gesellschafter und Geschäftsführer. Ein Gesellschafter haftet maximal auf das gezeichnete Stammkapital. Kann er die Einzahlung nicht nachweisen, muss er nachzahlen. Der Geschäftsführer wiederum muss beweisen, dass er die Insolvenz fristgemäß beantragt hat. Andernfalls haftet er gem. § 64 Abs. 2 GmbHG für alle Geldabflüsse seit der Insolvenzreife. Viele Geschäftsführer fürchten, dass die GmbH-Insolvenz auf die Familie übergreift und der Ehepartner für die Firmeninsolvenz haftet.

Versammlung der Gläubiger

Die Gläubigerversammlung entscheidet über die Verwertung der Insolvenzmasse. Z.B. Verkauf oder Liquidation. Der Prüfungstermin dient zur Feststellung der Verbindlichkeiten, was wiederum die Grundlage für die Verteilung der Insolvenzmasse ist. 

 

Gläubigerversammlung entscheidet über Verwertung

Weil das Unternehmen mit dem Eintritt in das Hauptverfahren nicht mehr dem Unternehmer gehört, sondern den Gläubigern, können diese bestimmen, was mit dem Unternehmen geschehen soll. Darüber stimmen die Gläubiger in der Gläubigerversammlung ab. Soweit zur Theorie. In der Praxis geschieht gar nichts. Kein einziger Gläubiger erscheint. Weil das Fernbleiben als Zustimmung zum Votum des Insolvenzverwalters gilt, kann er machen, was er will.

Gläubiger zeigen wenig Interesse

Leider sind die Gläubiger sich ihrer Macht nicht bewusst. Erscheint beispielsweise bei einer Millionen-Pleite ein einziger Gläubiger mit einer 100 € Forderung, entscheidet er über alles und jeden: Abwahl des Insolvenzverwalters, Fortführung oder Einstellung des Geschäftsbetriebes, Art und Weise der Verwertung, usw. Diese „Trägheit“ der Masse nutze ich zugunsten meiner Mandanten aus, indem ich äußerst günstige Insolvenzpläne beispielsweise mit 2 % Quote durchsetze.

GmbH-Insolvenz erst nach Jahren zu Ende

Hat der Insolvenzverwalter alle Anfechtungs- und Haftungsfragen geklärt, führt er noch den einen oder anderen Prozess. Danach lässt er die Akte oft über Jahre liegen. Die Geschäftspapiere lagert er bei einem Dienstleister ein oder er zwingt den ehemaligen Geschäftsführer zur Abholung. Schließlich erledigt der Insolvenzverwalter die steuerlichen Angelegenheiten. Das war´s. Die GmbH ist abgewickelt. Der Insolvenzverwalter rechnet seine Gebühren ab und bezahlt die Verfahrenskosten. Sollte danach trotzdem noch Geld vorhanden sein, erhalten die Gläubiger eine Quote.

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