GmbH Insolvenz | Beratung bei Zahlungsunfähigkeit der GmbH

Muss der Geschäftsführer eine GmbH Insolvenz für sein Unternehmen beantragen, sollte er gut vorbereitet sein. Hierzu berate ich Sie als sehr erfahrener Rechtsanwalt im Insolvenzrecht. Die GmbH Insolvenz bewirkt eine völlig neue Rechtslage, die der Geschäftsführer oft nicht kennt. Allerdings bedeutet GmbH-Insolvenz heutzutage nicht mehr das unbedingte Aus für das betroffene Unternehmen. Inzwischen können Sanierungsverfahren wie das Schutzschirmverfahren oder die Insolvenz in Eigenverwaltung helfen, Ihre GmbH trotz Insolvenz zu erhalten und zu entschulden.

Informieren Sie sich hier zum Ablauf einer GmbH Insolvenz, die ich Ihnen in sieben leichten Schritten erklären werde. Lassen Sie sich von mir als Rechtsanwalt zur Insolvenz der GmbH beraten. Gerne übernehme ich das GmbH-Insolvenzantragsverfahren.

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1. Schritt: Die GmbH Insolvenz vorbereiten

Eigentlich müssen Sie eine GmbH-Insolvenz nicht vorbereiten. Als Geschäftsführer können Sie den Insolvenzantrag auch ohne Vorbereitung stellen. Einfach das Formular ausfüllen, den Antrag bei Gericht einreichen und dann abwarten, was mit der GmbH und vor allem mit Ihnen als Geschäftsführer so alles geschieht… Eine derartige Vorgehensweise ist allerdings naiv. Bekanntlich wird immer ein Sündenbock gebraucht und das ist in der GmbH-Insolvenz der Geschäftsführer. Die Vorbereitung auf die GmbH-Insolvenz dient ausschließlich dazu, dass Sie als Geschäftsführer weniger Ärger kriegen. Folgende Aufgaben sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse vor dem GmbH-Insolvenzantrag zumindest erledigt haben:

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Die Handelsbilanz bei bundesanzeiger.de veröffentlichen: Als GmbH-Geschäftsführer müssen Sie die jährlichen Handelsbilanzen bei bundesanzeiger.de veröffentlichen. Versäumen Sie dies, werden Sie wegen Bankrott bestraft. Die Handelsbilanz können Sie als Geschäftsführer selbst und ohne Steuerberater erstellen. Schätzwerte sind erlaubt. Nehmen Sie den alten Jahresabschluss und übernehmen Sie diese Werte weitgehend. Den Rest schätzen Sie anhand der Jahres-BWA. Danach loggen Sie sich bei bundesanzeiger.de ein und folgen den Anweisungen.

Kassenbücher auf Vordermann

Unvollständige Kassenbücher bringen dem Geschäftsführer ebenfalls Ärger ein, weil er einen fehlenden Kassenbestand ersetzen muss. Überprüfen Sie die Kassenbücher und arbeiten Sie diese nach. Vielleicht lässt der Kassenbestand sich noch auf Null setzen. Sie sollten auch die Bankunterlagen und die Geschäftsbücher vorbereiten. Dokumente, die Sie als Geschäftsführer entlasten, sollten Sie kopieren. Hat der Insolvenzverwalter die Geschäftsbücher an sich genommen, können Sie leicht in Beweisnot geraten.

Keine Entnahmen ohne Vertrag

Entnehmen Sie kein Geld mehr aus der Gesellschaft ohne hierzu einen Rechtsgrund nachweisen zu können, denn sonst droht eine Bestrafung wegen Unterschlagung. Das rückständige Geschäftsführergehalt der letzten Monate können Sie entnehmen, wenn aufgrund des Arbeitsvertrages ein Rechtsanspruch besteht. Die Entnahme löst zwar ein Anfechtungsrecht des Insolvenzverwalters aus, das heißt: Sie müssten die Entnahme zurückerstatten. Aber wenn die GmbH-Insolvenz Ihre private Pleite nach sich zieht, kann Ihnen die Anfechtung gleichgültig sein…

(Gesellschafter)darlehn nicht erstatten

Es bringt leider keine Vorteile, wenn Sie kurz vor der Insolvenz einen Kredit der GmbH zurückführen, für den Sie persönlich haften. Es bringt auch nichts, befreundete Lieferanten zu bezahlen oder ein Gesellschafterdarlehen. Sie geraten dadurch nur in Schwierigkeiten und der Insolvenzverwalter holt all diese Zahlungen später mittels Anfechtung zurück.

Abweisung mangels Masse

Besteht eine Chance auf Abweisung mangels Masse, unbedingt ergreifen. Abweisung mangels Masse bedeutet, dass keine Insolvenz eröffnet wird und es keinen Insolvenzverwalter gibt, der Sie in die Haftung nehmen will. Die Abweisung mangels Masse erfolgt, wenn die GmbH über weniger als 2.800 € Liquidität verfügt. Besteht Aussicht auf eine Abweisung mangels Masse, geben Sie das Geld aus, auch wenn dies eigentlich verboten ist.

Nur Arbeitnehmeranteile bezahlen

Bezahlen Sie unmittelbar vor der Insolvenz möglichst nichts und niemanden mehr. Auch keine Löhne. Denn als Geschäftsführer haften Sie für alle Geldabflüsse unmittelbar vor der Insolvenz, welche die spätere Insolvenzmasse schädigen. Bezahlen Sie allenfalls die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung, weil dort das Nichtbezahlen unter Strafe steht.

Icon den Insolvenzantrag der GmbH ausarbeiten

2. Schritt: Den Insolvenzantrag ausarbeiten

Den GmbH Insolvenzantrag stellen Sie mit einem gerichtlichen Antragsformular. Dieses finden Sie auf der Webseite des für Sie zuständigen Insolvenzgerichts. Das Formular kann man herunterladen und ausfüllen. Beim Ausfüllen gilt das Motto: Mut zur Lücke. Das Formular ist sehr umfangreich, aber nicht in jedes Feld muss ausgefüllt sein.

Vollständig und richtig

Sie müssen ergänzend zum Insolvenzantrag zwar eine Erklärung abgeben, dass der Antrag vollständig und richtig ausgefüllt ist. Aber diese Vollständigkeitserklärung ist widersprüchlich, denn manche Dinge zum Insolvenzantrag, wie beispielsweise die Gläubiger und deren aktuellen Schuldenstand, können Sie nicht wissen.

Anlagen beifügen

Fügen Sie dem Insolvenzantrag am besten den Gesellschaftsvertrag bei, einen Auszug aus dem Handelsregister, Jahresabschluss und die letzte BWA. Das macht einen guten Eindruck und hilft dem Insolvenzverwalter für den ersten Überblick. Früher oder später müssen Sie diese Unterlagen ohnehin vorlegen.

Versenden ans Gericht

Alles zusammen werfen Sie in den Gerichts-Briefkasten oder übersenden den Antrag mit der Post. Sollte das Insolvenzgericht etwas beanstanden, wird es Sie anschreiben. Nehmen Sie diese Monierung ernst. Denn erst der vollständige GmbH-Insolvenzantrag unterbricht die Insolvenzantragspflicht und räumt den Verdacht auf Insolvenzverschleppung aus.

icon vorläufiges Insolvenzverfahren

3. Schritt: Vorläufiges Insolvenzverfahren

Die vorläufige Insolvenz dauert zwischen null und drei Monate. Die Dauer richtet sich nach dem Lohnrückstand. Sind keine Löhne rückständig, dauert die vorläufige Insolvenz drei Monate. Ist ein Monatslohn rückständig, beträgt die Verfahrensdauer zwei Monate, usw. Die Grundlage für die Bemessung der Verfahrensdauer ist das Insolvenzgeld. Je mehr Löhne offen sind, desto kürzer ist der Insolvenzgeldzeitraum und damit die vorläufige Insolvenz.

Zuckerbrot und Peitsche

In der vorläufigen Insolvenz muss der Insolvenzverwalter versuchen, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Das steht so im Gesetz. Der Verkauf eines intakten Unternehmens bringt mehr Geld ein, als der Verkauf der Einzelteile. Also wird der Insolvenzverwalter den Geschäftsführer mit Versprechungen und Drohungen (Zuckerbrot und Peitsche) manipulieren, damit er den Betrieb in der vorläufigen Insolvenz erst einmal fortführt .

Für den Chef ist Schluss

Nüchtern betrachtet besteht für den Geschäftsführer kein Grund, auch nur einen Tag länger im Unternehmen zu verbleiben. Die Rettung des Unternehmens in seinem Interesse funktioniert nur mit dem Schutzschirm und der Eigenverwaltung. In der normalen Insolvenz wird der Insolvenzverwalter entweder abwickeln oder fortführen. Der bisherige Geschäftsführer bzw. Inhaber hat daraus keinen Nutzen.

Insolvenz-Gutachten

Die vorläufige Insolvenz dient schließlich dazu, dass der Insolvenzverwalter das Unternehmens-Vermögen ermittelt und ein Gutachten darüber verfasst. Die Anfertigung des Gutachtens wirft viele Fragen auf und erfordert Nachweise. Diese muss der Geschäftsführer dem Insolvenzverwalter zur Verfügung stellen. Er muss die GmbH-Geschäfte zwar nicht fortführen, ist aber umfassend zur Auskunft verpflichtet.

Icon: Die GmbH Insolvenz vorbereiten

4. Schritt: Insolvenz-Hauptverfahren

Nachdem der Insolvenzverwalter das Insolvenzgutachten fertiggestellt hat und der Insolvenzgeldzeitraum ausgelaufen ist, wird das Gericht das Hauptverfahren eröffnen. Mit der Eröffnung des Hauptverfahrens findet die endgültige Enteignung der GmbH-Gesellschafter und die Entmündigung des Geschäftsführers statt. Spätestens ab dann gehen auch von Gesetzes wegen alle Verfügungsrechte auf den Insolvenzverwalter über.

Verwertung durch Verkauf

Im Hauptverfahren wird der Insolvenzverwalter weiterhin versuchen, das Unternehmen im Sinne der Gläubiger bestmöglich zu verwerten. Im Idealfall akquiriert er hierzu einen fremden Käufer, der das Unternehmen im Ganzen erwirbt. Oder der Insolvenzverwalter versucht, den Betrieb an ein Familienmitglied des Unternehmers (Auffanggesellschaft) oder an das Management (Management Buy Out) zu verkaufen.

Betrieb wird abgewickelt

Findet sich kein Käufer, stellt der Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb endgültig ein und überlässt den Verkauf der Einzelteile einem Verwerter. Der bisherige Unternehmer, Gesellschafter oder Geschäftsführer spielt in diesem Verfahrensstadium keine Rolle mehr. Der Insolvenzverwalter wickelt das Unternehmen nach seinen Vorstellungen vollständig ab.

Ermittlung der Quoten

Das Hauptverfahren dient außerdem der Feststellung, welcher Gläubiger von der GmbH wie viel Geld bekommt. Das Ergebnis der so genannten Forderungsfeststellung hält das Gericht in einer Insolvenztabelle fest. Die Eintragung einer Forderung in die Insolvenztabelle ist rechtsverbindlich so wie ein Urteil. Dem bisherigen Unternehmer kann es völlig egal sein, wie hoch die Schulden sind. Denn er ist enteignet.

Anfechtung und Haftung

Schließlich prüft der Insolvenzverwalter etwaige Haftungsansprüche gegen die Gesellschafter und Geschäftsführer. Gesellschafter haften maximal auf das gezeichnete Stammkapital. Kann er die Einzahlung nicht nachweisen, muss er nachzahlen. Der Geschäftsführer wiederum muss beweisen, dass er die Insolvenz fristgemäß beantragt hat. Andernfalls haftet er gem. § 64 Abs. 2 GmbHG für alle Geldabflüsse seit der Insolvenzreife.

Insolvenzverwalter prüft Haftung bei GmbH Insolvenz
icon Gläubigerversammlung und Prüftermin

5. Schritt: Gläubigerversammlung und Prüftermin

Etwa zwei bis vier Monate nach der Eröffnung des Hauptverfahrens bestimmt das Gericht einen Termin für die Gläubigerversammlung und den Prüfungstermin für die Verbindlichkeiten. Der Prüfungstermin dient dazu, die Schulden der GmbH rechtsverbindlich festzustellen, was wiederum die Voraussetzung für die Bestimmung der späteren Quote für die Befriedigung der Gläubiger ist. Das Ergebnis der Forderungesprüfung hält das Gericht in der So genannten Insolvenztabelle fest.

Schicksal der GmbH

Die Gläubigerversammlung ist das Parlament aller Gläubiger. Weil das Unternehmen mit dem Eintritt in das Hauptverfahren nicht mehr dem Unternehmer gehört, sondern den Gläubigern, können diese bestimmen, was mit dem Unternehmen geschehen soll. Darüber stimmen die Gläubiger in der Gläubigerversammlung ab. Soweit zur Theorie. In der Praxis geschieht gar nichts. Kein einziger Gläubiger erscheint. Weil das Fernbleiben als Zustimmung zum Votum des Insolvenzverwalters gilt, kann er machen, was er will.

Desinteresse ausnutzen

Leider sind die Gläubiger sich ihrer Macht nicht bewusst. Erscheint beispielsweise bei einer Millionen-Pleite ein einziger Gläubiger mit einer 100 € Forderung, entscheidet er über alles und jeden: Abwahl des Insolvenzverwalters, Fortführung oder Einstellung des Geschäftsbetriebes, Art und Weise der Verwertung, usw. Diese „Trägheit“ der Masse nutze ich zugunsten meiner Mandanten aus, indem ich äußerst günstige Insolvenzpläne beispielsweise mit 2 % Quote durchsetze.

icon Haftungsansprüche und Anfechtung bei GmbH

6. Schritt: Haftungsansprüche und Anfechtung

Danach durchsucht der Insolvenzverwalter die Kontoauszüge und Geschäftspapiere. Er  ermittelt, wo er noch Geld einsammeln kann. Das heißt: er prüft die Anfechtung und die Haftungsansprüche. Neben der Anfechtung prüft der Insolvenzverwalter, ob er die Geschäftsführung und die Gesellschafter in Regress nehmen kann. Der Geschäftsführer muss beispielsweise nahezu alle Geldabflüsse aus der GmbH ab Eintritt der Insolvenzreife erstatten. Zusätzlich haftet er für Managementfehler und Geldentnahmen wie Gehälter vor der Insolvenz. Darlehen der GmbH an Geschäftsführer und Gesellschafter sind zurückzuerstatten, usw. Das ist ein unangenehmes Thema. Der Geschäftsführer kann sich der persönlichen Haftung nur mittels „Armut“ entziehen.

Anfechtung kann unangenehm sein

Die Anfechtung ist eine merkwürdige Rechtsausprägung. Dabei geht das Recht von der Gleichbehandlung aller Gläubiger aus. Kein Gläubiger darf sich einen Sondervorteil verschaffen. Wer beispielsweise als nahestehende Person weiß oder aufgrund schleppender Zahlung und Mahnungen darauf schließen kann, dass die GmbH in Zahlungsschwierigkeiten steckt, darf von der GmbH kein Geld mehr annehmen. Nimmt der Gläubiger das Geld dennoch an, muss er es später im Insolvenzfall erstatten. Die Anfechtung macht rücksichtsloses Geldeintreiben sinnlos. Das trägt zum Rechtsfrieden bei und ist ein Vorteil. Den Nachteil erfahren Geschäftspartner, wenn sie mühselig eingetriebene Gelder erstatten müssen.

icon Beendigung der GmbH-Insolvenz

7. Schritt: Beendigung der GmbH-Insolvenz

Hat der Insolvenzverwalter alle Anfechtungs- und Haftungsfragen geklärt, führt er noch den einen oder anderen Prozess. Danach lässt er die Akte oft über Jahre liegen. Die Geschäftspapiere lagert er bei einem Dienstleister ein oder er zwingt den ehemaligen Geschäftsführer zur Abholung. Schließlich erledigt der Insolvenzverwalter die steuerlichen Angelegenheiten. Das war´s. Die GmbH ist abgewickelt. Der Insolvenzverwalter rechnet seine Gebühren ab und bezahlt die Verfahrenskosten. Sollte danach trotzdem noch Geld vorhanden sein, erhalten die Gläubiger eine Quote.

Rechtsanwalt Jörg Franzke erklärt das Schutzschirmverfahren
Rechtsanwalt Jörg Franzke berät Geschäftsführer zur GmbH-Insolvenz:
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Die Meinung der Mandanten:
Erfahrungen & Bewertungen zu Rechtsanwalt Jörg Franzke

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