Mit der Insolvenz in Eigenverwaltung entschulden Sie Ihr Unternehmen, wenn es zahlungsunfähig ist

Insolvenz in Eigenverwaltung ist die „kleine Schwester“ des Schutzschirmverfahrens. Die Insolvenz in Eigenverwaltung dient wie das Schutzschirmverfahren der Unternehmenssanierung und entschuldet zahlungsunfähige Unternehmen. Die Verfahren sind nahezu identisch. Im Gegensatz zum Schutzschirmverfahren darf bei der Insolvenz in Eigenverwaltung die rote Linie der Zahlungsfähigkeit bereits überschritten sein. 

Schutzschirmverfahren holt zahlungsunfähiges Unternehmen auf Erfolgskurs zurück

Die Vorteile 

Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmens-Sanierung. Trotz Insolvenz behält die Geschäftsführung die Kontrolle über das Unternehmen. Die Sanierung läuft im Hintergrund und ist für Kunden und Lieferanten kaum einsehbar. Erfahrungsgemäß will der Unternehmer seinen Betrieb nicht verlieren, sondern erhalten. Dieses Ziel erreicht er nur mit der Insolvenz in Eigenverwaltung.

Unternehmer behält seine Firma

Die Insolvenz in Eigenverwaltung bietet dem in die Zwickmühle geratenen Unternehmer eine faire Chance, das Unternehmen trotz Insolvenz nicht zu verlieren. Die Sanierung in der Eigenverwaltung dauert gerade einmal nach sechs bis zehn Monate. Die Geschäftsbeziehungen überstehen in der Regel eine derart kurze Frist.

Geschäftsführer behält die Kontrolle

Alle Rechte der Geschäftsführung bleiben bestehen. Für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter ist die Eigenverwaltung weitgehend unsichtbar. Bleibt der Geschäftsführer im Amt, verbleiben auch das Know-how und Netzwerk erhalten. Das Know-how wird ergänzt mit dem Wissen des Sanierungsberaters über die Restrukturierung.

Geringer Imageschaden

In der Eigenverwaltung vertritt die Geschäftsleitung das Unternehmen unverändert nach außen, sodass die vertrauten Ansprechpartner für Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter erhalten bleiben. Die Umgebung nimmt den Geschäftsführer also unverändert als Entscheider wahr – und als Sanierungs-Manager in der Eigenverwaltung.

Liquidität statt Schulden

In der Eigenverwaltung verschafft das Unternehmen sich mit den Vorfinanzierungseffekten neue Liquidität, indem beispielsweise die Arbeitnehmer das Insolvenzgeld erhalten. Weitere radikale Einsparungen sind möglich, sodass Sanierungs-Maßnahmen sofort greifen. Alte Schulden werden neutralisiert und behindern das Unternehmen nicht länger.

Geschäftsführer erhält weiterhin Gehalt

Der Geschäftsführer erhält während der Insolvenz in Eigenverwaltung ein übliches Gehalt. Die Vergütung entspricht in der Regel der bisherigen Höhe. War es besonders hoch, ist eine Kürzung als „Sanierungsbeitrag“ erwünscht.

Löung auch bei Bürgschaft und persönlicher Haftung

Bürgschaften und persönliche Haftung des Unternehmers für das Unternehmen usw. können bei Insolvenz in Eigenverwaltung mit verhandelt werden. Das Risiko einer Privatinsolvenz des Geschäftsführers aufgrund der Unternehmensinsolvenz ist erheblich reduziert.

FAQ Insolvenz in Eigenverwaltung

Haben Sie noch Fragen zur Insolvenz in Eigenverwaltung? Hier sind unsere FAQ und weitere hilfreiche Ressourcen.

Welche Voraussetzung hat die Insolvenz in Eigenverwaltung?

Nach dem Gesetz hat die Insolvenz in Eigenverwaltung lediglich die Voraussetzung, dass die Eigenverwaltung durch Sie als Geschäftsführer nicht zu Nachteilen bei den Gläubigern führt.

Eine Benachteiligung der Gläubiger ist ausgeschlossen, wenn man die Insolvenz in Eigenverwaltung professionell durchführt. Dazu braucht der Geschäftsführer einen Spezialisten, der ihm während des gesamten Sanierungsverfahrens zur Seite steht. Das Hinzuziehen eines Spezialisten ist also die zweite Voraussetzung für die Insolvenz in Eigenverwaltung. 

Weitere Voraussetzung für die Eröffnung der Insolvenz in Eigenverwaltung ist ein perfekter Antrag an das Gericht. Der Antrag muss glaubhaft machen, dass zugunsten des Unternehmens eine positive Fortführungsprognose besteht. Dazu braucht man eine Art Businessplan für die Insolvenz in Eigenverwaltung.

Wozu einen Sanierungsberater für die Insolvenz in Eigenverwaltung?

Sie als Geschäftsführer brauchen einen Sanierungsberater, weil für den Sanierungsprozess zahlreiche Spezialgesetze gelten, die nur erfahrene Profis beherrschen. 

Der Sanierungsberater ist vergleichbar mit einem Schiffslotsen durch gefährliches Gewässer. Er führt Ihr Unternehmen durch die Insolvenz in Eigenverwaltung. Sie erledigen Ihr Tagesgeschäft. Der Sanierungsberater erledigt alles, was für die erfolgreiche Insolvenz in Eigenverwaltung erforderlich ist 

Der Sanierungsberater ist ein Rechtsanwalt für Insolvenzrecht mit betriebswirtschaftlichem Fachwissen. Der Sanierungsberater übernimmt die Insolvenzgeldvorfinanzierung, das Reporting an den Sachwalter und schreibt die Berichte und den Insolvenzplan. 

Wie viel kostet die Insolvenz in Eigenverwaltung?

Die Kosten der Insolvenz in Eigenverwaltung bezahlen genau genommen die Gläubiger. Die Höhe richtet sich nach der Unternehmensgröße. Es fallen typischerweise folgende Kosten an: 

  • Beratungskosten für die Unternehmensplanung und das Antragsverfahren
  • Insolvenzgeldvorfinanzierung
  • Inventur und sonstige Gutachten
  • Kosten des Sanierungsberaters für laufende Beratung
  • Gerichtsgebühren
  • Gebühren des Sachwalters

Wie viel die Eigenverwaltung kostet, kann Ihnen als betroffener Unternehmer egal sein. Sind die Kosten für die Insolenz in Eigenverwaltung höher, erhalten die Gläubiger eine niedrigere Quote. Und umgekehrt.

Der Wert des Unternehmens, welches Sie nach erfolgreicher Sanierung zurück erhalten, bleibt hingegen stets gleich. Es ist schuldenfrei und mit einer Liquiditätsreserve zum Weitermachen ausgestattet. 

Wie muss der Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung aufgebaut sein ?

Die Anordnung der Insolvenz in Eigenverwaltung erhält man nicht automatisch. Sondern Sie müssen das Gericht überzeugen. Begründen Sie den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung ausführlich und fügen Sie eine Sanierungsplanung anbei. 

Die Sanierungsplanung ist vergleichbar mit einem Businessplan. Am Ende der Insolvenz in Eigenverwaltung steht der Insolvenzplan. Zeigen Sie schon in der Sanierungsplanung, dass die Gleichung aufgeht und das Unternehmen mit Hilfe des Insolvenzplans zu retten ist. 

Erklären Sie dem Richter, wie Sie die Gläubigerschaft befriedigen wollen. Das offizielle Ziel der Insolvenz in Eigenverwaltung ist es, die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen. 

Das inoffizielle und eigentliche Ziel besteht hingegen darin, dass Sie Ihr Unternehmen entschulden und behalten. Das behalten wir aber für uns.

Darf das Gericht die Insolvenz in Eigenverwaltung ablehnen?

Ja, darf. Und es gibt noch nicht einmal ein Rechtsmittel gegen eine Ablehnung. 

Weil es kein Rechtsmittel gegen die Versagung der Eigenverwaltung gibt, rate ich Ihnen den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gut zu begründen. Sie haben nur einen Schuss im Lauf.

Muss das Gericht einen vorgeschlagenen Sachwalter einsetzen?

Nein, muss es nicht. Das Unternehmen besitzt lediglich ein Vorschlagsrecht. Zwar bestellen viele Gerichte den vorgeschlagenen Sachwalter. Aber ein Rechtsanspruch auf die Wunschperson besteht nicht. 

Wer der Sachwalter wird, ist aber unwichtig. Ein Sachwalter beaufsichtigt das Verfahren lediglich. In das operative Geschäft und in das Sanierungsgeschäft soll er sich nicht einmischen. Andernfalls würde sich das Sprichwort bewahrheiten: „Viele Köche verderben den Brei.“ 

Ein erfahrener Sanierungsberater versteht es, den Sachwalter auf Distanz zum Unternehmen zu halten. Der Sanierungsberater berichtet dem Sachwalter und versorgt ihn mit allen Zahlen und Informationen, die der Sachwalter für die Aufsicht braucht. Derart gut versorgt, lässt der Sachwalter den Geschäftsführer weitgehend in Ruhe.

Ist die Insolvenz in Eigenverwaltung auch für Einzelunternehmer zulässig?

Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist auch für Freiberufler und Gewerbetreibende zulässig. 

Der Gesetzgeber macht keinen Unterschied zwischen einer GmbH und einem Einzelunternehmen. Das Verfahren die Insolvenz in Eigenverwaltung ist bei allen Rechtsformen gleich. 

Ab welcher Betriebsgröße eignet sich eine Eigeninsolvenz?

Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist aber erst ab einer gewissen Unternehmensgröße sinnvoll. Ein paar Mitarbeiter zum Vorfinanzieren des Insolvenzgeldes sollten schon vorhanden sein. 

Die Eigenverwaltung kostet Geld. Ist das Unternehmen so klein, dass es diese Kosten nicht erwirtschaftet, lässt man die Eigenverwaltung besser sein. 

Für derartige Fälle gibt es bessere Sanierungsverfahren, um wieder schuldenfrei zu sein. 

Unterschied zwischen der Insolvenz in Eigenverwaltung und der Regelinsolvenz?

Auch die Insolvenz in Eigenverwaltung ist ein Insolvenzverfahren. Der Unterschied besteht in der Eigenverwaltung. Eigenverwaltung bedeutet, dass der Geschäftsführer das Unternehmen auch während der Sanierung eigenverantwortlich führt. 

Die Macht über das Unternehmen wird also nicht einem Insolvenzverwalter übertragen. Sondern die Macht bleibt bei dem Geschäftsführer.

Dieser kleine Unterschied reicht aus, um verschiedene Ergebnisse zu herbeizuführen: In der Regelinsolvenz wird der Insolvenzverwalter das Unternehmen gerne abwickeln oder verkaufen. Das ist einfacher und besser bezahlt. In der Insolvenz in Eigenverwaltung hingegen will der Geschäftsführer das Unternehmen erhalten. 

Kann das Gericht die Eigenverwaltung wieder entziehen?

Bei der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung berechtigt, das Unternehmen eigenständig fortzuführen. Sie darf die Insolvenzmasse verwalten. 

Damit sie nichts falsch macht, beaufsichtigt sie ein vom Gericht bestellter Sachwalter. Stellt dieser fest, dass das Unternehmen die Interessen einzelner oder aller Gläubiger verletzt oder verletzen könnte, muss er dies bei Gericht und bei den Gläubigern anzeigen. 

Die Gläubiger können dann für sich entscheiden, ob sie einen Antrag auf Aufhebung der Eigenverwaltung bei Gericht stellen oder nicht. Zumindest in der Phase der vorläufigen Eigenverwaltung würde der Aufhebungsantrag eines Gläubigers mit einer großen Forderung schnell zur Aufhebung der Eigenverwaltung führen.

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