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Regelinsolvenz entschuldet Selbständige und Freiberufler

Die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit kann sehr viel Spaß bereiten. Der erfolgreiche Unternehmer geniest die Freiheit und Unabhängigkeit und verwirklicht eigene Ideen. Die Kehrseite ist das Risiko. Misslingt die Selbständigkeit, verhilft Ihnen die Regelinsolvenz zu einem Neustart und “pulverisiert” alle Schulden.

In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen zunächst die verschiedenen Varianten der Regelinsolvenz, die Ihnen zu Ihrer Entschuldung zur Verfügung stehen (1). Danach gebe ich Ihnen wichtige Tipps zur Regelinsolvenz, insbesondere was Sie tun und lassen dürfen und wie Sie die Regelinsolvenz vorbereiten (2). Im dritten Teil des Beitrages erfahren Sie den Ablauf der Regelinsolvenz – von der Vorbereitung bis zur Restschuldbefreiung – Schritt für Schritt (3).

Die Varianten der Regelinsolvenz

Regelinsolvenz bedeutet heutzutage nicht mehr, einfach nur den Insolvenzantrag zu stellen um dann dabei zuzusehen, wie der Insolvenzverwalter das Unternehmen “zerkloppt”. Sondern Sie können die verschiedenen Varianten der Regelinsolvenz sich zunutze machen, um Ihre Ziele bestmöglich zu verfolgen.

Selbständigkeit erhalten Selbständigkeit erhalten
Wählen Sie eine der folgenden Varianten, falls Sie Ihren Geschäftsbetrieb erhalten und selbständig bleiben wollen:

Sanieren Sie Ihren Betrieb mit dem Schutzschirm und in Eigenverwaltung

Wählen Sie ein Schutzschirmverfahren, falls Sie Ihr Unternehmen behalten wollen. Während des Sanierungszeitraums sind Sie Ihr eigener „Insolvenzverwalter“ und sanieren das Unternehmen in Eigenverwaltung selbst und mit einem Sanierungsberater an Ihrer Seite. Zur Finanzierung des Schutzschirmverfahrens erhalten die Mitarbeiter das dreimonatige Insolvenzgeld. Am Schluss des Schutzschirms steht ein Insolvenzplan. Die Auszahlung an die Gläubiger besteht aus dem Sanierungs-Überschuß sowie einer Einlage, falls möglich.
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Gründen Sie eine Auffanggesellschaft vor der Regelinsolvenz

Bei dem Sanierungsverfahren: „Auffanggesellschaft“ überträgt der Unternehmer den Geschäftsbetrieb vor der Insolvenz auf eine neue Gesellschaft (=Auffanggesellschaft). Diese führt den Geschäftsbetrieb fort. Danach lässt der Unternehmer gegen sich vollstrecken. Ca. drei Monate später beantragt er eine Regelinsolvenz um sich sich zu entschulden. Das Insolvenzverfahren kann der Unternehmer per Insolvenzplan auf ca. sechs Monate verkürzen.
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Kaufen Sie Ihren Betrieb zurück als übertragende Sanierung

Die übertragene Sanierung ist die Liebling aller Insolvenzverwalter und funktioniert wie folgt: Der Insolvenzverwalter verkauft das vollständige Unternehmen an einen Investor. Der Investor kann eine nahestehende Person des Unternehmers sein. Der Vorteil der übertragenden Sanierung besteht in der Geschwindigkeit. Dennoch überwiegen die Nachteile. Das neue Unternehmen muss alle Verträge mit Dritten wie Mietvertrag neu abschließen. Oft fehlt der Unternehmerfamilie das Geld, das alte Unternehmen abzukaufen.
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Als Einzelkämpfer streben Sie die Freigabe Ihres Betriebes aus der Insolvenzmasse an

Falls Sie Einzelkämpfer sind, lassen Sie Ihren Betrieb aus der Insolvenzmasse freigeben. Freigabe der Geschäftsbetriebes aus der Insolvenzmasse bedeutet, dass der Unternehmer zunächst eine reguläre Insolvenz beantragt. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens erklärt der Insolvenzverwalter die Freigabe. Von da an muss der Unternehmer nicht mehr seine Geschäfts-Einkünfte an den Insolvenzverwalter abgeben, sondern nur noch eine feste monatliche Rate. Kombinieren Sie die Freigabe mit dem Insolvenzplan: Obwohl Sie während der Insolvenz bestens verdienen, dauert das Insolvenzverfahren 6 Monate und Sie sind danach schuldenfrei.

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Selbständigkeit aufgeben Selbständigkeit aufgeben
Wählen Sie eine der folgenden Varianten aus, falls Sie die Selbständigkeit aufgeben und sich mit der Regelinsolvenz “nur” entschulden wollen:

Wollen Sie schließen, beantragen Sie Regelinsolvenz mit laufendem Geschäftsbetrieb

Wollen Sie Ihren Geschäftsbetrieb aufgeben, stellen Sie beim Amtsgericht einfach einen Antrag auf Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens. Danach warten Sie ab, was passiert. Darauf hin wird Sie ein Insolvenzverwalter aufsuchen und alles übernehmen. Läuft das Geschäft noch, wird der Insolvenzverwalter Sie dazu zu bringen, dass Sie den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten und fortführen. Hierzu müssen Sie wissen, dass Sie für die Fortführung kein Geld erhalten und ausschließlich der Insolvenzverwalter profitiert.
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Oder, Sie schließen das Geschäft und beantragen danach die Regelinsolvenz

Vermeiden Sie vorprogrammierten Ärger mit dem Insolvenzverwalter und schließen Sie Ihren Geschäftsbetrieb selbst. Das dürfen Sie, als Einzelunternehmer bzw. Freiberufler besteht keine Insolvenzantragspflicht. Den Insolvenzantrag stellen Sie später, nach ca. drei Monaten. So wird aus der Unternehmens-Insolvenz gewissermaßen eine Privatinsolvenz und Ihre Entschuldung verläuft einfacher und leichter. Schließen Sie den Geschäftsbetrieb ungefähr folgendermaßen
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EU-Insolvenz anstelle Regelinsolvenz in ganz bestimmten Fällen

EU-Insolvenz bedeutet, dass der Unternehmer zunächst seinen Geschäftsbetrieb in Deutschland schließt. Danach verlegt er den Lebensmittelpunkt nach England oder Irland, um dort eine Verbraucherinsolvenz nach englischen Recht zu durchlaufen. Das englische Insolvenzverfahren ist einfacher und besonders wichtig: man lässt die Vergangenheit ruhen. Die EU-Insolvenz eignet sich für alle ehemaligen Geschäftsleute, “mit Leiche im Keller”.
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Zehn Tipps für die Regelinsolvenz

Wenn Sie Unternehmer sind und eine Insolvenz unabwendbar ist, sollten Sie vorbereitet sein. Lesen Sie meine Insolvenz-Tipps und Sie werden die gröbsten Fehler vermeiden.

Wählen sie den richtigen Zeitpunkt für die Regelinsolvenz

Wann Sie einen Insolvenzantrag stellen, hängt von dem Unternehmen ab, das Sie betreiben. Als Einzelunternehmer oder Freiberufler besteht keine Antragspflicht. An Stelle eines schnellen Insolvenzantrages können Sie den Geschäftsbetrieb zunächst auch nur einstellen und abmelden. Danach wickeln Sie den Geschäftsbetrieb in aller Ruhe ab. So vorzugehen, ist für Einzelunternehmer und Freiberufler in der Regel äußerst vorteilhaft. Will z. B. eine andere Person einen gleichartigen Gewerbebetrieb mit Ihnen als angestellten Geschäftsführer gründen und ist die Gründung noch nicht abgeschlossen, wird ein neugieriger Insolvenzverwalter hinderlich sein.

Es ist auf jeden Fall besser, wenn Sie das Geschäft zunächst nur abmelden. Dann warten Sie ein paar Monate ab und lassen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen sich gelassen ergehen. Nach der Wartezeit stellen Sie möglichst einen Antrag auf Verbraucherinsolvenz.

Den Antrag können Sie dann in aller Ruhe vorbereiten. Ist der Geschäftsbetrieb abgewickelt, wird Ihr Insolvenzantrag und später das Insolvenzverfahren ein Vielfaches leichter und risikoärmer sein. Es macht einen großen Unterschied, ob Sie den Antrag mit laufenden Geschäftsbetrieb stellen oder später. Ein Antrag mit laufendem Geschäftsbetrieb dient in erster Linie der bestmöglichen Befriedigung der Gläubiger. Stellen Sie den Antrag erst später, nachdem Sie den Betrieb selbst abgewickelt haben, dient das Verfahren überwiegend zu Ihrer Entschuldung.

Als GmbH-Geschäftsführer müssen Sie einen Insolvenzantrag stellen, sobald die GmbH zahlungsunfähig oder überschuldet ist. Den Insolvenzantrag können Sie bis zu drei Wochen verzögern, wenn Sie in dieser Zeit nachweislich versuchen, das Unternehmen zu sanieren.

Zahlungsunfähig bedeutet, dass das Unternehmen seine Zahlungspflichten nicht erfüllen kann. Als grobe Faustregel gilt: die fälligen Verbindlichkeiten übersteigen die vorhandenen liquiden Mittel um 10%. Überschuldet ist eine GmbH, wenn das Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr gedeckt.

Der Gesetzgeber mutet dem Geschäftsführer zu, dass er in kritischen Zeiten nahezu täglich eine Überschuldungsbilanz anfertigt und sofort Insolvenz anmeldet, sobald Überschuldung eingetreten ist.

Als Einzelunternehmer oder Freiberufler schließen Sie möglichst zuerst den Geschäftsbetrieb und beantragen die Privatinsolvenz erst danach.

Erhalten Sie Ihre Selbständigkeit auch bei Regelinsolvenz

Wenn Sie trotz Insolvenzverfahren selbständig bleiben wollen, stehen Ihnen drei Möglichkeiten offen:

  • Entweder, Sie gehen mit laufendem Geschäftsbetrieb in die Insolvenz und versuchen anschließend beim Insolvenzverwalter die Freigabe des Gewerbetriebs aus der Insolvenzmasse gegen Zahlung eines Geldbetrages durchzusetzen.
  • Oder, es wird möglichst weit vor der Insolvenz eine Auffanggesellschaft gegründet, in der Sie später beschäftigt sind. Dann stellen Sie den alten Geschäftsbetrieb ein. Erst nachdem sich das neue Unternehmen eingespielt hat, beantragen Sie als Arbeitnehmer eine Privatinsolvenz.
  • Oder, es wird möglichst weit vor der Insolvenz eine Auffanggesellschaft gegründet, in der Sie später beschäftigt sind. Dann stellen Sie den alten Geschäftsbetrieb ein. Erst nachdem sich das neue Unternehmen eingespielt hat, beantragen Sie als Arbeitnehmer eine Privatinsolvenz.
  • Oder: Sie nehmen sich einen Sanierungsberater und planen mit Ihm sorgfältig eine Insolvenz in Eigenverwaltung mit anschließendem Insolvenzplan (=kleines Schutzschirmverfahren). Später in der Regelinsolvenz führen das Geschäft in Eigenverwaltung fort. Die Entschuldung erfolgt über den Insolvenzplan binnen Jahresfrist.

Welcher Weg für Sie der bessere ist, hängt von der Struktur und der Größe Ihres Unternehmens ab, insbesondere von der Größe, der Anzahl der Arbeitnehmer und der Betriebsmittel, die sich im Unternehmen befinden.

Alle drei Wege haben Vor- und Nachteile und bergen spezielle Risiken. Bei einer normalen Insolvenz mit laufendem Geschäftsbetrieb darf der Insolvenzverwalter Sie bis zu einer Freigabe des Geschäftsbetriebes aus der Insolvenzmasse gewaltig ärgern. So mancher betroffene Unternehmer gibt in diesem Fall entnervt auf. Andererseits handelt es sich hierbei um die „billigste“ und einfachste Methode.

Die Gründung einer Auffanggesellschaft und Betreiben eines „ähnlichen“ Geschäftes wie bisher birgt das Risiko, dass man Ihnen einen illegalen Gestaltungsmissbrauch vorwerfen kann und der Insolvenzverwalter die neue Firma angreift. Andererseits kann die Auffanggesellschaft helfen, das Geschäft nahezu störungsfrei und ohne Rede und Antwort zu stehen, „fortzusetzen“.

Der kleine Schutzschirm, das heißt Insolvenz in Eigenverwaltung und Entschuldung binnen Jahresfrist mit einem Insolvenzplan ist meines Erachtens die beste Methode. Allerdings eignet sich ein solches Verfahren erst ab einer bestimmten Umsatzgröße.

Stellen Sie nicht einfach einen Insolvenzantrag, wenn Sie als Unternehmer pleite sind. Seit Einführung des neuen ESUG-Schutzschirmverfahrens stehen Ihnen mehrere Wege offen, um sich schnell binnen Jahresfrist zu entschulden.

Schlüpfen Sie unter den Schutzschirm, bevor es brenzlig wird.

Wenn der Betrieb zu groß ist oder aufgrund seiner Struktur ein „Umsatteln auf eine Auffanggesellschaft“ nicht möglich ist, steht Ihnen seit März 2012 das so genannte Schutzschirmverfahren zur Verfügung.

Mit dem Schutzschirmverfahren erhält der Betrieb erst einmal Gläubigerschutz vor Zwangsvollstreckung jeder Art. Auch die Löhne müssen unter dem Schutzschirm nicht gezahlt werden.

Der Gläubigerschutz wird für längstens drei Monate gewährt. In dieser Zeit erarbeitet die Geschäftsführung zusammen mit einem Sanierungsberater einen Sanierungs- und Insolvenzplan.

Der Insolvenzplan wird wiederum ca. drei Monate später den Gläubigern zur Abstimmung vorgelegt. Kommt er zustande, erfüllt das Unternehmen die in dem Insolvenzplan genannten Bedingungen und ist von allen Verbindlichkeiten befreit.

Das neue Verfahren ist insbesondere geeignet für alle Betriebe, die eigentlich gesund und rentabel laufen, aber an Altlasten oder einmaligen Belastungen kranken. Mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens werden diese Altlasten vom Unternehmen isoliert und im Insolvenzplan mit einer geringen Quote abgefunden.

Das Schutzschirmverfahren ist aber auch immer dann die richtige Wahl, wenn der Kostenabbau im Unternehmen mit herkömmlichen Mitteln nicht schnell genug geht. Stellen Sie nicht einfach einen Insolvenzantrag, wenn Sie als Unternehmer pleite sind. Seit Einführung des neuen ESUG-Schutzschirmverfahrens stehen Ihnen mehrere Wege offen, um sich schnell binnen Jahresfrist zu entschulden.

Läuft Ihr Betrieb eigentlich rentabel, zwingen ihn aber unglückliche Umstände in die Knie, schlüpfen Sie unter den Schutzschirm. Unter dem Schutzschirm erfolgt eine gründliche Betriebssanierung und anschließend die Entschuldung per Insolvenzplan.

Entschulden Sie selbst samt Ihrer Firma in einem Jahr oder schneller

Schuldenfrei für Unternehmer in 1 Jahr – wie soll das gehen? Indem Sie ein Insolvenzplanverfahren durchlaufen und sich über den Insolvenzplan entschulden.

Der Insolvenzplan ist vereinfacht ausgedrückt ein Teilzahlungsvergleich mit den Gläubigern unter gerichtlicher Aufsicht. Das heißt, anstelle 100% der Schulden erhalten die Gläubiger lediglich 5% oder 10%. Die Möglichkeit, sich über einen Insolvenzplan zu entschulden, war bisher nur größeren Unternehmen vorbehalten, setzt sich zunehmend seit Inkraftreten des ESUG aber auch bei kleineren Unternehmen und Freiberuflern durch.

Ein Insolvenzplan lohnt sich. Bei geschickter Herangehensweise gelingt die Entschuldung binnen Jahresfrist oder schneller: Drei Monate Insolvenzeröffnungsverfahren, drei Monate bis zur Feststellung der Gläubigerforderungen im Prüftermin und weitere drei Monate bis zur Abstimmung über den Insolvenzplan.

Sofort nach Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubiger ist das Insolvenzverfahren zu Ende und der betroffene Unternehmer ist schuldenfrei.

Damit ein Insolvenzplan gelingt, hat der Gesetzgeber einige Erleichterungen eingebaut, die das erfolgreiche Zustandekommen des Insolvenzplans unterstützen. Beispielsweise entscheidet immer nur die einfache Mehrheit der vom Schuldner eingeteilten Gläubigergruppen und wer als Gläubiger nicht zum Gerichtstermin über die Abstimmung über den Insolvenzplan erscheint, hat automatisch zugestimmt.

Für einen erfolgreichen Insolvenzplan ist es äußerst vorteilhaft, wenn man den Gläubigern von außen einen Geldbetrag bieten kann. Beispielsweise die Ehefrau des Zahnarztes stellt einen Betrag von 5.000 EUR bis 10.000 EUR in Aussicht, falls die Gläubiger den Insolvenzplan annehmen.

Gute Sache, der Insolvenzplan. Ich bin davon überzeugt, dass die Entschuldung per Insolvenzplan innerhalb kürzester Zeit der beliebteste Weg sein wird. Ein Insolvenzplan lässt sich sehr gut mit der Eigenverwaltung kombinieren. Eigenverwaltung bedeutet, der Geschäftsführer / Unternehmer führt seinen Betrieb in der Insolvenz eigenverantwortlich fort und ist nicht entmündigt. Anstelle eines Insolvenzverwalters begleitet ihn ein Sanierungsberater und unterstützt die Geschäftsführung bei der Sanierung.

Entschulden Sie Ihr Unternehmen beziehungsweise sich selbst mit einem Insolvenzplan binnen Jahresfrist.

Behalten Sie trotz Insolvenz Ihr Unternehmen unter Kontrolle

Eigenverwaltung bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt “im Amt” und führt den Betrieb wie bisher fort. Anstelle eines Insolvenzverwalters bestellt das Gericht einen Sachwalter. Der Sachwalter beaufsichtigt, ob die Sanierung die Gläubiger schädigt. So lange kein Schaden eintritt, lässt er die Geschäftsführung ungestört agieren.

Im Hintergrund der Eigenverwaltung läuft die Sanierung. Sanierungsmaßnahmen wären z.B. die Kündigung unwirtschaftlicher Verträge. Zur Unterstützung der Sanierung ist das Unternehmen für drei Monate von den Lohnkosten befreit. Die Eigenverwaltung mündet in einem Insolvenzplan, welcher die Altschulden per Quote bereinigt. Danach ist das Unternehmen schuldenfrei.

Will der Unternehmer seinen Betrieb erhalten, schafft die Eigenverwaltung die besten Voraussetzungen dazu: Ein reguläres Insolvenzverfahren ist schon von seiner Struktur her auf Zerschlagung programmiert. Deshalb die Eigenverwaltung. Die Eigenverwaltung bezweckt die Fortführung des Unternehmens.

Die Sanierung in der Eigenverwaltung ist nach ca. neun bis zwölf Monaten abgeschlossen. Die meisten Geschäftsbeziehungen überstehen diese kurze Frist und bleiben erhalten. Weil die alte Geschäftsführung das Unternehmen fortführt, ist die Sanierung in Eigenverwaltung für Kunden und Lieferanten weitgehend unsichtbar.

Mit der alten Geschäftsführung verbleiben Know-how und Netzwerk im Unternehmen. Das Know-how wird ergänzt mit dem Wissen des Sanierungsberaters über Sanierung und Restrukturierung. In der Eigenverwaltung vertritt die Geschäftsleitung das Unternehmen unverändert nach außen, sodass die vertrauten Ansprechpartner für Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter erhalten bleiben. In der Eigenverwaltung verschafft das Unternehmen sich mit den Vorfinanzierungseffekten neue Liquidität, indem beispielsweise die Arbeitnehmer das Insolvenzgeld erhalten.

Die Eigenverwaltung auch für den persönlich haftenden Geschäftsführer vorteilhaft. Es bestehen gute Aussichten, ihn bei Eigenverwaltung aus der Haftung zu befreien. Den Gläubigern ist klar, dass die Sanierung nur mit einer intakten Geschäftsführung sinnvoll ist.

Versuchen Sie auf jeden Fall die Insolvenz in Eigenverwaltung zu erhalten, wenn Ihr Betrieb überleben soll.

Leiten Sie vor der Insolvenz kein Geld auf Familienmitglieder um

Man kann es drehen und wenden wie man will: Jede Insolvenz in Deutschland, egal ob Schutzschirm oder Eigenverwaltung oder Privatinsolvenz mit Auffanggesellschaft wird zur Folge haben, dass der Insolvenzverwalter sich für die Vergangenheit des Unternehmens interessiert.

Der Insolvenzverwalter will wissen, ob vor der Insolvenz und im Wissen der bevorstehenden Unternehmenspleite noch unberechtigte Zahlungen aus dem Unternehmen abgeflossen sind. Diese wird er zurückholen, durch Anfechtung dieser Rechtsgeschäfte.

Dies kann mitunter ganz schön nervig sein, vor allem wenn es sich bei den Zahlungsempfängern um Familienmitglieder handelt, die dem Unternehmer „einen Gefallen“ getan haben.

Die Anfechtung von derartigen Rechtsgeschäften gegenüber Familienmitgliedern ist für den Insolvenzverwalter aus gesetzlichen Gründen besonders einfach. Deshalb mein Rat: Lassen Sie es bleiben. Als GmbH-Geschäftsführer haben Sie es besonders schwer, jede Art von Geldabfluss von der GmbH an Familienmitglieder würde Ihnen als Unterschlagung angelastet werden, mit ärgerlichen Konsequenzen.

Sind Sie hingegen Einzelunternehmer oder Freiberufler können Sie Ihren Betrieb durchaus stilllegen und die Betriebseinrichtung verkaufen. Allein der Verkauf der Betriebseinrichtung ist bei einem Einzelunternehmer nicht verboten.

Es spielt aus gesetzlicher Sicht keine Rolle, ob Sie Betriebseinrichtung noch besitzen oder mit dem Geld aus dem Verkauf in der Tasche herumlaufen. Strafbar würde es für Sie erst werden, wenn Sie den Offenbarungseid beim Gerichtsvollzieher ablegen und das Geldbündel in der Tasche verschweigen. Bis dahin dürfen Sie das Geld maßvoll für den Lebensunterhalt ausgeben.

Überweisen Sie vor der Insolvenz keinesfalls noch Geld an Freunde oder Familie und verkaufen Sie keinesfalls die Betriebseinrichtung an die Auffanggesellschaft.

Verstecken Sie nur das, was Ihnen später nicht auf die Füße fällt

Oft werde ich gefragt, was man vor der Insolvenz an Vermögenswerten noch verstecken darf. Auf solch eine direkte Frage kann ich nur antworten: „Gar nichts“, alles ist verboten.

Es gibt Mandanten, die verstecken alles, was nicht in den Geschäftsbüchern steht. Dies mag der eine oder andere so machen und für Einzelunternehmer oder Freiberufler gilt wie oben beschrieben, dass die Betriebseinrichtung verkauft und der Verkaufserlös maßvoll für den Lebensunterhalt aufgebraucht werden darf.

Für GmbH-Geschäftsführer gelten hingegen weitaus strengere Regeln. Die Geschäftsführung darf sich vor der Insolvenz noch nicht einmal mehr rückständigen Arbeitslohn erstatten, geschweige denn ein Darlehn an sich selbst oder an Familienmitglieder zurück erstatten.

Gleiches gilt für Sozialversicherungsbeiträge. Es macht keinen Sinn, diese noch schnell zu erstatten. Die Überweisung wird der Insolvenzverwalter ohnehin anfechten. Lediglich über das so genannte Bargeschäft kann der GmbH-Geschäftsführer noch ungestraft über das GmbH-Vermögen vor der Insolvenz verfügen.

Wird ein Rechtsgeschäft als Bargeschäft durchgeführt, ist es selbst unmittelbar vor der Insolvenz für den Insolvenzverwalter tabu. Ein Bargeschäft liegt vor, wenn Leistung und Gegenleistung in unmittelbarem Zusammenhang stehen oder im Klartext: Wenn der Unternehmer die erbrachte Leistung des Auftragnehmers sofort nach Leistungserbringung wie bei einen Tagelöhner mit Bargeld bezahlt.

Also kann der unmittelbar vor der Insolvenz stehende Unternehmer per Bargeschäft durchaus noch Zahlungen an befreundete Unternehmer erbringen, ohne dass diese mit einer Anfechtung rechnen müssen.

Nur über das Bargeschäft kann der GmbH-Geschäftsführer vor der Insolvenz noch über Gesellschaftsvermögen verfügen.

Durchlaufen Sie die Insolvenz in England, falls es richtig kracht

Bekanntlich kann ein Deutscher sich auch in England entschulden. Man nennt dies EI-Insolvenz oder Verbraucherinsolvenz in England. Das Insolvenzverfahren in England dauert von sich aus maximal ein Jahr.

In den Genuss der englischen Restschuldbefreiung kommt ein betroffener Unternehmer, wenn er seinen Lebensmittelpunkt nach England verlagert. Ca ein halbes Jahr später ist nicht mehr das deutsche Insolvenzgericht zuständig für seine Entschuldung, sondern das englische Insolvenzgericht – natürlich unter Zugrundelegung englischer Gesetze. Diese sind ein vielfaches liberaler und schuldnerfreundlicher, als die Insolvenz in Deutschland.

Mag sein, dass die EU-Insolvenz in England mit Einführung des ESUG im April 2012 und Entschuldung von Kleinunternehmern und ab Juli 2014 von Verbraucherin über den Insolvenzplan etwas an Attraktivität eingebüßt hat. Denn die EU-Insolvenz ist teuer und das Geld kann man auch dazu verwenden, den Gläubigern eine unwiderstehliche Quote in einem einjährigen deutschen Insolvenzplanverfahren anzubieten.

Aber die EU-Insolvenz wird auch in Zukunft seine Berechtigung haben, vor allem in Fällen, wo es richtig und in Millionenhöhe kracht. Ein Insolvenzplan in Deutschland kann auch scheitern insbesondere, wenn man seine Gläubiger vorher „geärgert“ hat.

Konkurrenzlos vorteilhaft für den betroffenen Unternehmer ist die EU-Insolvenz außerdem in all den Fällen, in denen in den letzten 4 Jahren vor dem Insolvenzantrag größere Geldbeträge oder anderes Vermögen an Familienmitglieder übertragen wurde. Denn die EU-Insolvenz in England hebelt die deutschen Anfechtungsgesetze aus. Derartige Rechtsgeschäfte bleiben bei der Insolvenz in England unter dem Teppich.

Es macht übrigens Sinn, bereits vor dem Zusammenbruch des Unternehmens umgezogen zu sein. Nicht mit dem Ziel, eine Zwangsvollstreckung zu vereiteln, sondern aus anderen Gründen.

Beziehen Sie die Möglichkeiten einer EU-Insolvenz mit in Ihre strategischen Überlegungen ein.

Veröffentlichen Sie nach Ablehnung mangels Masse die Liquidations-Bilanz

Wird das Insolvenzverfahren über eine GmbH beantragt, ist eine Ablehnung mangels Masse möglich. In der GmbH müssen zumindest noch so viele Vermögenswerte vorhanden sein, dass davon die Gerichtskosten und die Kosten des Insolvenzverwalters bezahlt werden können.

Eine Abweisung mangels Masse kann durchaus vorteilhaft sein, weil man sich als Geschäftsführer nicht ständig gegenüber einem Insolvenzverwalter rechtfertigen und irgendwelche Unterlagen beibringen muss. Das Verfahren ist bei Abweisung mangels Masse endgültig abgeschlossen. Der Nachteil bei einer Abweisung mangels Masse besteht darin, dass der GmbH-Geschäftsführer zum Liquidator der GmbH mutiert. Das heißt, er muss die Gesellschaft selbst abwickeln.

Wichtigste Pflicht bei der Abwicklung der GmbH ist das Einreichen einer Liquidations-Bilanz beim Bundesanzeiger. Häufig wird diese Pflicht vergessen. Folge wird ein Bußgeld in empfindlicher Höhe sein oder sogar ein Strafverfahren wegen Bankrott.

Deshalb unbedingt die Liquidationsbilanz bei Abweisung mangels Masse beim Bundesanzeiger veröffentlichen. Das Veröffentlichen funktioniert durch „Hochladen“ und die Bilanz erstellt man am besten selbst, indem man die Werte des Insolvenz-Gutachtens einfach übernimmt. Dazu braucht man keinen Steuerberater.

Beantragen Sie das Insolvenzverfahren hingegen als Privatperson, beispielsweise als Freiberufler oder Gewerbebetrieb in Einzelfirma, kann die Ablehnung mangels Masse mit einem „Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten“ verhindert werden. Dann leiht der Staat dem Unternehmer die Verfahrenskosten.

Bei Fremdanträgen zum Beispiel durch das Finanzamt will der Unternehmer oft keinen neugierigen Insolvenzverwalter, der mit der “Anfechtungs-Keule” schwingt. Die einzige Möglichkeit ein Insolvenzverfahren zu verhindern, ist dann nur noch, dass der Unternehmer keinesfalls einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten stellt. Dann wird sein Verfahren so wie bei einer GmbH mangels Masse abgewiesen.

Denken Sie als Geschäftsführer unbedingt daran, nach Ablehnung der Insolvenz mangels Masse eine Liquidations-Bilanz beim Bundesanzeiger hochzuladen.

Denken Sie positiv an Ihre unternehmerische Zukunft

Eine Unternehmenspleite gehört zu den Dingen im Leben, die man nicht unbedingt erlebt haben muss und hinterlässt häufig Spuren im Selbstwertgefühl des Unternehmers. Dies muss nicht so sein. Das Gefühl des Versagens, welches die meisten Unternehmer nach einer Pleite erleben, ist nicht in Stein gemeißelt, sondern Ausfluss unserer deutschen, gläubigerfreundlichen Gesetzgebung.

Häufig ist der Unternehmer noch nicht einmal ursächlich für die Pleite, sondern es handelt sich schlicht weg um Pech oder langfristige Verkettung von widrigen Umständen. Man hat das Leben nicht vollständig im Griff. Andere Kulturen, wie beispielsweise die angelsächsische gehen gänzlich anders mit Unternehmens-Pleiten um. Nach deren Verständnis besitzt jeder gescheiterte Unternehmer das Recht auf eine zweite Chance.

Ich meine, dieses Recht haben auch Sie. Ich kenne zahlreiche Unternehmer, die nach durchlaufener Pleite und Restschuldbefreiung heute erfolgreicher sind, denn je.

Lassen Sie sich durch die Unternehmenspleite nicht völlig demotivieren. Jeder glücklose Unternehmer hat das Recht auf eine zweite Chance.

Telefonische Erstberatung anfordern
Falls Sie eine Frage zur Regelinsolvenz haben oder zur Kontaktaufnahme oder wünschen Sie einen Beratungstermin, bitte hier E-Mail eintragen und absenden. Ich melde mich.


In die Regelinsolvenz Schritt für Schritt

Wie Sie eine Regelinsolvenz vorbereiten und wie sie abläuft.

Entscheiden Sie sich als Unternehmer für die Regelinsolvenz, erhalten Sie genauso wie ein Verbraucher nach Durchlaufen des fünfjährigen Insolvenzverfahrens eine vollständige Restschuldbefreiung – sowohl über die Geschäftsschulden als auch über Steuerrückstände als auch über alle privaten Schulden. So hat auch ein glückloser Unternehmer eine gute Chance auf einen wirtschaftlichen Neubeginn.

Wollen Sie eine Regelinsolvenz einleiten, lesen Sie bitte diesen Artikel. Sie erfahren in 10 kleinen Schritten, wie Sie die Regelinsolvenz bestmöglich vorbereiten und wie das Verfahren abläuft. Die Regelinsolvenz ist vielschichtiger, als eine Verbraucherinsolvenz. Aber bei guter Vorbereitung und mit meinen Tipps, die ich Ihnen hier verraten werde, wird Ihnen nach der Regelinsolvenz die Restschuldbefreiung sicher sein.


Erst die Regelinsolvenz beantragen, nachdem alles vorbereitet ist.

Ihnen will ich nicht vorenthalten, dass bei der Regelinsolvenz die Entschuldung etwas schwieriger zu erlangen ist. Deshalb rate ich Ihnen zu einer sorgfältigen Vorbereitung und Beratung.

Der Weg in die Restschuldbefreiung kann trickreich sein. Dies beginnt schon bei der Antragstellung. Nur der GmbH-Geschäftsführer (jur.Pers.) muss sofort Regelinsolvenz beantragen. Der Einzelunternehmer oder Freiberufler hat hierzu keine gesetzliche Pflicht.

Diese Gesetzeslücke sollte der Unternehmer konsequent nutzen, indem er den Geschäftsbetrieb zunächst nur einstellt und anschließend selbst abwickelt. Den eigentlichen Insolvenzantrag stellt er ca. drei Monate später. Für den Unternehmer ist das vorteilhaft, weil ihm Entscheidungsfreiheit verbleibt. Möchte er zum Beispiel die Selbständigkeit mittels Auffanggesellschaft “fortsetzen”, benötigt er Überbrückungszeit. Ein neugieriger Insolvenzverwalter wäre in diesem Stadium nur hinderlich.

Weil Ihnen später im Insolvenzverfahren formale Fehler bei der Antragstellung und insbesondere beim Ausfüllen des Insolvenzantragsformulares zum Verhängnis werden können und die Restschuldbefreiung gefährden, sollten Sie sorgfältig sein. Der Gesetzgeber stellt hohe Anforderungen und verlangt, dass der Insolvenzantrag vollständig ist.

Läuft Ihr Geschäftsbetrieb noch, ist es aufgrund der Komplexität kaum möglich, den Insolvenzantrag vollständig auszufüllen. Beispielsweise können noch Gläubiger hinzukommen, die Sie aktuell nicht kennen. Ein solcher “vergessener” Gläubiger könnte dann einen Antrag auf Versagung der Restchuldbefreiung stellen.

Schließen Sie den Geschäftsbetrieb hingegen erst einmal selbst und warten dann ein Weilchen ab, welche Gläubiger sich bei Ihnen nach und nach melden, wird die Gläubigerliste Ihres Insolvenzantrages vollständig sein und Sie vermeiden das Risiko einer Versagung der Restschuldbefreiung.


Handlungsspielräume bewahren

Klug handelt, wer einem Zahlungsengpass rechtzeitig ins Auge sieht und frühzeitig die „Landung“ vorbereitet. Dies erhöht den Handlungsspielraum des Unternehmens. Seien Sie also ehrlich zu sich selbst und gestehen Sie sich ein, dass die Selbständigkeit sich nicht mehr lohnt und Sie immer tiefer in die Schulden geraten.

Der Handlungsspielraum ist vor allem dann erforderlich, wenn Sie als Unternehmer trotz Insolvenz selbständig bleiben wollen. Die damit verbundene Neustrukturierung erfordert Zeit.

Aber auch wer die Selbständigkeit dauerhaft aufgegeben möchte, sollte rechtzeitig die richtige strategische Position besetzen und erst nachdem er fest im Sattel sitzt, mit der Entschuldung beginnen.

Falsch ist es auf jeden Fall, mit laufendem Geschäftsbetrieb die Insolvenz einzuleiten, sei der Druck der Gläubiger auf den Unternehmer auch noch so groß. Der Einzelunternehmer oder Freiberufler hat im Gegensatz zum GmbH-Geschäftsführer keine Insolvenzantragspflicht und genau diesen Vorteil gilt es bestmöglich auszunutzen.

Das heißt aber nicht, dass Sie gar nichts mehr machen. Denn dann besteht die Gefahr, dass ein Gläubiger wie Finanzamt oder ein Sozialversicherungsträger einen Fremd-Insolvenzantrag gegen Sie stellt. Dies wäre eine äußerst ungünstigste Ausgangslage zu einer erfolgreichen Entschuldung.

Umgehen Sie Pfändungen

Die Pfändung bringt den Unternehmer in große Schwierigkeiten, insbesondere weil dringend benötigte Zahlungseingänge “verloren” sind.

Für den Unternehmer stellt sich deswegen die Frage, wie er bei gepfändetem Konto die Zahlungseingänge auf ein anderes Konto umleiten kann und ob er das darf. Hierzu gilt folgendes:

Als Einzelunternehmer oder Freiberufler haben Sie es einfach. Eröffnen Sie ein neues Konto auf Ihren privaten Namen und teilen Sie Ihren Geschäftspartnern, von denen Sie Geld erwarten, dieses neue Konto mit. Das neue Konto bleibt bis zur nächsten eidesstattlichen Versicherung unentdeckt, dann müssen Sie es angeben.

Sicherlich ist es sinnvoll, stets ein geheimes Reservekonto zu unterhalten. Aber leider nutzt es nur begrenzt, denn bei einer eidesstattlichen Versicherung müssen Sie es angeben und dann ist es kein Geheimkonto mehr.

So haben Sie sich nochmals einen Zeitvorteil geschaffen und können das Unternehmen fortführen. Nutzen Sie diese Zeit, um eine Insolvenz vorzubereiten.

Bilden Sie eine Kriegskasse

Damit ein Schuldner nach einer Pfändung nicht gänzlich ohne Geld dasteht, hat der Gesetzgeber die Pfändungsgrenzen eingeführt. Das heißt, das Einkommen des Schuldners unterhalb dieser Pfändungsgrenze darf nicht gepfändet werden.

Die Pfändungsgrenze beginnt bei 1170 € Nettoeinkommen und erhöht sich je nach Einkommen und bestehenden Unterhaltspflichten.

Die schlechte Nachricht dabei ist, dass der gesetzliche Pfändungsschutz nur für Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit gilt. Unternehmern und Freiberuflern darf man alles pfänden!

Manche Unternehmer meinen ich übertreibe und sagen: “Das kann doch nicht sein, der Insolvenzverwalter muss mir noch Geld zum Leben übrig lassen”. Das ist naiv. Zumindest im Eröffnungsverfahren wird der Insolvenzverwalter nichts übrig lassen.

Wählen Sie den für Sie besten Weg aus den Schulden

Als nächsten Schritt sollten Sie sich darüber im Klaren werden, ob Sie die Selbständigkeit erhalten wollen oder endgültig aufgeben.

Zum Erhalt Ihrer Selbständigkeit wählen Sie aus unter den Sanierungswerkzeugen: Schutzschirmverfahren, Auffanggesellschaft, Freigabe des Geschäftsbetriebes oder Übertragende Sanierung. Jedes Verfahren hat Vorteile und Nachteile und nicht jedes Verfahren ist auf Ihren speziellen Fall anwendbar. Das für Sie richtige Sanierungsverfahren hängt von der Struktur Ihres Unternehmens ab, insbesondere von der Größe, der Anzahl der Arbeitnehmer, dem Anlage- und Umlaufvermögen samt Besicherung.

Bei Erhalt der Selbständigkeit sind als Zwischenschritt einige Überlegungen erforderlich, wie es weitergeht. Die meisten betroffenen Unternehmer behelfen sich in dieser Situation mit einer Auffanggesellschaft, aber auch andere Wege sind denkbar.

Die Gründung einer Auffanggesellschaft und spätere Nutzung ist äußerst heikel und eine juristische Gradwanderung. Die Gläubiger lauern darauf, die neue Gesellschaft für die alten Schulden haftbar zu machen und einen Staatsanwalt gibt es auch noch.

Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, wird das Gewerbe eingestellt. Zahlungseingänge nehmen sie selbstverständlich noch entgegen. Aus diesen Zahlungseingängen füllen Sie Ihre Kriegskasse, für die Übergangszeit, die nun kommt. Danach kümmern Sie sich um Ihre Mitarbeiter. Bitte kündigen sie diesen ordentlich zur vorgeschriebenen Kündigungsfrist und schicken sie zum Arbeitsamt.

Ab sofort die Zahlungen einstellen

Nachdem das neue Konto eingerichtet ist, stellen Sie jegliche Zahlungen an die alten Gläubiger ein. Miete, Strom und alle anderen lebenswichtigen Dinge bedienen Sie natürlich weiter. Bei den anderen Gläubigern aber gibt es keine Ausnahme. Pleite ist pleite, Sie bezahlen nichts und niemanden mehr!

Selbst die Aufforderung des Gerichtsvollziehers zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung sollte Sie nicht zu weiteren Zahlungen bewegen.

Mit der Verbraucherinsolvenz wird eine eidesstattliche Versicherung wirkungslos. Deshalb macht es keinen Sinn, wenn Sie sich davor drücken.

Sie müssen die eidesstattliche Versicherung auf Verlangen des Gerichtsvollziehers zwar erklären, aber dies wirkt sich in keinster Weise auf die spätere Restschuldbefreiung aus.

Sollten Sie nach Zahlungseinstellung von den Gläubigern Anrufe oder Post erhalten, ist es im Prinzip völlig egal, wie Sie darauf reagieren. Das Thema “Schulden” ist für Sie erledigt, man soll Sie in Ruhe lassen.

Endgültigen Pfändungsschutz erhalten Sie erst mit dem Gerichtsbeschluss über die Eröffnung das Insolvenzverfahrens über Ihr Vermögen.

Retten Sie, was zu retten ist

Rettungsaktionen vor der Regelinsolvenz sind eine kniffelige Sache. Viele Gegenstände im Unternehmen sind geleast oder wurden auf Finanzierung gekauft und stehen damit in fremdem Sicherungseigentum. Lassen Sie hiervon unbedingt die Finger. Zu berücksichtigen ist außerdem das Vermieterpfandrecht der Gewerbeeinheit, das automatisch mit einem Zahlungsrückstand entsteht.

Schließlich kann es passieren, dass später der Insolvenzverwalter sich für das alte Unternehmen interessiert. Darauf sollten Sie Antworten haben. Welche einzelnen Gegenstände auf welche Weise noch entnommen werden dürfen, klärt man vertraulich in einer persönlichen oder telefonischen Beratung. Bitte halten Sie sich an den Grundsatz: NIEMALS eine Überweisung aus dem Geschäftskonto oder Privatkonto an eine nahe stehende Person leisten. Denn diese wäre später anfechtbar und Sie würden auch der nahestehenden Person damit Schwierigkeiten bereiten.

Wichtig ist es, dass Sie Überschneidungen von Vermögen und Schulden entflechten. Besitzen Sie beispielsweise zusammen mit Ihrem Ehegatten eine Immobilie und haben Sie beide zusammen das Hausdarlehn unterschrieben, sind Ehegatte und Immobilie in höchster Gefahr. Im Insolvenzfall wäre die finanzierende Bank ein Gläubiger – auch wenn die Immobilie nichts mit Ihrem Unternehmen zu tun hat oder der Ehegatte die Kreditraten regelmäßig bedient. Als Folge Ihrer Insolvenz kann die Bank das Darlehn kündigen. Nicht nur Ihnen gegenüber, sondern auch gegenüber dem Ehegatten. Dann ist auch dieser pleite. Dies muss unbedingt vermieden werden.

Insolvenz einleiten mit dem Online-Formular

Meine Erfahrung zeigt, dass bei der Insolvenz eines Unternehmers oder Freiberuflers eine vorherige persönliche Beratung sehr wichtig ist. Die Kosten hierfür macht man duch Vermeidung falscher Entscheidungen allemal wieder wett.

Buchen Sie deshalb vorab eine telefonische Beratung zur Vorbereitung der Regelinsolvenz im Wert von 150 EUR. Danach wissen Sie, wie Sie bestmöglich Insolvenz anmelden, mit möglichst geringen negativen Folgen. In dem Beratungsgespräch legen wir außerdem einen Fahrplan fest. An diesem können Sie sich orientieren.

Ist bei Ihnen jedoch alles klar, das Gewerbe längst abgewickelt und geht es nur noch um die Erlangung der Restschuldbefreiung, sparen Sie sich das Beratungsgespräch gehen gleich zu meinem Online-Formular zum Ausfüllen des Insolvenzantrages.

Das Online-Formular besteht aus vier Teilen: 1. Angaben zum Unternehmen, 2. Angaben zu den persönlichen Verhältnissen, 3. Gläubigerliste erstellen und 4. Uns Anwälte beauftragen. Weil Sie privat haftend sind, müssen Sie auch Ihre persönlichen Vermögensverhältnisse offenlegen.

Füllen Sie das Formular einfach aus. Am Schluss finden Sie einen “Absenden” Button, damit gehen Ihre Daten per E-Mail an uns. Wir sehen uns das an und übersenden Ihnen Vollmacht und Honorarvereinbarung. Sind Sie einverstanden, bitte unterschreiben und zu uns schicken.

Erst mit dem Eingang Ihres unterschriebenen Auftragsschreibens bei uns Rechtsanwälten ist ein Mandat zustande gekommen. Bis dahin sind alle Leistungen kostenfrei. Ergeben sich beim Ausfüllen Fragen, beantworten wir diese selbstverständlich gerne per Mail. Auch für Ihre Anregungen sind wir stets zu haben.

Antrag bei Gericht einreichen

Nachdem die außergerichtliche Schuldenbereinigung beendet ist, übersenden wir den Insolvenzantrag an das zuständige Insolvenzgericht. Wiederum ca. eine bis vier Wochen später, wird das Insolvenzgericht ein Insolvenzeröffnungsverfahren einleiten, das dem eigentlichen Insolvenzverfahren vorgeschaltet ist.

In dem Insolvenzeröffnungsverfahren wird der Gutachter als späterer Insolvenzverwalter ermitteln, ob das Insolvenzverfahren überhaupt eröffnet werden kann und Sicherungsmaßnahmen zum Erhalt der Insolvenzmasse anzuordnen sind. Hierzu muss der Unternehmer zu einem Interview oder der Gutachter kommt in die Geschäftsräume, falls noch welche vorhanden sind.

Mit dem Insolvenzverwalter ist das ungefähr so, wie bei Rotkäppchen: Zu Beginn sind Insolvenzverwalter erfahrungsgemäß freundlich und hilfsbereit – sozusagen als guter Freund, dem man alle Sorgen und Geheimnisse anvertrauen kann. Lassen Sie sich keinesfalls täuschen. Der Insolvenzverwalter vertritt die Gläubiger. Ihr weiteres Schicksal ist ihm völlig egal.

Verlauf der Regelinsolvenz

Wie die Insolvenz verläuft, liegt insbesondere an der Person des Insolvenzverwalters und wie Sie mit der neuen Situation zurecht kommen. Deshalb hierzu ein paar Verhaltenstipps:

  • Bedenken Sie, der Insolvenzverwalter ist nicht Ihr Freund, sondern Ihr Feind. Behandeln Sie ihn respektvoll.
  • Der Insolvenzverwalter ist auch nicht Ihr Rechtsanwalt. Das heißt, er wird kaum reagieren, wenn Sie Fragen haben oder mit ihm sprechen wollen. Dazu ist er nicht verpflichtet.
  • Lassen Sie den Insolvenzverwalter in Ruhe. Wenn er etwas von Ihnen will, wird er sich SCHRIFTLICH bei Ihnen melden. Beantworten Sie seine schriftlichen Anfragen ebenfalls schriftlich und behalten Sie eine Kopie Ihres Schreibens als Nachweis.
  • Im Gegensatz zur Verbraucherinsolvenz recherchiert der Insolvenzverwalter gerne in Ihrer Vergangenheit, insbesondere nach Vermögensübertragungen auf nahestehende Personen. Diese werden angefochten und die Zahlung wird samt Zinsen zurückgeholt. Das kann sehr unangenehm werden. Finanziell intakte Familienmitglieder werden in Ihre Schuldenproblematik mit hineingezogen.

Im Insolvenzverfahren können Sie nach wie vor tun und lassen, was Sie wollen. Sie müssen den Insolvenzverwalter beispielsweise nicht fragen, ob Sie in den Urlaub fahren oder die Wohnung wechseln dürfen.

Der Insolvenzverwalter ist nur für die Insolvenzmasse da. Das heißt: Wie Sie Ihr pfändungsfreies Einkommen ausgeben, geht nach wie niemanden etwas an!

Sobald der Insolvenzverwalter die Verwertung der Insolvenzmasse und die Feststellung aller Schulden abgeschlossen hat, bestimmt das Insolvenzgericht den Schlusstermin. Bei der Regelinsolvenz kommt es zum Schlusstermin erfahrungsgemäß erst nach ca. 3 -4 Jahren.

Mit dem Schlusstermin endet die eigentliche Insolvenz und es beginnt die Wohlverhaltenszeit. Insolvenz und Wohlverhaltenszeit zusammen dauern auf den Tag genau fünf Jahre, ab dem Gerichtsbeschluss, mit dem das Gericht die Verbraucherinsolvenz eröffnet hat.

Sind die fünf Jahre Gesamtzeit schließlich abgelaufen, erlässt das Gericht einen Beschluss, der Sie von allen Schulden befreit. Die Schufa vermerkt nochmals für drei Jahre, dass Sie eine Verbraucherinsolvenz durchlaufen haben. Dann ist auch dieser Eintrag gelöscht.

Dann sind Sie schuldenfrei 😉

Telefonische Erstberatung anfordern
Falls Sie eine Frage zur Regelinsolvenz haben oder zur Kontaktaufnahme oder wünschen Sie einen Beratungstermin, bitte hier E-Mail eintragen und absenden. Ich melde mich.


40 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo.
    I werde höchtwahrscheinlich ihre telefonische Beratung in Anspruch nehmen finde ihre Seite wirklich sehr gut. I hätte nur vorab schonmal 2 e fragen. I habe ein Restaurant muss insolvenz anmelden da mein Vermieter mich leider nicht aus den vertrag lässt und ich die Miete Plus miet Schulden leider nicht mehr bezahlen kan (habe seit 5 Monaten krebs..) wie sollte i an besten vorgehen meine schulden betragen ungefähr 10000 und der zweite Gläubiger den i dann auch nicht bezahlen könnte hier wären es auch nochmal 10000 Euro. Mit den Vermieter ist eine Einigung nicht möglich.. aber mit den zweiten Gläubiger könnte i mich sicher einigen. Der Wert der Ausstattung beträgt bestimmt 10000 Euro. Sollte i mich zuerst mit den zweiten Gläubiger einigen und dann insolvenz beantragen ? Und würde bei einer insolvenz Beantragung zuerst versucht werden eine Einigung auch so zu finden ? I hätte dann noch einige Fragen zur insolvenz selbst die i dann gerne telefonisch klären möchte.

    Mit freundlichen Grüsen

    Walter

    Antworten
    • Jörg Franzke
      5. Mai 2019 15:48

      Das ist ganz einfach, wie Sie vorgehen: Sie suchen Sie einen Tag aus, zu dem Sie schließen. Solange arbeiten Sie noch. Dauerschuldverhältnisse wie Miete bezahlen Sie nicht mehr, Wareneinkauf schon. Tageseinnahmen stecken Sie sich in die Tasche. Nicht aufs Konto und auch nichts mehr an nahestehende PErsonen überweisen. Dann eines schönen Tages sperren Sie zu, schicken dem Vermieter den Schlüssel (wenn Sie nett sein wollen) und stellen sich tot. Danach geht es an die Vorbereitung der Privatinsolvenz. Wegen des Vermieterpfandrechts dürfen Sie keine Einrichtung aus den Räumen holen und verkaufen, es sei denn, der Vermieteter stimmt zu.

      Antworten
  • Hallo Herr Dr. Franzke,
    ich habe im März 2019 die Restschuldbefreiung erhalten und möchte mich wieder selbständig machen. Ich hatte auch Schulden beim Finanzamt die alle vor Insolvenzeröffnung entstanden sind.
    Nun meine Frage.
    Ich möchte etwa 20000,- euro brutto in den neuen Betrieb investieren. Davon sind ja knapp 3200,- Euro Umsatzsteuer. Einnahmen werde ich erst im Monat darauf erzielen, so das bei der ersten Monatsbilanz ein Guthaben von etwa 3200,- Euro vorhanden sein wird. Wird das Finanzamt dieses Guthaben mit den alten Forderungen aufrechnen oder mir erstatten? Im Internet habe ich dazu wiedersprüchliche Aussagen gefunden.
    Vielen Dank für Ihre Mühe
    Thomas

    Antworten
  • Andrea Knecht
    17. März 2019 9:36

    Sehr geehrte Herr Franzke,

    ich soll eine Stellungsnahme abgeben, zu den Gründen meiner Insolvenz ( Regelinsolvenz ) Gibt es dafür ein Muster, wie diese aussehen muss ? Und was sollte Sie aufjedenfall beinhalten damits Sie auch anerkannt wird. Ich habe leider im Netz nichts finden können.

    Antworten
  • Guten Tag Herr Franzke,
    habe seit 2010 eine Regelinsolvenz und einen Insolvenzverwalter gestellt bekommen. Nach Einhaltung meiner Wohlverhaltensphase und einer Restschuldbefreiung durch das Gericht habe ich bis zum heutigen Tag von meinem Verwalter keine ausführliche Informationen herhalten trotz einer Aufforderung meiner seit’s.
    Können Sie mir einen Ratschlag geben wie ich mit meinem Insolvenzverwalter weiter verfahren kann? Mit freundlichen Grüßen

    Antworten
    • Jörg Franzke
      15. Januar 2019 16:06

      Beschweren Sie sich bei Gericht und drängen Sie darauf, dass das Insolvenzverfahren endlich aufgehoben wird. Das Gericht nerven Sie dann so lange, bis man Sie dort loswerden möchte und das Verfahren aufhebt. Eine andere elegantere Möglichkeit besteht leider nicht.

      Antworten
  • Hallo Herrn Franzke, ich freue mich gerade diese Seite entdeckt zu haben und werde vermutlich auch einen Telefontermin beantragen. Vorab jedoch eine Frage :

    Ich bin seit 2016 Einzelunternehmerin.
    Da ich meine Buchhaltung nicht sorgfältig geführt habe, kommt gerade alles auf einmal. Ich habe an die Krankenkasse Zahlungen in Höhe von ca. 8.500€ zu leisten. Weiterhin noch Umsatzsteuerschulden in Höhe von ca 8000€ und dann wird noch die Einkommenssteuer für 2017 und 2018 fällig sowie weiteres…
    Ich habe mich nun dazu entschlossen, die selbstständigkeit aufzugeben und mir einen Job zu suchen. Wie verhält es sich bei Steuerschulden ? Ich habe monatlich gute Umsätze, doch der Druck ist mir mittlerweile zu hoch und ich komme mit der Buchhaltung einfach nicht mehr hinterher. Das Finanzamt hat auch nur Schätzungen vorliegen. Wie sieht es strafrechtlich aus, wenn ich in Insolvenz gehe? Ich könnte im Januar weiter machen und versuchen noch was rauszuholen, könnte aber auch durch fehlende Umsätze eine größere Summe werden. Daher möchte ich das am liebsten so schnell wie möglich beenden. Die Umsatzsteuer könnte ich ggf. noch bezahlen. (bekomme noch etwa 5000€. Danach sieht es jedoch schlecht aus und ich wüsste auch nicht mehr wie ich dann die Miete zahlen soll, wenn ich alles dem Finanzamt zahle: ich weiß gerade nicht welcher Schritt der nächste ist? Betrieb aufgeben , Lager kündigen und dann Insolvenzantrag stellen ?
    Viele. Dank schon mal

    Antworten
    • Jörg Franzke
      14. Dezember 2018 13:44

      Leider ist das Finanzamt unberechenbar, ob es gegen Sie ein Bußgeldverfahren wegen Steuerverkürzung einleiten wird oder nicht. Hoffen wir mal nicht. Ich gebe Ihnen recht, dass Sie das Unternehmen besser früher als später abmelden sollten, wenn es sich nicht mehr lohnt. Bezahlen Sie vom letzten Geld also noch die Umsatzsteuer und dann melden Sie das Gewerbe ab und beginnen dann nach und nach mit der Vorbereitung des Insolvenzverfahren.s

      Antworten
  • Hallo Herr Franzke,
    ich befinde mich als Einzelunternehmer in der Wohlverhaltensphase einer Regelinsolvenz. Zu den Gläubigern gehört eine Bank. Bei dieser Bank hatte ich lange vor der Insolvenz ein Kautionssparbuch über mehr als 3.000 Euro eröffnet. Nach einem Umzug hat mir der Vermieter dieses Sparbuch nun ausgehändigt. Der Insolvenzverwalter hat die Kaution ausdrücklich freigegeben, sie fällt nicht in die Insolvenzmasse. Die Bank verweigert mir jetzt aber die Auszahlung, antwortet nicht einmal auf meine Forderung mit Fristsetzung.

    § 301 (3) InsO bezieht sich explizit auf den Zeitraum nach der Restschuldbefreiung. Hat der Gläubiger aber auch bereits in der Wohlverhaltensphase das Recht, „das Erlangte“ (also die Kaution) einzubehalten? Habe ich nach § 294 InsO eventuell sogar die Pflicht, die Herausgabe der Kaution zu erstreiten, um keinen Gläubiger besserzustellen? Schließlich habe ich noch zwei praktische Fragen: Muss ich realistischerweise damit rechnen, dass mir die Bank auf dem Weg zur Restschuldbefreiung Steine in den Weg legt, wenn ich mit rechtlichen Schritten gegen sie vorgehe? Wäre eine Klage oder eine Strafanzeige (wg. Unterschlagung oder Betrug) ein evtl. zielführender Weg?

    Ich danke Ihnen sehr für Ihre Zeit.

    Mit freundlichen Grüßen
    AD

    Antworten
    • Jörg Franzke
      14. Dezember 2018 13:54

      Komisch, komisch. Auch ich meine, dass die Bank die Kaution zu Unrecht einbehält. Zumindest entsprechend Ihrem Sachverhalt. Vielleicht wurde die Kaution damals vor der Insolvenzeröffnung gepfändet ? Dann würde sie dem Gläubiger zustehen, der sie gepfändet hat. Strafanzeige usw. ist Quatsch, lassen Sie das sein.

      Antworten
  • Guten Abend Herr Franzke,
    ich befinde mich seit 12.2016 in der Regelinsolvenz. Der Betrieb wurde freigegeben, aber musste von mir nach einen Jahr eingestellt werden. Jetzt bin ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
    Ich bin geschieden und habe 2 Kinder. Ein Sohn lebt bei mir und verdient im 1. Lehrjahr 758 € netto. Der IV hat bei Gericht Antrag gestellt gem. § 850c Abs. 4 ZPO den Shn nicht als unterhaltsberechtigte Person zu berücksichtigen. Der IV verweist auf BGH NJW RR 2005,1239 und das die Einkünfte meines Sohnes deutlich über dem Regelsatz der Sozialhilfe liegt. Das Gericht hat mich um Stellungnahme gebeten. Frage: Habe ich eine Möglichkeit meinen Sohn als unterhaltsberechtigten weiter berücksichtigen zu lassen ? MfG

    Antworten
    • Jörg Franzke
      14. Oktober 2018 19:52

      Nein, haben Sie nicht. Weil Ihr Sohn über eigene Einnahmen verfügt, gilt er nicht mehr als Unterhaltspflicht im Sinne der Pfändungstabelle.

      Antworten
  • Hallo Jörg Franzke,
    schön, dass es Me Sachen gibt wie Sie, die hier online kostenfrei Antworten geben!

    Auch ich habe eine Frage.
    Als freiberufliche Künstlerin muss ich nun, nach dem Wegfall meines Hauptauftraggebers Regelinsolvenz beantragen.
    Wie kann ich es schaffen die 35% der Gesamtsumme in 3 Jahren zurück zu zahlen, um dann schon die Insolvenz zu beenden? Mit einer monatlichen Festsumme an den Verwalter, oder wenn es gute und genügend Aufträge gibt in einer höheren Gesamtsumme?
    Aber dann bräuchte ich auch den Aufwand einer Insolvenz nicht, oder?

    Antworten
    • Jörg Franzke
      28. August 2018 20:57

      Künstler muss man immer unterstützen 🙂: Das ist alles viel komplizierter, als Sie denken. Hier ein kurzer Versuch einer Erklärung. Wenn Sie als Künstlerin das Insolvenzverfahren einleiten, geht Ihre selbständige Tätigkeit -bildhaft gesprochen – auf den Insolvenzverwalter über. Dieser prüft, ob er Ihrer freiberufliche Tätigkeit zum Vorteil der Insolvenzmasse verwerten kann und kommt sicherlich zum Ergebnis, dass das nicht der Fall ist. Deshalb wird er die selbständige Tätigkeit aus der Insolvenzmasse freigeben. Ab da können Sie wieder unbegrenzt viel Geld verdienen, Sie müssen nichts an den Insolvenzverwalter abführen. Wenn Sie es nach drei Jahren schaffen wollen, dann sparen Sie das Geld (nicht auf Ihrem Konto) und wenn Sie genug zusammen haben, können Sie es an den Verwalter auszahlen, um das Verfahren nach drei Jahren zu beenden. Klappt aber eh nicht, weil die Hürde sehr hoch ist.

      Antworten
  • Guten Tag,
    mein Lebensgefährte war bis vor einem Jahr selbständiger Gastwirt.
    Aufgrund der Schulden soll eine Insolvenz eröffnet werden.
    28 Gläubiger sind es insgesamt, sowohl aus privaten als auch aus gewerblichen Schulden.
    Welches Insolvenzverfahren ist dabei jedoch das richtige ?

    Antworten
  • Klaus Kujawa
    7. Oktober 2015 23:59

    Sehr geehrter Herr Franzke,

    meine Frau ist selbstständig und wird wohl auf Grund ihrer unternehmerischen Schieflage als Einzelunternehmerin nicht um ein Insolvenzverfahren um herkommen. Ich selber habe keinerlei Verbindlichkeiten unterschrieben, ausser i.V., stehe in keinem Arbeitsverhältnis zu ihrem Unternehmen. Ich selber besitze ein kleines schuldenfreies Haus das ich auch schon vor meiner Ehezeit besessen habe (schuldenfrei). Kann irgendwer an dieses Haus herankommen und dieses verwerten, wenn meine Ehefrau in die Insolvenz geht? Ich selber habe kein eigenes Einkommen und bin gewissermaasen aushelfender Hausmann im Betrieb (absolut geringfügig). Allerdings habe ich einiges in Ihrem Namen bestellt, wenn Sie nicht im Büro war. Wie sieht meine Haftung aus? Kann ich selber ein Unternehmen gründen was Branchennah ist, wenn die Lieferanten mitspielen, oder ist mir das untersagt, von irgendetwas müssen wir ja leben, wenn wir nicht Harz4 bekommen wollen. Wenn mein Verdienst dann ansteigt, wie sieht es mit dem Geld aus, muss ich dann etwas an den Insovenzverwalter meiner Ehefrau abtreten, oder ist dort eine Trennung? Sie selber hat noch Schulden beim Finanzamt in Höhe von 5000 € (Unsatzsteuer) , müssen wir die Zusammenveranlagerung aufkündigen, so das bei mir nicht gepfändet werden kann? – Wenn ich das alles hier richtig verfolgt habe, sind Ihre Schulen bei mir nicht einfach einpfändbar. Vielen Dank für Ihre Hilfe

    Antworten
    • Jörg Franzke
      8. Oktober 2015 6:30

      Keine Sorge, Sie haften in keinster Weise für die Schulden Ihrer Frau. Auch nicht für die Bestellung in ihrem Namen, wenn die Bestellungen von Ihrer Frau genehmigt waren. Sie können auch ein eigenes branchengleiches Gewerbe gründen und betreiben. Trennung von der Ehefrau ist nicht erforderlich.

      Antworten
  • Vorab: Ich habe nirgendwo erkennen können, ob eine Antwort
    auf meine Mail kostenpflichtig ist, wenn nicht, teilen Sie mir
    diese Kosten doch bitte vorab mit, vielen Dank.

    Guten Tag,
    ich habe vor 8 Wochen ein Unternehmen auf Rentenbasis
    übernommen, dafür werden mtl. 2000,- Euro fällig, bis die
    Gesamtsumme von 285000,- gezahlt ist. Nun bleiben wider
    Erwarten die (angeblich) kommenden Aufträge aus und mein
    Eigenkapital ist aufgebraucht (u.a. durch Warenkäufe für besagte Aufträge). Die zweite Rentenzahlung konnte bereits
    nicht mehr geleistet werden und für den nächsten 1. sieht
    es auch so aus, da ja nichts reinkommt. Um von diesen Kosten
    und dem drohenden Unheil loszukommen, überlege ich, in
    die Insolvenz zu gehen. Ich bin Einzelunternehmer, meine Frau
    ist außen vor (geht halbtags arbeiten) und wir haben vor vier
    Jahren gemeinsam ein selbst bewohntes 2-Fam-Haus voll finanziert , ca. 1200,- € mtl., und bekommen ca. 580,- € Miete für die zweite Wohnung rein. Da das Geschäft von zu Hause aus dem Home-Office geführt wird sind keinerlei Maschinen oder ähnliches vorhanden und verwertbar. Ich habe gelesen, dass man am Besten erst das Gewerbe einstellt und danach in die private Insolvenz gehen sollte, würde das bei mir auch Sinn machen !? Und wenn, womit muss ich rechnen bzw. womit muss ich dann haften und wie lange würde das dauern ? Was
    hat es mit Insolvenz in England auf sich ?
    Vielen Dank vorab und schönen Gruß,
    Hr. Kobold

    Antworten
    • Jörg Franzke
      8. Oktober 2015 6:27

      Wenn Sie so vorgehen müssen Sie damit rechnen, dass das Haus ebenfalls in die Insolvenz hineingezogen wird. Denn wenn Sie einen Insolvenzantrag stellen, dann würde die Bank für den Hauskredit das Darlehn kündigen und das Haus zwangsversteigern. Sie kommen also nicht so einfach aus der Zwickmühle raus. Versuchen Sie, mit dem Verkäufer zu verhandeln. Funktioniert das nicht und ist eine Insolvenz unausweichlich, dann sollten Sie es wenigstens mit einem Insolvenzplan versuchen, um dem Haus eine Chance zu geben.

      Antworten
  • Hallo,

    leider wird nun auch bei mir ein Insolvenzverfahren eröffnet. Ich bin Einzelunternehmerin und seit 1 Woche hat nun ein Insolvenzverwalter die Hand auf die Ein- und Ausgaben. Nun muss ich Benzinkosten, Porto usw. bei dem Verwalter beantragen, der mir dann eine gewisse Summe genehmigt und mir in Form einer Kasse Bar gibt. Bisher habe ich immer von der Firma meinen Lebensunterhalt bestritten, was nun nicht mehr geht. Einen Antrag beim Verwalter habe ich auch bereits für Verpflegungskosten gestellt, jedoch bekomme ich hier nicht wirklich eine Aussage, ob ich etwas bekomme oder nicht, nur das die genehmigten Gelder nicht für meine Verpflegung verwand werden dürfen. Rücklagen usw. besitzte ich nun keine mehr und im Kühlschrank sieht es auf gut deutsch auch nicht besser aus. Wie verhällt sich das darf Sie mir den Verpflegungsaufwand verwerren??? bzw. herrauszöger??? Ich benötige ja nicht viel, da ich alleinstehend bin, aber wenigstens etwas bis zum nächsten Monat.
    MfG Hahnewald

    Antworten
    • Jörg Franzke
      30. September 2014 7:39

      Hallo,
      als Selbständige haben Sie keinen gesetzlichen Pfändungsschutz wie ein Arbeitnehmer. Deshalb darf zumindest nach dem Gesetz der Insolvenzverwalter sämtlich Einkünfte wegnehmen. Schlagen Sie dem Insolvenzverwalter deshalb vor, er soll Ihre selbständige Tätigkeit aus der Insolvenzmasse freigeben, Bieten Sie ihm als Ausgleich monatliche feste Zahlungen von z.B. 100 EUR. Dann können Sie mit Ihrem Betrieb wieder machen, was Sie für richtig halten und die Überwachung entfällt.

      Antworten
  • Eichhörnchen
    30. August 2014 14:03

    Sehr geehrter Herr Franzke,
    mein RA forderte u.a. zur Beantragung einer Regelinsolvenz einen lückenlosen Lebenslauf. Ist dies tatsächlich erforderlich udn welchen Hintergrund hat dies?
    Vielen Dank für Ihr Feedback!

    Antworten
    • Jörg Franzke
      31. August 2014 13:26

      Hallo,
      nein, das ist nicht erforderlich und Hintergrund ist ein übereifriger Insolvenzverwalter. Lassen Sie sich nicht darauf ein.

      Antworten
  • Hallo,
    ich betreibe eine Gaststätte und im Moment kann ich einiges nur schwer zahlen. Ich habe 9 Mitarbeiter auf Minijobbasis und eine Festangestellten (diese Kosten fressen einen auf). Der Festangestellte wird jetzt auf einen Minijob umgestellt.
    Mein Betrieb ist keine GmbH! Das Finanzamt hat mein Konto zu gemacht, weil ich die Umsatzsteuer nur schleppend zahlen konnte.
    Ich habe große Angst in die Insolvenz zu rutschen und alles zu verlieren, denn ich besitze ein kleines Haus für mich und meinen Sohn. Es ist kein eigenes Grundstück vorhanden, denn ich habe das Grundstück nur gepachtet, heißt, ich stehe nicht im Grundbuch und das Haus ist noch nicht bezahlt. Verliere ich das dann auch? Wenn bin ich nur geschäftlich insolvent und nicht privat….

    Was mache ich am Besten???

    Antworten
    • Jörg Franzke
      31. August 2014 14:25

      Hallo,
      seien Sie ehrlich zu sich selbst: Wenn Sie es trotz aller Sparmaßnahmen nicht schaffen, dann ist es besser aufzugeben, als sich über Jahre so lange zu quälen, bis man aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss. Es ist aber richtig, dass dann das Haus in Gefahr sein könnte. Der Pachtvertrag des Grundstückes ist zwar nicht betroffen, aber falls Sie die Hauseigentümerin sind, kann es eng werden. Aber leider haben Sie keine Wahl. Wenn Sie das Gewerbe nicht aufgeben, dann wird in den nächsten Wochen das Finanzamt einen Insolvenzantrag gegen Sie stellen. Tut mir leid für die schlechten Nachrichten.

      Antworten
  • Schwarz, Peter
    22. Juli 2014 15:40

    Sehr geehrter Herr Franzke,

    es schildert sich folgender Sachverhalt, Ich war 30 Jahre Selbständig und musste durch die AOK im April 2008 in Regelinsolvenz gehen.
    Vor meinem Mehrfamilienhaus (auch Selbstgenutzt) wurde die Komplette Straße inkl. Fußweg erneuert, Kostenpunkt 6.500,00 € Die Rechnung habe ich im Oktober 2008 erhalten.
    Die Baumaßnahmen fanden im Jahr 2007 statt. Die Rechnung wurde mir im Oktober 2008 Zugestellt.

    Muss ich diese Rechnung noch Begleichen oder fällt diese in die Insolvenz mit hinein?

    Besten Dank im Voraus

    Antworten
  • Herrmann, Klaus Dieter
    7. Juli 2014 23:37

    Sehr geehrter Herr Franzke,
    ich betreibe mit einem Geschäftspartner eine Wohnmobil Firma An-Verkauf. Vor ca. 9 Jahren fingen wir mit Vermietungen von Wohnmobilen an, seit 1.1.2012 ist der Betrieb so gewachsen, das wir uns ein Autohaus angemietet haben und aus der Firma eine OHG gemacht haben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir aber gute Umsätze erziehlt. Im Jahr 2012 ca 1,5 Mio.
    Ich bin noch voll Berufstätig und habe mehr im Hintergrung mitgewirkt (PC Arbeit und ab und zu beim Verkauf mitgeholfen), mein Geschäftspartner (kommt aus dem Kfz-Gewerbe und seine Frau (Steuerfachfrau) sind voll in der Firma tätig, plus 3 Angestellte.
    Nun stehen wir vor dem AUS.
    Aber es stehen
    ca. 145.000 € an Steuerschulden Finanzamt
    ca. 130.000 € an Darlehn
    weitere Schulden für Steuerberater, Zulieferer etc.
    insgesamt ca. 400.000 €
    Wir sind Zahlungunfähig, das Bankkonto ist gesperrt.
    Privat ist bei uns kein Vermögen vorhanden. Unser Haus wie auch das von meinem Geschäftspartner sind vor ca. einem Jahr auf unsere Frauen überschrieben worden und noch nicht abbezahlt. Meine Frau ist auch selbstständig im Bereich Buchhandel.
    Wie gehen wir jetzt am besten vor, ohne das wir in eine Privatinsolvenz geraten.
    Mit freundlichen Grüßen
    und großem Dank
    K. D. Herrmann

    Antworten
    • Jörg Franzke
      8. Juli 2014 7:25

      Hallo,
      Zunächst einmal müsste man sich überlegen, ob Sie das Unternehmen überhaupt fortführen wollen oder aufgeben. Wollen Sie das Unternehmen fortführen, müsste man überlegen, ob eine Insolvenz in Eigenverwaltung (kleines Schutzschirmverfahren) bei Ihrem Unternehmen möglich ist und man könnte das Unternehmen später in ca. neun Monaten über einen Insolvenzplan endgültig sanieren. Ein derartiges Verfahren hätte zur Folge, dass Sie sich zugleich die Privatinsolvenz sparen.

      Haben Sie sich aber entschieden nicht weiterzumachen bzw. ist eine Fortführung des Unternehmens in einem Schutzschirmverfahren nicht möglich, müsste man die OHG so schnell wie merklich abmelden und danach das Unternehmen abwickeln. Dies würde Ihnen aber eine Privatinsolvenz nicht ersparen, weil Sie alle privat haftend sind. um Ihnen die lange Laufzeit eines Privatinsolvenzverfahrens zu ersparen, müsste man für Ihre private Insolvenzverfahren Insolvenzplanverfahren beantragen und durchführen, damit Sie innerhalb eines Jahres schuldenfrei sind. Ob Sie durch das private Insolvenzplanverfahren die Häuser retten können, vermag ich noch nicht zu sagen. Bekanntlich ist das Insolvenzplanverfahren für Privatpersonen völlig neu, enthält aber hervorragende Möglichkeiten, selbst finanzierte Immobilien unbeschadet durch ein Insolvenzverfahren zu führen.

      Ihre Beratung ist aber derart komplex, dass ich Ihnen unbedingt empfehle den Kontakt zu mir aufzunehmen und eine persönliche Beratung zu führen. Falls Sie nicht in Berlin ansässig sind, kann auch eine Telefonkonferenz organisiert werden.

      Antworten
  • Thomas Rohs
    29. Juni 2014 10:48

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Wie auch im Fall bei Vesna Scholz Ihren Mann geht es mir genauso.
    Nur das mein Gläubiger die SOKA Bau ist .
    Es geht da um eine Summe von fast 20.000 €.
    Mein Verhältnis zu mein juristischen Beistand ist sehr gut, nur kann Sie mich in dieser Angelegenheit nicht beraten, da Sie eine Fachanwältin fürs Arbeitsrecht ist, und nicht für Insolvenzen usw.
    Ich betreibe seid 12 Jahren einen kleinen Baubetrieb.
    Nur nach etlichen Rückschlägen , ist mir die offenen Summe über den Kopf gewachsen, und meine Bank hat mir meine Kredite gekündigt.
    Meine Auftrgslage ist gut, und ich habe jeden Monat zu tun.
    Angestellte habe ich nicht mehr, will ich auch nicht mehr. Nur noch als kurzfristige Beschäftigung .
    Bitte helfen Sie mir !
    MfG
    T.Rohs

    Antworten
    • Jörg Franzke
      4. Juli 2014 6:36

      Hallo,
      klar helfe ich Ihnen. Die Frage ist nur, wie und was Sie gerne hätten. Teilzahlungsvergleiche mit der SOKA Bau sind nahezu ausgeschlossen, also bleibt nur: Bezahlen oder in die Insolvenz. Man müsste sich beraten und dann entscheiden, ob Sie mit laufendem Geschäftsbetrieb in die Insolvenz gehen, ob Sie das Gewerbe vorher abmelden und mit einer neuen Firma weitermachen, die Ihnen nicht gehört oder ob Sie die Selbständigkeit ganz einstellen und als Arbeitnehmer weitermachen.

      Antworten
  • Hallo,

    darf man rein rechtlich bei vorhanden Kontopfändungen und Eintrag ins Schuldnerverzeichnis mit dem Girokonto ins Ausland gehen ( zb Schweiz ) um wieder Geschäftlich aktiv zu werden, oder ist das rechtlich verboten bzw gibt es irgendwelche Probleme/Schwierigkeiten ?

    Antworten
    • Jörg Franzke
      11. Mai 2014 20:55

      Hallo,

      ja, das darf man. Wenn Ihr Konto gepfändet ist, dann haben Sie jederzeit dazu das Recht, bei einer anderen Bank ein neues Konto aufzumachen und dorthin das Einkommen überweisen zu lassen.

      Antworten
  • Hallo,

    was passiert, wenn dem Gesellschafter einer Ein-Mann-GmbH in den 12 Monaten vor Insolvenzantrag ingesamt 15.000 EUR stückchenweise als Darlehensrückzahlung zugeflossen sind, der Gesellschafter aber im Gegenzug in dieser Zeit der GmbH ca. 10.000 EUR wieder als Darlehen zur Verfügung gestellt hat.

    Muss der Gesellschafter dann im Anfechtungsfall 15.000 EUR an die GmbH zurückzahlen oder nur die Differenz, also 5.000 EUR?

    VG, Meier

    Antworten
    • Jörg Franzke
      11. April 2014 7:41

      Hallo,

      der Gesellschafter muss im Anfechtungsfall 15.000 EUR leisten. In der Insolvenz gilt das (vereinfachte) Prinzip: Alles was in die Gesellschaft geht, wird festgehalten, alles was raus geht, holt der Insolvenzverwalter zurück.
      Grüsse
      Franzke

      Antworten
  • Vesna Scholz
    7. März 2014 20:14

    Sehr geehrter Herr Franzke!

    Mein Mann ist seit 7 Jahren selbständiger Transportunternehmer. Durch unglückliche Umstände haben sich einige Schulden angehäuft. Er hat mit 2 Gläubigern eine Ratenvereinbarung getroffen. Mit dem 3., dem Finanzamt, hat unser Steuerberater eine Vereinbarung getroffen, daß wir eine Teilsumme bringen und den Rest in Raten abzahlen. Es geht um Umsatztsteuerschulden. Das FA hätte das Geld nächste Woche erhalten. Wir haben ein Geschäftsfahrzeug verkauft, welches nächste Woche vom Käufer abgeholt wird. Den Gewinn aus diesem Verkauf hätten wir an das FA gezahlt. Nun konnte sich wohl der Sachbearbeiter nicht gedulden und hat beim Amtsgericht ein Insolvenzantragsverfahren gestellt. Dieser kam heute per Einschreiben bei uns an. Soll ausgefüllt bis 17.03.14 ans Amtsgericht zurück. Welche Möglichkeiten haben wir diesen Insolvenzantrag abzuwenden? Die Steuerschulden betragen EUR 16.000,–. Unsere Auftragslage ist gut und wir hätten die Möglichkeit die Schulden in den nächsten Monaten stückweise abzutragen. Deshalb ärgern wir uns über die voreilige Handlungsweise des Finanzbeamten. Könnten Sie uns auch telefonisch beraten? Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    Scholz

    Antworten
    • Jörg Franzke
      9. März 2014 21:35

      Hallo,

      klar kann ich Sie telefonisch beraten. Die schlechte Nachricht ist aber: Finanzämter stellen immer Insolvenzanträge gegen Selbständige mit Steuerschulden. Den Insolvenzantrag kann man nur noch abwenden, indem man SOFORT ALLES bezahlt. Ist dies nicht möglich, muss man sich mit dem Insolvenzantrag abfinden. Damit man später die Restschuldbefreiung erhält, muss Ihr Mann so schnell wie möglich einen eigenen Insolvenzantrag stellen! Dann muss man sehen, wie es weitergeht. Das kommt auf den Insolvenzverwalter an. Es gibt durchaus die Möglichkeit, trotz Insolvenz selbständig zu bleiben, indem man mit dem Verwalter einen Deal macht: Er gibt den Gewerbebetrieb aus der Masse frei gegen Zahlung eines fest vereinbarten monatlichen Geldbetrages. Falls Sie weitere Infos wünschen, berate ich Sie gerne, hierzu bitte am besten einen Telefontermin buchen.

      Antworten

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