Regelinsolvenz beantragen für Einzelunternehmer und Freiberufler – so gelingt der Weg aus den Schulden

Die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit kann sehr viel Spaß bereiten. Der erfolgreiche Unternehmer geniest die Freiheit und Unabhängigkeit und verwirklicht eigene Ideen. Die Kehrseite ist das Risiko. Misslingt die Selbständigkeit, verhilft Ihnen die Regelinsolvenz zu einem Neustart und “pulverisiert” alle Schulden. Informieren Sie sich über die verschiedenen Varianten der Regelinsolvenz.

Allen Varianten der Regelinsolvenz ist gemeinsam, dass Sie wieder schuldenfrei sind. Wollen Sie die Selbständigkeit erhalten, wählen Sie eine der Fortführungs-Varianten. Die Regelinsolvenz dauert zwischen 1 und 5 Jahren.

 

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Es gibt verschiedene Varianten der Regelinsolvenz. Je nachdem, ob Sie Ihre Selbständigkeit fortführen wollen oder beenden. Die Regelinsolvenz dauert zwischen 6 Monate und 5 Jahre, danach sind Sie schuldenfrei.

Entscheiden Sie sich also zunächst, ob Sie Ihren Betrieb fortführen wollen oder schließen. Wollen Sie den Betrieb schließen und beenden, erkläre ich Ihnen, wie Sie die Regelinsolvenz bestmöglich vorbereiten. Das wichtigstes Ziel ist es, dass Sie möglichst schnell wieder schuldenfrei sind. Wollen Sie aber selbständig bleiben, erkläre ich Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten in der Regelinsolvenz. Sie bleiben trotz Regelinsolvenz selbständig. Sie behalten Ihren Betrieb und sind zwischen sechs Monaten und fünf Jahren wieder schuldenfrei.

Variante 1: Sie wollen selbständig bleiben:

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Insolvenzplan für Selbständige

Sie können die Regelinsolvenz mit dem Insolvenzplan auf ein Jahr abkürzen

Variante 2: Sie wollen die Selbständigkeit beenden:

Regelinsolvenz beantragen mit laufendem Geschäftsbetrieb

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Regelinsolvenz mit laufendem Geschäftsbetrieb beantragen

Wollen Sie Ihren Geschäftsbetrieb aufgeben, stellen Sie beim Amtsgericht einfach einen Antrag auf Eröffnung einer Regelinsolvenz. Danach warten Sie ab, was passiert. Daraufhin wird Sie ein Insolvenzverwalter aufsuchen und alles übernehmen. Läuft das Geschäft noch, wird der Insolvenzverwalter Sie dazu zu bringen, dass Sie den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten und fortführen. Hierzu müssen Sie wissen, dass Sie für die Fortführung kein Geld erhalten und ausschließlich der Insolvenzverwalter profitiert.

Geschäftsbetrieb schließen und danach in die Regelinsolvenz

Vermeiden Sie vorprogrammierten Ärger mit dem Insolvenzverwalter und schließen Sie Ihren Geschäftsbetrieb selbst. Das dürfen Sie. Als Einzelunternehmer bzw. Freiberufler besteht keine Insolvenzantragspflicht. Den Insolvenzantrag stellen Sie später. Lassen Sie erst ca. drei Monate vertreichen. So wird aus der Unternehmens-Insolvenz gewissermaßen eine Privatinsolvenz. Ihre Entschuldung verläuft einfacher und leichter. Sie können diese Variante mit dem Insolvenzplan kombinieren. Dann dauert es ca. 12 Monate, bis Sie schuldenfrei sind.

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Als spezialisierter Rechtsanwalt bringe ich eine zwanzigjährige Erfahrung aus tausenden Beratungs-Fällen mit.

Als Sanierungsberater und erfahrener Krisenmanager stehe ich Ihnen und Ihrem Unternehmen während der gesamten Regelinsolvenz treu zur Seite. Ich unterstütze Sie in allen rechtlichen Angelegenheiten, die das Verfahren mit sich bringt. Kombinieren Sie die Regelinsolvenz mit der Planinsolvenz. Damit schaffen wir es, Sie innerhalb eines Jahres oder schneller aus den Schulden zu befreien. So beurteilen mich meine Mandanten:

Ich kann Herrn Franzke bedenkenlos Empfehlen. Er besitzt eine hohe fachliche Kompetenz und viel Erfahrung in seinem Sachgebiet.
Ich möchte mich nochmal bedanken für die super Arbeit und Beratung!

Freiberuflerin, Berlin

Bewertung vom 10.03.2020

Einen Tag nachdem wir uns bei Ihm gemeldet hatten kam die Rückmeldung von Herrn Franzke, drei Tage später saß er bei uns im Büro und noch einmal anderthalb Wochen später konnte der Insolvenzantrag bei Gericht eingereicht werden. Von da an lief alles wie von Herrn Franzke vorhergesehen und nach nur 7 Monaten konnten wir das Insolvenzverfahren zu einem positiven Abschluss bringen.
Wir können uns nicht vorstellen, dass ein derartiges Verfahren noch professioneller und angenehmer durchgeführt werden kann und können Herrn Franzke nur uneingeschränkt weiter empfelen.

Bauingenieur, Essen

Bewertung vom 18.02.2020

Ich bin Garten- und Landschaftsbauer mit damals rund 40 Mitarbeitern. Weil meine Auftraggeber mich hängen ließen und nicht bezahlten, bin ich selbst in Not geraten. Zusammen mit RA Franzke an meiner Seite bin ich durch das Schutzschirmverfahren. Das Verfahren hat ein Jahr gedauert. Herr RA Franzke hat für mich einen Schuldenschnitt verhandelt. Auf 3 Mio. € Schulden musste ich 1 % bezahlen und jetzt bin ich schuldenfrei. Vielen Dank, Herr RA Franzke, ich empfehle Sie immer weiter.

Garten- und Landschaftsbetrieb, Leipzig

Bewertung vom 09.04.2019

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Dann schreiben Sie mir eine Mail und erklären Sie Ihr Anliegen. Ich melde mich  zu einer kurzen Vorbesprechung.

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Oder wünschen Sie eine Telefon-Beratung?

Falls Sie eine ausführliche Beratung zur Regelinsolvenz wünschen, buchen Sie hier einen telefonischen Beratungstermin. Wir besprechen den bestmöglichen Weg aus den Schulden. Des weiteren die Varianten der Regelinsolvenz, falls Sie trotz Insolvenz selbständig bleiben wollen. Dauer: 45 min/ 150€.

Erfahrungen & Bewertungen zu Rechtsanwalt Jörg Franzke

Beantragen Sie die Regelinsolvenz online:

Wollen Sie die Regelinsolvenz online beantragen, empfehle ich Ihnen meine neue App oder Online-Formular. Super einfach, super innovativ! Die Nutzung ist kostenfrei. (Gebühren erst nach Beauftragung.)

Online-Formular:

In die Regelinsolvenz Schritt für Schritt

Sie erfahren in 10 kleinen Schritten, wie Sie die Regelinsolvenz bestmöglich vorbereiten und wie das Verfahren abläuft. Die Regelinsolvenz ist vielschichtiger, als eine Privatinsolvenz. Aber bei guter Vorbereitung und mit meinen Tipps wird Ihnen nach der Regelinsolvenz die Restschuldbefreiung sicher sein.

1. Schritt: Vorbereitung

Bei Regelinsolvenz keine Antragspflicht

Bei der Regelinsolvenz ist die Restschuldbefreiung schwieriger zu erlangen als bei der Privatinsolvenz. Deshalb rate ich Ihnen zu einer sorgfältigen Vorbereitung und Beratung. Der Weg in die Restschuldbefreiung kann trickreich sein. Dies beginnt schon bei der Antragstellung. Nur der GmbH-Geschäftsführer (jur.Pers.) muss sofort Regelinsolvenz beantragen. Der Einzel-Unternehmer oder Freiberufler hat hierzu keine gesetzliche Pflicht.

Gesetzeslücke ausnutzen

Diese Gesetzeslücke sollte der Einzel-Unternehmer ausnutzen, indem er den Geschäftsbetrieb einstellt und selbst abwickelt. Die Regelinsolvenz beantragt er ca. drei Monate später. Für den Unternehmer ist das vorteilhaft, weil ihm Entscheidungsfreiheit verbleibt. Möchte er zum Beispiel die Selbständigkeit mittels Auffanggesellschaft “fortsetzen”, benötigt er Überbrückungszeit. Ein neugieriger Insolvenzverwalter wäre in diesem Stadium nur hinderlich.

Hohe Anforderungen an Vollständigkeit

Weil Ihnen in der Regelinsolvenz formale Fehler beim Ausfüllen des Formulars für den Insolvenzantrag zum Verhängnis werden können und die Restschuldbefreiung gefährden, sollten Sie sorgfältig sein. Der Gesetzgeber stellt hohe Anforderungen. Er verlangt, dass der Insolvenzantrag vollständig und richtig ist. Die Vollständigkeit und Richtigkeit müssen Sie ausdrücklich bestätigen. Der Gesetzgeber erwartet, dass Sie all Ihre Gläubiger nennen.

Betrieb selbst schließen

Bei einem laufenden Geschäftsbetrieb ist es kaum möglich, den Insolvenzantrag vollständig auszufüllen. Es können neue Gläubiger hinzukommen, die Sie derzeit nicht kennen. Vergessene Gläubiger dürfen einen Antrag auf Versagung der Restchuldbefreiung stellen. Schließen Sie den Geschäftsbetrieb deswegen erst einmal selbst. Warten Sie eine Zeitlang ab, welche Gläubiger hinzukommen. Danach haben Sie ein viel klareres Bild von Ihren Schulden.

2. Schritt: Handlungsspielräume bewahren

Strategische Neuausrichtung braucht Zeit

Klug handelt, wer dem Zahlungsengpass rechtzeitig ins Auge sieht und frühzeitig die „Landung“ vorbereitet. Dies erhöht den Handlungsspielraum des Unternehmers. Seien Sie also ehrlich zu sich selbst und gestehen Sie sich ein, dass die Selbständigkeit sich nicht mehr lohnt und Sie immer tiefer in die Schulden geraten. Der Handlungsspielraum ist vor allem dann erforderlich, wenn Sie als Unternehmer trotz Insolvenz selbständig bleiben wollen. Die damit verbundene Neustrukturierung erfordert Zeit. Aber auch wer die Selbständigkeit dauerhaft aufgegeben möchte, sollte rechtzeitig die richtige strategische Position besetzen und erst nachdem er fest im Sattel sitzt, mit der Entschuldung beginnen.

Dem Druck der Gläubiger standhalten

Falsch ist es auf jeden Fall, mit laufendem Geschäftsbetrieb die Insolvenz einzuleiten, sei der Druck der Gläubiger auf den Unternehmer auch noch so groß. Der Einzelunternehmer oder Freiberufler hat im Gegensatz zum GmbH-Geschäftsführer keine Insolvenzantragspflicht und genau diesen Vorteil gilt es bestmöglich auszunutzen. Das heißt aber nicht, dass Sie gar nichts mehr machen. Denn dann besteht die Gefahr, dass ein Gläubiger wie Finanzamt oder ein Sozialversicherungsträger einen Fremd-Insolvenzantrag gegen Sie stellt. Dies wäre eine äußerst ungünstigste Ausgangslage zu einer erfolgreichen Entschuldung.

3. Schritt: Umgehen Sie Pfändungen

Pfändungen bringt den Unternehmer in Schwierigkeiten, weil dringend benötigte Zahlungseingänge “verloren” sind. Es stellt sich die Frage, wie man bei gepfändetem Konto die Zahlungen auf ein anderes Konto umleiten kann und ob man das darf. Hierzu gilt folgendes:

Als Einzelunternehmer oder Freiberufler dürfen Sie das. Eröffnen Sie ein neues Konto auf Ihren Namen und teilen Sie Ihren Geschäftspartnern die neue Bankverbindung mit. Das neue Konto bleibt erst einmal unentdeckt. In der Krisen ist es sinnvoll, wenn Sie ein  Reservekonto einrichten. 

Buchen Sie einen Beratungstermin

Falls Sie eine ausführliche Beratung wünschen, wie Sie die Regelinsolvenz zu Ihrem eigenen Vorteil vorbereiten, buchen Sie hier einen Telefontermin, ca. 45 min/ 150€.

4. Schritt: Bilden Sie eine Kriegskasse

Pfändungsgrenzen nicht für Unternehmer

Damit ein Schuldner nach einer Pfändung nicht gänzlich ohne Geld dasteht, hat der Gesetzgeber die Pfändungsgrenzen eingeführt. Das heißt, das Einkommen des Schuldners unterhalb dieser Pfändungsgrenze darf nicht gepfändet werden. Die Pfändungsgrenze beginnt bei 1190 € Nettoeinkommen und erhöht sich je nach Einkommen und Unterhaltspflichten.

Insolvenzverwalter darf alles pfänden

Die schlechte Nachricht ist, dass der gesetzliche Pfändungsschutz nur für Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit gilt. Unternehmern und Freiberuflern darf man alles pfänden! Manche Unternehmer meinen ich übertreibe und sagen: “Das kann doch nicht sein, der Insolvenzverwalter muss mir noch Geld zum Leben übrig lassen”. Das ist naiv.

Zeit überbrücken mit Kriegskasse

Die Regel, dass der Insolvenzverwalter alle Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit pfänden darf, gilt zumindest für das vorläufige Insolvenzverfahren. Also für drei Monate. In dieser Zeit leben Sie von Ihren Bar-Reserven, die Sie als Kriegskasse in Ihrer Keksdose vor der Insolvenz angespart haben. Natürlich gibt es diese Keksdose offiziell gar nicht. 

5. Schritt: Wählen Sie besten Weg aus den Schulden

Sie wollen die Selbständigkeit fortführen

Wollen Sie die Selbständigkeit fortführen, wählen Sie eines der Sanierungswerkzeuge:

  • Schutzschirmverfahren,
  • Auffanggesellschaft
  • Freigabe des Geschäftsbetriebes
  • Übertragende Sanierung.

Jedes Verfahren hat Vorteile und Nachteile und nicht jedes Verfahren ist auf Ihren speziellen Fall anwendbar. Das für Sie richtige Sanierungsverfahren hängt von der Struktur Ihres Unternehmens ab, von der Größe, der Anzahl der Arbeitnehmer, dem Anlage- und Umlaufvermögen samt Besicherung, usw. Die Verfahren lassen sich auch kombinieren, um Sie mit dem Insolvenzplan schnell zu entschulden.

Sie wollen die Selbständigkeit aufgeben

Wollen Sie die Selbständigkeit aufgeben, bringen Sie die wichtigsten Geschäfte noch zu Ende (oder auch nicht, niemand kann Sie dazu zwingen). Danach melden Sie das Gewerbe ab. Die Geschäftsräume schließen Sie und übersenden den Schlüssel dem Vermieter. Die Mitarbeiter kündigen Sie ordenlich und schicken Sie zum Arbeitsamt. Zahlungseingänge nehmen sie jedenfalls und auch nach abgemeldeten Gewerbe entgegen. Aus diesen Zahlungseingängen füllen Sie Ihre Kriegskasse, für die Übergangszeit, die nun kommt. 

6. Schritt: Retten Sie, was gerettet werden darf

Vorsicht Fremdeigentum

Rettungsaktionen vor der Regelinsolvenz sind eine kniffelige Sache. Viele Gegenstände im Unternehmen sind geleast oder wurden auf Finanzierung gekauft und stehen damit in fremdem Sicherungseigentum. Lassen Sie hiervon unbedingt die Finger. Zu berücksichtigen ist außerdem das Vermieterpfandrecht der Gewerbeeinheit, das automatisch mit einem Zahlungsrückstand entsteht.

Vorsicht Anfechtung

Wahrscheinlich wird der Insolvenzverwalter sich für Ihre Vergangenheit interessieren. Er will wissen, welches Vermögen Sie vor der Insolvenz an wen verteilt haben. Bitte halten Sie sich an den Grundsatz: Keine Überweisungen von Ihrem Geschäftskonto oder Privatkonto an eine nahe stehende Person. Denn die Überweisung ist anfechtbar. Die begünstigte Person muss die Zahlung zurückerstatten. 

Vorsicht gemeinsame Haftung

Entflechten Sie Vermögen von Risiko. Besitzen zB mit Ihrem Ehegatten eine Immobilie und haben Sie beide zusammen das Hausdarlehn unterschrieben, sind Ehegatte und Immobilie in Gefahr. Im Insolvenzfall ist die finanzierende Bank ein Gläubiger. Auch dann, wenn die Immobilie nicht zum Betriebsvermögen gehört oder der Ehegatte die Kreditraten regelmäßig bedient. Allein aufgrund Ihres Vermögensverfalls darf die Bank kündigen.

7. Schritt: Insolvenz starten mit der App oder Online-Formular

Beratung spart das Lehrgeld ein

Die Erfahrung zeigt, dass bei der Regelinsolvenz einer Firma oder Freiberuflers eine vorherige persönliche Beratung sehr wichtig ist. Die Kosten hierfür machen Sie duch Vermeidung falscher Entscheidungen allemal wieder wett. Buchen Sie deshalb vorab eine telefonische Beratung zur Vorbereitung der Regelinsolvenz im Wert von 150 EUR. Danach wissen Sie, wie Sie bestmöglich Regelinsolvenz anmelden, mit möglichst geringen negativen Folgen. In dem Beratungsgespräch legen wir außerdem einen Fahrplan fest. An diesem können Sie sich orientieren.

Für den Antrag die App oder Online-Formular

Ist bei Ihnen jedoch alles klar, das Gewerbe längst abgewickelt und geht es nur noch um den Insolvenzantrag und die Restschuldbefreiung, sparen Sie sich das Beratungsgespräch. Laden Sie sich meine App aufs Händy und starten Sie mit modernsten Mitteln die Regelinsolvenz. Oder Sie nutzen mein Online-Formular.

Gebrauchsanweisung

Die Tools bestehen aus vier Teilen: 1. Angaben zum Unternehmen, 2. Angaben zu den persönlichen Verhältnissen, 3. Gläubigerliste erstellen und 4. Uns Anwälte beauftragen. Weil Sie privat haften, bitte auch die persönlichen Vermögensverhältnisse offenlegen. Sie können die Tools kostenfrei benutzen. Kosten entstehen erst, machdem Sie uns hierzu schriftlich beauftragt haben.

8. Schritt: Antrag bei Gericht einreichen

Vorläufige Insolvenz

Nachdem wir anhand Ihrer Daten den Insolvenzantrag mit Anlagen fertig haben, übersenden wir alles an das zuständige Insolvenzgericht. Ca. eine Woche später eröffnet das Gericht das vorläufige Insolvenzverfahren. Das eigentliche Insolvenzverfahren (=Hauptverfahren) folgt drei Monate später.

 

Insolvenzverwalter 

Unmittelbar nachdem das Insolvenzgericht eröffnet hat, kontaktiert Sie ein Insolvenzverwalter. Der Insolvenzverwalter wird Sie entweder in den Geschäftsräumen aufsuchen. Oder er lädt Sie zum Inverview in seine Kanzlei, wenn keine Geschäftsräume mehr vorhanden sind.

Gläubigerinteressen

Zu Beginn sind Insolvenzverwalter freundlich und hilfsbereit. Sie zeigen sich  als guter Freund, dem man alle Sorgen und Geheimnisse anvertrauen kann. Lassen Sie sich keinesfalls täuschen. Die Interessen der Gläubiger überwiegen. Der Insolvenzverwalter vertritt die Gläubiger. Ihr Schicksal ist ihm völlig egal.

Rotkäppchen

Insolvenzverwalter verhalten sich ungefähr so wie der Wolf bei Rotkäppchen … Also vorsichtig sein.

9. Schritt: Der weitere Ablauf der Regelinsolvenz

Verhaltenstipps in der Regelinsolvenz

Wie die Insolvenz verläuft, liegt insbesondere an der Person des Insolvenzverwalters und wie Sie mit der neuen Situation zurecht kommen. Deshalb hierzu ein paar Verhaltenstipps:

 

  • Bedenken Sie, der Insolvenzverwalter ist nicht Ihr Freund, sondern Ihr Feind. Behandeln Sie ihn respektvoll.
  • Der Insolvenzverwalter ist auch nicht Ihr Rechtsanwalt. Das heißt, er wird kaum reagieren, wenn Sie Fragen haben oder mit ihm sprechen wollen. Dazu ist er nicht verpflichtet.
  • Lassen Sie den Insolvenzverwalter in Ruhe. Wenn er etwas von Ihnen will, wird er sich SCHRIFTLICH bei Ihnen melden.

Der restliche Weg bis Sie schuldbefreit sind

Sobald der Insolvenzverwalter die Verwertung der Insolvenzmasse und die Feststellung aller Schulden abgeschlossen hat, bestimmt das Insolvenzgericht den Schlusstermin. Bei der Regelinsolvenz kommt es zum Schlusstermin erfahrungsgemäß erst nach ca. 2  Jahren.

Mit dem Schlusstermin endet die eigentliche Insolvenz und es beginnt die Wohlverhaltenszeit. Insolvenz und Wohlverhaltenszeit zusammen dauern auf den Tag genau fünf Jahre, ab dem Gerichtsbeschluss, mit dem das Gericht die Verbraucherinsolvenz eröffnet hat.

Sind die fünf Jahre Gesamtzeit schließlich abgelaufen, erlässt das Gericht einen Beschluss, der Sie von allen Schulden befreit. Die Schufa vermerkt nochmals für drei Jahre. Dann ist auch dieser Eintrag gelöscht.

Anfechtung nervt in der Regelinsolvenz

Im Gegensatz zur Privatinsolvenz recherchiert der Insolvenzverwalter gerne in Ihrer Vergangenheit, insbesondere ob Sie vor der Insolvenz noch Vermögen auf nahestehende Personen übertragen haben. Diese wird er anfechten. Die Zahlung wird samt Zinsen zurückgeholt. Das kann sehr unangenehm werden. Finanziell intakte Familienmitglieder werden in Ihre Schuldenproblematik mit hineingezogen.

Im Insolvenzverfahren können Sie nach wie vor tun und lassen, was Sie wollen. Sie müssen den Insolvenzverwalter beispielsweise nicht fragen, ob Sie in den Urlaub fahren oder die Wohnung wechseln dürfen. Der Insolvenzverwalter ist nur für die Insolvenzmasse da. Das heißt: Wie Sie Ihr pfändungsfreies Einkommen ausgeben, geht nach wie niemanden etwas an!

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Regelinsolvenz Tipps

Wenn Sie Unternehmer sind und eine Insolvenz unabwendbar ist, sollten Sie vorbereitet sein. Lesen Sie meine Insolvenz-Tipps und Sie werden die gröbsten Fehler vermeiden.

Erster Tipp: Wählen sie den richtigen Zeitpunkt für die Regelinsolvenz

1. Tipp

Als Einzelunternehmer oder Freiberufler den Betrieb selbst abwickeln. Danach die Regelinsolvenz.

Der beste Zeitpunkt, wann Sie die Regelinsolvenz beantragen, hängt von Ihrem Unternehmen ab. Als Einzelunternehmer oder Freiberufler besteht keine Antragspflicht.

An Stelle eines unüberlegten Insolvenzantrages sollten Sie den Geschäftsbetrieb zunächst einstellen und abwickeln. So vorzugehen, ist für Einzelunternehmer und Freiberufler vorteilhaft.

Will z. B. eine andere Person einen gleichartigen Gewerbebetrieb mit Ihnen als angestellten Geschäftsführer gründen und ist die Gründung noch nicht abgeschlossen, wird ein neugieriger Insolvenzverwalter hinderlich sein. Ist der Geschäftsbetrieb abgewickelt, wird Ihr Insolvenzantrag und später das Insolvenzverfahren leichter und risikoärmer sein.

Ein Antrag mit laufendem Geschäftsbetrieb dient in erster Linie der bestmöglichen Befriedigung der Gläubiger. Stellen Sie den Antrag später nachdem der Betrieb abgewickelt ist, dient das Verfahren Ihrer Entschuldung.

Zweiter Tipp: Bleiben Sie selbständig trotz Regelinsolvenz

2. Tipp

Beantragen Sie nicht unüberlegt die Regelinsolvenz. Seit Einführung des Schutzschirmverfahrens stehen Ihnen Wege offen. Sie behalten Ihre Firma und sind binnen Jahresfrist schuldbefreit.

Wenn Sie trotz Insolvenzverfahren selbständig bleiben wollen, stehen Ihnen vier Möglichkeiten offen:

  • Entweder, Sie gehen mit laufendem Geschäftsbetrieb in die Insolvenz und beantragen beim Insolvenzverwalter die Freigabe des Gewerbetriebs aus der Insolvenzmasse.
  • Oder Sie kaufen dem Insolvenzverwalter Ihr eigenes Unternehmen ab.
  • Oder jemand gründet eine Auffanggesellschaft. Dort sind Sie später als Arbeitnehmer beschäftigt.
  • Oder: Sie nehmen sich einen Sanierungsberater und planen mit Ihm ein Schutzschirmverfahren.

Alle Varianten haben Vor- und Nachteile und bergen spezielle Risiken. Bis zur Freigabe des Geschäftsbetriebes aus der Insolvenzmasse darf Sie der Insolvenzverwalter gewaltig ärgern. So mancher betroffene Unternehmer gibt entnervt auf. Aber es handelt es sich um die „billigste“ und einfachste Methode.

Die Gründung einer Auffanggesellschaft mit einem „ähnlichen“ Geschäfte wie bisher birgt ein Risiko. Man könnte Ihnen einen Gestaltungsmissbrauch vorwerfen. Der Schutzschirm ist meines Erachtens die beste Methode. Allerdings eignet sich ein solches Verfahren erst ab einer bestimmten Umsatzgröße.

Dritter Tipp: Schlüpfen Sie unter den Schutzschirm, bevor es brenzlig wird

3. Tipp

Ihr Ihr Betrieb rentabel, werden Sie aber wegen widriger Umstände in die Knie gezwungen, schlüpfen Sie unter den Schutzschirm. 

Ihr Ihr Betrieb zu groß für eine Auffanggesellschaft, beantragen Sie das Schutzschirmverfahren. Das Schutzschirmverfahren stellt Ihren Betrieb unter Gläubigerschutz. Das Arbeitsamt übernimmt drei Lohnrunden.

Im Schutzschirmverfahren erarbeiten wir einen Sanierungs- und Insolvenzplan. Den Insolvenzplan legen wir den Gläubigern zur Abstimmung vor. Stimmen die Gläubiger für den Insolvenzplan, zahlt das Unternehmen eine machbare Quote und ist danach schuldenfrei.

Das Schutzschirmverfahren eignet sich für alle rentablen Betriebe, die an Altlasten kranken. Mit Hilfe des Schutzschirms werden diese Altlasten mit einer geringen Quote abgefunden.

Das Schutzschirmverfahren ist auch die richtige Wahl, wenn der Kostenabbau im Unternehmen mit herkömmlichen Mitteln nicht schnell genug geht. Stellen Sie nicht einfach einen Insolvenzantrag, wenn Sie als Unternehmer pleite sind. Seit Einführung des neuen Schutzschirmverfahrens stehen Ihnen mehrere Wege offen, um sich schnell binnen Jahresfrist zu entschulden.

Vierter Tipp: Entschulden Sie sich selbst und Ihre Firma in 1 Jahr oder schneller

4. Tipp

Entschulden Sie Ihr Unternehmen und sich selbst mit einem Insolvenzplan binnen Jahresfrist.

Als Einzelunternehmer bzw. Freiberufler entschulden Sie sich mit Hilfe der Planinsolvenz in 1 Jahr. Vereinfacht ausgedrückt ist der Insolvenzplan ein Teilzahlungsvergleich mit den Gläubigern unter gerichtlicher Aufsicht. Das heißt, anstelle 100% der Schulden erhalten die Gläubiger lediglich 5% oder 10%. Die Möglichkeit, sich per Insolvenzplan zu entschulden, war bisher nur größeren Unternehmen vorbehalten. Der Insolvenzplan setzt sich zunehmend bei kleineren Unternehmen und Freiberuflern durch.

Ein Insolvenzplan lohnt sich. Die Schulden-Befreiung dauert ungefähr ein Jahr: Drei Monate bis Insolvenzeröffnung, drei Monate bis zum Feststellungs-Termin und weitere drei Monate bis zur Abstimmung über den Insolvenzplan.

Damit ein Insolvenzplan gelingt, hat der Gesetzgeber einige Erleichterungen eingebaut. Die erforderliche Stimmen-Mehrheit lässt sich leicht erreichen.

 

Fünfter Tipp: Behalten Sie Ihre Firma trotz Insolvenz unter Kontrolle

5. Tipp

Führen Sie Ihre Firma in Eigenverwaltung. Dann wird Sie sehr wahrscheinlich die Regelinsolvenz überleben. 

Eigenverwaltung bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt “im Amt” und führt den Betrieb wie bisher fort. Anstelle eines Insolvenzverwalters bestellt das Gericht einen Sachwalter. Der Sachwalter beaufsichtigt, ob die Sanierung die Gläubiger schädigt. So lange kein Schaden eintritt, lässt er die Geschäftsführung in Ruhe.

Will der Unternehmer seinen Betrieb erhalten, schafft die Eigenverwaltung die besten Voraussetzungen dazu: Eine normle Regelinsolvenz ist auf Zerschlagung programmiert. Deshalb die Eigenverwaltung. Die Eigenverwaltung bezweckt die Fortführung des Unternehmens.

Die Sanierung in der Eigenverwaltung ist nach ca. neun bis zwölf Monaten abgeschlossen. Die Geschäftsbeziehungen überstehen diese Frist und bestehen weiter. Die Eigenverwaltung ist für Kunden und Lieferanten weitgehend unsichtbar

Die Eigenverwaltung auch für den persönlich haftenden Geschäftsführer vorteilhaft. Es bestehen gute Aussichten, den Geschäftsführer bei Eigenverwaltung aus der Haftung zu befreien. Den Gläubigern ist klar, dass die Sanierung nur mit einer intakten Geschäftsführung sinnvoll ist.

Sechster Tipp: Leiten Sie vor der Insolvenz kein Geld an Familienmitglieder um

6. Tipp

Überweisen Sie vor der Insolvenz kein Geld an Freunde oder Familie. Verkaufen Sie nicht die Betriebseinrichtung an die Auffanggesellschaft.

Bei jedem Insolvenzverfahren, egal ob Schutzschirm oder Eigenverwaltung oder Regelinsolvenz wird der Insolvenzverwalter die Anfechtung prüfen. Der Insolvenzverwalter will wissen, ob Sie vor der Insolvenz und in dem Wissen der bevorstehenden Unternehmenspleite noch Zahlungen an “Family and Friends” geleistet haben.

Derartige Zahlungen wird der Insolvenzverwalter anfechten und zurückholen. Die Anfechtung kann sehr nervig sein. Familienmitglieder, die dem Unternehmer gefällig sein wollten, sind den Regressforderungen des Insolvenzverwalters ausgesetzt.

Die Anfechtung gegenüber Familienmitgliedern ist für den Insolvenzverwalter aus gesetzlichen Gründen besonders einfach. Deshalb mein Rat: Lassen Sie es sein. Statt dessen heben Sie das Geld in Bar ab und legen es in die Keksdose. Das ist gesetzlich erlaubt und belastet nicht hilfsbereite Familienmitglieder.

Das Geld in der Keksdose dürfen Sie maßvoll für den Lebensunterhalt ausgeben. Sie dürfen auch die Betriebseinrichtung verkaufen und die Einnahmen für den Lebensunterhalt verbrauchen.

Siebter Tipp: Verstecken Sie nur, was Ihnen später nicht auf die Füße fällt

7. Tipp

Verbleibt aus Ihrer Selbständigkeit ein Guthaben, dürfen Sie dieses auch vor der Insolvenz noch maßvoll ausgeben. Bei Bargeschäften ist die Anfechtung verboten.

Oft werde ich gefragt, welches Vermögen man vor der Regelinsolvenz verstecken darf. Auf solch direkte Fragen kann ich nur antworten: „Gar nichts“, alles ist verboten.

Es gibt Mandanten, die verstecken alles, was nicht in den Geschäftsbüchern steht. Dies mag der eine oder andere so machen. Für Einzelunternehmer oder Freiberufler gilt, dass dieser die Betriebseinrichtung verkaufen und den Verkaufserlös maßvoll verbrauchen darf.

Führen Sie außerdem ein Rechtsgeschäft als Bargeschäft durch, darf der Insolvenzverwalter dieses Geschäft nicht anfechten. Ein Bargeschäft liegt vor, wenn Leistung und Gegenleistung in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Im  Klartext: Wenn der Unternehmer die erbrachte Leistung des Auftragnehmers sofort nach Leistungserbringung wie bei einen Tagelöhner mit Bargeld bezahlt.

Also darf der kurz vor der Insolvenz stehende Unternehmer per Bargeschäft noch Zahlungen an befreundete Unternehmer leisten. Der Insolvenzverwalter darf Bargeschäfte nicht anfechten.