Regelinsolvenz hilft Selbstständigen aus den Schulden

Die Regelinsolvenz entschuldet Einzelunternehmer und Freiberufler. Sie verhilft zu einem Neustart und annulliert die Schulden. Die  Regelinsolvenz beinhaltet mehrere Varianten, die man kombinieren kann. Hier finden Sie Tipps zum Ablauf und können sich hilfreiche Tools wie die Insolvenz-App kostenfrei aufs Handy laden. Damit ist der Regelinsolvenzantrag einfach.

Regelinsolvenz, was ist das?

Einfach erklärt: Die Regelinsolvenz ist genauso wie die Privatinsolvenz ein gerichtliches Verfahren, um sich aus den Schulden zu befreien. Der Unterschied der Regelinsolvenz zur Privatinsolvenz besteht nach der gesetzlichen Definition in dem Personenkreis, an den sich das Verfahren wendet: Die Regelinsolvenz ist für folgende natürliche Personen vorgesehen:

  • Einzelunternehmer
  • Freiberufler
  • Gewerbetreibende, Solo-Selbstständige
  • GbR, OHG

Wer früher einmal selbstständig war, mehr als 20 Gläubiger hat oder Arbeitslöhne oder Sozialversicherungsbeiträge schuldet, beantragt ebenfalls die Regelinsolvenz und nicht die Privatinsolvenz.

Die Regelinsolvenz dauert 36 Monate. Der vom Insolvenzgericht bestellte Insolvenzverwalter verwertet das Vermögen und zieht 36-mal das pfändbare Einkommen des Schuldners zur Insolvenzmasse.

Die Regelinsolvenz umfasst sowohl das Privatvermögen als auch das Betriebsvermögen. Dafür erhalten die Schuldner nicht nur für die Schulden aus dem Gewerbe die Restschuldbefreiung, sondern auch für die privaten Schulden. Es ist also nicht erforderlich, mit der Regelinsolvenz gleichzeitig eine Privatinsolvenz zu beantragen.

Der Unterschied zwischen der Regelinsolvenz und der Privatinsolvenz bzw. Verbraucherinsolvenz ist für den betroffenen Schuldner ohne Bedeutung. Es lohnt sich also nicht die Privatinsolvenz anzustreben, um eine Regelinsolvenz zu vermeiden.

Ab wann in die Regelinsolvenz?

Die Voraussetzungen, ab wann die Regelinsolvenz zu beantragen ist, sind bei Weitem nicht so streng wie als Geschäftsführer eine GmbH oder UG haftungsbeschränkt. Für die GmbH besteht eine strenge Insolvenzantragspflicht, sobald die Zahlungsunfähigkeit gemäß § 17 InsO eintritt.

Diese Pflicht hat ein Einzelunternehmer nicht. Der Selbstständige darf seinen Geschäftsbetrieb über die Zahlungsunfähigkeit hinaus fortführen, ohne sich wegen Insolvenzverschleppung strafbar zu machen. Dies ist großer Vorteil der Regelinsolvenz.

Als Gewerbetreibender, Freiberufler können Sie trotz Schulden so lange weitermachen, bis jemand einen Insolvenzantrag gegen Sie stellt oder eine Gewerbeuntersagung. Das übernehmen regelmäßig die Finanzämter und Sozialversicherungsträger. Steuerrückstände oder Schulden bei Krankenkassen lösen einen Insolvenzantrag gegen Sie aus.

Wurde ein Insolvenzantrag gegen Sie gestellt, stecken Sie in der Falle und müssen handeln: Entweder Sie begleichen den Rückstand sofort und vollständig. Danach ersuchen Sie den Gläubiger, den Insolvenzantrag zurückzunehmen. Oder Sie fügen sich und stellen einen eigenen Insolvenzantrag. Das Gesetz gibt Ihnen hierzu 10 Tage Zeit. Unterlassen Sie den Eigenantrag, eröffnet das Gericht die Regelinsolvenz ohne Restschuldbefreiung.

Ein Insolvenzverfahren ohne Restschuldbefreiung müssen Sie unbedingt vermeiden. Suchen Sie nach einem Fremdantrag unbedingt rechtlichen Beistand auf. Wir beraten Sie, wie Sie trotz Regelinsolvenz Ihren Betrieb fortführen können und beantragen den Eigenantrag mit Restschuldbefreiung.

Überlegen Sie sich genau, ab wann Sie die Regelinsolvenz beantragen. Je länger Sie die Insolvenz hinauszögern, desto weniger Aussichten bestehen, dass Sie Ihr Gewerbe fortführen können. Dies gilt vor allem für Einzelunternehmen mit Angestellten wie etwa Handwerksbetriebe.  Je tiefer die Zahlungsunfähigkeit, desto geringer sind die Chancen auf eine Sanierung Ihres Betriebes mit der Eigenverwaltung, Schutzschirmverfahren oder Restrukturierungsverfahren.

Übertragende Sanierung in der Regelinsolvenz

Eine Auffang-Gesellschaft vor der Regelinsolvenz gründen

Ablauf der Regelinsolvenz

Der Ablauf der Regelinsolvenz lässt sich in fünf Phasen aufteilen:

  1. Regelinsolvenz beantragen
  2. vorläufiges Insolvenzverfahren
  3. Hauptverfahren
  4. Wohlverhaltensperiode
  5. Restschuldbefreiung

1. Schritt: Regelinsolvenz beantragen

Bevor Sie die Regelinsolvenz anmelden, müssen Sie sich überlegen, was Sie mit der Regelinsolvenz überhaupt erreichen wollen. Wollen Sie nur die Restschuldbefreiung? Oder wollen Sie Ihren Betrieb retten und sanieren? Wollen Sie Ihre Selbstständigkeit in der Insolvenz oder darüber hinaus erhalten? Oder möchten Sie das Gewerbe abmelden und aufgeben?

Während es bei der Privatinsolvenz immer nur darauf ankommt, wieder schuldenfrei zu sein, ist die Regelinsolvenz vielfältiger. Je nachdem, welche Selbstständigkeit Sie ausüben und ob Sie weitermachen oder aufgeben wollen, stehen Ihnen in der Regelinsolvenz verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Das sind: die Eigenverwaltung, der Schutzschirm, die Restrukturierung, die Auffanggesellschaft, Freigabe aus der Insolvenzmasse, usw.

Sind die Ziele bestimmt, beantragen wir die Regelinsolvenz. Je nachdem, für welches Regelinsolvenz-Verfahren Sie sich entscheiden, arbeiten wir den entsprechenden Antrag auf Regelinsolvenz aus. Den einfachen Antrag können Sie hier selbst mit dem Online-Formular oder der App stellen. Wollen Sie Ihr Unternehmen aber erhalten und fortführen und insbesondere eines der Sanierungsverfahren beantragen, brauchen Sie die Fach-Beratung eines Anwalts.

Bei der Regelinsolvenz ist kein Schuldenbereinigungsplan notwendig. Sie könnten den Antrag auf PDF einfach ausfüllen und bei Gericht abgeben. Einfach ohne Anwalt den Antrag ausfüllen und abgeben empfehle ich Ihnen aber ausdrücklich nicht. Sie riskieren eine Ablehnung mangels Masse oder gar die Restschuldbefreiung.

2. Schritt: Vorläufiges Insolvenzverfahren

Nachdem das Insolvenzgericht den Antrag auf Regelinsolvenz angenommen hat, wird das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet. Gleich zu Beginn lernen Sie Ihren (vorläufigen) Insolvenzverwalter kennen. Dieser ist sehr neugierig und will alles zu Ihren Finanzen wissen. Sie müssen umfassend Auskunft erteilen.

Mit Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens sind Sie finanziell eingeschränkt. Verfügungen über Ihr privates oder betriebliches Vermögen muss der Insolvenzverwalter genehmigen. Insbesondere dürfen Sie nichts mehr ohne Zustimmung der Insolvenzverwaltung überweisen.

Die zunehmenden Einschränkungen können für einen unabhängigen Unternehmer sehr demütigend sein. Wer seinen Geschäftsbetrieb ohnehin aufgeben möchte, sollte deshalb die Regelinsolvenz erst nach der Gewerbeabmeldung anmelden. Das erspart dem Unternehmer manch unangenehme Erfahrung.

Gibt es Mitarbeiter in Ihrem Betrieb, wird die Insolvenzverwaltung das Insolvenzgeld organisieren. Die Mitarbeiter erhalten das Insolvenzgeld für die letzten drei Monate vor der Eröffnung des Hauptverfahrens. Die Mitarbeiter sind also versorgt.

Sie selbst erhalten für Ihren Lebensunterhalt den Freibetrag, der dem unpfändbaren Einkommen eines Arbeitnehmers entsprechend der gesetzlichen Pfändungstabelle  nahekommt. Das ist Usus. Einen Rechtsanspruch darauf haben Sie aber nicht.

Wie bei der Privatinsolvenz benötigen Sie ein Pfändungsschutzkonto für Ihre privaten Ausgaben. Das (beschränkte) Guthaben ist keine Insolvenzmasse. Sie können frei darüber verfügen.

3. Schritt: Hauptverfahren

Das vorläufige Insolvenzverfahren dauert maximal drei Monate. In dieser Zeit hat der vorläufige Insolvenzverwalter das Insolvenzeröffnungs-Gutachten erstellt. Aus diesem Gutachten können Sie alles Wichtige für den Fortgang Ihrer Regelinsolvenz entnehmen. Auf der Grundlage dieses Gutachtens eröffnet das Gericht das Hauptverfahren.

Mit dem Insolvenzeröffnungs-Beschluss werden Sie „enteignet“. Ihr gesamtes pfändbares betriebliches und privates Vermögen geht auf den Insolvenzverwalter über. Dieser beginnt auch sofort mit der Verwertung der Insolvenzmasse.

Verfügen Sie noch über einen intakten Betrieb, wird der Insolvenzverwalter versuchen, diesen zu verkaufen. Gelingt der Verkauf im Ganzen nicht, verkauft er die Einzelteile. Sie selbst haben nichts mehr zu melden. Sie haben noch nicht einmal ein Einsichtsrecht, wie die Insolvenzverwaltung das Unternehmen verwertet.

Eine andere häufige Möglichkeit der Verwertung ist es, dass Sie Ihren Geschäftsbetrieb unter der Aufsicht des Insolvenzverwalters fortführen dürfen und er die Gewinne entnimmt. Damit Sie an Bord bleiben, verspricht er, Ihnen den Geschäftsbetrieb irgendwann wieder zu übergeben.

Sollte Ihr Geschäftsbetrieb für die Insolvenzmasse unrentabel sein, wie etwa bei einem Solo-Selbstständigen, wird der Insolvenzverwalter Ihre Selbstständigkeit aus der Insolvenzmasse freigeben. Damit will der Insolvenzverwalter die Insolvenzmasse eigentlich vor Risiken schützen, die mit der Betriebsfortführung verbunden sind. Für Sie als betroffenen Schuldner ist die Freigabe aus der Insolvenzmasse aber äußerst vorteilhaft. Sie sind wieder Ihr eigener Herr und dürfen unbegrenzt verdienen. Statt einer Gewinnabschöpfung zahlen Sie der Insolvenzverwaltung fest vereinbarte Raten.

Im Hauptverfahren werden außerdem die Gläubiger beteiligt. Die Gläubiger können ihre Forderungen zu einer Insolvenztabelle anmelden. Die Insolvenztabelle bestimmt, wem Sie wie viel Geld schulden und ist die Grundlage für die spätere Quote für die Verteilung.

Schließlich führt der Insolvenzverwalter die Anfechtung durch. Die Anfechtung kann ein großes Ärgernis sein. Anfechtung bedeutet zum Beispiel: Sie haben vor der Insolvenz einem Familienmitglied ein Darlehn zurückgezahlt. Das Familienmitglied wusste oder hätte wissen müssen, dass Sie pleite sein. Dann muss das Familienmitglied den erhaltenen Betrag erstatten. Es ergibt also keinen Sinn, wenn Sie kurz vor der Regelinsolvenz noch Darlehn begleichen oder Vermögenswerte übertragen. Da müssen Sie geschickter sein!

Die Regelinsolvenz können Sie mit der Planinsolvenz auf ungefähr ein Jahr abkürzen. Bieten Sie hierzu den Gläubigern einen Insolvenzplan an und lassen Sie darüber abstimmen. Die Planinsolvenz ist die beste Art, eine Regelinsolvenz abzuschließen.

4. Schritt: Wohlverhaltensphase

Die Regelinsolvenz ist in zwei Phasen eingeteilt: das eigentliche Insolvenzverfahren und die Wohlverhaltensphase. Dauert das eigentliche Insolvenzverfahren weniger als 36 Monate, folgt darauf die Wohlverhaltensphase, bis die 36 Monate abgelaufen sind. Für Sie als betroffenen Schuldner ändert sich wenig. Ihnen kann es egal sein, ob Sie noch im Insolvenzverfahren sind oder in der Wohlverhaltensphase. Für Sie zählen die 36 Monate.

5. Schritt: Restschuldbefreiung

Sind die 36 Monate Laufzeit der Regelinsolvenz abgelaufen, erhalten Sie die Restschuldbefreiung. Damit sind Sie schuldenfrei. Die Restschuldbefreiung wird aber nicht sofort am Ende des letzten Monates erteilt, sondern ein paar Monate später. Nur die Zeit, in der Ihr Einkommen gepfändet wird, endet nach genau 36 Monaten. Das Gericht beansprucht eine weitere Bearbeitungszeit bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung und schließlich bis zur Aufhebung des Insolvenzverfahrens.

Freigabe aus der Insolvenzmasse für Solo-Selbstständige

Die Regelinsolvenz hier online beantragen:

Um unseren Mandantinnen und Mandanten die Vorbereitung der Regelinsolvenz so leicht wie möglich zu machen, haben wir die Insolvenz-App entwickelt. In der App können Sie alle relevanten Daten sammeln, abfotografierte Unterlagen verwalten und das Gläubigerverzeichnis erstellen. Die App lädt Ihre Unterlagen und Einträge automatisch hoch in eine Cloud, auf die unsere Kanzlei zugreifen kann. So müssen wir keine dicken Briefe oder Ordner hin und her schicken und Sie behalten stets den Überblick über das Verfahren. Auf der Grundlage der hochgeladenen Daten führen wir das vorgeschriebene Schuldenbereinigungsverfahren durch und füllen den Insolvenzantrag für Sie aus. Diesen müssen Sie am Ende nur noch unterschreiben.

Badge zum Formular Regelinsolvenz anmelden
Button für App Insolvenz beantragen
App für Antrag auf Privatinsolvenz

Wie lange dauert die Regelinsolvenz?

Einfach erklärt dauert die Regelinsolvenz seit dem 01.01.2021 nur noch drei Jahre. Aber das ist die halbe Wahrheit. Der zeitliche Ablauf und die Laufzeit der Regelinsolvenz gestaltet sich in Etwa wie folgt:

  • Vorbereitung und Insolvenzantragsverfahren: 2 Monate
  • Bearbeitungszeit des Gerichts bis Anordnung vorläufige Insolvenz: 1 Tag bis 4 Wochen
  • Vorläufiges Insolvenzverfahren: 2 bis 3 Monate
  • Hauptverfahren: 36 Monate
  • Bearbeitungszeit des Gericht bis Erteilung der Restschuldbefreiung: 2 bis 3 Monate
  • Beschluss über die Aufhebung des Insolvenzverfahrens: 1 bsi 3 Monate.
  • Löschung der Schufa-Einträge: 36 Monate ab Aufhebung des Insolvenzverfahrens.

Sie können den zeitlichen Ablauf der Regelinsolvenz erheblich mit einer Planinsolvenz auf ungefähr 1 Jahr verkürzen. Planinsolvenz bedeutet: Ein Ihnen nahestehender Sponsor bietet Ihren Gläubigern eine Sonderzahlung, wenn diese auf alle Schulden verzichten. Über den Insolvenzplan stimmen die Gläubiger in einem Gerichtstermin ab. Bei Erfolg wird die Regelinsolvenz sofort beendet. Es gibt keine Schulden mehr, die Gläubiger haben schließlich verzichtet.

Freiberufler in der Regelinsolvenz, ein kleiner Ratgeber

Regelinsolvenz, was darf ich behalten?

Was Sie in der Regelinsolvenz behalten dürfen, bestimmen die gesetzlichen Freibeträge. Unterscheiden Sie zunächst zwischen Ihrem Vermögen und Ihrem Einkommen, das Sie in den nächste 36 Monaten verdienen werden.

Geschützes Vermögen in der Regelinsolvenz

Zunächst zum Vermögen: Gesetzlich geschützt ist die Wohnung, also die Einrichtung, die Kleidung, Telefone und Computer. Kurzum alles, was zu einer bescheidenen Lebensführung notwendig ist.  Das war es auch schon mit dem Pfändungsschutz. Alles andere Vermögen darf der Insolvenzverwalter wegnehmen und verwerten:

  • Ihr Auto unterliegt nur dann dem Pfändungsschutz, wenn Ihr Arbeitgeber bescheinigt, dass Sie das Auto zur Ausübung Ihrer Erwerbstätigkeit benötigen. Andere Argumente wie: Leben auf dem Land, Gehbehinderung, Oma im Rollstuhl, usw. zählen leider nicht. Wollen Sie das Auto behalten, müssen Sie es der Insolvenzverwaltung abkaufen.
  • Ihre Lebensversicherungen, irgendwelche Forderungen zum Beispiel aus Darlehnsverträgen, usw. werden ebenfalls eingezogen. Nur Mini-Versicherungen bis zu einem Rückkaufwert von ca. 4.000 € dürfen Sie behalten.
  • Das Eigenheim und das Betriebsgrundstück des Einzelunternehmers unterliegt ebenfalls dem Insolvenzbeschlag und wird verwertet. Die Banken kündigen automatisch mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens alle Kredite. Die Immobilien werden also entweder von der Bank versteigert oder von der Insolvenzverwaltung.
  • Auch das gesamte Betriebsvermögen, bestehend aus Betriebs- und Geschäftsausstattung, Maschinen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräte, usw. gehören zur Insolvenzmasse und darf der Insolvenzverwalter verwerten.

Geschütztes Einkommen in der Regelinsolvenz

Ihr Einkommen während der Regelinsolvenz ist wie folgt geschützt:

  • Die Einkünfte eines Selbstständigen hingegen sind überhaupt nicht vor dem Zugriff des Insolvenzverwalters geschützt. Ein Insolvenzverwalter darf all Ihre Kunden anweisen, dass Ihre Rechnungen nur noch an ihn zu bezahlen sind.

Dann steht der Selbstständige ohne alles da und muss zum Amt und dort Hartz IV beantragen. Das ist hart. In der Praxis hat es sich deswegen eingebürgert, dass der Insolvenzverwalter Ihnen einen Freibetrag entsprechend der gesetzlichen Pfändungstabelle belässt. Aber nur, wenn Sie weiterhin in Ihrem Betrieb mitarbeiten und damit im Interesse der Insolvenzmasse tätig sind.

All diese schlechten Nachrichten lassen sich bei guter Vorbereitung auf die Regelinsolvenz aber weitgehend abfedern. Gerne erkläre ich Ihnen, wie das geht.

Streben Sie eine Sanierung Ihres Betriebes mit der Eigenverwaltung, Schutzschirm oder Restrukturierung an, gelten die harten oben beschriebenen Folgen der Regelinsolvenz nicht. Bei Fortführung Ihres Gewerbes in Eigenverwaltung dürfen Sie das Betriebsvermögen weiterhin behalten und verwalten.

Haftung des Ehegatten bei Firmeninsolvenz

Die Regelinsolvenz mit dem Online-Formular beantragen:

Badge zum Formular Regelinsolvenz anmelden

Kosten der Regelinsolvenz

Die Kosten der Regelinsolvenz lassen sich einteilen in folgende Positionen:

  • Kosten für den Anwalt, der die Regelinsolvenz vorbereitet und Sie eventuell während der Insolvenz betreut
  • Kosten der Insolvenzverwaltung
  • Gerichtskosten

Die Kosten für den Anwalt handeln Sie aus. Am besten, Sie schließen mit ihm eine Honorarvereinbarung. Die gesetzliche Gebührenordnung RVG für Rechtsanwälte ist bei Beratung zur Regelinsolvenz nur schwer anwendbar.

Eine staatliche Beratungshilfe für die Vorbereitung der Regelinsolvenz gibt es nicht. Sparen Sie sich den Weg zu einer öffentlichen Schuldenberatung. Diese mögen für Privatinsolvenzen fachlich geeignet sein, nicht aber für Regelinsolvenzen.

Die Verfahrenskosten, also die Gebühren für die Insolvenzverwaltung und das Gericht müssen Sie zunächst nicht interessieren. Zugleich mit dem Antrag auf Regelinsolvenz beantragen wir die Stundung der Verfahrenskosten. Dann übernimmt der Staat zunächst die Verfahrenskosten, was die Abweisung mangels Masse unmöglich macht.

Erwirtschaftet der Insolvenzverwalter in den nächsten 3 Jahren eine Insolvenzmasse und das ist bei Regelinsolvenzen meistens der Fall, werden daraus die Verfahrenskosten bezahlt. Ist das Verfahren hingegen masselos, müssen Sie am Ende die Kosten der Regelinsolvenz an die Justizkasse abstottern.
 

Regelinsolvenz, Vorteile und Nachteile

Die Vorteile der Regelinsolvenz liegen auf der Hand: Sie sind am Ende schuldenfrei. In Kombination mit Sanierungsverfahren wie der Eigenverwaltung lassen sich ganze Unternehmen entschulden.

Wenden wir uns den Nachteilen der Regelinsolvenz zu:

  • Der größte Nachteil ist natürlich die Verwertung Ihres Vermögens. Die nächsten 36 leben Sie nur von Ihrem Selbstbehalt entsprechend der Pfändungsfreigrenze. Sie müssen sich außerdem den hartnäckigen Fragen des Insolvenzverwalters stellen.
  • Haben Sie vor der Insolvenz noch Vermögenswerte an Ihre Familie übertragen, wie etwa ein Haus oder ein Auto, ist Streit mit dem Insolvenzverwalter vorprogrammiert. Der Insolvenzverwalter wird den Übertragungsvorgang anfechten und rückgängig machen. Oft erfolgt ein erbitterter Rechtsstreit, unter dem die ganze Familie leidet. Die Anfechtungsrechte von Insolvenzverwaltern sind jedoch sehr weitgehend. Oft unterliegt der Gegner. Deswegen ist es zumeist besser, etwas nachzugeben und mit dem Insolvenzverwalter einen Vergleich auszuhandeln. Oder Sie legen gleich einen Insolvenzplan vor, welcher all diese Konflikte  einvernehmlich löst und regelt. So vorzugehen, spart Ihnen Zeit und Nerven.
  • Als Einzelunternehmer oder Freiberufler haften Sie nicht wegen Insolvenzverschleppung. Strafbar ist jedoch auch für Einzelunternehmer das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen, also wenn Sie die Arbeitnehmeranteile Ihrer Mitarbeiter nicht an die Krankenkasse abführen.
  • Nehmen Sie sich außerdem vor Straftatbeständen wie Verletzung der Buchführungspflicht gemäß § 283 b StGB und Bankrott § 283 StGB in acht. Eine Bestrafung wegen Bankrott ist äußerst unangenehm, denn Sie erhalten überhaupt keine Restschuldbefreiung. Strafbarer Bankrott liegt schon dann vor, wenn Sie Bilanz-pflichtig sind und die Handelsbilanz nicht rechtzeitig zum 30.06. des Folgejahres bei bundesanzeiger.de hochladen.  Überprüfen Sie das selbst und verlassen Sie sich niemals auf Ihren Steuerberater.
  • Weiterer Nachteil der Regelinsolvenz ist, dass Sie für Schulden aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung keine Restschuldbefreiung erhalten. Das wären etwa die vorgenannten Arbeitnehmeranteile, Steuerschulden aufgrund Steuerstraftaten, Unterhaltsschulden nach Bestrafung wegen Verletzung der Unterhaltspflicht, usw. Gegen diese Schulden kann aber der Insolvenzplan helfen.

Wer kann Regelinsolvenz beantragen?

Regelinsolvenz beantragen kann jede natürliche Person, die selbstständig ist. Oder die Person war früher einmal selbstständig und hat mehr als 20 Gläubiger oder schuldet Arbeitslöhne. 

Weitere Voraussetzung ist natürlich, dass diese Person zahlungsunfähig oder drohend zahlungsunfähig ist. Das ist bereits dann der Fall, wenn die fälligen Forderungen um 10 % höher sind, als die liquiden Mittel in Ihrem Unternehmen. Eine Insolvenzantragspflicht besteht aber nicht. Sie können Regelinsolvenz beantragen, aber Sie müssen nicht. 

Der Personenkreis der Regelinsolvenz besteht also aus: Freiberufler, Einzelunternehmer, Kleinunternehmer, Kleingewerbe, Nebengewerbe, Solo-Selbstständige, usw. GmbH-Geschäftsführer hingegen beantragen für die GmbH, also juristische Person, ein anderes Insolvenzverfahren. 

Die Regelinsolvenz ist auch bei einer Personengesellschaft wie GbR oder OHG oder KG das richtige Verfahren. Falls Sie die Personengesellschaft aber nicht mit einer Eigenverwaltung oder Schutzschirm sanieren wollen, stellen  Sie besser keinen Insolvenzantrag für die Personengesellschaft. Besser ist es, Sie lösen die Personengesellschaft per Gesellschafterbeschluss auf. Danach beantragt jeder Gesellschafter eine Regelinsolvenz. Als Gesellschafter einer Personengesellschaft haften Sie ohnehin mit Ihrem Privatvermögen. Ersparen Sie sich ein zusätzliches Insolvenzverfahren, indem Sie die Personengesellschaft vorher auflösen.   

Sind Sie ein „Wiederholungstäter“ und wollen Sie die Regelinsolvenz ein zweites Mal beantragen, gelten Sperrfristen: 11 Jahre nach erteilter Restschuldbefreiung und 5 Jahre, wenn das Insolvenzverfahren ohne Restschuldbefreiung abgebrochen wurde.

Die Einzelfirma Insolvenz für Gewerbebetriebe

Regelinsolvenz für eine GbR anmelden

Wie melde ich Regelinsolvenz an?

Regelinsolvenz melden Sie am besten an, indem Sie einen spezialisierten Anwalt damit beauftragen. Die Regelinsolvenz bedarf einer gewissen Beratung und Vorbereitung, um den betroffenen Schuldner vor dem Schlimmsten zu bewahren. 

Etwas anderes gilt, wenn die selbstständige Tätigkeit eingestellt oder das Gewerbe abgemeldet wurde und nur noch die Schulden übrig bleiben. Fehlt das Geld für den Anwalt, beantragen Sie die Regelinsolvenz notfalls selbst. Achten Sie peinlich darauf, dass all Ihre Angaben in dem Antragsformular für die Regelinsolvenz und insbesondere die Angaben zu den Gläubigern vollständig und richtig sind. 

Einen Kompromiss bei schmalem Geldbeutel bieten wir hier auf unserer Webseite an. Sie können die Regelinsolvenz entweder mit unserem Online-Formular beantragen oder Sie laden sich unsere App aufs Handy und melden die Regelinsolvenz darüber an.

Für die Bearbeitung Ihres Antrages auf Regelinsolvenz verlangen wir zwar auch eine Gebühr. Aber diese hält sich sehr in Grenzen und Sie haben die Sicherheit, dass Ihr Antrag auf Regelinsolvenz korrekt gestellt ist und Sie die Restschuldbefreiung am Ende erhalten.

Buchen Sie eine Beratung zur Regelinsolvenz

Beratung, wie ein Einzelunternehmer oder Freiberufler bestmöglich eine Insolvenz vorbereitet, wie er seine selbständige Tätigkeit fortführen kann, was erlaubt ist und was verboten, die Möglichkeit zur Abkürzung, usw. Dauer: 45 Minuten, 150€

Regelinsolvenz, wie viele Gläubiger?

Bei der Regelinsolvenz können Sie beliebig viele Gläubiger haben. Eine Beschränkung gibt es nicht. Rekord in meiner Beratung war ein Webshop-Betreiber mit tausenden Kunden. 

Jeder Gläubiger muss aber in der Gläubigerliste Ihres Insolvenzantrages vermerkt sein. Bei Großgläubigern wie Telekom müssen Sie unbedingt auch das Bearbeitungszeichen wie Kundennummer oder Rechnungsnummer angeben. Ohne diese Nummer ist die Anschrift des Gläubigers ungültig. 

Vergessene Gläubiger sollten Sie während des Insolvenzverfahrens der Insolvenzverwaltung nachreichen. Wurde ein wichtiger Gläubiger vergessen, kann er die Versagung der Restschuldbefreiung beantragen. 

Haben Sie den Überblick über Ihre Gläubiger verloren und wissen Sie nicht mehr, wem Sie Geld schulden, rate ich Ihnen unbedingt zu Planinsolvenz. Der Insolvenzplan wirkt auch gegen vergessene Gläubiger.

Wann endet die Regelinsolvenz?

Die Regelinsolvenz endet mit dem gerichtlichen Beschluss über die Aufhebung des Insolvenzverfahrens. Sie sind nach erteilter Restschuldbefreiung von allen Schulden befreit und dürfen neues Vermögen bilden. Kurzum: Sie sind wieder schuldenfrei. 

Leider wird Ihre schlechte Bonität noch eine Weile anhalten. In der Regel speichert die Schufa die Negativ-Daten noch drei Jahre. Der gleiche Zeitraum gilt für Creditreform, Bürgel, usw. 

Gerade als Selbstständiger kann die schlechte Bonität nach der Regelinsolvenz einem Berufsverbot gleich kommen. Deshalb gibt es erste Urteile, die der Schufa die Speicherung der Negativdaten über die Aufhebung des Insolvenzverfahrens hinaus verbieten.  Ob sich die Erleichterungen allgemein verbindlich durchsetzen, müssen wir abwarten.

Ihr Weg aus den Schulden, so erreichen Sie mich

Sie können mich und meine Kanzlei Dols | Franzke Rechtsanwälte und Notar wie folgt erreichen:

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Regelinsolvenz mit dem Online-Formular beantragen

Badge zum Formular Regelinsolvenz anmelden

Regelinsolvenz mit der Insolvenz-App beantragen

App für Antrag auf Privatinsolvenz
Button für App Insolvenz beantragen

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