Regelinsolvenz entschuldet Einzelunternehmer und Freiberufler

Die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit kann sehr viel Spaß bereiten. Der erfolgreiche Unternehmer geniest die Freiheit. Er ist selbstbestimmt und verwirklicht eigene Ideen. Die Kehrseite ist das Risiko. Misslingt die Selbständigkeit, darf man man sich nicht entmutigen lassen. Sondern man steht wieder auf und macht weiter. Die Regelinsolvenz entschuldet Einzelunternehmer und Freiberufler. Sie verhilft Ihnen zu einem Neustart und annulliert Ihre Schulden.

Regelinsolvenz ist nicht gleich Regelinsolvenz

Die Regelinsolvenz ist heutzutage nicht mehr gleich Regelinsolvenz. Sondern die Regelinsolvenz kennt mehrere Varianten, die man auch kombinieren kann. Wollen Sie selbständig bleiben, wählen Sie eine der Fortführungs-Varianten. Wollen Sie den Betrieb hingegen einstellen, die Schließungs-Varianten.

Entscheiden Sie sich also zunächst, ob Sie Ihren Betrieb fortführen wollen oder schließen. Wollen Sie den Betrieb schließen und beenden, erkläre ich Ihnen, wie Sie die Regelinsolvenz bestmöglich vorbereiten. Das wichtigstes Ziel ist es, dass Sie möglichst schnell wieder schuldenfrei sind. Wollen Sie aber selbständig bleiben, erkläre ich Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten in der Regelinsolvenz. Sie bleiben trotz Regelinsolvenz selbständig. Sie behalten Ihren Betrieb und sind zwischen sechs Monaten und fünf Jahren wieder schuldenfrei.

Variante 1: Sie wollen selbständig bleiben

Wenn Sie selbständig bleiben wollen, dann kommt es darauf an, den Geschäftsbetrieb möglichst zu erhalten. Die Entschuldung in der Regelinsolvenz läuft also parallel während Sie Ihr Geschäft weiterführen. Um dieses Ziel zu erreichen, kommen folgende Varianten in Betracht:

Hunde bringen Schirme wegen Schutzschirmverfahren

Schutzschirmverfahren bzw. Insolvenz in Eigenverwaltung für größere Einzelunternehmen.

Freiberufler freut sich nach Freigabe Geschäftsbetrieb aus Insolvenzmasse

Freigabe des Geschäftsbetriebes aus der Insolvenzmasse für Einzelkämpfer und Freiberufler möglichst ohne Mitarbeiter

Entspannter Unternehmer nach übertragender Sanierung im Schutzschirmverfahren

Übertragende Sanierung unter Mitwirkung des Insolvenzverwalters

Unternehmer entscheidet sich für Auffanggesellschaft vor Regelinsolvenz

Auffanggesellschaft vor der Regelinsolvenz, wenn die Trennung des Geschäftsbetriebes von dem Regelinsolvenzverfahren sinnvoll ist

Variante 2: Sie wollen die Selbständigkeit beenden:

Wollen Sie den Geschäftsbetrieb aufgeben und nich länger selbständig sein, kommt es Ihnen vor allem auf eine verlässliche und möglichst schnelle Entschuldung an. Den Geschäftsbetrieb und die damit verbundenen Pflichten wollen Sie nur noch loswerden. Damit Sie dieses Ziel erreichen, entscheiden Sie sich für eine der folgenden Varianten:

Ein Unternehmer beantragt die Regelinsolvenz erst nach Geschäftsaufgabe

Den Geschäftsbetrieb erst einstellen und danach in die Regelinsolvenz

Eine Frau schaut auf die Uhr weil der Insolvenzplan so schnell ist

Die Schulden möglichst schnell loswerden, mit Hilfe der Planinsolvenz

Welche Variante für Ihren speziellen Fall die beste ist, sollten wir in einer Beratung klären. Zwischenzeitlich machen Sie sich auf meiner Webseite schlau. Lesen Sie meine Beiträge zu den Varianten der Regelinsolvenz und außerdem: Wie die Regelinsolvenz abläuft, Schritt für Schritt.

Als spezialisierter Rechtsanwalt bringe ich eine zwanzigjährige Erfahrung aus tausenden Beratungs-Fällen mit.

Als Sanierungsberater und erfahrener Krisenmanager stehe ich Ihnen und Ihrem Unternehmen während der gesamten Regelinsolvenz treu zur Seite. Ich unterstütze Sie in allen rechtlichen Angelegenheiten, die das Verfahren mit sich bringt. Unser Team berät Sie. Kombinieren Sie die Regelinsolvenz mit der Planinsolvenz. Damit schaffen wir es, Sie innerhalb eines Jahres oder schneller aus den Schulden zu befreien.

Ich kann Herrn Franzke bedenkenlos Empfehlen. Er besitzt eine hohe fachliche Kompetenz und viel Erfahrung in seinem Sachgebiet.
Ich möchte mich nochmal bedanken für die super Arbeit und Beratung!

Freiberuflerin, Berlin

Bewertung vom 10.03.2020

Ich bin Garten- und Landschaftsbauer mit damals rund 40 Mitarbeitern. Weil meine Auftraggeber mich hängen ließen, bin ich selbst in Not geraten. Zusammen mit RA Franzke an meiner Seite bin ich durch das Schutzschirmverfahren. Es hat ein Jahr gedauert. Herr RA Franzke hat einen Schuldenschnitt ausgehandelt. Auf 3 Mio. € Schulden musste ich 1 % bezahlen. Jetzt bin ich schuldenfrei. Vielen Dank, Herr RA Franzke, ich empfehle Sie immer weiter.

Garten- und Landschaftsbetrieb, Leipzig

Bewertung vom 09.04.2019

Regelinsolvenz Schritt für Schritt

Sie erfahren in 10 kleinen Schritten, wie Sie die Regelinsolvenz bestmöglich vorbereiten und wie das Verfahren abläuft. Die Regelinsolvenz ist vielschichtiger, als eine Privatinsolvenz. Aber bei guter Vorbereitung und mit meinen Tipps wird Ihnen nach der Regelinsolvenz die Restschuldbefreiung sicher sein.

1. Schritt: Vorbereitung

Bei Regelinsolvenz keine Antragspflicht

Bei der Regelinsolvenz ist die Restschuldbefreiung schwieriger zu erlangen als bei der Privatinsolvenz. Deshalb rate ich Ihnen zu einer sorgfältigen Vorbereitung und Beratung. Der Weg in die Restschuldbefreiung kann trickreich sein. Dies beginnt schon bei der Antragstellung. Nur der GmbH-Geschäftsführer (jur.Pers.) muss sofort Regelinsolvenz beantragen. Der Einzel-Unternehmer oder Freiberufler hat hierzu keine gesetzliche Pflicht.

Gesetzeslücke ausnutzen

Diese Gesetzeslücke sollte der Einzel-Unternehmer ausnutzen, indem er den Geschäftsbetrieb einstellt und selbst abwickelt. Die Regelinsolvenz beantragt er ca. drei Monate später. Für den Unternehmer ist das vorteilhaft, weil ihm Entscheidungsfreiheit verbleibt. Möchte er zum Beispiel die Selbständigkeit mittels Auffanggesellschaft “fortsetzen”, benötigt er Überbrückungszeit. Ein neugieriger Insolvenzverwalter wäre in diesem Stadium nur hinderlich.

Hohe Anforderungen an Vollständigkeit

Weil Ihnen in der Regelinsolvenz formale Fehler beim Ausfüllen des Formulars für den Insolvenzantrag zum Verhängnis werden können und die Restschuldbefreiung gefährden, sollten Sie sorgfältig sein. Der Gesetzgeber stellt hohe Anforderungen. Er verlangt, dass der Insolvenzantrag vollständig und richtig ist. Die Vollständigkeit und Richtigkeit müssen Sie ausdrücklich bestätigen. Der Gesetzgeber erwartet, dass Sie all Ihre Gläubiger nennen.

Betrieb selbst schließen

Bei einem laufenden Geschäftsbetrieb ist es kaum möglich, den Insolvenzantrag vollständig auszufüllen. Es können neue Gläubiger hinzukommen, die Sie derzeit nicht kennen. Vergessene Gläubiger dürfen einen Antrag auf Versagung der Restchuldbefreiung stellen. Schließen Sie den Geschäftsbetrieb deswegen erst einmal selbst. Warten Sie eine Zeitlang ab, welche Gläubiger hinzukommen. Danach haben Sie ein viel klareres Bild von Ihren Schulden.

2. Schritt: Handlungsspielräume bewahren

Strategische Neuausrichtung braucht Zeit

Klug handelt, wer dem Zahlungsengpass rechtzeitig ins Auge sieht und frühzeitig die „Landung“ vorbereitet. Dies erhöht den Handlungsspielraum des Unternehmers. Seien Sie also ehrlich zu sich selbst und gestehen Sie sich ein, dass die Selbständigkeit sich nicht mehr lohnt und Sie immer tiefer in die Schulden geraten. Der Handlungsspielraum ist vor allem dann erforderlich, wenn Sie als Unternehmer trotz Insolvenz selbständig bleiben wollen. Die damit verbundene Neustrukturierung erfordert Zeit. Aber auch wer die Selbständigkeit dauerhaft aufgegeben möchte, sollte rechtzeitig die richtige strategische Position besetzen und erst nachdem er fest im Sattel sitzt, mit der Entschuldung beginnen.

Dem Druck der Gläubiger standhalten

Falsch ist es auf jeden Fall, mit laufendem Geschäftsbetrieb die Insolvenz einzuleiten, sei der Druck der Gläubiger auf den Unternehmer auch noch so groß. Der Einzelunternehmer oder Freiberufler hat im Gegensatz zum GmbH-Geschäftsführer keine Insolvenzantragspflicht und genau diesen Vorteil gilt es bestmöglich auszunutzen. Das heißt aber nicht, dass Sie gar nichts mehr machen. Denn dann besteht die Gefahr, dass ein Gläubiger wie Finanzamt oder ein Sozialversicherungsträger einen Fremd-Insolvenzantrag gegen Sie stellt. Dies wäre eine äußerst ungünstigste Ausgangslage zu einer erfolgreichen Entschuldung.

3. Schritt: Umgehen Sie Pfändungen

Pfändungen bringt den Unternehmer in Schwierigkeiten, weil dringend benötigte Zahlungseingänge “verloren” sind. Es stellt sich die Frage, wie man bei gepfändetem Konto die Zahlungen auf ein anderes Konto umleiten kann und ob man das darf. Hierzu gilt folgendes: Als Einzelunternehmer oder Freiberufler dürfen Sie das. Eröffnen Sie ein neues Konto auf Ihren Namen und teilen Sie Ihren Geschäftspartnern die neue Bankverbindung mit. Das neue Konto bleibt erst einmal unentdeckt. In der Krisen ist es sinnvoll, wenn Sie ein  Reservekonto einrichten.

4. Schritt: Bilden Sie eine Kriegskasse

Pfändungsgrenzen nicht für Unternehmer

Damit ein Schuldner nach einer Pfändung nicht gänzlich ohne Geld dasteht, hat der Gesetzgeber die Pfändungsgrenzen eingeführt. Das heißt, das Einkommen des Schuldners unterhalb dieser Pfändungsgrenze darf nicht gepfändet werden. Die Pfändungsgrenze beginnt bei 1190 € Nettoeinkommen und erhöht sich je nach Einkommen und Unterhaltspflichten.

Insolvenzverwalter darf alles pfänden

Die schlechte Nachricht ist, dass der gesetzliche Pfändungsschutz nur für Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit gilt. Unternehmern und Freiberuflern darf man alles pfänden! Manche Unternehmer meinen ich übertreibe und sagen: “Das kann doch nicht sein, der Insolvenzverwalter muss mir noch Geld zum Leben übrig lassen”. Das ist naiv.

Zeit überbrücken mit Kriegskasse

Die Regel, dass der Insolvenzverwalter alle Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit pfänden darf, gilt zumindest für das vorläufige Insolvenzverfahren. Also für drei Monate. In dieser Zeit leben Sie von Ihren Bar-Reserven, die Sie als Kriegskasse in Ihrer Keksdose vor der Insolvenz angespart haben. Natürlich gibt es diese Keksdose offiziell gar nicht.

5. Schritt: Wählen Sie besten Weg aus den Schulden

Sie wollen die Selbständigkeit fortführen

Wollen Sie die Selbständigkeit fortführen, wählen Sie eines der Sanierungswerkzeuge:

  • Schutzschirmverfahren,
  • Auffanggesellschaft
  • Freigabe des Geschäftsbetriebes
  • Übertragende Sanierung.

Jedes Verfahren hat Vorteile und Nachteile und nicht jedes Verfahren ist auf Ihren speziellen Fall anwendbar. Das für Sie richtige Sanierungsverfahren hängt von der Struktur Ihres Unternehmens ab, von der Größe, der Anzahl der Arbeitnehmer, dem Anlage- und Umlaufvermögen samt Besicherung, usw. Die Verfahren lassen sich auch kombinieren, um Sie mit dem Insolvenzplan schnell zu entschulden.

Sie wollen die Selbständigkeit aufgeben

Wollen Sie die Selbständigkeit aufgeben, bringen Sie die wichtigsten Geschäfte noch zu Ende (oder auch nicht, niemand kann Sie dazu zwingen). Danach melden Sie das Gewerbe ab. Die Geschäftsräume schließen Sie und übersenden den Schlüssel dem Vermieter. Die Mitarbeiter kündigen Sie ordenlich und schicken Sie zum Arbeitsamt. Zahlungseingänge nehmen sie jedenfalls und auch nach abgemeldeten Gewerbe entgegen. Aus diesen Zahlungseingängen füllen Sie Ihre Kriegskasse, für die Übergangszeit, die nun kommt.

6. Schritt: Retten Sie, was gerettet werden darf

Vorsicht Fremdeigentum

Rettungsaktionen vor der Regelinsolvenz sind eine kniffelige Sache. Viele Gegenstände im Unternehmen sind geleast oder wurden auf Finanzierung gekauft und stehen damit in fremdem Sicherungseigentum. Lassen Sie hiervon unbedingt die Finger. Zu berücksichtigen ist außerdem das Vermieterpfandrecht der Gewerbeeinheit, das automatisch mit einem Zahlungsrückstand entsteht.

Vorsicht Anfechtung

Wahrscheinlich wird der Insolvenzverwalter sich für Ihre Vergangenheit interessieren. Er will wissen, welches Vermögen Sie vor der Insolvenz an wen verteilt haben. Bitte halten Sie sich an den Grundsatz: Keine Überweisungen von Ihrem Geschäftskonto oder Privatkonto an eine nahe stehende Person. Denn die Überweisung ist anfechtbar. Die begünstigte Person muss die Zahlung zurückerstatten.

Vorsicht gemeinsame Haftung

Entflechten Sie Vermögen von Risiko. Besitzen zB mit Ihrem Ehegatten eine Immobilie und haben Sie beide zusammen das Hausdarlehn unterschrieben, sind Ehegatte und Immobilie in Gefahr. Im Insolvenzfall ist die finanzierende Bank ein Gläubiger. Auch dann, wenn die Immobilie nicht zum Betriebsvermögen gehört oder der Ehegatte die Kreditraten regelmäßig bedient. Allein aufgrund Ihres Vermögensverfalls darf die Bank kündigen.

7. Schritt: Insolvenz starten mit der App oder Online-Formular

Beratung spart das Lehrgeld ein

Die Erfahrung zeigt, dass bei der Regelinsolvenz einer Firma oder Freiberuflers eine vorherige persönliche Beratung sehr wichtig ist. Die Kosten hierfür machen Sie durch Vermeidung falscher Entscheidungen allemal wieder wett. Buchen Sie deshalb vorab eine telefonische Beratung zur Vorbereitung der Regelinsolvenz im Wert von 150 EUR. Danach wissen Sie, wie Sie bestmöglich Regelinsolvenz anmelden, mit möglichst geringen negativen Folgen. In dem Beratungsgespräch legen wir außerdem einen Fahrplan fest. An diesem können Sie sich orientieren.

Für den Antrag die App oder Online-Formular

Ist bei Ihnen jedoch alles klar, das Gewerbe längst abgewickelt und geht es nur noch um den Insolvenzantrag und die Restschuldbefreiung, sparen Sie sich das Beratungsgespräch. Laden Sie sich meine App aufs Händy und starten Sie mit modernsten Mitteln die Regelinsolvenz. Oder Sie nutzen mein Online-Formular.

Gebrauchsanweisung

Die Tools bestehen aus vier Teilen: 1. Angaben zum Unternehmen, 2. Angaben zu den persönlichen Verhältnissen, 3. Gläubigerliste erstellen und 4. Uns Anwälte beauftragen. Weil Sie privat haften, bitte auch die persönlichen Vermögensverhältnisse offenlegen. Sie können die Tools kostenfrei benutzen. Kosten entstehen erst, machdem Sie uns hierzu schriftlich beauftragt haben.

Button für App Insolvenz beantragen
App für Antrag auf Privatinsolvenz

8. Schritt: Antrag bei Gericht einreichen

Vorläufige Insolvenz

Nachdem wir anhand Ihrer Daten den Insolvenzantrag mit Anlagen fertig haben, übersenden wir alles an das zuständige Insolvenzgericht. Ca. eine Woche später eröffnet das Gericht das vorläufige Insolvenzverfahren. Das eigentliche Insolvenzverfahren (=Hauptverfahren) folgt drei Monate später.

 

Insolvenzverwalter

Unmittelbar nachdem das Insolvenzgericht eröffnet hat, kontaktiert Sie ein Insolvenzverwalter. Der Insolvenzverwalter wird Sie entweder in den Geschäftsräumen aufsuchen. Oder er lädt Sie zum Inverview in seine Kanzlei, wenn keine Geschäftsräume mehr vorhanden sind.

Gläubigerinteressen

Zu Beginn sind Insolvenzverwalter freundlich und hilfsbereit. Sie zeigen sich  als guter Freund, dem man alle Sorgen und Geheimnisse anvertrauen kann. Lassen Sie sich keinesfalls täuschen. Die Interessen der Gläubiger überwiegen. Der Insolvenzverwalter vertritt die Gläubiger. Ihr Schicksal ist ihm völlig egal.

Rotkäppchen

Insolvenzverwalter verhalten sich ungefähr so wie der Wolf bei Rotkäppchen … Also vorsichtig sein.

9. Schritt: Der weitere Ablauf der Regelinsolvenz

Verhaltenstipps in der Regelinsolvenz

Wie die Insolvenz verläuft, liegt insbesondere an der Person des Insolvenzverwalters und wie Sie mit der neuen Situation zurecht kommen. Deshalb hierzu ein paar Verhaltenstipps:

 

  • Bedenken Sie, der Insolvenzverwalter ist nicht Ihr Freund, sondern Ihr Feind. Behandeln Sie ihn respektvoll.
  • Der Insolvenzverwalter ist auch nicht Ihr Rechtsanwalt. Das heißt, er wird kaum reagieren, wenn Sie Fragen haben oder mit ihm sprechen wollen. Dazu ist er nicht verpflichtet.
  • Lassen Sie den Insolvenzverwalter in Ruhe. Wenn er etwas von Ihnen will, wird er sich SCHRIFTLICH bei Ihnen melden.

Der restliche Weg bis Sie schuldbefreit sind

Sobald der Insolvenzverwalter die Verwertung der Insolvenzmasse und die Feststellung aller Schulden abgeschlossen hat, bestimmt das Insolvenzgericht den Schlusstermin. Bei der Regelinsolvenz kommt es zum Schlusstermin erfahrungsgemäß erst nach ca. 2  Jahren.

Mit dem Schlusstermin endet die eigentliche Insolvenz und es beginnt die Wohlverhaltenszeit. Insolvenz und Wohlverhaltenszeit zusammen dauern auf den Tag genau fünf Jahre, ab dem Gerichtsbeschluss, mit dem das Gericht die Verbraucherinsolvenz eröffnet hat.

Sind die fünf Jahre Gesamtzeit schließlich abgelaufen, erlässt das Gericht einen Beschluss, der Sie von allen Schulden befreit. Die Schufa vermerkt nochmals für drei Jahre. Dann ist auch dieser Eintrag gelöscht.

Anfechtung nervt in der Regelinsolvenz

Im Gegensatz zur Privatinsolvenz recherchiert der Insolvenzverwalter gerne in Ihrer Vergangenheit, insbesondere ob Sie vor der Insolvenz noch Vermögen auf nahestehende Personen übertragen haben. Diese wird er anfechten. Die Zahlung wird samt Zinsen zurückgeholt. Das kann sehr unangenehm werden. Finanziell intakte Familienmitglieder werden in Ihre Schuldenproblematik mit hineingezogen.

Im Insolvenzverfahren können Sie nach wie vor tun und lassen, was Sie wollen. Sie müssen den Insolvenzverwalter beispielsweise nicht fragen, ob Sie in den Urlaub fahren oder die Wohnung wechseln dürfen. Der Insolvenzverwalter ist nur für die Insolvenzmasse da. Das heißt: Wie Sie Ihr pfändungsfreies Einkommen ausgeben, geht nach wie niemanden etwas an!