Schutzschirmverfahren
entschuldet Ihr Unternehmen

Das Schutzschirmverfahren entschuldet Ihr Unternehmen und rettet es vor Zerschlagung. Die Sanierung erfolgt in Eigenverwaltung. Am Ende des Verfahrens steht ein Schuldenschnitt. Die Gläubiger erhalten eine Quote und verzichten auf den Rest. Damit ist Ihr Unternehmen entschuldet.
Telefon: 030 306 12345

Erfahrungen & Bewertungen zu Rechtsanwalt Jörg Franzke

Rechtsanwalt Jörg Franzke: „Seit über 20 Jahren entschulde ich Unternehmen und Personen. Nach rund 75 Sanierungsinsolvenzen und abertausenden Insolvenzberatungen bin ich sehr erfahren. Ich kenne die Szene und ich kenne alle Tricks. Kurzum: Ein alter Hase.“

Was ist das Schutzschirmverfahren?

Das Schutzschirmverfahren stellt Ihr Unternehmen zunächst unter Gläubigerschutz. Niemand darf vollstrecken oder pfänden.

Von dieser Position aus kann das Unternehmen mit seinen Gläubigern leicht einen vorteilhaften Teilzahlungsvergleich aushandeln: Den Insolvenzplan.

Anstelle der vollen Schuld bezahlt das Unternehmen nur noch eine machbare Quote von beispielsweise 5 %. Das ist immer noch mehr, als die Gläubiger im Insolvenzfall erhalten würden. Aus diesem Grund werden die Gläubiger sehr wahrscheinlich zustimmen.

Nach Auszahlung der Quote ist das Unternehmen schuldenfrei. Es wird aus dem Schutzschirm  entlassen und der Unternehmer kann es fortführen.

Während des Schutzschirmverfahrens läuft der Geschäftsbetrieb normal weiter. Die Geschäftsführung führt in Eigenverwaltung die Geschäfte. Es gibt keine Einschränkungen, sondern nur eine Überwachung durch einen Sachwalter.

Die Vorteile des Schutzschirms

Das Unternehmen gesund schrumpfen und danach einen Schuldenschnitt:

Die Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit erfolgt auf zweierlei Weise:

Erstens durch Verschlankung. Das heißt, das Unternehmen kündigt zumeist fristlos alle defizitären Verträge.

Zweitens durch Entschuldung. Das Unternehmen kann seine Gläubiger dazu zwingen, eine Quote zu akzeptieren.

Anstelle Insolvenzverwalter die Eigenverwaltung mit Sachwalter:

Das Insolvenzgericht beaufsichtigt das Schutzschirmverfahren. Die Aufsicht führt das Gericht allerdings nicht selbst. Sondern es entsendet einen Sachwalter. Die Geschäftsführung managt die Sanierung selbst. Gehaltskürzung ist nicht zu befürchten.

Das Schutzschirmverfahren ist ein Eilverfahren:

Das Schutzschirmverfahren dauert ca. 10 Monate. Das Verfahren besteht aus zwei Abschnitten: Dem vorläufigen Verfahren und dem Hauptverfahren.

Im vorläufigen Verfahren geht es darum, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und neue Liquidität aufzubauen.

Das Hauptverfahren ist der Entschuldung zugewandt. Hier im Insolvenzverfahren handelt die Geschäftsführung des Schuldners mit den Interessenausgleich aus. Falls erforderlich werden überflüssige Verträge gekündigt und man gibt dem Unternehmen eine neue Struktur.

Mehrheitsbildung für Schuldenschnitt stark vereinfacht:

Das Schutzschirmverfahren endet mit einem Insolvenzplan. Das ist ein Vertrag zwischen dem Unternehmen und den Gläubigern. Er regelt insbesondere, in welchem Umfang die Schulden erlassen werden.

Die Abstimmung über den Insolvenzplan erfolgt in einem Gerichtstermin, den der Insolvenzrichter leitet. Der Plan wird rechtskräftig mit Zustimmung der anwesenden Personen nach Köpfen und Summen. Das Gesetz erleichtet die Bildung der erforderlichen Mehrheiten erheblich.

Unternehmen zahlt die Quote aus und ist schuldenfrei, wenige % genügen:

Nachdem der Insolvenzplan rechtskräftig geworden ist, zahlt das Unternehmen die Gläubiger aus sowie die Verfahrenskosten. Das Unternehmen stellt einen Anstrag auf Aufhebung des Insolvenzverfahrens und das Gericht beendet das Schutzschirmverfahren. Die drohende Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens ist abgewendet.

Schutzschimverfahren leicht gemacht. So ist der Ablauf aus Unternehmersicht:

Vorbereiten

Planen Sie die Ziele, die Sie mit dem Schutzschirmverfahren erreichen wollen. Wie soll Ihr Unternehmen idealerweise aussehen? Je klarer Ihr Ziel, desto stärker Ihre Durchsetzungskraft gegen alle Widerstände.

Suchen Sie sich einen Sanierungsberater

Sobald die Liquiditätskrise beginnt suchen Sie sich als ersten Schritt einen Schutzschirm-Spezialisten. Das ist in der Regel ein spezialisierter Rechtsanwalt, mit viel Erfahrung in der Eigenverwaltung und in Schutzschirmverfahren. Lassen Sie sich Referenzen geben und rufen Sie bei den Referenzen an. Die Chemie muss stimmen, schließlich werden Sie das nächste halbe Jahr  intensiv zusammenarbeiten. Zusammen mit dem Sanierungsberater planen Sie dann das Schutzschirmverfahren. 

Planen Sie den Schutzschirm vom Ergebnis her

Das Schutzschirmverfahren planen Sie und Ihr Sanierungsberater am besten vom Ergebnis her. Zuerst bestimmen Sie, wie das Unternehmen im sanierten Zustand idealerweise aussehen soll. Zum Beispiel: Wie viele Mitarbeiter, welche Fahrzeuge und Mietflächen behalten. Davon ausgehend planen sie den Weg dorthin. Wir beginnen mit einer Analyse Ihres Unternehmens:

  • Warum ist es in die Schieflage geraten?
  • Wie lassen sich die Krisenursachen beseitigen?
  • Wie könnte die mittelfristige Perspektive des Unternehmens aussehen?
  • Was muss sich verändern?

Bringen Sie Ihre Firma in die otimale Ausgangssituation

Bevor Sie das Sanierungsverfahren bei Gericht beantragen, verschaffen Sie Ihrem Unternehmen die strategisch bestmögliche Ausgangsposition zu verschaffen. Der Erfolg hängt davon ab, wie das Unternehmen in das Verfahren einsteigt. Zu einer guten Vorbereitung gehört die Ermittlung von Schwachstellen, die den Erfolg erschweren können. Schwachstellen kann man in der Planungsphase noch wirksam entgegentreten.

  • Klärung der Drittrechte
  • Sicherung der Lieferketten
  • Kommunikationsstrategie mit Kunden
  • Schwachstellenanalyse
  • Geschäftskonto neu einrichten

Erledigen Sie notwendige Vorarbeiten

Folgende Vorarbeiten sind unbedingt notwendig, damit ich einen überzeugenden Schutzschirmantrag für Sie schreiben und diesen bei Gericht einreichen kann. Den Sanierungsplan benötigen wir außerdem, um die wichtigsten Gläubiger und Lieferanten von der Notwendigkeit des Schutzschirms zu überzeugen:

  • eine integrierte Unternehmensplanung unter den speziellen Bedingungen des Schutzschirms;
  • eine Fortführungsprognose, welche Sanierungsschritte wir uns wann vorstellen;
  • einen Exit-Plan, dem zu entnehmen ist, wie die Gläubigerbefriedigung später aussehen soll.

Für den Antrag auf Eröffnung des Schutzschirmverfahren gemäß § 270b InsO benötigt der Schuldner die Bescheinigung eines Wirtschaftsprüfers, dass das Unternehmen noch nicht zahlungsunfähig im Sinne des § 17 Abs 1 InsO ist. Das Schutzschirmverfahren ist also nur im Stadium der vorläufigen Zahlungsunfähigkeit möglich.

Falls das Unternehmen bereits zahlungsunfähig ist, erfolgt die Sanierung im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das ist genauso gut. 

Antrag stellen

Der Antrag auf Eröffnung des Schutzschirmverfahrens enthält die Unternehmensplanung, den Projektplan und eine erste Vergleichsrechnung für den späteren Insolvenzplan. Dazu kommt die Prosa zu Krisenursachen, Fortführungsprognose, usw.

Sie haben nur einen Schuss im Lauf

Das Gericht will von dem Antrag auf Eröffnung des Schutzschirmverfahrens und Anordnung der Eigenverwaltung überzeugt sein. Aus diesem Grunde investieren Sie in den Schutzschirm-Antrag einigen Aufwand.

Der Antrag auf Eröffnung des Schutzschirmverfahrens und Eigenverwaltung beinhaltet die in der Planungsphase erarbeiteten Sanierungsschritte in Form eines Grobsanierungskonzeptes, Auseinandersetzung mit der Unternehmenskrise sowie einen Fahrplan der Sanierung. Schließlich muss die Bescheinigung beigefügt werden, dass die Zahlungsunfähigkeit noch nicht eingetreten ist.

Einen Schutzschirmantrag übersendet man nicht einfach an das Gericht. Vielmehr führt der Sanierungsberater mit dem Richter ein Vorgespräch. Die vorläufige Besprechung zur Sanierung ermöglicht Korrekturen und schließt die Zurückweisung des Schutzschirmantrages nahezu aus. Auch die Personalie des Sachwalters wird besprochen.

Zeigen Sie, dass Sie Eigenverwaltung können

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf ein Schutzschirmverfahren. Bereits beim Schutzschirmantrag müssen Sie als Unternehmer um Vertrauen werben. Schließlich wollen Sie erreichen, dass Ihnen das Gericht das Schutzschirmverfahren mit Eigenverantwortung, das heißt: die eigenverantwortliche Fortführung der Geschäfte gestattet.

Dieses Ziel zu erreichen ist nicht immer leicht, denn manche Richter tun sich schwer mit der Anordnung der Eigenverwaltung.

Werben Sie um Vertrauen und zeigen Sie Kompetenz

Der Richter wird die Geschäftsführung eines verschuldeten Unternehmens grundsätzlich als nicht vertrauenswürdig wahrnehmen. Umso wichtiger ist, dass Sie sich mit einer überzeugenden Antragsschrift an das Gericht wenden.

Der Antrag muss nicht nur alle erforderlichen Informationen enthalten; er muss vor allem die Botschaft transportieren: „Wir können Schutzschirm!“ Ich werde das Sanierungsvorhaben deshalb im Antrag beschreiben und anhand von Planrechnungen, Plan-Bilanz, Plan-GuV und Liquiditätsplanung plausibel vermitteln.

Eröffnung

Die ca. dreimonatige Eröffnungsphase entscheidet maßgeblich über den Sanierungserfolg. Gesetzliche Regelungen unterstützen das Unternehmen dabei, neue Liquidität aufzubauen. Cash is King. Je mehr Liquidität, desto besser.

Nutzen Sie den Gläubigerschutz oder lassen Sie beschlagnahmen

Als erste Maßnahme stellt das Gericht Ihr Unternehmen unter  Gläubigerschutz. Ab sofort ist Zwangsvollstreckung verboten.

Umgekehrt darf Ihr Unternehmen beriebsnotwendige Gegenstände wie beispielsweise einen geleasten Fuhrpark gerichtlich beschlagnahmen lassen. Mit der Beschlagnahme verhindern Sie einen Betriebsstillstand.

Stoppen Sie alle Zahlungen, danach ordnen Sie neu

Die Eröffnung des Schutzschirmverfahrens hat die gleiche Auswirkung wie die Betätigung einer Notbremse: Für einen kurzen Moment steht Ihr Unternehmen still. 

Nach dem Stopp sortieren wir die Geschäftsbeziehungen neu:

  • Welche Verträge werden fortgeführt und welche nicht?
  • Was will ich behalten?
  • Was darf ich bezahlen und was ist eine Insolvenzforderung?
  • Welche Drittrechte muss ich berücksichtigen?

Alle Zahlungsausgänge werden gefiltert. Wir bezahlen nur das, was unbedingt notwendig ist. 

Geben Sie nun allen den Schutzschirm bekannt

Geben Sie jetzt das Schutzschirmverfahren bekannt. Sonst kocht die Gerüchteküche. Größere Unternehmen veröffentlichen das Schutzschirmverfahren mit einer Presseerklärung.

Kann sein, dass die Bekanntgabe einen vorübergehenden Lieferstopp oder Kündigung bewirkt. Das gehört dazu. In fast allen Fällen aber lassen sich die Vertragspartner überzeugen, die Geschäftsbeziehungen aufrecht zu erhalten.

Verwenden Sie das Insolvenzgeld für neuen Liquiditätsaufbau

Wie zuvor erklärt, baut das Unternehmen jetzt neue Liquidität auf. Der Liquiditätsaufbau erfolgt nicht durch Geldzufuhr, sondern durch Einsparung. Wichtigster Sparposten ist das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur: Die Arbeitsagentur übernimmt für drei Monate die Lohnkosten. Das Unternehmen spart also drei volle Lohnrunden. Wir informieren die Mitarbeiter über das Insolvenzgeld in einer Betriebsversammlung.

Berücksichtigen Sie die Drittrechte

Sicherlich wird es auch in Ihrem Verfahren einige Gläubiger geben, die aufgrund von Drittrechten eine besondere Stellung einnehmen. Das wäre beispielsweise die Bank, an die Sie zur Besicherung eines Kredits alle Forderungen gegen Ihre Kunden abgetreten haben (=Globalzession). Diese Absonderungsrechte müssen unbedingt berücksichtigt und ausgesondert werden.

Bespaßen Sie den Gläubigerausschuss

Ab einer bestimmten Unternehmensgröße muss ein Gläubigerausschuss gebildet werden. Der Gläubigerausschuss besteht zwischen 3 und 7 Mitgliedern. Er tagt regelmäßig. Ihm müssen wir Rede und Antwort stehen. Das ist ziemlich aufwändig und oft auch nervig, aber vom Gesetzgeber so vorgesehen. Der Gläubigerausschuss ist Pflicht ab einer Unternehmensgröße von 50 Mitarbeitern, 12 Mio Umsatz, 6 Mio Bilanz.

Lassen Sie Ihr Unternehmen neu bewerten

Schließlich muss der Sachwalter ein Gutachten erstellen und dem Gericht vorlegen. Das Gutachten beschreibt Ihr Unternehmen, die Krisenursachen und prognostiziert die Fortführungsausichten. Wichtigster Bestandteil des Gutachtens ist die Eröffnungsbilanz. In dieser bewertet der Sachwalter alle Werte Ihres Unternehmens und zählt diese auf. Nach dem Abzug der Drittrechte wie Eigentumsvorbehalt verbleibt die so genannte „freie Masse“. Das ist der Wert, den man voraussichtlich erzielt, wenn man das Unternehmen liquidieren würde. Aber das wollen wir ja nicht.

Hauptverfahren

Im Hauptverfahren besitzen Sie „Zauberkräfte“ und können Verträge fristlos auflösen. Arbeiten Sie außerdem zielstrebig auf den Insolvenzplan zu, indem Sie sich mit den Forerungs-Inhabern und den Verfahrensbeteiligten abstimmen.

Wirtschaften Sie ab jetzt wieder unter Vollkosten

Während das Eröffnungsverfahren in erster Linie der Stabilisierung des Unternehmens dient, ist das Hauptverfahren der Verwertung der Insolvenzmasse gewidmet. Gericht und Sachwalter erstellen und verwalten das Gläubigerverzeichnis.

Sie als Unternehmer führen Ihren Geschäftsbetrieb weiter fort. Die Schonfrist ist vorüber. Ihr Unternehmen arbeitet ab sofort wieder unter Vollkosten. Das heißt: Alles was Sie mieten, bestellen, kaufen, usw. muss bezahlt werden.

Kündigen Sie jetzt alle unrentablen Verträge

Im Hauptverfahren besitzen Sie Sonderkündigungsrechte. Damit reduzieren Sie Ihre Betriebsausgaben. Sie können sich sogar von Betiebsvereinbarungen lösen.

Sämtliche Vertragsverhältnisse außer Miet- und Arbeitsverträge können Sie fristlos kündigen. Eine einfache Erklärung der „Nichterfüllung“ des Vertrages reicht aus. Arbeits- und Mietverträge unterliegen einer dreimonatigen Kündigungsfrist. Arbeitsverhältnisse sind ein Sonderthema.

Zwar ist die Kündigung auch im Schutzschirmverfahren vereinfacht. Aber Massenentlassungs-Anzeige, Sozialplan, Interessenausgleich, usw. brauchen Sie trotzdem.

Überwinden Sie nochmals etwaige Irritationen

Die Eröffnung des Hauptverfahrens erscheint bei den einschlägigen Auskunfteien wie Creditreform als Nachricht: „Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der …“. Diese Information wird automatisch bei Ihren Kunden und Lieferanten eingespielt und kann diese erneut irritieren und einem Auftragsverlust führen.

Erklären Sie den Kunden erneut den Unterschied zwischen einer Regelinsolvenz und einem Schutzschirmverfahren. Erklären Sie ihnen vor allem, dass die „Eigenverwaltung“ fortbesteht. Dann bleibt das Vertrauen erhalten.

Hofieren oder verteiben Sie etwaige Investoren

Im Hauptverfahren können Investoren auftauchen, die das Unternehmen übernehmen oder einsteigen möchten. Je nachdem, ob der Investor erwünscht ist oder unerwünscht, reagiert das Unternehmen mit Abwehr oder bereitet mit einer due diligence den Einstieg vor.

Investoren hofieren oder vertreiben

Im Hauptverfahren können sich Investoren bei Ihnen melden, die Ihren Betrieb kaufen oder sich beteiligen möchten. Je nachdem, ob der Investor erwünscht ist oder unerwünscht, reagiert das Unternehmen mit Abwehr oder bereitet mit einer Due Diligence den Einstieg vor. 

Der Schuldenerlass erzeugt einen Sanierungsgewinn, der eigentlich zu versteuern ist. Um dies zu vermeiden, muss das Unternehmen beim Finanzamt und Gewerbesteueramt den Erlass beantragen. Das ist kompliziert, wird aber in der Regel bewilligt.

Erledigen Sie die Jahresabschlüsse und Steuersachen

Neben der Kostenoptierung und Verschlankung optimieren Sie Ihr Unternehmen auch buchhalterisch. Arbeiten Sie die Buchhaltung auf und lassen Sie alle Jahresabschlüsse fertigen. Auf den Stichtag der Insolvenzeröffnung benötigen Sie einen Jahresabschluss für das Rumpfgeschäftsjahr.

Die Vorsteuer muss berichtigt werden und die Umsatzsteuer. Danach ist der Saneirungsgewinn zu ermitteln und dieser wird mit etwaigen Verlustvorträgen berechnet.

Diese Arbeiten sollen zum Abstimmungstermin über den Insolvenzplan abgeschlossen sein. Nur dann wird das Finanzamt dem Insolvenzplan zustimmen.

Die Gläubiger melden ihre Forderungen beim Sachwalter an

Im Hauptverfahren schreibt der Sachwalter die Gläubiger an. Er fordert sie zur Anmeldung ihrer Forderungen zur Insolvenztabelle auf. Anerkannte Forderungen stellt das Gericht in einer Insolvenztabelle fest. Zweifelhafte Forderungen werden bestritten. Sie als Geschäftsführer haben mit diesem Vorgang wenig zu tun.

Abstimmung

Lassen Sie zweimal über Ihr Unternehmen abstimmen: In der Gläubigerversammlung und im Insolvenzplantermin. Mehrheitsbildung ist vereinfacht, Sie können zuversichtlich sein.

Die Gläubigerversammlung wird Ihnen den Insolvenzplan absegnen

Über das Schicksal Ihres Unternehmens wird zweimal abgestimmt: Das erste Mal in der Gläubigerversammlung ca. acht Wochen nach der Eröffnung des Hauptverfahren. Das zweite Mal im Abstimmungstermin.

In der Gläubigerversammlung wird grundsätzlich entschieden, ob die „Verwertung Ihres Unternehmens“ per Planinsolvenz erfolgen soll oder per Liquidation. Die Gläubiger lassen sich leicht überzeugen, dass der Plan die bessere Alternative ist.

Lassen Sie die Gläubiger über den Insolvenzplan abstimmen

Danach wird der Insolvenzplan ausgearbeitet und abgestimmt. Die Abstimmung ist unfangreich: Zunächst mit den wichtigsten Gläubigern, danach mit dem Sachwalter und schließlich mit dem Gericht.

Der Abstimmungstermin findet unter richterlicher Aufsicht in einem Gerichtstermin statt. Nach guter Vorbereitung und kluger Einteilung der Gläubiger in verschiedene Abstimmungsgruppen ist es wahrscheinlich, dass die Gläubiger mit der erforderlichen Mehrheit abstimmen. Der Schutzschirm wird jetzt nicht mehr misslingen.

Zahlen Sie den Gläubigern die Insolvenzplan-Quote aus

Mit der Annahme des Insolvenzplans haben den Gläubiger erklärt, dass sie eine Quote akzeptieren und auf den Rest ihrer Forderung verzichten. Die Quote liegt erfahrungsgemäß zwischen 1 und 15 %. Diese Quote zahlen Sie also aus. Danach noch den Sachwalter und das Gericht bezahlen und die Aufhebung des Insolvenzverfahrens beantragen. Sie haben es geschafft! Ihr Unternehmen ist entschuldet.

Glückwunsch: Ihr Unternehmen ist schuldenfrei.

happy button

Erfolgreiche Schutzschirmverfahren

Beispiele aus meiner Praxis, die Mut machen. Es funktioniert!

Einem Anlagenbauer ist die Lieferung einer Sandsteinpresse nach Russland zum Verhängnis geworden. Mit dem Schutzschirmverfahren habe ich die feindliche Übernahme des russischen Auftraggebers verhindert und das Unternehmen entschuldet.

Wir laufen durch die Fertigungshalle, nachdem das Unternehmen mit dem Schutzschirm gerettet ist

Ein Dentallabor benötigte nach 70jährigem Bestehen eine Rundum-Erneuerung. Dies ist mir mit Hilfe des Schutzschirmverfahren gelungen. Die Familientradition wird fortgeführt.

Unternehmer behält Dentallabor dank Schutzschirmverfahren

Die Gläubigerversammlung hat nach erfolgreicher Schutzschirm-Insolvenz meinem Insolvenzplan zugestimmt. Die Aktiengesellschaft ist entschuldet und wird fortgeführt. Auch die Gläubiger gewinnen mit 10% Quote.

Aktengesellschaft wurde per Schutzschirm um 6 Mio. € entschuldet

Aufgrund Preisdrückerei wurde ein Logistik-Dienstleister mit 700 Mitarbeitern zahlungsunfähig. Mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens  konnten wir auskömmliche Preise erzwingen und das Unternehmen entschulden.

Bundeswehrkonvoi kann rollen, weil wir den Dienstleister mit dem Schutzschirmverfahren gerettet haben

Eine wegen nachlässiger Buchführung entstandene Steuerforderung des Finanzamtes brachte ein Taxi-Unternehmen in Not. Mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens habe ich die Steuerschuld auf eine machbare Quote von 6 % reduziert. 

Taxi Unternehmer hat den Mut und beantragt Schutzschirmverfahren

FAQ Schutzschirmverfahren

Die häufigsten Fragen der Mandanten zum Schutzschirmverfahren. Aus meiner Beratungspraxis für Sie zusammengestellt.

Wird das Unternehmen seine Aufträge aufgrund des Schutzschirmverfahrens verlieren?

Ein Auftragsverlust aufgrund des Schutzschirmverfahrens ist zwar nicht ausgeschlossen, stellt aber die Ausnahme dar. Sie können dem Auftragsentzug entgegenwirken, indem Sie als Geschäftsführer die wichtigsten Kunden in einem persönlichen Gespräch informieren. Die Kunden wissen durchaus zwischen den Folgen eines Schutzschirmverfahren und einer Regelinsolvenz zu unterscheiden. Ohnehin besteht ein gesetzliches Kündigungsrecht nicht sofort, sondern erst im Hauptverfahren. Bis dahin können Sie sich bewähren.

Mehr zum Thema: Auftragsverlust im Schutzschirmverfahren

Erhalten die Arbeitnehmer das dreimonatige Insolvenzgeld auch im Schutzschirmverfahren?

Die Agentur für Arbeit gewährt das dreimonatige Insolvenzgeld für die Arbeitnehmer auch im Schutzschirmverfahren. Die Einsparung der Löhne und Gehälter aufgrund des Insolvenzgeldes stellt einen wichtigen staatlichen Sanierungsbeitrag dar. Das Insolvenzgeld gleicht die Arbeitsentgelte vollständig aus. Das heißt, die Mitarbeiter erhalten einen vollständigen Lohnersatz. Um das Insolvenzgeld kümmert sich Ihr Sanierungsberater. Er stellt die Anträge bei der Arbeitsagentur und kümmert sich um die Vorfinanzierung bei einer Bank.

Arbeitnehmer erhalten Insolvenzgeld auch im Schutzschirmverfahren

Welche Sonderrechte der Gläubiger gibt es und wie müssen diese berücksichtigt werden?

Mit Sicherheit hat auch Ihr Unternehmen mehrere Gläubiger, deren Forderung gesichert ist. Die Besicherung erfolgt per Eigentumsvorbehalt, Forderungsabtretung, Pfandrecht oder Grundschuld. Diese Gläubiger mit Absonderungsrechten können im Insolvenzplan nicht einfach mit einer Quote abgefunden werden. Sondern die Absonderungsrechte dieser Gläubiger sind besonders zu berücksichtigen. Die Rechte müssen abgegolten oder der gesicherte Gegenstand muss herausgegeben werden.

Absonderungsrecht der Gläubiger im Schutzschirmverfahren

Welche Betriebsausgaben lassen sich zur Verschlankung des Unternehmens kündigen?

Letztendlich kann man in einem Schutzschirmverfahren jeden Vertrag kündigen. Die meisten Verträge wie Leasingsvertrag oder Aufrag fristlos und Arbeitsverträge oder Mietverträge mit einer Dreimonatsfrist. Sogar von Pensionslasten darf sich das Unternehmen entschädigungslos trennen. Somit ist das Schutzschirmverfahren eine einmalige Gelegenheit, sich von überdimensionierten Betriebsausgaben radikal zu trennen. Umgekehrt darf der Vertragspartner wegen des Schutzschirms nicht kündigen.

Einsparung Betriebsausgaben im Schutzschirmverfahren

Kann man in einem Schutzschirmverfahren auch Betriebsvereinbarungen auflösen?

Das Unternehmen kann sich im Schutzschirmverfahren von Pensionszusagen, betrieblicher Altersvorsorge und sonstigen Betriebsvereinbarungen gegenüber den Arbeitnehmern lösen. Die Kündigung von Betriebsvereinbarungen erfolgt im Sozialplan und Interessenausgleich vor einer Massenentlassung. Der Betriebsrat wird angehört. Er kann die Kündigung der Betriebsvereinbarung aber nicht verhindern.

Mit dem Schutzschirm teuere Betriebsvereinbarungen auflösen

Wie lange dauert die Sanierung des Unternehmens mit dem Schutzschirmverfahren?

Der Gesetzgeber will, dass das Schutzschirmverfahren so kurz wie möglich dauert. Zumindest nach dem Gesetz könnte das Schutzschirmverfahren bereits nach vier Monaten vorüber und das Unternehmen schuldenfrei sein. Realistisch sind jedoch 10 Monate, weil die Gerichte sich mit der Terminierung leider viel Zeit lassen. Erfahrungsgemäß ist ein superschnelles Verfahren binnen weniger Monate gar nicht so gut für das Unternehmen. Es verbleiben viele ungeklärte Rechte, für die das Unternehmen nachhaften kann.

Schutzschirmverfahren dauert erfahrungsgemäß um die zehn Monate

Wozu benötigt das Unternehmen vor und während des Schutzschirms eine positive Fortführungsprognose?

Positive Fortführungsprognose bedeutet: Es ist hinreichend wahrscheinlich, dass das Unternehmen in den nächsten Jahren fortbesteht. Die positive Fortführungsprognose ist auch eine Voraussetzung für das Schutzschirmverfahren. Das heißt, es muss hinreichend wahrscheinlich sein, dass das Unternehmen mit Hilfe der insolvenzrechtlichen Werkzeuge des Schutzschirms entschuldet und fortgeführt werden kann. Das Bestehen dieser positiven Fortführungsprognose wird während des Verfahrens stets neu überprüft.

Positive Fortführungsprognose ist Voraussetzung für den Schutzschirm

Muss die Geschäftsführung im Schutzschirmverfahren eine Gehaltskürzung akzeptieren?

Zumindest nach dem Gesetz muss der Geschäftsführer keine Gehaltskürzung hinnehmen. Er arbeitet im Schutzschirmverfahren ja weiter und dies sicherlich doppelt so hart. Aber in der Praxis besteht so mancher Sachwalter auf einer Gehaltskürzung. Eine Gehaltskürzung wird vor allem verlangt, wenn der Geschäftsführer zugleich der Gesellschafter ist. Unklug wäre es, dieser Forderung des Sachwalters zu widerprechen. Besser ist es, dass man einen tragbaren Kompromis aushandelt. Meist genügt ein geringes Entgegenkommen.

Muss der Geschäftsführer im Schutzschirm eine Gehaltskürzung hinnehmen

Welche Aufgaben und Rechte hat der Gläubigerausschuss in einem Schutzschirmverfahren?

Der Gläubigerausschuss besteht aus drei bis sieben repräsentativen Gläubigern, welcher die Gläubigerstruktur ungefähr spiegeln soll. Der Gläubigerausschuss soll das Sanierungsteam unterstützen, aber auch überwachen. Dort werden auch alle wesentlichen Entscheidungen gefällt. Der Gläubigerausschuss ist Pflicht ab einer bestimmten Unternehmensgröße. Ist ein Gläubigerausschuss vermeidbar, sollte er meines Erachtens nicht einberufen werden, weil er furchtbar nerven kann.

Die Rechte und Aufgaben des Gläubigerausschusses im Schutzschirmverfahren

Bei Vorliegen welcher ungünstigen Bedingungen kann ein Schutzschirmverfahren scheitern?

Selbstverständlich kann ein Schutzschirmverfahren auch scheitern. Ist dies der Fall, wird der Geschäftsführer die Eigenverwaltung abgeben und das Unternehmen einem Insolvenzverwalter übergeben. Die maßgebliche Ursache, dass ein Schutzschirmverfahren scheitert liegt darin, dass das Unternehmen trotz aller Betriebseinsparungen nicht zurück in die Gewinnzone kommt. Damit fehlt die positive Fortführungsprognose als Voraussetzung des Schutzschirms.

Die Umstände und Bedingungen, wan ein Schutzschirmverfahren scheitern kann

Wie erreiche ich, dass die Gläubiger am am Ende des Schutzschirmverfahrens auf ihre Forderung verzichten?

Das Schutzschirmverfahren endet mit einem Insolvenzplan. Der Insolvenzplan ist so etwas wie ein Teilzahlungsvergleich mit den Gläubigern. Nicht jeder Gläubiger muss zustimmen. Sondern eine Mehrheit im Abstimmungstermin reicht aus. Enthaltungen einzelner Gläubiger verhindern also das Zustandekommen des Insolvenzplans nicht. Mit dieser gesetzlichen Regelung ist es einfach, die erforderliche Mehrheit an Gläubigern zu erreichen. Mit einer kleinen Gläubiger-Mehrheit erzwingt man bei allen Gläubigern den Verzicht.

So erzwingen Sie mit dem Schutzschirm einen Forderungsverzich

Wie ist der Ablauf der Gläubigerversammlung im Schutzschirmverfahren bei Gericht?

Die Gläubigerversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium in einem Schutzschirmverfahren. Die Gläubigerversammlung entscheidet, ob die Sanierung beendet und das Unternehmen mit einem Insolvenzplan entschuldet wird oder eben nicht. Das klingt gefährlicher als es ist. Die allermeisten Gläubiger haben kein Interesse an der Wahrnehmung ihrer Rechte. Bei geschicktem Vorgehen lässt sich eine Mehrheit finden, die im Interesse des Unternehmers entscheidet.

Ablauf der gerichtlichen Gläubigerversammlung im Schutzschirmverfahren

Was beinhaltet der Sanierungsplan als Grundlage für das Schutzschirmverfahren?

Für das Schutzschirmverfahren benötigt das Unternehmen einen Sanierungsplan. Der Sanierungsplan ist Bedingung für die gerichtliche Anordnung des Schutzschirmverfahrens. Aus dem Sanierungsplan muss die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens hervorgehen. Aus der Sanierungsfähigkeit wiederum leitet sich die positive Fortführungsprognose im Schutzschirmverfahren ab. Während des Schutzschirmverfahren muss das Unternehmen beweisen können, dass eine positive Fortführungsprognose besteht.

Sanierungsplan und Sanierungskonzept im Schutzschirmverfahren

Welche Aufgaben hat der Sachwalter als Aufsichtsperson im Schutzschirmverfahren?

Im Schutzschirmverfahren saniert der Geschäftsführer zusammen mit einem Sanierungsberater das Unternehmen in Eigenverwaltung selbst. Um zu verhindern, dass das Sanierungsteam seine Macht missbraucht und die Gläubiger benachteilgt, bestellt das Gericht einen Sachwalter als Aufsichtsperson. Der Sachwalter beaufsichtigt das Schutzschirmverfahren. Vergleichbar mit dem Aufsichtsrat in einer Aktiengesellschaft hat der Sachwalter keine Eingriffsrechte, sondern seine Aufgaben bestehen nur in der Kontrolle.

Die Aufgaben hat des Sachwalters im Schutzschirmverfahren

Meine Seite verwendet Cookies. Bitte um Zustimmung zur Nutzung. Vielen Dank. Datenschutz