GmbH-Insolvenz Beratung der Geschäftsführung

Gerät die GmbH (Ltd. UG, GmbH & Co KG, usw.) in eine Krise, benötigt die Geschäftsführung kurz und bündig Informationen, wie das Unternehmen aus der Krise zu führen ist.

Bisher hat das Unternehmen erfolgreich am Markt bestanden. Doch nun kehren sich die Vorzeichen um. Es gelten neue Pflichten und Rechte, die der Geschäftsführung und auch den bisherigen Beratern zumeist nicht geläufig sind.

Derart in die Zwickmühle geraten, muss die Geschäftsführung unter großem Zeitdruck das für die Unternehmens-Führung in der Krise erforderliche Wissen zusammensuchen und richtig entscheiden.

An diesem Punkt setzt meine Beratung an. Ich stehe der Geschäftsführung mit meinem Know-how aus der Erfahrung unzähliger Insolvenz-Mandate zur Seite und gebe ihr konzentriert alle Informationen, die zur Bewältigung von Krise und Insolvenz unverzichtbar sind:

  • Möglichkeiten der Rettung und Sanierung des Betriebes im Ganzen oder teilweise: Insolvenzvermeidung, Schuldenmoratorien, Strategien zur Sanierung ohne Insolvenz, großes und kleines Schutzschirmverfahren nach ESUG, Auffanggesellschaft, übertragende Sanierung, Verschmelzung.

  • Schicksal der Geschäftsführung und der Unternehmer-Familie: Zumeist führen Mandanten mittelständische Betriebe. Unternehmen und Unternehmerfamilie bilden eine Schicksalsgemeinschaft. Deshalb berücksichtige ich die Interessen der Unternehmerfamilie bei der Schutzschirm-Sanierung. Die Sanierung des Unternehmens ergibt nur Sinn, wenn gleichzeitig die Unternehmer-Familie profitiert.

  • Wann und wie Insolvenz beantragen: Ein Insolvenzantrag über das Unternehmen stellt stets das letzte Glied in der Kette Sanierungsmöglichkeiten dar. Ist er unvermeidbar, müssen Timing und Antragsverfahren richtig sein.

  • Verhalten im Insolvenzverfahren gegenüber Insolvenzverwalter, Gläubiger und Insolvenzgericht: Ist das Insolvenzverfahren erst eröffnet, wird der Geschäftsführer schnell Bekanntschaft mit dem Insolvenzverwalter machen. Der Insolvenzverwalter verfolgt ureigene Interesse, die den Ihren Interessen nicht gerade identisch sind. Ich erkläre Ihnen, was Sie tun müssen und was Sie tun dürfen, wann eine Kooperation sich für Sie lohnt und wann es richtig ist, bockig zu sein.

Typische Beratungsmandate:

  • Sanierungsberater im Schutzschirmverfahren: Das Schutzschirmverfahren ermöglicht es auf bestehende Verträge einzuwirken und frische Liquidität zu schaffen, um das Unternehmen zu sanieren. Als Sanierungsberater vermittle ich zwischen der Geschäftsführung, Sachwalter und Gläubigern und schütze Ihre Interessen.

  • Coaching durch das gesamte Insolvenz-Verfahren: Die GmbH-Insolvenz ist ein Ablauf von ca. einem Jahr. Viele Fragen tauchen im Verfahren auf, sollte der Insolvenzverwalter beispielsweise unverhältnismäßige Forderungen stellen. Hier ist es wichtig, dass der Betroffene sich an jemanden wenden kann, der den Sachverhalt im Kopf hat und sofort Informationen für die richtige Entscheidung geben kann.

  • Insolvenzantragstellung und Insolvenzeröffnungsverfahren: Falls ein Insolvenzverfahren unvermeidbar ist, kommt es auf die richtige Antragstellung an. Nur um nicht in die falsche Schublade zu geraten, kann es durchaus sinnvoll sein, “das Spiel” mit einem kleinen Schutzschirmverfahren mit Eigenverwaltung zu beginnen.

  • Gerichtliche Auseinandersetzungen: Falls der Geschäftsführer oder nahe stehende Personen von einem Insolvenzverwalter angegriffen wird, beispielsweise mittels Anfechtung oder Schadensersatz, braucht er eine gute Verteidigung vor Gericht. Sowie eine Einschätzung, ob das alles aussichtsreich ist, Ist es nicht aussichtsreich, weiß ich darauf zu reagieren.

36 Gedanken zu „GmbH-Insolvenz Beratung der Geschäftsführung

  1. Hallo, mein Lebensgefährte ist in der Privatinsolvenz. Ich habe ihn als Geschäftsführer in meiner GmbH angestellt. Der Insolvenzverwalter verlangt regelmässig die Gehaltsabrechnungen des GF, das ist auch OK, aber hat er das Recht sich die BWA der GmbH anzusehen?

    • Jörg Franzke sagt:

      Eigentlich nicht. Der Verwalter geht aber von einem Gestaltungsmissbrauch aus und unterstellt Ihnen, dass die GmbH eigentlich dem Lebensgefährten gehört und Sie nur ein Strohmann sind. Das kann man aber entkräften, indem man darstellt, dass der Lebensgefährte eine „angemessene Erwerbstätigkeit“ entsprechend seiner Berufsausbildung ausübt und ein entsprechendes pfändbares Einkommen abführt.

  2. Sehr geehrter Herr Franzke,

    zunächst ein paar kurze Worte zur aktuellen Unternehmeskonstellation:
    Die GmbH, dessen GF ich bin, hat 10 Vollzeit-Mitarbeiter und 4 Aushilfen. Der Jahresumsatz beträgt ca.1Mio€. Die Werkstatt, Maschinen und teilweise auch die Fahrzeuge sind gepachtet.

    Im Januar 2016 wurde in der GmbH durch die Gesellschafterversammlung beschlossen, das Stammkapital von 100T€ auf 50T€ herabzusetzen.
    Die Wartezeit ist nun vorüber und das Amtsgericht hat die entsprechende Eintragung im Handelsregister vorgenommen.
    Nun muss ich die Diffenrenz von 50T€ von der GmbH an die Gesellschafter überweisen.

    Jedoch waren vor einem Jahr die wirtschaftlichen Voraussetzungen besser. Mittlerweile wird der Wettbewerbsdruck aus Osteuropa spürbar und die Ertragssituation der GmbH ist schlechter geworden.
    Die durch die Kapitalherabsetzung reduzierte Liquidität ist derzeit weiterhin ausreichend, um die Lieferanten mit Skonto zu zahlen.
    Aber wer weiß, was die Zukunft bringt.

    Daher ist mein Bestreben, die Liquidität zumindest teilweise wieder in die GmbH zurückzuholen. Entweder jetzt oder später, wenn es dann evtl. erforderlich ist. Die Gesellschafter wären dazu bereit.
    Jedoch stelle ich mir die Frage welche Vorgehensweise sicher vor Anfechtung ist.
    Wohlgemerkt nur für den Fall des Worst Case (=Insolvenz). Aktuell sind wir wie gesagt Skontozahler. Aber wer weiß, was in einem, zwei oder zehn Jahren ist.

    Welche Vorgehensweise zur Wiederherstellung der ursprünglichen Liquidität in der GmbH kann im Insolvenzfall angefochten bzw. welche kann NICHT angefochten werden? Hier einige Varianten:
    1. Kapital in Höhe von 50T€ aus der GmbH an die Gesellschafter überweisen und nichts weiter unternehmen
    2. Kapital in Höhe von 50T€ aus der GmbH an die Gesellschafter überweisen. Von der GmbH Edelmetalle (ca. 30T€) an die Gesellschafter verkaufen.
    3. Kapital in Höhe von 50T€ aus der GmbH an die Gesellschafter überweisen. Von der GmbH Edelmetalle (ca. 30T€) an die Gesellschafter verkaufen. Drei gebrauchte Fahrzeuge zum Zeitwert (20T€) von der GmbH an die Gesellschafter verkaufen und diese anschließend an die GmbH verpachten.
    4. Kapital in Höhe von 50T€ aus der GmbH an die Gesellschafter überweisen. Von der GmbH Edelmetalle (ca. 30T€) an die Gesellschafter verkaufen. Zudem gewähren die Gesellschafter der GmbH ein zinsloses Darlehen über ca. 20T€
    5. Kapital in Höhe von 50T€ aus der GmbH an die Gesellschafter überweisen. Von der GmbH Edelmetalle (ca. 30T€) an die Gesellschafter verkaufen. Zudem gewähren die Gesellschafter der GmbH ein zu verzinsendes Darlehen über ca. 20T€
    6. Kapital in Höhe von 50T€ aus der GmbH an die Gesellschafter überweisen. Die Gesellschafter gewähren der GmbH ein zinsloses Darlehen über ca. 50T€
    7. Kapital in Höhe von 50T€ aus der GmbH an das BU überweisen. Die Gesellschafter gewähren der GmbH ein zu verzinsendes Darlehen über ca. 50T€
    8. Oder muß ich das Kapital wieder komplett und offiziell wieder als Stammkapital einlegen, um jede Anfechtung auszuschließen? Also wären quasi alle Tätigkeiten bzgl. der Herabsetzung vergebens?
    9. Sollten 1.-7. alle anfechtbar sein: Gibt es andere Möglichkeiten?

    Die Betrachtung zu einer möglichen Anfechtung bitte auch vor dem Hintergrund vornehmen, dass die GmbH ein eher kleines Unternehmen ist (vgl. die anfänglichen Worte) und mit 50T€ auch jetzt immer noch doppelt soviel Stammkapital führt, wie mindestens vorgeschrieben.

    10. Wie lange rückwirkend kann die Herabsetzung des Kapitals angefochten werden?

    Wie gesagt: Alles nur für den Worst Case. Vor dem wir hoffentlich verschont bleiben! Aktuell erscheint es vielleicht als Luxusproblem. Aber wer weiß, was in eine paar Jahren ist und wie sich der Wettbewerbsdruck aus Osteuropa zukünftig entwickelt. Das macht mir momentan die größten Sorgen.
    Und Personal zu reduzieren wäre aufgrund der durchgängig 25-bis 40-jährigen Betriebszugehörigkeit und entsprechend hohen Abfindungen quasi Selbstmord.

    Beste Grüße und vielen Dank

    • Jörg Franzke sagt:

      Egal wie die Gesellschafter der GmbH wieder Kapital zuführen: Im Zweifel würde jede Art von Zuwendung als Eigenkapital ersetzendes Darlehn gewertet werden, mit der Folge, dass die Gesellschafter auch gleich wieder das Stammkapital erhöhen können. Die Gesetze, die einen Kapitalabfluss verhindern sollen, sind hier sehr engmaschig und leider kann ich Ihnen auch keinen Trick verraten, weil es keinen gibt.

  3. Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich bin Geschäftsführer einer UG im Bereich IT Dienstleistung. Leider ist uns unser Großkunde abgesprungen und somit auch unsere Hauseinnahmequelle. Aus diesem Grund werden wir in absehbarer Zeit zahlungsunfähig sein. Unsere Verbindlichkeiten belaufen sich zu 90 % auf Lohnkosten. Aufgrund geltenden Rechts bin ich gezwungen Insolvenz anzumelden. Die UG beschäftigt 8 Mitarbeiter, welche derzeit teilweise noch auf Projekten arbeiten, die auch über den Zeitraum des Insolvenzantrags weiterlaufen. Es werden somit noch Einnahmen erwirtschaftet, die leider nicht die laufenden Kosten decken. Würde ein Verfahren im Rahmen des Schutzschirmes für uns in Frage kommen? Oder gibt es neben der Insolvenzanmeldung weiter Möglichkeiten ( Stilllegung der Betriebsstätte). Eine Lösung, in der die Mitarbeiter zumindest für den Lohnausfall abgesichert sind ist hierbei erstrebenswert. Vielen Dank im Voraus.

    • Jörg Franzke sagt:

      Es ist richtig, dass Sie die Insolvenz anmelden müssen. Die Mitarbeiter bekommen dann in jedem Fall das Insolvenzgeld, also egal ob reguläre Insolvenz oder Schutzschirm. Für so ein kleines Unternehmen lohnt sich ein Schutzschirm kaum. Da ist es besser, wenn man die alte UG auslaufen lässt und mit einer neuen UG Weitermacht. Das kann man in Kooperation mit den späteren Insolvenzverwalter machen, indem man ihm alles abkauft, oder auf eigene Faust oder in einer Mischform.

  4. Hallo Herr Franzke,

    unsere GmbH droht die Zahlungsunfähigkeit. Aktuell haben wir zwar noch ein Bankguthaben von mehreren Zehntausend EURO, dies deckt aber nicht mehr alle Verbindlichkeiten; Nun gibt es ja diverse Angebot „GmbH Kauf“, GmbH Bestattung“ etc. Sie wissen sicher was ich meine. Ist hiervon (also von einem Verkauf VOR insolvenz) im Sinne der GF-Haftung grundsätzlich abzuraten, oder kann so eine Abwicklung durch Ihre Begleitung durchaus sinnvoll sein und vor allem für mich als GF ein „schnelles Ende“ ohne ein langwieriges Insolvenzverfahren, in dem man ja wohl als GF stark eingebunden (emotional und arbeitstechnisch) ist.

    • Jörg Franzke sagt:

      Ob Sie sich Ihrer Sorgen auf diese Weise entledigen wollen, entscheiden Sie selbst. Erwischt man Sie dabei – die Wahrscheinlichkeit ist hoch – gehen die Sorgen bei Ihnen erst richtig los. Denn eine GmbH-Bestattung ist kein „Kavaliersdelikt“ wie beispielsweise eine Insolvenzverschleppung, sondern knallharte Wirtschaftskriminalität Da langt der Staatsanwalt ganz anders zu.

  5. Sehr geehrter Herr Franzke,

    seit langem lese ich mit Interesse in Ihrem Forum.
    Nun habe ich ein Problem das hier noch nicht beschrieben wurde.
    Ich bin Inhaber und GF einer 1 Mann GmbH. Die GmbH und ich privat haben
    keinerlei Schulden. Allerdings hat die GmbH nur ein Vermögen von ca. € 1000,-.
    Die Einlage von € 25.000,- ist auch nicht vorhanden. Nun droht aus einer Rückrufaktion eines Kunden eine höhere 5-stellige Forderung bei deren Realisierung ich Konkurs anmelden müsste.
    Muss ich in diesem Fall die 25.000,- Euro Stammkapital persönlich einzahlen?

    Vielen Dank im Voraus.

    Bernd W.

    • Jörg Franzke sagt:

      Im Insolvenzfall müssen die Gesellschafter den Nachweis erbringen, dass sie die Stammeinlagen eingezahlt haben. Am besten anhand des Einzahlungsbeleges. Der übliche Kommentar in einer notariellen Urkunde: Die Gesellschafter haben den Nachweis ihrer Stammeinlagen nachgewiesen …“ reicht nicht aus. Können Sie den strengen Nachweis nicht erbringen, müssen Sie nachzahlen.
      Wenn Ihre GmbH nur noch 1.000 € Haftungskapital hat, könnte dies auf eine Überschuldung hinweisen, aber ob diese vorliegt, hängt von den Verbindlichkeiten der GmbH ab.

  6. Martin Müller sagt:

    Sehr geehrter Herr Franzke,

    alles Gute für 2017. Vielen Dank auf für die Pflege dieser Internetseite(n).

    Ich bin Geschäftsführer einer Ltd & Co. KG und denke über eine Insolvenz nach. Aufgrund Traceability-Richtlinien in meiner Branche wird es auf kurz oder lang eh darauf herauslaufen.

    Bei einer Bank habe ich eine Blanko KK-Linie von EUR 60.000 mit selbstschuldnerischer Bürgschaft, also ich hafte nur mit meinem Namen. Allerdings lebe ich aufgrund privater Verhältnisse in der Schweiz.

    Wie muss ich mich hier bitte verhalten wenn ich in die Insolvenz gehe bzw. muss ich gleichzeitig auch Privatinsolvenz anmelden? Kann ich dies auch aus der Schweiz heraus oder muss ich in Deutschland leben?

    Vielen Dank!

    Schöne Grüsse

    • Jörg Franzke sagt:

      Zunächst müssten Sie einen Insolvenzantrag über das Vermögen der Ltd. & Co KG stellen (das meinten Sie doch ?). Bei Kapitalgesellschaften besteht ja bekanntlich eine Insolvenzantragspflicht, das heißt es bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig. als den Antrag zu stellen. Dann später, nachdem die Bank Sie für die Bürgschaft in Regress genommen hat, können Sie auch einen Antrag über Ihr eigenes Vermögen stellen, also eine Privatinsolvenz. Das geht aber nur, wenn sie noch in Deutschland gemeldet sind, weil nur dann das deutsche Insolvenzgericht für Sie zuständig ist. Später nachdem das Insolvenzverfahren eröffnet ist, können Sie wieder leben wo Sie wollen, das Insolvenzverfahren würde trotzdem weiterlaufen und am Schluss erhalten Sie die Restschuldbefreiung.

  7. Michael Jockwig sagt:

    Sehr geehrter Herr Franzke,
    ich bin seit 25 Jahren Fremdgeschäftsführer einer GmbH. Die GmbH befasst sich mit dem Verkauf, dem Consulting und der Softwarebetreuung einer eigenen Wohnungswirtschaftssoftware. Die Rechte an der Software liegen bei mir als Person. Da ich mich kurz vor dem Erreichen des Altersruhestands befinde, wurden die Geschäfte der GmbH sukzessive heruntergefahren. Nun gab es vor kurzem eine Prüfung der deutschen Rentenversicherung, welche entschieden hat, dass der Fremdgeschäftsführer grundsätzlich nicht mehr von der Sozialversicherung befreit wird. Durch diesen Beschluss werden nun der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberbetrag rückwirkend für vier Jahre gefordert.
    Bei meiner Anfrage, bei der mit dem Einzug beauftragten, Krankenkasse wurde mir mitgeteilt, dass nur eine Ratenzahlung akzeptiert wird, wenn dadurch die Begleichung der Forderung zeitnah erfolgt. Da dies bei der momentanen Lage der GmbH nicht möglich ist, werde ich wohl spätestens, wenn der Ablehnungsbescheid für die von uns beantragte Ratenzahlung eingeht, die Insolvenz beantragen. Auf Grund der Tatsache, dass die GmbH über keine Vermögenswerte verfügt, wird wahrscheinlich das Verfahren mangels Masse abgewiesen.
    Ich bin noch der einzige Beschäftigte der GmbH und es gibt neben der Krankenversicherung nur mich selbst als Gläubiger, da ich der Gesellschaft ein Darlehen gewährt habe. Außerdem ist die Gesellschaft Mieter in meinem Haus.
    Meine Fragen in diesem Zusammenhang sind:
    1. Welche Konsequenzen für mich privat habe ich eventuell zu befürchten?
    2. Kann ich ohne Probleme eine Einzelfirma gründen, um unsere bestehenden Kunden weiter zu betreuen?

    • Jörg Franzke sagt:

      Sie können ohne Probleme die bestehenden Kunden zukünftig als Einzelunternehmer betreuen, wenn Sie die Aufträge nicht vermischen, also Aufträge der GmbH als Einzelunternehmer abrechnen. Hinsichtlich der Konsequenzen auf Ihr privaten Verhältnisse vermute ich einen Haftungsdurchgriff. Sie würden als ehemaliger Geschäftsführer zumindest für die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung haften.

  8. Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich führe seit über 20 Jahren mit meiner Geschäftspartnerin (beide geschäftsführende Gesellschafterinnen zu jeweils gleichen Teilen, je 50%.) eine GmbH im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung mit 3 Standorten. Im letzten Jahr 2015 schrieben wir erstmals rote Zahlen. Wir befürchten es könnte aufgrund neuer gesetzlichen Bestimmungen zukünftig auch zu Verlusten kommen. Wir haben bei der Bank einen Disporahmenkredit in Höhe von 250.000,-€, den wir bisher nie voll oder überhaupt in Anspruch nehmen mussten. Für diesen haften wir mit unserem Privatvermögen. Meine Geschäftspartnerin verfügt über kein privates Eigentum, ich aber besitze gemeinsam mit meinem Mann (Gütertrennung) ein Einfamilienhaus (je zur Hälfte) welches jedoch bereits schon abgezahlt ist. Wäre es möglich meine Haushälte meiner Tochter, 15 Jahre alt ,zu schenken bzw. zu übertragen, um bei einer möglichen Insolvenz in den nächsten Jahren das Haus abzusichern? Oder gibt es eine andere sichere Variante? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen:-)
    MfG

    • Jörg Franzke sagt:

      Leider gibt es keine insolvenzfeste Variante, wie Sie die abbezahlte Haushälfte auf eine dritte Person übertragen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie die Haushälfte auf eine nahestehende Person wie die Tochter schenkweise übertragen. Dann würde sogar eine zehnjährige Anfechtungsfrist gelten. Das beste was Sie machen können wäre, die Haushälfte einer „fremden“ Person zu verkaufen und den Kaufpreis geben Sie dann maßvoll für den Lebensunterhalt aus.

  9. Sehr geehrter Herr Franzke.

    Als Geschäftsführender Gesellschafter einer Ltd habe ich nach Eingang einer Steuerforderung welche duch fehlende Liquidät nicht beglichen werden kann beschlossen innerhalb der gesetzlichen Frist von 3 wochen Insolvenz anzumelden. Diese wird vorraussichtlich mangels masse abgewiesen. Da bestimmte Geschäftsbereiche jedoch rentabel wären würde ich diese gerne in einer UG zur sicherung des Lebensunterhaltes weiterführen. Was wäre zu beachten das die UG nicht für die Verbindlichkeiten der Ltd geadestehen müsste ?
    Mit freundlichem Gruß
    BA

    • Jörg Franzke sagt:

      Gar nichts wäre zu beachten. Nachdem das Verfahren mangels Masse abgewiesen ist, kümmert sich niemand mehr um irgendetwas. Weil es sich um eine Ltd. handelt, können Sie sich noch einen „Spaß“ erlauben: Sie erwähnen in dem Insolvenzantrag, dass die deutsche Niederlassung alle wirtschaftlichen Tätigkeiten eingestellt hat und in Deutschland nicht mehr unternehmerisch tätig ist. Dann wird das Gericht mit etwas Glück das Verfahren ohne weitere Prüfung aufgrund fehlender örtlicher Zuständigkeit des Insolvenzgerichts ablehnen. Ergebnis: Sie haben die Insolvenzantragspflicht erfüllt und zugleich passiert nichts weiter mit der Ltd.

  10. Ich bin Gesellschafter Geschäftsführer einer UG mit zwei weiteren Gesellschaftern. Wir wollen die UG löschen lassen wegen Vermögenslosigkeit. Die UG hat noch ein paar offene Rechnungen die aber die Gesellschafter nicht bereit sind aus ihren Privatvermögen zu zahlen.
    Wenn ich jetzt eine Insolvenz beantrage, wo habe ich als Geschäftsführer zu befürchten?
    Ich persönlich befinde mich in der Wohlverhaltensphase einer Privatinsolvenz.

    • Jörg Franzke sagt:

      Sie sollten den beiden Gesellschaftern ein Ultimatum setzen und danach stellen Sie einen Insolvenzantrag. Solange die Insolvenzreife nicht überschritten ist, haben Sie nur Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zu fürchten.

  11. David Nils von Bülow sagt:

    Sehr geehrter Herr Franzke,
    ganz herzlichen Dank für die vielen hilfreichen Informationen, die ich bereits oftmals bei kleineren Fragestellungen eingesehen habe. Eine Fallkonstellation konnte ich mir jedoch nicht beantworten: Sofern ein GmbH-Geschäftsführer einen ordnungsgemäßen Insolvenzantrag gestellt hat und dieser mangels Masse abgelehnt worden ist, wird doch das Gericht dem GF die Kosten auferlegen (oder zumindest der GmbH). Da jedoch die GmbH als solche über kein hinreichendes Vermögen verfügen wird (Ablehnung mangels Masse), kann die GmbH diese Kosten nicht leisten. Muss dann der GF persönlich diese Kosten tragen oder kann er der Kostenstelle gegenüber mitteilen, dass die GmbH leistungsunfähig ist und somit kein Ausgleich stattfinden kann? Ganz herzlichen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung hinsichtlich des Umganges mit den Kosten.

    • Jörg Franzke sagt:

      Der Geschäftsführer haftet für diese Kosten, weil er gem. Rechtsprechung diese Situation verschuldet hat. Die meisten Gutachter verzichten aber darauf.

  12. Ich habe die Geschäftsführung einer UG übernommen ohne zu ahnen welche Rechte und Pflichten mich erwarten. Als 2015 gegen mich ein Steuerstrafverfahren eröffnet wurde habe ich mich erkundigt und bin bald vohm Hocker gefallen, als ich erfahren haben, dass ich privat für alles haftbar gemacht werden kann. Mein väterlicher Freund hat damals gesagt, ich brauche nur meinen Namen geben, es wird nicht mein Schaden sein. Von den Geschäften die er da treibt bekomme ich bis heute kaum was mit. 2015 mußten sehr viele Steuern bezahlt werden, was er auch getan hat, dafür haben einige Handwerker kein Geld bekommen, diese Handwerker machen jetzt druck, da er wohl auch die vereinbarten Raten nicht bezahlen kann. Ich habe nie selber Geschäfte getätigt und weiss auch nicht im einzelen was da los ist, alles hat mein väterliche Freund gemacht. Jetzt meinte er, dass ich dann halt nächste Woche zum Gericht soll und Insolvenz anmelden soll. Aber was heißt dass für mich Privat?? Wenn ich nie was von den Geschäften mitbekommen habe so konnte ich doch auch nicht meiner Geschäftsführung ordnungsgemäß nachkommen oder? Habe mehrfach gefragt nach Aufstellungen aus denen Ersichtlich ist wieviel die UG den Handwerkern schuldet. Ich habe eine kleine Familie und ein noch hochverschuldetes Haus da dieses erst 5 Jahre alt ist. Ich möchte nicht alles verlieren nur weil ich ihm vertraut habe. Mein Steuerberater sagt, ich kann das Amt niederlegen. Was soll ich jetzt tun?? Wenn ich eine Privatinsolvenz machen muss verliere ich das Haus. Mein Mann ist auch selbstständig und hat auch den ein oder anderen Auftrag von der UG erhalten. Er macht gerade einen Auftrag wofür er noch 6000 Euro bekommt. Bekommt er die nicht können wir unsere Steuern nicht bezahlen. Bin total verzweifelt und fühle mich so ausgenutzt. Ach ja dass ich dumm war weiss ich mittlerweile.
    Mit freundlichen Grüßen

    • Jörg Franzke sagt:

      Sie sollten in der Tat sofort einen Insolvenzantrag für die UG stellen. Dazu sind Sie verpflichtet und es reicht nicht aus, wenn Sie nur vom Geschäftsführeramt zurücktreten. Sie können dann dem Insolvenzverwalter mitteilen, dass Sie das Geschäftsführeramt nur pro forma ausgeübt haben, und der „Freund“ der faktische Geschäftsführer war. Dann bekommt er auch ein Problem mit der privaten Haftung. Sie selbst aber können sich damit leider nicht entlasten.

  13. Sehr geehrter Herr Franzke,

    mein Freund ist Geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH. Durch Übernahme von Altlasten beim Kauf im Jahr 2006 und die derzeitig eher schlecht laufenden Geschäfte hat die GmbH ca. 350.000 EUR Schulden (100.000 EUR über einen Dispokredit und 250.000 EUR über einen Warenkredit). Derzeit können wir die Lieferantenrechnungen, Gehälter (4 Mitarbeiter) und Umsatzsteuer – wenn auch mit Zeitverzug – immer wieder irgendwie zahlen . Dennoch stellt sich uns natürlich die Frage was passiert sollte es doch zu einer Insolvenz kommen. Was passiert z.B. mit dem Haus, das wir vor ca. 2 Jahren gekauft und gemeinsam über einen Kredit finanziert haben, sollte mein Freund im Fall einer Firmeninsolvenz auch ggf. Privatinsolvenz anmelden müssen? Wir sind nicht verheiratet, stehen beide im Grundbuch und haben beide den Hauskreditvertrag unterschrieben. Ich habe aber bisher alle Raten und Aufwendungen für den Hauskauf von meinem Gehalt und Erspartem gezahlt. Der Hauskredit läuft bei der Bank, bei der auch der Dispokredit der Firma besteht. Besteht bei einer Insolvenz die Gefahr, dass man auf das Haus zurückgreift, obwohl ich allein bisher alle Kosten getragen habe? Sollten wir das Haus vor einer Insolvenz lieber auf mich übertragen lassen, indem ich z.B. die Haushälfte meinem Freund für 0 EUR abkaufe (da ich ja bisher seine Kreditschulden mitbeglichen habe)?

    Vielen Dank für Ihre Antwort

    • Jörg Franzke sagt:

      Es besteht in der Tat ein sehr hohes Risiko, dass Ihr Freund aufgrund der GmbH-Insolvenz auch ein privates Schuldenproblem bekommen wird. Um das Haus zu retten, müsste Ihr Freund Ihnen zunächst das Eigentum seiner Hälfte „mit den Grundschulden belastet“ für 1 EUR übertragen. Diese Übertragung ist zwar grundsätzlich anfechtbar, wird aufgrund wirtschaftlicher Aussichtslosigkeit aber nicht realisiert werden. Nach der Übertragung der Haushälfte müssten Sie sich entweder um eine komplett neue Finanzierung kümmern und die gesamten Kredit samt Vorfälligkeit ablösen. Oder Ihr Mann durchläuft ein Insolvenzplanverfahren. In dem Insolvenzplanverfahren würde man regeln, dass die finanzierende Bank eine eigene Gläubigergruppe bildet. Für diese ist dann geregelt, dass der Vertrag einfach „durchgereicht“ wird, während die andern Gläubiger sich mit meinen Bruchteil ihrer Forderung zufrieden geben müssen. Ein solches Verfahren ist aufwändig und kompliziert, aber durchaus aussichtsreich.

  14. kann ich als GF einer GmbH einen einmal gestellten Insolvenzantrag wg drohender Zahlungsunf. wieder zurücknehmen?
    unter dem § 13 Abs 2 InsO scheint das zu gehen
    hier vorliegend fehlt die Unterschrift des Insolvenzrichters, womit die Kriterien des o.g. §er erfüllt scheinen, oder? eine zeitliche Komponente z.B: max 3 Monate entnehme ich dem eigentlich nicht?!
    wäre dann der GmbH_Geschäftsführer quasi wieder voll funktionsfähig – unter der Annahme, daß ein „nichtig bestellter vorl. Insoverwalter“ ja auch niemandem hätte kündigen können, inkl dem GF.
    hm.
    die daran anschließender frage wird noch spezieller…
    und spannender – sind sie auch in VwVfG und StGB-Fragen fit?
    danke vorab
    greez oliver

    • Jörg Franzke sagt:

      Grundsätzlich kann man in den ersten Wochen nach eigener Insolvenzantragstellung diesen wieder zurücknehmen. Man muss aber glaubhaft machen können, dass die Zahlungsunfähigkeit beseitigt ist. Wenn dies erst in 3 Monaten eintritt, kommen Sie damit nicht weit.
      Der unterschriebene Eröffnungsbeschluss befindet sich in der Gerichtsakte, alles andere sind Ausfertigungen bzw. Abschriften.

  15. Peter Frank sagt:

    Hallo Herr Franzke,
    ich bin auf Ihre Webseite aufmerksam geworden und habe auch eine Frage zu meinem aktuellen Problem…

    Ich bin Geschäftsführer einer GmbH, die im Moment zahliungsunfähig ist, das ändert sich aber jetzt die nächsten Tage wieder, das Finanzamt bekommt noch 1000 Euro und bei der Bank sind wir mit 10.000 Euro im Dispo was das maximale ist.

    Eventuell erhalten wir einen Kredit in Höhe von 15.000 Euro.
    das ist aber noch nicht sicher. Mein Problem ist nun, um Kosten zu sparen war angedacht die GmbH umzuwandeln in ein Einzelunternehmen. Was aber wieder voviel Geld kostet Steuerberaterkosten das dies nicht lohnt.

    Nun habe ich folgende Möglichkeiten, 1. es geht weiter…
    2. ich schliesse die GmbH und melde insolvenz an die dann mangels Masse vermutlich abgelehnt wird. (Für den Dispo bei der Bank hafte ich zu 50% privat)
    Meine konkrete Frage wäre nun, wenn ich die GmbH schliesse und Insolvenz beantrage habe ich dann privat in meiner Schufa ein Insolvenzverfahren stehen?

    Ich würde mich freuen, wenn Sie die Antwort auf diese Frage haben.

    Viele Grüße
    Peter Frank

    • Jörg Franzke sagt:

      Solange die GmbH-Insolvenz nicht aufgrund persönlicher Haftung irgendwelchen Privatschulden erzeugt, wird diese nicht in die Schufa eingetragen.

  16. Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich bedanke mich, dass Sie so vielen Fragestellern zeitnah antworten. Ihre Antworten sind wirklich sehr hilfreich.

    Folgend zu meiner Situation:

    Ich bin alleiniger Geschäftsführer einer 2011 gegründeten UG. Ziel war es Handelsbeziehungen mit iranischen Unternehmen zu unterhalten. Leider war dieses Vorhaben kurz nach Gründung schon nicht mehr möglich, da eine neue Welle von Handelssanktionen gegen den Iran die zuvor schwierigen Handelsbeziehungen gänzlich unmöglich machten.

    Schnell war das eingezahlte EK von 500 EUR aufgebraucht und anfallende Kosten wurden aus der privaten Kasse beglichen. Trotzdem hielt ich an dem Vorhaben fest, in der Hoffnung, dass sich die Beziehungen wieder entspannten, leider vergebens.

    Ich spielte bereits eine gewisse Zeit mit dem Gedanken, die UG zu schließen. Dem Vorhaben kam leider ein Ordnungsgeld des Bundesamt für Justiz über 2500EUR, wegen zu spät eingereichter Jahresabschlüsse zuvor. Ich bat in einem Schreiben um die Aussetzung des Ordnungsgeldes, was jedoch als Beschwerde angesehen wurde und das Verfahren dem zuständigen Landgericht übergeben wurde. Hinzu kamen noch Gebührenforderungen der IHK. Insgesamt belaufen sich die Verbindlichkeiten auf etwa 3000 EUR. Unter normalen Umständen hätte ich wieder diese Beträge aus der privaten Kasse beglichen, doch auch hier bin ich seit kurzem Arbeitssuchend und kann diesen Forderungen nicht mehr nachkommen ohne auch Privat in Schwierigkeiten zu kommen.

    Mein Vorhaben ist es Regelinsolvenz zu beantragen, welche aufgrund fehlender Masse abgewiesen wird. Nun ist die UG seit langer Zeit Vermögenslos. Es gibt nichts zu liquidieren. Abschlussbilanzen und Notargebühren würden auch noch Kosten verursachen.

    1. Hafte ich mit meinem privaten Vermögen für die Verbindlichkeiten und Kosten der Liquidierung?

    2. Oder wird das Gericht bei Abweisung aufgrund Vermögenslosigkeit die UG löschen und damit alles beenden?

    3. Können Sie mir einen besseren Weg empfehlen, mit dem ich dieses Unternehmen auf die günstigste und schnellste Art und Weise beenden kann?

    Ich danke Ihnen vielmals für Ihr Engagement und möchte Sie freundlichst darum bitten, auch in meinem Fall zeitnah zu antworten, da die drei wöchige Frist sich langsam dem Ende neigt.

    • Jörg Franzke sagt:

      Hallo,
      das ist eine ärgerliche Geschichte. Die schlechte Nachricht für Sie ist, dass Sie persönlich für das Ordnungsgeld in Höhe von 2500 € haften. Ich nehme an, dass dieses verhängt wurde, weil die Handelsbilanz nicht rechtzeitig zum 30. Juni des Folgejahres auf die Webseite des Bundesanzeigers hochgeladen wurde. Diesen Fehler begehen aus Unkenntnis leider sehr viele Betroffene Geschäftsführer. Ansonsten sollten Sie schnellstmöglich einen Insolvenzantrag gegen die UG stellen. Andernfalls wird es nicht mehr lange dauern und es wird gegen Sie ein weiteres Ordnungsgeld im empfindliche Höhe verhängt. Für die Kosten der Liquidierung haften Sie nicht. Nachdem Sie dem Insolvenzantrag gestellt haben, wird ein Gutachter feststellen, dass das Unternehmen nicht genügend Vermögenswerte hat, und davon die Gerichtskosten zu bezahlen und wie Sie richtig vermuten, dass in zwei Verfahren mangels Masse abzuweisen. Es kann aber sein, dass Sie ca. ein halbes Jahr später wegen Insolvenzverschleppung einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe erhalten werden. Es ist relativ sinnlos, sich dagegen zu wehren. Besser man bezahlt die Geldstrafe und Schwamm drüber.

  17. Sehr geehrter Herr Franzke,
    was sollte oder kann ich sinnvolles tun? Folgendes Problem, ich bin seit 2003 GF eine GmbH habe seiner Zeit viel Altlasten übernommen (Personal was ich nicht so schnell abbauen konnte).
    In den vergangen 4 Jahren sehr viel abgebaut, expandiert eine weitere GmbH gegründet die als Besitzgesellschaft Maschinen an die erst vermietet. Auf Grund eines extremen Wachstum von 2010-2012 (Jahresumsatz von vorher 100 TEUR zu 2010 1 MIO EUR + 2012 3,6 Mio EUR) kam 2013 bis aktuell der Rückfall, 2013 2,5 Mio. Umsatz geschätzter Verlust ca. 130 TEUR. Personal wurde wieder abgebaut, Kosten reduziert. Jedoch hat der Steuerberater richtig zugeschlagen. Eine Umstrukturierung der Firma dauerte länger als gedacht. Private Probleme kamen hinzu. Stand heute. Kontokorrent 150T EUR Bank Kredit für Ladenumbau mit BG Absicherung 130 TEUR, Verbindlichkeiten Finanzamt ca. 40 TEUR, Sozialversicherungsträger ca. 40 TEUR, Steuerberater 15 TEUR und diverse andere Schuldner ca. 50 TEUR. Kurzfristig (4-8 Wochen) könnten evtl. Warenbestände liquidiert werden mit einem Wert von ca. 40 – 50 TEUR. Derzeit schreiben wir aber wieder kleine schwarze Zahlen.
    Was kann man daraus machen? Denn das der Gerichtsvollzieher wöchentlich Geldabholt ist kein Zustand. Ich konnte mir seit einem Jahr bereits kein Gehalt auszahlen und somit laufen auch Privat die Schulden auf. Ca. 10 TEUR.
    Ich Dank für Ihre Antwort.

    • Jörg Franzke sagt:

      Hallo,

      man müsste sich zunächst anschauen, ob ein Schutzschirmverfahren die richtige Wahl für Ihr Unternehmen wäre. Falls Ihr Unternehmen an sich gute Umsätze schreibt, es aber aufgrund von Altlasten bzw. zu teuren Dauerschuldverhältnissen in Liquiditätsschwierigkeiten gerät, wäre das Schutzschirmverfahren die richtige Sanierungsmethode. Weil die Vermögenswerte sich in einer Besitzgesellschaft befinden, ist das Risiko geringer und später bei einer bilanziellen Entschuldung der Planverfahren wäre es leicht, den Nachweis zu erbringen, dass durch den Plan eine Besserstellung eintritt.

      Ist hingegen ein Umsatzrückgang das Problem z.B. aufgrund dauerhaften Auftragsrückgang, lohnt ein Schutzschirmverfahren aufgrund der negativen Fortführungsprognose nicht und man wird es schließen. Dann muss man sich überlegen, wie die Landung so weich als möglich gestaltet wird und vielleicht ein Deal mit dem späteren Insolvenzverwalter welche Betriebsteile übernommen werden.

  18. Jp Modrow sagt:

    Von einem Bekannten die Druckerei ist überschuldet. Kaumännisch hat er grob ausgedrückt versagt. Er hat sehr gute Aufträge und auch für die Zukunft neues angeleiert. Das Problem ist, das nun ein Liquiditätsengpass entstanden ist.
    Da wir auch aus der Branche kommen, und ebenfalls gerade eine Druckerei suchen bzw gründen wollen, da wir Aufträge in Millionenhöhe haben , würden wir gerne helfen. Ist es sinnvoll eine zweite, neue Firma(in dem Gebäude) zu gründen, die wir dann betreiben, wo wir als Produzent auftreten? Wir wollen natürlich nicht komplett einsteigen und die Haftungen mit übernehmen.
    Wie kann man vorgehen??

    • Jörg Franzke sagt:

      Hallo, man könnte ungefähr so vorgehen. Wenn Sie den Freund einfach als Subunternehmer beschäftigen wollen und ihm Aufträge zuteilen, ist alles in Ordnung. Wollen Sie aber Teile seines Unternehmens mit übernehmen, können Sie zur Hanftung herangezogen werden, wenn der Freund später pleite geht. Wie hoch das Haftungsrisiko ist, hängt davon ab, ob es sich bei dem Unternehmen Ihres Freundes um eine GmbH handelt oder um eine Einzelfirma. Man könnte das Unternehmen Ihres Freundes auch gleich mit einem Schutzschirmverfahren sanieren. Dann hat er zugleich die Schulden los.

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