Gläubiger verzichten im Restrukturierungsverfahren auf 2 Mio € Schulden

Biofood-Manufaktur hat erfolgreich eine Restrukturierung durchgeführt. Banken und andere Gläubiger verzichten auf 2 Mio. € Kreditschulden.

Die IFS Food-zertifizierte Food-Manufaktur hat eine erfolgreiche Restrukturierung durchgeführt, bei der 2.000 T€ an Unternehmensschulden durch Kredite der ILB Investitionsbank des Landes Brandenburg und Forderungen aus Gläubigerkreisen eliminiert wurden. Die Gläubiger wurden mit einem Anteil am Planwert von 12,02 % entschädigt. Mit der Investition in eine vollautomatische Fertigungsstraße wird das Unternehmen wieder wettbewerbsfähig und rentabel sein.

Der Fall

Die Firma mit 60 Mitarbeitern ist eine IFS Food-zertifizierte Food-Manufaktur, die hochwertige, natürliche Lebensmittel ohne künstliche Zusatzstoffe produziert. Die Rohstoffe stammen aus kontrolliertem biologischem Anbau und die Manufaktur bevorzugt regionale Zutaten. Ihre Produktpalette umfasst Tiefkühl-Snacks zum Aufbacken, kühlpflichtige Frischeprodukte, Suppen, Fertiggerichte und Salate. Alle Produkte werden nach strengen Prinzipien produziert. Bio, Nachhaltigkeit, Preis, Qualität. Expertenwissen und ein motiviertes Team stehen hinter allem.

Krisenursachen

Die Coronapandemie führte zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten, da vereinbarte Vorverträge entweder abgesagt oder verschoben wurden. Dadurch konnten die geplanten Aktionen zur Markteinführung nicht ausgeführt werden, was eine deutlich geringere Umsatzsteigerung als erwartet verursachte.

Außergerichtliche Sanierung

Die Firma Maßnahmen ergriff Maßnahmen, um ihren Geschäftsbetrieb an die neuen Marktbedingungen anzupassen. Sie entwickelt neue BIO-Snacks und To Go Produkte, die sich an ihre Zielgruppe der Discount-Lebensmittelhändler und Großabnehmer richten. Da sie hier eine große Nachfrage entdeckt hat, wird sie ihre Strategie nochmal anpassen und sich ausschließlich auf die Produktion und den Verkauf von BIO-Tiefkühl-Snacks konzentrieren. Um das zu realisieren, ist eine vollautomatische Fertigungsstraße notwendig, um die Kosten zu senken und nachhaltig rentabel zu sein.

Sanierung im Restrukturierungsverfahren

Der Restrukturierungsplan beinhaltet Maßnahmen, um die Schuldnerin von Kreditverbindlichkeiten zu befreien und die Bestandsfähigkeit wiederherzustellen. Dazu gehören die vollständige Verzichtleistung der Gesellschafter auf Vergütungsansprüche, eine Kürzung diverser Kleingläubiger in Höhe von 16 T€ sowie die Tilgung der Kredite der ILB Investitionsbank des Landes Brandenburg in Höhe von 1.500 T€. Mit der Kürzung der Kredite der ILB sinkt die Tilgungslast um 60%.

Auswahl der Planbetroffenen Gläubiger

Zusammenfassend ist die Auswahl der zur Sanierung planbetroffenen Gläubiger sachgerecht, weil die Differenzierung nach der Art der zu bewältigenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Firma und den Umständen angemessen ist. Durch die Kürzung der Forderungen der planbetroffenen Gläubiger wird sich die Deckungsbeitragslücke nachhaltig schließen und die drohende Zahlungsunfähigkeit langfristig beseitigen.

Die Abstimmung der planbetroffenen Gläubiger fand im Dezember 22 am Amtsgericht Charlottenburg statt.

Nach § 26 I Nr. 3 StaRUG genügt eine Zustimmung der Gruppenmehrheit, um den Restrukturierungsplan anzunehmen, auch wenn eine Gruppe ablehnt. Der Plan stellt die Gläubiger nicht schlechter und sie sind entsprechend angemessen am Planwert beteiligt, da die Quote über der Regelabwicklungsquote liegt und ein Besserungsschein vorgesehen ist. Durch eine vergleichende Bilanzierung vor und nach Durchführung des Plans, gemäß § 27 Abs. 1 Nr. 2 StaRUG, werden die Gläubiger mit 12,02 % befriedigt, ohne den Plan würden sie nichts erhalten.

Der Restrukturierungsplan wurde einstimmig angenommen. Insbesondere die IBL stimmte ebenfalls zu.

Ergebnis

Die Firma ist um rund 2.000 T€ entschuldet. Die Herabsetzung der Tilgungslast um 60 % ermöglicht die Investition in die vollautomatische Fertigungsstraße. Damit wird die Firma wieder wettbewerbsfähig und rentabel sein.

Ergebnisse der Restrukturierung

  • Verbindlichkeiten der planbetroffenen Gläubiger um 88 % gekürzt
  • Der ILB-Kredit iHv 1.500 T€ wird mit 180 T€ abgegolten
  • Dauer des Restrukturierungsverfahrens 18 Wochen
  • Niemand hat es bemerkt, Geschäftsbetrieb lief störungsfrei
  • Schuldenverzicht 88% 88%
  • Quote des Restrukturierungsplans 12% 12%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 99% 99%
Erfolgreiche Schuldenbefreiung: IT-Firma nutzt Restrukturierung

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Die Schuldnerin ist ein IT-Dienstleister und verlor über Nacht 95 % ihrer Aufträge. Die Verlustzone überbrückte die Schuldnerin mit Fremdkapital von 1 Mio. €. Weil die Kredittilgung zur Zahlungsunfähigkeit geführt hätte, wurden die Kredite per Restrukturierungsverfahren um 91 % gekürzt. Die Schuldnerin zahlte nur noch eine Quote von 9 %

Investoren erwerben Start-up mit Eigenverwaltung zu Bestpreis

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Das Start-up produziert biokompatible Technologie zur Reduzierung von Bakterien- und Virenbelastungen. Während der Coronapandemie sank die Nachfrage, weil die Kunden althergebrachte Desinfektions-Methoden einsetzten. Mithilfe der Insolvenz in Eigenverwaltung wurden die Schulden bereinigt. Das Unternehmen wurde in gewollter Übernahme von Investoren für 800.000 € erworben und hat das Potenzial, einen Wert von 100 Millionen € zu erreichen.

Restrukturierung befreit Spedition von KfW-Coronakredit

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Weil sich die wirtschaftliche Erholung verzögerte, wäre die Spedition ausweislich ihrer Finanzplanung nicht dazu in der Lage gewesen, den KfW Kredit zu tilgen. Die Spedition war insolvenzgefährdet. Zur Überwindung der drohenden Zahlungsunfähigkeit absolvierte die Spedition ein Restrukturierungsverfahren. Es gelang us, den KfW-Kredit samt weiteren Verbindlichkeiten um 92 % zu kürzen.