Insolvenzplan kürzt Privatinsolvenz auf 1 Jahr

Wählen Sie den Insolvenzplan, falls Ihnen die gewöhnliche Privatinsolvenz mit der fünfjährigen Laufzeit zu lange dauert. Mit der Planinsolvenz können Sie die reguläre fünfjährige Laufzeit der Privatinsolvenz auf wenige Monate verkürzen.

Das Insolvenzplanverfahren beginnen Sie wie eine normale Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz. Ca zwei Monate nachdem das Gericht das Insolvenzverfahren eröffnet hat, nehmen Sie die Abkürzung und bieten den Gläubigern einen Insolvenzplan, das heißt eine Sonderzahlung zwischen 1 % und 20 % der Schulden an. Akzeptieren die Gläubiger Ihren Insolvenzplan, entfallen alle Restschulden und das Gericht beendet die Insolvenz sofort.

Die Entscheidung über Ihr Angebot fällen die Gläubiger in einem Abstimmungstermin bei Gericht. Die Zustimmung zum Insolvenzplan ist gesetzlich gewollt und erleichtert. Nicht jeder einzelne Gläubiger muss zustimmen. Eine einfache Mehrheit der zum Abstimmungstermin ANWESENDEN Gläubiger reicht aus.

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Banken, Finanzämter, Inkassobüros usw. ignorieren in der Regel den Abstimmungstermin aus Kostengründen. Gibt es nun einen wohlgesonnenen Gläubiger, der als einziger zum Abstimmungstermin erscheint und für den Insolvenzplan stimmt, ist er angenommen. Alle anderen Gläubiger müssen dies akzeptieren.

Zwei Wochen später schütten Sie die Sonderzahlung aus. Danach beendet das Gericht Ihre Insolvenz. Genau wie versprochen, sind Sie innerhalb eines Jahres von den Schulden befreit.

Was ist ein Insolvenzplan?
Der Insolvenzplan oder auch Planinsolvenz bzw. Insolvenzplanverfahren genannt, ist eine Möglichkeit, um die Laufzeit der sechsjährigen Privatinsolvenz oder Regelinsolenz auf ca. ein Jahr zu verkürzen. 


Aus rechtlicher Sicht ist der Insolvenzplan als Vertrag einzustufen, welchen der Schuldner mit seinen Gläubigern vereinbart. Schuldner und Gläubiger einigen sich in dem Insolvenzplan auf eine bestimmte Quote, in der Regel zwischen 1 und 20 %.

Kommt der Insolvenzplan zustande, schuldet der Schuldner nur noch die Quote. Diese wird ausgezahlt und der Schuldner ist schuldenfrei. Weil keine Schulden mehr bestehen, ist das Insolvenzverfahren überflüssig und wird bei Gericht eingestellt. Die Besonderheit des Insolvenzplans gegenüber einem normalen Vertrag besteht darin, dass ein von wenigen Gläubigern angenommener Insolvenzplan für ALLE Gläubiger gilt. Das gilt sogar für solche Gläubiger, die vergessen wurden oder sich noch nicht einmal am Insolvenzverfahren beteiligt haben. Unter besonderen Umständen gilt der Insolvenzplan darüber hinaus für Gläubiger, die gegen den Insolvenzplan stimmten.

Aufgrund der gesetzlichen Regelungen des Insolvenzplans kann eine aktive Gläubiger-Minderheit über die passive Gläubiger-Mehrheit entscheiden. Ein besonders plakatives Beispiel erlebte ich am Amtsgericht Wilhelmshafen: An dem Abstimmungstermin über den Insolvenzplan hatte sich nur ein einziger Gläubiger mit einer Forderung in Höhe von 77 € beteiligt. Er stimmte für den Insolvenzplan mit einer Quote in Höhe von 6 %. Alle anderen passiven Gläubiger mit Forderungen in Höhe von 84.000 € mussten die Quote gegen sich gelten lassen. Die Quote wurde ausgeschüttet und mein Mandant war sofort schuldenfrei.

Wie funktioniert der Insolvenzplan ?

Der Insolvenzplan ist ein Schuldenvergleich unter gerichtlicher Aufsicht, den Sie den Gläubigern anbieten. Im Gegensatz zum außergerichtlichen Schuldenvergleich muss beim Insolvenzplan nicht jeder Gläubiger zustimmen, sondern die einfache Mehrheit der zum Abstimmungstermin persönlich anwesenden Gläubiger reicht aus.

Genau diese gesetzliche Regelung ist Ihre Chance! Erfahrungsgemäß interessieren sich Gläubiger nicht für den Ausgang eines Insolvenzplanverfahrens. Oft stehe ich zusammen mit dem wohlgesonnenen Gläubiger im Termin alleine da. Gehen Sie mit Sicherheit davon aus, dass Banken, Finanzämter, Inkassobüros usw. aus Kostengründen nicht zum Abstimmungstermin erscheinen.

Dies ist vom Gesetzgeber so gewollt: Den zustimmenden Gläubigern soll die Abstimmung möglichst erleichtert und den ablehnenden Gläubigern möglichst erschwert werden.

Verfügen Sie nun über einen wohlgesonnenen Gläubiger, der im Idealfall als einziger den Termin wahrnimmt und für den Insolvenzplan stimmt, ist der Plan angenommen. Alle anderen Gläubiger müssen dies akzeptieren.

Insolvenzplanverfahren, wie ist der Ablauf ?

Weil man mit dem Insolvenzplan in die Autonomie der Gläubiger eingreifen und beispielsweise Ihre Kreditschulden ohne die ausdrückliche Zustimmung der Bank einfach abschneiden kann, unterliegt jedes Insolvenzplanverfahren der Kontrolle des Insolvenzgerichts. 
Einen Insolvenzplan kann man also nicht frei mit seinen Gläubigern aushandeln, sondern immer nur innerhalb eines laufenden Insolvenzverfahrens und unter strenger richterlicher Kontrolle.

Bevor das Gericht einen Abstimmungstermin über den Insolvenzplan zulässt, wird es sich intensiv mit dem Insolvenzplan auseinandersetzen. Das Gericht wird jede Formulierung des Insolvenzplans überprüfen, ob diese den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Dabei hat jeder Richter seine eigene Meinung und was für den einen Richter richtig gilt, mag für den anderen nicht gelten.

Ist das Gericht schließlich von dem Insolvenzplan überzeugt, wird es einen Abstimmungstermin bestimmen. Den Abstimmungstermin werden wir sehr sorgfältig vorbereiten, damit das Insolvenzplanverfahren mit der gesetzlich erforderlichen Stimmenmehrheit angenommen wird.

Hier finden Sie ein Schaubild, wie das Insolvenzplanverfahren abläuft:

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Insolvenzplan, Planinsolvenz, wie hoch sind die Kosten ?

Ein fester Prozentsatz oder Geldbetrag ist nicht vorgeschrieben. Das Insolvenzplanverfahren verlangt vielmehr eine Besserstellung der Gläubiger gegenüber der regulären fünfjährigen Insolvenz. Das heißt: Die Planinsolvenz muss den Gläubigern mehr Geld bieten, als Sie als Schuldner in einer regulären Insolvenz erwirtschaften würden.

Wie viel Geld Sie für ein Insolvenzplanverfahren einsetzen müssen, richtet sich nach Ihrem gelernten Beruf, weil Sie im Insolvenzverfahren eine “angemessene Erwerbstätigkeit” ausüben müssen. Also berechnen Sie die Insolvenzplan-Kosten wie folgt: Überschlagen Sie den monatlich pfändbaren Teil Ihres Einkommens und multiplizieren Sie ihn mal 60 (=Laufzeit reguläres Insolvenzverfahren). Dieses Ergebnis muss die Planinsolvenz per Einmalzahlung überbieten.

Erfahrungsgemäß wird die Einmalzahlung zwischen 5.000 € und 20.000 € betragen, je nachdem wie viel Ihres Einkommens pfändbar ist. Das Geld für den Insolvenzplan erhalten die Gläubiger nur, falls sie den Insolvenzplan annehmen.

Das Geld darf keinesfalls von Ihnen selbst kommen, sondern stets von einer dritten Person. Man nennt diese Person den „Sponsor“ oder den „Plangarant“.

Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung zu den Kosten für den Insolvenzplan.

Wie bauen wir einen überzeugenden Insolvenzplan auf?
Den Insolvenzplan stellen Sie sich am besten als ausführlichen Vertrag vor. Meine Insolvenzpläne für Privatpersonen umfassen in der Regel 12 bis 15 Seiten und die Insolvenzpläne für Unternehmen 20 und 30 Seiten.

Der Gesetzgeber hat den Aufbau des Insolvenzplans grob vorbestimmt. Gemäß § 219 InsO muss der Insolvenzplan in einen Darstellenden Teil enthalten und einen Gestaltenden Teil.

Der Darstellende Teil beschreibt die Entscheidungsgrundlagen für den späteren Abstimmungstermin. Der Darstellende Teil muss alle Fakten enthalten, welche die Entscheidung der Gläubiger für oder gegen den Plan zu stimmen, beeinflussen kann, § 220 InsO.

Also beginnen wir zunächst damit, dass wir Ihre wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse beschreiben. Danach erklären wir den Gläubigern, warum Sie pleite sind. Klarer Fall, dass wir Sie in ein günstiges Licht rücken werden. Es gilt das Motto: “Der arme Kerl, die arme Frau kann ja nichts dafür.”

Danach geht es ans Eingemachte und es folgt der schwierigste Teil: Wir müssen die Gläubiger davon überzeugen, dass sie auf ihre Forderung größtenteils verzichten und dazu auch noch zustimmen sollen!

Die Überzeugungsarbeit gelingt am besten mit Transparenz und Fakten. Stellen Sie sich den umgekehrten Fall vor. Sie wären der Gläubiger und würde Ihnen sagen: “Du musst verzichten, weil das halt so ist.” So vorzugehen, wäre nicht sehr überzeugend. Wenn man Ihnen als Gläubiger jedoch genau erklären würde, warum die Quotenaussichten bei Fortführung der regulären Insolvenzverfahrens schlechter sind, als bei dem vorgeschlagenen Insolvenzplan und welche Befriedigung die Gläubiger im regulären Insolvenzverfahren erwarten dürfen, werden Sie die Gläubiger besser überzeugen.

Der Gestaltende Teil des Insolvenzplans beschreibt die Rechtsfolgen, sollten die Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt haben. Beispiele sind: Welche Abstimmungsgruppen gibt es und wie sind die Gläubiger in die Gruppen eingeteilt, wie hoch ist die Quote und wie und wann wird diese verteilt, usw.

Insolvenzplan klingt gut, wo ist der Haken?

Das verkürzte Verfahren wird immer dann schwierig, wenn der betroffene Schuldner persönliche Feinde als Gläubiger hat. Ein verfeindeter Gläubiger nimmt den Zeit- und Kostenaufwand für die Wahrnehmung des Abstimmungstermins eher in Kauf, um dagegen zu stimmen.

Besteht ein solches Hindernis, weist man dem gefährlichen Gläubiger eine eigene Gläubigergruppe zu und allen anderen Gläubigern zwei weitere Gläubigergruppen. Stimmen zwei Gruppen für den Plan und eine dagegen, ist der ablehnende Gläubiger überstimmt und der Plan ist trotzdem angenommen.

Scheitert der Insolvenzplan dennoch, führt das Gericht die reguläre Insolvenz fort. Die angebotene Einmalzahlung darf der Sponsor behalten. Das Risiko, falls der Insolvenzplan scheitert, besteht ausschließlich in meinen anwaltlichen Kosten.

Insolvenzplanverfahren Ablauf

Das Insolvenzplanverfahren hat einen festen Ablauf. Wir beginnen die Planinsolvenz als gewöhnliche Regelinsolvenz beziehungsweise Privatinsolvenz. Hierzu werde ich Ihr Regelinsolvenzverfahren oder Privatinsolvenzverfahren zunächst vorbereiten und danach beim Insolvenzgericht beantragen. Nachdem das Gericht das Insolvenzverfahren eröffnet hat, durchlaufen Sie als nächsten Schritt die Fragerunden mit dem Insolvenzverwalter und danach den so genannten Prüfungstermin der Gläubigerforderungen bei Gericht.

Nach dem Prüfungstermin beginnt das eigentliche Insolvenzplanverfahren. Der Insolvenzplan wird ausgearbeitet und mit den Gläubigern, dem Insolvenzgericht und dem Insolvenzverwalter abgestimmt. Danach beantrage ich für Sie eine Gerichtsverhandlung: Den Abstimmungstermin über unseren Inoslvenzplan. Die Gläubigermehrheit stimmt zu und Sie sind schuldenfrei.

Die Chancen und Risiken des Insolvenzplans richtig bewerten

Der Erfolg Ihres Insolvenzplans hängt von zwei Faktoren ab: der Gläubigerstruktur und der Höhe der Sonderzahlung. Zunächst zur Gläubigerstruktur:

  1. Gibt es Forderungen aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung, also Schulden, die aufgrund von Straftaten wie beispielsweise Steuerverkürzung oder Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen entstanden sind? Derartige Forderungen kann ein Insolvenzplan leider nur bedingt abschneiden, Sie werden Forderungen aus unerlaubter Handlung nur über Sondervereinbarungen im Insolvenzplan los oder auch gar nicht.
  2. Gibt es bösartige Gläubiger mit Rachegedanken? Damit sind beispielsweise geschiedene Ehepartner oder ehemalige beste (Geschäfts-)Freunde gemeint. Diesen Gläubigern ist emotionale Vergeltung wichtiger als ein fairer Schuldenausgleich. Diese emotional aufgeladenen Gläubiger wollen den Insolvenzplan möglicherweise verhindern. Wenn wir diese gefährlichen Gläubiger aber vorher kennen, können wir sie isolieren und unschädlich machen. Hierzu weisen wir den gefährlichen Gläubigern im Insolvenzplan eine eigene Gläubigergruppe zu und werden diese negative Gläubigergruppe dann mit zwei positiven Gläubigergruppen überstimmen.

Nachdem wir das Abstimmungs-Verhalten der Gläubiger eingeschätzt haben, bestimmen wir als nächstes die Höhe der Sonderzahlung, also welchen Betrag der Insolvenzplan für die Gläubiger aufbringen muss.

Die Höhe der Sonderzahlung an die Gläubiger ist nicht an die Höhe Ihrer Schulden gebunden. Ich habe auch schon 1,3 Mio. Euro Schulden mit 8.000 Euro verglichen (0,66 % Quote). Entscheidend ist vielmehr das pfändbare Einkommen, das Sie theoretisch während der Laufzeit der regulären Insolvenz an die Insolvenzmasse abführen würden ( = fiktives Erwerbseinkommen).

Ihr pfändbares Einkommen ermitteln wir mit Hilfe der gesetzlichen Pfändungstabelle und hängt ab vom Nettoeinkommen und den Unterhaltspflichten. Kämen wir beispielsweise zu dem Ergebnis, dass Sie während des Insolvenzverfahrens monatlich 100 Euro abführen müssen, so würde den Gläubigern insgesamt 6.000 Euro zufließen ( 100 Euro mal 60 Monate Laufzeit des Insolvenzverfahrens). Diesen Betrag muss der Insolvenzplan überbieten. Also muüsste die Sonderzahlung des Sponsors im Insolvenzplan beispielsweise 7.000 Euro betragen. Eine Sonderzahlung in Höhe von 10.000 Euro wäre natürlich besser.

Die Besserstellung der Gläubiger im Insolvenzplan gegenüber der regulären Insolvenz ist eine gesetzliche Voraussetzung, dass man in einer etwaigen Kampfabstimmung negative Gläubiger überstimmen darf.

Einen Sponsor für den Insolvenzplan finden

Der Sponsor beziehungsweise „Plangarant“ wird für die Sonderzahlung aufkommen, die den Gläubigern im Insolvenzplanverfahren angeboten wird. Hierzu gibt der Sponsor eine schriftliche Plangaranten-Erklärung ab und hinterlegt das Geld kurz vor dem Abstimmungstermin auf einem Sonderkonto des Insolvenzverwalters.

Ihren Sponsor finden Sie nur in Ihrem Freundes- und Familienkreis. Eine fremde Person oder gar eine Bank wird sicherlich keinen Insolvenzplan finanzieren.

Keinesfalls dürfen Sie selbst die Sonderzahlung versprechen, denn Sie sind pleite und besitzen nichts. Würden Sie selbst die Sonderzahlung anbieten, wäre diese automatisch Teil der Insolvenzmasse. Damit wäre das Ziel nicht mehr erreichbar, den Gläubigern mit dem Insolvenzplanverfahren eine höhere Befriedigung zu bieten als eine reguläre Insolvenz.

Sicherlich wird Sie der Sponsor fragen, wie hoch die Sonderzahlung sein muss. Erklären Sie ihm die erforderliche Höhe der Sonderzahlung am besten folgendermaßen: Wie bereits beschrieben, muss die Sonderzahlung für den Insolvenzplan die voraussichtliche Gläubigerbefriedigung in der regulären Insolvenz mit 60 monatiger Laufzeit überbieten. Hierzu stellt man eine Vergleichsrechnung auf.

Die Vergleichsrechnung stellt gegenüber, welche Befriedigung die Gläubiger im Fall einer regulären Insolvenz erhalten würden und welche Befriedigung der Insolvenzplan den Gläubigern bietet. Die Berechnungsgrundlage bildet Ihr pfändbares monatliches Einkommen mal 60 Monate Laufzeit.

Von den so ermittelten Aktiva werden in der Vergleichsrechnung anschließend die Gerichts- und Insolvenzverwaltungskosten abgezogen, die je nach Verfahrensart – Insolvenzplan oder reguläre Insolvenz – variieren.

Am Schluss endet der gesamte Berechnungsvorgang in einer prozentualen Quote, beispielsweise 10,34 %. Der Insolvenzplan und der Plangarant garantieren diese Quote. Die Insolvenzgläubiger mit einer verbindlich festgestellten und in der Insolvenztabelle registierten Forderung besitzen einen verbindlichen Anspruch auf Auszahlung dieser Quote.

Der Plangarant stellt also die Sonderzahlung. Für weitere Zahlungen haftet er nicht Es gibt für ihn kein weiteres verstecktes Risiko, sondern steht nur für die versprochene Sonderzahlung ein. Mit Auszahlung der Abfindung erlöschen alle eingegangenen Verpflichtungen aus dem Insolvenzplan.

Wir beginnen die Planinsolvenz als Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz

Sobald die Eckpfeiler für den Insolvenzplan feststehen, insbesondere die Person des Plangaranten und die Höhe der Sonderzahlung, leite ich eine Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz für Sie ein:

  1. Wir nehmen Ihre Daten auf, Sie erledigen unsere “Hausaufgabenliste”.
  2. Wir informieren die Gläubiger und gleichen den Schuldenstand ab.
  3. Dann erledigen wir das außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren.
  4. Sie unterschreiben den fertigen Insolvenzantrag und wir reichen ihn zu Gericht.
  5. Das Gericht beschließt die Eröffnung des Insolvenzverfahrens und bestellt einen Insolvenzverwalter, der Sie zum Interview einlädt.

Wie Sie die Privatinsolvenz am besten vorbereiten, lesen Sie bitte in meinem Fahrplan zur Privatinsolvenz samt Tipps oder Fahrplan zur Regelinsolvenz und Tipps. Selbstverständlich wird die Vorbereitung auch Teil unserer persönlichen Beratung sein.

Letztendlich ist auch das Insolvenzplanverfahren ein Insolvenzverfahren. Schuldner und Gläubiger verlassen das Verfahren nur vorzeitig über die Abkürzung „Insolvenzplan“.

Etwa zwei Monate nach Insolvenzeröffnung reichen wir den Insolvenzplan ein und verkürzen das Verfahren. Einziger Unterschied bei der Vorbereitung eines Insolvenzplanverfahrens ist, dass man besonders sorgfältig und nett zu den Gläubigern ist, denn man will es sich ja mit ihnen nicht verscherzen.

Ansonsten verraten Sie zunächst bitte niemanden, dass wir einen Insolvenzplan anstreben – weder den Gläubigern noch dem Insolvenzverwalter. Nach meiner Erfahrung führt das nur zu unnötigen Fragen und Fehlvorstellungen. Eine Richterin wollte einmal das Insolvenzverfahren erst gar nicht eröffnen mit der Begründung, der Schuldner sei ja nicht bankrott, wenn er sich einen Insolvenzplan leisten könne. Auch psychologisch ist Schweigen vorteilhafter: Die Gläubiger erhalten nämlich mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zunächst die schlechte Nachricht, dass ihre Forderung verloren ist. Erst danach kommen wir mit der guten Nachricht und bieten mehr Geld als erwartet.

Verhalten gegenüber dem Insolvenzverwalter

Etwa vier Wochen, nachdem wir den Insolvenzantrag eingereicht haben, beschließt das Gericht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Der Gerichtsbeschluss wird Ihnen zur Kenntnis übersandt. Sie stehen ab dann unter Gläubigerschutz. Niemand darf gegen Sie vollstrecken und die Gläubiger stellen die Mahnschreiben ein.

Statt dessen haben Sie es ab sofort mit dem Insolvenzverwalter zu tun. Dieser wird Sie zu einem Interview einladen. Sie müssen ihm die üblichen Fragen beantworten, wie beispielsweise: Wie viel verdienen Sie ? Wo verstecken Sie Geld ? usw.

Kommen Sie allen Fragen und Anforderungen des Insolvenzverwalters nach. Es ist sinnlos, sich an der Person des Insolvenzverwalters abzuarbeiten. Sobald er alle notwendigen Informationen und Unterlagen hat, lässt er Sie in Ruhe und wendet sich anderen Fällen zu.

Wichtig ist, dass Sie dem Insolvenzverwalter im Interviewtermin nichts von der geplanten Verkürzung der Insolvenz sagen. Damit würden Sie nämlich nur provozieren, dass er sich mit Ihrem Fall besonders ausführlich beschäftigt. Das wollen wir aber nicht. Wir wollen, dass Sie als 0815-Fall in der Masse untergehen.

Ungefähr acht Wochen nach dem Gerichtsbeschluss über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird bei Gericht ein so genannter Prüftermin abgehalten.
Dort prüft das Gericht zusammen mit dem Insolvenzverwalter, ob die Forderungen Ihrer Gläubiger berechtigt sind. Berechtigte Forderungen trägt das Gericht als „festgestellt“ in eine sogenannte Insolvenztabelle ein. Unberechtigte Forderungen werden ebenfalls in die Insolvenztabelle eingetragen, aber mit dem Vermerk „bestritten“.

Die Insolvenztabelle bildet die Grundlage für unseren Insolvenzplan. In ihr steht, welche Gläubiger überhaupt am Insolvenzplan teilnehmen und welche nicht. Nur die Gläubiger mit einer festgestellten Forderung erhalten ein Stimmrecht und werden an der Ausschüttung beteiligt. Die Insolvenztabelle werde ich unmittelbar nach dem Prüfungstermin von dem Insolvenzverwalter abfordern. Erst bei dieser Gelegenheit kündige ich den Insolvenzplan an.

Aufbau des Insolvenzplans

Nachdem mir die Insolvenztabelle mit den Gläubigern vorliegt, werde ich den Insolvenzplan ausarbeiten. Ein Insolvenzplan ist ungefähr wie folgt aufgebaut:

A. Darstellender Teil

1. Allgemeine Beschreibung Ihres Falls

Wie sind Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse? Warum ist es zur Insolvenz gekommen?

2. Ermittlung der (fiktiven) Insolvenzmasse

Im zweiten Schritt erfolgt eine grobe Abrechnung über das bisher vom Insolvenzverwalter eingezogene Vermögen und pfändbare Einkommen. Diese Beträge erfährt man üblicherweise vom Insolvenzverwalter. Danach wird das fiktive pfändbare Einkommen hochgerechnet. Dies ist eine Einschätzung, wie viel pfändbares Einkommen der Insolvenzverwalter während der regulären 60-monatigen Insolvenz einziehen würde. Bei der Einschätzung spielt das Thema „angemessenes Erwerbseinkommen“ eine entscheidende Rolle. Die Ermittlung ist kompliziert. Ich nenne Ihnen ein Beispiel:

Der Mandant ist von Beruf Kaufmann im Groß- und Einzelhandel. Gemäß Nachfrage bei der Berufskammer beträgt das durchschnittliche Einkommen in diesem Berufszweig zwischen 1.697 und 1.936 Euro brutto. Aufgrund des insolvenzbedingten Makels liegt das durchschnittliche Gehalt an der unteren Gehaltsgrenze, also 1.700 Euro brutto. Von den 1.700 Euro brutto wird das Nettoeinkommen errechnet. Der Mandant hat keine Unterhaltspflichten. Gemäß gesetzlicher Pfändungstabelle beträgt das pfändbare Monatseinkommen 100 Euro.

Das fiktive pfändbare Monatseinkommen wird multipliziert mit der Restlaufzeit der regulären Insolvenz, beispielsweise 54 Monate mal 100 Euro. Im Ergebnis beträgt das fiktive pfändbare Einkommen in unserem Beispiel 5.400 Euro. Die so ermittelte (fiktive) Insolvenzmasse wird in der Vergleichsrechnung des Insolvenzplans eine zentrale Rolle spielen.

3. Vergleichsrechnung

Die Vergleichsrechnung stellt die Befriedigungsaussichten der regulären Insolvenz den Befriedigungsaussichten des Insolvenzplans gegenüber. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Insolvenzplan die Gläubiger besserstellt als die reguläre Insolvenz. Im Beispiel oben würden die Gläubiger in der regulären Insolvenz das fiktive pfändbare Monatseinkommen in Höhe von 5.400 Euro erhalten. Diesen Betrag muss der Insolvenzplan überbieten. Man würde also mindestens 6.500 Euro bieten.

4. Verfahrenskosten

Schließlich werden die Kosten für das Gericht und den Insolvenzverwalter ausführlich dargestellt. Diese Kosten werden von der Sonderzahlung für den Insolvenzplan abgezogen und der Rest an die Gläubiger ausgeschüttet.

B. Gestaltender Teil

Dieser Teil des Insolvenzplans beschreibt, wie und wann welches Geld an die Gläubiger verteilt wird. Übliche Bestimmungen sind beispielsweise die Auszahlung innerhalb von vier Wochen nach Rechtskraft des Insolvenzplans und Verzichtserklärung der Gläubiger. Außerdem wird der Plangarant bestimmt. Das ist Ihr Sponsor, der das Geld für den Insolvenzplan aufbringt. Er versichert in einer schriftlichen Erklärung, dass er eine bestimmte Summe an die Gläubiger zahlt, sollten diese zustimmen. Eine weitere Verantwortung übernimmt der Plangarant nicht.

Inoffizielle Abstimmung des Insolvenzplans

Nachdem ich Ihren Insolvenzplan ausgearbeitet habe, geht er in die Abstimmungsrunde. Ein Insolvenzplan ist eine kooperative und vielschichtige Angelegenheit. Die Kunst besteht darin, möglichst alle Beteiligten für den Insolvenzplan zu gewinnen. Die wichtigsten Beteiligten sind der Richter und der Insolvenzverwalter. Mit diesen stimme ich den Insolvenzplan in einer inoffiziellen Abstimmungsrunde ab. Oft wollen Richter oder Insolvenzverwalter das eine oder andere Wort geändert haben. Derartigen „Anregungen“ entspreche ich selbstverständlich. Im Interesse einer schnellen Restschuldbefreiung ist es klüger, Änderungswünschen stets nachzukommen, anstatt sich in endlosen Rechtsdiskussionen zu verhaken.

Ist der Plan auf diese Weise abgestimmt, geht er in die offizielle Abstimmungsrunde. Hierzu übersende ich den Insolvenzplan ans Gericht und beantrage die Einberufung einer Gläubigerversammlung, die einen einzigen Tagesordnungspunkt hat: „Niederlegung des Insolvenzplans“. Gemeint ist die Zustimmung der Gläubiger zum Insolvenzplan.

Der Richter prüft nun offiziell den Insolvenzplan auf Rechtsmängel und hört anschließend den Insolvenzverwalter an. Änderungen des niedergelegten Insolvenzplans sind nur noch ausnahmsweise erlaubt. Die Struktur des Insolvenzplans und insbesondere die versprochene Gläubigerquote darf nicht mehr verändert werden. Aufgrund des Abänderungsverbotes empfehle ich die vorgenannte inoffizielle Abstimmungsrunde. Nur hier darf ich eine „Anregung“ des Richters zur Insolvenzplan-Struktur noch umsetzen. Ist der Insolvenzplan niedergelegt, geht das nicht mehr. Der Richter hat keine andere Wahl, als einen Insolvenzplan mit Strukturmängeln vollständig abzuweisen.

Finden Sie mindestens einen Gläubiger, der dem Insolvenzplan zustimmt

Zeitgleich zu der offiziellen Abstimmungsrunde hole ich die Gläubiger mit ins Boot. Hierzu bespreche ich mit Ihnen, welche Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmen könnten. Wir benötigen zumindest eine Zustimmung.

Diese Zustimmung brauchen wir nicht nur für den späteren Abstimmungstermin über den Insolvenzplan, sondern schon dann, wenn wir den Insolvenzplan bei Gericht einreichen. Das Gericht darf einen Insolvenzplan nämlich abweisen, wenn er offensichtlich aussichtslos ist. Da die Privatinsolvenz-Pläne zumeist nur geringe Befriedigungsquoten von wenigen Prozent an die Gläubiger versprechen, könnte der Richter bei schlechter Laune einen solchen Insolvenzplan mit geringer Quote einfach als „offensichtlich aussichtslos“ zurückweisen. Dies kann er aber dann nicht mehr, wenn wir dem Insolvenzplan bereits bei Einreichen zu Gericht die Erklärung eines Gläubigers beifügen, dass er für den Plan stimmen wird.

Gibt es keinen Ihnen wohlgesonnenen Gläubiger, an den man sich wenden kann, schreibe ich alle Gläubiger an und übersende den Insolvenzplan-Entwurf mit der Bitte um Zustimmung. Die Reaktionen überraschen mich immer wieder. Während die Gläubiger inzwischen nahezu jeden Schuldenregulierungsversuch vor der Insolvenz ablehnen, reagieren sie auf den Insolvenzplan meist positiv.

Dies hat etwas mit der Psychologie der Gläubiger zu tun: Vergleiche vor der Insolvenz sind deshalb nahezu ausgeschlossen, weil die Gläubiger „die Preise“ nicht verderben wollen. Gehen sie einen Vergleich mit einem Schuldner ein, befürchten Sie zehn weitere Schuldner mit denselben Vergleichsabsichten. Am Ende will niemand mehr die Schulden vollständig begleichen.

Der Abstimmungstermin über den Insolvenzplan

Ist der Insolvenzplan bei Gericht eingereicht, von diesem rechtlich geprüft und akzeptiert, wird das Gericht ein Datum für den Abstimmungstermin bestimmen. Hierzu erlässt es einen Beschluss und lädt die Gläubiger ein. Nachdem das Datum feststeht, beginnen wir mit der Vorbereitung des Abstimmungstermins bei Gericht. Wie Sie bereits wissen, muss zumindest ein Gläubiger am Termin teilnehmen und für den Insolvenzplan stimmen. Kommt gar kein Gläubiger zum Abstimmungstermin, gilt der Insolvenzplan als abgelehnt.

Aus der Vorrunde wissen wir ja, welche Gläubiger für den Insolvenzplan stimmen würden. An diese Gläubiger wenden wir uns zur Vorbereitung des Abstimmungstermins erneut. Damit die Gläubiger nicht persönlich zum Abstimmungstermin erscheinen müssen, was ja die Voraussetzung für ein Stimmrecht ist, organisieren wir einen Rechtsanwalt, der diese Gläubiger im Abstimmungstermin vertreten wird. Der Anwalt kann also auch mehrere Gläubiger vertreten. Zudem können wir uns aufgrund seiner Professionalität darauf verlassen, dass er den Termin auch tatsächlich wahrnimmt und pünktlich erscheint.

Das Gericht ruft die Gläubiger zur Abstimmung auf

Dann schließlich ist es soweit: Der gerichtliche Abstimmungstermin über den Insolvenzplan findet statt. Klarer Fall, dass man pünktlich erscheinen muss. Das Gericht wartet nicht und es geht um alles. Der Abstimmungstermin verläuft ungefähr wie folgt:

Zunächst stellt das Gericht die anwesenden Personen und insbesondere die erschienenen Gläubiger fest. Die Gläubiger bzw. deren Vertreter müssen sich mit ihrem Personalausweis und/oder mit Vollmacht ausweisen. Bei der Prüfung der Personenidentität und Vertretungsbefugnis geht das Gericht sehr streng und formalistisch vor.

Zuweilen muss ich den Insolvenzplan in letzter Minute noch auf den neuesten Stand bringen. Stellt das Gericht beispielsweise einen weiteren Gläubiger zur Insolvenztabelle fest, ändert sich logischerweise die Ausschüttungsquote und damit der den Gläubigern versprochene Anteil. Der Insolvenzplan muss im Termin also noch schnell angepasst werden. Deshalb bringe ich in der Regel einen transportablen Drucker mit.

Schließlich stimmen die Gläubiger über den Insolvenzplan ab. Es zählt die Mehrheit nach Köpfen und Summen. In der Regel sind im Termin keine Gegenstimmen anwesend, was uns die Sache erheblich erleichtert. Meist dauert es dann nur ca. 20 Minuten, bis alles vorbei ist.

Sind Gegenstimmen anwesend, wird der Richter hingegen sehr viel sorgfältiger sein. Bisher ist mir jedoch noch jeder Abstimmungstermin gelungen. Gegenstimmen kündigen sich in der Regel in einem früheren Stadium an, sodass ich gegensteuern und mich um eine Stimmenmehrheit kümmern kann.
Am Schluss des Abstimmungstermins „bestätigt“ der Richter den Insolvenzplan.

Damit ist das Insolvenzverfahren beendet. Ihr Sponsor schüttet den Geldbetrag je nach Vereinbarung entweder direkt an die Gläubiger oder an den Insolvenzverwalter aus. Etwa 4 Wochen später erlässt das Gericht einen Aufhebungsbeschluss, mit dem das Insolvenzverfahren dann auch offiziell beendet ist.

Schließlich stimmen die Gläubiger über den Insolvenzplan ab. Es zählt die Mehrheit nach Köpfen und Summen. In der Regel sind im Termin keine Gegenstimmen anwesend. Das vereinfacht den Abstimmungstermin natürlich besonders. Dann dauert der Termin in der Regel nicht länger als 20 Minuten. Bei Gegenstimmen wird der Richter hingegen sehr viel sorgfältiger sein. Bisher ist mir noch jeder Abstimmungstermin gelungen. Gegenstimmen kündigen sich in der Regel in einem früheren Stadium an, sodass ich gegensteuern und mich um eine Stimm-Mehrheit kümmern kann.

Am Schluss des Abstimmungstermins „bestätigt“ der Richter den Insolvenzplan. Das wars, das Insolvenzverfahren ist beendet. Ihr Sponsor schüttet den Geldbetrag je nach Vereinbarung entweder direkt an die Gläubiger aus oder an den Insolvenzverwalter. Ca. 4 Wochen später erlässt das Gericht einen Aufhebungsbeschluss.

Fertig. Sie haben es geschafft und sind schuldenfrei.

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Falls Sie eine Frage zur Planinsolvenz haben oder zur Kontaktaufnahme oder wünschen Sie einen Beratungstermin, bitte hier E-Mail eintragen und absenden. Ich melde mich.


Die Historie des Insolvenzplans

Ein Insolvenzplan ist so etwas wie ein Teilzahlungsvergleich, den man in einem Insolvenzverfahren abschließen kann. Gelingt der Insolvenzplan, erhalten die Gläubiger die in dem Insolvenzplan versprochene Quote und verzichten auf den Rest. Weil nach der Verzichtserklärung keine Schulden mehr bestehen, bestehen die Insolvenzgründe wie Zahlungsunfähigkeit nicht mehr und das Gericht beendet das Insolvenzverfahren.

Der Insolvenzplan wurde als wurde als „Preußischer Zwangsvergleich“ erfunden und war in der „Vergleichsordnung“ gesetzlich geregelt. Über die Jahrzehnte geriet der Zwangsvergleich in Deutschland nahezu in Vergessenheit. Die Idee des Zwangsvergleiches machte aber den „Sprung über den Teich“ und wurde zum Bestandteil US-amerikanischer Gesetzgebung zur Sanierung von Unternehmen.

Bekannt wurden die Gesetze zur amerikanischen Unternehmenssanierung unter dem Begriff „Chapter Eleven“. Spektakuläre Fälle wie die Sanierung des Autokonzerns General Motors sind darunter. Das Chapter Eleven nahm sich die deutsche Gesetzgebung zum Vorbild, schaffte die alte, schwerfällige Vergleichsordnung ab und „erfand“ den Insolvenzplan.

Nachdem der Insolvenzplan in Deutschland zunächst nur für die Sanierung von Unternehmen eingesetzt wurde und einem winzigen Kreis elitärer Insolvenzverwalter vorbehalten war und Insolvenzpläne geradezu als Geheimwissenschaft behandelt wurden, ermöglichte der Gesetzgeber die Insolvenzpläne ab Juli 2014 auch für kleine Regelinsolvenzen und Verbraucherinsolvenzen.

Als Hintergrund für die Ausweitung des Insolvenzplans für Kleininsolvenzen vermute ich den Druck Englands auf den deutschen Gesetzgeber, der aufgrund der Möglichkeit eines einjährigen sehr einfachen Insolvenzverfahrens in England den Insolvenztourismus eindämmen musste.

Somit schuf der deutsche Gesetzgeber mit dem Insolvenzplan eine Alternative zur Insolvenz in England, um auch nach deutschem Rechte eine Entschuldung binnen Jahresfrist möglich zu machen.

Dies ist dem deutschen Gesetzgeber auch gelungen. Der Insolvenztourismus nach England hat seit dem stark abgenommen. Die Alternative der Einjährigen Insolvenz in England lohnt zumindest nicht mehr aus Zeitgründen. Nur wenn man eine „Leiche im Keller“ hat und die unangenehme deutsche Insolvenzanfechtung vermeiden möchte, lohnt sich der Weg nach England.

Insolvenzpläne sind noch immer keine Selbstverständlichkeit mit gefestigter Rechtsprechung. Es wird viel experimentiert, Ideen versuchen sich durchzusetzen und werden wieder verworfen. Richter stehen den Insolvenzplänen auf Initiative des Schuldners oft misstrauisch gegenüber, weil sie befürchten, dass der Schuldner seine Gläubiger über den Tisch ziehen will.

Es gibt auch keine Lehrbücher, aus denen man den Insolvenzplan einfach kopieren und selbst auf den Weg bringen kann. Vielmehr ist Erfahrung über den Aufbau von Insolvenzplänen notwendig und eine Ahnung wie Gläubiger, Richter und Insolvenzverwalter ticken.

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