EU-Insolvenz in England

Falls Sie Wert legen, auf eine schnelle und unkomplizierte Entschuldung, entscheiden Sie sich für die EU-Insolvenz. Die EU-Insolvenz ist eine Privatinsolvenz in England und ermöglicht die Restschuldbefreiung von allen Schulden in 18 Monaten. Das heißt, fünf Jahre schneller als die Insolvenz in Deutschland. Doch auch aus zusätzlichen Gründen kann eine EU-Insolvenz im Ausland für Unternehmer das bessere Verfahren sein.

Die Integration der Mitgliedsstaaten in die Europäische Union hat einen Wettbewerb unter den nationalen Rechtsordnungen ausgelöst. EU-Bürger und Firmen nehmen das nationale Recht für sich in Anspruch, das die meisten Vorteile bringt. (= Forum Shopping). Diese Prinzip gilt auch bei der EU-Insolvenz.

Die nationalen Regeln zu Schuldenerlass und Restschuldbefreiung weichen stark voneinander ab. Während die deutsche Insolvenzordnung zu einer fünfjährigen Laufzeit zwingt, garantieren der englische und der irische Insolvency Act in Verbindung mit der EU-Insolvenz die Restschuldbefreiung spätestens nach 12 Monaten (=Early Discharge).

Auch in drei grenznahen Arrondissements in Frankreich ist eine schnelle Entschuldung aufgrund einer historischen Gesetzeslücke möglich. Wir empfehlen diesen Weg aber nur noch ausnahmsweise.

Verständlich, dass sich immer mehr Deutsche für die EU-Insolvenz nach englischem oder irischen Recht entscheiden. Bei richtiger Vorgehensweise ist dies völlig legal, aber deutsche Richter befürchten Kontrollverlust und halten massiv entgegen.

Englische und irische Gerichte entscheiden liberaler. Nach Versuchen, EU-Insolvenz Fälle zurückzudrängen und nach rechtswissenschaftlicher Diskussion, hat die englische Rechtsprechung inzwischen einige Präsenzfälle geschaffen, um eine EU-Insolvenz weitgehend rechtssicher durchzuführen.

Die heutige Entscheidungspraxis der englischen Insolvenzgerichte zum Umgang mit deutschen Schuldnern in der EU-Insolvenz wurde von mir entscheidend geprägt. Ich war an der Herbeiführung der wichtigsten Präsenzfälle (=Case Law) beteiligt.

Informationen zur EU-Insolvenz

Ich bin in England als Rechtsanwalt zugelassen (= Registered European Lawyer) und werde Sie bei Bedarf vor dem englischen Gericht und vor Behörden vertreten.

EU-Insolvenz in England und Irland

Das Verbraucherinsolvenzverfahren nach englischem und seit März 2016 auch nach irischem Recht bietet dem betroffenen Schuldner im Vergleich zu allen anderen nationalen Insolvenzordnungen in der EU die größten Vorteile.

Der größte Vorteil ist natürlich die Erteilung der Restschuldbefreiung binnen Jahresfrist. Aber auch das Verfahren selbst ist vorteilhafter und lässt dem Schuldner weitaus mehr Freiheit, als beispielsweise die deutsche Insolvenzordnung.

Eine Zwangsvollstreckung vor der Insolvenz wie Pfändung, Durchsuchung, eidesstattliche Versicherung kommen praktisch nicht vor und es gibt weitere Vorteile.

Ich will Ihnen kein Paradies versprechen. Die englische Justiz ist supermächtig und willkürlich. Droht ein Fall zu entgleiten und will ein Official Receiver (wieder einmal) ein Exempel statuieren, kann es richtig Ärger geben. Deshalb ist es bei der EU-Insolvenz in England so wichtig, jedem Ärger aus dem Weg zu gehen und nirgendwo anzuecken.

Zur EU-Insolvenz in England kann ich aufgrund zwölfjähriger Erfahrung sehr gut beraten: Jedem, dem es möglich ist, empfehle ich dieses Verfahren.[/vc_column_text][vc_column_text]

Das Mandat

[/vc_column_text][us_image image=”8340″ size=”us_768_0″ align=”left” meta=”1″ meta_style=”modern”][vc_column_text]Ich berate Sie zum deutschem, englischem und europäischen Insolvenzrecht und schütze Ihre Interessen, während Sie das Verfahren durchführen und später bei der Rückkehr nach Deutschland.

Das Mandat beginnt mit einer Erstberatung in meiner Kanzlei oder als Telefontermin. Sie erhalten eine Einführung zur EU-Insolvenz und – sehr wichig: Wir besprechen, was vorher zu erledigen ist, um die Entschuldung per EU-Insolvenz überhaupt zu ermöglichen.

Ich bin zugleich in England als Rechtsanwalt zugelassen und werde Ihre Interessen gegenüber dem englischen Insolvenzgericht und Behörden wahrnehmen. Ein englischer Anwalt darf Insolvenzanträge für die Behörde entgegen nehmen, sodass Ihr persönliches Erscheinen bei Gericht nicht erforderlich ist.

Ein Relocation-Service erleichtert Ihnen den Umzug und organisiert die Einrichtung des neuen Lebensmittelpunktes, Ihr Aufwand wird also sehr gering bleiben.

Auf dem Gebiet der EUInsVO in Verbindung mit Insolvency Act verfüge ich inzwischen über einzigartige Fachkenntnisse, sodass ich Sie insbesondere gegenüber Gläubigern, die Ihnen das englische Restschuldbefreiungsverfahren zerschießen wollen, erfolgreich vertreten werde.

Meine Erfahrung

Zur EU-Insolvenz berate ich seit über zehn Jahren. Ich war von erster Stunde an (in Frankreich) mit dabei und ich berate noch heute erfolgreich Mandanten, wie sie sich schnell und ohne Komplikationen in England oder Frankreich entschulden.

In der Zeit meiner Beratung habe ich die EU-Insolvenz-Agenturen kommen und gehen sehen. Alle haben von mir abgeschrieben, aber ich bilde mir ein, das “Original” zu sein. Aufgrund meiner seriösen und ehrlichen Beratung bin ich noch heute von allen “Beratern” als Einziger “am Leben”.

Meine Mandanten werde ich auch in Zukunft offen und fair zu diesem sensiblen und zugleich hoch interessanten Thema beraten. Seit Einführung des Insolvenzplanverfahrens in Deutschland ab Juli 2014 ist es sehr ruhig um die EU Insolvenz geworden, weil alle Betroffenen auf eine schnelle Entschuldung in Deutschland hoffen…

Dies ist Ihre Chance, eine EU-Insolvenz so diskret wie in den Anfangsjahren außerhalb des gesellschaftlichen Fokus abzuwickeln. Die Rechtsprechung zur Anerkennung der EU-Insolvenz ist heute anerkannt und gefestigt und auch die englischen Gerichte sind nach Abflauen des Massenandrangs vor wenigen Jahren sichtlich entspannt.

Ich meine: Für flexible Geschäftsleute ist die EU-Insolvenz unverändert das beste von allen Entschuldungs-Verfahren.

Eine Einführung in das jeweilige Insolvenzrecht erhalten Sie hier:

Vier Tipps zur EU-Insolvenz:

Sorgen Sie für gültige Ausweispapiere.

Als allerersten Schritt müssen Sie sich um Ihre Ausweise kümmern. Überprüfen Sie beide Dokumente auf ihre Gültigkeit für mindestens zwei Jahre. Falls zu alt, bitte sofort verlängern. Sollten die Ausweise während der Laufzeit der EU-Insolvenz ablaufen, ist kein deutsches Meldeamt mehr für Sie zuständig. Sie müssten sich zum Konsulat in London oder Paris begeben, was ziemlich aufwändig ist.

Tipp 1: Der Reisepass muss mindestens zwei Jahre gültig sein. Nach Ihrem Umzug lassen Sie z.B. “London” als Wohnort in Ihren Reisepass eintragen.

Wählen Sie das Land für die EU-Insolvenz, das für Sie besser geeignet ist.

Im Gegensatz zum französischen bietet Ihnen das englische Verbraucherinsolvenzverfahren viele Vorteile. Das englische Insolvenzverfahren ist einfacher und der Aufwand, den Sie zum Nachweis Ihres Lebensmittelpunktes betreiben müssen, wird in Frankreich weitaus höher und teurer sein. Andererseits werden Sie in England nicht von jeder Schuld befreit. Haben Sie Schulden, für die in England keine Befreiung vorgesehen ist, entscheiden Sie sich für Frankreich.

Tipp 2: Beziehen Sie die jeweiligen Rechtsfolgen der Restschuldbefreiungs-Beschlüsse der verschiedenen Länder in Ihre strategischen Überlegungen ein.

Seien Sie sich bewusst, dass Sie sich nicht nur Freunde machen.

Der schmale Grad zwischen “Erlaubt” und “Verboten” in der EU-Insolvenz besteht darin, dass es Ihnen bei Strafe verboten ist, die EU-Insolvenz zu benutzen, um vor der Insolvenz noch Geld beiseite zu schaffen. Beispielsweise wäre es töricht, etwaig noch vorhandene deutsche Konten zu plündern, um die Guthaben an eine treuhänderisch gehaltene Limited in England zu überweisen. Bekanntlich ist das Beiseite Schaffen von Vermögen vor der Insolvenz ist in jedem Land strafbar, lassen Sie sich also nicht darauf ein.

Tipp 3: Nenutzen Sie die EU-Insolvenz nicht dazu, um Geld von den Gläubigern zu verstecken.

Die Unterkunft in England muss angemessen sein.

Immer wieder gibt es Sparfüchse, die wahre Löcher als Wohnung anmieten, nur um Geld zu sparen. Oder sie lassen sich auf Agenturen ein, mit Scheinadressen oder Unterkünften, wo 10 und mehr Deutsche angemeldet sind. Das geht schief. Wenn Engländer eines nicht leiden können, dann ist es, sich von Deutschen an der Nase herumführen zu lassen. Darauf reagieren sie allergisch. Wenn Sie beispielsweise in London eine Bruchbude für 400 GBP anmieten, wird Ihnen kein Richter abkaufen, dass Sie als Deutscher dauerhaft dort leben. Ihr Insolvenzantrag wird abgelehnt oder das laufende Verfahren gar annulliert.

Tipp 4: Ihre Unterkunft und alles andere müssen stimmig sein.[/vc_column_text][vc_column_text]

EU-Insolvenz in England in 10 Schritten

[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner][us_image image=”8341″ size=”us_768_0″ align=”left” meta=”1″ meta_style=”modern”][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_column_text]

Der Ablauf des EU-Insolvenzverfahrens über England besteht grob eingeteilt aus acht Schritten. Folgen Sie diesen und wenn alles glatt verläuft, sind Sie nach ca. 18 Monaten schuldenfrei.

1. Aus Deutschland abmelden

Als allerersten Schritt überprüfen Sie, ob Ihre Ausweise noch mindestens zwei Jahre gültig sind. Falls nein, verlängern Sie diese bitte.

Dann melden Sie sich beim Einwohnermeldeamt aus Deutschland ab.

2. Den Lebensmittelpunkt nach England verlagern

Als zweiten Schritt müssen Sie Ihren Lebensmittelpunkt nach England verlagern. Das heißt nicht, dass Sie für immer auswandern und sich in Deutschland nicht mehr blicken lassen dürfen.

Nach der EU-InsVO befindet der Lebensmittelpunkt sich dort, wo man den Schwerpunkt seiner wirtschaftlichen Interessen hat.

Es muss also darstellbar sein, dass Sie den überwiegenden Teil des Jahres in England anwesend sind und es stört nicht, wenn Sie Ihre Liebsten regelmäßig z. B. über das Wochenende in Deutschland besuchen und dort gesehen werden. Ich haben auch noch nie erlebt, dass das County Court die Ein- und Ausreise kontrolliert.

Um den Lebensmittelpunkt glaubhaft darzustellen, benötigen Sie eine vollständige Infrastruktur wie beispielsweise Wohnung, Arbeitgeber, Konto, usw.

Wohnen im Hotelzimmer, bei Bekannten oder eine bloße Briefkastenadresse reicht nicht aus. Die Wohnung muss zumindest zur ständigen Nutzung ausgestattet sein.

3. Holen Sie eine Sozialversicherungsnummer

Nachdem der Lebensmittelpunkt eingerichtet ist, beantragen Sie die Sozialversicherungsnummer. Diese ist in England wichtig und ermöglicht Ihnen den Zugang zu den sozialen Versorgungssystemen wie ärztlichen Leistungen usw. Wer eine Sozialversicherungsnummer hat, beweist, dass die Anwesenheit im Land nicht nur touristischen Zwecken dient.

Die Sozialversicherungsnummer brauchen Sie natürlich auch, falls Sie in UK einen Job annehmen werden.

4. Warten Sie eine gewisse Zeit

Nachdem der Lebensmittelpunkt vollständig eingerichtet ist, warten Sie mindestens sechs Monate ab und lassen alles laufen.

In der Zwischenzeit wird der Insolvenzantrag vorbereitet. Hierzu müssen zunächst alle Gläubiger gesammelt und registriert und anschließend das amtliche Formular ausgefüllt werden.

Falls man inzwischen gegen Sie vollstrecken will, können Sie Ihre neue Anschrift ruhig mitteilen. Das erspart dem deutschen Gläubiger unnötige Vollstreckungskosten.

5. Den Insolvenzantrag einreichen

Dann stellen Sie den Insolvenzantrag. Dies können Sie persönlich bei Gericht erledigen.

Oder besser: In unserem Büro in der City of London steht Ihnen ein deutscher Anwalt zur Seite, der in England zugelassen ist. Er wird für Sie den Insolvenzantrag ausarbeiten und er ist als englischer Anwalt dazu ermächtigt, den Insolvenzantrag entgegenzunehmen. Damit umgehen Sie den sicherlich heikelsten Schritt des gesamten Insolvenzverfahrens.

6. Bestehen Sie die Interviews mit dem Official Receiver

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass mit der Entgegenahme des Insolvenzantrages durch unseren Anwalt vor Ort für Sie alles erledigt ist und das Gericht das Insolvenzverfahren direkt eröffnet.

Je nach Tagesverfassung des Richters kann es aber auch sein, dass es zu einem Hearing mit dem Insolvenzrichter kommt. Sind Sie allein, müssen Sie ihm Rede und Antwort stehen, lassen Sie sich von unserem Anwalt begleitet, spricht er für Sie.

Wiederum kommt es zu einem Interview mit einem Official Receiver. Er führt mit Ihnen ein sehr ausführliches Interview, auch hier gilt es vorbereitet zu sein.

7. Durchlaufen Sie das Insolvenzverfahren

Nach den Interviews beginnt das eigentliche Insolvenzverfahren. Das heißt, der Official Receiver schreibt alle Gläubiger an und informiert, dass über Ihr Vermögen ein Insolvenzverfahren nach englischem Recht eröffnet ist.

Die Gläubiger haben Gelegenheit, Einwände gegen die geplante Restschuldbefreiung zu erheben. Typischer weise werden sie einwenden, dass der Lebensmittelpunkt fingiert ist oder es wurden Vermögenswerte nicht angegeben.

In diesen Fällen kommt es zu weiteren Interviews und Untersuchungen und Sie werden rechtlichen Beistand benötigen. Ansonsten lässt man Sie in Ruhe.

Am Schluss des Verfahrens wird die Insolvenzmasse festgestellt: Das ist sicherlich „Null“. Weil es nichts zu verteilen gibt, wird das Verfahren eingestellt. Die Restschuldbefreiung tritt automatisch 12 Monate nach Eröffnung ein.

8. Informieren Sie die Gläubiger über die Restschuldbefreiung

Noch von England aus, wird den deutschen Gläubigern der englische Restschuldbefreiungsbeschluss zugestellt. Die Gläubiger müssen zwar nicht ihre Vollstreckungstitel heraus geben, aber sie müssen anerkennen, sich jeglicher Zwangsvollstreckung zu enthalten. Gleichzeitig erfolgt die Löschung aus Schufa und Schuldnerkartei.


Update zum Brexit vom 02.08.2016: Nach Rücksprache mit dem Insolvency Service am High Court of Justice in London wird sich der Brexit wenn überhaupt erst in einigen Jahren auf die EU-Insolvenz auswirken. Das heißt, die EU-Insolvenz in England bleibt bis auf weiteres möglich. Seit März 16 hat ein weiteres EU-Land das englische Verbraucherinsolvenzrecht 1 zu 1 übernommen, sodass auch dieses Land ab sofort für die schnelle Entschuldung zur Verfügung steht.