Planinsolvenz befreit Handwerker von uralten Schulden

Ein Handwerker geriet mit einer GmbH für Innenausbau vor zig Jahren in die Schulden und schlug sich seit dem mit Abzahlungsversuchen und mit Minimaleinkommen unter der Pfändungsgrenze herum. Mit der Planinsolvenz habe ich ihn endlich in Jahresfrist aus den Schulden befreit.

Planinsolvenz Handwerker
In der am 02.08.2016 eröffneten Planinsolvenz legt der Schuldner gemäß § 218 Abs. 1 S. 1 InsO den folgenden Insolvenzplan zur Prüfung und zur Erörterung und Abstimmung vor. Zweck des Planinsolvenzverfahrens ist es, den Gläubigern eine bessere und schnellere Befriedigung verschaffen und die Verfahrensdauer zu verkürzen. Der Schuldner ist ledig und ist gegenüber seinem minderjährigen Kind zum Unterhalt verpflichtet. Er leistet hierauf eine monatliche Zahlung in Höhe von 400 €. Er lebt unter einfachen Verhältnissen in einer Mietwohnung.

Insolvenzursachen

Im Jahr 1989 wagte der Schuldner den Sprung in die Selbständigkeit und gründete eine GmbH für Böden- und Innenausbau. Der Unternehmenskauf wurde von vier Banken finanziert Leider mißlang die Selbständigkeit. Nachdem das Unternehmen in eine Krise geraten war, musste der Schuldner im Jahr 1999 Insolvenz anmelden. Aufgrund persönlicher Bürgschaften gegenüber Banken und Baustofflieferanten gerieten auch die finanziellen Verhältnisse des Schuldners durcheinander. Der Schuldner versuchte über Jahre, seine Schulden außergerichtlich zu regulieren, scheiterte jedoch damit.

Vergleichsrechnung

Dieser Insolvenzplan stellt die Gläubiger besser aus die Regelinsolvenz:

Der Schuldner ist derzeit als Arbeitnehmer in einem Callcenter angestellt. Sein Nettoeinkommen beträgt monatlich 1.800 €. Unter Berücksichtigung seiner Unterhaltspflicht beträgt der pfändbare Teil seines Einkommens gemäß gesetzlicher Pfändungstabelle ca. 178 €. Diese monatlichen pfändbaren Beträge führt der Arbeitgeber an die Insolvenzmasse ab. Stand 31.05.17 sind der Insolvenzmasse insgesamt ca. 2.037,00 € aus eingezogenem Einkommen gutgeschrieben.

Die Höhe des derzeitigen Einkommens entspricht der gesetzlichen Obliegenheit eines Schuldners zur Ausübung einer angemessenen Erwerbstätigkeit während der Planinsolvenz. Die Angemessenheit einer Erwerbstätigkeit richtet sich nach der beruflichen Qualifikation eines Schuldners und dem durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen in diesem Beruf. Vergleiche mit Hilfe von Internet-Portalen haben ergeben, dass das durchschnittliche Brutto-Einkommen eines Bodenlegers zwischen 1.525 – 2.983 € liegt. Damit liegt das Einkommen des Schuldners von 1.800 € netto in der Mitte des durchschnittlichen Erwerbseinkommens Somit kommt der Schuldner in ausreichendem Maße seinen Erwerbsobliegenheiten nach.

Ausgehend von einem monatlich pfändbaren Einkommen von ca. 178 € und einer 60 monatigen Laufzeit des regulären Insolvenzverfahrens würde die Befriedigung der Gläubiger insgesamt 9.256 € betragen. Mit einer Sonderzahlung des Plangaranten in Höhe von einmalig 15.000 € stellt der Insolvenzplan die Gläubiger besser. Der Insolvenzplan wurde im Abstimmungtermin von den Gläubigern einstimmig angenommen und die Planinsolvenz war nach 13 Monaten beendet.

Ergebnisse der Planinsolvenz

  • Sonderzahlung des Plangaranten: 15.000 €
  • Summe der Verbindlichkeiten: 680.000 €
  • Quote des Insolvenzplans: 2,2 %
  • Verfahrensdauer: 13 Monate

Kommentar des Mandanten

Herr RA Franzke weiß was er tut.Nach Aufgabe meiner Firma, in der ich persönlich haftende Mitgesellschafterin war, hat er mich durch eine anschließende Privatinsolvenz mit Insolvenzplan geführt.  Seine Beratung ist qualifiziert, routiniert und fachmännisch. So, wie er den Ablauf des Verfahrens im Beratungsgespräch erklärt hatte, ist es abgelaufen. Jederzeit standen er und seine ebenfalls äußerst freundlichen und kompetenten Mitarbeiterinnen für Fragen zur Verfügung. Seine ruhige Art, gewürzt mit einer Spurt trockenem Humor hat mir sehr über die Verfahrenszeit geholfen, Mut gemacht und beruhigt. Seine Arbeitsweise ist bündig und durchgehend schlüssig. Ich bedanke mich sehr herzlich bei Herrn RA Franzke und seinem Team. Ich kann und werde ihn 100 % weiterempfehlen.

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