Wie lange dauert Privatinsolvenz

Die Privatinsolvenz dauert auf den Tag genau sechs Jahre. Das heißt, wenn Ihr Insolvenzverfahren beispielsweise am 1. Juli 2010 eröffnet wird, ist es am 30. Juni 2016 zu Ende.

Im Anschluss daran gibt es noch ein weiteres Jahr, in welchem es die Gläubiger besonders einfach haben, einen nachträglichen Antrag auf Restschuldbefreiung zu stellen, wenn ihnen Umstände bekannt werden, dass Sie die Restschuldbefreiung zu Unrecht erhalten haben.

Dieses Jahr haben Sie aber nicht zu befürchten, mir ist kein einziger Fall bekannt, in welchem ein Gläubiger in diesem Jahr einen nachträglichen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung gestellt hat und damit durchgekommen ist.

Zuzüglich zu den sechs Jahren ist außerdem noch die Vorbereitungszeit zu berücksichtigen, in welcher das Insolvenzverfahren beantragt wird.

Die Beantragung einer Verbraucherinsolvenz ist sehr aufwändig, weil insbesondere die Liste der Gläubiger stimmen muss, um später einen Versagungsantrag der Restschuldbefreiung zu vermeiden.

In der Regel benötigt unsere Kanzlei circa drei Monate, bis der Insolvenzantrag bei Gericht eingereicht werden kann.

Öffentliche Schuldnerberatungen sind weitaus langsamer. In der Regel dauert die Vorbereitung dort circa neun Monate oder länger.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Hallo, ich bin seit dem 28.07.2014 in Privatinsolvenz.

Ich werde bis zum 28.07.2017 alle Voraussetzungen erfüllt haben um gem. 300 I Nr.2 Inso die vorzeitige Restschuldbefreiung zu beantragen.

Dieses habe ich mit einem schreiben beim zuständigen Amtsgericht auch schon seit dem 05.05.2017 beantragt.

Ich habe von diesem schreiben bisher nur eine Eingangsbestätigung.

Wann genau wird mir denn nun die Restschuld erteilt? Also wir schnell geht das? Wird mir am 31.07.2017 dann trotzdem noch der Lohn gepfändet? Mein Insolvenzverwalter meldet sich leider kaum bei mir warte dort auch immer noch auf eine Antwort. Wäre über eine rasche Antwort erfreut. Schönen Gruß

Antworten
    Jörg Franzke
    16. Juli 2017 20:40

    Gute Frage. Es klafft ein großer Unterschied zwischen den gesetzlichen Bestimmungen und der Praxis. Im Gesetz steht, dass Sie in Ihrem Fall die Restschuldbefreiung nach drei Jahren erhalten. Aber wenn das Gericht oder der Insolvenzverwalter einfach keinen Bock haben zu arbeiten, dann zieht sich die Erteilung der Restschuldbefreiung unangenehm lange hin. Sie können sich kaum zu Wehr setzen. Ihnen bleibt nur penetrantes zur Wehr setzen, indem Sie bei Gericht täglich anrufen und vorsprechen. Oder Sie erheben einen verwaltungsrechtliche Untätigkeitsklage, aber die dauert in der Regel noch länger …

    Antworten

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