Absonderungsrecht im Insolvenzverfahren

Ein Gläubiger, dessen Forderung mit einem dinglichen Recht an einem zur Insolvenzmasse gehörenden Gegenstand gesichert ist, kann verlangen, dass er bevorzugt befriedigt wird.

Ein Absonderungsrecht begründet beispielsweise die Sicherungsübereignung, das handelsrechtliche Zurückbehaltungsrecht, die Hypothek oder Grundschuld.

Absonderungsberechtigte Gläubiger sind Insolvenzgläubiger, soweit ihnen der Schuldner auch persönlich haftet. Im Regelinsolvenzverfahren verwertet der Insolvenzverwalter die Gegenstände, bei welchen ein Absonderungsrecht besteht, nach den §§ 165 InsO und kassiert für den Aufwand einen pauschalen Kostenanteil zugunsten der Insolvenzmasse.

Im Verbraucherinsolvenzverfahren hingegen findet diese Verwertung nicht statt. Beispielsweise werden Grundstücke, die mit einer Grundschuld der Bank belastet sind, einfach zur Verwertung an die Bank freigegeben.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Hallo,
unsere Insolvenz wurde 2014 eröffnet. Das Haus auf dem ein Kredit läuft wurde von unseren beiden Treuhändern veräußert. Die Lebensversicherung die zur Sicherheit für den Hauskredit diente wurde ebenfalls an die Treuhänder ausbezahlt.

Die Bank (Hauskredit) und die Bank (Fördermittel) wurden von den Treuhändern ausbezahlt , sodass hier keine offene Forderung mehr besteht.

Da aus dem Hausverkauf und Rückzahlung der Lebensversicherung mehr Geld als Schulden da ist und auch die Treuhänder die Gerichtskosten und ihre Kosten entnommen haben, könnte nunmehr der letzte Gläubiger die Bausparkasse mit ca. 5.000,00 € ausbezahlt werden.

Laut Mitteilung der Treuhänder wird das Geld zurückbehalten, da das Verfahren ja sechs Jahre dauert.

Aber warum? Das Verfahren kann doch vorzeitig beendet werden.Oder?

Vielen Dank im Voraus.

Antworten
    Jörg Franzke
    11. Februar 2016 15:08

    Es gibt widersprüchliche Rechtsansichten, ob ein Insolvenzverfahren sofort nach Bezahlung aller Schulden beendet ist oder sechs Jahre läuft. Ein Frankfurter Amtsrichter kam einmal auf diese Idee. Seit dem vertreten auch viele Insolvenzverwalter die Auffassung, dass das Insolvenzverfahren 6 Jahre läuft. Ich halte das für unsinnig. Nachdem alle Schulden bezahlt sind, ist ein Insolvenzverfahren aufzuheben.

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