Ablauf Regelinsolvenzverfahren

Je nachdem, wie die Schulden entstanden sind, muss der betroffene Schuldner entweder eine Verbraucherinsolvenz beantragen oder das Regelinsolvenzverfahren.

Die Regelinsolvenz muss der Schuldner immer dann beantragen, wenn er gerade selbständig ist.

Die Verbraucherinsolvenz muss der Schuldner immer beantragen, wenn er niemals selbständig war, egal wie viele Gläubiger er hat.

Für die Schuldner, die irgendwann einmal selbständig waren, die Selbständigkeit aber eingestellt haben, gilt folgendes:

Bestehen mehr als 19 Gläubiger muss eine Regelinsolvenz beantragt werden.

Hat der Schuldner zwar weniger als 19 Gläubiger, aber schuldet er Arbeitslöhne, Sozialversicherungsbeiträge oder Beiträge zur Berufsgenossenschaft, muss er die Regelinsolvenz machen.

Der Ablauf Regelinsolvenzverfahren unterscheidet sich von der Verbraucherinsolvenz nicht sonderlich: Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird ein Insolvenzverwalter zum Interview bitten und umfassende Auskünfte verlangen. Danach verwertet er das pfändbare Vermögen sowie Einkommen.

Ist der Schuldner noch selbständig, beginnt zumeist mit dem Insolvenzverwalter ein zermürbender Kleinkrieg um den Gewerbebetrieb. Der vorher unabhängige Unternehmer unterliegt der totalen Kontrolle des Insolvenzverwalters.

Meist lässt der Insolvenzverwalter den Unternehmer noch eine Weile wursteln, dann wickelt er den Betrieb ab oder der Unternehmer gibt von selbst entnervt auf.

Den Regelinsolvenzantrag kann man bei Gericht auch selbst stellen. Einfach den Antrag auszufüllen und bei Gericht abzugeben, sieht sehr einfach aus und kostet nix.

Das sieht aber nur so aus, denn wer unvorbereitet in die Insolvenz geht, wird die volle Härte der Insolvenzvorschriften zu spüren bekommen und die spätere Restschuldbefreiung ist ungewiss.

Deshalb empfehle ich gerade Selbständigen ganz dringend, das Insolvenzverfahren von einem Profi einleiten und sich beraten zu lassen.

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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Jeanette Maass
23. Dezember 2016 10:31

Hallo, muss es noch einmal probieren, da der Versand der email nicht klappte.
Aus einer früheren Firma, meines Partners, stehen noch 20.000 Euro, für eine Steuernachzahlung offen.
Die Firma ist endgültig abgemeldet. Das Verfahren beim Finanzamt ist geklärt, aber die Summe steht noch offen. Ein Angebot von max. 6000 Euro, das wir aufbringen könnten, wurde abgelehnt. Ich kenne Fälle, da ist das FA froh, wenn es noch 10 % bekommt, da ansonsten keine Zahlungen mehr geleistet werden können.
Ich habe mir überlegt, ob vielleicht eine Insolvenz mit 30 % Zahlung das ganze Verfahren abkürzen würde. Wie mir bekannt ist, besteht dann die Insolvenz nur noch 3 JAhre. Ist das richtig? Vielen DAnk.
MfG Jeanette Maass

Antworten

Hallo Herr Franzke,mein Mann war selbständig.Durch seine Krankeit(Hirntumor)sind gewerbliche Schulden enstanden.Der eine Kunde hat ihm verklagt wegen 40.000Schulden.Es ist bei bereits zu einem Versäumnisurteil gekommen und es kann vorläufig vollstreckt werden. Da mein Mann alles alleine gemacht hat habe ich keinen Überblick und er keine Erinnerung mehr. Einen Anwalt können wir uns nicht leisten und die Schuldnerberatung lässt uns im Stich. Können Leasingfahrzeuge gepfändet werden? (nicht bezahlt) – auch die Möbel sind teilweise nicht bezahlt sowie das Haus ist noch nicht mal zu 50% abbezahlt. Mein Mann liegt im Sterben und ich bin auch selbst krank – was können wir machen ?
Estee

Antworten
    Jörg Franzke
    17. August 2015 7:17

    Richten Sie sich ein Pfändungsschutzkonto ein und dann strecken Sie alle Viere von sich. Die Wohnungseinrichtung kann man nicht pfänden und das Konto dann auch nicht mehr. Es jetzt wichtiger, dass Sie sich um all die anderen Dinge kümmern, die Schulden kann man auch später regulieren.

    Antworten

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