Regelinsolvenz anmelden, die besten Tipps

Wenn Sie Inhaber eines Einzelunternehmens sind oder Freiberufler und Sie eine Regelinsolvenz anmelden müssen, sollten Sie vorbereitet sein. Lesen Sie meine Tipps wie Sie die Regelinsolvenz anmelden und Sie werden die gröbsten Fehler vermeiden.

Den Betrieb erst abmelden und abwickeln. Erst danach Regelinsolvenz anmelden

Wenn Sie Ihren Betrieb einstellen und die selbständige Tätigkeit aufgeben wollen, muss das Unternehmen abgewickelt werden. Das tun Sie falls möglich selbst.

Der beste Zeitpunkt, wann Sie die Regelinsolvenz beantragen, hängt von Ihrem Unternehmen ab. Als Einzelunternehmer oder Freiberufler besteht keine Insolvenz-Antragspflicht.

An Stelle eines unüberlegten Insolvenzantrages sollten Sie den Geschäftsbetrieb zunächst einstellen und abwickeln. So vorzugehen, ist für Einzelunternehmer und Freiberufler vorteilhaft.

Will z. B. eine andere Person einen gleichartigen Gewerbebetrieb mit Ihnen als angestellten Geschäftsführer gründen und ist die Gründung noch nicht abgeschlossen, wird ein neugieriger Insolvenzverwalter hinderlich sein. Ist der Geschäftsbetrieb abgewickelt, wird Ihr Insolvenzantrag und später das Insolvenzverfahren leichter und risikoärmer sein. Die Erteilung der Restschuldbefreiung am Ende der Regelinsolvenz wird damit wahrscheinlicher.

Ein Antrag mit laufendem Geschäftsbetrieb dient in erster Linie der bestmöglichen Befriedigung der Gläubiger. Stellen Sie den Antrag später nachdem der Betrieb abgewickelt ist, dient das Verfahren Ihrer Entschuldung.

Sie können auch selbständig bleiben trotz Regelinsolvenz

Wenn Sie Ihre Selbständigkeit trotz Regelinsolvenz nicht verlieren wollen, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen:

Alle Varianten haben Vor- und Nachteile und bergen spezielle Risiken. Bis zur Freigabe des Geschäftsbetriebes aus der Insolvenzmasse darf Sie der Insolvenzverwalter gewaltig ärgern. So mancher betroffene Unternehmer gibt entnervt auf. Aber es handelt es sich um die „billigste“ und einfachste Methode.

Die Gründung einer Auffanggesellschaft mit einem „ähnlichen“ Geschäfte wie bisher birgt ein Risiko. Man könnte Ihnen einen Gestaltungsmissbrauch vorwerfen. Der Schutzschirm ist meines Erachtens die beste Methode. Allerdings eignet sich ein solches Verfahren erst ab einer bestimmten Umsatzgröße.

Beantragen Sie nicht unüberlegt die Regelinsolvenz. Seit Einführung des Schutzschirmverfahrens stehen Ihnen Wege offen. Sie behalten Ihre Firma und sind binnen Jahresfrist schuldbefreit.

Schlüpfen Sie unter den Schutzschirm, bevor es brenzlig wird

Ihr Ihr Betrieb zu groß für eine Auffanggesellschaft, beantragen Sie eine Schutzschirm-Insolvenz bzw. die Insolvenz in Eigenverwaltung. Das Schutzschirmverfahren stellt Ihren Betrieb unter Gläubigerschutz. Das Arbeitsamt übernimmt drei Lohnrunden.

Im Schutzschirmverfahren erarbeiten wir einen Sanierungsplan und einen  Insolvenzplan. Den Insolvenzplan legen wir den Gläubigern zur Abstimmung vor. Stimmen die Gläubiger für den Insolvenzplan, zahlt das Unternehmen eine machbare Quote und ist danach schuldenfrei.

Das Schutzschirmverfahren eignet sich für alle rentablen Betriebe, die an Altlasten kranken. Mit Hilfe des Schutzschirms werden diese Altlasten mit einer geringen Quote abgefunden.

Das Schutzschirmverfahren ist auch die richtige Wahl, wenn der Kostenabbau im Unternehmen mit herkömmlichen Mitteln nicht schnell genug geht. Stellen Sie nicht einfach einen Insolvenzantrag, wenn Sie als Unternehmer pleite sind. Seit Einführung des neuen Schutzschirmverfahrens stehen Ihnen mehrere Wege offen, um sich schnell binnen Jahresfrist zu entschulden.

Ist Ihr Betrieb rentabel, werden Sie aber wegen widriger Umstände in die Knie gezwungen, schlüpfen Sie unter den Schutzschirm.

Entschulden Sie sich selbst und Ihre Firma in 1 Jahr oder schneller

Als Einzelunternehmer bzw. Freiberufler entschulden Sie sich mit Hilfe der Planinsolvenz in 1 Jahr. Vereinfacht ausgedrückt ist der Insolvenzplan ein Teilzahlungsvergleich mit den Gläubigern unter gerichtlicher Aufsicht. Das heißt, anstelle 100% der Schulden erhalten die Gläubiger lediglich 5% oder 10%. Die Möglichkeit, sich per Insolvenzplan zu entschulden, war bisher nur größeren Unternehmen vorbehalten. Der Insolvenzplan setzt sich zunehmend bei kleineren Unternehmen und Freiberuflern durch.

Ein Insolvenzplan lohnt sich. Die Schulden-Befreiung dauert ungefähr ein Jahr: Drei Monate bis Insolvenzeröffnung, drei Monate bis zum Feststellungs-Termin und weitere drei Monate bis zur Abstimmung über den Insolvenzplan. Danach den Schufaeintrag löschen lassen und Sie sind wieder intakt.

Damit ein Insolvenzplan gelingt, hat der Gesetzgeber einige Erleichterungen eingebaut. Die erforderliche Stimmen-Mehrheit lässt sich leicht erreichen.

Entschulden Sie Ihr Unternehmen und sich selbst mit einem Insolvenzplan binnen Jahresfrist.

Behalten Sie Ihre Firma trotz Insolvenz unter Kontrolle

Eigenverwaltung bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt “im Amt” und führt den Betrieb wie bisher fort. Anstelle eines Insolvenzverwalters bestellt das Gericht einen Sachwalter. Der Sachwalter beaufsichtigt, ob die Sanierung die Gläubiger schädigt. So lange kein Schaden eintritt, lässt er die Geschäftsführung in Ruhe.

Will der Unternehmer seinen Betrieb erhalten, schafft die Eigenverwaltung die besten Voraussetzungen dazu: Eine normale Regelinsolvenz ist auf Zerschlagung programmiert. Deshalb die Eigenverwaltung. Die Eigenverwaltung bezweckt die Fortführung des Unternehmens.

Die Sanierung in der Eigenverwaltung ist nach ca. neun bis zwölf Monaten abgeschlossen. Die Geschäftsbeziehungen überstehen diese Frist und bestehen weiter. Die Eigenverwaltung ist für Kunden und Lieferanten weitgehend unsichtbar. Einen Auftragsverlust in der Insolvenz in Eigenverwaltung muss der Schuldner nicht befürchten.

Die Eigenverwaltung auch für den persönlich haftenden Geschäftsführer vorteilhaft. Es bestehen gute Aussichten, den Geschäftsführer bei Eigenverwaltung aus der Haftung zu befreien. Den Gläubigern ist klar, dass die Sanierung nur mit einer intakten Geschäftsführung sinnvoll ist.

Führen Sie Ihre Firma in Eigenverwaltung. Dann wird Sie sehr wahrscheinlich die Regelinsolvenz überleben.

Leiten Sie kein Geld an Familienmitglieder um, bevor Sie Regelinsolvenz anmelden

Bei jedem Insolvenzverfahren, egal ob Schutzschirm oder Eigenverwaltung oder Regelinsolvenz wird der Insolvenzverwalter die Anfechtung prüfen. Der Insolvenzverwalter will wissen, ob Sie vor der Insolvenz und in dem Wissen der bevorstehenden Unternehmenspleite noch Zahlungen an „Family and Friends“ geleistet haben.

Derartige Zahlungen wird der Insolvenzverwalter anfechten und zurückholen. Die Anfechtung kann sehr nervig sein. Familienmitglieder, die dem Unternehmer gefällig sein wollten, sind den Regressforderungen des Insolvenzverwalters ausgesetzt.

Die Anfechtung gegenüber Familienmitgliedern ist für den Insolvenzverwalter aus gesetzlichen Gründen besonders einfach. Deshalb mein Rat: Lassen Sie es sein. Statt dessen heben Sie das Geld in Bar ab und legen es in die Keksdose. Das ist gesetzlich erlaubt und belastet nicht hilfsbereite Familienmitglieder.

Das Geld in der Keksdose dürfen Sie maßvoll für den Lebensunterhalt ausgeben. Sie dürfen auch die Betriebseinrichtung verkaufen und die Einnahmen für den Lebensunterhalt verbrauchen.

Überweisen Sie vor der Insolvenz kein Geld an Freunde oder Familie. Verkaufen Sie nicht die Betriebseinrichtung an die Auffanggesellschaft.

Verstecken Sie nur, was Ihnen später nicht auf die Füße fällt

Oft werde ich gefragt, welches Vermögen man vor der Regelinsolvenz verstecken darf. Auf solch direkte Fragen kann ich nur antworten: „Gar nichts“, alles ist verboten.

Es gibt Mandanten, die verstecken alles, was nicht in den Geschäftsbüchern steht. Dies mag der eine oder andere so machen. Für Einzelunternehmer oder Freiberufler gilt, dass dieser die Betriebseinrichtung verkaufen und den Verkaufserlös maßvoll verbrauchen darf.

Führen Sie außerdem ein Rechtsgeschäft als Bargeschäft durch, darf der Insolvenzverwalter dieses Geschäft nicht anfechten. Ein Bargeschäft liegt vor, wenn Leistung und Gegenleistung in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Im  Klartext: Wenn der Unternehmer die erbrachte Leistung des Auftragnehmers sofort nach Leistungserbringung wie bei einen Tagelöhner mit Bargeld bezahlt.

Also darf der kurz vor der Insolvenz stehende Unternehmer per Bargeschäft noch Zahlungen an befreundete Unternehmer leisten. Der Insolvenzverwalter darf Bargeschäfte nicht anfechten.

Verbleibt aus Ihrer Selbständigkeit ein Guthaben, dürfen Sie dieses auch vor der Insolvenz noch maßvoll ausgeben. Bei Bargeschäften ist die Anfechtung verboten.

Rechtsanwalt Jörg Franzke erklärt das Schutzschirmverfahren
Rechtsanwalt Jörg Franzke berät Unternehmer und Freiberufler zur Regelinsolvenz
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Die Meinung der Mandanten:
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