Solartechnik-Betrieb holt dank Schutzschirm die Verluste eines misslungenen Großauftrages wieder auf

Eine Konsolidierung aus eigener Kraft war nicht zu schaffen, Kreditgespräche mit der Hausbank scheiterten und hätten eine eintretende Zahlungsunfähigkeit lediglich verschoben. Die Geschäftsführung fasste Mut und beantragte den Schutzschirm. Das Verfahren ist gelungen.

Solartechnik-Betrieb saniert sich mit Schutzschirm-Insolvenz

Das Unternehmen erbringt Leistungen in den Bereichen Bedachungs- und Solartechnik, Abdichtungstechnik und Elektrotechnik für Wohnungsbaugesellschaften, Hausverwaltungen, Projektentwicklungsgesellschaften, Ingenieurbüros, Photovoltaikinvestoren- und Betreiber sowie private Haus- und Wohnungsbesitzer. Sie wurde im Jahre 2013 aus einer bestehenden Einzelunternehmung des Geschäftsführers gegründet.

In die Krise ist das Unternehmen aufgrund externer und interner Ursachen geraten. Ein mittlerweile nahezu abgeschlossener Großauftrag war ein wesentlicher Grund für die Gründung der Unternehmen. Aufgrund von schwerwiegenden Planungsfehlern des Auftraggebers sowie Fehlern und Verzögerungen bei dessen Logistik verzögerte sich der Fertigstellungstermin erheblich. Letztendlich kündigte der Eigentümer den Vertrag. Der Auftraggeber stellte daraufhin die Zahlungen gegenüber dem Unternehmen ein. Dieser Zahlungsausfall ist ein Hauptgrund für die finanzielle Schieflage des Unternehmens.

Spätestens bei Fälligkeit der nächsten Löhne wird Zahlungsunfähigkeit im Sinne des §17 InsO eintreten. Es ist nicht zu erwarten, dass das Unternehmen die Liquiditätslücke kurzfristig schließen kann. Aus diesem Grunde ist ein Sanierungsverfahren gem. §270a InsO geboten.

Ziele der geplanten Sanierung

Die Gesamtsituation einschließlich aller bekannten Fehler wurde in der Geschäftsführung intensiv diskutiert und ausgewertet. Damit der gleiche Fehler nicht nochmals unterläuft, wurde ein Controlling-System zur Auftragsüberwachung und Qualitätssicherung eingeführt. Die Akquise neuer Aufträge erfolgt zukünftig durch die Geschäftsführung.

Das Sanierungsverfahren soll dazu führen, das Unternehmen aus dem Liquiditätsengpass zu befreien und zu stabilisieren. Allein die im Sanierungsverfahren gewährte dreimonatige Lohnersatzleistung für alle Mitarbeiter wird ausreichend Liquidität aufbauen, um das Unternehmen fortzuführen.

Es sollen des Weiteren sämtliche unrentablen Dauerschuldverhältnisse wie Leasingverträge zu teurer Geschäftswagen gekündigt und das Unternehmen wieder verschlankt werden. All diese Maßnahmen verhelfen dem Unternehmen zu weiterer Liquidität.

Nachdem später am Ende des ca halbjährigen Sanierungsverfahrens die Gläubiger per Insolvenzplan mit einer Quote von voraussichtlich 10% abgefunden worden sind, kann das Unternehmen aus der Sanierung entlassen werden.

Ob das Unternehmen auch langfristig bestehen kann, wird davon abhängen, ob es gelingt, die Produktivität des eigenen Personals sowie der Subunternehmer durch Überwachung und Kontrolle sowie fachliche Anleitung deutlich zu erhöhen.

Weiterhin gilt es, die Abhängigkeit von wenigen großen Aufträgen durch Risikostreuung zu verringern, d.h. Stabilisierung und Ausbau aller Geschäftsbereiche. Die Führungsqualität einschließlich Personalpolitik wird eine entscheidende Rolle spielen.

Jedenfalls erhält das Unternehmen dank Schutzschirmverfahren eine zweite Chance.

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