Welche Vorteile bei Umstrukturierung von Unternehmen mit dem Schutzschirm?

Die Umstrukturierung von Unternehmen dient häufig der Sanierung. Es sollen damit organisatorische Bedingungen so sehr geändert werden, dass eine Unternehmenskrise abgewendet werden kann.

Ab welchem Zeitpunkt sollten Umstrukturierungsmaßnahmen greifen?

Wenn das Unternehmen schon tief in der Krise steckt, könnte das Zeitfenster für die Umstrukturierung sehr klein werden. Im Idealfall erfolgt die Umstrukturierung schon vor den erwarteten nachteiligen Kosten- oder Marktentwicklungen.

Dieser Idealfall ist leider selten. In der Regel beginnen die Unternehmen mit den nötigen Maßnahmen, wenn die Krise schon nicht mehr zu leugnen ist. Sie antizipieren also nicht, sie reagieren nur. Ein typischer Fall wäre, dass die Firma in der bisherigen Form nicht mehr saniert werden kann. Es bleiben die beiden Möglichkeiten der Stilllegung oder der Umstrukturierung.

Mögliche Umstrukturierungsmaßnahmen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die je nach Bedarf und Möglichkeiten des betroffenen Unternehmens einzeln oder kombiniert anzuwenden sind:

  • Outsourcing: In vielen Geschäftsbereichen lohnt es sich nicht, eigene Mitarbeiter und ganze Abteilungen zu beschäftigen. Die Arbeit kann sehr kostengünstig ausgelagert werden, was sofortige Kostensenkungen, allerdings auch Entlassungen bewirkt.
  • Geschäftsprozessoptimierung: Interne Prozessabläufe lassen sich oft verschlanken. Das Ziel besteht darin, die Kosten und die Zeit zwischen Auftragseingang, Fertigung und Auslieferung zu straffen. Das spart unter anderem die Lagerhaltung und beschleunigt den Cashflow, senkt also Liquiditätsengpässe.
  • Änderung des Geschäftsmodells: Die Ausrichtung auf einen bestimmten Markt und damit das Produktspektrum sind zu hinterfragen. Womöglich operierte das Unternehmen auf Märkten mit wenig Renditepotenzial. Ein marktfähigerer Produktmix wird den Umsatz und den Gewinn steigern.
  • Hebung von Synergiepotenzialen: In jedem Unternehmen gibt es solche Potenziale, die oft unentdeckt schlummern. Stattdessen betreiben manche Firmen eine kostenträchtige Parallelproduktion, welche sie beenden sollten.

Ziele und Konsequenzen der Umstrukturierung von Unternehmen

Das vorrangige Ziel besteht zuerst immer in einer Kostensenkung. Da die Personalkosten einen gewichtigen Block ausmachen, sind Entlassungen üblicherweise die Folge. Dieser Prozess ist schmerzhaft, muss zudem rechtskonform erfolgen und ohne Verzögerung.

Die Unternehmensleitung muss sich auf hohe psychische Belastungen bei ihrer Belegschaft und unter Umstände auf Arbeitskämpfe einstellen. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Neuausrichtung auf lukrativere Märkte, die unweigerlich neue Arbeitsaufgaben, Arbeitsverdichtung und neue organisatorische Herausforderungen mit sich bringt.

So müssen neue Märkte erforscht und getestet, die Produktion technisch umgestellt, neue Lieferanten und Vertriebskanäle gefunden und die Mitarbeiter neu geschult werden. Der Stress auf allen Arbeitsebenen hat auch gesundheitliche Konsequenzen, mit welchen sich schon EU-Expertengruppen beschäftigt haben. Dabei ist die Problematik schon lange bekannt, die europäische Gesetzgebung trägt ihr Rechnung. So soll der Artikel 154 AEUV den Dialog zwischen Sozialpartnern fördern, um unter anderem die Belastungen durch Umstrukturierungen abzufedern.

Juristische Begleitung von Umstrukturierungsmaßnahmen

Wenn Sie den Turnaround schaffen wollen, müssen Sie die Notwendigkeit einer Umstrukturierung rechtzeitig erkennen, diese konsequent in Gang setzen und dabei juristisch korrekt vorgehen.

Wir begleiten Sie gern bei diesem Prozess. Die Umstrukturierung von Unternehmen stößt keinesfalls durchweg auf Zustimmung. Nicht nur aus der Belegschaft gibt es Gegenwind, auch bewährte Lieferanten, Vermieter und Leasinggeber mit langfristig ausgelegten Verträgen könnten sich gegen Änderungen wehren. Wir beraten Sie gern zur angemessenen Vorgehensweise.

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