Wann ist der Schutzschirm öffentlich und erfahren davon die Kunden?

Das Schutzschirmverfahren wird erst nach drei Monaten veröffentlicht. Das Eröffnungsverfahren bleibt in der Regel geheim. Erst das Hauptverfahren ist öffentlich. Der Unternehmer kann unterscheiden, wen er einweiht und wen nicht.

Das Gericht veröffentlicht das Schutzschirmverfahren erst einmal nicht sondern erst das Hauptverfahren

Das Hauptverfahren hingegen unterliegt der Veröffentlichungspflicht und wird auf die amtliche Webseite www.insolvenzbekanntmachungen.de öffentlich eingetragen.

Suchroboter finden alles

Öffentlich wird der Schutzschirm aufgrund der Suchroboter. Die Suchroboter von Creditreform, Bürgel und Co. fragen diese Seite täglich ab und informieren ihre Kunden. Spätestens dann ist der Schutzschirm nicht mehr geheim. Die Information über die Eröffnung des Schutzschirms erfahren über diesen Kanal natürlich auch die Auftraggeber und Lieferanten.

Furcht vor „coming out“

Erfahrungsgemäß haben die betroffenen Unternehmer einen regelrechten Horror vor diesem Moment, weil sie einen sofortigen Auftrags- und Lieferstopp befürchten. Ich muss gestehen, die Befürchtung ist nicht ganz unberechtigt. Vor allem Konzerne und alle größeren Unternehmen mit einer Ausfallversicherung neigen dazu, alle Geschäftsbeziehungen sofort zu stoppen.

Flucht nach vorne

Offene Kommunikation ist besser. Deshalb rate ich Ihnen zur Flucht nach vorne. Informieren Sie Ihre wichtigsten Lieferanten und Auftraggeber über das Schutzschirmverfahren bevor sie es von Creditreform erfahren. Vor dem Personal kann man wegen des Insolvenzgeldes das Insolvenzverfahren nicht verbergen. Nur die Gläubiger können Sie ignorieren, Ihr Unternehmen steht unter Gläubigerschutz.

Schutzschirmverfahren wird öffentlich und die Kunden werden informiert

Erkären Sie es Ihren Kunden, je früher desto besser

Ca. zwei Wochen vor der Eröffnung des Hauptverfahrens gehen Sie zum Kunden und sagen: “Übrigens, wir befinden uns seit 10 Wochen im Schutzschirmverfahren. Habt ihr irgendetwas bemerkt? Es gab keinen Leistungsabfall und wir liefern auch in Zukunft in der üblichen Qualität und Zuverlässigkeit. Bitte gebt uns eine Chance.” Nach meiner Erfahrung ist dieses Argument überzeugend.