Bedeutet das Schutzschirmverfahren immer zugleich Eigenverwaltung?

Eine Eigenverwaltung wird die Gläubiger auf jeden Fall billiger kommen, als ein Insolvenzverwalter und Sie bleiben Herr Ihres Unternehmens.

Grundsätzlich wird bei Eröffnung eines lnsolvenzverfahrens ein Insolvenzverwalter bestellt. Dieser soll die Insolvenzmasse verwalten.

Von diesem Grundsatz gibt es eine Ausnahme: die Eigenverwaltung. Bei der Eigenverwaltung bleibt der Unternehmer auch in der Insolvenz der handlungsbefugte Geschäftsführer und behält die Verfügungsgewalt an den Unternehmensvermögen.

Voraussetzung der Eigenverwaltung ist, dass diese nicht zu einer Verzögerung des lnsolvenzverfahrens oder zu Nachteilen für die Gläubiger führt. Dem Eigenverwalter stehen sämtliche Sonderrechte zu, die ansonsten nur den Insolvenzverwaltern eingeräumt werden.

Der Unternehmer ist demnach sein eigener Verwalter. Die Eigenverwaltung wird im Schutzschirmverfahren ESUG vorbereitet und durchgesetzt.

Statt eines Insolvenzverwalters wird in der Eigenverwaltung dem Unternehmer ein Sachwalter zur Seite gestellt. Die Aufgabe des Sachwalters besteht in der Überwachung des Unternehmers.

Um zu verhindern, dass den Gläubigern Schaden zugefügt wird, kann der Sachwalter der Begründung von Verbindlichkeiten widersprechen. Bei Verbindlichkeiten, die nicht zum gewöhnlichen Geschäftsverkehr gehören, bedarf der Unternehmer der vorherigen Zustimmung des Sachwalters.

Darüber hinaus kann auf Antrag eines Gläubigers oder des Gläubigerausschusses das lnsolvenzgericht anordnen, bei welchen Rechtsgeschäften die Zustimmung des Sachwalters erforderlich ist, damit diese wirksam werden.

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