Wie lange dauert das Schutzschirmverfahren?

Das Schutzschirmverfahren ist auf Geschwindigkeit ausgerichtet. Die Dauer des Schutzschirmverfahrens von der Antragstellung bis zur Entlassung aus dem Schutzschirm beträgt ca. sieben Monate.

Ein langes Schutzschirmverfahren verschlechtert die Sanierungsaussichten. Deshalb sollte man die Sanierung bereits in der Planungsphase generalstsabsmäßig vorbereiten und von Beginn an auf eine schnelle Beendigung hinarbeiten.

Das rund halbjährige Schutzschirmverfahren ist in folgende Verfahrensabschnitte unterteilt:

1. Dauer des Eröffnungsverfahrens

Das Eröffnungsverfahren sollte so lange als möglich dauern, ist aber gesetzlich auf drei Monate beschränkt. In dieser Eröffnungsphase erhält das Unternehmen staatliche Subventionen und Vergünstigungen, um seine Liquidität zu stabilisieren.

Aufgrund der Subventionen und Vergünstigungen läuft das Unternehmen nur unter Verbrauchskosten. Die Einsparungen bewirken innerhalb kurzer Zeit ein hohes Kontoguthaben. Das Kontoguthaben wird später für die Sanierungskosten und Abfindung der Gläubiger eingesetzt.

Aufgrund der Einsparungen wird das Eröffnungsverfahren so lange als möglich ausgenutzt. Das Eröffnungsverfahren ist jedoch auf drei Monate beschränkt. Dies hängt mit dem Insolvenzgeld zusammen. Das Insolvenzgeld erhält das Unternehmen maximal drei Monate. Befindet sich das Unternehmen bereits in einem Lohnrückstand, verkürzt sich die Eröffnungsphase entsprechend auf zwei Monate oder gar auf sechs Wochen. Das ist für das Unternehmen gar nicht gut.

2. Dauer des Hauptverfahrens

Das Hauptverfahren sollte ebenfalls nicht länger als 3 Monate dauern. Im Hauptverfahren erhält das Unternehmen keine Vergünstigungen und Subventionen mehr, sondern läuft wieder unter Volllast.

Soweit man nicht mehr benötigte Verträge wie Leasing aufgrund von Zahlungseinstellung in der Eröffnungsphase noch nicht losgeworden ist, kann man diese überflüssigen Verträge mit Sonderfristen jetzt kündigen.

Gleiches gilt für die Entlassung von Mitarbeitern. Diesen kündigt das Unternehmen sofort nach Eintritt in das Hauptverfahren.

Im Hauptverfahren schreibt der Sachwalter alle Gläubiger an und gibt ihnen Gelegenheit, ihre Forderung gegen das Unternehmen anzumelden. Hierzu führt der Sachwalter eine Insolvenztabelle und trägt alle Forderungen ein.

Ca. sechs Wochen später hält das Gericht einen Prüfungstermin ab. Dort wird die Berechtigung der angemeldeten Forderungen geprüft. Ist die Forderung berechtigt, wird sie von Gericht verbindlich festgestellt. Die Feststellung wirkt wie ein Titel.

Zeitgleich mit dem Prüfungstermin oder kurz danach ruft das Gericht eine Gläubigerversammlung ein. In der Gläubigerversammlung legt das Unternehmen den Gläubigern einen Insolvenzplan vor und lässt die Gläubiger darüber abstimmen. Bei positivem Ausgang ist das Unternehmen entschuldet.

Natürlich ist der Insolvenzplan vorher mit den wichtigsten Gläubigern, dem Sachwalter und dem Gericht abgestimmt. So werden böse Überraschungen bei der Abstimmung vermieden.

3. Dauer des Verteilungsverfahrens

Nachdem die Gläubigerversammlung den Insolvenzplan verabschiedet hat, beginnt die Verteilung. Verteilung bedeutet: Einerseits hat das Unternehmen die indem Insolvenzplan erteilten Auflagen zu befolgen. Andererseits müssen die Gerichts- und Sachwaltergebühren beglichen werden

Das Unternehmen befolgt die mit dem Insolvenzplan auferlegten Zahlungen an die Gläubiger in Höhe von beispielsweise 10 % der ursprünglichen Forderung.

Das Unternehmen bezahlt die Gerichtskosten und die Gebühren des Sachwalters.

Schließlich sind noch die so genannten Masseverbindlichkeiten auszugleichen, bzw. ein Zahlungsplan der Masseverbindlichkeiten ist dem Gericht vorzulegen.

Danach hebt das Gericht das Verfahren auf und das Unternehmen wird schuldenfrei aus dem Schutzschirm entlassen.

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