Welche Betriebsausgaben spart das Unternehmen im Schutzschirmverfahren?

Ein Großteil der monatlichen Betriebsausgaben kann für drei Monate ausgesetzt werden, was Ihrem Unternehmen zusätzliche Liquidität und Wettbewerbsvorteile verschafft.

Neben Insolvenzgeld gibt es noch weitere Vorfinanzierungseffekte, die dem Unternehmen im Schutzschirmverfahren ESUG zugute kommen. Das sind insbesondere laufende Vertragsverhältnisse, die das Unternehmen zwar in Anspruch nehmen darf, aber während einer dreimonatigen Frist nicht bezahlen muss. Damit sind zum Beispiel gemeint:

  • Miete der Geschäftsräume
  • Leasingraten
  • Zins, Tilgung
  • Umsatzsteuern
  • Sozialversicherungsbeiträge
  • sonstiger Betriebsaufwand

All diese monatlich zu leistenden Betriebsausgaben müssen innerhalb der dreimonatigen Schonfrist nicht geleistet bzw. können zumindest einmal ausgesetz werden. Weil keine Betriebsausgaben beglichen werden, bleiben diese liquiden Mittel dem Unternehmen erhalten.

In dieser dreimonatigen Phase wird nur das bezahlt, was für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes unbedingt notwendig ist. Das sind in der Regel Materialeinkäufe, Energiekosten, Telefon, usw., weil andernfalls ein Liefer- und folge dessen Produktionsstopp zu befürchten ist.

Vermieter, Leasinggeber usw. haben hingegen keine Möglichkeit, gegen das Unternehmen vorzugehen, beispielsweise ist eine fristlose Kündigung der Geschäftsräume wegen säumiger Mieten ausgeschlossen. Diese Gläubiger haben lediglich das Recht, die Zahlungsrückstände später zur Insolvenztabelle anzumelden und müssen sich mit einer Quote zufrieden geben.

Natürlich stellen diese Einsparungen im Schutzschirmverfahren ESUG eine Verzerrung des Wettbewerbs dar, weil es sich letztendlich um eine staatliche Intervention mit Zubilligung von Sonderrechten handelt. Aber dies ist gesetzlich gewollt, um dem angeschlagenen Unternehmen eine Chance zu geben, um wieder zu gesunden.

Wegen des beschriebenen Liquiditätseffektes ist es übrigens so wichtig, dass das Unternehmen sich rechtzeitig unter das Schutzschirmverfahren ESUG begibt. Sind bereits Löhne offen, verringert sich der Liquiditätseffekt entsprechend – damit die Aussichten auf eine erfolgreiche Sanierung des Unternehmens.

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