Schutzschirmverfahren saniert Unternehmen

Entscheiden Sie sich für das Schutzschirmverfahren, falls Sie als Unternehmer nach Auswegen suchen, wie Sie Ihr in Schwierigkeiten geratenes Unternehmen retten. Das heißt, mit dem Schutzschirmverfahren holen Sie Ihr Unternehmen auf Erfolgskurs zurück. Die Sanierung erfolgt in drei Schritten:

1. Per Antrag stellen Sie Ihr Unternehmen unter Gläubigerschutz.
2. Sie stoppen den Schuldendienst.
3. Sie verschlanken Ihr Unternehmen und befreien es von Altlasten.

Schutzschirmverfahren: Ihr Recht auf eine zweite Chance

Das Schutzschirmverfahren ist ein spezielles Insolvenzverfahren und dauert durchschnittlich 9 Monate. In dieser Zeit steht Ihr Unternehmen unter Gläubiger- und Vollstreckungsschutz. Niemand darf pfänden.

Ihr Unternehmen durchläuft die folgenden Sanierungsschritte:

  1. Als Geschäftsführer führen Sie das Tagesgeschäft ohne Einschränkung fort. Sie sind darüber hinaus mit Sonderrechten ausgestattet. Diese erlauben Ihnen die kurzfristige Kündigung von unerwünschten Verträgen und Aufträgen.
  2. Auf die vor dem Eröffnungsstichtag entstandenen Verbindlichkeiten leisten Sie nicht mehr.
  3. Mit Hilfe der Sonderrechte und von den Altlasten befreit holen Sie Ihr Unternehmen in die Gewinnzone zurück. Die werthaltigen Betriebsteile führen Sie fort. Alles Unrentable geben Sie „als Insolvenzforderung zur Masse“.
  4. Am Schluss der Restrukturierung wird Ihr Unternehmen einen hohen Cash-Bestand erwirtschaftet haben. Damit finden Sie die Gläubiger ab und bezahlen das Verfahren.

Das können Sie mit dem Schutzschirm erreichen

  • befreit von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung
  • hilft beim Überwinden einer Durststrecke nach Auftragseinbruch
  • senkt Kosten durch Kündigung unrentabler Verträge
  • ermöglicht die Neuverteilung von Gesellschaftsanteilen
  • ermöglicht den Rauswurf eines unerwünschten Gesellschafters
  • befreit von Pensionszusagen
  • löst verkrustete Personalstrukturen

Die Voraussetzungen

Das Schutzschirmverfahren hilft bereits im Krisenstadium Ihres Unternehmens und nicht erst, wenn gar nichts mehr geht. Sobald die Zahlungsunfähigkeit droht, darf das Unternehmen das Schutzschirmverfahren beantragen. Das sind die Voraussetzungen für ein gelungenes Schutzschirmverfahren:

  1. Das Unternehmen muss ab Eröffnung des Schutzschirms wieder kostendeckend wirtschaften. Solange die Personalkosten wegfallen, ist das kein Problem. Danach muss das Unternehmen allerdings so strukturiert sein, dass es auch unter Vollkosten mit Gewinn arbeitet.
  2. Die erwirtschafteten Einnahmen müssen frei verfügbar sein. Ist ein Bankdarlehn mit den Einkünften besichert (=Globalzession), müssen wir spezielle Maßnahmen treffen. Andernfalls würden die Einkünfte für Leistungen bis Eröffnungsstichtag an die Bank fließen und das Unternehmen hätte trotz Schutzschirm ein Liquiditätsproblem.
  3. Das Schutzschirmverfahren muss perfekt vorbereitet sein. Der Richter entscheidet kritisch, wer ins Verfahren kommt und damit gerettet wird und wer nicht.

Die Meilensteine

1. Antrag

Dem Schutzschirmverfahren ist ein aufwändiger Antrag vorgeschaltet, um das Gericht zu überzeugen. Ziel ist es, eine positive Fortführungsprognose darzustellen und eine aussichtsreiche Sanierung.

2. Anordnung Gläubigerschutz

Ist das Gericht von dem Antrag auf Eröffnung des Schutzschirmverfahrens überzeugt, stellt es das Unternehmen unter Gläubigerschutz. Ab sofort sind Pfändungen usw. verboten. Das Unternehmen befindet sich unter dem Schutzschirm.

3. Eröffnungsverfahren

Das Eröffnungsverfahren läuft maximal drei Monate. In dieser Zeit bezahlt das Unternehmen nur seine Verbrauchskosten. Eine besondere Entlastung ist, dass das Unternehmen weder Löhne noch Gehälter oder alte Schulden zahlen muss. Die Liquidität steigt auf ungeahnte Höhen.

4. Hauptverfahren

Im Hauptverfahren fallen die Vergünstigungen weg. Das Unternehmen muss nun unter Beweis stellen, dass es unter Vollkosten, aber ohne Altverbindlichkeiten und ruinöse Vertragspflichten wieder rentabel und mit Gewinn arbeitet. Gleichzeitig ist das Hauptverfahren den Gläubigern gewidmet. Die Gläubiger melden ihre Forderung zur Insolvenztabelle an. Die Insolvenztabelle bildet die Berechnungsgrundlage für die spätere Verteilung der Quote.

5. Exit per Insolvenzplan

Im Hauptverfahren stellt das Unternehmen einen Insolvenzplan auf. Rechtlich gesehen ist der Insolvenzplan ein Teilzahlungsvergleich mit den Gläubigern. Statt 100% ihrer Forderung erhalten die Gläubiger lediglich 10% oder 20%. Der Insolvenzplan wird vor Gericht zur Abstimmung gebracht. Stimmen die Gläubiger zu – wovon auszugehen ist, weil der Insolvenzplan den Gläubigern stets die beste Quote bringt – ist das Unternehmen saniert und gerettet.

6. Gericht beendet Verfahren

Das Unternehmen schüttet die Quote an die Gläubiger aus und bezahlt die Gerichtskosten. Das Gericht hebt den Schutzschirm auf. Das Unternehmen ist schuldenfrei und führt seine Geschäfte ungestört weiter.

Mehr Infos zum Ablauf des Schutzschirms erhalten Sie hier.

Typischer Liquiditätsverlauf im Schutzschirmverfahren:  Jan 15: Akute Krise Mar 15: Eröffnung des Schutzschirmverfahrens Jun 15: Auslauf Insolvenzgeld Aug 15: Ausschüttung an Gläubiger und Kosten

Typischer Liquiditätsverlauf eines Schutzschirmverfahrens:
Jan 15: Akute Krise
Feb 15: Eröffnung des Schutzschirmverfahrens
Mai 15: Auslauf Insolvenzgeld
Aug 15: Ausschüttung an Gläubiger und Kosten

Arbeiten im Hintergrund

Während des Schutzschirmverfahrens laufen verfahrensspezifische Arbeiten im Hintergrund. Das sind insbesondere: Überwachung der Liquidität mit IST-SOLL Vergleich, Insolvenzbuchhaltung, Reporting, Insolvenztabelle, Inventur, Insolvenzplan, Gläubigerversammlung. Diese notwendigen Arbeiten erledigen aber nicht Sie als Geschäftsführer, sondern Ihr Sanierungsberater, der Sie während des gesamten Verfahrens begleitet.

Überwachung des Schutzschirms

Die Sanierungsarbeiten überwacht ein so genannter Sachwalter, den das Gericht bestellt. Der Sanierungsberater muss dem Sachwalter regelmäßig berichten und ihm die Sicherheit geben, dass die Sanierung professionell und ohne Benachteiligung der Gläubigerinteressen verläuft. Dann mischt er sich nicht ein und die Sanierung verläuft weitgehend störungsfrei.

  • Praxisbeispiel über die Sanierung der Hagemann Logistic und Transport GmbH
  • Finanzierung

    Für das Schutzschirmverfahren erhält das Unternehmen eine staatliche Subvention in Form des Insolvenzgeldes. Das heißt, für drei Monate übernimmt der Staat die Löhne. Anhand dieser eingesparter Kosten finanziert das Unternehmen das Schutzschirmverfahren.

    Das Ziel des Schutzschirmverfahrens: Das Unternehmen arbeitet wieder rentabel, ist schuldenfrei und besitzt eine Liquiditätsreserve zur Fortführung seiner Geschäfte!

    Mehr Informationen

  • FAQ – Fragen und Antworten zum Schutzschirm
  • Ablauf des Schutzschirms
  • Download Broschüre
  • Erfahrung als Sanierungsberater

    Falls Sie Referenzen über meine Tätigkeit als Sanierungsberater wünschen, stellte ich den Kontakt zur Geschäftsführung eines erfolgreich sanierten Unternehmens gerne her.

    Branche Betriebsgröße Krisenursache
    Logistik, Transport 700 Mitarbeiter 1. Unternehmen wird nach „equal-pay“ Urteil des Bundesarbeitsgerichts mit Klagen überhäuft; 2. Hauptauftraggeber zwingt Unternehmen zu ruinösen Preisen
    Logistik, Transport 210 Mitarbeiter Schleichender Schuldenaufbau über Jahrzehnte, Schuldendienst überfordert das Unternehmen
    Kindertagesstätte 85 Mitarbeiter Zerstrittener Vorstand, Missmanagement und zweifelhafte Entnahmen
    Hotel und Gaststätten 150 Mitarbeiter Managementfehler der alten Geschäftsführung wirtschaften das Hotel herunter
    Industriebetrieb Kunststoffverarbeitung 80 Mitarbeiter Schleichende Verschlechterung der Gewinnmargen aufgrund hartem internationalem Wettbewerb, zu hohe Entnahmen
    Werbeagentur, Marketing 50 Mitarbeiter Unternehmen verliert unverschuldet binnen 6 Monaten 80% seiner Stammkunden und hat Pech bei Neuakquisition
    Baubetrieb 8 Mitarbeiter Erheblicher Zahlungsausfall aufgrund Insolvenz eines Auftraggebers
    Baubetrieb 3 Mitarbeiter Persönliche Lebenskrise, mehrmonatiger krankheitsbedingter Ausfall des Unternehmers
    Druckerei 5 Mitarbeiter Leasingverträge zu teuer eingekauft
    Gesundheit, Arztpraxen 3 Mitarbeiter Längerer krankheitsbedingter Ausfall der Geschäftsführerin
    Gesundheit, Arztpraxen 25 Mitarbeiter Sechsmonatiger Betriebsstillstand aufgrund Bauverzögerung. Die weiterlaufenden Kosten sind nicht mehr aufzuholen
    Hotel und Gasstätten 18 Mitarbeiter Unvorhergesehene Steuerforderungen nach Betriebsprüfung
    Hotel und Gaststätten 20 Mitarbeiter Eine neu eingerichtete Filiale stellt sich als Investitionsgrab heraus.
    Kindertagesstätte 10 Mitarbeiter Auftragsrückgang aufgrund von gezielten Mobbing-Aktionen von Konkurrenzbetrieben
    Logistik, Transport 30 Mitarbeiter Branchenbedingter Umsatzrückgang verbunden mit über Jahre angehäufte Verschuldung
    Logistik, Transport 120 Mitarbeiter Unternehmen fällt Änderung der Corporate Governance innerhalb der finanzierenden Bank zum Opfer und finanziert die Einkäufe nicht mehr
    Software Startup 6 Mitarbeiter Plötzlicher Rückzug des Investors
    Solaranlagen 30 Mitarbeiter Branchenbedingter erheblicher Umsatzrückgang bei Neubau von Solaranlagen
    Solaranlagen 12 Mitarbeiter Zahlungsausfälle aufgrund Insolvenz des Hauptauftraggebers

    28 Gedanken zu „Schutzschirmverfahren saniert Unternehmen

    1. Rüdiger R. sagt:

      Guten Morgen Herr Franzke,
      Ich habe eine GmbH im Bereich Bauelementeherstellung (Vordächer, Terrassendächer) mit dem Vertrieb in der gesamten Bundesrepublik und im benachbarten Ausland mit 9 Mitarbeitern.
      Wir hatten 2015 / 2016 einen Umsatz von 1,2 bzw 1 Millionen €. Zur Zeit haben wir einen Umsatzrückgang aufgrund von mangrlnden Aufträgen. In der guten Zeit wurden zu teure Verträge (Mietvertrag usw.) geschlossen, welche uns nun „auffressen“.
      Können wir ein Schutzschirmverfahren anwenden? Oder sind hierfür die Kosten zu hoch?

      • Jörg Franzke sagt:

        Wir müssten durchrechnen, ob ein Schutzschirmverfahren sich rechnet. Auf den ersten Blick würde ich nicht gleich „nein“ sagen. Wenn Sie Ihr Unternehmen nach Wegfall der zu teuren Verträge wieder rentabel ist und sich das Unternehmen dann wieder rechnet, seht einem Schutzschirm nichts im Wege. Gerne berate ich Sie hierzu.

    2. Hallo Herr Franzke,

      wir haben eine UG mit einem Geschäftsführer (=Gesellschafter) + 1 Mitarbeiter. Die UG ist sehr frisch (5- Monate). Derzeit haben wir Rückstände von circa 8.000 EUR (Finanzamt, Lohnsteuer, Krankenkasse & Lieferanten). Mtl. Umsatz circa 20.000 EUR, Gewinn 7.000 EUR.

      Um nicht Gefahr zu laufen in Richtung Insolvenzverschleppung zu geraten, empfehlen Sie eher eine Sanierung oder den Insolvenzantrag zu stellen?

      Vielen Dank!
      Grüsse

      • Jörg Franzke sagt:

        ihre Gesellschaft ist viel zu klein, um ein Schutzschirmverfahren zu finanzieren. Deshalb sollten Sie einen regulären Insolvenzantrag stellen.

    3. Hubert Barth sagt:

      Hallo Herr Franke,
      ich bin ein Handwerksbetrieb mit einem Azubi. die letzten Jahre habe ich bei Lieferanten und Finanzamt Forderungen aufgebaut.meine hausbelastung war zu groß. fas haus ist verkauft aber es bleiben für die Firma noch Rest Schulden von ca.100000.- Euro. ich mache jährlich zwischen 40000-60000 Euro Gewinn. ist der kleine schutzschirm was für mich oder regelinsolvenz.
      um eine Antwort wäre ich Ihnen dankbar.
      Mfg Hubert Barth

      • Jörg Franzke sagt:

        Für ein Schutzschirmverfahren ist Ihr Unternehmen zu klein. Eine gut vorbereitete reguläre Insolvenz wäre für Sie der bessere Weg. Später in der Insolvenz vereinbaren Sie die Freigabe Ihres Betriebes aus der Insolvenzmasse und Sie können Ihren Betrieb dann ganz normal wieder weiterführen. Oder Sie verkürzen das gesamte Verfahren auf ein Jahr per Insolvenzplan.

    4. Gisela Greiner sagt:

      ich habe ein kleines Unternehmen in der Kunststoffbranche.
      Mein ehemaliger Geschäftspartner hat die Verträge gestohlen und seine Einlage zurückgeklagt und recht bekommen ein Vergleich wurde abgelehnt weil wir statt am 31.03. erst am 14.04. die Zahlung zugesagt haben. Das Zahlungsziel 22.04 hätten wir auf jeden Fall erreicht. Ich rief bei dem Anwalt an und flehte in an den Vergleich doch anzunehmen doch er hat mich derart beschimpft dass ich nun Panik-Attaken bekomme.
      Nun ist die Bank abgesprungen da sie gesagt hat wer weiß was sie noch für Leichen im Keller haben. Ich hafte mit meinen Eigentumswohnungen und dann ist meine Altersvorsorge weg. Was tun ?? Mittlerweile sind meine Konten gesperrt.

      • Jörg Franzke sagt:

        Grundsätzlich wäre zwar kein Schutzschirm aber eine Insolvenz in Eigenverwaltung für Sie die richtige Wahl. Auch damit können Sie ohne weiteres das Unternehmen retten. Man müsste sich die Details ansehen, um endgültig zu entscheiden. Sie können mir per E-Mail Ihre Telefonnummer übersenden und dann telefonieren wir kurz.

    5. Kerstin Fliehmann sagt:

      Guten Morgen,

      ich habe eine kleine Firma und bin zur Zeit etwas in finanzieller Schieflage, da mich Altlasten einholen.
      Wäre das kleine Schutzschirmverfahren etwas für mich?

      Mfg.

      K. Fliehmann

      • Jörg Franzke sagt:

        Nein, ich denke nicht. Ein Schutzschirmverfahren ist sehr aufwändig und ein kleines Unternehmen kann die Kosten hierfür nicht tragen. Bei einem Kleinunternehmen geht man eher den klassischen Weg einer Auffanggesellschaft oder dergleichen. Gut vorbereitet ist so eine Insolvenz bei Selbständigkeit heutzutage kein Beinbruch mehr.

    6. Sehr geehrter Herr Franzke,

      Sie schreiben: Der Schutzschirm stellt die einzige Möglichkeit dar, dass der Unternehmer sein Unternehmen erhalten kann. Warum ist das so?

      • Jörg Franzke sagt:

        Es gibt zwei Möglichkeiten, ein zahlungsunfähiges Unternehmen zu sanieren: Entweder über eine Regelinsolvenz oder über ein Schutzschirmverfahren. Das Schutzschirmverfahren beinhaltet zunächst die Eigenverwaltung. Das heißt, Sie als Geschäftsführer behalten zumindest einen Großteil der Kontrolle über Ihr Unternehmen und können die Sanierung erheblich beeinflussen. Das ist wichtig für die Wahrnehmung der Kunden. Das Regelinsolvenzverfahren mündet in der Regel in einem Verkauf des Unternehmens an einen Investor oder, falls sich kein Käufer finden lässt, in der Zerschlagung. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass der Unternehmer bzw. ein Familienmitglied das Unternehmen selbst vom Insolvenzverwalter abkauft. Aber in der Regel hat der Unternehmer sein ganzes Geld in das Unternehmen gesteckt und ist gar nicht dazu in der Lage, das Unternehmer abzukaufen. Im Schutzschirm hingegen bleibt das Unternehmen erhalten. Die Gläubiger werden aus der ersparten Liquidität abgefunden.

    7. Hallo Herr Franzke,

      ich habe eine GmbH mit 34 Mitarbeitern im GalaBau. Ich stecke in einem Auftrag, de bis zum Jahresende läuft und von dem ich weiß, dass er mich ruinieren wird. Leider habe ich nicht aufgepasst und ich komme mit den Preisen einfach nicht hin. In ca. vier Wochen geht mir das Geld aus. Wenn ich jetzt einen Schutzschirm bei Ihnen beantrage, wann bin ich aus dem Verfahren wieder raus?

      • Jörg Franzke sagt:

        Das Schutzschirmverfahren wird voraussichtlich ca. ein halbes Jahr dauern. Das heißt, Sie könnten die ruhigen Wintermonate für die Sanierung nutzen und zum Saisonbeginn im Frühjahr wieder durchstarten. In den ersten drei Monaten des Schutzschirms erhält Ihr Unternehmen Insolvenzgeld. Die Arbeiten für das ruinöse Bauprojekt stellen Sie ein. Auf diese Weise provozieren Sie die Kündigung. Kündigt der Auftraggeber nicht, kündigen wir den Vertrag später im Hauptverfahren.

    8. Guten Tag,

      ich habe eine ordentlich laufende GmbH als 1 Mann Betrieb. Nach einer Betriebsprüfung der alten Einzelunternehmung (die ich ebenfalls selber geführt habe am selben Standort) , wird die neue GmbH wahrscheinlich auch in die Knie gehen, da das FA die neue GmbH angreifen wird (lt. Steuerberater).

      Die neue GmbH kann aber die laufenden Kosten bezahlen und auch alle Steuern. Wäre der Schutzschirm auch eine Lösung für mich?

      MFG
      Heisenberg

      • Jörg Franzke sagt:

        Ein Schutzschirmverfahren finanziert sich größtenteils aus eingesparten Arbeitslöhnen für drei Monate. Weil Sie keine Mitarbeiter haben, entfällt diese Finanzierungsmöglichkeit. Auch wenn Ihr Unternehmen mit Gewinn arbeitet, würden am Ende des Schutzschirmverfahrens erhebliche Verfahrenskosten und eine Ausschüttung an die Gläubiger auf das Unternehmen zukommen. Wenn Sie den Liquiditätsvorteil des Insolvenzgeldes nicht haben, dann wird schwierig, diese Kosten aufzubringen. Kurzum: die GmbH ist zu klein für einen Schutzschirm.

    9. Hallo Herr Franzke,

      erstmal möchte ich ihnen schon jetzt für etliche gute Tipps danken.

      Zu mir, ich bin Einzelunternehmer und habe seit ca. 2 Jahren finanzielle Schwierigkeiten, da die Zahlungsmoral ( Agentur für Arbeit, Jobcenter ) sehr schlecht ist. Ich bin Arbeitsvermittler und werde von den sogenannten Vermittlungsgutscheinen der Agentur für für Arbeit bzw. Jobcenter bezahlt. Diese lassen sich aber soviel Zeit mit der Bezahlung, dass ich meine laufenden Kosten nicht mehr pünktlich bezahlen kann und von daher wenn Geld kommt immer nur Löcher stopfen kann.

      Ich habe im Moment ca. 10000 € Schulden.

      Ich möchte unbedingt eine Insolvenz vermeiden, da ich ein Eigenheim besitze und dieses unter allen Umständen behalten möchte. Im Grundbuch des Eigenheimes stehe ich als alleiniger Besitzer und in den Kreditverträgen stehe ich und meine ehemalige Lebensgefährtin. Das Haus bewohne ich im Moment alleine, aber meine neue Lebensgefährtin wird in nächster Zeit mit einziehen.

      Kommt für mich das Schutzschirmverfahren in Frage? Kann ich mein Haus behalten? Wie verhalte ich mich am besten?

      Vielen Dank im Voraus.

      MfG Kevin

      • Jörg Franzke sagt:

        Das Schutzschirmverfahren ist für Unternehmen ab ca. 25 Mitarbeitern geeignet, für Sie also nicht. Um das Haus und um Ihre Lebensgefährtin zu retten, müssten Sie das Eigentum an dem Haus übertragen und dann müsste sich die Freundin um eine neue Finanzierung kümmern, sodass Sie nicht mehr Schuldner des Hauskredites sind. Erst nach dieser Abkoppelung könnten Sie weitgehend ohne Risiko eine Entschuldung wagen.

    10. Ich führe ein profitables Unternehmen, werde aber zu einem von mir mehr oder weniger bestimmbaren Zeitpunkt in der Zukunft Umsatzsteuerschulden im Ausland im sechsstelligen Bereich haben. Ist der Schutzschirm auch für mich geeignet?

      • Jörg Franzke sagt:

        Ja, Sie sind sozusagen der Idealfall für ein Schutzschirmverfahren: Das Unternehmen arbeitet grundsätzlich profitabel, wird wegen eines einmaligen Ereignisses aber aus der Bahn geworfen.

    11. Martin Exner sagt:

      Hallo !

      Kann ich als Unternehmer nicht wirtschaftliche Verträge nur in den ersten drei Monaten des Schutzschirmverfahrens kündigen oder auch noch später ?
      Können Sie für mich die Anträge stellen und mich begleiten ?

      M. Exner

      • Jörg Franzke sagt:

        Hallo,

        man kann die Verträge auch noch später kündigen. Im Verfahren hat man eine Erfüllungswahl. Das heißt, man kann Dauerschuldverhältnisse kündigen und der Vertragspartner muss den Schadensersatzanspruch aus vorzeitiger Kündigung zur Insolvenzmasse anmelden.

        Selbstverständlich kann ich für Sie die Anträge stellen und Sie durch das Verfahren begleiten.

        Grüsse
        Franzke

      • Jörg Franzke sagt:

        Hallo,

        das kleine Schutzschirmverfahren geht auf jeden Fall noch. Ist unabhängig davon, bei kleinen Unternehmen ohnehin besser geeignet, als ein großes Schutzschirmverfahren.

        Grüsse
        Franzke

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