Schutzschirmverfahren mit Eigenverwaltung

Wählen Sie das Schutzschirmverfahren mit Eigenverwaltung, falls Sie Ihr Unternehmen behalten und in der Geschäftsführung verbleiben wollen.

Ablauf des Sanierungsverfahrens

Während des Sanierungszeitraums sind Sie Ihr eigener „Insolvenzverwalter“ und sanieren das Unternehmen in Eigenverwaltung selbst.

Das dazu erforderlichen Knowhow kaufen Sie in Form eines Sanierungsberaters ein. Hierfür stehe ich sehr gerne zur Verfügung.

Am Schluss des Schutzschirmverfahrens steht ein Insolvenzplan. Die Abschöpfung (Quote) an die Gläubiger besteht aus den im Sanierungszeitraum erwirtschafteten Überschüssen sowie gegebenenfalls einer Sonderzahlung eines Dritten.

Schutzschirmverfahren mit Eigenverwaltung pickt die Rosinen aus dem Unternehmen

Das Schutzschirmverfahren startet mit der gerichtlichen Anordnung des Gläubigerschutzes. Niemand darf mehr vollstrecken. Danach „pickt der Unternehmer die Rosinen“ aus seinem Unternehmen: Er bezahlt nur noch das, was sein Unternehmen nach vorne bringt. Alle anderen Zahlungspflichten und insbesondere den Schuldendienst stellt er ein. Unrentable Aufträge stoppt er ebenfalls. Dadurch holt er sein Unternehmen in die Gewinnzone zurück und erwirtschaftet die Überschüsse für die spätere Ausschüttung.

Liquiditätsaufbau per Insolvenzgeldvorfinanzierung

Einen großen Teil der Schutzschirm-Finanzierung übernimmt die Arbeitsagentur in Form des Insolvenzgeldes. Die Arbeitsagentur bezahlt für drei Monate die Löhne und Gehälter.

Aufgrund der Einsparungen der Personalkosten und des Schuldendienstes werden Sie sehr schnell neue Liquidität aufbauen. Diese Liquidität wird angespart und am Schluss teilweise an die Gläubiger ausgeschüttet. Zur Verwendung der Liquidität am gibt es eine Faustregel: Ein Drittel der Liquidität wird für die Sanierungskosten verbraucht, das zweite Drittel schüttet man an die Gläubiger als Quotenzahlung aus und das letzte Drittel verbleibt als Liquiditätsreserve im Unternehmen, damit Sie weiter wirtschaften können.

Die meisten Betriebe brauchen kein (großes) Schutzschirmverfahren

Zu der Begrifflichkeit: Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beachten Sie bitte folgendes: Es gibt zwei Arten von Schutzschirmverfahren: Das eigentliche Schutzschirmverfahren nach § 270b InsO und die Insolvenz in Eigenverwaltung gem. § 270a InsO, auch kleines Schutzschirmverfahren genannt.

Das eigentliche Schutzschirmverfahren setzt ein so genanntes „S6-Gutachten“ voraus, welches seitens eines Wirtschaftsprüfers auf den Tag genau bescheinigen soll, dass das Unternehmen die rote Linie zur Zahlungsunfähigkeit noch nicht überschritten hat.

Ein S6-Gutachten ist unverschämt teuer und für kleinere Unternehmen bis 150 Mitarbeiter und insbesondere für Freiberufler und Einzelunternehmer völlig ungeeignet. Deshalb empfehle ich kleineren Unternehmen stets das kleine Schutzschirmverfahren, bzw. Insolvenz in Eigenverwaltung. Später in der Praxis gibt es keinen Unterschied mehr und dem Unternehmer kommt es letztendlich auf die Eigenverwaltung an.

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