Regelinsolvenz beantragen erst nach Geschäftsaufgabe

Sie sollten stets die Regelinsolvenz beantragen erst nach Geschäftsaufgabe. Als Einzelunternehmer, Freiberufler oder Freelancer besteht keine Insolvenzantragspflicht. Nutzen Sie diesen Vorteil. Beantragen Sie die Regelinsolvenz solange der Geschäftsbetrieb läuft, verschlechtern Sie Ihre Aussichten auf Entschuldung und Restschuldbefreiung.

Regelinsolvenz beantragen erst nach Geschäftsaufgabe verbessert Chancen auf Entschuldung

Wenn Sie Regelinsolvenz beantragen solange das Unternehmen läuft, haben Sie keinen genauen Überblick über die späteren Schulden. Viele Schulden kennen Sie noch gar nicht. Oder würden Sie an den Stromanbieter oder die Gema denken, wenn Sie ein Ladenlokal schließen?

Bei Abgabe des Insolvenzantrages muss die Gläubigerliste vollständig und richtig sein. Dies müssen Sie schriftlich betätigen. Haben Sie in der Hektik bei der Antragstellung einige Gläubiger vergessen, riskieren Sie einen Antrag auf Versagung Ihrer Restschuldbefreiung. Leider kommen vergessene Gläubiger immer häufiger damit durch.

Erledigen Sie die Geschäftsaufgabe ungefähr folgendermaßen:

  1. Zunächst eröffnen Sie bei einer neuen Bank ein Konto, das Ihnen später als Girokonto dient.
  2. Danach entlassen Sie Ihre Mitarbeiter, indem Sie ihnen ordentlich, fristgemäß kündigen. Die Geschäftsaufgabe ist kein fristloser Kündigungsgrund. Schicken Sie die Mitarbeiter zum Arbeitsamt.
  3. Falls vorhanden, schalten Sie die Server ab, (insbesondere Online-Shops). Lassen Sie keine Kundenbestellungen mehr zu, ohne sie zu beliefern.
  4. Danach stellen Sie die Zahlungen ein. Falls möglich, sichern Sie einen Notgroschen in der Keksdose. Überweisen Sie kein Geld an eine nahestehende Person.
  5. Falls Sie Gegenstände aus den Geschäftsräumen entnehmen wollen, holen Sie sich die Erlaubnis des Vermieters. Dieser besitzt ein gesetzliches Vermieterpfandrecht an all Ihren in die Geschäftsräume eingebrachten Sachen.
  6. Danach melden Sie das Gewerbe ab und stellen sich tot. Gelder von Kunden dürfen Sie auch nach Gewerbeabmeldung noch einziehen und entgegennehmen.
  7. Erledigen Sie die Buchhaltung möglichst bis zur Gewerbeabmeldung. Gesetzlich ist ein Rückstand bis maximal vier Wochen vor Geschäftsaufgabe erlaubt.
  8. Falls Sie bilanzieren, laden Sie unbedingt die Handelsbilanz bei bundesanzeiger.de hoch. Eine Handelsbilanz muss nicht genau sein. Besser, Sie tragen ungefähre Werte ein, als gar keine.
  9. Lassen Sie ohne Widerstand gegen sich vollstrecken. Weil Sie später ohnehin eine Insolvenz beantragen werden, sind Vollstreckungsmaßnahmen nur noch „heiße Luft“. Die Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung verschlechtert Ihre rechtliche Lage ebenfalls nicht.
  10. Danach stellen wir für Sie einen Insolvenzantrag und entschulden Sie idealerweise mit Insolvenzplan binnen 10 Monaten. Gerne begleite ich Sie durch den gesamten Prozess.

Geschäftsaufgabe und später in die Insolvenz ist nicht verboten

Die empfohlene Vorgehensweise den Betrieb zunächst selbst zu schließen und danach in die Regelinsolvenz, ist selbstverständlich nicht verboten und nicht strafbar.

Die Betriebsschließung eines Einzelunternehmens erhöht die Chancen auf die Erteilung der Restschuldbefreiung am Schluss des Insolvenzverfahrens. Sie lassen sich aufgrund ihrer Unerfahrenheit nicht von einem Insolvenzverwalter ausnutzen.

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