Privatinsolvenz in Planung, wen muss ich informieren?

Sie müssen niemanden informieren und sollen das auch gar nicht. Tun Sie nach außen so, als ob alles in Ordnung wäre.

Allenfalls informieren Sie Ihren Arbeitgeber, dass Sie eine Privatinsolvenz planen. Nutzen Sie hierzu beispielsweise die Gelegenheit, wenn Sie dem Arbeitgeber das neue Gehaltskonto mitteilen, das Sie zur Vorbereitung des Insolvenzverfahrens einrichten sollten.

Ab dem Zeitpunkt Ihrer Entscheidung für die Privatinsolvenz können Sie Androhungen und Vollstreckungsversuche der Gläubiger ignorieren und selbst eine Zwangsvollstreckung kann Ihnen nichts mehr anhaben. Das Kontoguthaben ist durch das Pfändungsschutzkonto weitestgehend geschützt und wertvolles und damit pfändbares Vermögen besitzen Sie ohnehin nicht mehr. Gerichtliche Vollstreckungstitel oder Zwangsmaßnahmen eines Gerichtsvollziehers, wie die Abgabe eines Vermögensverzeichnisses, stehen später der Restschuldbefreiung nicht entgegen.

Die Gläubiger bitte ebenfalls nicht informieren. Diese werden wir bei der Vorbereitung der Privatinsolvenz anschreiben. Wir werden die Gläubiger sogar wiederholt anschreiben. Einmal zur Klärung der Schuldenhöhe und der Vertretungsverhältnisse. Und ein zweites Mal beim außergerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahren.

Vermeiden Sie in dieser Phase möglichst jeden Kontakt zu den Gläubigern. Oft kommt es vor, dass geschickte Gläubiger Sie noch zu irgendwelchen Zahlungen überreden, zu denen Sie gar nicht verpflichtet sind. Auch etwaige moralische Appelle können Sie sich sparen.

Auch wenn es schwer fällt: Halten Sie still, vermeiden Sie möglichst jeden Kontakt zu den Gläubigern.

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10 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Muss ich meinen Vermieter bzw zukünftigen Vermieter, wegen geplanten Umzug über Privatinsolvenz informieren, bzw wird er darüber informiert?

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    • Jörg Franzke
      11. Februar 2020 6:51

      Ja, der Insolvenzverwalter wird den Vermieter über die Privatinsolvenz informieren. Die Privatinsolvenz ist aber kein Kündigungsgrund.

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  • Ich muss Regelinsolvenz beantragen. Habe jetzt ab 1.4. wieder einen guten Job mit 4000 €. Wie kann ich verhindern, dass der Arbeitgeber etwas von der Situation mitbekommt, da ich bei eingehenden Pfändungen beim AG sofort die Kündigung kriegen würde. Da ich auch beim Finanzamt Schulden habe, kommen die ja sowieso drauf, oder?!

    Gruss

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    • Jörg Franzke
      11. Februar 2016 15:04

      Versuchen Sie den Insolvenzverwalter davon zu überzeugen, dass Sie die pfändbaren Einkommensanteile freiwillig abführen. Das wird eine Zeitlang funktionieren wie beispielsweise während der Probezeit. Über die Dauer des gesamten Insolvenzverfahrens werden Sie den Arbeitgeber aber sicherlich nicht heraushalten können.

      Antworten
  • wenn ich mich in einer laufenden insolvenz befinde, wen muss ich darüber benachrichtigen? Wenn mir meine selbständige tätigkeit freigegen ist, muss ich meinen kunden oder geschäftspartnrn sagen das ich mich in einer insolvenz befinde? darf jemand anders öffentlich kommunizieren das ich mich in einer insolvenz befinde ?

    LG

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  • Hallo,

    was ist wenn ich bereits Mahnungen über offene Forderungen erhalte und bereits seit einiger Zeit aufgrund Zahlungsunfähigkeit sämtliche Zahlungen eingestellt habe und demnächst ein PI anstrebe. Jedoch noch ein Gemeinschaftskonto mit meiner Frau besitze und Sie noch daheim gespartes hatte und dies Konto über Ihr anderes Konto überweisen möchte um das Konto zu schließen. Kann das Geld dann einfach vom Insolvenzverwalter oder jmd. anderen eingezogen werden aufgrund von Begünstigung eines Gläubigers oder so?

    Antworten
    • Jörg Franzke
      9. November 2014 22:01

      Nein. Wenn das Geld Ihrer Frau gehört, kann sie damit machen, was sie will. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte sie dennoch das Geld schnell an sich nehmen.

      Antworten
  • Was wenn ich dummerweise die gläubiger schon über bervorstehende inso informiert habe vor lauter Angst? Alles im einer?

    Antworten
    • Jörg Franzke
      9. März 2014 21:24

      Hallo,

      nein, gar nichts ist im Eimer. Alles wird gut und bitte nicht so viel Angst! Es ist schlicht weg egal, ob Sie die Gläubiger vor der Insolvenz informieren oder nicht. Die Restschuldbefreiung kriegen Sie auf jeden Fall.

      Grüsse
      Franzke

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