Verbraucherinsolvenz oder Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz, was ist richtig?

Regelinsolvenz für Selbstständige aller Art, Verbraucherinsolvenz für Arbeitnehmer, Rentner, Arbeitslose, usw. – in beiden Fällen wird die Restschuldbefreiung ausgesprochen. Der Begriff Privatinsolvenz ist umgangssprachlich und meint die Verbraucherinsolvenz.

Für Sie ist folgendes Insolvenzverfahren richtig:

Welches Verfahren man durchlaufen muss, ist vom Ergebnis her betrachtet, egal. In beiden Fällen erhält der Schuldner zum Abschluss des Insolvenzverfahrens die Restschuldbefreiung. Die beiden Insolvenzverfahren unterscheiden sich jedoch etwas in ihrem Ablauf.

Regelinsolvenz, wenn …

Das Regelinsolvenzverfahren ist für Personen mit Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit (also Freiberufler, Gewerbetreibende, Unternehmer) und für ehemalige Selbstständige mit mehr als 20 Gläubigern oder Schulden aus Arbeitsverhältnissen, Sozialversicherungsbeiträgen, Lohnsteuern.

Verbraucherinsolvenz, wenn …

Die Verbraucherinsolvenz hingegen richtet sich an alle anderen Personen, wie Arbeitnehmer, Arbeitslose, Rentner, usw. Also alle, die nicht in eine Regelinsolvenz müssen. Der Begriff Privatinsolvenz ist umgangssprachlich und meint die Verbraucherinsolvenz.

Privatinsolvenz, wenn …

Das Gesetz hingegen kennt nur die Begriffe: Verbraucherinsolvenz und Regelinsolvenz. Mit Privatinsolvenz ist das Insolvenzverfahren einer Privatperson gemeint. Das heißt, die Privatinsolvenz kann sowohl eine Verbraucherinsolvenz als auch eine Regelinsolvenz sein.

Unterschied liegt im Insolvenzverwalter

Während für die Regelinsolvenz die ausgeschlafenen, sehr professionellen Insolvenzverwalter den Schuldnern auf die Nerven gehen, bestellen die Gerichte für die Verbraucherinsolvenz die dummen Insolvenzverwalter ein. Der dumme Insolvenzverwalter für die Verbraucherinsolvenz wird weitaus weniger bohren. Das ist ein großer Vorteil für den betroffenen Schuldner und sein Umfeld.

Weiterer Unterschied: Die Verbraucherinsolvenz eröffnet das Gericht sofort. Der Regelinsolvenz hingegen ist ein vorläufiges Insolvenzverfahren vorgeschaltet, das durchschnittlich drei Monate andauert. Erst danach eröffnet das Gericht das Insolvenzverfahren.

Trotzdem hat der Schuldner bei der Regelinsolvenz keinen Zeitverlust. Die Vorbereitung der Verbraucherinsolvenz dauert länger, weil dieser zwar keine vorläufige Insolvenz vorgeschaltet ist, aber das Schuldenbereinigungsverfahren.

Im Ergebnis ist die Verbraucherinsolvenz etwas entspannter als die Regelinsolvenz. Wenn es passt, versuchen Sie in die Verbraucherinsolvenz zu kommen. Falls dies aber nur mit großem Aufwand möglich ist, dann verzichten Sie darauf und nehmen die Regelinsolvenz als zweitbeste Lösung.

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FAQ Privatinsolvenz

FAQ zur Privatinsolvenz

Wie die Verbraucherinsolvenz oder Privatinsolvenz funktioniert, erkläre ich Ihnen anhand dieser FAQ. Aus meiner täglichen Praxis für Sie zusammengestellt. Sie profitieren von einer Erfahrung aus abertausenden Beratungen.

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In die Privatinsolvenz Schritt für Schritt

Ablaufplan für die Privatinsolvenz. Von der Vorbereitung bis zur Restschuldbefreiung. Hier als PDF übersichtlich für Sie zusammengestellt.

45 Kommentare

  1. Das wäre bei Ihnen eine Verbraucherinsolvenz, aber darauf kommt es heutzutage gar nicht mehr an, weil die Verfahren nahezu identisch vom Gesetzgeber angeglichen wurden. Die Quote für die Planinsolvenz richtet sich nicht nach der Höhe der Schulden, sondern nach Ihrem Einkommen. Die Planinsolvenz muss die Gläubiger besser stellen, als die reguläre Insolvenz. Als Faustregel gilt eine Sonderzahlung von 10.000 € als aussichtsreich.

  2. Guten Tag,
    auf Grund meiner GmbH-Firmeninsolvenz muss ich 2 Gläubiger (Banken) aus selbstschuldnerischen Bürgschaften befienen, was ich nicht kann (350.000€). Ist dies hier eine Regelinsolvenz oder kann ich eine verbraucherinsolvenz erreichen? Wie hoch müsste die Quote für die Planinsolvenz sein?
    Vielen Dank.

  3. Das wäre bei Ihnen die Regelinsolvenz. Sollten Sie unbedingt angehen, damit Sie endlich wieder ein schuldenfreies Leben führen können.

  4. Wenn während der Insolvenz ein alter Gläubiger hinzukommt, übersenden Sie die Rechnung einfach dem Insolvenzverwalter und das wars. Wenn Sie während der Insolvenz aber neue Schulden machen, dann wäre das doof, diese Schulden müssen wieder vollständig bezahlt werden.
    Wenn Sie ab sofort als Arbeitnehmerin angestellt sind, wenn Sie weniger als 19 Gläubiger haben und keine Arbeitslöhne schulden, dann beantragen Sie die Verbraucherinsolvenz. Sie können davon ausgehen, dass die km-Pauschalen pfändungsfrei sind.

  5. Ich war nur ein halbes Jahr selbstständig, im Jahr 2014. Daraus sind nur meine eigene Krankenkassengebühren als Schulden vorhanden. Insgesamt habe ich aber 40 Gläubiger und Schulden von knapp 45 000€. Was wäre für mich der beste weg, privat-o. Regelinsolvenz? Ich bin alleinerziehende mit 2 Kindern.

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