Ich habe in der Insolvenz neue Schulden gemacht. Wird die Restschuldbefreiung versagt?

Haben Sie während der privatinsolvenz neue Schulden gemacht, erhalten Sie für die alten Schulden trotzdem die Restschuldbefreiung. Aber nur für die alten Schulden. Die neuen Schulden haben Sie an der Backe. Eine neue Privatinsolvenz ist dann erst nach einer Sperrfrist von 11 Jahren erlaubt.

Falls ein Gläubiger von den neuen Schulden erfährt …

Aber es gibt noch ein Problem: Erfährt einer Ihrer alten Gläubiger von den neuen Schulden, kann er die Versagung der Restschuldbefreiung verlangen. Dann war alles umsonst, die alten Schulden leben wieder auf. Seien Sie deswegen bitte vorsichtig mit neuen Schulden. Ein zweites Insolvenzverfahren wird erst wieder nach 10 Jahren möglich sein.

Die Privatinsolvenz läuft weiter

Die Insolvenz und damit die Aussicht auf Restschuldbefreiung ist nicht automatisch hinfällig, wenn Sie neue Schulden machen. Nach wie vor werden Sie mit der Restschuldbefreiung von allen Schulden befreit, die vor der Eröffnung der Insolvenz entstanden sind und die im Insolvenzantrag stehen.

Für neue Schulden keine Entlastung

Entstehen aber neue Schulden nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, haften Sie wiederum ganz normal für diese Schulden. Das heißt, für neue Schulden nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gibt es keine Restschuldbefreiung.

152 Kommentare

  1. Ja, das geht. Alle Schulden, die vor der Insolvenzeröffnung entstanden sind, unterliegen der Restschuldbefreiung. Weil der Schaden aufgrund Baumangels vor der Insolvenz entstanden ist, handelt es sich um eine Insolvenzforderung.

  2. Hallo Herr Franzke,
    ich bin Einzelunternehmer und werde in Kürze einen Insolvenzantrag stellen müssen. Soweit ich weiß, betrifft dieser dann aktuelle Zahlungsverpflichtungen. Bei mir ist es jedoch so, das ich im Juni eine Verhandlung wegen eines Baumangels habe und mich weitere Schulden von rund 9000Euro + Anwalts- und Gerichtskosten erwarten.
    Können diese ausstehenden Schulden vorab mit aufgenommen werden?

    Mit freundlichem Gruß
    S.P.

  3. Dazu kann ich Ihnen leider keinen Rat geben, weil ich zu wenig weiß. Falls Sie aber die Selbstauskunft übersandt haben, dann müssten Sie diese doch nur nachreichen und mit Zeugen versichern, dass Sie diese ordnungsgemäß abgegeben haben.

  4. Sehr geehrter Herr Franzke,
    Jedes Jahr im Januar tätige ich meine Selbstauskunft und versende diese per Post (kein Einschreiben). Nun habe ich Post vom Gericht erhalten, dass auf Grund meiner fehlenden Selbstauskunft mein Insolvenzverfahren geplatzt ist. Ich stehe aktuell am Rande der Verzweiflung, weil dies das letzte Jahr meiner Insolvenz ist und ich selbstverständlich meine Unterlagen eingereicht habe.

    Ich würde Sie bitten mir einen Rat zu geben.

    Mit freundlichen Grüßen

  5. Rechtlich gesehen ist Ihr Ex Partner ein Untermieter, den Sie per Räumungsklage rauswerfen lassen müssen, wenn er nicht freiwillig geht. Sie können auch schon mal das Türschloss austauschen, dann nimmt er Sie vielleicht endlich ernst. Die Mietschulden, die seit 2016 entstanden sind, sind nicht am Insolvenzverfahren beteiligt, weil neue Schulden. Entscheiden Sie selbst, ob Sie einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung stellen oder nicht. Ihnen entstehen dadurch keinerlei Vorteile.

  6. sehr geehrter Herr Franzke,
    mein Ex Partner hat mit meiner Hilfe 2016 Privatinsolvenz beantragt. Wir bewohnen ein Häuschen beidem ich als einzige Mieterin unterschrieben habe.ich habe ihn bereits im Juni 2018 gekündigt per RA .Leider tut sich nichts trotz runder Tische und Vergleichsangebote meinerseits .Er behauptet zwar intensiv zu sichern .Stimmt aber nichts .er hat ja eh schlechte Karten mit seinen Schufaeinträgen etwas zu finden .Er ist selbstständig und zahlt nur 200 EUR monatlich abIch bin mir sicher dass er sich zusätzlich mit Schwarzgeld bezahlen lässt.Und er hat eine Erbe zu erwarten .Bin mir auch da sehr sicher dass er nichts angegeben hat.Teile seiner Schulden sind Unterhaltsklagen.
    Nun ist meine Frage an Sie da eine Freundin meinte ,ich müsse diese Info dass es zur Räumungsklage und zur Räumung des Mietobjektes kommt ,seinem Insolvenzverwalter melden ,da er während des Verfahrens keine weiteren Schulden machen darf.Vor allem wenn diese wie in jenem Fall ja sehenden Auges macht Ausserdem sei ich ja unter Umständen selber bald einen Gläubigerin .
    ich bin stinksauer weil ich glaube dass er damit rechnet ,seien Insolvenz gibt ihm einen Freifahrtschein .Wie gehe ich korrekt vor ?kann ich die Kosten dieser Räumung falls es dazu kommt ,von ihm verlangen ?
    Mit freundlichen Grüßen
    Rose Barkmann

  7. Das beste ist natürlich, dass Sie diese neuen Schulden bezahlen. Weil die Schulden nach der Insolvenzeröffnung entstanden sind, müssen sie bezahlt werden. Falls Sie diese nicht begleichen können, gefährdet das die Restschuldebefreiung nicht automatisch, sondern einer Ihrer Gläubiger müsste deswegen einen Antrag stellen.

  8. Guten Tag

    Meine Frage lautet :
    Ich habe Juni 2018 diverse Versicherungen gekündigt, August 2018 bin ich in die Wohlverhaltensphase gekommen.
    Jetzt bekomme ich Rechnungen, das ich bis Januar 2020 noch die Forderungen begleichen soll und außerdem noch eine Forderung im Raume steht und diese nun zum Inkasso weitergeleitet wurde.
    Nun habe ich Angst, das mir die Restschuldbefreiung versagt wird.
    Wie verhalte och mich am besten?
    Ich würde mich sehr über Antwort freuen.

    Dankeschön

    Sabine

  9. Einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung kann dieser Gläubiger nur stellen, wenn es ein alter Gläubiger ist, der schon am Insolvenzverfahren beteiligt war. Das beste wäre es – wie Sie schon schreiben – dass Sie sich mit dem Gläubiger in Verbindung setzen und ihm Ratenzahlung anbieten.

  10. Guten Abend Herr Franzke,
    Ich befinde mich in der wohlverhaltensphase…Ich habe heute einen Brief von der Kitastelle bekommen wo es um fehlende Kita Beiträge geht…Jetzt drohen die mir mit der Versagung der Restschuldbefreiung wenn ich dies nicht zahle..
    Meine Frage wie soll ich mich verhalten ohne das der Antrag gestellt wird? Kann ich die Summe auch in raten evtl.begleichen?
    Wenn nicht sehe ich alt aus.

    Mfg A.Weber

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