Darf ich eine Kreditkarte auf Guthabenbasis für mich einrichten?

Sie dürfen keine Kreditkarte auf Guthabenbasis einrichten und benutzen – bitten Sie einen Freund um eine Partner-Kreditkarte

Sie dürfen keine Kreditkarte führen...
Genauer gesagt: Dürfen Sie schon, aber dann ist das Geld weg, sobald der Insolvenzverwalter davon erfährt. Denn während der Laufzeit des eigentlichen Insolvenzverfahrens ist nur das Guthaben auf einem Pfändungsschutzkonto vor dem Insolvenzverwalter geschützt. Alle anderen Kontoguthaben gehören zur Insolvenzmasse.

Manche Mandanten fragen nach Auslandskonten. Auslandskonten schützen zwar vor Pfändung vor dem Insolvenzverfahren, weil die Vollstreckung schwierig ist. Aber in der Regel sind Insolvenzverwalter hartnäckiger als Gerichtsvollzieher und Gläubiger. Ist der Insolvenzantrag eingereicht, wird der Insolvenzverwalter beginnen zu recherchieren. Sobald der Insolvenzverwalter von dem Auslandskonto erfährt, schreibt er die ausländische Bank an und fordert zur Erstattung des Guthabens an die Insolvenzmasse auf. Erfahrungsgemäß wird die Bank dieser Aufforderung ohne Umstände Folge leisten.

Später in der Wohlverhaltensperiode ist nur noch das pfändbare Einkommen abgetreten. Das heißt, Sie dürfen das Pfändungsschutzkonto wieder in ein normales Konto umstellen lassen und Sie dürfen auch eine Kreditkarte auf Guthabenbasis haben.

Es muss irgendwie nachvollziehbar sein, dass das Guthaben auf dem Kreditkartenkonto von Ihnen kommt und nicht von einer dritten Person. Denn das wäre eine Schenkung und diese würde wiederum zur Hälfte an die Insolvenzmasse gehen.

Sind Sie auch während des eigentlichen Insolvenzverfahrens dringend auf eine Kreditkarte angewiesen, fragen Sie eine nahestehende Person, ob Sie von seiner Kreditkarte eine Partnerkarte erhalten. Nahezu alle Kreditkartenanbieter stellen Partnerkarten zur Verfügung. Dann würden alle Zahlungsströme über den Freund laufen. Die Partnerkarte ist somit für den Insolvenzverwalter tabu.

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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Vielen Dank für dieses Forum!

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  • Hallo Herr Franzwei
    Ich bin seit November 2014 in der Wohlverhaltensphase. Dieses Jahr habe ich mit meinem Mann zum ersten mal eine gemeinsame Steuererklärung gemacht. Wir werden eine kleine Rückerstattung erhalten. Da mein Mann der Antragsteller ist geht das Geld auf sein Konto. Muss ich das melden?
    Vor unserer Ehe hatte ich keine Steuern gezahlt wegen zu gering gemacht Verdienst. Dies kam erst durch Steuerklasse V.
    Meine Tochter ist bei uns gemeldet und für ein Jahr jetzt in Amerika als Au Pair. Muss ich das auch melden?
    Ich freue mich über diese Seite. Bedanke mich im voraus herzlichst für eine Antwort.

    Mag
    Helga B.

    Antworten
    • Jörg Franzke
      23. September 2015 7:20

      Beides müssen Sie melden. Wenn der Veranlagungszeitraum in die Zeit vor der Wohlverhaltensphase fällt, dann müssen Sie die Hälfte davon an den Insolvenzverwalter bezahlen.

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  • Inwiefern kann oder wird das Guthaben auf einer solchen Kreditkarte gepfändet werden.
    Kann ich dort jeden Monat etwas aufladen oder sollte ich vor einem geplanten Kauf direkt aufladen?
    Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe machen und diese Internetpräsenz führen. Danke

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    • Jörg Franzke
      20. September 2015 21:43

      Nein, das geht schief. In der Insolvenz sollten Sie nur ein Pfändungsschutzkonto haben. Darüber hinaus wäre ein zweites Konto oder ein Guthaben auf einer Kreditkarte pfändbar. Das nennt man Neuerwerb. Wenn Sie eine Kreditkarte brauchen, dann fragen Sie einen Freund, ob er Ihnen eine Partnerkarte einrichtet.

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      • Sehr geehrter Herr Jörg Franzke,

        ich muss Ihre Antwort etwas verändern und zwar darf man eine Prepaid Kreditkarte führen, aber nur wenn es Guthaben aus ALGII, ALGI oder Grundsicherungsleistungen sind. Alles andere muss dem Treuhänder gemeldet werden.

        Antworten
  • Matthias R.
    29. April 2015 21:45

    Hallo Herr Franzke

    Ich habe zwar ein eigenes P-Konto aber auch eine Vollmacht auf das Konto meines Ehepartners. Diese Vollmacht umfasst Bargeldabhebungen, Überweisungen, OnlineBanking (TAN) und eben vorallem EC-Karten nutzung welche meinen Namen auf der Karte führt.
    Das Konto gehört jedoch nur meinem Partner, ich verfüge also wie erwähnt nur über eine Vollmacht darüber.
    Jetzt muss ich in die Privatinsolvenz und man rät mir stellenweise bzw. meiner Frau die keine Schulden hat aber ein Einkommen, die Vollmachten zurück zu nehmen bzw. zu widerrufen.
    Ist dies nötig gar erforderlich oder kann die Vollmacht und das nutzen z.b. der EC-Karte fortbestehen?
    Kann das Konto meines Ehepartner gepfändet bzw. in der Insolvenz vom Treuhänder überprüft ggf. Gelder eingezogen werden?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühen und Hilfestellung.

    Mfg
    Matthias

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    • Jörg Franzke
      3. Mai 2015 20:40

      Zwar kann das Konto des Ehepartners nicht gepfändet werden und Sie können über das Konto Ihrer Frau bei ihrem Einverständnis nach Herzenslust verfügen. Dennoch sollten Sie für die Insolvenz ein P-Konto eröffnen und darüber das Gehalt laufen lassen. Der Insolvenzverwalter hätte sonst ein Einsichtsrecht auf das Konto Ihrer Frau.

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