Mein Konto ist gepfändet und gesperrt – wie komme ich ans Geld?

Wird Ihr ungeschütztes Gehalts-Konto überraschend gepfändet, beantragen Sie bei Ihrer Bank rückwirkend die Umstellung in ein P-Konto. Hilft das nichts, notfalls beim Amtsgericht einen Freigabeschluss beantragen.

Ohne Pfändungsschutz darf man Ihr Konto vollständig abräumen

Viele betroffene Schuldner versäumen es, ihr Konto rechtzeitig auf ein Pfändungsschutzkonto (=P-Konto) umzustellen. Kommt es zur Pfändung des ungeschützten Kontos, ist der Jammer groß. Denn der Gläubiger darf das Guthaben des ungeschützten Kontos vollständig “abräumen”.

Unbedingt ein P-Konto einrichten

Aus diesem Grunde rate ich Ihnen dazu, dass Sie das Gehalts-Konto rechtzeitig in ein P-Konto umstellen. Solange Ihr Konto nicht gepfändet wird, ist das P-Konto wie ein normales Gehalts-Konto. Also stört es nicht, wenn Sie den Pfändungsschutz im Voraus aktivieren.

P-Konto nicht zu früh einrichten

Auf der anderen Seite sollten Sie das Konto aber auch nicht zu früh in ein Pfändungsschutz-Konto umwandeln. Denn die Umwandlung wird in der Schufa angezeigt. Andere Schufa-Mitglieder sind damit vorgewarnt und werden entsprechend reagieren.

Überraschende Pfändung

Hat ein Gläubiger Ihr Gehalts-Konto überraschend gepfändet, versuchen Sie das Guthaben frei zu bekommen: Sie gehen sofort zu Ihrer Bank und beantragen rückwirkend die Umwandlung in ein P-Konto. Viele Banken sind akzeptieren die Rückwirkung. Dann ist das Konto zwar noch gepfändet. Aber Sie können Ihren Freibetrag abheben.

Notfalls zum Amtsgericht

Falls die Bank den Pfändungsschutz nicht rückwirkend gewährt, gehen Sie zum Amtsgericht und dort zur Rechtsantragsstelle. Erklären Sie, dass Ihr Konto gepfändet wurde und beantragen die Freigabe Ihres pfändungsfreien Einkommens. Der Rechtspfleger wird Ihnen einen gerichtlichen Freigabebeschluss erteilen. Diesen geben Sie bei zur Bank und die Bank wird Ihnen dann den in dem Freigabebeschluss geannten Betrag in Bar auszahlen.

Amtsgericht ist Notlösung

Allerdings ist der gerichtliche Freigabebeschluss nur eine Notlösung. Das Konto bleibt gesperrt, Überweisungen wie Mietzahlungen sind wegen der Pfändung nicht mehr möglich. Eröffnen Sie deswegen so schnell wie möglich ein neues Konto bei einer neuen Bank. Das neue Konto gleich als Pfändungsschutz-Konto einrichten. Dann kann Ihnen eine erneute böse Überraschung nicht mehr passieren.

Pfändungsschutz bei ALG II

Wer ALG II erhält, kann mit dem ALG II – Bescheid zur Bank und die Auszahlung des Guthabens verlangen. Bei ALG II verzichten Banken auf einen Freigabebeschluss. Genau so verhält es sich mit dem Kindergeld. Das Kindergeld gehört zum Kind und ist schon deswegen nicht pfändbar. Auch hier können Sie direkt die Auszahlung von der Bank verlangen.

Sehr wichtiger Tipp:

Ein einmal vor der Insolvenz gepfändetes Konto bleibt gepfändet. Das heißt, ist die Restschuldbefreiung erteilt, könnte ein ehemaliger Gläubiger erneut auf dieses gepfändete Konto zugreifen.

Nutzen Sie deswegen die Zeit während der Privatinsolvenz und eröffnen Sie bei einer neuen Bank ein neues Konto. Dann kann Ihnen eine Kontopfändung nach der Restschuldbefreiung nicht passieren.

Frau versucht ein gesperrtes Konto wieder frei zu kriegen

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