Welche Folgen hat die Privatinsolvenz auf Ihr zukünftiges Leben?

Welche Folgen die Privatinsolvenz auf Ihr zukünftiges Leben hat, ist leicht beantwortet: Sie zahlen keine Schulden mehr, dafür wird Ihr Einkommen sechs bzw. fünf bzw. drei Jahre um den pfändbaren Teil gekürzt. Und Sie müssen dem Insolvenzverwalter regelmäßig Ihre Einkommensnachweise übersenden. Das war’s, mehr passiert nicht.

Sie müssen das pfändbare Einkommen abführen

Als Folge des Insolvenzverfahrens müssen Sie für die nächsten fünf den pfändbaren Teil Ihres Einkommens an den Insolvenzverwalter abgeben und ihn regelmäßig über Ihre Einkommensverhältnisse informieren.

Wie lange dauert die Privatinsolvenz?

Die Privatinsolvenz dauert sechs Jahre, wenn der Insolvenzverwalter gar kein Geld einnimmt. Es dauert fünf Jahre, wenn am Ende der fünf Jahre eine Insolvenzmasse in Höhe der Verfahrenskosten von ca. 3.000 € erwirtschaftet wurde. Und das Verfahren dauert drei Jahre, wenn Sie bis in drei Jahren 35 % der Schulden plus die Verfahrenskosten zusammenbekommen haben. Darüber hinaus ist es möglich, die Privatinsolvenz auf rund ein Jahr zu verkürzen, falls Sie sich für eine Planinsolvenz entscheiden.

Wie viel Einkommen wird gekürzt?

Wenn Sie „zuviel“ verdienen, wird in der Privatinsolvenz das Einkommen gekürzt. Welcher Betrag das ist, richtet sich nach der gesetzlichen Pfändungstabelle. Die Pfändungsgrenze beginnt bei 1180 € netto (ab Juli 2019) und steigt um ca. 300 EUR pro Unterhaltspflicht. Von dem darüber hinausgehenden Einkommen werden Ihnen ca. zwei Drittel abgezogen. Hier finden Sie die aktuelle Pfändungstabelle. Sie könnnen dort das pfändbare Einkommen selbst ermitteln.

Was von meinem Hausrat muss ich hergeben?

Vorhandenes Vermögen wie beispielsweise Lebensversicherungen oder das eigene Fahrzeug verwertet der Insolvenzverwalter zu Beginn des Verfahrens. Ihre Möbel, Kleider und Schmuck bleiben verschont. Die Möbel und andere Gegenstände in Ihrer Wohnung werden nur gepfändet, wenn sie ganz teuer sind. Mehr passiert in der Privatinsolvenz nicht. Sie können nach wie vor alles tun und lassen was Sie wollen und niemand darf sich in Ihr Leben einmischen.

Privatinsolvenz bedeutet für Sie folgende vier Pflichten:

  • Übersenden Sie dem Insolvenzverwalter sofort jeden neuen Einkommensnachweis.
  • Benachrichtigen Sie den Insolvenzverwalter schriftlich über jede wesentliche Änderung bei Ihrem Arbeitsplatz, wie beispielsweise Wechsel, Verlust, usw.
  • Informieren Sie ihn schriftlich, wenn Sie sonst noch irgendwie Geld bekommen, wie Steuerrückerstattung, Betriebskostenrückerstattung, Erbschaft, Auszahlung einer Versicherung, usw.
  • Schließlich benachrichtigen Sie den Insolvenzverwalter über jeden Wohnungswechsel.

Erfüllen Sie diese Pflichten, werden Sie gut durch die Insolvenz kommen. Ansonsten lassen Sie den Insolvenzverwalter in Ruhe und reagieren immer nur dann, wenn er etwas von Ihnen will. Machen Sie möglichst keine falschen Angaben gegenüber dem Insolvenzgericht. Das lohnt nicht, die falschen Angaben kommen zu meist ans Licht.

Sie dürfen sich in der Insolvenz selbständig machen und die Wohnung beziehen, die Ihnen beliebt. Wie Sie Ihr pfändungsfreies Einkommen ausgeben, ist nach wie vor Ihnen überlassen. Niemand darf sich in Ihr Privatleben einmischen.

Einen Kredit erhalten Sie in der Privatinsolvenz schon wegen der negativen Schufa die nächsten Jahren nicht mehr, aber von Schulden haben Sie sicherlich erst einmal genug

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