Welche Folgen hat die Privatinsolvenz auf mein weiteres Leben?

Die Folgen der Privatinsolvenz auf zukünftiges Leben sind leicht erklärt: Sie zahlen ab sofort keine Schulden mehr. Dafür müssen Sie in den nächsten drei Jahren den pfändbaren Teil Ihres Einkommens an einen Insolvenzverwalter abgeben. Und Sie müssen den Insolvenzverwalter über ihre finanziellen Verhältnisse auf dem Laufenden halten. Hierzu übersenden Sie ihm beispielsweise regelmäßig Ihre Einkommensnachweise. Das war’s, mehr passiert nicht.

Sie müssen das pfändbare Einkommen abführen

Als Folge des Insolvenzverfahrens müssen Sie für die nächsten drei Jahre den pfändbaren Teil Ihres Einkommens an einen Insolvenzverwalter abgeben und ihn regelmäßig über Ihre Einkommensverhältnisse informieren. Mehr nicht.

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Eine Perspektive für ein Leben ohne Schulden nach Privatinsolvenz

Wie lange dauert die Privatinsolvenz?

Die Privatinsolvenz dauert seit dem 10.10.20 nur noch 3 Jahre. Bisher dauerte sie zwischen 3 und 6 Jahre. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, die Laufzeit der Privatinsolvenz auf rund 1 Jahr zu verkürzen. Planinsolvenz bedeutet, dass es einen Sponsor gibt, der den Gläubigern eine Vergleichszahlung bietet. Sie können sich mit dr Planinsolvenz also blitzschnell aus den Schulden vergleichen.

Wie viel Einkommen wird gekürzt?

Wenn Sie „zuviel“ verdienen, wird in der Privatinsolvenz das Einkommen gekürzt. Welcher Betrag das ist, richtet sich nach der gesetzlichen Pfändungstabelle. Die Pfändungsgrenze beginnt bei 1180 € netto (ab Juli 2019) und steigt um ca. 300 EUR pro Unterhaltspflicht. Von dem darüber hinausgehenden Einkommen werden Ihnen ca. zwei Drittel abgezogen. Hier finden Sie die aktuelle Pfändungstabelle. Sie könnnen dort das pfändbare Einkommen selbst ermitteln.

Welcher Hausrat wird gepfändet?

Vorhandenes Vermögen wie beispielsweise Lebensversicherungen oder das eigene Fahrzeug verwertet der Insolvenzverwalter zu Beginn des Verfahrens. Ihre Möbel, Kleider und Schmuck bleiben verschont. Die Möbel und andere Gegenstände in Ihrer Wohnung werden nur gepfändet, wenn sie ganz teuer sind. Mehr passiert in der Privatinsolvenz nicht. Sie können nach wie vor alles tun und lassen was Sie wollen und niemand darf sich in Ihr Leben einmischen.

Privatinsolvenz bedeutet für Sie diese 4 Pflichten:

  • Übersenden Sie dem Insolvenzverwalter sofort jeden neuen Einkommensnachweis.
  • Benachrichtigen Sie den Insolvenzverwalter schriftlich über jede wesentliche Änderung bei Ihrem Arbeitsplatz, wie beispielsweise Wechsel, Verlust, usw.
  • Informieren Sie ihn schriftlich, wenn Sie sonst noch irgendwie Geld bekommen, wie Steuerrückerstattung, Betriebskostenrückerstattung, Erbschaft, Auszahlung einer Versicherung, usw.
  • Schließlich benachrichtigen Sie den Insolvenzverwalter über jeden Wohnungswechsel.

Erfüllen Sie diese Obliegenheiten, werden Sie gut durch die Insolvenz kommen. Ansonsten lassen Sie den Insolvenzverwalter in Ruhe und reagieren immer nur dann, wenn er etwas von Ihnen will. Machen Sie möglichst keine falschen Angaben gegenüber dem Insolvenzgericht. Das lohnt nicht, die falschen Angaben kommen zu meist ans Licht und führen zur Versagung der Restschuldbefreiung.

Sie dürfen sich in der Insolvenz selbständig machen und die Wohnung beziehen, die Ihnen beliebt. Wie Sie Ihr pfändungsfreies Einkommen ausgeben, ist nach wie vor Ihnen überlassen. Niemand darf sich in Ihr Privatleben einmischen.

Einen Kredit erhalten Sie in der Privatinsolvenz schon wegen der negativen Schufa die nächsten Jahren nicht mehr, aber von Schulden haben Sie sicherlich erst einmal genug

351 Kommentare

  1. Nein, leider kann man den Insolvenzverwalter nicht wechseln. Den haben Sie an der Backe. Aber wenn der Insolvenzverwalter Ihr Mietverhältnis gefährdet, dann geht das entschieden zu weit. Sie sollten sich beim Insolvenzgericht über den Insolvenzverwalter beschweren. Der Insolvenzverwalter darf Ihr Mietverhältnis nicht kündigen, um an die Kaution zu kommen.

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