Darf mein Arbeitgeber kündigen, sobald er von der Insolvenz erfährt?

Der Arbeitgeber darf nicht kündigen, sobald er von der Insolvenz erfährt. Die Privatinsolvenz ist in der Regel kein Kündigungsgrund und hat keine disziplinarrechtliche Folgen bei Beamten. Eine Ausnahme gilt bei einem Job im Sicherheitsbereich oder in gehobener Position.

Kündigung wegen Privatinsolvenz ist verboten

Privatinsolvenz kein Kündigungsgrund

Wegen einer Privatinsolvenz darf ein Arbeitgeber beziehungsweise Dienstherr Sie nicht kündigen. Auch andere dienst- oder arbeitsrechtliche Sanktionen haben Sie nicht zu befürchten. Solange Sie noch in der Probezeit sind, halten Sie die Privatinsolvenz geheim.

Arbeitgeber ist Privatinsolvenz egal

In der Regel ist es dem Arbeitgeber egal, ob Sie ein Insolvenzverfahren beantragen. Was der Arbeitgeber hingegen nicht leiden kann, sind die Pfändungen des Arbeitslohns durch Gläubiger vor dem Insolvenzverfahren. Denn das macht viel Arbeit.

Keine Verwarnung für Beamte

Pfändungen machen dem Arbeitgeber viel zusätzliche Arbeit. Genau diese Pfändungen entfallen aber während der Privatinsolvenz. Die Privatinsolvenz hat auch keine disziplinarrechtlichen Folgen auf Beamte. Der Dienstherr spricht allenfalls eine Verwarnung aus.

Ausnahme: Sie sitzen an der Kassse

Etwas anderes gilt nach meiner Erfahrung allerdings, wenn Sie in Ihrem Job mit Geld zu tun haben oder erhöhte Sicherheitsanforderungen bestehen oder Sie in gehobener Position tätig sind. Beispiele hierzu sind: Sie stehen am Bankschalter oder sind Prokurist. Leider führt beispielsweise auch die Insolvenz eines Fluggast-Kontrolleurs am Flughafen-Gate in der Regel zur Entlassung. Sie können dann aber eine schnelle Planinsolvenz durchlaufen und damit Ihren Arbeitgeber überzeugen.