Darf mein Arbeitgeber kündigen, sobald er von der Privatinsolvenz erfährt?

Privatinsolvenz ist in der Regel kein Kündigungsgrund und hat keine disziplinarrechtliche Folgen bei Beamten – Ausnahme gilt bei Job im Sicherheitsbereich oder in gehobener Position.

Wegen einer Privatinsolvenz darf ein Arbeitgeber beziehungsweise Dienstherr Sie nicht kündigen. Auch andere dienst- oder arbeitsrechtliche Sanktionen haben Sie nicht zu befürchten.

In der Regel ist es dem Arbeitgeber egal, ob Sie ein Insolvenzverfahren beantragen. Was der Arbeitgeber hingegen nicht leiden kann, sind die Pfändungen des Arbeitslohns durch Gläubiger vor dem Insolvenzverfahren. Pfändungen machen dem Arbeitgeber viel zusätzliche Arbeit. Genau diese Pfändungen entfallen aber während der Privatinsolvenz.

Die Privatinsolvenz hat auch keine disziplinarrechtlichen Folgen auf Beamte. Der Dienstherr spricht allenfalls eine Verwarnung aus.

Etwas anderes gilt nach meiner Erfahrung allerdings, wenn Sie in Ihrem Job mit Geld zu tun haben oder erhöhte Sicherheitsanforderungen bestehen oder Sie in gehobener Position tätig sind. Beispiele hierzu sind: Sie stehen am Bankschalter oder sind Prokurist. Leider führt beispielsweise auch die Insolvenz eines Fluggast-Kontrolleurs am Flughafen-Gate in der Regel zur Entlassung. Sie können dann aber eine schnelle Planinsolvenz durchlaufen und damit Ihren Arbeitgeber überzeugen.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Guten Tag , ich habe Momentan ca. 1750 Euro Netto , 404 Euro Kindergeld und 300 Euro Unterhalt. Ich hab mittlerweile ca. 18500 Euro Schulden. Wenn ich die Insolvenz beantragen würde , würde dies auch Auswirkungen in finanzieller Sicht bei meinen Kindern haben , wohnen beide noch bei mir und verfügen über Ausbildunhsgehalt das eine Kind ca.800 Euro und das andere 260 Euro . Vielen Dank im voraus für ihre Antwort

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    • Jörg Franzke
      24. Januar 2020 7:54

      Die Insolvenz hätte keine Auswirkungen auf Ihre Kinder. Aber weil die beiden Kinder eigene Einkünfte haben, würde man von Ihrem Gehalt ca. 500 € monatlich pfänden. Die Kinder gelten nicht mehr als Unterhaltspflicht im Sinne der Pfändungstabelle.

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