Ab wann lohnt sich die Privatinsolvenz?

Eine Privatinsolvenz lohnt sich immer dann, wenn die Schulden höher sind als der Betrag, den man Ihnen während der Laufzeit der Privatinsolvenz pfänden wird. Bei der Entscheidung, ob Sie Privatinsolvenz anmelden oder die Schulden abzahlen, kommt es also maßgeblich darauf an, wie viel Sie monatlich verdienen und wie viel man Ihnen pfänden kann.
Erfahrungen & Bewertungen zu Rechtsanwalt Jörg Franzke

Weg mit dem Schuldenärger!

Bedenken Sie, dass der ständige Ärger mit den Schulden kräftezehrend ist. Sicherlich haben Sie jahrelang versucht, aus den Schulden auszubrechen. Deshalb rate ich Ihnen zur Privatinsolvenz, sobald die Rückzahlung der Schulden zum Kraftakt wird. Wann Sie Privatinsolvenz stellen, richtet sich also nach dem Grad Ihrer Verschuldung.

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Eine Schreckschraube lässt sich erklären, wann die Privatinsolvenz sich lohnt

Gerichtskosten

Die Verfahrenskosten – also die Gerichtsgebühren und das Honorar für den späteren Insolvenzverwalter – betragen ca. 2.500 €. Dieser Betrag wird Ihnen während des gesamten Insolvenzverfahrens für 3 Jahre gestundet. Anschließend vereinbaren Sie mit dem Gericht eine Ratenzahlung, beispielsweise in Höhe von 50 € monatlich.

Derzeitiges Vermögen

Ihr derzeitiges pfändbares Vermögen wird der Insolvenverwalter wegnehmen und versilbern, beispielsweise Lebensversicherungen oder Ihr Auto, wenn es nicht für die Erwerbstätigkeit erforderlich ist. Aber keine Sorge, nur wirklich wertvolles Vermögen ist von der Pfändung betroffen. Normale Wohnungseinrichtung nicht.

Einkommen für 5 Jahre

Als drittes müssen Sie Ihr Einkommen berücksichtigen. Für die nächsten 3 Jahre erhalten Sie davon nur den pfändbaren Teil. Die Pfändungsgrenzen betragen ohne Unterhaltspflicht 1200 € des Nettoeinkommens, bei einer Unterhaltspflicht 1622 €, bei zwei Unterhaltspflichten 1.870 €, usw. Nun können Sie alles berechnen.

Beispiel, ab wann sich Privatinsolvenz lohnt

Dem gegenüber steht die Privatinsolvenz über 3 Jahre, also 36 Monate mal 100 EUR, insgesamt 3.600 €. Von dem gepfändeten Betrag werden dann gleich noch die Kosten für das Insolvenzverfahren abgezogen, sodass Sie nach fünf Jahren wirklich schuldenfrei sind.

Ergebnis: Um von allen Schulden befreit zu werden, müssen Sie für die Kredittilgung mindestens 16.000 € aufwenden und im Insolvenzverfahren werden Ihnen 3.600 € abgezogen.

Bedenken Sie außerdem, dass die ständige Auseinandersetzung mit den Schulden sehr mühevoll und kräftezehrend ist. Sicherlich haben Sie es auch bereits jahrelang versucht, um aus den Schulden auszubrechen. Deshalb rate ich Ihnen zur Privatinsolvenz, sobald Sie sich eingestehen, dass die Rückzahlung der Schulden zum Kraftakt wird. Wann Sie Privatinsolvenz stellen, richtet sich also nach dem Grad Ihrer Verschuldung.

323 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Franzke,
    ich habe 21.000 € Schulden bei derzeit noch 3 Gläubigern sowie einen Dispo von 6000 €. Mein Verdienst beträgt mittlerweile 2.400 € netto. Ich bin für ein Kind unterhaltspflichtig. Die Rückzahlungsrate beträgt 366 € insgesamt. Bisher konnte ich alles bedienen, habe auch einen sicheren Job. Würde sich eine Privatinsolvenz für mich lohnen? Würde das Auto in jedem Fall gepfändet werden?
    Herzlichen Dank im Voraus

  2. Kommt darauf an, wie hoch die Schuld ist. Wenn Ihre Frau die Schulden nicht zurückzahlen kann, dann sollte auch sie eine Privatinsolvenz anmelden.

  3. Hallo. Ich habe soeben meine verbraucher insolvenz hinter mich gebracht. nun hat meine Frau noch das Problem, das sie bei meinem Ehemalige gläubiger mit drin steht als mitschuldner. Lohnt es sich bei Ihr deswegen auch in Insolvenz zu gehen, verdient 600 € netto im monat!!!??Vielen Dank im Vorraus.

  4. Ich glaube nicht, dass Sie es schaffen werden die 37.000 EUR bei einem Einkommen von 1.170 EUR zurückzuzahlen. Deshalb kommen Sie nur noch mit einer Privatinsolvenz aus den Schulden. Deshalb lohnt sich die Privatinsolvenz für Sie auf alle Fälle.

  5. Hallo Herr Franzke!
    Meine Schulden belaufen sich bei 37.000 (3 Banken) und verdiene 1170 Netto ich lebe mit meiner Verlobten in einer Mietwohnung (mein Anteil 325 Warm) und wir haben ein Kind zu versorgen. Langsam gehen uns leider die helfenden Personen (Geld spende wenn es eng wird) aus und frage mich nun ob sich eine Privatinsolvenz für mich lohnt. MFG!

  6. Wenn man sowas von pleite ist wie Sie, dann beantragen Sie eine Verbraucherinsolvenz. Dann sind Sie nach drei Jahren die Schulden los, sind dann vernünftig und können durchstarten.

  7. Hallo!

    Ich bin frische 20 Jahre alt! Leider habe ich durch ein Leben über meinem Standard 15.000 Euro Schulden angesammelt.
    Ich verdiene 910 Euro Netto und kriege noch Kindergeld.
    Ich kriege die diversen Raten bei den Schuldnern nicht mehr zusammen.
    Was würden Sie mir raten?

  8. Auf jeden Fall lohnt sich bei Ihnen eine Privatinsolvenz. Ihr Einkommen ist so gering, dass man Ihnen nichts pfänden kann, also geht die Privatinsolvenz mehr oder weniger spurlos an Ihnen vorüber. Nach drei Jahren sind Sie schuldenfrei.

  9. Hallo,
    meine schulden belaufen sich ca auf 17000 Euro
    Bin gesundheitlich angeschlagen das ich ich nur ALG 2 bekomme mit 400Euro
    Tilge zwar einige Gläubiger mit kleinen raten aber teils sind die Zinsen grösser.
    Lohnt es sich von daher in die Privatinsolvenz zu gehen?

  10. Nein, eine Insolvenz lohnt sich bei Ihnen nicht. Besser, Sie richten sich ein P-Konto ein, damit man nichts pfänden kann. Wenn Ihre Mutter die Schulden übernehmen kann, wäre das natürlich gut für Sie.

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