Interne Freistellung für gemeinsames Darlehn bei Privatinsolvenz wirksam?

Die interne Freistellung für ein gemeinsames Darlehn bei Privatinsolvenz ist gegenüber den Gläubigern nicht wirksam. Wer aufgrund eines gemeinsamen Darlehns mit einer anderen Person Geld schuldet, kann sich nicht mittels einer internen Vereinbarung von den Schulden befreien. Ich hafte also weiterhin für die fremden Schulden.

Bei einem gemeinsamen Darlehn kann man sich nur intern freistellen

Diese Frage kann am besten mit einem Beispiel beantwortet werden.
Frage eines Mandanten: “Ich bin seit 2 Jahren geschieden. Meine Exfrau hat das Haus behalten und zum Ausgleich haben wir in einem notariellen Scheidungsvertrag vereinbart, dass meine Frau die Zahlung der gesamten Hausraten übernimmt. Jetzt hat sie Insolvenz beantragt und die Bank fordert von mir den gesamten noch offenen Darlehnbetrag.”

Voller Rückzahlunganspruch

Trotz notariellem Scheidungsvertrag, in dem der Mann von der Zahlung weiterer Hausraten freigestellt wurde, besitzt die Bank einen vollen Rückzahlungsanspruch gegen den Mann. Das heißt: Kann die Frau die Kreditraten nicht mehr bezahlen, hatftet der Mann trotz interner Freistellung des Scheidungsvertrages unverändert auf die volle Kreditsumme.

Bei einem gemeinsamen Darlehn kann man sich nur intern freistellen

Die interne Freistellung zwischen den Schuldnern ist den Gläubigern also völlig egal. Das gilt auch bei einer Bürgschaft des Ehegatten. Erfahrungsgemäß lassen Banken in diesen Dingen nicht mit sich handeln, es sei denn, der Bank kann eine ernstzunehmende Summe (ca. die Hälfte) zur Rückführung des Darlehns angeboten werden. Als Folge muss sich der Mann nun überlegen, ob er sich ebenfalls über eine Privatinsolvenz entschuldet oder er die Ratenzahlung übernimmt. Falls es irgendwie möglich ist und man das Geld für eine Sonderzahlung aufbringen kann, rate ich zu einer Planinsolvenz, um das Schuldendrama möglichst schnell zu beenden.