Haftet mein Ehegatte für Schulden, wenn ich Insolvenz beantrage?

Bei Insolvenz haftet der Ehegatte nicht automatisch für die Schulden des anderen – Jeder muss nur für das einstehen, was er selbst unterschrieben hat.

Wenn Ihr zukünftiger Ehegatte nicht irgendwo mit unterschrieben hat, wirkt sich das Insolvenzverfahren in kleinster Weise auf Ihren Ehegatten aus.

Jeder muss nur für das gerade stehen, für das er unterschrieben hat.

Es kann aber sein, dass Ihr Ehegatte die Gerichtskosten für das Insolvenzverfahren vorstrecken und darauf einen Vorschuss einzahlen muss, ca. 1.500 EUR.

Die Gerichtskosten werden Ihnen eigentlich gestundet, das heißt der Staat leiht Ihnen das Geld für das Gerichtsverfahren.

Ist der Ehegatte “vermögend”, besitzt er also beispielsweise ein Einkommen von 2.500 EUR netto, muss er die Gerichtskosten vorstrecken.

Das ist aber auch die einzige Möglichkeit des Übergriffs in das Vermögen des Ehegatten.

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15 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Sehr geehrter Herr Franzke,

im Januar diesen Jahres endete meine Wohlverhaltensphase.

Aufgrund einer Behinderung und ohne Berufsabschluss war ich schwer vermittelbar und die Hälfte der Zeit ohne Erwerbstätigkeit.

Ebenfalls im Januar diesen Jahres absolvierte ich erfolgreich mit sehr guten Noten die Externen-Prüfung der IHK und habe nun einen Kfm. Abschluss. Dies führt nun zu einigen Vorstellungsgesprächen.

Meine Frage: Muss ich, nach Beendigung der Wohlverhaltensphase – und vor Erteilung der Restschuldbefreiung, eine eventuelle Arbeitsaufnahme dem Treuhänder noch mitteilen und werden dann noch Pfändungen durchgeführt bzw. müssen pfändbare Beträge noch abgeführt werden?

Ich frage, weil ich nicht weiß, wie ich mich hier richtig verhalten soll. Ich möchte ungern einen neuen Arbeitgeber über meine unschönen Finanz. Verhältnisse aufklären müssen.

Über eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
A.H.

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    Jörg Franzke
    21. Februar 2017 6:46

    Mit Ablauf der sechs Jahre ist die zu Beginn unterschriebene Abtretungserklärung erloschen. Also hat der Insolvenzverwalter kein Recht mehr auf pfändbares Einkommen. Rein vorsorglich würde ich ihm aber mitteilen, dass Sie eine neue Anstellung gefunden haben, falls bis dahin das Insolvenzverfahren noch nicht aufgehoben ist. Es wird nichts passieren. Die Bewerbungsbemühungen usw. müssen Sie nicht mitteilen.

    Antworten
Inna Morland
21. Januar 2017 16:03

Hallo an alle. Habe ein Kredit aufgenommen und meine ex frau hat auch mit unterschreiben. Ist sie jetzt auch mit mir automatisch insolvenz ortmann nicht??

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Werner Dagmar
5. Januar 2017 14:00

Mein Mann will in die Privatinsolvenz. Ich bekomme eine Erwerbsunfähigkeitsrente bis zum Eintritt in Rentenalter in Höhe von 1123,-€ da ist auch schon eine Pfändung runter.. Kann mein Einkommen bei der Pfändungsfreigrenze angerechnet werden.

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eichen thomas
12. April 2015 12:25

….sehr geehrter hr.franzke…

ich habe durch ehemalige selbsständigkeit eine menge an schulden.
diese sind größtenteils im zeitraum 1992 bis 1995 entstanden.
ab 1997 bin ich wieder angestellt.
bis heute versuchen die gläubiger mittels ev abgabe an ihr geld zu kommen.
jetzt möchte ich in die pi gehen um einen schluss zu ziehen.
meine frage wäre wie verhält es sich mit meiner lebensversicherung die ich ca.1999/2000 an meine frau abgetreten habe weil sie mich bis dato immer unterstützt und alle kosten die im haushalt anstehen von ihrem geld verauslagt hat??
hat der th zugriff darauf und kann diese versicherung kündigen um sich vom rückkaufswert zu bedienen??

vielen dank…in erwartung ihrer anwort…

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    Jörg Franzke
    15. April 2015 8:03

    Weil die Abtretung der Lebensversicherung 15 Jahre zurückliegt, ist die Übertragung nicht anfechtbar. Aber: Die Abtretung ist nur wirksam, wenn sie gegenüber der Lebensversicherungsgesellschaft angezeigt wurde. Es kommt auf das Datum der Abtretungsanzeige an.

    Antworten

Hallo,

Meine Frau hat voreheliche Schulden gehabt und musste leider ein Insolvenzverfahren eingehen… 2015 läuft die Insolvenz aus… Darf man an mein Einkommen gehen ? Oder darf meine Frau auch etwas verdienen wenn ich z.b 2500€ netto habe ?
Ich habe mit den Schulden rein garnichts zu tun…

Lg
Daniel

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Hallo ich bin kurz vor Abschluss meines Insolvenzverfahrens im sechsten Jahr. Damals wurde meine Inso inkl. Kostenübernahme der Kategorie 3 für die AWO über die ARGE eingeleitet. Leider wurde das Verfahren nur für mich entsprechend eingeleitet. Da aber meine Ehefrau (Hausfrau) als Bürge, z.Bsp. im Bankenkredit eingetragen war und noch ist, müsste für Sie jetzt wiederum ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden? Auch die Inso Kosten würden wieder anfallen und das Verfahren würde auch wieder 6 Jahre laufen? Wenn ja, was passiert nach meiner Inso-Zeit mit meinem Einkommen als Alleinverdiener, werden hier wiederum mögliche Teile während der Inso meiner Ehefrau gepfändet? Vorab vielen Dank für Ihren Support.

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Stefanie Bröker
4. November 2014 16:15

Hallo

Ich bin weit vor meiner Eheschließung in das private Insolvenzverfahren gegangen.Nun nach beendigung der Insolvenz möchte das Gericht natürlich die Gerichtskosten haben und belangt meinen Mann dafür,da er ein gutes Einkommen hat.
Ist das richtig so? Da die Insolvenz doch vor unserer Eheschließung begonnen hat,hat mein Mann doch damit gar nichts zu tun,oder?

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    Jörg Franzke
    6. November 2014 8:04

    Der Mann muss die Kosten nicht übernehmen. Sie müssen dem Gericht darlegen, dass Sie die Schulden und das Verfahren vor der Eheschließung eingegangen sind.

    Antworten
Johanna Torrisi
15. Mai 2014 9:43

Hallo hat mein Mann ein Gewerbe gehabt und möchte jetzt Insolvenz beantragen, jedoch habe ich ein Kredit als Bürge für ihn mitunterschrieben! Heißt es jetzt ich bin mit in der Insolvenz , oder betrifft es nur ihn und der Kredit wird nur auf mich weiter abfallen ??

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    Jörg Franzke
    16. Mai 2014 20:33

    Hallo, leider haften Sie als Bürge. falls Sie die Schulden daraus ebenfalls loswerden wollen, müssen Sie ein eigenes Insolvenzverfahren durchlaufen.

    Antworten
      Johanna Torrisi
      21. Mai 2014 22:09

      Ne ne das wollte ich eben nicht … kein Insolvenzverfahren , sondern einfach weiter zahlen und nicht mit drinn in der Insolvenz !!

      Antworten

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