Gerichtsvollzieher vor Privatinsolvenz, bis wann darf er pfänden?

Gerichtsvollzieher darf bis zur Eröffnung der Privatinsolvenz pfänden. Widerstand lohnt nicht. Ihre persönlichen Gegenstände in der Wohnung sind nicht pfändbar. Eine Vermögensauskunft gefährdet Ihre Restschuldbefreiung nicht. Also kommen Sie den Aufforderungen des Gerichtsvollziehers nach.

Keine Angst vor dem Gerichtsvollzieher vor Privatinsolvenz

Viele Mandanten haben furchtbare Angst vor dem Gerichtsvollzieher. Kündigt sich der Gerichtsvollzieher an, stecken sie den Kopf in den Sand. Eine Aufforderung des Gerichtsvollziehers zur Abgabe einer Vermögensauskunft wird ignoriert. Widersetzt sich der Mandant der Aufforderung öfter, riskiert er jedoch eine Verhaftung.

Verstecken lohnt nicht

Das Verstecken gegenüber dem Gerichtsvollzieher ist unnötig. Wer ein Insolvenzverfahren beantragen will, muss den Gerichtsvollzieher nicht mehr fürchten. Die gesetzliche Pfändungsgrenze von persönlichen Gegenständen aus der Wohnung sind sehr hoch.

Wohnungseinrichtung nicht pfändbar

Das gilt auch für einen teuren Fernseher, der nach dem ersten Einschalten die Hälfte seines Wertes verliert. Ich kenne ich gerade einmal eine Handvoll Fälle, wo ein Gerichtsvollzieher vor der Privatinsolvenz die Wohnungseinrichtung gepfändet hat.

Besuch in Ihrer Wohnung

Die Wohnungseinrichtung ist nicht pfändbar. Möchte der Gerichtsvollzieher Sie besuchen und müssen Sie ein Vermögensverzeichnis vor dem Insolvenzverfahren abgeben, weichen Sie nicht aus. Bleiben freundlich. Laden Sie den Gerichtsvollzieher auf eine Tasse Kaffee ein. Wahrscheinlich will er sich nur flüchtig in Ihrem Wohnzimmer umsehen. In der Schublade im Schlafzimmer stöbert er nicht.

Finanzamt ist unfreundlicher

Gerichtsvollzieher der Finanzämter sind in der Regel strenger als die Gerichtsvollzieher des Amtsgerichts. Aber nicht einmal das Finanzamt vergreift sich an Ihren persönlichen Gegenständen. Anders verhält es mit Schmuck oder Bargeld. Aber so etwas besitzen Sie offiziell nicht, wenn der Gerichtsvollzieher kommt.

Vermögensauskunft schadet nicht

Fordert der Gerichtsvollzieher Sie vor der Privatinsolvenz zu einer Vermögensauskunft auf, dann bitte ebenfalls befolgen. Eine Vermögensauskunft gefährdet nicht Ihre Restschuldbefreiung am Ende der Privatinsolvenz.  Selbstverständlich befreit Sie die Privatinsolvenz nach wie vor von allen Schulden.

Schutz vor Gerichtsvollzieher

Endgültigen Schutz haben Sie erst mit dem Insolvenz-Eröffnungsbeschluss. In der Antragsphase besteht kein Vollstreckungsschutz. Der Hinweis, dass eine Insolvenz gerade in Vorbereitung ist, wird den Gerichtsvollzieher wahrscheinlich nicht abhalten.

Meine Seite verwendet Cookies. Bitte um Zustimmung zur Nutzung. Vielen Dank. Datenschutz