Ich will in die Insolvenz. Bis wann darf der Gerichtsvollzieher pfänden?

Gerichtsvollzieher darf Sie bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens besuchen – Widerstand lohnt nicht, Wohnungseinrichtung nicht pfändbar – Offenbarungseid schadet nicht der Restschuldbefreiung.

Bis zu dem Tag, an dem das Insolvenzgericht das Verfahren per Gerichtsbeschluss eröffnet hat.

Viele Mandanten haben furchtbare Angst vor dem Gerichtsvollzieher und unternehmen alles mögliche, um ihm aus dem Weg zu gehen. Dabei riskieren Sie sogar einen Haftbefehl wegen nicht abgegebener Eidesstattlicher Versicherung.

Eigentlich ist dies alles unnötig. Wer ein Insolvenzverfahren beantragen will, muss den Gerichtsvollzieher gar nicht mehr fürchten.

Die Gegenstände in Ihrer Wohnung sind in der Regel nicht pfändbar. Soll er doch kommen und sich in der Wohnung umsehen!

Wahrscheinlich wird er sich nur ganz kurz das Wohnzimmer sehen wollen und in Ihrer Sockenschublade stöbert er schon gar nicht.

Selbst wenn Sie eine Eidesstattliche Versicherung oder Offenbarungseid abgeben müssen, wird das Ihre Rechtslage nicht verschlechtern. Wie von den Schulden sind Sie auch von den Folgen des Offenbarungseides spätestens bei Erteilung der Restschuldbefreiung nach sechs Jahren befreit.

Selbstverständlich erlöschen auch die Forderungen, die ursächlich für den Offenbarungseid waren.

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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Eberhard Glück
17. März 2019 10:57

Ich bin bereits in Privatinsolvenz allerdings habe ich wohl einen Gläubiger nicht mit drin erfasst der mir jetzt den Gerichtsvollzieher vorbeischickt. Darf der Gerichtsvollzieher trotz laufender Insolvenz etwas pfänden?

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    Jörg Franzke
    22. März 2019 15:08

    Das ist aber doof. Dann informieren Sie den Insolvenzverwalter über den Gläubiger, damit er am Verfahren beteiligt wird. Solange Sie noch nicht in der Wohlverhaltensperiode sind, können Sie die Gläubiger nachreichen.

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Brünjes, Sabine
7. August 2018 15:12

Guten Tag Herr Franzke, ich würde gerne etwas erfahren. Ich habe am 6.9. 2018 den Termin, einen Privatinsolvenzantrag zu stellen. Durch den Tod meines Mannes , wodurch ich nur Witwenrente und ALG 2 beziehe, konnte ich die Visakarte nicht mehr ausgleichen. Ich stelle daher einen Insolvenzantrag, da die Banken an einem Ratenabgleichsplan nicht interessiert sind. Muss ich nun fürchten, dass meine gesammelten Romane und DVD (selbstaufgenommene Filme und Serien) die ich mit meinem Mann geschaut habe, gepfändet werden? Diese haben durch seinen Tod für mich extrem persönliche Werte. Könnte der Gerichtsvollzieher diese pfänden, oder erscheint er in einer Insolvenz gar nicht? Ich will die Sachen nicht zur Seite schaffen, sondern aus Überzeugung erklären, dass es zusätzlich zum Tod des Partners ein persönlicher Verlusst wäre. Oder kommt der Gerichtsvollzieher in einem Insolvenzverfahren gar nicht?
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Brünjes

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    Jörg Franzke
    9. August 2018 6:02

    Sie müssen nicht befürchten, dass ein Gerichtsvollzieher diese persönlichen Gegenstände beschlagnahmt. Die Pfändungsgrenzen von Wohnungseinrichtungs-Gegenständen und sonstiger persönlicher Habe sind sehr hoch. Also können Sie diese Sachen behalten.

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Guten Tag Herr Franzke,

habe eine Gartenlaube mit kl. Grundstück(Schuldenfrei) zur Pacht in einer Kleingartensparte. Muss ich befürchten das dieser Garten mir vom Gerichtsvollzieher weggenommen wird wenn ich in die Insolvenz gehe? Ich habe ab 01.01. meine Zahlungen eingestellt da mein Geld zum leben nicht reicht. Sollte ich lieber den Garten dem Verein zurückgeben und anschl. einen Verwandten überschreiben? Oder lieber noch eine weitere Person mit in das Pachtverhältnis eintragen? Ich wäre dankbar wenn es dafür eine Lösung geben würde so das man den Garten nicht verliert.

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    Jörg Franzke
    20. Januar 2015 22:55

    In der Regel sehen die Pachtverträge vor, dass die Grundstück geräumt zurückgegeben werden müssen. Würde der Insolvenzverwalter also die Pachtvertrag kündigen, dann müsste er die Räumungkosten übernehmen. Das tut er nicht. Also wird er den Pachtvertrag aus der Insolvenzmasse freigeben und Sie zahlen ihm einen Obolus.

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M.Schmidt
13. Mai 2014 10:50

Hallo,
ich habe Heute am 13.5.14 den antrag zur Privatinsolvenz zum Amtsgericht Dortmund geschickt. Wie lange dauert es jetzt ca. bis zur Eröffnung? Habe auch einen Vollstreckungsbescheid von einem Gläubiger bekommen bei dem die Einspruchsfrist Heute abläuft.
Muss ich nun dami rechnen das der GV demnächst bei mir vor der Tür steht?

Antworten
    Jörg Franzke
    13. Mai 2014 20:41

    Es dauert in der Regel zwischen vier und sechs Wochen, bis das Insolvenzgericht das Verfahren nach Einreichen des Antrages eröffnet. Sollte der Gerichtsvollzieher vorbekommen wollen, dann soll er das ruhig tun. Es müssen nicht befürchten, dass Gegenstände aus der Wohnung gepfändet werden. Die Pfänungsgrenzen von Wohnungsgegenständen sind sehr hoch, Sie haben entsprechenden Pfändungsschutz. Auch die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung steht einer Restschuldbefreiung nicht entgegen.

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