Darf der Gerichtsvollzieher die Sachen des Mitbewohners pfänden?

Es gilt die gesetzliche Vermutung, dass alle Gegenstände in einer Wohnung dem Schuldner gehören – der Mitbewohner muss anhand Inventarliste und Kaufbelegen das Gegenteil beweisen – Aber: Pfändungsgrenzen von Einrichtungsgegenständen usw. sind sehr hoch.

Eigentlich ja. Es gilt die gesetzliche Vermutung, dass Ihnen alle Gegenstände gehören, die sich in Ihrer Wohnung befinden. Dabei ist es egal, ob Sie die Wohnung alleine oder mit Ihrem Ehegatten / Lebensgefährten bewohnen.

Diese Vorschrift soll verhindern, dass Sie einfach sagen können: “Mir gehört gar nichts”, und der Gerichtsvollzieher muss wieder gehen.

Allerdings ist diese gesetzliche Vermutung weniger schlimm, als auf den ersten Blick. Denn die gesetzlichen Pfändungsgrenzen für Einrichtungsgegenstände und Bekleidung sind derart hoch, dass eine Pfändung so gut wie nie stattfindet.

Allen Fernsehsendungen zum Trotz habe ich überhaupt noch nie erlebt, dass einem Mandanten etwas aus der Wohnung gepfändet wurde.

Wenn Sie trotzdem auf Nummer sicher gehen wollen, dann sollten Sie eine Auflistung machen, mit den Gegenständen, die Ihnen gehören und denen Ihres Mitbewohners. Falls Einkaufbelege vorhanden sind, ist dies natürlich noch besser.

Die Inventarliste und Belege können Sie dann dem Gerichtsvollzieher übergeben, dann wird er sich garantiert nicht an den Sachen Ihres Mitbewohners vergreifen.

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20 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Jessica Metje
25. März 2019 8:50

Ich habe mal eine Frage, meine 15 jährige Tochter hat ein Pferd. Ich stehe allerdings im Pass und bezahle das auch noch. Da ich jetzt mehrere Probleme habe und auch vor Gericht muss, mein Konto schon dicht ist, würde es mich interessieren, ob das Pferd gepfändet werden kann ?

Antworten
    Jörg Franzke
    5. April 2019 18:16

    Eigentlich könnte man das Pferd pfänden. Aber weil das Pferd im Unterhalt sicherlich teuer ist, würde der Insolvenzverwalter das Pferd aus der Insolvenzmasse freigeben und nicht verwerten.

    Antworten

Hi ich habe auch eine Frage.
Ich lebe zur zeit im zimmer meiner freundin welche im haus ihrer mutter wohnt. (Ich bin auch hier gemeldet) meine freunin hatt mehre wirklich teure dinge (teilweise auch doppelt zb 1 pc 1 laptop 2 x tastatur, monitor und maus) und auch ihre mutter hatt im haus viele wirklich wertvolle gegenstände. Mut gehört ledigtlich ein stuhl nen handy ne uhr und Kleidung (ich bin mit nen rucksack und ner sporttasche zu ihr gezogen). Allerdings bin ich verschuldet und es hatt sich der kuckuck angemeldet. Kann er dinge pfänden die nicht mir gehören. (Problematisch ist das es nicht für alles noch Rechnungslege exestieren. Der laptop ist zb aus der garanatie raus und einer der monitore ust auch schon 5 jahre alt
.

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Hallo HErr Franzke,
Ich möchte in die Privatinsolvenz gehen.
Unser Haus wird versteigert, ich bin geschieden und bekomme eine Erwerbsinfähigkeitsrente von 1.180€. Der Unterhalt für meine Kinder wird auf das Konto meines Vaters gezahlt. Ist das rechtlich ok?
Das geld gehört ja nicht mir sondern meinen minderjährigen Kindern. Alternativ könnte der Unterhalt direkt an mich (erhöht dann mein pfändbares Einkommen) oder an meine volljährige Tochter, die noch bei mir lebt gezahlt werden.

Für meinen minderjährigen Sohn bekomme ich Pflegeld in Höhe von 545€ .ist das, wie das Kimdergeld kein Eonkommen?

Mein ehemaliger Lebenspartner hat 2015 ein Auto gekauft, was er mir zur Verfügung gestellt hat. Mein Minderjähriger Sohn steht im Brief, weil,er schwerbehindert ist und das Auto somit steuerfrei. Ich bin Versicherungsnehmer und zahle die Beiträge.
Fällt das Auto in die Insolvenzmasse?

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    Jörg Franzke
    1. April 2018 10:11

    Das ist ok, wenn das Kindergeld und Pflegegeld auf das Konto des Vaters geht, es zählt nicht zu Ihrem Einkommen. Beim Auto kommt es immer darauf an, wer das Auto gekauft hat. Also nicht Sie und damit keine Insolvenzmasse.

    Antworten

Hallo Herr franzke,

Ich habe Post bekommen über einen vollstreckungsauftrag. Der Gerichtsvollzieher möchte in meine Wohnung.

Ich wohne in einer wg mit meiner Mutter, wir teilen nur Küche und Bad. Kann der gv auch in ihre Zimmer und dort zb Porzellan oder sonstiges Pfänden obwohl es ja nicht mir gehört?

Oder kann ich das ganze noch abwenden in dem ich von selbst eine Vermögensabgabe mache?

Ich danke im vorraus für ihre Antwort. Mfg

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    Jörg Franzke
    3. März 2018 9:10

    Rechtlich gesehen wohnen Sie zur Untermiete bei Ihrer Mutter. Also hat der Gerichtsvollzieher nur Zutritt zu den Räumen, die Sie nutzen. Aber machen Sie sich keine Sorgen, Einrichtungsgegenstände sind nicht pfändbar.

    Antworten

Hallo Herr Franzke,
ich habe eine kleine Wohnung die meinen Eltern gehört. Das ist auch meine offizielle Meldeadresse. Seit meiner Arbeitslosigkeit (jetzt ca. 6 Monate) bin ich dort nur noch um mal meine Eltern zu besuchen.
Hauptsächlich “wohne” ich bei meinem Freund. Dort habe ich auch schon ein paar Kleider von mir und natürlich auch Zahnbürste und was eine Frau so braucht.

Meine Frage nun: wo darf der Gerichtsvollzieher pfänden? Nur in meiner Wohnung, da offizielle gemeldete Adresse?
Darf er in die Wohnung meines Freundes, weil ich dort überwiegend meine Zeit verbringe und dort auch persönliche Gegenstände habe?

Vielen Dank für ihre Zeit
freundlich Grüße
Heiner

Antworten
    Jörg Franzke
    23. Januar 2017 6:52

    Letztendlich darf der Gerichtsvollzieher überall pfänden, aber er wird die Wohnung Ihres Freundes nicht kennen. Einrichtungsgegenstände sind ohnehin nicht pfändbar, die Aufregung um den Besuch des Gerichtsvollziehers in der Regel unnötig. Selbst wenn der Gerichtsvollzieher die Wohnung Ihres Freundes aufsuchen würde, könnte er dort gar nichts pfänden, weil Sie nicht im Mietvertrag stehen. Dann gilt die gesetzliche Vermutung nicht, dass die Einrichtungsgegenstände bei mehren Mietern dem Schuldner gehören.

    Antworten

Hallo, mein Lebenspartner hat zu Beginn unserer Beziehung (vor 15 Jahren) Altschulden in unbekannter Höhe (mindestens 50.000,00 €) mitgebracht. Es handelt sich um geschäftliche und private Schulden. Ich dränge ihn seit Jahren, in die Insolvenz zu gehen. Solange er diese Schulden hat, ist eine gemeinsame Zukunftsplanung (z. B. Hauskauf, Familienplanung) undenkbar. Er meint aber, er kann nicht in die Insolvenz gehen, weil da Schulden dabei wären, die ein Insolvenzverfahren unmöglich machen würden. Durch die aussichtslose Gesamtsituation über die vielen Jahre hat er den Überblick über die Gläubiger und Schuldenhöhe (Vogel-Strauss-Politik) verloren. Er hofft auf einen unerwarteten Geldsegen oder Superjob, mit dem er durch einen Vergleich aus der ganzen Sache rauskommen will. Aber nach 15 Jahren habe ich den Glauben an so eine Wendung verloren. Hauptschuldner sind meines Wissens: 2 Finanzämter, Rentenversicherung, Vermieter, Stadtwerke, evtl. ausstehende Löhne, Aussenstände Sozialversicherung früherer Arbeitnehmer usw.. Von seinem P-Konto wird der pfändbare Anteil sowieso abgeführt. Aber bei der Gesamthöhe der Schulden ist die Aussicht auf eine vollständige Entschuldung auf diesem Wege völlig unrealistisch. Ihm bleiben gerade mal 1.080,00 € zum Leben.
ich schätze, er tilgt im Monat vielleicht maximal 300,00 €.
Er wird jetzt 55 Jahre alt. Und ich befürchte, ihm droht später mal Altersarmut.
Was könnte man da machen?
Die ganze Situation belastet mich enorm.
Ich habe das Gefühl, mit Gewichten an den Füssen durch mein eigenes Leben zu gehen.
Wenn Sie mir sagen könnten, unter welchen Voraussetzungen er eine Chance hätte, in die Insolvenz zu gehen, würde das unsere Zukunft retten.

MfG Petra

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    Jörg Franzke
    20. Januar 2017 7:42

    Auch ich kann Ihrem Partner nur empfehlen, sich endlich der Situation zu stellen und eine Insolvenz zu beantragen. Lediglich Forderungen aus unerlaubter Handlung sind von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen. Das wären hier die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung, also lediglich ein Bruchteil. Hoffnungen auf einen Vergleich muss sich Ihr Freund gar nicht machen, das würde aufgrund pfändbarem Einkommens bei ihm ohnehin nicht funktionieren.

    Antworten
brigitte meister
5. November 2016 13:51

Hallo Herr franzke..
Bin bei meinem Freund eingezogen. .habe ausser meiner Kleidung und ein bisschen Geschirr und dekoartikel nichts mitgebracht. .auch das Auto was ich habe. .hat er zwar bezahlt. .ich stehe aber im brief..jetzt befürchtet er..der Gerichtsvollzieher könnte sein Eigentum auch pfänden. .z.b. den Fernseher. .da hat er keine Rechnung mehr für..

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Lieber Herr Franzke, ich finde Ihre Seite sehr informativ und bin beeindruckt, dass Sie kostenlos solche Fragen beantworten.

Mir wurde von der Schuldnerberatung zur Privatinsolvenz geraten und ich recherchiere deswegen gerade im Internet.

Zur Pfändung von Sachen würde mich nun interessieren, ob der Gerichtsvollzieher auch Gegenstände pfänden kann die am Arbeitsplatz oder bei den Eltern stehen. Bei meinen Eltern stehen noch viele Umzugskartons die ich nicht in meine kleine Wohnung bekomme. Ich glaube nicht, dass sich dort etwas wertvolles findet. Trotzdem möchte ich meinen Eltern gerne den Gerichtsvollzieher im Haus ersparen. Am Arbeitsplatz wäre es mir ebenfalls sehr unangenehm. Zumal es dort wirklich ein Radio und eine Kaffeemaschine von mir gibt.

Da meine getrennt lebende Frau mein Hauptgläubiger ist, wird sie vermutlich darauf drängen bei meinen Eltern zu suchen.

Eine kurze Antwort würde mich sehr freuen.

Besten Dank schonmal und viele Grüße

Antworten
    Jörg Franzke
    22. Februar 2016 6:53

    Die Pfändungsgrenzen der persönlichen Habe sind sehr hoch. Ich gehe davon aus, dass bei Ihnen nichts pfändbar ist.

    Antworten

Ich wohne mit meiner Freundin im Nebengelass ihrer Eltern auf dem gleichen gründstück die Wohnung ist aber eigenständig nur die selbe Adresse wie die ihrer Eltern, muss ich befürchten der Gerichtsvollzieher im Falle er kommt bei ihren Eltern ins haus will? Habe den Antrag auf Insolvenz bei ihnen schon in auftrag gegeben!

Mfg Rene

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Hallo Herr Franzke,

mein Freund will zu mir ziehen, jetzt sieht es leider so aus, dass er privat Insolvent melden muss. Ich habe eine komplett eingerichtete Eigentumswohnung und er zieht nur mit seiner Kleidung ein, da er davor noch bei seiner Mutter gelebt hat.
Habe ich was zu befürchten, dass bei mir was gepfändet wird oder gar die Wohnung in Gefahr ist ?

Gruß
Christian

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