Abgabe der Vermögensauskunft verhindert nicht die Restschuldbefreiung

Die Abgabe der Vermögensauskunft – früher auch Offenbarungseid bzw. Versicherung an Eides Statt bzw. Vermögensverzeichnis genannt –  verhindert nicht Ihre Restschuldbefreiung. Die Vermögensauskunft ist ein Mittel der Zwangsvollstreckung vor der Privatinsolvenz. Weil die Zwangsvollstreckung mit der Eröffnung der Privatinsolvenz endet, hat die Vermögensauskunft nichts mit der Privatinsolvenz zu tun. Das heißt: Verlangt der Gerichtsvollzieher vor der Insolvenzeröffnung eine Vermögensauskunft von Ihnen, können Sie diese getrost abgeben. Sie müssen sich nicht verstecken.

Gerichtsvollzieher verlangt Vermögensauskunft

Oft passiert es, dass ein betroffener Schuldner kurz vor dem Insolvenzverfahren noch ein Vermögensverzeichnis vor einem Gerichtsvollzieher ableisten muss. Die Gläubiger, die bereits einen gerichtlichen Vollstreckungstitel gegen den Schuldner besitzen, dürfen von diesem das Vermögensverzeichnis jederzeit verlangen.

Erst nach Insolvenzeröffnung ist Schluss

Ein Schuldner muss das Vermögensverzeichnis so lange ableisten, bis das Gericht das Insolvenzverfahren mit einem Gerichtsbeschluss endgültig eröffnet hat. Erst ab dann besteht der Vollstreckungsschutz und der Gläubigerschutz.

Nicht jeder Gläubiger lässt sich überzeugen

Bis das Gericht den Insolvenzeröffnungs-Beschluss erlassen hat, dürfen die Gläubiger also noch vollstrecken und insbesondere den Schuldner zur Abgabe eines Vermögensverzeichnisses zwingen. Gerade in der Vorbereitungsphase des Insolvenzantrages sind diese letzten Vollstreckungsversuche der Gläubiger häufig.

Widerstand zwecklos

Man kann den Gläubiger in diesem Stadium zwar darauf hinweisen, dass die Vollstreckung aussichtslos ist, weil die Eröffnung der Insolvenz unmittelbar bevorsteht. Aber wenn der Gläubiger dennoch darauf besteht, dass der Schuldner ein Vermögensverzeichnis vor einem Gerichtsvollzieher abgibt, kann man ihn nicht davon abhalten.

Vermögensverzeichnis ist kein Hindernis

Die Abgabe eines Vermögensverzeichnisses hindert aber nicht daran, dass das Insolvenzverfahren in Kürze eröffnet wird. Wer in das Insolvenzverfahren geht, kann ohne Risiko vorher noch ein Vermögensverzeichnis ableisten. Die Erfolgsaussichten auf die spätere Erteilung der Restschuldbefreiung mindert dies nicht.

Am Ende der Privatinsolvenz erhält der Schuldner die Restschuldbefreiung. Damit haben sich sämtliche Schulden erledigt. d.h. auch die eidesstattliche Versicherung. Die Vernögensauskunft wirkt sich auch weder auf das Insolvenzverfahren aus, noch auf die Restschuldbefreiung.