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Insolvenzverfahren zu Ende, wenn ich arbeitslos werde und nichts mehr zur Insolvenzmasse beitragen kann?

Insolvenzverfahren läuft weiter – pfändbares Einkommen muss nicht während der gesamten Laufzeit des Verfahrens vorhanden sein – Arbeitslosigkeit kein Einstellungsgrund.

Das Insolvenzverfahren läuft auch dann weiter, wenn Sie beispielsweise arbeitslos werden und Ihrem Einkommen unter die Pfändungsgrenze geraten, sodass Sie kein Geld mehr an den Insolvenzverwalter abführen können.

Dies ist der große Vorteil des Insolvenzverfahrens gegenüber einem außergerichtlichen Teilzahlungsvergleich. In einem Teilzahlungsvergleich einigt man sich auf eine feste monatliche Rate. Können die Raten nicht mehr aufgebracht werden, platzt der außergerichtliche Teilzahlungsvergleich und damit ist wiederum die gesamte ursprüngliche Schuldsumme geschuldet.

Das Insolvenzverfahren hingegen läuft weiter, auch wenn Sie kein Geld mehr verdienen sollten.

Im Insolvenzverfahren wird das pfändbare Einkommen wird für jeden Monat neu berechnet. Sollte kein pfändbares Einkommen (mehr) vorhanden sein, gehen die Gläubiger eben leer aus. Sie müssen keine Schulden abzahlen.

Zwar sieht die Insolvenzordnung vor, dass der betroffene Schuldner einer geregelten Arbeit nachgehen soll, um seinen Beitrag zur Befriedigung der Gläubiger zu leisten. Aber wenn kein Geld für die Gläubiger übrigbleibt, ist das auch kein Grund, das Insolvenzverfahren abzubrechen.

Wichtig für Sie ist es im Insolvenzverfahren, dass Sie keine neuen Schulden machen. Erfährt ein Gläubiger davon, kann er Ihnen die Restschuldbefreiung versagen.

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10 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo Herr Franzke

    Wie ist es wenn ich in der Anfangszeit der Insolvenz noch Student bin und nur 20h arbeite würde-ich meine ObliegenheitsPflicht damit verletzen?
    Wenn dem so ist müsste ich ja mein Studium abbrechen,würde meine WerksStudenten Job verlieren und müsste ALG2 beantragen,aber ist das dann nicht genau so sinnlos?oder ist es notwendig?

    Grüße Tom

    Antworten
    • Jörg Franzke
      31. März 2016 14:37

      Wenn Sie nicht bereits einen hochqualifizierten Beruf haben, dann lässt man Sie als Student wursteln…

      Antworten
  • Guten Tag Herr Franzke,

    mein Mann und ich hatten bei Ihnen einen Insolvenzantrag gestellt und ich (Ehefrau) befinde mich bereits in der Wohlverhaltensphase, mein Mann noch nicht.
    Nun ist mein Mann (75 Jahre alt) am 05.02.02016 verunfallt und liegt mit einem Scädel-Hirn-Trauma auf der Intensivstation.
    Ich möchte nun ein Zimmer unserer Wohnung untervermieten.
    Muss ich das zusätzliche Einkommen von 250,- € meinem Treuhänder melden.
    Zusätzlich ist meine Frage, ob es eine Möglichkeit gibt eine Privatinsolvenz vorzeitig zu beenden.

    Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ilona S.

    Antworten
    • Jörg Franzke
      21. März 2016 20:59

      Leider können Sie Ihre Insolvenzzeit nicht verkürzen, weil Ihr Fall noch unter dem alten Recht steht. Die Untervermietung müssten Sie eigentlich als zusätzliche Einnahme sowohl dem Finanzamt melden, als auch dem Insolvenzverwalter. Aber vielleicht kann man in Ihrem Fall mal die Fünf gerade sein lassen…

      Antworten
  • Brigitte Kiessling
    13. Dezember 2015 21:08

    Hallo Herr Franzke,
    Ich bin in einer äusserst dringlichen Lage..
    Ich habe Schulden im Gesamtwert von ca. 48.000,00 € und bin seit Freitag arbeitslos. Wie schnell kann ich und vor allem soll ich eine Privatinsolvenz beantragen und wieviel bleibt mir zum Leben übrig? Ich bekomme Ca.1100,00 € Arbeitslosengeld.

    Antworten
  • Marion Schmidt
    31. August 2015 11:19

    Hallo Herr Franzke,

    ich hätte eine Frage zu diesem Tehma, und zwar bin ich seit Dezember 2014 arbeitssuchend und nun ist es leider dazu gekommen das ich meine Mutter pflegen muss da Sie schwer erkrankt ist und nicht alleine zurecht kommt. Was bedeutet das ich keinen Vollzeitjob annehmen bzw ausüben kann.
    Darf ich in der Insolvenz ( Restschuldbefreiung) einen 400 euro Job als Haupteinnahmequelle ausüben ohne das ich Probleme bekomme??

    Antworten
    • Jörg Franzke
      1. September 2015 7:41

      Ja, dürfen Sie. Damit liegen Sie ja noch weit unter der Pfändungsgrenze. Sie müssen dies aber dem Insolvenzverwalter mitteilen.

      Antworten
  • Brigitte MÜTZEL
    29. Januar 2015 15:55

    Guten Tag Herr Franzke,
    Mein Man und ich sind seit Mai 2013 in der Insolvenz.
    Mein Man ist schwer erkrankt seit Oktober 2012 und zu dem beidseitig voll erblindet. Ich arbeite im Nachtdienst 30 Stunden/Woche, da ich so meinem Man besser helfen kann und ihn zu Untersuchungen und Krankenhausbehandlungen fahren kann, zudem hat er einen künstlichen Darmausgang , bei der Versorgung benötigt er ebenfalls Hilfe.
    Nun hat mich die Treuhänderin aufgefordert mich sofort um eine Vollzeitstelle zu kümmern, sonst riskiere ich die Insolvenz.
    Ich bin total verzweifelt, weiss nicht wie ich das alles machen soll,
    Da ich sowieso kaum schlafen kann.
    Wissen Sie da Hilfe??

    Antworten
    • Jörg Franzke
      29. Januar 2015 19:24

      Hallo,
      das ist nun wirklich lächerlich. Selbstverständlich müssen Sie keine Vollzeitstelle annehmen, wenn Sie die Betreuung Ihres schwerbehinderten Ehemannes übernehmen.

      Antworten

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