Schuldenbereinigungsplan wurde bei Vorbereitung der Privatinsolvenz abgelehnt, was nun?

Bevor wir für Sie die Privatinsolvenz beantragen, müssen wir bei dein Gläubigern eine außergerichtliche Schuldenbereinigung versuchen. Lehnen die Gläubiger unser Angebot ab, ist die außergerichtliche Schuldenbereinigung gescheitert. Damit ist der Weg zur Privatinsolvenz frei.

Schuldenbereinigung vor Privatinsolvenz ist Pflicht

Nachdem Sie uns mit der Privatinsolvenz beauftragt haben, werden wir das sogenannte außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren für Sie durchführen. Das außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren ist ein gesetzliches Muss. Ohne dieses Verfahren wird das Gericht die Privatinsolvenz nicht eröffnen. Aus diesen Gründen haben Sie kein großes Interesse, dass die Gläubiger den Schuldenbereinigungsplan annehmen. Der außergerichtliche Schuldenbereinigungsplan ist eher ein formelles Erfordernis, an dem man sich nicht lange aufhält, sondern möglichst schnell abhakt.

Gläubigern etwas anbieten

Außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren bedeutet, dass wir den Gläubigern einen Teilzahlungsvergleich anbieten müssen. Das Verfahren ist streng formal. Wir müssen hierzu gesetzlich vorgeschriebene Formulare verwenden, die Bestandteil des Insolvenzantrages sind.

Angebot: pfändbares Einkommen

Letztendlich bietet man den Gläubigern genau so wie später in der Privatinsolvenz Ihren jeweils pfändbaren Einkommensanteil für die nächsten sechs Jahre an. Eine Verkürzung so wie bei der Privatinsolvenz ist beim außergerichten Schuldenbereinigungsverfahren nicht möglich.

Erfolgsaussichten sind gering

Die Aussichten, dass ein außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren erfolgreich ist und damit eine Privatinsolvenz verhindert, sind nicht sonderlich hoch. Die Erfolgsaussichten liegen im Promillebereich.

Scheitern ist erwünscht

Sollte der außgerichtliche Schuldenbereinigungsplan zustande kommen, müssten Sie  jeden Monat neu den pfändbaren Teil Ihres Einkommens berechnen und den Gläubigern überweisen. Das kann sehr aufwändig für Sie sein. Die Gläubiger sind  außerdem berechtigt, in Ihre Einkommensnachweise und Steuererklärung einzusehen.

Der außergerichtliche Schuldenbereinigungsplan kommt wie folgt zustande:

Zunächst entwerfen wir auf den amtlichen Formularen den außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan. Diesen Plan übersenden wir den Gläubigern und bitten diese um Zustimmung. Stimmt die Mehrheit der Gläubiger nach Köpfen und Summen ab, müssen wir Ihren vollständigen Insolvenzantrag mit Hinweis auf das positive Abstimmungsergebnis bei Gericht einreichen.

Das Gericht wird das gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren durchführen. Dazu schreibt das Gericht wiederum mit den amtlichen Formularen die Gläubiger an und bittet diese ebenfalls um Zustimmung.

Stimmt erneut die Mehrheit der Gläubiger nach Köpfen und Summen zu, erlässt das Gericht einen Beschluss. Der Beschluss beinhaltet die Zustimmungsersetzung der ablehnenden Gläubiger. Das heißt, das Gericht setzt sich über die Ablehnungen hinweg und zwingt die Gläubiger, den gerichtlichen Schuldenbereinigungsplan anzunehmen.

Damit ist der Schuldenbereinigungsplan in Kraft und für den Schuldner und Gläubiger verpflichtend. Der Vorteil besteht darin, dass Sie keine Privatinsolvenz durchlaufen müssen. Der Nachteil liegt in Ihrer Verantwortung, den pfändbaren Einkommensanteil monatlich neu zu berechnen und eine Verkürzung nicht erlaubt ist.

Schuldenbereinigung nicht mit Insolvenzplan verwechseln

Im Ergebnis ist das außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren ein formelles Erfordernis für die Privatinsolvenz, die man möglichst schnell überwinden muss. Deshalb ist es gerade von Vorteil, wenn möglichst viele Gläubiger den außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan ablehnen. Der außergerichtliche Schuldenbereinigungsplan darf nicht mit dem Insolvenzplan verwechselt werden. Zwar ist auch der Insolvenzplan ein Teilzahlungsvergleich, in dem Sie sich mit den Gläubigern auf eine Teilzahlung einigen. Aber der Insolvenzplan ist viel aussichtsreicher und ist einfacher durchzusetzen.

Insolvenzplan ist besser

Wollen Sie sich mit Ihren Gläubigern einigen, dann ist der Insolvenzplan für Sie die beste und aussichtsreichste Methode. Die Planinsolvenz als schnelle und eleganten Weg zu einer schnellen Entschuldung empfehle ich Ihnen uneingeschränkt.

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Die Gläubiger haben die außergerichtliche Schuldenbereinigung abgelehnt. Darf ich trotzdem die Privatinsolvenz beantragen?

Bevor wir für Sie die Privatinsolvenz beantragen, müssen wir bei dein Gläubigern eine außergerichtliche Schuldenbereinigung versuchen. Lehnen die Gläubiger unser Angebot ab, ist die außergerichtliche Schuldenbereinigung gescheitert. Damit ist der Weg zur Privatinsolvenz frei.

Wie viel von meinen Schulden muss ich während der Privatinsolvenz abzahlen?

In der Privatinsolvenz müssen Sie den pfändbaren Teil Ihres Einkommens abführen. Pech für die Gläubiger, wenn kein pfändbares Einkommen vorhanden ist. Die Restschuldbefreiung erhalten Sie selbst dann, wenn Sie in der Privatinsolvenz überhaupt keine Schulden abzahlen. Das pfändbare Einkommen hängt ab, von Ihrem Nettoeinkommen und Ihren Unterhaltspflichten. Unterhaltspflichten sind leibliche Kinder und der Ehegatte.

Wir haben Ihren Antrag auf Privatinsolvenz bei Gericht eingereicht. Welche Schritte folgen?

Nachdem wir den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens  beim Insolvenzgericht eingereicht haben, warten Sie bitte ab. Ungefähr vier Wochen später wird das Insolvenzgericht einen Beschluss erlassen, der das Insolvenzverfahren eröffnet. Wiederum eine Woche später wird Sie ein Insolvenzverwalter kontaktieren. Dieser übernimmt das Insolvenzverfahren.

Wird das Gericht die Privatinsolvenz stoppen, wenn ich kein Geld für die Schulden aufbringen kann?

Ihre Privatinsolvenz läuft selbst dann weiter, wenn Sie arbeitslos werden und nichts mehr an die Insolvenzmasse bezahlen können. Arbeitslosigkeit ist kein Grund, das Insolvenzverfahren einzustellen. Restschuldbefreiung erteilt das Gericht auch bei masselosen verfahren.

Wo gibt es die Beratungshilfe als staatliche Prozesskostenhilfe zur Einleitung der Privatinsolvenz?

Die Beratungshilfe als staatliche Prozesskostenhilfe zur Einleitung der Privatinsolvenz gibt es nur noch ausnahmsweise. Bitte erkundigen Sie sich hierzu beim Amtsgericht.

Ich muss eine Vermögensauskunft beim Gerichtsvollzieher abgeben. Erhalte ich trotzdem Restschuldbefreiung?

Ein Offenbarungseid bzw. Abgabe des Vermögensverzeichnisses wirkt sich weder auf das Insolvenzverfahren aus, noch auf die Restschuldbefreiung. Falls der Gerichtsvollzieher ein Vermögensverzeichnis vor der Insolvenz verlangt, können Sie es getrost abgeben.

Verliere ich mein Eigenheim, wenn ich Privatinsolvenz beantrage? Wird die Bank kündigen, wenn ich die Raten weiter zahle?

Das Herauslösen des Eigenheims aus der Insolvenzmasse ist eine juristische Gradwanderung. Die Immobilie sollte überschuldet sein. Die beste Lösung wäre, eine andere Person finanziert die Immobilien komplett neu. 

Wie viel von meinem Einkommen muss ich während der Privatinsolvenz an den Insolvenzverwalter abgeben?

Wie viel Ihnen von Ihrem Einkommen im Insolvenzverfahren noch verbleibt, erfahren Sie aus der gesetzlichen Pfändungstabelle – Maßgeblich ist Ihr Nettoeinkommen – Kindergeld geht extra.

Wie kann ich meine Privatinsolvenz gut vorbereiten? Was unternehme ich zuerst?

Das sind Ihre ersten Schritte zur Privatinsolvenz:

  • Neues Gehaltskonto einrichten,
  • Ordner anlegen mit der Gläubigerpost
  • Besprechungstermin vereinbaren oder Insolvenz mit der Handy-App beantragen.

Was geschieht mit meinem Auto in der Privatinsolvenz? Kann ich das Auto behalten?

hr Fahrzeug gehört zur Insolvenzmasse und wird verwertet – Ausnahme: Fahrzeug wird für den Beruf gebraucht – Schuldner kann Fahrzeug vom Inolvenzverwalter abkaufen – besser dem Freund gehört das Auto und er lässt Sie damit fahren.

Darf der Gerichtsvollzieher die Sachen des Mitbewohners vor der Insolvenz pfänden?

Es gilt die gesetzliche Vermutung, dass alle Gegenstände in einer Wohnung dem Schuldner gehören. Der Mitbewohner muss mit einer Inventarliste und Kaufbelegen das Gegenteil beweisen. Aber: Pfändungsgrenzen von Einrichtungsgegenständen usw. sind sehr hoch. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Gerichtsvollzieher die Sachen in einer Wohnung pfändet. 

Gerichtsvollzieher vor Privatinsolvenz, bis wann darf er pfänden?

Gerichtsvollzieher darf bis zur Eröffnung der Privatinsolvenz pfänden. Widerstand lohnt nicht. Ihre persönlichen Gegenstände in der Wohnung sind nicht pfändbar. Eine Vermögensauskunft gefährdet Ihre Restschuldbefreiung nicht. Also kommen Sie den Aufforderungen des Gerichtsvollziehers nach.

Ich habe bei dem Antrag auf Privatinsolvenz einen Gläubiger vergessen, was muss ich tun?

Einen vergessenen Gläubiger können Sie in der Privatinsolvenz bis zum Schlusstermin nachreichen. Nach dem Schlusstermin, also in der Wohlverhaltensperiode, wäre es zu spät. Deshalb sorgfältig sein, wenn Sie die Gläubiger für die Privatinsolvenz auflisten. Möglichst keinen Gläubiger vergessen.

Haftet meine Ehefrau bzw. Ehemann bei Privatinsolvenz für meine Schulden?

Bei Insolvenz haftet der Ehegatte nicht automatisch für die Schulden des anderen – Jeder muss nur für das einstehen, was er selbst unterschrieben hat. Wenn Ihr Ehegatte nicht irgendwo mit unterschrieben hat, wirkt sich das Insolvenzverfahren in kleinster Weise auf Ihren Ehegatten aus. Man haftet in einer Ehe nicht automatisch für die Schulden des anderen.

Wann haftet man für fremde Schulden bei Privatinsolvenz?

Ehegatten usw. haften bei Privatinsolvenz nicht automatisch, sondern nur für das, was sie eigenhändig unterschrieben haben – GbR-Mitglieder hingegen haften auf die volle Summe für alle Geschäfte im Namen der GbR.

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