Wird mein Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen, wenn ich kein Geld für die Gerichtskosten habe?

Personen beantragen die Stundung der Verfahrenskosten – Abweisung mangels Masse somit nicht mehr möglich.

Nein, wird es nicht. Das Insolvenzverfahren wird bei Personen auch dann eröffnet, wenn kein Geld für die Gerichtskosten
vorhanden ist.

Eine Abweisung mangels Masse gibt es nur bei Unternehmen wie GmbHs. Hier prüft vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein Gutachter, ob im Unternehmen noch genügend Werte vorhanden sind, um davon später die Gerichtskosten zu bezahlen. Ist dies nicht der Fall, wird das Gericht das Insolvenzverfahren mangels Masse abweisen.

Im Gegensatz zu Unternehmen kann eine Person mit dem Insolvenzantrag die Stundung der Verfahrenskosten beantragen. Dann übernimmt der Staat die Verfahrenskosten in Höhe von ca. 2.500 EUR für die Dauer des sechsjährigen Insolvenzverfahrens.

Somit ist garantiert, dass auch eine mittellose Person ein Insolvenzverfahren durchlaufen kann.

Die Verfahrenskosten werden über das gesamte sechsjährige Insolvenzverfahren gestundet. Danach müssen sie zurück gezahlt werden. Dies kann je nach Einkommensverhältnissen auch in kleinen Raten von beispielsweise 50 EUR geschehen.

Sie müssen also kein Geld für die Gerichtskosten sparen.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Guten Tag Herr Franzke,

die Wohlverhaltensphase läuft fast ins letzte Jahr, und mein Arbeitgeber hat mir signalisiert das ich bald mit einer Gehaltserhöhung rechnen könnte. Dadurch würde dann auch ein pfändbarer Anteil an den Insolvenzverwalter überwiesen. Vom Rechtspfleger wurde bei Beginn der Insolvenz eine Stundung der Kosten genehmigt. Wird (oder besser gefragt: “muss”) der pfändbare Teil für die Kosten des Insolvenzverwalters und die Verfahrenskosten verwendet? Oder kommen trotz Abführung des pfändbaren Anteils die Kosten nach Beendigung im Gesamten zusätzlich?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Antworten
    Jörg Franzke
    22. Februar 2017 8:10

    Das von Ihnen während der Insolvenz und Wohlverhaltensperiode erwirtschaftete pfändbare Einkommen wird zunächst dazu verwendet, um die Verfahrenskosten zu bezahlen. Ist am Schluss noch ein Restbetrag offen, müssen Sie diesen nachzahlen.

    Antworten

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