Wird dem Geschäftsführer im Schutzschirmverfahren das Gehalt gekürzt?

Während die Geschäftsführung in einem normalen Insolvenzverfahren jeglichen Gehalts- bzw. Entnahmeanspruch für den Eigenverbrauch verloren hat und auf Almosen des Insolvenzverwalters angewiesen ist, habe ich bisher noch in jedem Schutzschirmverfahren die Fortzahlung des vollen Gehaltes durchsetzen können.

Im Gegensatz zur Regelinsolvenz wird das Unternehmen im Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung geführt. Das bedeutet, die Geschäftsführung ist wie bisher uneingeschränkt und in voller Verantwortung tätig. Zusätzlich fallen Sonderaufgaben des Schutzschirmverfahrens an.

Das „im Amt bleiben“ der Geschäftsführung rechtfertigt die Beibehaltung der bisherigen Entnahmen.

Sofern ein Gläubigerausschuss besteht, sollte man die Höhe der Entnahmen von dort absegnen lassen. Dann ist der Vergütungsanspruch des Geschäftsführers endgültig wasserdicht.

Dies gilt vor allem für das dreimonatige Eröffnungsverfahren. Später im Hauptverfahren muss im Gläubigerausschuss die Frage der Vergütung in der Regel neu ausgehandelt werden.

Befinden sich insbesondere Behörden im Gläubigerausschuss, so werden die abgestellten Vertreter wenig Verständnis für Entnahmen von beispielsweise 15.000 EUR monatlich aufbringen. Nach Klarstellung, dass eine (Brutto)Entnahme von 15.000 EUR nicht mit dem Nettoeinkommen eines Beamten gleichzusetzen ist, lässt der Gläubigerausschuss sich zumeist überzeugen.

Falls nicht, besteht der Trost darin, dass das Schutzschirmverfahren nicht mehr länger als zwei Monate dauern wird. Danach ist der Geschäftsführer frei und bestimmt die Höhe seiner Entnahmen wieder selbst.

Das Fortbestehen des Anspruchs der Geschäftsführung auf Vergütung ist ein weiterer wesentlicher Vorteil des Schutzschirmverfahrens und der Insolvenz in Eigenverwaltung.

In der Regelinsolvenz hingegen besteht ein solcher Vergütungsanspruch nicht. Vielmehr verstehen es Insolvenzverwalter sehr gut, die Geschäftsführung mit Hinhalten sowie mit Zuckerbrot und Peitsche umsonst für sich arbeiten zu lassen.

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