Kosten für den Insolvenzplan

Insolvenzplan: Das sind die Kosten des Verfahrens
Insolvenzplan: Das sind die Kosten des Verfahrens
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Die Kosten des Insolvenzplans sind bedeutend höher, als die Kosten eines regulären Insolvenzverfahrens. Aber Sie bekommen weitaus mehr dafür. Die höheren Kosten des Insolvenzplans entstehen, weil der Aufwand für den Insolvenzplan wesentlich höher ist.

Die Kosten des Insolvenzplans setzen sich wie folgt zusammen:

  • Kosten für den Insolvenzantrag
  • Gerichtskosten und Kosten der Insolvenzverwaltung
  • Sonderzahlung des “Sponsors” an die Gläubiger
  • Anwaltshonorar für den Insolvenzplan

Im folgenden erkläre ich Ihnen die einzelnen Kostenpositionen. Der Insolvenzplan ist teuer, aber Sie sparen mindestens vier Jahre ein, die Sie bis zur Restschuldbefreiung in der Insolvenz verbringen müssten. Unbelastet können Sie beruflich wieder durchstarten und holen die Investition in die Kosten des Insolvenzplans mühelos wieder ein.

Kosten für die Eröffnung der Planinsolvenz

Zunächst muss die Planinsolvenz vorbereitet und bei Gericht beantragt werden, damit später der Insolvenzplan zur Abstimmung durch die Gläubiger gebracht werden kann. Die Vorbereitung der Planinsolvenz funktioniert genau so wie die Vorbereitung eines regulären Insolvenzverfahrens. Hierbei entstehen folgende Kosten:

Kosten für den Insolvenzantrag

Die Kosten für den Insolvenzantrag bestehen aus dem Honorar des Anwalts, den Sie beauftragen. Als Anwalt muss ich Sie zunächst zu dem bestmöglichen Weg aus den Schulden beraten. Dann sichte ich als Anwalt Ihre Unterlagen und bearbeite das sehr ausführliche amtliche Formular für den Insolvenzantrag. Als nächsten Schritt ermittle ich die genaue Höhe Ihrer Schulden. Im Falle einer Privatinsolvenz versuche ich danach, Ihre Schulden außergerichtlich zu regulieren. Falls der Versuch scheitert – was der Normalfall und sogar gewollt ist, kann ich Ihren Antrag bei Gericht einreichen. Hierzu übersende ich Ihnen das Formular für den Insolvenzantrag mit allen Anlagen fix und fertig zur Unterschrift. Sie unterschreiben und senden ihn an mich zurück. Nach einer letzten Überprüfung reiche ich den Insolvenzantrag im Original zu Gericht und sorge dafür, dass Ihre Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz so wie gewünscht eröffnet wird.

Die Gebühren für den Insolvenzantrag sind von Anwalt zu Anwalt unterschiedlich. Um das Honorar transparent zu halten und dem betroffenen Schuldner gegenüber möglichst fair zu sein, habe ich die Kosten für den Insolvenzantrag seit rund 10 Jahren wie folgt gestaltet:

  • Grundgebühr: 550 €
  • Zusatzgebühr: pro Gläubiger 30 €

Hinzu kommt eine ausführliche Erstberatung in Höhe von 150 €, die man hinzu buchen kann. Diese einfache Berechnung hat sich bewährt und haben auch andere Anwaltskanzleien von mir übernommen.

Zusammengefasst bekommen Sie die Privatinsolvenz wie oben beschrieben für die Grundgebühr und dann pro Gläubiger 30 €. Sie können diese Gebühren in drei Raten bezahlen, nämlich in der Zeit während die Vorbereitung Ihrer Privatinsolvenz läuft.

Gerichtskosten und Kosten der Insolvenzverwaltung

Die Gerichtskosten und die Kosten der Insolvenzverwaltung – auch Verfahrenskosten genannt -, sind amtliche Kosten und bestimmt das Gericht. Hierzu gibt es feste Gebührensätze. Diese finden Sie in zwei Gesetzestexten: der Insolvenzverwaltervergütungsverordnung = InsVV für die Kosten des Insolvenzverwalters und das Gerichtskostengesetz = GKG für die Gerichtsgebühr.

Die Höhe der Gerichtskosten und die Kosten der Insolvenzverwaltung sind abhängig von der Höhe der späteren Insolvenzmasse. Ist das Verfahren masselos, das heißt: Ermittelt der Insolvenzverwalter bei Ihnen weder Einkommen noch Vermögen, beträgt der Mindestsatz für die Privatinsolvenz ca. 2.500 €. Andernfalls erhält der Insolvenzverwalter von der Insolvenzmasse eine Pauschale von 40 %.

Diese stolze Gebühr ist für viele betroffene Schuldner kaum nachvollziehbar. Aber das steht so im Gesetz. Beispielsweise würde die Gebühr für den Insolvenzverwalter bei einer Insolvenzmasse von 25.000 € mindestens 10.000 € betragen. Hinzu kommen die Gerichtskosten.

Der Anteil für den Insolvenzverwalter macht insbesondere die Hoffnung auf die dreijährige Privatinsolvenz zunichte. Um die Privatinsolvenz nach drei Jahren abzuschließen, muss der Schuldner nicht nur 35 % der Schulden aufbringen, sondern zusätzlich die Verfahrenskosten.

Bei einer Insolvenzmasse von 25.000 € wären das zusätzlich 10.000 € für den Insolvenzverwalter. Diese Gebührenregelung finde ich unfair. Steht aber so im Gesetz. Das heißt, man kann die Regelung nicht abändern, sondern nur umgehen.

Die Gerichtskosten und Kosten des Insolvenzverwalters müssen Sie aber nicht weiter stören, wenn Sie Privatinsolvenz beantragen wollen. Ich werde für Sie automatisch die Stundung der Verfahrenskosten beantragen. Dann übernimmt der Staat zunächst diese Kosten. Entsteht später in der Insolvenz eine Insolvenzmasse, bezahlt die Insolvenzmasse die Verfahrenskosten. Die Verfahrenskosten sollen Ihrer Restschuldbefreiung also nicht im Wege stehen.

Kosten des Insolvenzplans - Zeitlicher Ablauf
Anwaltshonorar für die Planinsolvenz insgesamt. Mindestens 2.500 € plus MwSt.

Sofort

Die erste Rate des Anwaltshonorars sind die Kosten für den Insolvenzantrag. Bitte überweisen Sie oder der Sponsor die erste Rate sofort nach Erteilung des Mandats als Vorkasse. Die Vorkasse muss sein, andernfalls würde der Insolvenzverwalter das Honorar später anfechten. Nachdem Sie die erste Rate eingezahlt haben, beginnen wir mit der Vorbereitung Ihrer Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz: Gläubiger anschreiben, falls erforderlich die außergerichtliche Schuldenbereinigung, Antrag ausfertigen, bei Gericht einreichen und dafür sorgen, dass das Insolvenzverfahren auch so wie gewünscht eröffnet wird.

Nach sechs Monaten

Die zweite Rate des Anwaltshonorars zahlen Sie bitte ein, nachdem der Prüfungstermin bei Gericht stattgefunden hat. Im Prüfungstermin stellt das Gericht fest, welcher Ihrer Gläubiger sich überhaupt an Ihrer Planinsolvenz beteiligt, ob seine Forderung berechtigt ist und in welcher Höhe. Das Ergebnis der Forderungsprüfung hält das Gericht in der Insolvenztabelle fest. Die Insolvenztabelle stellt eine wesentliche Grundlage des Insolvenzplans dar. Erst mit der Insolvenztabelle lassen sich die Quoten des Insolvenzplans bestimmen und erst dann können wir mit dem Insolvenzplan beginnen. Die zweite Rate deckt die Kosten für die Erstellung des Insolvenzplans und die Abstimmung mit den Verfahrensbeteiligten ab.

Nach acht Monaten

Die dritte und letzte Rate des Anwaltshonorar wird schließlich fällig, wenn wir den Insolvenzplan bei Gericht verbindlich einreichen. Nachdem der Insolvenzplan eingereicht ist, werden wir den Abstimmungstermin vorbereiten. Hierzu holen wir die offiziellen Zustimmungen der Gläubiger ein und organisieren einen Stimmrechtsvertreter. Schließlich nehme ich den Abstimmungstermin bei Gericht persönlich für Sie wahr. Danach sind noch ein paar Aufräumarbeiten zu erledigen, aber diese Leistungen sind selbstverständlich inklusive.
Sonderzahlung des Sponsors. Sollte mindestens 7.500 € sein.

Nach zehn Monaten

Ungefähr zehn Monate, nachdem Sie mich mit der Planinsolvenz beauftragt haben, muss der Sponsor die Sonderzahlung verfügbar haben. In der Regel wird verlangt, dass der Sponsor die Sonderzahlung beim Insolvenzverwalter hinterlegt. Also zahlt der Sponsor das Geld dort ein. Sollte der Insolvenzplan wider Erwarten nicht zustande kommen, ist die Sonderzahlung nicht verloren. Sondern der Insolvenzverwalter wird die Sonderzahlung vollständig an den Sponsor zurückerstatten.
Verfahrenskosten, das heißt Insolvenzverwalterkosten und Gerichtskosten

Die Höhe der Verfahrenskosten kann Ihnen als derjenige, der die Planinsolvenz durchläuft, egal sein. Nachdem das Gericht den Insolvenzplan erfolgreich bestätigt hat, reicht der Insolvenzverwalter einen so genannten Kostenfestsetzungsantrag bei Gericht ein. Das Gericht bestimmt die die Festsetzung der Verfahrenskosten und der Insolvenzverwalter darf seine Gebühren aus der Insolvenzmasse entnehmen. Sind die Verfahrenskosten höher, erhalten die Gläubiger weniger. Sie selbst werden nicht zusätzlich belastet.
Fertig. Alles ist bezahlt und Sie sind schuldenfrei 🙂.

Kosten für den Insolvenzplan

Nachdem die Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz beantragt und eröffnet ist, geht es sofort an den Insolvenzplan. Die Kosten für den Insolvenzplan bestehen aus der Sonderzahlung des Sponsors, die nach gelungenem Insolvenzplan an die Gläubiger zu zahlen ist und aus dem zusätzlichen Anwaltshonorar für die Planinsolvenz.

Sonderzahlung des “Sponsors” an die Gläubiger

Die Sonderzahlung des Sponsors als weitere Kosten des Insolvenzplans ist nur dann zu leisten, wenn der Insolvenzplan auch wirklich gelungen ist und Sie schuldenfrei sind. Misslingt der Insolvenzplan – wovon wir aber keinesfalls ausgehen – erhält der Sponsor die Sonderzahlung vollständig zurück.

In der Regel muss der Sponsor die Sonderzahlung kurz vor dem Abstimmungstermin beim Insolvenzverwalter hinterlegen. Die Hinterlegung soll verhindern, dass mit großem Aufwand ein Abstimmungstermin bei Gericht durchgeführt wird und dann der Insolvenzplan platzt, weil der Sponsor nur versprochen aber nicht geliefert hat.

Wenn man von einer einjährigen Planinsolvenz ausgeht, gerechnet von Ihrem Startschuss zur Einleitung der Regelinsolvenz beziehungsweise Privatinsolvenz, dann muss der Sponsor die Sonderzahlung erst in 10 Monaten leisten. Also ganz am Schluss der gesamten Planinsolvenz.

Die Höhe der Sonderzahlung ist nicht leicht erklärt. Sie richtet sich nicht nach der Höhe Ihrer Schulden. Sondern die Sonderzahlung hängt ab von Ihrer beruflichen Qualifikation und Ihren gesetzlichen Unterhaltspflichten.

Es gibt einen Grundsatz, dass die Sonderzahlung des Insolvenzplans die Gläubiger finanziell besser stellen muss, als eine reguläre Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz. Die reguläre Insolvenz würde 60 Monate laufen. Also würden die Gläubiger 60 Monate mal Ihren pfändbaren Einkommensanteil erhalten. Diesen Betrag muss die Sonderzahlung überbieten.

Auch wenn die gesetzlichen Voraussetzungen der Besserstellung bereits mit beispielsweise 1.000 EUR erreicht werden: Bloß stellen darf man die Gläubiger mit mickrigen Angeboten nicht. Die Höhe der Sonderzahlung sollte halbwegs vernünftig und für die Gläubiger gesichtswahrend sein. Hierzu rate ich meinen Mandanten zu einer Sonderzahlung in Höhe von mindestens 8000 EUR.

Besser sind 10.000 EUR. Von den 10.000 EUR werden noch die Verfahrenskosten von ca. 3.000 EUR abgezogen. Also würden die Gläubiger ca. 7.000 EUR erhalten.

Anwaltshonorar für den Insolvenzplan

Als vierte und letzte Kostenposition für den Insolvenzplan fällt das Anwaltshonorar für den Insolvenzplan an. Das Anwaltshonorar ist bedeutend höher, als für die Vorbereitung der Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz und beginnt mit ca. 2.500 € plus Mehrwertsteuer.

Die höheren Kosten entstehen, weil der Insolvenzplan umfangreich mit dem Insolvenzverwalter, dem Gericht und den Gläubigern abzustimmen ist. Die Abstimmung kann sehr aufwändig sein. Die Gläubiger sind zu überzeugen und müssen mit dem Insolvenzverwalter ungeklärte Vermögenspositionen richtig gestellt werden.

Hat beispielsweise der betroffene Schuldner vor der Insolvenz noch sein Auto im Wert von 8.000 € an einen Freund übertragen und erwischt ihn der Insolvenzverwalter dabei, besteht ein Anfechtungsanspruch des Insolvenzverwalters gegen den Erwerber. Oder der Schuldner hat seine Lebensversicherung unmittelbar vor der Insolvenz in eine Rentenversicherung umgewandelt, sodass man diese im Insolvenzverfahren nicht mehr auflösen kann. Oder der Schuldner verdient nur 1.000 € trotz sehr guter beruflicher Qualifikation.

All diese Dinge müssen mit dem Insolvenzverwalter geklärt werden. Andernfalls wird der Insolvenzverwalter eine Abstimmung über den Insolvenzplan nicht zulassen. Das heißt, erst nachdem die Verwertung der Insolvenzmasse abgeschlossen ist, lässt sich die Planinsolvenz mit dem Insolvenzplan beenden.

Um für den Schuldner und damit meinen Mandanten möglichst viel herauszuholen, verhandle ich all diese zu klärenden Vermögenspositionen mit dem Insolvenzverwalter persönlich. Oft muss man dicke Bretter bohren. Dies ist arbeitsintensiv.

Schließlich nehme ich den alles entscheidenden Abstimmungstermin über den Insolvenzplan bei Gericht stets persönlich wahr.

Festsetzung der gerichtlichen Insolvenzplankosten

Nachdem der Insolvenzplan erfolgreich zustande gekommen und die zweiwöchige Rechtmittelfrist abgelaufen ist, muss der Insolvenzverwalter seine Insolvenzverwalter-Gebühren vom Gericht festsetzen lassen. Hierzu reicht er einen so genannten Kostenfestsetzungsantrag ein.

Die Festsetzung der Insolvenzverwalterkosten und der Gerichtsgebühren ist eine hoheitliche Aufgabe und erledigt der zuständige Rechtspfleger bei Gericht. Die Kostenfestsetzung läuft automatisch.

Sie haben mit der Kostenfestsetzung überhaupt nichts zu tun. Die Verfahrenskosten sind auch keine weiteren Gebühren, welche die Kosten für den Insolvenzplan zusätzlich erhöhen. Die Verfahrenkosten für den Insolvenzplan werden aus der Insolvenzmasse bezahlt. Sind die Verfahrenkosten höher, erhalten die Gläubiger weniger und umgekehrt. Sie selbst müssen höhere Verfahrenskosten also nicht ausgleichen.

Die Kostenfesetzsetzung erfolgt, indem das Gericht einen entsprechenden Kostenfestsetzungsbeschluss erlässt. Dieser ermächtigt den Insolvenzverwalter, seine Gebühren aus der von ihm verwalteten Insolvenzmasse zu entnehmen.

Nachdem die Verfahrenskosten entnommen sind, schüttet der Insolvenzverwalter die im Insolvenzplan bestimmte Quote an die Gläubiger aus.

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