Insolvenzplan, Planinsolvenz – das sind die Kosten

Die Kosten des Insolvenzplans und des Insolvenzplanverfahrens sind höher als die Verfahrenskosten der Privatinsolvenz. Sie müssen den Insolvenzverwalter bezahlen sowie das Insolvenzverfahren. Zusätzlich brauchen Sie einen Sponsor, der den Gläubigern eine Sonderzahlung anbietet. Die höheren Kosten lohnen aber. Sie sind nach einem Jahr schuldenfrei.

Kosten des Insolvenzplanverfahrens

Die Kosten für den Insolvenzplan setzen sich wie folgt zusammen:

Im folgenden erkläre ich Ihnen die einzelnen Kostenpositionen. Der Insolvenzplan ist teuer, aber Sie sparen mindestens vier Jahre ein, die Sie bis zur Restschuldbefreiung in der Insolvenz verbringen müssten. Unbelastet können Sie beruflich wieder durchstarten und holen die Investition in die Kosten des Insolvenzplans mühelos wieder ein.

Kosten für die Eröffnung des Insolvenzplanverfahrens

Zunächst muss die Planinsolvenz vorbereitet und bei Gericht beantragt werden, damit später der Insolvenzplan zur Abstimmung durch die Gläubiger gebracht werden kann. Die Vorbereitung der Planinsolvenz funktioniert genau so wie die Vorbereitung eines regulären Insolvenzverfahrens. Hierbei entstehen folgende Kosten:

Kosten des Insolvenzplans - Zeitlicher Ablauf
Anwaltshonorar für die Planinsolvenz insgesamt. Mindestens 2.500 € plus MwSt.

Sofort

Die erste Rate des Anwaltshonorars sind die Kosten für den Insolvenzantrag. Bitte die erste Rate einzahlen und wir beginnen Sie zu entschulden. Die ersten Aufgaben sind: Gläubiger anschreiben, außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren, Antrag ausfertigen, bei Gericht einreichen, Eröffnung des Insolvenzplanverfahrens sicherstellen.

Nach sechs Monaten

Die zweite Rate des Anwaltshonorars bezahlen Sie bitte nach dem Prüfungstermin. Im Prüfungstermin hält das Gericht Ihre Schulden in einer Insolvenztabelle fest. Damit ist es amtlich, wem Sie wieviel Geld schulden. Die Insolvenztabelle bildet die Grundlage für den jetzt zu erstellenden Insolvenzplan.

Nach acht Monaten

Die dritte und letzte Rate des Anwaltshonorar zahlen Sie bitte für zum Abstimmungstermin über den Insolvenzplan ein. Nachdem der Insolvenzplan beim Insolvenzgericht eingereicht ist, werden wir den Abstimmungstermin vorbereiten. Hierzu holen wir die offiziellen Zustimmungen der Gläubiger ein und organisieren einen Stimmrechtsvertreter. Schließlich nehme ich den Abstimmungstermin bei Gericht persönlich für Sie wahr. Danach sind noch ein paar Aufräumarbeiten zu erledigen, aber diese Leistungen sind selbstverständlich inklusive.
Sonderzahlung des Sponsors. Sollte mindestens 7.500 € sein.

Nach zehn Monaten

Ungefähr zehn Monate, nachdem Sie mich mit der Planinsolvenz beauftragt haben, muss der Sponsor die Sonderzahlung verfügbar haben. In der Regel wird verlangt, dass der Sponsor die Sonderzahlung beim Insolvenzverwalter hinterlegt. Also zahlt der Sponsor das Geld dort ein. Sollte der Insolvenzplan wider Erwarten nicht zustande kommen, ist die Sonderzahlung nicht verloren. Sondern der Insolvenzverwalter wird die Sonderzahlung vollständig an den Sponsor zurückerstatten.
Fertig. Alles ist bezahlt und Sie sind schuldenfrei 🙂.

Kosten für den Insolvenzantrag

Die Kosten für den Insolvenzantrag bestehen aus dem Honorar des Anwalts, den Sie beauftragen. Als Anwalt muss ich Sie zunächst zu dem bestmöglichen Weg aus den Schulden beraten. Dann sichte ich als Anwalt Ihre Unterlagen und bearbeite das sehr ausführliche amtliche Formular für den Insolvenzantrag. Als nächsten Schritt ermittle ich die genaue Höhe Ihrer Schulden. Im Falle einer Privatinsolvenz versuche ich danach, Ihre Schulden außergerichtlich zu regulieren. Falls der Versuch scheitert – was der Normalfall und sogar gewollt ist, kann ich Ihren Antrag bei Gericht einreichen. Hierzu übersende ich Ihnen das Formular für den Insolvenzantrag mit allen Anlagen fix und fertig zur Unterschrift. Sie unterschreiben und senden ihn an mich zurück. Nach einer letzten Überprüfung reiche ich den Insolvenzantrag im Original zu Gericht und sorge dafür, dass Ihre Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz so wie gewünscht eröffnet wird.

Die Gebühren für den Insolvenzantrag sind von Anwalt zu Anwalt unterschiedlich. Um das Honorar transparent zu halten und dem betroffenen Schuldner gegenüber möglichst fair zu sein, habe ich die Kosten für den Insolvenzantrag seit rund 10 Jahren wie folgt gestaltet:

Hinzu kommt eine ausführliche Erstberatung in Höhe von 150 €, die man hinzu buchen kann. Diese einfache Berechnung hat sich bewährt und haben auch andere Anwaltskanzleien von mir übernommen.

Zusammengefasst bekommen Sie die Privatinsolvenz wie oben beschrieben für die Grundgebühr und dann pro Gläubiger 30 €. Sie können diese Gebühren in drei Raten bezahlen, nämlich in der Zeit während die Vorbereitung Ihrer Privatinsolvenz läuft.

Gerichtskosten und Kosten der Insolvenzverwaltung

Die Gerichtskosten und die Kosten der Insolvenzverwaltung – auch Verfahrenskosten genannt -, sind amtliche Kosten und bestimmt das Gericht. Hierzu gibt es feste Gebührensätze. Diese finden Sie in zwei Gesetzestexten: der Insolvenzverwaltervergütungsverordnung = InsVV für die Kosten des Insolvenzverwalters und das Gerichtskostengesetz = GKG für die Gerichtsgebühr.

Die Höhe der Gerichtskosten und die Kosten der Insolvenzverwaltung sind abhängig von der Höhe der späteren Insolvenzmasse. Ist das Verfahren masselos, das heißt: Ermittelt der Insolvenzverwalter bei Ihnen weder Einkommen noch Vermögen, beträgt der Mindestsatz für die Privatinsolvenz ca. 2.500 €. Andernfalls erhält der Insolvenzverwalter von der Insolvenzmasse eine Pauschale von 40 %.

Diese stolze Gebühr ist für viele betroffene Schuldner kaum nachvollziehbar. Aber das steht so im Gesetz. Beispielsweise würde die Gebühr für den Insolvenzverwalter bei einer Insolvenzmasse von 25.000 € mindestens 10.000 € betragen. Hinzu kommen die Gerichtskosten.

Der Anteil für den Insolvenzverwalter macht insbesondere die Hoffnung auf die dreijährige Privatinsolvenz zunichte. Um die Privatinsolvenz nach drei Jahren abzuschließen, muss der Schuldner nicht nur 35 % der Schulden aufbringen, sondern zusätzlich die Verfahrenskosten.

Bei einer Insolvenzmasse von 25.000 € wären das zusätzlich 10.000 € für den Insolvenzverwalter. Diese Gebührenregelung finde ich unfair. Steht aber so im Gesetz. Das heißt, man kann die Regelung nicht abändern, sondern nur umgehen.

Die Gerichtskosten und Kosten des Insolvenzverwalters müssen Sie aber nicht weiter stören, wenn Sie Privatinsolvenz beantragen wollen. Ich werde für Sie automatisch die Stundung der Verfahrenskosten beantragen. Dann übernimmt der Staat zunächst diese Kosten. Entsteht später in der Insolvenz eine Insolvenzmasse, bezahlt die Insolvenzmasse die Verfahrenskosten. Die Verfahrenskosten sollen Ihrer Restschuldbefreiung also nicht im Wege stehen.

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