Einjährige Privatinsolvenz

Falls Ihnen die gewöhnliche Insolvenz mit der fünfjährigen Laufzeit zu lange dauert, wählen Sie die Einjährige Privatinsolvenz. Damit schaffen Sie es innerhalb von 12 Monaten aus den Schulden.

Was ist die Einjährige Privatinsolvenz?

Die einjährige Privatinsolvenz beginnen Sie wie eine normale Regel- oder Verbraucherinsolvenz. Ca zwei Monate nachdem das Gericht das Insolvenzverfahren eröffnet hat, nehmen Sie die Abkürzung und bieten den Gläubigern eine Sonderzahlung zwischen 1 % und 20 % der Schulden an. Akzeptieren die Gläubiger Ihr Angebot, entfallen alle Restschulden und das Gericht beendet die Insolvenz sofort.

Die Rechtsform Ihres Angebotes an die Gläubiger nennt man „Insolvenzplan“.

Die Entscheidung über den Insolvenzplan fällen die Gläubiger in einem Abstimmungstermin bei Gericht. Die Zustimmung zum Insolvenzplan ist gesetzlich gewollt und erleichtert. Nicht jeder einzelne Gläubiger muss zustimmen. Eine einfache Mehrheit der zum Abstimmungstermin ANWESENDEN Gläubiger reicht aus.

Banken, Finanzämter, Inkassobüros usw. ignorieren in der Regel den Abstimmungstermin aus Kostengründen. Gibt es nun einen wohlgesonnenen Gläubiger, der als einziger zum Abstimmungstermin erscheint und für den Insolvenzplan stimmt, ist er angenommen. Alle anderen Gläubiger müssen dies akzeptieren.

Zwei Wochen später schütten Sie die Sonderzahlung aus. Danach beendet das Gericht Ihre Insolvenz. Genau wie versprochen, sind Sie innerhalb eines Jahres von den Schulden befreit.

So funktioniert der Insolvenzplan

Der Insolvenzplan ist ein Schuldenvergleich unter gerichtlicher Aufsicht, den Sie den Gläubigern anbieten. Im Gegensatz zu außergerichtlichen Schuldenvergleichen muss beim Insolvenzplan nicht jeder Gläubiger zustimmen, sondern die einfache Mehrheit der zum Abstimmungstermin persönlich anwesenden Gläubiger reicht aus.

Genau diese gesetzliche Regelung ist Ihre Chance! Erfahrungsgemäß interessieren sich Gläubiger nicht für den Ausgang eines Insolvenzplanverfahrens. Oft stehe ich zusammen mit dem wohlgesonnenen Gläubiger im Termin alleine da. Gehen Sie mit Sicherheit davon aus, dass Banken, Finanzämter, Inkassobüros usw. aus Kostengründen nicht zum Abstimmungstermin erscheinen.

Dies ist vom Gesetzgeber so gewollt: Den zustimmenden Gläubigern soll die Abstimmung möglichst erleichtert und den ablehnenden Gläubigern möglichst erschwert werden.

Verfügen Sie nun über einen wohlgesonnenen Gläubiger, der im Idealfall als einziger den Termin wahrnimmt und für den Insolvenzplan stimmt, ist der Plan angenommen. Alle anderen Gläubiger müssen dies akzeptieren.

So viel kostet der Insolvenzplan

Ein fester Prozentsatz oder Geldbetrag ist nicht vorgeschrieben. Der Insolvenzplan verlangt lediglich eine Besserstellung der Gläubiger gegenüber der regulären fünfjährigen Insolvenz. Das heißt: Der Insolvenzplan muss den Gläubigern mehr Geld bieten, als Sie als Schuldner in einer regulären Insolvenz erwirtschaften würden.

Ab wann eine Besserstellung eintritt, berechnen Sie wie folgt: Überschlagen Sie den monatlich pfändbaren Teil Ihres Einkommens und multiplizieren Sie ihn mal 60 (=Laufzeit reguläres Insolvenzverfahren). Dieses Ergebnis muss der Insolvenzplan per Einmalzahlung überbieten.

Erfahrungsgemäß wird die Einmalzahlung zwischen 5.000 € und 20.000 € betragen, je nachdem wie viel Ihres Einkommens pfändbar ist. Das Geld für den Insolvenzplan erhalten die Gläubiger nur, falls sie den Insolvenzplan annehmen.

Das Geld darf keinesfalls von Ihnen selbst kommen, sondern stets von einer dritten Person. Man nennt diese Person den „Sponsor“ oder den „Plangarant“.

Insolvenzplan klingt gut, wo ist der Haken?

Ein Insolvenzplan wird immer dann schwierig, wenn der betroffene Schuldner persönliche Feinde als Gläubiger hat. Ein verfeindeter Gläubiger nimmt den Zeit- und Kostenaufwand für die Wahrnehmung des Abstimmungstermins eher in Kauf, um dagegen zu stimmen.

Besteht ein solches Hindernis, weist man dem gefährlichen Gläubiger eine eigene Gläubigergruppe zu und allen anderen Gläubigern zwei weitere Gläubigergruppen. Stimmen zwei Gruppen für den Plan und eine dagegen, ist der ablehnende Gläubiger überstimmt und der Plan ist trotzdem angenommen.

Scheitert der Insolvenzplan dennoch, führt das Gericht die reguläre Insolvenz fort. Die angebotene Einmalzahlung darf der Sponsor behalten. Das Risiko, falls der Insolvenzplan scheitert, besteht ausschließlich in meinen anwaltlichen Kosten.

Wie beginnen?

Die einjährige Privatinsolvenz beginnen wir wie eine gewöhnliche Regel- oder Verbraucherinsolvenz, indem ich als Ihr Anwalt die Insolvenz für Sie vorbereite und bei Gericht beantrage.

Den eigentlichen Insolvenzplan zur Abkürzung der Insolvenz legen wir nach dem so genannten Prüfungstermin vor, in dem die Forderungen der Gläubiger geprüft und festgestellt werden. Das ist ca. zwei Monate, nachdem das Gericht das Insolvenzverfahren eröffnet hat.

>> Fahrplan zur Einjährigen Privatinsolvenz. Erklärt in 10 einfachen Schritten. >>

>> Insolvenzplan – Fragen und Antworten>>

43 Gedanken zu „Einjährige Privatinsolvenz

  1. Sehr geehrter Dr. Franzke,

    Danke für Ihre Rückmeldung vorab.
    Seit 2010 habe ich Schulden (die höchsten durch prv. Bürgschaften, insgesamt > 20 Gläubiger) in Höhe von ca. 500k durch meine unternehmerische Tätigkeit und der anschliessenden Insolvenz. Kurz danach habe ich die EV abgegeben. Mit meiner Frau und unseren 2 Kindern leben wir so, dass ich mit dem Pfändungsfreien Betrag auskommen.
    Nach Jahren der Pain, überlege ich nun die Schulden los zu werden. Den Gedanken einer EU Inso habe ich jetzt zugunsten der plan-inso oder Regel-Inso (was sit besser) verworfen. Allerdings beschäftigen mich noch die Frage wenn ich als Ingenieur ein fiktive Einkommen annähme komme ich in 5 Jahren auf einen sehr hohen pfändbaren Betrag von über 35k. Real würde ich allerdings keinen Pfändbaren Betrag haben. Mein höchster Akd. Grad ist Dipl. Ing., ich bin aber nie in diesem Bereich tätig gewesen und wäre auch nicht vermittelbar, da sich in den letzten 20 Jahren diese Welt vollständig digitalisiert hat. Kann ich die Einmalzahlung auf ca. 20k bringen, das wäre ein Betrag der aufzubringen wäre. Denn ich rechne, dass Ihre Anwaltskosten und Amtsgebühren dazu gerechnet werden und damit bewegt sich dann der Gesamtbetrag auf die 30k zu.
    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Jörg Franzke sagt:

      Wenn Sie den Beruf des Dipl. Ing. nie ausgeübt haben, dann hätten Sie auch eine Chance auf eine entsprechende Arbeitsstelle. Das kann man so darstellen und Ihr fiktives Einkommen herunter rechnen, sodass ich eine Sonderzahlung von 20.000 € in Ihrem Fall für angemessen halte. Von den 20.000 € würde man die Verfahrenskosten abziehen und ich bin auch nicht so teuer. Gerne würde ich Ihr Verfahren übernehmen.

  2. Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich befinde mich seit 07.2014 in einem Regelinsolvenzverfahren. Ich hatte vorher eine Versicherungsmakler GmbH. Es sind ca. 40 Gläubiger wobei viele Versicherungen und auch andere mit sehr kleinen Forderungen vorhanden sind die Schulden belaufen sich auf ca. 250.000€. Ich würde jetzt einen Insolvenzplan machen wollen bei dem mir ein Dritter 10.000€ zur Verfügung stellt und mein Vater der mit 50.000€ als Gläubiger geführt ist bei Annahme auf seine Forderung verzichten würde. Aktuell gehen bei mir 179€ mtl. an den Insolvenzverwalter. Aussicht eher schlecht weil ich sehr schwierig einen anderen Job finde.Wie schätzen Sie die Erfahrung für so einen Plan ein? Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

    • Jörg Franzke sagt:

      Die Voraussetzungen für einen Plan sehen richtig gut für Sie aus. Das könnte klappen insbesondere weil Ihr Vater ebenfalls Gläubiger ist.

  3. Sehr geehrter Herr Franzke,
    können Sie mir bitte bei folgender Problematik weiterhelfen?
    Eröffnetes Verbraucherinsolvenzverfahren, Schlusstermin hat noch nicht stattgefunden.
    Schulden ca. 50.000 bei 8 Gläubigern, pfändbares Einkommen 0,00.
    Schuldner hat ein verbrieftes Dauerwohnrecht – wie jetzt erst festgestellt wurde, vererbbar und veräusserbar.
    Verkehrswert liegt wohl weit höher als die Schulden. Der Inso-Verwalter macht nun Anstalten, dieses Wohnrecht zu verwerten (muss er wohl auch). Die Familie will natürlich verhindern, dass das Wohnrecht an Fremde geht und fragt, ob das Verfahren nicht mit einem Insolvenzplan beendet werden kann. (Würde eine Summe X zur Verfügung stellen) Macht ein Insolvenzplan in diesem Fall überhaupt Sinn, oder muss der Inso – Verwalter das Wohnrecht auf jeden Fall verwerten?
    Zusatzfrage: Können Sie eine einigermaßen konkrete Schätzung zu den zu erwartenden Verfahrenskosten geben? (Gericht und Inso Verwalter)

    Herzlichen Dank im Voraus!

    • Jörg Franzke sagt:

      Ja, ein Insolvenzplan wäre in der Tat geeignet, das Verfahren zu beenden und eine Veräußerung des Wohnrechts an Dritte zu verhindern. Allerdings muss man auch in einem Insolvenzplanverfahren das Wohnrecht bewerten und der Insolvenzmasse eine Ausgleichszahlung dafür anbieten. Aber diese Zahlung wäre mit der Sonderzahlung des Plangaranten kombinierbar und der Insolvenzplan daher aussichtsreich. Die Höhe der Sonderzahlung richtet sich nach dem pfändbaren Einkommen des Schuldners und dem Wert des Wohnrechts. Von der Sonderzahlung werden die Verfahrenskosten abgezogen, sodass keine zusätzlichen Kosten anfallen.

  4. Nebil Baccar sagt:

    Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich habe in etwa 36.000 Euro Schulden.Mein Lohn beläuft sich auf 1090 Euro netto.Der Lohn wird sich ab 2017 höchstens um maximal 40 Euro erhöhen durch die Erhöhung des Mindeslohns.Ich hatte über eine Anwältin einen Schuldentilgungsgsplan aufstellen lassen. 15 Gläubiger mit den höchsten Forderungen haben zugestimmt, 1 davon nicht.
    Meine Frage :Würde auch einem Insolvenzplan zugestimmt werden?Meine Eltern würden 3500-4000 Euro als Einmalzahlung bezahlen wollen als Sponsor.Würde dies funktionieren?
    Ich bedanke mich im voraus für ihre Antwort, geehrter Herr Franzke..

  5. Sehr geehrter Herr RA Franzke,

    ist ein Insolvenzplan auch bei nur einem einzigen Gläubiger möglich? Es handelt sich um eine Krankenkasse, die alle bisherigen Einigungsversuche per Schuldnerberaterin und per RA mit Prozesskostenhilfe abgelehnt hat. Die Gesamtforderung beträgt mittlerweile ca. 8000 EUR.

    MfG
    L. Müller

    • Jörg Franzke sagt:

      Nein, das ergibt keinen Sinn. Dann wären Sie ja auf die Krankenkasse angewiesen. Für den Insolvenzplan brauchen Sie zumindest eine Zustimmung.

  6. Hallo Herr Franzke,

    bei mir ist es so, dass ich durch gescheiterte Selbstständigkeit ca 25 Gläubiger habe mit einer Gesamtsumme von ca 500 000 Euro. Es sind auch Gewerbesteuern mitdabei, keine Umsatz oder Einkommenssteuern. Hätte 3 Gläubiger, die mir gewogen wären. Habe noch in Versicherungen ca 35000 Euro drin, die aktuell gesichert sind, da meine Bank die als Sicherheit für einen fast getilgten Disposkredit genommen hat.

    Besteht eine Möglichkeit mit den 35 000 Euro die Gläubiger oder zumindest die Kosten zu befriedigen oder muss dennoch von außen Geld kommen?

    Die drei Privatgläubiger, die ich habe, müssen die einen Titel gegen mich beantragen oder reicht es, dass die Forderungen in die Tabelle mit aufgenommen werden?

    Schon mal Danke für Ihe Mühe.

    • Jörg Franzke sagt:

      Die zur Sicherheit an die Ban abgetretenen Lebensversicherungen würden nur der Bank zustehen und nicht den anderen Gläubigern. Darüber hinaus muss das Geld für den Insolvenzplan von Außen kommen.

  7. Anthony Madden sagt:

    Sehr geehrter Herr Franzke

    ich habe fragen hinsichtlich eines evtl planverfahren für mein bereits laufendes Verbraucherinsolvenzverfahren.
    Schlußtermin ist bereits in zwei Wochen.

    1. Besteht auch nach Beendigung der schlussverteilung ( quasi in der wohlverhaltensphase) noch immer die Möglichkeit eines planverfahrens?

    2. Wie hoch wären in etwa ihre gesamten Honorarkosten für die Beauftragung eines planverfahrens mit etwa 8 Gläubiger? Auch unter Berücksichtigung dass sie nach Bad homburg ( bei Frankfurt am Main) anreisen müssten für den besagten Abstimmungstermim.
    Wäre eine Zahlung in raten hierfür möglich?

    3. Wie hoch wären ihre Kosten für eine telefonische Beratung hinsichtlich der Thematik planverfahren. Die von Ihnen aufgeführten kosten von 150 Euro beziehen sich ja auf die Thematik Verbraucherinsolvenz die ja bereits bei mir im Gange ist.. Hierzu brauch ich ja keine Beratung mehr.

    Mit freundlichen grüßen
    Anthony Madden

    • Jörg Franzke sagt:

      Der Insolvenzplan kann nur während des eigentlichen Insolvenzverfahrens eingereicht werden, in der Wohlverhaltensperiode ist das nicht mehr möglich. Für einen Insolvenzplan in einem laufenden Verfahren halte ich ein Pauschalhonorar von 3.800 EUR plus MwSt für angemessen. Telefonische Beratung sind 150 EUR. Falls Sie sich dazu entscheiden, müssen wir uns beeilen. Bitte nehmen Sie Kontakt über meine E-Mail Adresse auf.

  8. Hallo Herr Franzke,

    was passiert denn mit einem Insolvenzplan, wenn es nur einen Gläubiger gibt und der zur Abstimmung nicht erscheint?

    Vielen Dank im Voraus!

    • Jörg Franzke sagt:

      Dann ist der Plan nicht zustande gekommen. Deshalb sollte stets ein wohlgesonnener Gläubiger mit zum Termin erscheinen.

  9. Schmidt Armin sagt:

    Sehr geehrter Herr Franzke,

    zwischen 2006-2014 habe ich als Selbständiger Steuern i.H.v. rd. 400.000 € hinterzogen. Durch Verkauf einer Immobilie und Belastung meines Wohnhauses konnte ich die Steuerschuld Incl. Zinsen auf 90.000 reduzieren. Jetzt beläuft sich mein Monatsnettoeinkommen auf 3.000 € (53 Jahre, 2 Kinder + Ehefrau). Meinen Stundungsvorschlag von monatl. Zahlung von 500 € hat FA und Stadt (Gewerbesteuer) wurde abgelehnt. Privatinsolvenz macht denke ich keinen Sinn, da keine Restschuldbefreiung für Steuerschulden. Ist ein Planinsolvenzverfahren hier eine Lösung. Bankkredit grundschuldmäßg besichert, Sponsor wäre ggf. vorhanden.

    • Jörg Franzke sagt:

      Neee, macht leider auch keinen Sinn, dann auch im Insolvenzplan wären die Forderungen aus unerlaubter Handlung ausgeschlossen.

  10. Sehr geehrter Hr.Franzke,
    ich habe mich an einen Schuldenberater gewandt.Leider haben nicht alle Gläubiger dem Plan zugestimmt,jedoch habe ich Summen und Kopfmehrheit.Jetzt wurde die Privatinsolvenz eröffnet bei Gericht.Wie stehen meine Chancen und muss ich persönlich auch vor Gericht erscheinen.

  11. Guten Abend Herr Franzke
    Ich habe zurzeit ca. 20000 Euro schulden bei ungefähr 20 gläubigern. Ich wollte im nächsten Monat Insolvenz anmelden, nun habe ich von der Möglichkeit eines insolvenzplans gehört.
    Ich habe in meinem Fall mal über schlagen: ich habe im letzten Jahr meine Ausbildung begonnen und werde wohl die nächsten 3 Jahre kein pfändbares Einkommen haben. Die beiden weiteren Jahre werden wohl nicht mehr als die kosten des Verfahrens und des insolvenzverwalters decken. Somit haben die Gläubiger nichts zu erwarten oder? Hat ein Insolvenzplan in diesem Fall gute Chancen?

    Mfg Niko

  12. Michael Meier sagt:

    Hallo Herr Franzke,
    ich habe im letzten Jahr einen Insolvenzplan durchgeführt. Dieser ist gescheitert weil das FA eine Schätzung einen Tag vor der Verhandlung angemeldet hat. Mein ISO Anwalt hat dafür 8500 € plus MwSt. berechnet.

    Meine Fragen:

    Kann ich gegen den Verwalter vorgehen, weil eine Prüfung der Schätzung nicht stattgefunden hat? Es wurde einmal eine Schätzung angemeldet 2 Wochen vor Termin, nicht abgelehnt vom Verwalter (obwohl Schätzung viel zu hoch); die zweite Schätzung einen Tag vor der Verhandlung; abgelehnt vom Verwalter und „nur“ mit 30% angerechnet. Zusammen dann aber mehr wie die Zustimmung der restlichen Gläubiger.

    Kann ich gegen den Anwalt vorgehen, weil die Rechnung viel zu hoch ist und er schlecht beraten hat?

    Und drittens: Kann ich in diesem Jahr oder nächsten Jahr einen neuen Insolvenzplan beantragen?
    Danke für Ihre Antwort

    • Jörg Franzke sagt:

      Sie können gegen niemanden vorgehen. So etwas passiert. Ihr damaliger Anwalt hätte den Insolvenzplan im Termin zurücknehmen und nach Feststellung der Steuerforderung zur Insolvenztabelle neu einleiten sollen. Sie können jederzeit einen neuen Insolvenzplan einreichen, müssen den zweiten Plan aber gut begründen. Ich persönlich spreche mich in derartigen Dingen einfach mit dem Richter ab, das spart Zeit und Geld.

  13. Hallo RA Franske,
    Wir haben eine Bekannte die vor 16 Jahren schon einmal eine PI durchgestanden hat und jetzt wieder kurz davor steht. Doch nach der Aussage unserer Bekannten ist eine PI nur einmal möglich. Ist das korrekt oder wie oft ist eine Regelinsolv. für eine Privatperson möglich?
    Für Ihre Rückmeldung bedanke ich mich bereits im Voraus.
    LG
    Ulli

  14. „Sie können bis zum Schlusstermin jederzeit und auch im laufenden (alt)Verfahren einen Insolvenzplan zur Abstimmung vorlegen.“ Würden dann, bereits im Rahmen der Insolvenz geleistete Zahlungen, in der angebotenen Summe mit berücksichtigt wenn später ein Plan vorgelegt wird oder ist dies egal und es bleibt bei der unverminderten Summe (Pfändbarer Betrag + 5-10%) ?

  15. Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Franzke,

    ich setze mich schon seit langem mit einer Beantragung eines Insolvenzverfahren auseinander.
    Meine Schulden belaufen sich wie folgt:
    DSL Bank ca. 15000 Euro Restschuld
    Barclaycard ca. 9000 Euro Restschuld
    Barclaycard KRedit ca. 9000 Euro Restschuld
    SIGMA Kreditbank 3.500 Euro Restschuld
    Vodafone 800 Euro Schuld
    ExtraEnergie Gas 1000 Euro Schuld
    Privat Person per Mahnbescheid 3200 Euro Restschuld
    Paypal 350 Euro Schuld
    Bank Dispo 5000 Euro Restschulden
    Also Gesamtschulden insgesamt ca. 46850 Euro bei 9 Gläubiger.

    Ich verdiene 1980 Euro Netto. Zu meiner Familie gehört meine Frau und 2 Kinder.

    Also wäre mein pfändbarer Betrag nach §850c ZPO 15,49 €.

    Die Schulden wachsen mir derzeit über den Kopf.

    Da wäre einen Antrag auf ein Verbraucherinsolvenzverfahren sinnvoll oder?

    In wie weit sehen Sie eine Chance, dass wir während dem Verfahren einen Insolvenzplan durchsetzen könnten?

    Wie ist Ihre Erfahrung, bei großen Kredithäusern, wie z.b die DSL Bank, ob die den Plan generell Zustimmen oder überhaupt erscheinen auf Termin?

    Desweiteren, wenn icch jetzt das Insolvenzverfahren anstrebe, setze ich ja jede Zahlung an die Gläubiger aus.
    Wechsle die Bank und bediene nur das nötigste wie Miete Strom Gas Internet Telefon etc.
    Wie verhält sich das mit meinem Leasing Auto, wo ich noch auf mich geschrieben habe.
    Langt es wenn ich kurz vor Insolvenzeröffnung dieses Auto auf z.b ein Familienangehörigen umschreiben lasse?
    Weil ich brauche bzw. meine Frau braucht unbedingt das Auto wegen Ihren zwei Kinder.

    Danke für Ihre Antwort im Vorraus mal.

    Eine ggf. Insolvenzvorbereitung etc. würde ich bei Ihnen als mein Rechtsanwalt durchführen lassen.

    • Jörg Franzke sagt:

      Ich denke schon, dass eine Insolvenz bei Ihnen sinnvoll ist. Schließlich sind Sie völlig überschuldet. Richten Sie so schnell wie möglich ein ein neues Konto ein und lassen Sie dorthin Ihr Einkommen überweisen. Danach stellen Sie alle Zahlungen an die alten Gläubiger ein und beantragen eine Privatinsolvenz.

  16. Hallo Herr Franzke,

    ich habe eine Mitarbeiterin die sich in der Privatinsolvenz befindet. Gerne würde ich ihr eine Gehaltserhöhung geben, die für sie keinen Vorteil hätte, da sie gepfändet wird. Ist es möglich mit einem Insolvenzverwalter einen Deal zu machen, indem man Ihnen einen durch eine in Aussicht gestellte Gehaltserhöhung anbietet, einen höheren monatlichen Pfändungsbetrag zu schaffen und diese im Gegenzug auf einen Teil der Forderungen verzichten, so dass man die Gesamtlaufzeit bis die Mitarbeiterin schuldenfrei ist entsprechend verkürzen kann, z.B. um ein oder zwei Jahre?

    Über eine Antwort würde ich mich freuen 🙂

    • Jörg Franzke sagt:

      Einen derartigen Deal mit den Insolvenzverwalter kann man leider nicht machen. Wenn Ihre Mitarbeiterin noch nicht in der Wohlverhaltensphase ist, könnte man das Insolvenzverfahren allenfalls mit einem Insolvenzplan verkürzen. Dazu müssten Sie eine Einmalzahlung zur Verfügung stellen, die man den Gläubigern dann in einem gerichtlichen Vergleichsverfahren anbietet. Die Einmalzahlung muss höher sein als die pfändbaren Beträge, die der Insolvenzverwalter während der Laufzeit den restlichen Insolvenzverfahrens noch einziehen würde.

  17. Sehr geehrter Herr Franzke,

    Har selbständig (Gewerbe Handelsvertretung ist nochangemeldet), bin noch auf Midijob bis 30.9. und danach arbeitslos gemeldet. habe ca. 100.000€ Schulden (Fa. ca. 35.000.-€, Bank 30.000.-€,Krankenkasse ca. 15.000.-€, Rest sonstige. Schulden schiebe ich bereits seit ca. 10 Jahren vor mir her und es hat sich mittlerweile so aufsummiert. Vermögensauskunft immer wieder abgegeben. 2011 hat die DAK Insolvenz beantragt und natürlich mangels Masse abgelehnt. Mit den Gläubigern immer mal Ratenzahlung vereinbart aber nie einhalten können, jetzt ruht alles. Die nächsten Jahre werde ich sehr wahrscheinlich nur an der Pfändungsgrenze verdienen (war die letzten Jahre schon so). Von einer dritte Person würden mir bis zu 10.000.-€ für den Insolvenzplan bereitgestellt werden um die Restschuldbefreiung innerhalb eines Jahres zu bekommen. Bestehen hier gute Voraussetzungen für den Insolvenzplan? Weil Antrag auf Privatinsolvenz werde ich jetzt sowieso stellen um dem Ganzen endlich ein Ende zu bereiten.

    MfG

  18. Bernd Schulz sagt:

    Sehr geehrter Herr Franzke,
    danke für diese tolle Webseite. Das Thema Insolvenz ist ernst. Trotzdem schaffen Sie es, manchmal auch mit einem Augenzwinkern, Hilfestellungen und Antworten zu geben. Tolle Idee von Ihnen… ich bin sicher, Sie treffen den Nerv der Leute.
    Zu meinem Problem:
    Ich habe nach zwei verlorenen Gerichtsprozessen (kein Strafprozess), die schlussendlich mit einem Vergleich endeten, Schulden in Höhe von ca. 16.000 EUR. Die Summe setzt sich aus dem eigentlichen Vergleich (7500,-EUR) Anwaltskosten meiner Seite in Höhe von 4500,- EUR und den zu erwartenden Anwaltskosten der Gegenseite in sicher der gleichen Höhe zusammen.
    Ich bin selbständig ohne erwähnenswertes Einkommen, 52 Jahre alt, verheiratet, habe zwei unterhaltspflichtige Kinder. Meine Frage dazu:
    Sollte ich für diese Summe Insolvenz beantragen oder gibt es eine Chance für einen Insolvenzplan? Gläubiger wären dann die Gegenseite und die beiden Anwälte, (mein eigener und der der Gegenpartei).
    Danke für Ihre Antwort.

    • Jörg Franzke sagt:

      Das Problem ist, dass man einen gerichtlich abgeschlossenen Vergleich auch einhalten muss, sonst macht man sich wegen Prozessbetruges strafbar. Sie können also nicht sofort nach Zustandekommen des Vergleichs in die Insolvenz gehen, sondern müssten – ich schreib es mit einem Augenzwinkern – ein Ereignis konstruieren, weswegen Sie plötzlich den geschlossenen Vergleich nicht mehr einhalten können. Erst dann wäre der Weg für eine Insolvenz frei.
      Dann natürlich würde ich in Ihrer Situation eine Insolvenz empfehlen. Ein Insolvenzplan ist durch den Insolvenzantrag nicht ausgeschlossen, sondern Voraussetzung. Man stellt also zunächst einen normalen Insolvenzantrag und danach im eröffneten Verfahren reicht man den Insolvenzplan ein. Ein Insolvenzplan ist aussichtsreich, wenn man einen Gläubiger hat, der für den Plan stimmt. Den haben Sie ja. Also los!

  19. Sehr geehrter Herr Franzke,

    mit Interesse verfolge ich seit Jahren ihre Arbeit auf ihrer sehr informativen Internetseite. Nach der Novellierung des Insolvenzgesetzes ist die Zeit reif tätig zu werden.

    Mein Mann war Gesellschafter einer GbR. 2002 kam der Knall, wo der andere Gesellschafter nicht auffindbar verschwand und meinen Mann mit offenen Rechnungen sitzen liess. Die Hauptforderungen belaufen sich auf 44.000 Euro (Lieferant A 31.000 Euro, Lieferant B 7500, Lieferant C 4.300Euro, Versicherung 530 Euro)

    Nach der GbR eröffnete mein Mann ein Einzelunternehmen und es folgte eine wahre Odyssee. Eidesstattliche Versicherungen, diverse Kontopfändungen und darausresultierende Kontenwechsel bis ich 2006 ein Gewerbe anmeldete. Seit dem trat „Ruhe“ ein. 2010 musste mein Mann die letzte EV abgeben. Er ist als Hausmann, mittellos, kein Einkommen, kein Konto. 2011 starteten wir mit Hilfe einesAnwalts einen aussergerichtlichen Vergleich der scheiterte, da von keinem der Gläubiger eine Antwort kam.

    Nach langer Suche haben wir jetzt den abtrünnigen Gesellschafter gefunden. Er wäre bereit 4.000 -5.000 Euro zuzahlen. Aus diesem Grund liebäugeln wir mit dem Insolvenzplanverfahren.

    Nun meine Fragen:

    Das Insolvenzplanverfahren kann nur im Zuge eines Insolvenzverfahren geschehen? Es stellt kein gesondertes Verfahren da?

    Beim Planverfahren wird die Hauptschuld verhandelt oder die Gesamtschuld, denn dann wäre der aufzubringende Geldbetrag vom anderen Gesellschafter ein Tropfen auf dem heissen Stein.

    Die Zuweisung eines Insolvenzverwalters erfolgt erst nach fruchtlosen Planverfahren, sodass ggf. Sie, als beauftragter Anwalt, das Planverfahren durchführen?

    Nach Scheitern des Planverfahrens wird erst die Insolvenz eröffnet und mein Mann ins Schuldnerregister eingetragen? Von einem Scheitern ist prinzipiell nicht auszugehen, da mein Mann auch Gläubiger im privaten Umfeld hat.

    Benötigt mein Mann für das Verfahren ein Konto?

    Leider finde ich zum Insolvenzplanverfahren nirgendwo ein Verweis zu den weiteren entstehenden Kosten, da diese ja höher liegen als ein „normales“ Insolvenzverfahren. Es heisst nur immer erheblich höher. Die „Unkannte“ Summe missfällt mir, da diese ebenfalls in dem einem Jahr aufgebracht werden muss.

    Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen.

    Einen sonnigen Tag

    Claudia

    • Jörg Franzke sagt:

      Es ist richtig, dass der Insolvenzplan innerhalb des Insolvenzverfahrens durchgeführt wird. Es handelt sich also um ein reguläres Insolvenzverfahren, in dem der Schuldner eine vorzeitige Beendigung des Insolvenzverfahrens mittels eines Insolvenzplans den Gläubigern vorschlägt.
      Beim Planverfahren geht es gar nicht so sehr um die Höhe der Schulden, sondern der Insolvenzplan muss die Gläubiger besser stellen, als eine Regelinsolvenz. Das heißt, man stellt die beiden Szenarien gegenüber und ermittelt, welches Szenario mehr Kohl bringt.
      Scheitert der Plan, geht das Insolvenzverfahren ganz normal weiter.
      Die Kosten für den Plan betragen je nach Aufwand zwischen 2.500 EUR und 5.000 EUR plus MwSt.

  20. Beim Insolvenzverwalter wurden 3 von 4 Forderungen angemeldet. Bei der vierten Forderung handelt es sich um eine Bank, die voraussichtlich irgendwann noch die Forderung anmelden wird, es jedoch noch nicht getan hat. Der Schlusstermin hat noch nicht stattgefunden. Soll man nun die Forderung mit aufnehmen beim Insolvenzplan oder nicht?

  21. Jörg Franzke sagt:

    Ich habe Ihren Namen gelöscht, dann sicherlich wollen Sie nicht, dass die Suchmaschinen Sie finden. Zu Ihrem Vorhaben, sich über einen Insolvenzplan zu entschulden, kann ich Sie nur unterstützen. Sie bringen ideale Voraussetzungen mit, weil Sie nur über ein geringes Einkommen verfügen. Sehr gerne würde ich das Planverfahren für Sie durchführen. Die von den Eltern zur Verfügung gestellte Summe würde für alles reichen: Abfindung der Gläubiger, Verfahrenskosten und mein Honorar. Falls Sie Interesse haben, dass ich Ihren Fall übernehme, schreiben Sie mir doch bitte eine Mail über das Kontaktformular auf meiner Webseite. ICh würde Sie dann anrufen.

  22. hallo herr franzke,
    vielen dank für ihre seite. meine schuldenbereinigung ist wegen fehlender zustimmug gescheitert. mein antrag auf eröffnung muss bis zum 13.6 eingereicht werden. ich hätte die möglichkeit 2 gläubiger die ich aber nicht auf der liste geführt hätte durch die zahlung(kleinere beträge) zum besuch auf dem gericht zu bewegen. nun meine fragen
    1. wo wird das beantragt??wohnort bei mir???und müssen sie dann auch anwesend sein????und ich???
    geld würde von aussen kommen, da ich nur eine 50%stelle habe wäre nichts pfändbar. also wäre die besserstellung gegeben gegeben.
    kann ich die 2 gläubier noch auf die liste aufnehmen???
    ich würde mich über eine antwort freuen.

    • Jörg Franzke sagt:

      Hallo, leider verstehe ich Ihre Frage nicht so recht. Wenn Sie in die Insolvenz gehen wollen, dann kann es Ihnen doch nur recht sein, wenn die außergerichtliche Schuldenbereinigung scheitert. Selbstverständlich kommen alle Gläubiger mit auf die Gläubigeriste und es wird keiner davon bezahlt.

  23. Tim Drettmann sagt:

    Vielen Dank für die Information.
    Wie hoch sind denn in etwa Ihre Gebühren?
    z.B. bei offenen Forderungen in Höhe von 50.000€

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