EU-Insolvenz – Ihre Fragen und Antworten

Ihre häufigsten Fragen zur EU-Insolvenz habe ich Ihnen hier beantwortet. Für weitere Fragen schreiben Sie mir am besten eine Mail oder Sie buchen einen ausführlichen Beratungstermin.

EU-Insolvenz FAQ

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Wird die englische Restschuldbefreiung in Deutschland anerkannt?
Was ist eine Privatinsolvenz nach englischem Recht?
Was ist eine Privatinsolvenz nach französischem Recht?
In welchem Land ist die EU-Insolvenz am besten?
Wie sicher ist die EU-Insolvenz in England?
Wie lange dauert die Privatinsolvenz in England?
Bin ich nach der Abmeldung aus Deutschland staatenlos?
Wie verhalte ich mich gegenüber Gläubigern vor dem Insolvenzantrag?
Kann ich meine deutsche Krankenversicherung behalten?
Wie wird das Insolvenzverfahren in England gestartet?
Wie hoch sind die Verfahrensgebühren?
Was geschieht, nachdem ich den Insolvenzantrag eingereicht habe?
Was geschieht mit meinem Eigentum und meinem Vermögen?
Was geschieht mit meinem Gehalt?
Erlange ich Vollstreckungsschutz?
Wie verläuft das eigentliche Gerichtsverfahren?
Welche Pflichten bestehen im englischen Insolvenzverfahren?
Welche Schulden erhalten keine Restschuldbefreiung?
Was tun, nachdem ich die Discharge erhalten habe?
Wie verhält es sich mit meinem Immobilieneigentum?
Wird die englische Restschuldbefreiung in Deutschland anerkannt?

Ja. Gemäß Art 3 .V.m. Art. 26 EUInsVO anerkennen die EU-Staaten die Restschuldbefreiung aus anderen EU-Ländern. Umgekehrt darf einem deutschen Staatsbürger das Insolvenzverfahren in einem anderen EU-Staat nicht versagt werden. Rechtliche Grundlage der EU Entschuldung ist die Anerkennung der ausländischen Entschuldungsverfahren samt Restschuldbefreiung in Deutschland (siehe Verordnung EG-Nr. 1346/2000 des Rates vom 29.05.2000). Entsprechend dieser Verordnung werden in Deutschland die Entschuldungsverfahren mit Restschuldbefreiung anerkannt, wenn die Verfahren dem deutschen Recht vergleichbar sind. Die Vergleichbarkeit der englischen, französischen oder irischen Insolvenzgesetze haben deutsche Gerichte wiederholt festgestellt.

Was ist eine Privatinsolvenz nach englischem Recht?

Die englische Privatinsolvenz gewährt automatisch Restschuldbefreiung spätestens 12 Monate nach Antragstellung und die englische Restschuldbefreiung wird von deutschen Gerichten anerkannt. Voraussetzung für die Anwendung der englischen Insolvenz-Gesetzgebung auf Ihre Person ist natürlich, dass Sie in England Ihren Lebensmittelpunkt, genauer: Schwerpunkt Ihrer wirtschaftlichen Interessen haben. Dies macht das Verfahren so aufwändig.

Was ist eine Privatinsolvenz nach französischem Recht?

Die Verbraucherinsolvenz nach französischem Recht in Elsass Lothringen nutzt eine Gesetzeslücke, nach der es dort für Privatpersonen keine Wohlverhaltensperiode gibt. Wer das Verfahren in Frankreich durchlaufen will, muss dem französischen Schwurgericht nachweisen, dass er seit mindestens sechs Monaten seinen Lebensmittelpunkt in dem jeweiligen Gerichtsbezirk hat. Den eigentlichen Insolvenzantrag stellt ein französischer Anwalt. Zum Eröffnungstermin muss der Betroffene persönlich erscheinen. Nach Überprüfung der Sach- und Rechtslage berichtet der Insolvenzverwalter dem Insolvenzgericht. Ohne Masse wird das Verfahren abgewiesen. Die Abweisung mangels Masse stellt dann das Äquivalent zum deutschen Restschuldbefreiungsbeschluss dar.

In welchem Land ist die EU-Insolvenz am besten?

Grundsätzlich bevorzuge ich England. Während man in Frankreich die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit einem Anwalt vor Gericht durchkämpfen muss, sind die Voraussetzungen für die Eröffnung der englischen Privatinsolvenz weniger streng. Weil der Insolvenztourismus nach Frankreich überhand nahm, haben die dortigen Insolvenzgerichte die Zulassungsvoraussetzungen nahezu unmöglich gemacht.

Wie sicher ist die EU-Insolvenz in England?

Die Rechtsprechung ist nach über 10 Jahre EU-Insolvenz vollständig gefestigt und es gibt keine Probleme mehr bezüglich der Anerkennung. In England kam es in den letzten Jahren vereinzelt zur nachträglichen Annullierung der Restschuldbefreiung, weil die Schuldner mit der Nachweisbarkeit ihres Lebensmittelpunktes geschlampert hatten. Eine solche Blöße muss man sich ja nicht geben.

Wie lange dauert die Privatinsolvenz in England?

Die Privatinsolvenz nach englischem Recht dauert exakt 12 Monate ab Eröffnung. Hinzu kommt ca. ein halbes Jahr Vorbereitungszeit, bis die örtliche Zuständigkeit vom deutschen auf das englische Insolvenzgericht übergegangen ist. 12 Monate nach der Bankrotterklärung erhalten Sie die Restschuldbefreiung (=discharge) automatisch aufgrund Zeitablauf. Danach können Sie bei Gericht ein Certificate of Discharge entsprechend dem deutschen Restschuldbefreiungsbeschluss beantragen, zum Nachweis in Deutschland, dass Sie entschuldet sind.

Bin ich nach der Abmeldung aus Deutschland staatenlos?

Nein sind Sie nicht. Sie bleiben deutscher Staatsbürger und behalten sowohl Reisepass als auch Personalausweis.

Wie verhalte ich mich gegenüber Gläubigern vor dem Insolvenzantrag?

Es ist eine taktische Frage, ob man den deutschen Gläubigern die englische Adresse sofort mitteilt oder erst im Insolvenzverfahren und muss für jeden Fall gesondert entschieden werden. Will ein Gläubiger gegen Sie vollstrecken, ist es auf jeden Fall sinnvoll, den Gerichtsvollzieher schon aus Gründen der Fairness von der neuen Adresse zu benachrichtigen. Das wird ihn von einem Besuch an Ihrer deutschen Adresse abhalten. Nachdem Sie den Lebensmittelpunkt vollständig in England eingerichtet haben, macht ein allgemeines Benachrichtungsschreiben an alle Gläubiger auf jeden Fall Sinn.

Kann ich meine deutsche Krankenversicherung behalten?

Ja, Sie können Ihre private Krankenversicherung behalten und das empfehlen wir Ihnen auch. Während Ihres Aufenthaltes in England können Sie sich allerdings auch dort versichern, zu äußerst günstigen Tarifen. Das für Sie als angestellter Arbeitnehmer unentgeltlich soziale Krankenversicherungssystem wollen wir Ihnen aufgrund der bedenklichen Qualität allerdings nicht empfehlen.

Wie wird das Insolvenzverfahren in England gestartet?

Das Gericht eröffnet das Insolvenzverfahren gegen eine Privatperson aufgrund eines eigenen Insolvenzantrages. Antragsberechtigt ist die verschuldete Person selbst oder jeder Gläubiger mit einer Forderung über £750. Bei einem Eigenantrag ist ein Online-Formular auszufüllen. Das Formular beinhaltet einen umfangreichen Fragebogen zur Vermögenssituation und den privaten Verhältnissen.

Wie hoch sind die Verfahrensgebühren?

Sie müssen eine Gerichtsgebühr in Höhe von 390 GBP als Vorschuss bei der Gerichtskasse vor Ort einzahlen sowie einen Betrag von 310 GBP als Vorschuss für die Kosten des Insolvenzverwalters. Die Gerichtskosten sind bei der Gerichtskasse einzuzahlen.

Was geschieht, nachdem ich den Insolvenzantrag eingereicht habe?

Nachdem Sie den Insolvenzantrag online gestellt haben, kommt es zu einem Anhörungstermin mit dem Adjudicator. Dieser überprüft neben den üblichen Voraussetzungen zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens insbesondere ob Sie Ihren Lebensmittelpunkt in der Zuständigkeit des englischen Gerichts haben. Lehnt der Adjudicator Ihren Antrag ab, kommt es zu einer Anhörung vor dem Insolvenzrichter. Üblicherweise dürfte die Anhörung in wenigen Minuten erledigt sein. Eine gründliche Vorbereitung wird dennoch dringend empfohlen. Ein weiterer Anhörungstermin findet wenige Wochen später mit einem Mitarbeiter der englischen Insolvenzbehörde statt. In diesem Anhörungstermin wird Ihr Antrag durchgegangen und gegebenenfalls ergänzt. Möglicherweise werden Sie zusätzlich zu Ihren Schulden und Vermögenswerten gefragt und warum Sie pleite sind.

Was geschieht mit meinem Eigentum und meinem Vermögen?

Alle nennenswerten Vermögenswerte, die bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestanden haben, verbleiben über die Erteilung der Restschuldbefreiung hinaus unter der Kontrolle des Insolvenzverwalters. Sie werden Ihnen nicht zurückgegeben. Es kann einige Zeit dauern, bis all Ihre Vermögenswerte verwertet sind. Sollte der englische Insolvenzverwalter Vermögen ermittelt und beschlagnahmt haben – was unwahrscheinlich ist – wird er die Ausschüttung der Zeitungsinserat ankündigen. Holen die Gläubiger das Geld nicht ab, fällt es an die englische Krone.

Was geschieht mit meinem Gehalt?

Ab ca. 1.300 GBP Nettoeinkommen müssen Sie Zahlungen an den Adjudicator leisten. Feste Pfändungsgrenzen wie in Deutschland gibt es in England nicht. Vielmehr handeln sie diese mit dem Adjudicator individuell aus. Der Adjudicator schließt mit Ihnen dann einen Vertrag, das so genannte Income Payment Agreement. Der Vertrag verpflichtet Sie für drei Jahre einen festen Geldbetrag an einen vom Insolvency Service bestimmten Trustee abzuführen.

Erlange ich Vollstreckungsschutz?

Nein, leider nicht. Nach englischen Recht darf auch noch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen Sie vollstreckt werden. Erst die Erteilung der Restschuldbefreiung also das Certificate of Discharge hindert Gläubiger an der Zwangsvollstreckung. Aber das weiß keiner in Deutschland und solange Sie in England wohnen, stört die Vollstreckbarkeit auch nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht weiter, weil in England ohnehin so gut wie keine Zwangsvollstreckung stattfindet.

Wie verläuft das eigentliche Gerichtsverfahren?

Nach dem sich der Adjudicator im Anhörungstermin ein Bild über Ihre Situation verschafft hat, erstellt er einen Rechenschaftsbericht zu Ihrer Vermögens- und Schuldensituation. Der Rechenschaftsbericht wird den Gläubigern binnen 12 Wochen zugestellt. Eine Gläubigerversammlung wie in Deutschland gibt es nicht. Etwaige Einwände tragen Gläubiger schriftlich vor. Nach dem Interview lässt der Adjudicator in der Regel in Ruhe und die Restschuldbefreiung erfolgt automatisch durch Fristablauf.

Welche Pflichten bestehen im englischen Insolvenzverfahren?

Über Ihre Pflichten während des Insolvenzverfahrens wird Sie der Adjudicator im Anhörungstermin informieren. Die Pflichten sind gleich einem deutschen Insolvenzverfahren: Das Vermögensverzeichnis muss richtig und vollständig sein, Sie dürfen kein Geld verstecken und Sie müssen die Fragen des Adjudicators beantworten.

Welche Schulden erhalten keine Restschuldbefreiung?

Nach englischem Recht sind nur solche Schulden von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen, die unter den englischen fraud-Begriff fallen. Fraud ist gleichbedeutend mit dem deutschen Betrug. Das bedeutet in der Praxis, dass Sie beispielsweise für Steuerhinterziehung die Restschuldbefreiung in England erhalten werden. Aber leider werden die deutschen Gerichte die englische Restschuldbefreiung dann nicht anerkennen.

Was tun, nachdem ich die Discharge erhalten habe?

Das englische Insolvenzgericht erteilt auf Antrag eine Bescheinigung über die Restschuldbefreiung (=Certificate of Discharge) spätestens 12 Monate nachdem Sie für bankrott erklärt wurden. Damit das Certificate of Discharge in Deutschland anerkannt wird, muss es mit einer Apostille überbeglaubigt und übersetzt werden. Dieses Dokument ist dann der Restschuldbefreiungsbeschluss. Ein zusätzliches Anerkennungsverfahren bei einem deutschen Gericht gibt es nicht. Mit Hilfe des Certificate of Discharge können Sie die Löschung aus dem Schuldenregister und Schufa beantragen. Anschließend informieren Sie die Gläubiger über die erteilte Restschuldbefreiung. In der Schufa bleiben Sie so wie nach einer deutschen Insolvenz noch weitere drei Jahre eingetragen, mit dem so genannten Löschungsvermerk, zum Beispiel: Restschuldbefreiung wurde erteilt am … Damit weiß jeder noch für weitere drei Jahre, dass Sie eine Insolvenz durchlaufen haben.

Wie verhält es sich mit meinem Immobilieneigentum?

Das Immobilieneigentum in Deutschland nimmt nicht an einem Insolvenzverfahren in England teil und interessiert den Adjudicator damit nicht. Will ein Gläubiger eine werthaltige Immobilie in Deutschland verwerten, muss er in Deutschland eine Sekundärinsolvenz einleiten, die sich dann nur auf die Verwertung der Immobilie beschränkt.

35 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Frank Richter
    21. Juli 2019 11:48

    Sehr geehrter Herr Franzke, angenommen ich melde mich in Deutschland ab und bereite meine Auswanderung nach Irland vor und in der Zeit von der Abmeldung in Deutschland bis hin zur offiziellen Anmeldung in Irland oder kurz danach reicht ein “böswilliger” Gläubiger (der von dem Vorhaben erfahren hat) Insolvenz gegen mich in Deutschland ein. Was passiert, wie muss man sich verhalten? Wie erfahre ich davon? Vielen Dank für Ihre Mühe und viele Grüße

    Antworten
    • Jörg Franzke
      22. Juli 2019 6:45

      Dann müssten Sie Beweis führen, dass sich Ihr Lebensmittelpunkt schon seit mehreren Monaten in Irland befindet. Falls Ihnen das gelingt, erklärt das deutsche Insolvenzgericht sich für unzuständig. Falls nicht, haben Sie Pech gehabt.

      Antworten
  • Guten Tag, nach einer versagten Restschuldbefreiung in Deutschland habe ich 2015 die Discharge in London erhalten. Mein Lebensmittelpunkt ist weiterhin UK ich habe dort eine Ltd., Angestellte, Wohnung etc.. Nun habe ich an meine alte deutsche Adresse eine Mahnung vom Finanzamt erhalten, allesamt Steuerschulden aus 2007 & 2008 (Umsatzsteuer) ich soll meine Vermögensverhältnisse offenlegen. Nur durch Zufall hat mich der Brief erreicht. Was ist zu tun? Das Finanzamt wurde im englischen Verfahren definitiv in die Gläubigerliste aufgenommen. Sind die Schulden außerdem nicht auch verjährt mit Ende dieses Jahres? Danke für eine Info.

    Antworten
    • Jörg Franzke
      5. Januar 2019 18:32

      Dem Finanzamt das Certificate of Discharge schicken, überbeglaubigt mit einer Apostille und ins Deutsche Übersetzt. Das wird das FA dann akzeptieren.

      Antworten
  • Amadi Jones
    24. August 2018 12:32

    Hallo Herr Franzke

    In den letzten 15 Jahren war ich nicht in der Lage, die meisten meiner Schulden zu bezahlen, und ich verlor aufrichtig alle Schulden. Manche sind so klein wie 100 Euro und andere, wie die Kreditkartenschulden sind jetzt etwa 8000 Euro. Insgesamt glaube ich, dass ich mit etwa 2000-25000 Euro verschuldet bin. Hin und wieder werde ich einen Brief von Inkasso-Firmen bekommen, manchmal kann ich mich nicht einmal mehr an die Transaktion erinnern, die sie repräsentieren und wann die Schulden entstanden sind. Ich hatte einen Autounfall und wurde mit 50 Jahren Rentner. Aber ich würde gerne das ganze Durcheinander beseitigen und wieder ein normales Leben führen.

    Nun meine Frage in: Angenommen, ich würde mich für die englische Insolvenz entscheiden, was wird passieren, wenn ich mich nicht an einige meiner Gläubiger erinnern oder sie erwähnen würde? Das heißt, ist es wichtig, alle Gläubiger aufzulisten und sie über das Insolvenzverfahren zu informieren?

    Vielen Dank

    Antworten
    • Jörg Franzke
      24. August 2018 21:12

      Eine englische Insolvenz ist viel zu teuer für Sie. Sie müssten dort Ihren Lebensmittelpunkt begründen und das kostet eine Menge Geld. Also empfehle ich Ihnen das deutsche Insolvenzverfahren. Sie beginnen mit den Schulden, die Sie aktuell kennen. Kommen während des Verfahrens neue Schulden hinzu, übergeben Sie diese dem Insolvenzverwalter, damit er sich darum kümmert.

      Antworten
  • Matthias Medlock
    28. Oktober 2017 14:05

    Auf einer anderen Webseite ist zu lesen, daß im Falle einer Insolvenz in Irland die Familie, also die Ehepartnerin mit umziehen müsste, sonst hätte man seinen Lebensmittelpunkt dort, wo die Ehepartnerin lebt (wir leben in einem Eu-Land, nicht in Deutschland). Ist das echt so?

    Antworten
  • Rudolf R.
    29. Mai 2017 11:16

    Hallo Herr Franzke
    Ich habe bezüglich England-Insolvenz folgende Frage.
    Auf Grund von Steuerrückständen wurde mir der Reispass versagt.
    Wird diese Passversagung nach Erteilung der Restschuldbefreiung ebenfalls aufgehoben?
    Vielen Dank für Ihr Statement!

    Antworten
  • Hallo Herr Franzke,

    hoffe, dass ich hier richtig bin für eine Frage.
    Kurzfassung:
    Ich seit ca. 4 Jahren in Insolvenz.
    Meine Ehefrau seit ca. 1 Jahr aus der Insolvenz.
    Sie geht arbeiten (ca. 1400€ Netto) und möchte evtl ein Kleingewerbe betreiben (zusätzlich).
    Jetzt meine Frage:
    Da ich auch wieder arbeiten möchte ist es für mich auch interessant zu wissen, ab welchen Einkünften ICH mit Abgaben an den Insolvenzverwalter zu rechnen habe.

    Hoffe das die Frage hier richtig gestellt ist und eine Antwort bekommen kann.
    Wenn Ja, dann schon einmal vielen Dank im Voraus!

    Antworten
    • Jörg Franzke
      21. April 2017 20:12

      Kommt auf die Anzahl Ihrer Unterhaltspflichten an. Keine Unterhaltspflicht 1.079 € netto, eine Unterhaltspflicht 1,470 € usw. siehe gesetzliche Pfändungstabelle.

      Antworten
  • Studienkreditschuldner
    17. April 2017 3:52

    Sehr geehrter Herr Franzke,

    Ich bin durch einen Studienkredit der KFW (50Td) überschuldet. In London habe ich ein Jobangebot,allerdings nur 20k/Jahr. Sofern ich die Kreditraten bedienen muss, kann ich die Lebenshaltungskosten vor Ort nicht bestreiten und den Job daher nicht annehmen. Nun stellt sich mir die Frage, ob dies in Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren möglich bzw ratsam ist. Wird der englische Arbeitgeber dabei informiert?
    Haben Sie Erfahrungen damit, ob die KFW den Restschuldenerlass anerkennt? Und mit welchen Gesamtkosten wäre in etwa zu rechen, wenn ich mich im Insolvenzverfahren durch Sie vertreten ließe (Anwalts-und Verfahrenskosten) ?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe

    Antworten
    • Jörg Franzke
      19. April 2017 7:26

      Der englische Arbeitgeber wird auf alle Fälle informiert. Falls Sie längere Zeit in UK wohnen wollen und sich dort beruflich etablieren wollen, wird eine Insolvenz in England sehr hinderlich sein. Nach englischem Recht werden Studienkredite nicht von der Restschuldbefreiung erfasst. Ob sich das auch schon bei der KfW herumgesprochen hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich schon.

      Antworten
  • Hallo Herr Franzke, befinde mich in einer eröffneten Insolvenz seit 01.03.2016, bin selbständig, in der InsO Masse sind schon knapp 100Td. Euro ( gesamt Schulden 450Td.). Darf ich meine Selbständigkeit in D. behalten
    und zusätzlich in der Schweiz eine temporäre oder vertretende Anstellung als Ärztin annehmen? Darf der InsO Verwalter mein Einkommen aus der Schweiz verpfänden? Muss ich ihn über das dieses Einkommen in vollem Umfang informieren? Danke!

    Antworten
    • Jörg Franzke
      26. Januar 2017 7:13

      Ja, Sie dürfen Ihre Selbständigkeit erhalten und zusätzlich eine beliebige Anstellung annehmen. Der Insolvenzverwalter dürfte das Einkommen in der Schweiz auch pfänden, aber: Sie sollten mit dem Isolvenzverwalter eine schriftlich Einigung treffen, wie viel Geld Sie als Selbständige zur Insolvenzmasse abführen müssen. Dazu sollte der Insolvenzverwalter Ihre selbständige Tätigkeit aus der Insolvenzmasse freigeben.

      Antworten
  • Rainer Rochelt
    16. August 2016 22:06

    Guten Tag Herr Franzke,
    Ich (Österreicher) erwarte die Inanspruchnahme von Haftungen seitens dem Finanzamt und von Banken aus einem Insolvenzverfahren einer GmbH.
    Ich möchte Fragen, ob es Sinn macht, eine (mir gehörende) schuldenfreie und gut gehende Immobilien GmbH mit Sitz in Innsbruck nach UK (im Sinn der Niederlassungsfreiheit) zu verlegen. Würde es diesfalls auch Sinn machen, wenn ich dann selbständig in UK tätig bin um den Lebensmittelpunkt nachzuweisen?
    Besten Dank für Ihre Nachricht im Voraus!
    Rainer R

    Antworten
    • Jörg Franzke
      18. August 2016 16:33

      Sie können die GmbH nicht einfach nach England umziehen. Es würde aber großen Sinn machen, wenn Sie als Privatperson Ihren Lebensmittelpunkt nach England verlegen. Trotz Brexit ist die Insolvenz dort noch möglich und wird auch anerkannt.

      Antworten
  • Hallo Herr Franzke,
    herzlichen Dank für die informative Zusammenstellung der Informationen zum Inso-Verfahren!
    Meine Frage ist: Kann ich den Insolvenzantrag auch ohne anwaltliche Hilfe stellen?
    Lebe in Spanien und bin ohne Rücklagen.
    Danke für Ihre Antwort.
    Mit freundlichem Gruß,
    Brigitte H

    Antworten
    • Jörg Franzke
      14. Dezember 2015 6:30

      Nein. Entweder über eine Schuldenberatung oder über einen Anwalt. Solange Sie in Spanien leben, geht das eh nicht, weil das deutsche Insolvenzgericht für Sie nicht zuständig ist.

      Antworten
  • Guten Tag,
    ich durchlaufe gerade das englische Insolvenzverfahren und werde wohl auch in England bleiben, da ich hier nun freuberuflich als Grafiker arbeiten kann.
    Als Freiberufler brauche ich aber zwingend ein Konto, das alte bei der HSBC ist durch die Inso aufgeraucht.
    Wie komme ich an neues Konto?
    Wie hoch sind hier die Pfändungsfreigrenzen? Vom Insoövenzverwalter habe ich nach dem Erstgespräch nichts mehr gehört, will aber auch dort nicht fragen. Die berühmten schlafenden Hunde. Danke für Infos!

    Antworten
    • Jörg Franzke
      4. Februar 2015 22:02

      Sie müssen dem Official Receiver nicht über Ihre aktuellen Einkünfte informieren. Pfändungsgrenzen wie in Deutschland gibt es nicht. Der OR wird entweder ein Income Payment Agreement mit Ihnen abschließen, wenn er die Auffassung vertritt, dass Sie zu viel verdienen. Aber das war offensichtlich nicht der Fall, also lassen Sie alles auf sich beruhen und machen gar nichts. Fürs Konto kann ich Ihnen keine Empfehlung abgeben. Einfach versuchen.

      Antworten
  • Helga Schröder
    11. Dezember 2014 16:33

    Sehr geehrter Herr Franzke,
    auf Ihren Seiten im Internet habe ich sehr viele hilfreiche Informationen zur Insolvenz gefunden. Vielen Dank dafür.
    Nun habe ich einige mich persönlich betreffende Fragen, ob eine Insolvenz in England für mich möglich und sinnvoll ist.
    Meine Schulden sind sehr hoch und stammen aus den Immobiliengeschäften, die mein Mann und ich gemacht haben. Ich habe für alle Immobilien und Darlehen mitunterzeichnet und gebürgt. Nach einem Streit mit der Hauptbank haben wir alles verloren. Mein Mann wollte aber nie eine Insolvenz angehen. Zu Beginn des Jahres ist er verstorben. Nun möchte ich mein Leben aufräumen und wieder neu anfangen. Ich habe weder Immobilienbesitz noch andere Werte. Der größte Anteil der Gläubiger sind Banken, die unsere Immobilien im Schnelldurchgang versteigert haben, wodurch die Belastungen nie abgelöst werden konnten.
    – Ich bekomme eine (Früh-)Pension, da ich lange als Lehrerin gearbeitet habe, bevor ich meinen Mann kennen lernte. Nach deutschen Verhältnissen liegen die Bezüge knapp unterhalb der Pfändungsgrenze, da meine vier Kinder sich noch in der Ausbildung befinden. Ist eine Insolvenz in England für mich als Privatperson in Pension überhaupt möglich?
    – Muss man in England arbeiten? Das würde ich sehr gerne tun, sehe dazu aber in meinem Alter (61) wenig Chancen. Braucht man diese Sozialversicherungsnummer?
    – Muss man für die Insolvenz in London leben oder ist es egal, wo man lebt (in England)? Ich fürchte, dass die Kosten in London extrem hoch sind, und ich habe dort keine Bekannten.
    – Im Internet habe ich gesehen, dass es wegen der hohen Mieten viele Wohngemeinschaften gerade in London gibt. Würde so eine Gemeinschaftswohnung auch ausreichen als Nachweis für den Lebensmittelpunkt (abgesehen von anderen Nachweisen)?
    Ich kann mir auch vorstellen, nach einer eventuellen Insolvenz in England zu bleiben, es gibt für mich keinen zwingenden Grund, anschließend sofort wieder nach Deutschland zu gehen (meine Kinder sind selbständig und so weit ist England ja nicht entfernt).
    Für Ihre Antwort bin ich Ihnen sehr verbunden.
    Freundliche Grüße
    Helga Schröder

    Antworten
  • Hallo Hr Franzke
    Habe eine Frage bezüglich der neuen Insolvenzreformen bzw. Insolvenzplan , gelten das auch für Verfahren die bereits vor dem 01.07.2014 eröffnet wurden .
    MfG

    Antworten
    • Jörg Franzke
      18. September 2014 6:30

      Ja, der Insolvenzplan gilt auch für Verfahren, die vor dem 1.7. eröffnet wurden, aber noch nicht in der Wohlverhaltensperiode sind.

      Antworten
    • Sehr geehrter Herr Franzke,
      Vielen Dank für Ihre informative Seite! Auf diesem Wege wende ich mich an Sie mit folgender Frage. Wir sind Eheleute und beide seit Mitte dieses Jahres in der PI. Nun bekamen wir vor Kurzem ein Betriebskostenguthaben aus dem Jahr 2013, also vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Gehört dieses Guthaben uns oder müssen wir es an den Insolvenzverwalter abführen. Greift hier die neueste Entscheidung des BGH, Urteil vom 22.05.2014 – IX ZR 136/13 oder gilt sie nur für einen Zeitraum nach Wirksamwerden der Enthaftungserklärung gemäß § 109 Abs. 1 S. 2 InsO ?

      Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus und beste Grüße
      Anne Wilk

      Antworten
      • Jörg Franzke
        13. November 2014 8:09

        Leider gehört die Betriebskostenrückerstattung zur Insolvenzmasse und dies müssen Sie dem Insolvenzverwalter auch noch mitteilen.

        Antworten
        • Vielen Dank für Ihre prompte Antwort! Wir haben beide Insolvenzverwalter über das Guthaben informiert. Nun ist einer der Meinung, aufgrund der oben genannten Entscheidung des BGH sei das Guthaben nicht auskehrbar und der andere vertritt eine Gegenmeinung. Wir sind/waren etwas verwirrt. Deswegen meine Frage. Beste Grüße
          Anne Wilk

          Antworten
  • Juergen Frahm - von der Beeck
    13. September 2014 20:59

    Hallo,
    was passiert mit meinen Versorgungsanspruechen bei einem berufsstaendigen Versorgungswerk( ggf. mit Kapitaloption mit 65 Jahren)? Bin jetzt 57.
    Mit freundlichen Gruessen
    Juergen Frahm – von der Beeck

    Antworten
    • Jörg Franzke
      16. September 2014 19:48

      Falls Sie eine Kapitaloption haben, hat sie einen späterer Insolvenzverwalter auch. Also wird er diese wählen und das gesamte Guthaben zu Gunsten der Insolvenzmasse verwerten.

      Antworten
  • Hildegard Feier
    10. September 2014 10:29

    Guten Tag
    eine kurze Anfrage-mein Partner hat eine Privatinsolvenz-es bleiben ihm 1046,- E monatlich.

    Er möchte in Kürze bei mir einziehen-ich habe ein Einkommen von ca.1600–.
    Wird mein Einkommen mit eingerechnet???????

    vielen Dank für Ihre Anwort

    mfg
    H.Feier

    Antworten
  • Schuldner, derzeit in England
    29. August 2014 19:21

    Ich möchte hier ein klares Lob für Herrn Franzke aussprechen:

    Ich befand mich in einer aus meiner Sicht ausweglosen Situation der Überschuldung. Ich war sehr verzweifelt und nach bedrückenden Jahren mental am Ende. Herr Franzke hat in einigen (kostenfreien) Telefonaten und einem Beratungsgespräch in seiner Kanzlei einen Weg aufgezeigt, der mein Leben um 180 Grad gedreht hat. Nun bin ich in England und bereite mich auf das Verfahren vor.
    Das Konzept ist klar, die Anleitung kompetent, stets irgendwie leicht und humorvoll. Hätte ich das vor zwei Jahren gewusst, so hätte ich mir viele schlaflose Nächte und viele unnötige Sorgen gespart. Mein Leben ist nun mit einer klaren Perspektive geordnet und vor allem sind die erdrückenden Geldsorgen weg.

    Mein Fazit: Hier sitzt ein absolut kompetenter Fachmann, der Sie wirklich aus den Schulden holt. Zögern Sie nicht, später wirds schwieriger (auch nicht unmöglich), es gibt aber keinen Grund, noch Monate unter Schulden zu leiden. Man kann einen sauberen Schnitt machen und neu anfangen.

    Antworten
  • Jason Semmelbrot
    7. August 2014 18:17

    Hallo Hr.Franzke, ich habe folgende Frage: Sind bei ,,Privatschulden” (entstanden ausschließlich aufgrund von Krebsbehandlung Krankenhaus-und Arztrechnungsschulden 8 Gläubiger, Vollstreckungsbeschlüsse sind 2 Jahre alt)
    Geld, Anteile und Stammkapital einer Ltd in England pfändbar wenn man grad in England lebt? (Schuldner ist Direktor) Man könnte doch sagen das Geld gehört der Firma und nicht dem Schuldner ist das richtig? Ich habe vor meinen Gläubigern einen Vergleich anzubieten und habe Sorge das diese noch schnell was Pfänden würden. Nach langer Recherche habe ich für mich beschlossen dass eine Insolvenz nicht in Frage kommt und ein Vergleich besser wäre. Ist das Firmenbankguthaben der Ltd auch pfändbar?

    Antworten
    • Jörg Franzke
      8. August 2014 6:37

      Es kommt darauf an, wer der Eigentümer der Gesellschaftsanteile ist. Aber Pfändung kommt in England ohnehin nicht vor.

      Antworten

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