Dentallabor mit Schutzschirm saniert, 70jährige Familientradition wird fortgeführt

Dentallabor mit Schutzschirm saniert, 70jährige Familientradition wird fortgeführt

Blog zum Schutzschirmverfahren

Dentallabor mit Schutzschirm saniert, 70jährige Familientradition wird fortgeführt

Unternehmer behält Dentallabor dank Schutzschirmverfahren

Ein Dentallabor benötigte nach 70jährigem Bestehen eine Rundum-Erneuerung. Dies ist mir mit Hilfe des Schutzschirmverfahren gelungen. Die Familientradition wird fortgeführt.

Der Fall

Die B+N GmbH ist ein seit rund 70 Jahren bestehendes Dentallabor in Familienbesitz. Das Unternehmen ist als zuverlässiger und qualitätsbewusster Hersteller von Zahnersatz aufgrund seines langjährigen Bestehens eine feste Größe bei Zahnarztpraxen in der Umgebung rund um den Betriebsstandort und wird von diesen regelmäßig beauftragt. Im Unternehmen sind 12 Mitarbeiter angestellt.

Die B+N GmbH wurde im Jahr 1949 von dem Großvater des heutigen Gesellschafter-Geschäftsführer gegründet. In den 60er bis 90er Jahren erwirtschaftete die B+N GmbH aufgrund eines günstigen Umfeldes regelmäßig auskömmliche Gewinne. Zu Bestzeiten waren im Unternehmen bis zu 35 Mitarbeiter angestellt Die Familie investierte die Unternehmensgewinne in ein Betriebsgrundstück ließ darauf ein speziell auf die Bedürfnisse eines Dentallabors ausgerichtetes Betriebsgebäude errichten, in welchem die B+N GmbH noch heute produziert. Das Betriebsgrundstück steht in Entsprechung einer Betriebsaufspaltung im Eigentum der Familien GbR. Die B+N bezahlt an die GbR eine monatliche Pacht. Die Belegschaft der B + N GmbH ist überwiegend „alt gedient“ und seit Jahrzehnten im Unternehmen angestellt. Die B+N GmbH ist finanziert mit rund 108.000 € Fremdkapital in Form eines Finanzierungskredits für eine Teleskop-Fräsmaschine sowie mit Eigenkapital der Familie in Höhe von ca. 440.000 €. Das Eigenkapital ist in Form von nachrangigen Darlehn investiert. Es gibt des weiteren einen Kontokorrent-Kredit bei der Sparkasse. Dieser ist besichert mit einer Bürgschaft zu Lasten des Vaters. Das betriebliche Anlagevermögen ist veraltet und vollständig abgeschrieben, ein nennenswertes Warenlager gibt es nicht. Die B+N GmbH produziert seit Jahren Verluste. Zum 31.12.16 wies das Unternehmen einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 542 T€ aus.

Insolvenzursache

Seit rund 15 Jahren trübt sich das wirtschaftliche Umfeld für Dental-Labore ein. Etatkürzungen für Kassenpatienten führen zu sinkenden Gewinn-Margen. Ausländische Konkurrenz aus Osteuropa und nunmehr auch aus China macht den eingesessenen Dental-Laboren das Leben schwer. Zahnärzte, die bisher Kunden waren, betreiben eigene Dental-Labors oder sind in Gesundheitszentren zusammengeschlossen. Verwöhnt durch die Jahrzehnte währende positive Ertragssituation muss der heutige Gesellschafter-Geschäftsführer sich eingesehen, dass er mit dem Turn-Around zu spät begann. Der Geschäftsführer versuchte dem Negativtrend zunächst mittels Sparrunden umzukehren. Seine Möglichkeiten hierzu waren jedoch aufgrund langfristiger Vertragspflichten begrenzt. Der erforderlichen Personalanpassung stand dem Kündigungsschutz entgegen. Der Geschäftsführer hat sich unternehmensstrategisch beraten lassen und spezialisiert sein Unternehmen auf Fertigungstechniken von Spezial-Implantaten, welche die ausländische Konkurrenz (noch) nicht leisten kann. Hierzu hat er in eine moderne Teleskop-Fräsmaschine investiert und baut einen Vertrieb und Marketing auf, um neue Kunden für die Technik zu gewinnen. Das Unternehmen hat sich am Markt nunmehr positioniert als Spezialist für besonders schwierig zu erstellende Implantate.

Sanierungskonzept

Dieser Insolvenzplan stellt die Gläubiger besser aus die Regelinsolvenz: Das Verfahren wurde insbesondere dazu genutzt, die langfristigen und unrentablen Vertragsverhältnisse zu kündigen oder neu auszuhandeln. Auch mussten Mitarbeiter entlassen werden. Das Verfahren bot die Gelegenheit, insbesondere die Problemfälle unter den Mitarbeitern zu klären. Allein diese Maßnahmen reichten aus, um das Unternehmen zurück in die Rentabilität zu führen. Mit der Sparkasse konnte ausgehandelt werden, dass diese die strategisch wichtige Implantat-Fräsmschine nicht beschlagnahmte und verwertete, sondern die “Finanzierung” fortführt. Somit kann das Unternehmen weiter produzieren.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Dauer des Verfahrens insgesamt 13 Monate
  • Die Unternehmerfamilie kann die 70jährige Unternehmens-Geschichte fortführen
  • Verschuldung vor Antragstellung: 373.000 €
  • Einigung mit Gläubigern im Insolvenzplan auf 7,80 % Quote
  • Schuldenverzicht 92% 92%
  • Quote des Insolvenzplans 8% 8%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 98% 98%
Rechtsanwalt Jörg Franzke

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Gastronom nach vernichtender Restaurant-Kritik wieder entschuldet

Gastronom nach vernichtender Restaurant-Kritik wieder entschuldet

Blog zum Schutzschirmverfahren

Gastronom nach schlechter Restaurant-Kritik wieder schuldenfrei

Gastronom feiert erfolgreiches Schutzschimverfahren

Nach schlechter Restaurant-Kritik blieben vorübergehend ein Drittel der Gäste aus. Der Einschnitt brachte den Gastronom Herrn X an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Nachdem Herr X es selbst nach Jahren nicht geschafft hatte, die Verschuldung zurückzuführen, entschied er sich für das Schutzschirmverfahren. Heute ist er entschuuldet und führt die Restaurants erfolgreich fort.

Der Fall

Herr X betreibt in Berlin zwei Gastronomie-Betriebe: Die „Gaststätte F.“ in Lichterfelde und das „Restaurant E.“ in Steglitz. Das F. ist als klassische „Berliner Kneipe“ konzipiert, mit bodenständiger Berliner Küche und einer großen Auswahl an Bieren. Das Restaurant E. hingegen stellt sich als gehobenes Speiserestaurant und Tagescafé dar. Den Gästen stehen sowohl im F. als auch im E. ca. 100 Sitzplätze zur Verfügung. Beide Restaurants sind in den jeweiligen Berliner Bezirken bekannt und frequentiert. Durchschnittlich sind 33 Arbeitnehmer im Unternehmen angestellt.

Herr X war ursprünglich in der Gaststätte F. für 10 Jahre als Kellner angestellt und mietete die Gaststätte im Jahre 2007 an. Bis ins Jahr 2012 wirtschaftete er erfolgreich, danach trübte sich der Gewinn aufgrund neu hinzugekommener Konkurrenz in unmittelbarer Nachbarschaft ein. Um einem betrieblichen Gesamtverlust zu entgegnen, ergriff Herr X die Flucht nach vorn und mietete im Jahr 2012 das Restaurant E. hinzu. Das Konzept ging zunächst auf. Auch das Restaurant E. wirtschaftete in den ersten Jahren erfolgreich.

Insolvenzursache

Im Jahr 2013 musste Herr X starke Umsatzeinbußen hinnehmen. Ursache war eine vernichtende Restaurant-Kritik, wahrscheinlich auf Betreiben der Konkurrenz. Herr X. trat der Restaurant-Kritik mit Image-Kampagnen entgegen und holte die Kundschaft nach und nach in seine Restaurants zurück. Aber der Umsatzeinbruch hatte die gesamte Liquidität verbraucht und brachte Herrn X bis an die Zahlungsfähigkeit.

Herrn X gelang es dennoch sich über Wasser zu halten und die Betriebe quasi „von der Hand in den Mund“ über mehrere Jahre fortzuführen. An einen Abbau der Schulden war jedoch nicht zu denken. Dazu reichen die Gewinnmargen der Gastronomie-Betriebe nicht aus. Schließlich erfuhr Herr X von den Möglichkeiten eines Schuldenschnitts mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens. Herr X erkannte den Schuldenschnitt als einzigen nachhaltigen Ausweg aus seiner Lage. Nach einigem Zögern entschied er sich dafür und beauftragte mich, ihn durch das Verfahren zu führen.

Sanierungskonzept

Neben den üblichen Sanierungsschritten wie die dreimalige Finanzierung der Arbeitnehmerlöhne mit dem Insolvenzgeld usw. ging es in diesem Verfahren ausschließlich darum, die Gastronomie-Betriebe zu entschulden. Einschnitte in die Unternehmensstruktur wie beispielsweise der Abbau von Arbeitsplätzen sah das Sanierungskonzept nicht vor. Die Gastronomie-Betriebe wirtschafteten bei Antragstellung rentabel. Es stand lediglich seitens des Sachwalters zur Diskussion, die nahezu unrentable Gaststätte F. aufzugeben und nur noch das Restaurant E. zu betreiben. Dieses Ansinnen konnten wir dem Sachwalter jedoch mit der Begründung ausreden, dass ein weiterer Konkurrent im Kiez auch eine Gefahr für das Restaurant E. darstellen würde.

Das Verfahren war auf einem guten Weg und wäre nach rund acht Monaten beendet gewesen, wenn nicht das Finanzamt buchstäblich in letzter Sekunde dazwischen gegrätscht wäre. Das Finanzamt lehnte meinen Insolvenzplan zunächst ab mit der Begründung, dass die Gastronomie-Betriebe verkauft werden müssen, um mehr Geld für die Befriedigung der Gläubiger zu erzielen. Es dauerte rund vier Monate, um das Finanzamt davon zu überzeugen, dass es auf dem Holzweg war. Am Ende akzeptieren die Gläubiger und auch das Finanzamt meinen Insolvenzplan einstimmig. Herr X ist schuldenfrei und hat behält seine beiden Gastronomie-Betriebe.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Herr X betreibt die Gastronomie-Betriebe in ursprünglicher Größe und Struktur
  • Kein Imageverlust bei Gästen, die Gaststätten sind unverändert stark frequentiert
  • Herr X bleibt Eigentümer des Unternehmens
  • Höhe der Verschuldung vor
  • Schutzschirmverfahren: 1.584.000 €
  • Einigung mit Gläubigern im Insolvenzplan auf Quote 12 %
  • Schuldenverzicht 88% 88%
  • Quote des Insolvenzplans 12% 12%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 83% 83%
Rechtsanwalt Jörg Franzke

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Schutzschirmverfahren rettet Anlagenbauer vor Zerschlagung durch russischen Auftraggeber

Schutzschirmverfahren rettet Anlagenbauer vor Zerschlagung durch russischen Auftraggeber

Blog zum Schutzschirmverfahren

Schutzschirmverfahren verhindert feindliche Übernahme eines russischen Auftraggebers

Schutzschirmverfahren Anlagenbau

Einem Hersteller für Sondermaschinen ist die Lieferung einer Sandsteinpresse nach Russland zum Verhängnis geworden. Die Geschäftsführung verdächtigt seinen russischen Auftraggeber, dass dieser sich mittels Korruption vor einem internationalen Handelsschiedsgericht der Russischen Föderation einen Titel erschlichen hat. Diesen Titel haben wir mit dem Schutzschirmverfahren unschädlich gemacht. Mit dem Schutzschirmverfahren wurde die feindliche Übernahme des russischen Auftraggebers verhindert.

Der Fall

Die X GmbH ist ein klassischer Betrieb für Sondermaschinen- und Anlagenbau. Das Unternehmen konstruiert, fertigt und montiert „maßgefertigte“ Anlagen und Maschinen für Kunden aus dem Bergbau und aus der Baustoffindustrie. Ihr besonderes international anerkanntes Know-how besteht in der Herstellung von Produktionsmaschinen für Porenbeton- und Kalkstandstein-Werke. Das Unternehmen befindet sich auf ehemaligem Bergbaugelände, das dem Bergbaurecht unterliegt. Dort hat die X-GbmH ein Geschäftshaus, sechs Produktionshallen und eine Freifläche mit Lagerplatz und Schwerlastkränen angekauft. Die Liegenschaften sind von der Commerzbank AG finanziert und wertausschöpfend belastet. Im Unternehmen sind derzeit 60 Mitarbeiter angestellt.

Insolvenzursache

Ursächlich für die Zahlungsunfähigkeit der X GmbH ist ein in Russland ergangenes und in Deutschland für vollstreckbar erklärtes Schiedsurteil in Höhe von 1.45 Mio €. Das russische Schiedsurteil ist das Ergebnis einer rechtlichen Auseinandersetzung über die vertragsgemäße Herstellung und Lieferung einer Silikatsteinpresse. In dem der Herstellung und Lieferung zugrundeliegenden Vertrag ist als zuständiges Gericht das internationale Handelsschiedsgericht bei der Industrie- und Handelskammer der Russischen Föderation bestimmt.

Die X-GmbH wendet zwar ein, dass das Schiedsurteil nicht unter Beachtung rechtsstaatlicher Grundsätze zustande kam und verdächtigt den Schiedsrichter der Korruption. Aber die X-GmbH wurde damit weder vor russischen Gerichten gehört, noch konnte die X-GmbH die Vollstreckbarkeitserklärung in Deutschland verhindern.

Ein entsprechendes Begehren wurde vom OLG Dresden zurückgewiesen und fand auch vor dem BGH kein Gehör. Vollstreckungsmaßnahmen des russischen Gläubigers wurden in Form eines zugestellten Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses eingeleitet. Weil die X-GmbH nicht dazu in der Lage war, entsprechende Rückstellungen zu bilden und eine Fremdfinanzierung abgelehnt wurde, war eine Sanierung nur noch mit insolvenzrechtlichen Werkzeugen durchführbar.

Sanierungskonzept

Letztendlich ging es in diesem Verfahren ausschließlich darum, den russischen Gläubiger abzuschütteln. Dies ist auch gelungen, indem die Forderung des „Russen“ aufgrund ungeklärter Gegenansprüche bestritten blieb. Am Ende des Sanierungsverfahrens wurde von den beteiligten Gläubigern ein Insolvenzplan verabschiedet, mit einer Befriedigungsquote von 1,2 %. Der russische Gläubiger ging hingegen vollkommen leer aus, weil der Insolvenzplan eine Befriedigung nur für Gläubiger mit festgestellter Forderung vorsieht, nicht aber – wie im Fall des Russen – mit bestrittener Forderung.

Der Weg bis zur erfolgreichen Verabschiedung des Insolvenzplans war steinig. Weil das Unternehmen gut aufgestellt ist, waren keinerlei Sanierungsmaßnahmen wie beispielsweise die Schließung einer unrentablen Abteilung notwendig. Vielmehr lief das Unternehmen so weiter wie bisher.

Allerdings verliert ein das Schutzschirmverfahren durchlaufendes Unternehmen das Vertrauen seiner Kunden und Lieferanten und seine Bonität. Lieferanten wollen nur noch auf Vorkasse liefern und Kunden schließen derartige Unternehmen zumindest von langlaufenden Großaufträgen wie die Herstellung einer Kalk-Sandstein-Presse von der Auftragsvergabe aus. Banken streichen die Kreditlinien. Die X-GmbH muss jeden Auftrag vorfinanzieren. Für einen Anlagenbauer mit großvolumigen Aufträgen stellt dieser Vertrauensentzug eine große Herausforderung dar.

Dennoch hat die X-GmbH die Herausforderung bewältigt. Die Geschäftsführung verstand es, sich mit der Annahme von vorfinanzierbaren Kleinaufträgen und Reparaturaufträgen über Wasser zu halten. Und es gab Auftraggeber, die sich solidarisch zeigten und trotz laufendem Schutzschirmverfahren mehrere größere Aufträge erteilten. Unbestritten war die Liquidität in den letzten Monaten angespannt. Aber es hat gereicht.

Ein besonderer Dank ist an dieser Stelle an die Commerzbank auszusprechen. Die Commerzbank hat von einer Verwertung der besicherten Grundstücke und Anlagevermögen abgesehen und dem Sanierungsteam vertraut. Dies soll ihr Schaden jedoch nicht sein. Die Commerzbank hat zugesagt, unmittelbar nach Beendigung des Schutzschirms das Unternehmen neu zu finanzieren. Einen Ausfall verzeichnet die Commerzbank somit nicht.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Der Betrieb wird in ursprünglicher Größe und Struktur fortgeführt
  • Russischer Gläubiger abgeschüttelt
  • Die Unternehmerfamilie bleibt Eigentümer des Unternehmens
  • Einigung mit Gläubigern im Insolvenzplan auf Quote 1,2 %
  • Ausschüttung an die Gläubiger: 91.211 €
  • Verfahrensdauer 10 Monate
  • Schuldenverzicht 99% 99%
  • Quote des Insolvenzplans 1% 1%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 88% 88%
Rechtsanwalt Jörg Franzke

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Taxibetrieb mit Schutzschirm auf 6 % Quote entschuldet

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Blog zum Schutzschirmverfahren

Taxibetrieb mit Schutzschirm auf 6 % Quote entschuldet

Taxi Unternehmer hat den Mut und beantragt Schutzschirmverfahren

Eine wegen nachlässiger Buchführung entstandene Steuerforderung des Finanzamtes brachte ein Taxi-Unternehmen in Not. Mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens habe ich die Steuerschuld auf eine machbare Quote von 6 % reduziert. Der Taxibetrieb ist entschuldet und die Unternehmerfamilie führt den Betrieb schuldenfrei fort.

Der Fall

Die Schuldnerin betreibt einen Taxibetrieb und im Nebengewerbe ein auf Betriebsausflüge und Werksführungen spezialisiertes Reisebusunternehmen. Die Schuldnerin fährt insbesondere für Großkunden wie Audi, Airbus, Saturn, usw.., welche die Taxis der Schuldnerin für Mitarbeiter und Besucher einsetzen. Des weiteren bedient die Schuldnerin auch Einzelkunden im klassischen Taxibetrieb. Der Rationalisierungsgrad der Schuldnerin ist mittels moderner branchentypischer Software sehr weit vorangeschritten. Im Unternehmen arbeiten derzeit 48 Mitarbeiter. Das Anlagevermögen der Schuldnerin besteht ausschließlich aus den nicht mit Drittrechten belasteten Fahrzeugen. Das Umlaufvermögen besteht aus den Forderungen gegen Auftraggeber sowie aus dem Kassen- und Kontostand. Rahmenverträge zu den Stammkunden der Schuldnerin bzw. eine durchschnittliche Laufzeit von Aufträgen gibt es nicht. Vielmehr erfolgt die Beauftragung der jeweiligen Taxi- und Busfahrten durch Zuruf per Telefonat oder über eine App wie beispielsweise „MyTaxi“.

Insolvenzursache

Zwischen den Gesellschaftern der Schuldnerin waren die Aufgaben so verteilt, dass der Gesellschafter 1 für die Buchhaltung und Verwaltung der Gesellschaft zuständig war und der Gesellschafter 2 für den Betrieb der Taxis. Ende 2015 musste Gesellschafter 2 aufgrund von unerwarteten Steuernachforderungen gravierende Versäumnisse in der Buchhaltung feststellen. Nachdem diese der intern zuständige Gesellschafter 1 nicht befriedigend aufarbeiten konnte, wurde dieser auf Betreiben des anderen Gesellschafters als Geschäftsführer abgesetzt und ausgeschlossen. Seit dem st Gesellschafter 2 zum alleinigen Geschäftsführer bestellt. Der Geschäftsführer hat darauf hin in Rücksprache mit dem Finanzamt und nach entsprechenden Stundungserklärungen die Steuerverbindlichkeiten zurückgeführt.

Die Rückzahlung schwächte die Liquidität der Schuldnerin jedoch derart, dass der Geschäftsbetrieb der Schuldnerin ohne die Sanierungswerkzeuge eines Insolvenzverfahrens nicht mehr fortbestehen kann. Der Schuldnerin gelang es nicht, sich aus eigner Kraft zu entschulden. Alle liquiden Reserven waren aufgebraucht, sodass die Schuldnerin sich zu diesem Verfahren entschied.

Sanierungskonzept

Der Knackpunkt in diesem Verfahren war der Umstand, dass einige Gläubiger auf den Verkauf des Unternehmens drängten. Die Veräußerung der Taxi-Lizenzen – so argumentierten die Gläubiger – werde zu einer höheren Quote führen, als ein Insolvenzplan. Die Schuldnerin verfügt über 24 teilweise zuvor käuflich erworbene Taxikonzessionen, welche nach Einschätzung des Geschäftsführers und des Sachwalters handelbar sind. Der Sachwalter schätzt den Wert pro Konzession auf ca. 15.000 €. Jedoch können die Konzessionen nicht isoliert bewertet werden und die einzelne Konzession stellt für sich alleine keinen Wert darf. Vielmehr können die Konzessionen nur zusammen mit den Fahrzeugen (Fuhrpark, BGA) bewertet werden.
Gemäß § 2 Abs. 3 PBefG dürfen im Verkehr mit Taxen die aus der Genehmigung erwachsenden Rechte und Pflichten nur übertragen werden, wenn gleichzeitig das ganze Unternehmen oder wesentliche selbständige und abgrenzbare Teile des Unternehmens übertragen werden. Das bedeutet, die Konzessionen wären nur als “Anhängsel” bei Veräußerung des Fuhrparks im Ganzen verwertbar. Dies aber hätte zur Folge, dass gemäß § 613 a BGB die gesamten Arbeitnehmer mit übergehen, was für einen Erwerber ein erhebliches Risiko darstellt.

Der Erwerber müsste darüber hinaus bereits eine Erlaubnis der Stadt zum Taxibetrieb innehaben und das Unternehmen müsste als weitere Zulassungsvoraussetzung seinen Sitz in Stadt haben. Die konkurrierenden Taxibetriebe mit Sitz in dieser Stadt kennen das laufende Insolvenzverfahren der Schuldnerin und haben kein Kaufangebot abgegeben. Diese Betriebe sind weitaus kleiner als die Schuldnerin und dürften aufgrund ihrer einfachen Betriebs-Struktur auch gar nicht dazu in der Lage sein, die 24 Taxen und 48 Mitarbeiter in ihren Betrieb zu integrieren. Ein Erwerber von außerhalb müsste vor dem Erwerb zunächst eine Erlaubnis bei der Stadt Ingolstadt beantragen, was erfahrungsgemäß ca. ein halbes Jahr dauert.
Auch eine Ausproduktion, das heißt Fortführung des Betriebs in einem Regelinsolvenzverfahren und Abschöpfung der Gewinne bis auf weiteres wäre nicht zielführend. Erfahrungsgemäß sind die Auftraggeber der Schuldnerin wie hier die Audi AG, Lieferanten und Arbeitnehmer nur eine begrenzte Zeit bereit, die Sanierung innerhalb eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung mitzutragen. Sie schließen eine dauerhafte Zusammenarbeit mit einem insolventen Unternehmen aus Gründen des eigenen Risikomanagement jedoch aus und würden sich mit Bekanntgabe der Rücknahme der Eigenverwaltung von der Schuldnerin zurückziehen und sich Konkurrenzbetrieben zuwenden.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Der Betrieb wird in ursprünglicher Größe und Struktur fortgeführt.
  • Kein Auftragsverlust
  • Die Unternehmerfamilie bleibt Eigentümer des Unternehmens
  • Höhe der Verschuldung vor Schutzschirmverfahren: 851.600 €
  • Einigung mit Gläubigern im Insolvenzplan auf Quote 7,9 %
  • Ausschüttung an die Gläubiger: 67.722 €
  • Verfahrensdauer 11 Monate
  • Schuldenverzicht 92% 92%
  • Quote des Insolvenzplans 8% 8%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 92% 92%
Rechtsanwalt Jörg Franzke

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Der Fall

Die Schuldnerin wurde im Jahr 2000 als Aktiengesellschaft mit Sitz in Hamburg gegründet und war an der Hamburger Börse notiert. Im Jahr 2014 wurde die Schuldnerin delistet. Seit dem ist sie einem kontinuierlichen Sanierungsprozess ausgesetzt. Jüngste Sanierungsmaßnahmen vor dem Insolvenzverfahren waren die Umwandlung der Gesellschaftsform in eine GmbH, der Austausch der Geschäftsführung sowie die Verlegung des Geschäftssitzes von Hamburg nach Berlin.

Die Schuldnerin berät Organisationen, Konzerne und Behörden zu betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und informationstechnologischen Problemen. Zur Lösung dieser speziellen Kundenprobleme entwickelt und vermarktet sie Software. Bei der Schuldnerin sind aktuell 17 Mitarbeiter angestellt. Im Jahr 2016 erwirtschaftete die Schuldnerin einen Umsatz von 7,7 Mio. € bei einer Bilanzsumme von 5.0 Mio. €.

Die Schuldnerin erstellt maßgeschneiderte Software für Dokumenten-Management und Datenarchivierung für Behörden, Unternehmen und Organisationen. Hierzu werden interne Leistungs- und Verwaltungsprozesse der Kunden softwareseitig abgebildet. Mit den Produkten und Dienstleistungen der Schuldnerin gelingt den Kunden die papierlose Erfassung, Bearbeitung, Bereitstellung und Archivierung von Dokumenten und die massenhafte Datenmigration zwischen verschiedenen Speichermedien auf der Basis von IBM und SAP Systemumgebungen. Der Umsatz setzt sich zusammen aus wiederkehrenden Wartungs- und Betriebsverträgen, IBM Softwarelizenzen, dem dazugehörigen Wartungsgeschäft für Updates und neue Releases sowie aus projektbezogenen Dienstleistungsumsätzen.

Ihre Aufträge erhält die Schuldnerin insbesondere von namhaften Kunden wie Kaufland, Metro, ADAC, Swiss Life, Heidelberger Leben, Jungheinrich, Hapag Lloyd, Lufthansa, Wincor Nixdorf und dem Auswärtigen Amt. So verwaltet zum Beispiel das Auswärtige Amt die gesamten Übersetzungsaufträge und Dokumente der Bundesregierung mit Hilfe der Softwarelösung von Schuldnerin und der ADAC verwaltet die Stammdaten seiner Mitglieder mit Systemen von der Schuldnerin. Ein Ausfall dieser Betriebsleistung hätte empfindliche Folgen für die operative Leistungsfähigkeit der genannten Kunden.

Die Umsatzentwicklung der Schuldnerin hatte ihren Höhepunkt im Jahr 2011 mit 18 Mio. € Umsatz und über 100 Mitarbeitern, als das Unternehmen als klassisches IT-Systemhaus in verschiedenen Sparten Hardware, Software und IT-Dienstleistungen verkauft hatte. Seit diesem Zeitpunkt hatte die Schuldnerin regelmäßig Sparten und Tochtergesellschaften verkauft und stillgelegt, sodass in 2016 die Schuldnerin mit einem verringerten Leistungsspektrum nur noch 7.7 Mio. € Umsatz mit rund 43 Mitarbeitern erwirtschaftete.

Insolvenzursache

Die Schuldnerin hat in 2017 keine neuen Softwarelizenzen mehr verkauft und im 1. Halbjahr die Personalkapazitäten der Sparte Consulting, Dienstleistungen und Entwicklung auf die Abarbeitung von laufenden Projekten aus 2016 konzentriert, bei denen es teilweise zu erheblichen Verzögerungen und Budgetüberschreitungen kam, die vom Kunden nicht mehr bezahlt wurden. Die Schuldnerin hatte bereits frühzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet und im Februar 2017 einen weiteren Vorstand für das Ressort Vertrieb eingestellt, der jedoch bereits Ende April wieder abberufen wurde. Aufgrund der schlechten Auslastung, der Kündigung von Abteilungsleitern und Know-how Trägern und der daraufhin angedeuteten Personalmaßnahmen haben 15 Mitarbeiter (Projektleiter und Programmierer) der Sparte Consulting & Entwicklung bereits gekündigt oder Abwicklungsvereinbarungen geschlossen.

Die Schuldnerin wurde während der 2-3 monatigen Kündigungsfristen von den weiterlaufenden Personalkosten erdrückt, während die besagten Mitarbeiter nahezu keine fakturierbare Dienstleistung beim Kunden erbringen oder bereits unter Anrechnung von Urlaubsansprüchen das Unternehmen verlassen haben. So ist zum Beispiel der monatliche Dienstleistungsumsatz mit eigenen Mitarbeitern von durchschnittlich 150 Tsd. € im ersten Quartal auf nur noch 55 Tsd. € im zweiten Quartal eingebrochen, wobei die Personalkosten unverändert hoch geblieben sind.

Ferner wurde die Schuldnerin von weiterlaufenden operativen Kosten belastet, die dem verringerten Personalbestand nicht mehr angemessen sind. So mietete die Schuldnerin am Standort Hamburg für mehr als 25.000 € Miete & NK pro Monat eine Immobilienfläche von 650 qm für nur 8-10 durchschnittlich anwesende Mitarbeiter. Außerdem trug das Unternehmen noch die laufenden KFZ – Leasingkosten und Nebenkosten für die ausgeschiedenen Mitarbeiter in Höhe von rund 5.000 € pro Monat.

Die Schuldnerin leitete interne Reorganisations- und Restrukturierungsschritte ein und bearbeitete weiterhin die laufenden Kundenprojekte mit internen und externen Mitarbeitern. Der Gesellschafter hatte zur Vorfinanzierung von Restrukturierungsmaßnahmen Ende Mai und Anfang Juni 2017 Gesellschafterdarlehen im Umfang von insgesamt 450.000 € gewährt, damit die Abarbeitung laufender Kundenprojekte gewährleistet war und gleichzeitig Sanierungsmaßnahmen finanziert werden konnten. Am 23.06.17 kündigte die Factoring-Gesellschaft Coface den Einbehalt sämtlicher Forderungseingänge und verursachte somit eine Liquiditätslücke von rund 220.000 €.

Sanierungskonzept

Knackpunkt in diesem Verfahren war, dass die Schuldnerin letztendlich führungs- und herrenlos war. Vor dem Schutzschirm befand sich die Schuldnerin im Eigentum eines Kapitalinvestors und wurde von einem Interims-Manager geführt. Im Schutzschirmverfahren musste ein neuer Gesellschafter-Geschäftsführer gefunden werden, welchen sowohl die Belegschaft als auch die sensiblen Auftraggeber akzeptieren. Diesen haben wir auch gefunden, in der Person des damaligen Vorstandes, welcher das Unternehmen vor 10 Jahren aufbaute und an die Börse brachte.
Die Auftraggeber haben die Rückkehr des damaligen Vorstandes begrüßt und schenken nach dem Wechsel des Managements dem Unternehmen wieder Vertrauen. Kündigungen der Auftraggeber sind nicht erfolgt. Insbesondere ist es gelungen, den größten Auftraggeber Diebold Nixdorf / Hamburger Sparkasse von der Rückgängigmachung seiner Kündigung zu überzeugen. Diebold-Nixdorf ist wieder im Boot und das ursprüngliche Langzeit-Projekt wird fortgesetzt. Die Auftragslage ist insoweit sehr gut.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Übertragung des Unternehmens auf den früheren Vorstand, welcher das besondere Vertrauen der Auftraggeber geniest
  • Kein Auftragsverlust
  • Feindliche Übernahmeversuche wurden abgewehrt
  • Höhe der Verschuldung vor Schutzschirmverfahren: 1.435.600 €
  • Einigung mit Gläubigern im
  • Insolvenzplan auf Quote 8,3 %
  • Ausschüttung an die Gläubiger: 119.232 €
  • Verfahrensdauer 9 Monate
  • Schuldenverzicht 92% 92%
  • Quote des Insolvenzplans 8% 8%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 99% 99%
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Wie eine Liquiditätskrise mit einer Liquiditätsplanung erkennen?

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Blog zum Schutzschirmverfahren

Wie eine Liquiditätskrise mit dem Schutzschirmverfahren überwinden?

Unternehmer geht aufgrund Liquiditätskrise ins Schutzschirmverfahren

Viele Unternehmen stecken in einer dauerhaften Liquiditätskrise, bevor sie sich für ein Schutzschirmverfahren entscheiden. Die Quälerei ist entbehrlich. Die Liquiditätskrise lässt sich mit dem Schutzschirmverfahren dauerhaft überwinden. Eine Liquiditätsplanung vermeidet Schieflagen, die aufgrund einer Liquiditätskrise entstehen können. Wir unterstützen Sie bei dieser Planung und stellen Tools für das Change Management zur Verfügung, damit Sie durch einen Wechsel Ihrer Strategie wieder auf Kurs kommen.

Wie funktioniert die Liquiditätsplanung?

Die Liquiditätsplanung stellt die Einnahmen und die Ausgaben gegenüber. Hierfür wird stets eine zeitliche Periode für die Liquiditätsplanung festgesetzt. Diese kann von einem Tag bis zu einem Jahr reichen. Der Liquiditätsplan gehört zur kurzfristigen, operativen Finanzplanung. Mithilfe des Cash Managements wird diese Planung operativ umgesetzt.

Zahlungen vorhersagen

In dem festgelegten Planungszeitraum ergeben sich für die Planungsdaten hohe Wahrscheinlichkeiten, dass die geplanten Einnahmen und Ausgabe eintreten. Das Ziel besteht darin, verschiedene Zahlungsströme – Einnahmen und Ausgaben – termingerecht einzuordnen. Damit werden Liquiditätsrisiken bis zum Liquiditätsengpass frühzeitig aufgedeckt und die Liquiditätskrise verhindert.

Planung stets anpassen

Durch seinen operativen Charakter gehört ein Liquiditätsplan zur rollierenden Planung, welche Pläne fortlaufend anpasst. Dieser Umstand ergibt sich daraus, dass vor allem die Einnahmen nicht sicher zu kalkulieren sind. Die Einnahmen und Ausgaben der Firma sind sein Cashflow, der hinsichtlich seiner Höhe und des wahrscheinlichen Zeitpunkts der Verbuchung zu kalkulieren ist.

LiquiPlanung ergänzen

Neben dem Cashflow gehören zwei weitere Teilpläne dazu: der Kapitalbedarfsplan und der Investitionsplan. Kapital kann auch durch Kredite aufgenommen werden, Investitionen müssen langfristig geplant werden. Frühindikatoren für die gesamte Planung sind die Auftragseingänge für erwartbare Einnahmen sowie laufende Kosten (Gehälter, Mieten, Leasingraten, Materialbestellung, Kapitaldienst, Steuern).

Wie lässt sich eine Liquiditätskrise vermeiden?

Kluge Unternehmer diversifizieren ihr Geschäft, verlangen von Großkunden strikte Abschlagszahlungen und nehmen Investitionen nur auf, wenn das Kapital dafür vorhanden ist. Sie wachsen also langsam. Die wichtigste Voraussetzung ist eine genaue, professionelle Planung der Geldflüsse. Dann kann eine Liquiditätskrise kaum entstehen.

  • Durch eine schlechte Liquiditätsplanung wurden Investitionen zu einem ungünstigen (verfrühten) Zeitpunkt getätigt und/oder
    es gab unerwartet starke Einnahmeausfälle, weil ein Großkunde wegen eigener Probleme nicht zahlte, das Unternehmen aber in Vorleistung ging.
  • Es entsteht ein Liquiditätsengpass mit mehreren Folgen. Das Unternehmen kann keine Materialbestellungen mehr für das laufende Geschäft aufgeben und damit auch zuverlässig zahlende Kleinkunden nicht mehr bedienen. Es kann möglicherweise laufende Steuern nicht zahlen und sieht sich mit Nachzahlungsforderungen des Finanzamts bis hin zur Kontopfändung konfrontiert.
  • Mehrere Dauerkunden wenden sich ab, das Unternehmen verliert Marktanteile, Reputation und Planungssicherheit für die mittelfristige Zukunft. Als Ausgleich wird es versuchen, neue Kunden zu akquirieren, was ebenfalls Kosten verursacht.
  • Bei Zahlungsausfällen im Bereich der Gehälter und/oder Entlassungen zur vermeintlichen “Gesundschrumpfung” (es ist eigentlich eine Krankschrumpfung) verliert das Unternehmen möglicherweise die besten Mitarbeiter und damit mittelfristig seine Leistungsfähigkeit.
  • Bei Zahlungsausfällen gegenüber Lieferanten verliert das Unternehmen zuverlässige Lieferfirmen, die auch erst einmal gefunden werden müssen.
  • Bei Zahlungsausfällen gegenüber Kapitalgebern sinkt das Kreditscoring, was die künftige Kapitalbeschaffung und Verträge mit neuen Lieferanten erschwert. Lieferanten fragen Daten von Schufa und Creditreform ab.
  • Das Unternehmen verliert mittelfristig so viele Aufträge, dass es ab sofort mit Überkapazitäten kämpft. Es hat zu viele Räume, Anlagen, Maschinen, Fahrzeuge und Mitarbeiter in Relation zur geschrumpften Auftragslage. Nun hilft wirklich nur noch die Gesundschrumpfung mit dem Schutzschirmverfahren.
Rechtsanwalt Jörg Franzke

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