Gläubiger im Schutzschirmverfahren mit kluger Strategie überzeugen

Gläubiger im Schutzschirmverfahren mit kluger Strategie überzeugen

Gläubiger im Schutzschirmverfahren

Mit den Gläubigern wird Sie während des Schutzschirmverfahrens eine Hassliebe verbinden. Einerseits wollen Sie den Gläubigern möglichst nichts abgeben, um die Zukunft Ihres Unternehmens nicht zu gefährden. Andererseits brauchen Sie die Zustimmung der Gläubiger zum Schutzschirmverfahren, zur Gläubigerversammlung und später zum Insolvenzplan.

Gläubiger im Schutzschirmverfahren fordert Geld

Gläubiger überzeugen im Schutzschirmverfahren

Lernen Sie hier, wie Sie mit den Gläubigern erfahrungsgemäß im Schutzschirmverfahren am besten umgehen. Bevor ich Ihnen die richtige Strategie im Umgang mit Gläubigern vermittle, möchte (muss!) ich Ihnen zum Thema “Gläubiger im Insolvenzverfahren” ein paar Grundkenntnisse vermitteln.

Icon Gläubigerrechte im Schutzschirmverfahren

Gläubiger-Rechte und Mitspracherechte im Schutzschirmverfahren

Nicht alle Gläubiger im Schutzschirmverfahren sind gleich. Die Gläubiger unterscheiden sich vielmehr nach ihren Privilegien und ihren Rechten. Je nach Gewichtung und Einfluss des Gläubigers sollte die Geschäftsführung für jeden Gläubiger eine unterschiedliche Strategie fahren.

Die unterschiedlichen Gläubiger sollte die Geschäftsführung auch individuell behandeln.

icon zu Insolvenzgläubiger im Schutzschirmverfahren

Insolvenzgläubiger, § 38 InsO

Beginnen wir mit den Insolvenzgläubigern, § 38 InsO. Das sind die Gläubiger, die zum Stichtag der Insolvenzeröffnung eine Forderung gegen Ihr Unternehmen hatten, beispielsweise ein Lieferant. Die Insolvenzgläubiger trifft das Schutzschirmverfahren mit voller Härte. Anstelle der ursprünglichen Forderung können die Insolvenzgläubiger nur noch eine Quotenzahlung von wenigen Prozent erwarten. Wie hoch die Quote ausfällt, richtet sich insbesondere nach der Insolvenzmasse und dem Insolvenzplan, also dem Kuchen, den es am Ende des Insolvenzverfahrens zu verteilen gibt. Die Insolvenzgläubiger bilden die große Masse in einem Schutzschirmverfahren. Die Geschäftsführung muss nicht sonderlich nett zu diesen Gläubigern sein. Ausnahme: Der Gläubiger ist Profi, weil beispielsweise die Arbeitsagentur (ist immer Gläubiger, weil sie das Insolvenzgeld finanziert)oder ein Sozialversicherungsträger. Oder der Gläubiger besitzt eine besonders hohe Forderung gegen das Unternehmen.

icon zu nachrangige Gläubiger im Schutzschirmverfahren

Nachrangige Gläubiger, § 39 InsO

Noch ärmer dran sind die nachrangigen Gläubiger, § 39 InsO. Sie erhalten in der Regel überhaupt nichts, also noch nicht einmal eine Quote. Nachrangig sind beispielsweise alle Gesellschafter, die dem insolventen Unternehmen ein Gesellschafterdarlehn gewährt haben. Kurzum, alle Gläubiger, die auf Gesellschafterebene irgendwie mit dem insolventen Unternehmen in Verbindung stehen, werden leer ausgehen. Die nachrangigen Gläubiger besitzen noch nicht einmal ein Stimmrecht bei der Gläubigerversammlung oder bei der Abstimmung über den Insolvenzplan. Die nachrangigen Gläubiger kommen meist aus der Unternehmerfamilie. Dass diese leer ausgehen, obwohl sie zum Erhalt des Unternehmens beigetragen haben, ist hart. Aber so will es das Gesetz !

icon zu aussonderungsberechtigte Gläubiger

Aussonderungsberechtigte Gläubiger, § 47 InsO

Ein aussonderungsberechtigter Gläubiger wäre beispielsweise der Verleiher eines E-Scooters, der dem insolventen Unternehmen vor der Insolvenz einen solchen E-Scooter zur Bespaßung der Mitarbeiter verliehen hat. Aussonderungsberechtigte Gläubiger sind üblicherweise zugleich Eigentümer der überlassenen Sachen. Der aussonderungsberechtigte Gläubiger kann nach Eröffnung des Schutzschirmverfahrens einfach die Herausgabe des überlassenen Gegenstandes verlangen und die eigenverwaltende Schuldnerin muss dem bedingungslos nachkommen. Aussonderungsbechtigte Gläubiger sind beispielsweise auch jede Art von Leasinggeber. Der Leasinggeber ist Eigentümer und kann das Fahrzeug usw. nach Kündigung des Leasingvertrages zurückverlangen.

Absonderungsberechtigte Gläubiger, § 50 InsO

Absonderungsberechtigte Gläubiger sind mächtig. Sie können im Schutzschirmverfahren den Daumen heben oder senken und es gibt kaum ein Mittel sich der Macht eines absonderungsberechtigten Gläubigers zu widersetzen. Ist Widerstand zwecklos, muss man kuscheln. Genau diese Strategie empfehle ich Ihnen hier.

icon zu absonderungsberechtigte Gläubiger

Absonderungsberechtigte Gläubiger sind:

  • Verkäufer unter Eigentumsvorbehalt, das heißt der Verkäufer bleibt Eigentümer bis Kaufpreises bezahlt; ist
  • Kreditgeber mit Sicherheiten wie Globlazession,
  • Raumsicherungsübereignung, Verpfändung von Maschinen oder Grundstücken, usw.
  • Kreditgeber mit Sicherheiten sind insbesondere Banken.
icon zu absonderungsberechtigten Banken im Schutzschirmverfahren

Banken sind schlau

Banken verstehen es nach jahrhundertealter Erfahrung sich möglichst umfassend abzusichern. Als Sicherheit dienen in der Regel das Betriebsgrundstück wertvolle Maschinen alles in einem bestimmten Raum (=Raumsicherungsvertrag) die Forderungen des Unternehmens an seine Kunden (=Globalzession) und selbstverständlich der Unternehmer mittels Bürgschaft.

Sicherheiten bleiben im Schutzschirmverfahren bestehen

Leider gehen diese Sicherheiten mit Eröffnung des Schutzschirmverfahren nicht unter. Also müssen wir damit leben. Wir gehen auf diese Gläubiger zu und versuchen mit ihnen einen Vertrag zu schließen, unter welchen Bedingungen wir das Sicherungsgut während des Schutzschirmverfahrens nutzen dürfen. Für die Nutzung der sicherungsübereigneten Maschine oder Grundstück bezahlen wir beispielsweise eine monatliche Nutzungsgebühr. Damit wir die abgetretenen Kunden-Forderungen weiterhin einziehen und als Liquidität nutzen können, vereinbaren wir mit der Bank ein so genanntes unechtes Massedarlehn. Auch später, wenn es um die Abfindung der Gläubiger in einem Insolvenzplan geht, erwarten diese Gläubiger eine privilegierte Behandlung.

Gläubiger freut sich über Absonderungsrecht
icon zu Banken hofieren

 Mit Gläubigern in Schlüsselstellung kuscheln

Wie oben beschrieben besitzen die Gläubiger mit Rechten an Ihrem Betriebsvermögen besondere Privilegien. Beispielsweise könnte eine Bank mit Pfandrechten an den Maschinen dem Unternehmen einfach den Stecker ziehen, indem die Bank die Nutzung der Maschinen untersagt. Das will natürlich keiner. Aber es ist rechtlich möglich und das wissen die Banken auch und lassen sich entsprechend hofieren.

icon zu Sanierungskonzept Schutzschirmverfahren

Schonungslose Aufklärung

Klarer Fall, dass die Gläubiger auf Sie sauer sind. Auch wenn Sie nichts dafür können. Sie sind der Geschäftsführer. Sie haben es verbockt und die Gläubiger werden Ihnen misstrauen. Wie in der Politik kann man neues Vertrauen nur mit Transparenz und Aufklärung der Missstände samt Insolvenzursachen aufbauen. Gehen Sie wie ein Politiker vor und versprechen Sie schonungslose Aufklärung. ´Überzeugen Sie die Gläubiger mit einem Sanierungskonzept.

Gläubiger-Gremien im Schutzschirmverfahren

Von den Verhandlungen mit den privilegierten Gläubigern über die Nutzung ihrer Sicherheiten abgesehen, haben Sie es im Schutzschirmverfahrens nur zweimal mit den Insolvenzgläubigern zu tun: In der Gläubigerversammlung und im Abstimmungstermin über den Insolvenzplan. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße wird das Insolvenzgericht einen Gläubigerausschuss einsetzen.

Gläubigerversammlung

Die Gläubigerversammlung findet ca. zwei Monate nach Eröffnung des Insolvenz-Hauptverfahrens als Gerichtstermin statt. Den Termin bestimmt das Gericht in dem Insolvenzeröffnungsbeschluss. Die “Einladung” zur Gläubigerversammlung erfolgt, indem der Sachwalter den Gläubigern den Insolvenzeröffnungsbeschluss zustellt.

In der Gläubigerversammlung werde ich als Sanierungsberater über den Sanierungsverlauf berichten. Danach stimmen die Gläubiger ab, wie es mit dem Unternehmen weitergeht:

  • Fortführung oder Abwicklung des Unternehmens
  • Auftrag an das Unternehmen schnellstmöglich einen Insolvenzplan vorzulegen
  • Bestätigung bzw. Abwahl des Sachwalters
  • usw.

Gläubigerversammlungen verlaufen in der Regel im Sinne des Unternehmens. In den von mir betreuten Verfahren hat bisher jede Gläubigerversammlung die Fortführung des Unternehmens beschlossen und die Vorlage eines Insolvenzplans. Diese Beschlüsse der Gläubigerversammlung sind ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weg zur Rettung Ihres Unternehmens. Deshalb sollte man nichts dem Zufall überlassen und vorab möglichst viele Zustimmungen einholen.

Gläubigerausschuss

Der Gläubigerausschuss besteht aus drei bis sieben Mitgliedern. Im Schutzschirmverfahren trifft das Sanierungsteam eine Vorauswahl, welche Gläubiger dem Gläubigerausschuss angehören sollen. Zur Bekräftigung wird die schriftliche Zustimmung dieser potentiellen Gläubigerausschussmitglieder eingeholt. Im Schutzschirmantrag schlägt das Sanierungsteam dem Gericht die vorbestimmten Personen vor. Ist der Vorschlag ausgewogen und repräsentiert er die Gläubigerstruktur, wird das Gericht unseren Vorschlägen entsprechen. Das letzte Wort aber das Insolvenzgericht.

Der Gläubigerausschuss begleitet das Sanierungsteam während des gesamten Schutzschirmverfahrens. Die Sitzungen finden durchschnittlich alle vier bis acht Wochen statt.

Das Sanierungsteam muss dem Gläubigerausschuss über den Sanierungsfortschritt berichten. Der Gläubigerausschuss trägt alle wichtigen Entscheidungen mit, wie beispielsweise eine Massenentlassung oder die Stilllegung oder Verkauf von Betriebsteilen.

Gläubigergruppen im Insolvenzplan

Ein erfolgreiches Schutzschirmverfahren schließen die Beteiligten mit einem Insolvenzplan ab. Der Insolvenzplan ist ein Vertrag zwischen dem Unternehmen und den Gläubigern. Der Kern des Insolvenzplans ist die Bestimmung einer Quote. Anstelle der ursprünglichen Schuld muss das Unternehmen nur noch einen Bruchteil an die Gläubiger bezahlen. Die Restschuld entfällt. Der Insolvenzplan gilt für alle Gläubiger. Das heißt, er gilt auch für Gläubiger ohne Abstimmungs-Beteiligung oder – unter Umständen – die gegen den Insolvenzplan waren.

Damit der Insolvenzplan die gesetzlich erforderlichen Mehrheiten erhält, kann der Verfasser des Insolvenzplans die Gläubiger in verschiedene Gruppen einteilen. Die Gruppen stimmen einzeln ab. Die Gläubigergruppe stimmt für den Insolvenzplan, wenn die Mehrheit der zugehörigen Gläubiger nach Summen und Köpfen zustimmt. Danach zählt das Gericht die Gläubigergruppen aus, die Mehrheit gewinnt.

Ein letztes Mal werden Sie die Gläubiger für die Zustimmung des Insolvenzplans brauchen. Wenn es um die Abstimmung über den Insolvenzplan geht, werden Gläubiger besonders misstrauisch sein. Versetzen Sie sich also in die Lage, dass Sie der Gläubiger wären. Was würden Sie vom Schuldner erwarten? Was würde Sie dazu bringen, freiwillig den Verzicht auf Ihre Forderung zu erklären?

Genau so verhalten Sie sich gegenüber Ihren Gläubigern. Seien Sie transparent und versuchen Sie den Gläubigern zu erklären, dass das in dem Insolvenzplan unterbreitete Angebot für alle und insbesondere für die Gläubiger die beste Lösung ist.

Gläubiger vor Schutzschirm informieren oder danach

Die Experten sind sich uneinig, ob man die Gläubiger besser vor der Abgabe
des Schutzschirmantrages informiert oder danach.

Hierzu vertrete ich die Auffassung, dass man die Gläubiger besser danach informiert. Erst bringt man Ihr Unternehmen in Sicherheit, das heißt unter Vollstreckungsschutz. Danach kann man die Gläubiger bequem über den Schutzschirm informieren.

Andernfalls könnte die Möglichkeit bestehen, dass ein feindlicher Gläubiger bei Gericht eine Art von Schutzschrift hinterlegt und Widerstand gegen die Anordnung der Eigenverwaltung ankündigt. Dann würde das Gericht den Schutzschirmantrag ablehnen und eine reguläre Insolvenz eröffnen. Auch wenn eine Globlazession vorliegt, ist der Zeitpunkt der Bekanntgabe wichtig.

Stellen Sie sich vor, Sie informieren die mit einer Globalzession besicherte Bank wohlmeinend eine Woche vor der gerichtlichen Eröffnung des Schutzschirmverfahrens. Die Folge wäre, dass die Bank alle Kredite fällig stellt und die Einzugsermächtigung der abgetretenen Forderungen widerruft. Dann würde das Unternehmen ohne Liquidität dastehen, weil es alle Zahlungseingänge an die Bank abführen muss.

Nicht gut! Aufgrund fehlender Liquidität wäre das Sanierungsvorhaben ernsthaft gefährdet.

Deshalb plädiere ich dafür, die Eröffnung des Schutzschirmverfahren abzuwarten. Danach aber kommunizieren Sie den Schutzschirm um so transparenter. Teilen Sie allen Gläubigern und sonstigen Beteiligten die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ohne Wenn und Aber mit.

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Das Schutzschirmverfahren ermöglicht die Insolvenz in Selbstverwaltung und damit die Betriebsfortführung. Dieses Verfahren hat der Gesetzgeber auf den Weg gebracht, weil die Weichenstellung bei einem Insolvenzverfahren vielfach schon im Eröffnungsverfahren erfolgt. Die Insolvenz in Selbstverwaltung trägt dem Rechnung. Das Gericht erlegt dem Schuldner nicht das sonst übliche allgemeine Verfügungsverbot auf. Es erlaubt vielmehr die Restrukturierung, die durch finanzielle Entlastungen erleichtert wird. Ein Sachwalter überwacht das Verfahren.

Einzelunternehmerin absolviert die Insolvenz in Selbstverwaltung

Wann ist die Insolvenz in Selbstverwaltung sinnvoll?

Eine Eigenverwaltung ist immer dann sinnvoll, wenn sich das Unternehmen dauerhaft fortführen lässt, weil sich eine Perspektive für ein erfolgreiches Sanierungsverfahren bietet. Das Know-how und Geschäftsbeziehungen bleiben erhalten. Wichtig ist die frühzeitige Antragstellung, das Management sollte das Vorhaben sanierungsorientiert betreiben. Ein weiterer Vorteil ist die geringere Regelvergütung eines Sachwalters. Sie liegt bei 60 % der Regelvergütung, die ein Insolvenzverwalter erhält. Zudem profitieren in der Regel die Gläubiger. Diese müssen in das Verfahren eingebunden werden. Das Gesetz sieht daher einen vorläufigen Gläubigerausschuss vor.

Insolvenz in Selbstverwaltung, was ist zu tun?

Beim Eigenverwaltungsverfahren sind die vorgegebenen Abläufe einzuhalten. Dazu gehören Erfahrung und auch juristisches Wissen. Gläubigerbenachteiligungen dürfen nicht entstehen. Das Unternehmen muss Insolvenzgeldvorfinanzierungen beantragen, einen Insolvenzplan erstellen und in diesem Rahmen die Gründe für die Schieflage analysieren. Eine Sanierung ist nur dann sinnvoll, wenn das Unternehmen nicht erneut in eine Liquiditätskrise gerät. Das lässt sich durch eine verbesserte Liquiditätsplanung erreichen. Sie dient dem aktuellen Überblick und der Vorausschau. Ein Planungszeitraum sind 12 Wochen, um eine wirtschaftliche Entwicklung einschätzen zu können.

Voraussetzungen für Insolvenz in Selbstverwaltung

Das Verfahren wird in den §§ 270 ff. Insolvenzordnung geregelt. Der Schuldner übernimmt die Verwaltung selbst, ein Sachwalter überwacht den Vorgang. Der Erfolg des Schutzschirmverfahren spricht für sich, viel mehr Firmen konnten damit gerettet werden. Den Antrag muss der Schuldner gesondert stellen. Wenn die Sanierung nicht offensichtlich misslingen wird, soll das Gericht diesem Antrag stattgeben. Der Schuldner erhält eine maximal dreimonatige Frist, um den Insolvenzplan vorzulegen. Der Sanierungsplan muss eine konkrete Sanierungsperspektive aufzeigen, damit die Insolvenz in Selbstverwaltung angeordnet wird.

Einfacher mit Insolvenz in Selbstverwaltung

Mit dem Schutzschirmverfahren wird der Schuldner für die Dauer von drei Monaten finanziell durch Insolvenzgeld, die Aussetzung der Umsatzsteuervoranmeldung, den Stopp von Leasing- und Mietzahlungen sowie weitere Erleichterungen entlastet. Der Sanierungsplan soll aufzeigen, dass sich die Firma auch unter Vollkosten fortführen lässt. Es hat sich herausgestellt, dass die Eigenverwaltung effizient und chancenreich verlaufen kann. Die Geschäftsführung verbleibt beim erfahrenen Management, Beziehungen zu Geschäftspartnern erleiden keinen Schaden. Das Verfahren kann in einem halben bis ganzen Jahr und manchmal noch schneller abgeschlossen sein.

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Wie eine Liquiditätskrise mit einer Liquiditätsplanung erkennen?

Wie eine Liquiditätskrise mit einer Liquiditätsplanung erkennen?

Wie eine Liquiditätskrise mit Schutzschirmverfahren überwinden?

Viele Unternehmen stecken in einer dauerhaften Liquiditätskrise, bevor sie sich für ein Schutzschirmverfahren entscheiden. Die Quäerei ist entbehrlich. Die Liquiditätskrise lässt sich mit dem Schutzschirmverfahren dauerhaft überwinden. Eine Liquiditätsplanung vermeidet Schieflagen, die aufgrund einer Liquiditätskrise entstehen können. Wir unterstützen Sie bei dieser Planung und stellen Tools für das Change Management zur Verfügung, damit Sie durch einen Wechsel Ihrer Strategie wieder auf Kurs kommen.

Unternehmer geht aufgrund Liquiditätskrise ins Schutzschirmverfahren

Wie funktioniert die Liquiditätsplanung?

Einnahmen und Ausgaben

Die Liquiditätsplanung stellt die Einnahmen und die Ausgaben gegenüber. Hierfür wird stets eine zeitliche Periode für die Liquiditätsplanung festgesetzt. Diese kann von einem Tag bis zu einem Jahr reichen. Der Liquiditätsplan gehört zur kurzfristigen, operativen Finanzplanung. Mithilfe des Cash Managements wird diese Planung operativ umgesetzt.

Zahlungen vorhersagen

In dem festgelegten Planungszeitraum ergeben sich für die Planungsdaten hohe Wahrscheinlichkeiten, dass die geplanten Einnahmen und Ausgabe eintreten. Das Ziel besteht darin, verschiedene Zahlungsströme – Einnahmen und Ausgaben – termingerecht einzuordnen. Damit werden Liquiditätsrisiken bis zum Liquiditätsengpass frühzeitig aufgedeckt und die Liquiditätskrise verhindert.

Planung stets anpassen

Durch seinen operativen Charakter gehört ein Liquiditätsplan zur rollierenden Planung, welche Pläne fortlaufend anpasst. Dieser Umstand ergibt sich daraus, dass vor allem die Einnahmen nicht sicher zu kalkulieren sind. Die Einnahmen und Ausgaben der Firma sind sein Cashflow, der hinsichtlich seiner Höhe und des wahrscheinlichen Zeitpunkts der Verbuchung zu kalkulieren ist.

LiquiPlanung ergänzen

Neben dem Cashflow gehören zwei weitere Teilpläne dazu: der Kapitalbedarfsplan und der Investitionsplan. Kapital kann auch durch Kredite aufgenommen werden, Investitionen müssen langfristig geplant werden. Frühindikatoren für die gesamte Planung sind die Auftragseingänge für erwartbare Einnahmen sowie laufende Kosten (Gehälter, Mieten, Leasingraten, Materialbestellung, Kapitaldienst, Steuern).

Wie lässt sich eine Liquiditätskrise vermeiden?

Kluge Unternehmer diversifizieren ihr Geschäft, verlangen von Großkunden strikte Abschlagszahlungen und nehmen Investitionen nur auf, wenn das Kapital dafür vorhanden ist. Sie wachsen also langsam. Die wichtigste Voraussetzung ist eine genaue, professionelle Planung der Geldflüsse. Dann kann eine Liquiditätskrise kaum entstehen.

Entstehung einer Liquiditätskrise und ihre Folgen

Wichtig ist die Tatsache, dass ein an sich gesundes Unternehmen durch mangelhafte Planung einen Liquiditätsengpass erleiden kann. Dieser kann und wird das operative und strategische Geschäft stark und ohne Gegensteuern auch dauerhaft beschädigen. Der Prozess kann wie folgt verlaufen:

  • Durch eine schlechte Liquiditätsplanung wurden Investitionen zu einem ungünstigen (verfrühten) Zeitpunkt getätigt und/oder
    es gab unerwartet starke Einnahmeausfälle, weil ein Großkunde wegen eigener Probleme nicht zahlte, das Unternehmen aber in Vorleistung ging.
  • Es entsteht ein Liquiditätsengpass mit mehreren Folgen. Das Unternehmen kann keine Materialbestellungen mehr für das laufende Geschäft aufgeben und damit auch zuverlässig zahlende Kleinkunden nicht mehr bedienen. Es kann möglicherweise laufende Steuern nicht zahlen und sieht sich mit Nachzahlungsforderungen des Finanzamts bis hin zur Kontopfändung konfrontiert.
  • Mehrere Dauerkunden wenden sich ab, das Unternehmen verliert Marktanteile, Reputation und Planungssicherheit für die mittelfristige Zukunft. Als Ausgleich wird es versuchen, neue Kunden zu akquirieren, was ebenfalls Kosten verursacht.
  • Bei Zahlungsausfällen im Bereich der Gehälter und/oder Entlassungen zur vermeintlichen “Gesundschrumpfung” (es ist eigentlich eine Krankschrumpfung) verliert das Unternehmen möglicherweise die besten Mitarbeiter und damit mittelfristig seine Leistungsfähigkeit.
  • Bei Zahlungsausfällen gegenüber Lieferanten verliert das Unternehmen zuverlässige Lieferfirmen, die auch erst einmal gefunden werden müssen.
  • Bei Zahlungsausfällen gegenüber Kapitalgebern sinkt das Kreditscoring, was die künftige Kapitalbeschaffung und Verträge mit neuen Lieferanten erschwert. Lieferanten fragen Daten von Schufa und Creditreform ab.
  • Das Unternehmen verliert mittelfristig so viele Aufträge, dass es ab sofort mit Überkapazitäten kämpft. Es hat zu viele Räume, Anlagen, Maschinen, Fahrzeuge und Mitarbeiter in Relation zur geschrumpften Auftragslage. Nun hilft wirklich nur noch die Gesundschrumpfung mit dem Schutzschirmverfahren.

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Schutzschirmverfahren bei existenzieller Unternehmenskrise

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Unternehmen steckt in der Krise und beantragt Schutzschirmverfahren

Unternehmenskrise: Was bringt Ihnen das Schutzschirmverfahren? 

Das Schutzschirmverfahren kann Ihr Unternehmen im besten Fall vor der Insolvenz retten und ansonsten diese so geordnet vorbereiten, dass Sie die Chance zu einer positiven Fortführungsprognose erhalten.

Sanierungsberatung vor Ort

Zu diesem führen wir am besten bei Ihnen vor Ort eine Sanierungsberatung durch. Dadurch ist es möglich, Ihren Betrieb genau kennenzulernen. Unter anderem werden Ihre MitarbeiterInnen in der Buchhaltung und Verwaltung auf die anstehenden Aufgaben gründlich vorbereitet. Es geht diesem Verfahren eine sorgfältige Planung voraus.

Schutzschirmverfahren Spezialisten

Unsere Kanzlei hat sich auf das Schutzschirmverfahren spezialisiert. Bei der Planung wird der spätere Sanierungsprozess in Angriff genommen. Für den Schutzschirm arbeiten wir Ihren Antrag aus, der einen erheblichen Aufwand erfordert und ohne fachliche Expertise nicht zu bewältigen ist.

Kommunikation mit Richter

Wir führen mit dem Richter einige Vorgespräche, um nötigenfalls Korrekturen zu implementieren und damit eine Zurückweisung des Antrags zu vermeiden. Sie erhalten anschließend Vollstreckungsschutz, es folgt das Eröffnungsverfahren über maximal drei Monate, in welchem Sie den Schuldendienst einstellen und damit schlagartig an Liquidität gewinnen.

Antragsverfahren Schutzschirm

Wir beantragen für Sie die gesetzlich zugesicherten staatlichen Subventionen für Unternehmen in der Krise. Sie werden für drei Monate durch das Insolvenzgeld von Gehaltszahlungen entlastet, müssen keine Umsatzsteuer zahlen und können außerdem einzelne Mieten, Versicherungen und Leasingraten einsparen.

Chance nutzen

Nutzen Sie diese Chancen, die sich in und nach der Hauptverhandlung fortsetzen. Wir unterstützen Sie auch bei Verhandlungen mit dem Finanzamt, weil Sie auf Steuererlasse und -stundungen hoffen können. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich für Selbstständige als Einzelunternehmer und kleinere Unternehmen durch die einjährige Insolvenz, die sich sogar noch schneller durchführen lässt. Auch hierzu beraten und begleiten wir Sie umfassend.

Krisenmanagement Unternehmen

Eine Unternehmenskrise kann viele Ursachen haben und beruht in den seltensten Fällen auf persönlicher Fahrlässigkeit oder Inkompetenz. Märkte ändern sich, Lieferanten und Kunden fallen aus, eine Umorientierung oder Schrumpfung ist manchmal nicht schnell genug möglich. Doch Sie sind als Unternehmer in vielen Fällen langfristig gebunden. Sie kommen aus den Verträgen nicht mehr heraus. Die kurzfristige Auflösung von Verträgen geht dann nur noch dem dem Schutzschirmverfahren.

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Ausssonderungsrecht im Schutzschirmverfahren

Ausssonderungsrecht im Schutzschirmverfahren

Aussonderungsrecht im Schutzschirmverfahren

Das Aussonderungsrecht ist ein spezielles Recht eines Insolvenzgläubigers. Damit kann der Insolvenzgläubiger im Schutzschirmverfahren sein Eigentum durchsetzen. Der aussonderungsberechtigte Gläubiger kann die Herausgabe seines Eigentums jederzeit verlangen. Beispiel wäre ein Auto im Leasing. Die Bank als Eigentümer kann nach Kündigung wegen ausbleibender Raten das Auto herausverlangen. Falls das Auto aber betriebsnotwendig ist, kann die Herausgabe verhindert werden. Hierzu erwirkt das Unternehmen einen Beschlagnahme-Beschluss beim Insolvenzgericht.

Unternehmer übergibt Ware mit Aussonderungsrecht im Schutzschirmverfahren

Aussonderungsrecht ist gleich Eigentum

Nehmen Sie als Beispiel: Sie haben an ihren befreundeten Unternehmer ein Auto verliehen. Danach beantragt der befreundete Unternehmer das Insolvenzverfahren. Weil das Auto im Volleigentum des Freundes steht, wird das Auto nicht Bestandteil der Insolvenzmasse. Der Freund kann das Auto jederzeit heraus verlangen.

Aussonderungsrecht keine Insolvenzmasse

Normalerweise unterliegt das gesamte Vermögen eines insolventen Unternehmers dem Insolvenzbeschlag. Dieses Vermögen wird im Ganzen verwertet. Danach wird der Verwertungserlös unter den Gläubigern gleichmäßig aufgeteilt. Vermögensgegenstände mit einem Aussonderungsrecht bilden da eine Ausnahme. Diese werden nicht verwertet.

Aussonderung im Schutzschirm

Gleiches gilt in der Eigenverwaltung und im Schutzschirmverfahren. Anstelle eines Insolvenzverwalters muss das eigenverwaltende Unternehmen das Recht auf Aussonderung respektieren. Verlangt ein Gläubiger mit einem Aussonderungsrecht seinen Gegenstand vom Unternehmen zurück, muss das Unternehmen den Gegenstand sofort und vollständig zurück geben.

Aussonderung und Absonderung

Neben der Aussonderung gibt es im Schutzschirmverfahren und der Insolvenz in Eigenverwaltung auch das Absonderungsrecht. Das Aussonderungsrecht wird wie Volleigentum betrachtet. Das Absonderungsrecht hingegen ist ein schwächeres Recht und entsteht bei einer Sicherungsübereignung.

Verwertung nicht erlaubt

Im Gegensatz zum Absonderungsrecht berechtigt die Aussonderung nicht zum Abzug einer Verwertungspauschale. Macht der Gläubiger mit einem Absonderungsrecht die Herausgabe geltend, kann das eigenverwaltende Unternehmen entscheiden, ob es den Gegenstand verwertet und den Verwertungserlös minus einer Pauschale in Höhe von 9 % auskehrt.

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