Die größten Irrtümer rund um die Insolvenz

Die größten Irrtümer rund um die Insolvenz

Die größten Irrtümer rund um die Insolvenz 

Allein im Einzelhandel geht man von bis zu 50.000 Insolvenzen infolge der Corona-Pandemie aus. Rechnet man die Gastronomie- und Tourismusbetriebe wie auch die Eventagenturen und zahlreiche andere von der Krise geplagten Unternehmen hinzu, wird die Zahl insgesamt in den nächsten Wochen und Monaten über 100.000 liegen. Kaum jemand setzt sich  mit dem Thema Insolvenz auseinander, bevor es soweit ist. Eine Reihe irrtümlicher Annahmen haben sich mit der Zeit verbreitet, die erst enttarnt und möglicherweise richtig teuer werden, wenn der Insolvenzantrag gestellt ist. Damit es soweit nicht kommt, räumt Jörg Franzke, Rechtsanwalt für Insolvenzrecht, mit gängigen Fehlannahmen auf.

Die GmbH schützt den Geschäftsführer und Gesellschafter vor persönlicher Haftung

Das Märchen, dass die GmbH den Geschäftsführer und Gesellschafter vor persönlicher Haftung schützt, hält sich hartnäckig. Die Haftungsbeschränkung der GmbH ist löchrig. So geht der Gesetzgeber davon aus, dass das GmbH-Vermögen für den Geschäftsführer fremdes Vermögen ist. Er muss es mit großer Sorgfalt verwalten, auch wenn ihm die GmbH selbst gehört. Aus der Treuepflicht für fremdes Vermögen leitet der Gesetzgeber eine Vielzahl von Haftungstatbeständen zu Lasten des Geschäftsführers ab. Einige Beispiele:

  • Der Geschäftsführer haftet für Steuerrückstände der GmbH und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung.
  • Er haftet ebenfalls für die zu späte Stellung des Insolvenzantrages.
  • Hat die GmbH vor der Insolvenz ein Darlehen bedient, für das der Geschäftsführer persönlich haftet, muss er die im letzten Jahr vor der Antragstellung gezahlten Darlehensraten an die Insolvenzmasse erstatten.

Kurzum: Eigentlich müsste die GmbH GmgH heißen: Gesellschaft mit garantierter Haftung.

Für den Gesellschafter sieht es etwas besser aus, aber auch hier lauern Fallen. Oft geben Gesellschafter ihrer GmbH ein Darlehen und zahlen es sich später wieder zurück. Sie denken, mit der Rückzahlung ist der Fall erledigt, aber das ist ein Irrtum. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass das Darlehen kein Darlehen war, sondern zur Erhöhung des Eigenkapitals diente. Sonst – so die Rechtsprechung – hätte die GmbH das Darlehen nicht vom Gesellschafter erhalten, sondern von einer Bank. Mit der Folge, dass der Gesellschafter die Rückzahlung aller Darlehen der letzten zwei Jahre vor der Insolvenz erstatten muss. Außerdem muss der Gesellschafter die Einzahlung der Stammeinlagen anhand eines Kontobeleges von seinem Privatkonto an die GmbH nachweisen. Die übliche Erklärung im notariellen Gründungsvertrag, alle Stammeinlagen seien erbracht, reicht als Nachweis allein nicht aus.

Der Insolvenzverwalter ist der Anwalt des Schuldners

Viele Schuldner, die eine Privatinsolvenz anmelden müssen, verstehen die Funktion des Insolvenzverwalters falsch. Sie denken, der Insolvenzverwalter ist für sie da und hilft ihnen aus den Schulden. Aber der Insolvenzverwalter ist nicht der Anwalt des Schuldners, sondern eine neutrale Person. Erfahrungsgemäß fühlt sich der Insolvenzverwalter den Gläubigern näher als dem Schuldner. Weiter ist er ihm gegenüber zu keinerlei Rechenschaft oder Auskünften verpflichtet.

Mit dem Insolvenzeröffnungsbeschluss enteignet das Gericht den Schuldner. Demgemäß geht das Vermögen des Schuldners auf den Insolvenzverwalter über, der es für die Gläubiger verwaltet. Folglich muss er dem Schuldner nicht sagen, was er mit dem Vermögen macht.

Weil der Insolvenzverwalter sich häufig gegen die Interessen des Schuldners und anderer Beteiligter durchsetzen muss, hat er seitens des Gesetzgebers eine Position inne, in der er kaum angreifbar ist. Rechtsmittel gegen seine Entscheidungen gibt es kaum. Weil das Insolvenzgericht den Insolvenzverwalter auswählt, wird es immer hinter ihm stehen und ihn nur bei ganz groben Regelverstößen nicht decken.

In der Insolvenz wird dem Schuldner geholfen

Viele Schuldner wie auch Geschäftsführer erhoffen sich von dem Insolvenzverfahren beziehungsweise dem Insolvenzverwalter Hilfe. Sie hoffen, dass er sie durch das Verfahren führt und die GmbH rettet. Und tatsächlich wird der Insolvenzverwalter versuchen, die GmbH zu retten sowie zu erhalten. Es ist sein Job, die Insolvenzmasse – also die GmbH – bestmöglich zu verwerten und der Verkauf eines laufenden Geschäftsbetriebes bringt mehr Geld in die Kasse als die Zerschlagung und der Verkauf der Einzelteile. Für die alten Gesellschafter und Geschäftsführer ist hier jedoch kein Platz vorgesehen – sie sind raus. Allenfalls wird der Altgeschäftsführer noch gebraucht, um das neue Management anzulernen. Danach ist endgültig Schluss für ihn.

Die größten Irrtümer rund um die Insolvenz

Der Geschäftsführer muss weiter seiner Arbeit nachgehen

Beantragt der Geschäftsführer das Insolvenzverfahren, steht er erst einmal unter Schock. Also wird er sich automatisch an der starken und anfangs freundlichen Person des Insolvenzverwalters orientieren und sich von ihm manipulieren lassen. Der Insolvenzverwalter weiß das zu seinem Vorteil zu nutzen. Er wird den Geschäftsführer dazu bringen, weiterzuarbeiten und den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten. Eine Verfügung verspricht der Insolvenzverwalter zwar, aber nicht schriftlich und deshalb bezahlt er sie auch nicht. Das heißt: Der Geschäftsführer macht sich mehrere Monate für den Insolvenzverwalter krumm, der es ihm mit einem späteren Rauswurf und noch etwas später mit einem Brief dankt, in dem er den Geschäftsführer für tausende Euro Schadensersatz in Haftung nimmt. 

Dabei ist der Geschäftsführer nicht zur Fortsetzung der Arbeit verpflichtet. In Deutschland gibt es keine Arbeitspflicht. Das gilt auch für das Insolvenzverfahren. Der Geschäftsführer muss dem Insolvenzverwalter zwar bezüglich der Handelsbücher Rede und Antwort stehen und umfassend Auskunft erteilen, aber den Geschäftsbetrieb muss er nicht fortführen. Mit Abgabe des Insolvenzantrages bei Gericht kann der Geschäftsführer nach Hause gehen und sich um sein neues Leben kümmern. Will er das Unternehmen retten oder für sich behalten, muss er ein Schutzschirmverfahren oder Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen.

Zahlungsunfähigkeit tritt ein, wenn die Kasse leer ist

Gerade die Geschäftsführer kleinerer Unternehmen setzen sich oft nicht mit dem Begriff der Zahlungsunfähigkeit im Sinne des Insolvenzrechts auseinander. Sie denken, die Zahlungsunfähigkeit tritt ein, wenn das Konto leer ist. Das ist ein Trugschluss, denn die Zahlungsunfähigkeit tritt viel früher ein. Es genügt bereits, wenn die fälligen Forderungen 10% höher als die liquiden Mittel sind, unabhängig vom Kontostand. Die Folge ist die persönliche Haftung wegen Insolvenzverschleppung.

Man darf während der Insolvenz nicht selbstständig sein

Ein weit verbreiteter Irrglaube von Einzelhändlern und Freiberuflern ist, in der Insolvenz nicht selbstständig sein zu dürfen. Das ist falsch. Ganz im Gegenteil kann die Selbstständigkeit während der Insolvenz sogar vorteilhaft sein. Etwas Nachjustierung des Verhaltens zu Beginn des Insolvenzverfahrens kann den Insolvenzverwalter dazu bringen, den Geschäftsbetrieb aus der Insolvenzmasse frei zu geben. Somit ist die Selbstständigkeit dann nicht mehr Bestandteil der Insolvenzmasse, sodass der Selbstständige wieder tun und so viel Geld verdienen kann, wie er will, ohne dass es gepfändet wird. In der Praxis einigt man sich mit dem Insolvenzverwalter auf einen festen monatlichen Betrag von ca. 100 Euro. Selbst wenn man dann 10.000 Euro monatlich verdienen würde, müsste man nur den vereinbarten Betrag an die Insolvenzmasse bezahlen.

Das vor der Insolvenz noch vorhandene Vermögen im Kasino verspielt

Viele private Schuldner wollen Vermögenswerte vor der Insolvenz verstecken. So wird die Lebensversicherung aufgelöst, das Geld im Wald vergraben und erst dann beantragt der Schuldner die Insolvenz. Fragt der Insolvenzverwalter nach dem Verbleib, antworten viele: „Ich habe das Geld verspielt oder damit private Schulden bezahlt.“ Keine gute Idee, weil ein derartiges Vorgehen strafbar ist. Erlaubt ist es, vorhandenes Vermögen vor der Insolvenz maßvoll auszugeben und für den Lebenserwerb zu verbrauchen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da auch der maßvolle Verbrauch des Vermögens einen Gläubiger dazu bringen kann, einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung zu stellen, wenn er davon erfährt. Will man das Guthaben unbedingt für sich behalten, kann man die Insolvenz nicht beantragen, ehe das Geld ausgegeben ist.

Die Bank ist nett, weil man jahrelang ein guter Kunde war

Eine jahrzehntelange freundschaftliche Beziehung zum Kundenberater der Bank bringt dem Schuldner nichts, weil der Vorgang in eine Spezialabteilung verlegt wird. Der persönliche Bonus ist weg und genau das ist auch die Absicht dahinter. Auf diese Weise lässt sich „Dienst nach Vorschrift“ eher sicherstellen.

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Was tun bei einer Einzelfirma Insolvenz?

Was tun bei einer Einzelfirma Insolvenz?

Einzelfirma Insolvenz für Gewerbetreibende

Wenn Sie bei einer Einzelfirma Insolvenz anmelden geht es ums Ganze. Der Einzelunternehmer muss auch das private Vermögen und Einkommen einbeziehen. Bei einer Einzelfirma Insolvenz haftet der Unternehmer sowohl privat als auch für die Schulden aus dem Gewerbebetrieb. Hier finden Sie Tipps und erfahren Sie die wichtigsten Schritte zur Regelinsolvenz.
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Bei der Einzelfirma Insolvenz besteht keine Eile

Die persönliche Haftung des Unternehmers für die Schulden der Einzelfirma ist ein Nachteil gegenüber der GmbH Insolvenz. Die Einzelfirma Insolvenz hat gegenüber der GmbH Insolvenz aber einen riesen Vorteil. Während der Geschäftsführer einer GmbH unbedingt einen Insolvenzantrag stellen muss und sich strafbar macht, wenn er dies verzögert oder unterlässt, hat der Einzelunternehmer keine Eile. Dem Einzelunternehmer obliegt keine Insolvenzantragspflicht. Das heißt, der Einzelunternehmer kann einen Insolvenzantrag stellen, er muss aber nicht.

Die Einzelfirma möglichst erst abwickeln und dann die Insolvenz

Die persönliche Haftung des Unternehmers für die Schulden der Einzelfirma ist ein Nachteil gegenüber der GmbH Insolvenz. Die Einzelfirma Insolvenz hat gegenüber der GmbH Insolvenz aber einen riesen Vorteil. Während der Geschäftsführer einer GmbH unbedingt einen Insolvenzantrag stellen muss und sich strafbar macht, wenn er dies verzögert oder unterlässt, hat der Einzelunternehmer keine Eile. Dem Einzelunternehmer obliegt keine Insolvenzantragspflicht. Das heißt, der Einzelunternehmer kann einen Insolvenzantrag stellen, er muss aber nicht.

Weil die Insolvenzantragspflicht bei der Einzelfirma Insolvenz entfällt, kann der Einzelunternehmer die Insolvenz viel besser vorbereiten. Für den Einzelunternehmer ist es am besten, wenn er seinen Geschäftsbetrieb zunächst einmal einstellt, dann abwickelt und das Gewerbe abmeldet. Etwaig vorhandenes Betriebsvermögen verwertet er selbst oder überlässt es den Gläubigern und lässt es sich wegnehmen. Erst wenn nichts mehr da ist und der Betrieb vollständig abgewickelt ist, beantragt er die Insolvenz.

Wenn der Geschäftsbetrieb abgewickelt ist, hat die Insolvenz (fast) nur noch den Zweck, den Einzelunternehmer zu entschulden und nicht mehr, den Geschäftsbetrieb im Interesse des Insolvenzverwalters bzw. der Gläubiger bestmöglich abzuwickeln. Das erspart dem Einzelunternehmer viel Ärger, weil er sich nicht mit dem Insolvenzverwalter auseinandersetzen muss.

Beantragt der Einzelunternehmer hingegen die Insolvenz mit laufendem Geschäftsbetrieb, wird der Insolvenzverwalter mit Zuckerbrot und Peitsche dafür sorgen, dass der Einzelunternehmer den Geschäftsbetrieb zumindest während des vorläufigen Insolvenzverfahrens fortführt. Allerdings ist die Fortführung des Geschäftsbetriebes nur für den Insolvenzverwalter vorteilhaft. Dem Einzelunternehmer hingegen bringt die Fortführung keinerlei Vorteile. Im Gegenteil, meist wird er als Gratis-Arbeitskraft ausgenutzt und er muss erdulden, wie er langsam aber sicher die Kontrolle über sein Unternehmen verliert. Der Vorteil: Die Folgen der Insolvenz sind weitaus milder.

Die persönliche Haftung des Unternehmers für die Schulden der Einzelfirma ist ein Nachteil gegenüber der GmbH Insolvenz. Die Einzelfirma Insolvenz hat gegenüber der GmbH Insolvenz aber einen riesen Vorteil. Während der Geschäftsführer einer GmbH unbedingt einen Insolvenzantrag stellen muss und sich strafbar macht, wenn er dies verzögert oder unterlässt, hat der Einzelunternehmer keine Eile. Dem Einzelunternehmer obliegt keine Insolvenzantragspflicht. Das heißt, der Einzelunternehmer kann einen Insolvenzantrag stellen, er muss aber nicht.

Aber nicht jede Einzelfirma kann man ohne Insolvenz abwickeln

Meine Empfehlung, dass Sie als betroffener Unternehmer Ihre Einzelfirma selbst abwickeln und erst dann die Insolvenz beantragen um sich zu entschulden, gilt nur für Unternehmen mit geringer Mitarbeiterzahl. Beschäftigen Sie hingegen zahlreiche Mitarbeiter mit langen Kündigungsfristen oder gar mit Kündigungsschutz wie beispielsweise bei einem Kindergarten, stößt die Abwicklung der Einzelfirma in Eigenregie an ihre Grenzen. Zwar ist es rechtlich möglich, allen Mitarbeitern ordentlich und innerhalb der gesetzlichen bzw. vertraglichen Fristen zu kündigen (Achtung: Betriebsaufgabe ist kein außerordentlicher Kündigungsgrund) und die Mitarbeiter so wie die anderen Gläubiger einfach nicht zu bezahlen. Aber viele Einzelunternehmer finden das verantwortungslos und beantragen gegen ihr eigenes Interesse sofort die Insolvenz, damit die Mitarbeiter das Insolvenzgeld erhalten.

Entscheiden Sie selbst, wie Sie vorgehen möchten. Bleibt es bei der Abwicklung der Einzelfirma in Eigenregie, kündigen Sie den Mitarbeitern ordnungsgemäß, selbst wenn die Kündigungsfrist ein halbes Jahr betragen würde. Dem Kündigungsschreiben fügen Sie eine Kopie der Gewerbeabmeldung bei. Damit schicken Sie die Mitarbeiter zum Arbeitsamt mit der Empfehlung das Insolvenzgeld zu beantragen.

Die Arbeitsämter bewilligen das Insolvenzgeld für Arbeitnehmer eigentlich nur, wenn der Arbeitnehmer ein Aktenzeichen des Insolvenzgerichts über die Einzelfirma Insolvenz vorlegen kann. Es besteht aber ein Ausnahmetatbestand. Das Arbeitsamt muss das Insolvenzgeld auch dann bewilligen, wenn der Arbeitgeber den Geschäftsbetrieb dauerhaft aufgibt.

Die Einzelfirma mit der Insolvenz in Eigenverwaltung sanieren

Wollen Sie die Einzelfirma retten und sanieren, wäre die Schutzschirminsolvenz bzw. Eigeninsolvenz für Sie die richtige Wahl. Weil ein solches Verfahren sehr aufwändig ist, lohnt es sich erst ab einer bestimmten Unternehmensgröße. Eine kleine Einzelfirma hingegen, wickelt man besser selbst ab und gründet anschießend ein neues Unternehmen.

Die Insolvenz der Eizelfirma bedeutet zugleich immer auch: Privatinsolvenz

Weil Sie als Einzelunternehmer und als Privatperson das gleiche Rechtssubjekt sind, bedeutet die Einzelfirma Insolvenz immer auch Privatinsolvenz. Das Gesetz macht auch keinen Unterschied zwischen gewerblichen und privaten Schulden. Es gibt auch kaum mehr einen Unterschied zwischen Privatinsolvenz und Regelinsolvenz. Sind Sie also auch privat verschuldet, beispielsweise mit einem Konsumentenkredit, sind auch diese Schulden auf die Gläubigerliste des Insolvenzantrages zu setzen. Am Schluss des Insolvenzverfahrens werden Sie auch für diese privaten Schulden die Restschuldbefreiung erhalten.

Bei der Einzelfirma Insolvenz wird allerdings auch immer Ihr privates Vermögen in die Verwertung einbezogen. Zwar haben die meisten Einzelunternehmer vor der Insolvenz noch alles privates Geld in das Unternehmen gesteckt und sind dann restlos pleite. Entscheiden Sie selbst, welches Vermögen Sie vor der Insolvenz noch retten. Sollten Sie aber noch Vermögenswerte besitzen wie beispielsweise eine Lebensversicherung, können Sie sich überlegen, was Sie damit anstellen:

  • Sie können die Lebensversicherung stehen lassen, im Insolvenzantrag angeben, sodass der Insolvenzverwalter sie später verwerten kann.
  • Oder Sie können die Lebensversicherung auflösen, um den Rückkaufwert zu “retten” und für sich zu verwenden.

Entscheiden Sie sich für letzteres, müssen Sie vorsichtig sein, dass Sie sich nicht strafbar machen. Orientieren Sie sich an der Faustregel, dass Sie Ihr Vermögen vor der Insolvenz maßvoll aufbrauchen dürfen, um davon zu leben. Bei Strafe verboten ist es, das Geld zu verspielen. Auch das Bezahlen von Schulden funktioniert nicht, weil der Insolvenzverwalter diese Zahlungen anfechten und zurückholen kann.

Mein Rat wäre: Lassen Sie sich vor der Einzelfirma Insolvenz zumindest einmal kurz beraten. Nach der Beratung verfügen Sie über einen Fahrplan und können die größten Fallen umgehen.

Ein Schuldner beantragt die Regelinsolvenz mit der App

In der Beratung besprechen wir auch die Möglichkeit, dass Sie sich innerhalb eines Jahres mit der Planinsolvenz entschulden.

Wollen Sie die Einzelfirma retten und sanieren, wäre das Schutzschirmverfahren bzw. Insolvenz in Eigenverwaltung für Sie die richtige Wahl. Weil ein solches Verfahren sehr aufwändig ist, lohnt es sich erst ab einer bestimmten Unternehmensgröße. Eine kleine Einzelfirma hingegen, wickelt man besser selbst ab und gründet anschießend ein neues Unternehmen.

Was tun bei einer GbR Insolvenz?

Was tun bei einer GbR Insolvenz?

Regelinsolvenz für eine GbR anmelden

Droht eine GbR Insolvenz, müssen die Gesellschafter die richtigen Entscheidungen treffen und die Weichen stellen. Ich erkläre Ihnen, wie Sie sich am besten verhalten.
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Ist es überhaupt sinnvoll eine GbR Insolvenz zu beantragen?

Die Gesellschafter müssen entscheiden, ob sie überhaupt einen Insolvenzantrag für die GbR stellen sollen. Alternativ dazu könnten die Gesellschafter die GbR auch einfach mit Hilfe eines Gesellschafterbeschlusses auflösen.

Dann existiert die GbR nicht mehr, und es ist dann auch kein Insolvenzverfahren für die GbR mehr erforderlich. Die Gesellschafter vermeiden also die GbR Insolvenz. Stattdessen übernehmen sie die Schulden der GbR als haftende Gesellschafter und entschulden sich mit Hilfe einer Privatinsolvenz.

Den Ausgleich zwischen den Gesellschaftern regeln diese anschließend untereinander. Weil die GbR Gesellschafter ohnehin mit ihrem Privatvermögen für alle GbR Schulden haften, verschlechtert die Beendigung der GbR die Rechtslage der Gesellschafter nicht wesentlich.

Jeder einzelne GbR Gesellschafter haftet ohnehin in voller Höhe für alle Gesellschaftsschulden. Man nennt dies: gesamtschuldnerische Haftung. Jeder GbR Gläubiger hat das Recht, sich einen einzelnen Gesellschafter herauszupicken und ihn zur Zahlung der gesamten Schuld zwingen.

Besser, die GbR per Beschluss auflösen

Die Gesellschafter müssen entscheiden, ob sie überhaupt einen Insolvenzantrag für die GbR stellen sollen. Alternativ dazu könnten die Gesellschafter die GbR auch einfach mit Hilfe eines Gesellschafterbeschlusses auflösen. Dann existiert die GbR nicht mehr, und es ist dann auch kein Insolvenzverfahren für die GbR mehr erforderlich. Die Gesellschafter vermeiden also die GbR Insolvenz. Stattdessen übernehmen sie die Schulden der GbR als haftende Gesellschafter und entschulden sich mit Hilfe einer Privatinsolvenz.

Gesellschafter einer GbR managen Regelinsolvenz

Die Auflösung erfolgt mit Hilfe eines einfachen Gesellschafterbeschlusses. In dem Beschluss erklären die Gesellschafter die Auflösung. Danach melden Sie die GbR beim Gewerbeamt und beim Finanzamt ab. Mehr ist nicht zu tun, die GbR ist Geschichte.

Sind die Schulden der GbR so hoch, dass die Gesellschafter diese nicht abtragen können, beantragt jeder Gesellschafter für sich eine Privatinsolvenz. Dies können Sie den GbR Gläubigern auch gleich so mitteilen, damit man Sie hoffentlich in Ruhe lässt.

Ohne GbR Insolvenz dürfen die GbR Gläubiger direkt gegen jeden einzelnen Gesellschafter vorgehen. Dies ist aber nur ein geringer Nachteil gegenüber einem Antrag auf GbR-Insolvenz. Denn die Gesellschafter haften in jedem Fall. 

Die Folgen, wenn Sie dennoch die GbR Insolvenz anmelden

Entscheiden sich die Gesellschafter zu einer GbR Insolvenz, entsteht ihnen zunächst ein Zeitvorteil. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der GbR dürfen die GbR Gläubiger nicht mehr direkt gegen die Gesellschafter vorgehen. Die Gesellschafter sind also vor Einzelvollstreckung geschützt. Allerdings nur vorübergehend. Wie oben erklärt, wird der Insolvenzverwalter der GbR die Gesellschafter anstelle der GbR Gläubiger früher oder später in die Haftung nehmen.

Schutz der GbR Insolvenz ist löchrig

Der Vollstreckungsschutz der GbR Gesellschafter ist löchrig. Nur GbR Gläubiger dürfen nicht mehr vollstrecken. Ist der Gesellschafter auch anderweitig verschuldet, dürfen diese Gläubiger weiterhin direkt vollstrecken. Der entscheidende Nachteil der GbR Insolvenz besteht darin, dass dieses Insolvenzverfahren in der Regel überflüssig ist. Bei der GbR Insolvenz haben die Gesellschafter zwei Insolvenzverwalter an der Backe: Den Insolvenzverwalter der GbR und den eigenen Insolvenzverwalter.

Abhängig von der GbR Insolvenz

Beantragen Sie zuerst die GbR Insolvenz und danach die Privatinsolvenz, durchlaufen Sie dieses Drama zweimal. Sparen Sie sich eines davon. Es kann Ihnen auch passieren, dass der GbR Insolvenzverwalter es mit der Inanspruchnahme der Gesellschafter gar nicht eilig hat und jahrelang hinauszögert. Bis zur Inanspruchnahme ist es nicht möglich, dass Sie sich mit der Privatinsolvenz entschulden.

Insolvenzverwalter sind nervig

Seien Sie sparsam, was den Kontakt mit Insolvenzverwaltern angeht. Für die meisten in Schulden geratenen Unternehmer verläuft der Kontakt zum Insolvenzverwalter schmerzhaft. Der Unternehmer muss wehrlos dabei zusehen, wie er nach und nach enteignet und sein Lebenswerk verschleudert wird. Die Begegnung hinterlässt tiefe Narben.

Regressanspruch muss feststehen

Ohne Inanspruchnahme des GbR Insolvenzverwalters und der damit verbundenen Bezifferung der Regressforderung ist ein ordentlicher Privatinsolvenzantrag unmöglich. Wenn Sie Pech haben, müssen Sie  jahrelang warten, bis Sie die Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz beantragen “dürfen”. Bis dahin leben Sie in einem Schwebezustand. Das kann für Sie und Ihre Familie zermürbend sein.

Beantragen Sie die GbR Insolvenz nur im Falle einer Sanierung

Wollen Sie die GbR mit Hilfe eines Schutzschirmverfahrens bzw. Insolvenz in Eigenverwaltung erhalten und entschulden, gilt das zuvor beschriebene Schreckensszenario nicht. Denn bei einem Sanierungsverfahren ist die Eigenverwaltung angeordnet. Das bedeutet, die GbR Gesellschafter bzw. der GbR Geschäftsführer steuert die Sanierung selbst. In der Regel dauert die Sanierung maximal ein Jahr, ein jahrelanger Schwebezustand ist also nicht zu befürchten.

Was tun bei einer UG Insolvenz

Was tun bei einer UG Insolvenz

UG Insolvenz anmelden, was ist zu beachten?

Wenn Sie UG Insolvenz anmelden, müssen Sie genau so wie bei einer GmbH Insolvenz einen Insolvenzantrag bei Gericht stellen. Die UG ist gleich der GmbH eine Kapitalgesellschaft, das ist unbedingt zu beachten.
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Geschäftsführer der UG verwaltet fremdes Vermögen

Die Kapitalgesellschaft besitzt eigenes Vermögen und ist eine eigene Rechtsperson. Sei der Kapitlaeinsatz auch noch so klein. Auch wenn Sie selbst der Gesellschafter der Kapitalgesellschaft sind, verwalten Sie als Geschäftsführer der UG nicht Ihr eigenes Vermögen, sondern fremdes Vermögen. Die meisten Geschäftsführer-Gesellschafter einer UG verstehen das leider nicht.

Treuepflicht des UG Geschäftsführers

Wenn man als UG Geschäftsführer fremdes Vermögen verwaltet, hat man eine besondere Sorgfalts- und Treuepflicht. Insbesondere darf das fremde Vermögen nicht verschleudert oder zweckwidrig ausgeben werden. Das bedeutet für die UG Insolvenz: Selbst wenn Sie der alleinige Gesellschafter der UG sind, können Sie nur so lange mit der UG machen was Sie wollen, solange die UG keine Schulden hat und ihren finanziellen Pflichten nachkommen kann.

Geschäftsführer könnte haften

Kann die UG ihren finanziellen Pflichten nicht mehr nachkommen und gerät die UG in Schulden, werden sich die vorgenannten gesetzlichen Treuepflichten des UG Geschäftsführers für das (fremde) Vermögen der UG unangenehm bemerkbar machen. Der Geschäftsführer muss außerden die UG Insolvenz beantragen.

Die UG „gehört“ den Gläubigern

Sobald die UG Ihre Schulden nicht mehr bezahlen kann, gehört die UG – bildhaft gesehen – auch den Gläubigern. Der Geschäftsführer ist dann verpflichtet, nicht nur in seinem Interesse, sondern insbesondere auch im Interesse der Gläubiger zu denken. Um den Gläubigern das Vermögen zu dem Zwecke einer bestmöglichen Gläubigerbefriedigung zu erhalten, muss der UG Geschäftsführer den Insolvenzantrag über das Vermögen der UG rechtzeitig stellen.

UG Insolvenz beantragen ist Pflicht

Versäumt der Geschäftsführer die Insolvenzantragspflicht, schädigt er fremdes Vermögen. Damit hat er sich strafbar gemacht und muss den Schaden materiell ersetzen. Eine verspätete UG Insolvenz kann für den Geschäftsführer richtig schmerzhaft sein.

UG Inhaber glauben, wegen geringer Einlage ist die UG-Insolvenz ohne Risiko …

Viele Gesellschafter-Geschäftsführer einer UG sind unerfahren in der Unternehmensführung. Gerade weil man eine UG bereits ab 1 Euro gründen kann, nimmt es mancher Geschäftsführer nicht so genau. Aus der Sicht des Unternehmers steht nicht viel auf dem Spiel. Kommt es zur UG Insolvenz, die erfahrungsgemäß in über 90% aller Fälle verspätet erfolgt, wird der Geschäftsführer sich die Augen reiben, wofür man ihn alles verantwortlich machen will.

Bitte vor der UG Insolvenz unbedingt noch erledigen:

Handelsbilanzen hochladen

Es gibt nur eine einzige Sache, die aber um so wichtiger ist: Der Geschäftsführer muss die Handelsbilanzen bei bundesanzeiger.de hochladen. Bei Missachtung dieser Pflicht wird der Roboter bei bundesanzeiger.de irgendwann Bußgeldbescheide an den Geschäftsführer zu schicken. Die Bußgelder haben es in sich und unterliegen im Falle einer Privatinsolvenz auch keiner Restschuldbefreiung. Verlassen Sie sich nicht auf den Steuerberater

Hochladen ist einfach und spart Ärger

Erstellen unbedingt die Handelsbilanz und laden Sie diese hoch. Falls noch nicht geschehen, richten Sie der UG ein Konto bei bundesanzeiger.de ein. Klicken Sie sich durch den Formulardschungel und wählen Sie das Formular: Handelsbilanz. Die dort einzutragenden Werte können Sie notfalls schätzen und aus dem letzte Jahresabschluss entnahmen.

Ablauf der UG-Insolvenz

Die UG Insolvenz verläuft fast wie eine GmbH Insolvenz: Zunächst sucht der Geschäftsführer das gerichtliche Formular für den Insolvenzantrag  auf der Webseite des örtlichen Insolvenzgerichts. Dieses füllt der Geschäftsführer aus und übersendet es an das Insolvenzgericht.

Je nachdem, wie intakt der Geschäftsbetrieb noch läuft, wird sich ein Insolvenzverwalter früher oder später bei dem Geschäftsführer melden. Am Anfang verlaufen die Gespräche mit ihm freundlich. Aber das bleibt nicht so. Die Gemeinheiten folgen später schriftlich. Der Insolvenzverwalter will alles über die UG Insolvenz wissen und beschäftigt den Geschäftsführer mit dem Beschaffen der Daten. Sind die Handelsbücher nicht auf dem Laufenden, kann das Beschaffen der gewünschten Daten sehr aufwändig sein.

Schließlich wird der Insolvenzverwalter die Vermögenswerte der UG verwerten. Sind nicht mindestens 3.000 EUR leicht verwertbares Vermögen in der UG vorhanden, erfolgt eine Abweisung der UG Regelinsolvenz mangels Masse. Das heißt, die UG Insolvenz findet gar nicht statt, sondern der Geschäftsführer wird zum gesetzlichen Liquidator. Das ist die beste aller Lösungen. Zumindest für den Geschäftsführer.

Abweisung mangels Masse

Die Abweisung mangels Masse ist für den Geschäftsführer äußerst vorteilhaft. Ohne Insolvenzverfahren gibt es auch keinen Insolvenzverwalter, der den Geschäftsführer für das treuewidrige Verhalten zur Verantwortung zieht. Als gesetzlicher Liquidator hat der Geschäftsführer nicht allzu viel zu tun.

Haftung Ehepartner bei Firmeninsolvenz

Haftung Ehepartner bei Firmeninsolvenz

Haftung des Ehegatten bei einer Firmeninsolvenz

Eine Firmeninsolvenz stellt nicht nur Unternehmer vor große Herausforderungen. Sondern auch der Ehepartner bekommt häufig die Veränderungen zu spüren. Das betrifft insbesondere die finanzielle Situation. Es stellt sich die Frage, wann und womit der Ehepartner bei einer Firmeninsolvenz haftet? In einigen Fällen haftet der Ehepartner tatsächlich und muss finanzielle Einbußen hinnehmen. Jedoch ist das zum Glück nicht der Regelfall.
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Einstandspflicht für Schulden aus Firmeninsolvenz

Bei Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens müssen häufig die Unternehmer oder Gesellschafter selbst für die fremden Schulden geradestehen. Das betrifft insbesondere Selbstständige, Freiberufler und Einzelunternehmer. Sie haften mit ihrem kompletten Privatvermögen für Schulden des Unternehmens, auch wenn sie sich intern von den Schulden freistellen. Aber auch Unternehmer anderer Rechtsformen, beispielsweise bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), bei der Offenen Handelsgesellschaft (OHG) oder der Kommanditgesellschaft (KG) haften mit ihrem Privatvermögen. Diese Haftung beschränkt sich auf das Privatvermögen der Unternehmer bzw. Gesellschafter.

Wie haftet der Ehepartner bei Firmeninsolvenz?

Eine Firmeninsolvenz kann sich damit erheblich auf den persönlichen Bereich auswirken und zu finanziellen Einbußen führen. Für die Familie steht weniger Geld zur Verfügung. Und im Einzelfall muss auch der Ehepartner damit rechnen, für die Schulden des Ehepartners haftbar gemacht zu werden. Grundsätzlich kann jedoch gesagt werden, dass jede Person nur für das geradestehen muss, was sie auch unterschrieben hat. Wurden keine Vereinbarungen getroffen, dann tritt durch das Eheverhältnis alleine noch keine Haftung ein. Gläubiger können nicht einfach über das Privatvermögen des Partners verfügen.

Voraussetzung für eine Haftung bei Firmeninsolvenz

Anders sieht das jedoch aus, wenn die Gläubiger einen Haftungsbestand geltend machen können. Das ist dann der Fall, wenn der Ehepartner beispielsweise eine Bürgschaft übernommen hat oder Kreditverträge gemeinsam abgeschlossen wurden. Insbesondere bei einer gesamtschuldnerischen Bürgschaft können sich die Gläubiger auswählen, wen sie zur Begleichung der Schulden auswählen möchten. Damit könnte auch die Ehefrau in die Pflicht genommen werden, die Schulden zu begleichen. Der Abschluss entsprechender Verträge und die Übernahme von Bürgschaften durch die Ehefrau sollten deshalb vorab genau überprüft werden.

Welches Vermögen sich aus der Insolvenz heraushalten lässt

Das Vermögen auf Sparkonten kann zum Teil ebenfalls in die Insolvenzmasse einfließen. Dabei ist jedoch zu beachten, auf welchen Namen die Konten lauten. Wurde das gemeinsame Girokonto überzogen, haften beide Kontoinhaber für die Schulden. Dementsprechend müsste der Ehepartner eine Einzahlung vornehmen und den Kontostand ausgleichen. Das Führen von getrennten Konten könnte das im Vorhinein verhindern. So kann man dafür sorgen, dass man als Ehepartner im Falle einer Zahlungsunfähigkeit nicht in diesem Umfang für die Schulden haftbar gemacht werden kann.

Beispiel: Ein Einzelunternehmer für die Ablesung von Heizkostenverteilern tätig und wird durch eine anhaltend schlechte Auftragslage zahlungsunfähig. Er muss mit seiner Firma Regelinsolvenz anmelden und haftet auch mit seinem Privatvermögen für die Schulden. 

Ein Unternehmer Ehepaar lässt sich zur Haftung bei Firmeninsolvenz beraten

Vor der Firmeninsolvenz das Vermögen aufteilen

Besteht keine vertragliche Verpflichtung, dann kann auch der Ehepartner nicht für die Schulden des Ehepartners herangezogen werden. Einige Ausnahmen von dieser Regelung gibt es jedoch. Das betrifft zunächst die Gerichtskosten. Verfügt der Ehepartner über ein eigenes Einkommen, dann muss er die Gerichtskosten für den insolventen Ehepartner übernehmen. Zudem kann es passieren, dass der Ehepartner mit dem eigenen Einkommen gegenüber dem insolventen Ehepartner unterhaltspflichtig wird. Diese finanziellen Mittel könnten auf das pfändbare Einkommen angerechnet werden.

Auch bei gemeinsamem Vermögen gilt, dass jeder zunächst mit seinem Vermögen auch nur für seine Schulden aufkommen muss. Schwierigkeiten gibt es diesbezüglich bei gemeinsamem Vermögen, beispielsweise der Immobilie oder Sparkonten. Die gemeinsame Immobilie wird in der Regel zur Hälfte in die Insolvenzmasse einfließen. Damit muss die Immobilie in vielen Fällen aufgegeben werden. Vermeiden lässt sich das in manchen Fällen durch eine Übertragung, die jedoch im Einzelfall durch den Insolvenzverwalter anfechtbar ist. Eine Schenkung an den Ehepartner kann zudem bis zu vier Jahre lang noch angefochten werden.

Das Vermögen auf Sparkonten kann zum Teil ebenfalls in die Insolvenzmasse einfließen. Dabei ist jedoch zu beachten, auf welchen Namen die Konten lauten. Wurde das gemeinsame Girokonto überzogen, haften beide Kontoinhaber für die Schulden. Dementsprechend müsste der Ehepartner eine Einzahlung vornehmen und den Kontostand ausgleichen. Das Führen von getrennten Konten könnte das im Vorhinein verhindern. So kann man dafür sorgen, dass man als Ehepartner im Falle einer Zahlungsunfähigkeit nicht in diesem Umfang für die Schulden haftbar gemacht werden kann.

Wann kann ich meinen Schufa-Eintrag nach der Regelinsolvenz löschen?

Wann kann ich meinen Schufa-Eintrag nach der Regelinsolvenz löschen?

Wie den Schufa-Eintrag nach der Regelinsolvenz löschen?

Mit einer Regelinsolvenz erhalten Einzelunternehmer und Freiberufler die Möglichkeit, ihre Schulden abzuwickeln, um in der Zukunft einen Neuanfang zu wagen. Doch das geht besser, nachdem der private Schufa-Eintrag gelöscht wurde. Dieser wird jedoch erst mit Ablauf der Insolvenz und bestimmter Löschfristen gelöscht.

Negativeinträge bei Schufa und Creditreform sind ein echter Klotz am Bein

Ein Insolvenzverfahren kann für Unternehmer eine Chance bedeuten, neu anzufangen. Mit Beginn eines Insolvenzverfahrens erfolgt jedoch auch ein Eintrag in die Auskunftei. Die Wirtschaftsauskunft der Schufa speichert jene Daten, welche die Bonität der Verbraucher betreffen und damit auch die Daten zu einer eröffneten Privatinsolvenz. Andere Auskunfteien speichern auch die Daten zur Bonität eines Unternehmens, beispielsweise Bürgel oder Creditreform. Allerdings werden kleine Einzelunternehmer häufig nicht erfasst.

Insolvenz der Einzelfirma belastet Ihre Schufa

Die Insolvenz des Einzelunternehmers oder Freiberuflers kann sich allerdings auf die privaten Schufa-Einträge auswirken, wodurch Einträge bei der Schufa möglich sind. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn das private Kreditkartenkonto aufgrund der persönlichen Haftung überlastet ist und die Schulden nicht mehr bezahlt werden können. Denn die Auskunftei sammelt Daten zur Bonität von Bürgern und stuft ihre Kreditwürdigkeit ein.

Gewerbliche Schulden beeinflussen Privatvermögen

Damit verbunden wird zunächst eine Vielzahl an privaten Daten zur finanziellen Situation gesammelt wie Konto-Eröffnungen und Leasingverträge. Haftet der Firmeninhaber oder Gesellschafter mit seinem privaten Vermögen, dann können ihm die Schulden aus dem gewerblichen Umfeld schnell auch privat betreffen. Diese können zu negativen Schufa-Einträgen führen. Erfolgte keine Haftung für die betroffene Firma, dann muss hingegen auch mit keinem privaten Schufa-Eintrag gerechnet werden. Allerdings erfolgt in anderen Auskunfteien ein Eintrag, sodass in diesen Fällen nicht nur die Daten der Schufa entscheidend sind und überprüft werden sollten.

Frau lässt Schufa-Eintrag nach Privatinsolvenz löschen

Schufa-Eintrag löschen nach gewerblichen Insolvenzverfahren

Ein negativer Schufa-Eintrag durch eine Firmeninsolvenz bedroht damit nicht nur Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten und Partnern, sondern ebenso das private finanzielle Umfeld. Ein Einzelunternehmer oder Geschäftsführer, der für sein Unternehmen haftet und Regelinsolvenz anmeldet, muss demnach damit rechnen, keinen privaten sowie geschäftlichen Kredit mehr zu erhalten. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig um die Löschung des Eintrages in der Auskunftei zu kümmern.

Übersicht über Einträge und Löschfristen bei der Regelinsolvenz:

  • Eröffnung eines Insolvenzverfahren: Löschung erfolgt spätestens mit Aufhebung oder Einstellung des Verfahrens zum Ende des dritten Kalenderjahres.
  • Abgelehnte Anträge eines Insolvenzverfahrens: Wird der Antrag eines Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt, erfolgt die Löschung nach fünf Jahren.
  • Restschuldbefreiung: Erteilte oder versagte Restschuldbefreiungen werden nach drei Jahren, jeweils zum Jahresende, gelöscht.
  • Die Löschung der Schufa-Einträge wird automatisiert durch die Schufa durchgeführt. Es ist nicht erforderlich, die Löschung zu beantragen.
  • Schufa-Eintrag löschen: In einigen Fällen ist das vorzeitig möglich.
  • Schufa löscht nach erfolgreichem Insolvenzplan ebenfalls erst nach drei Jahren.
Rechtsanwalt Jörg Franzke erklärt das Schutzschirmverfahren
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