Zahlungsfähigkeit nach 90 % Umsatzeinbruch wiederhergestellt

Zahlungsfähigkeit nach 90 % Umsatzeinbruch wiederhergestellt

Zahlungsfähigkeit nach 90 % Umsatzeinbruch wiederhergestellt

Ein auf Überwachung von Flüchtlingsheimen spezialisierter Sicherheitsdienst wurde zahlungsunfähig, aufgrund eines plötzlichen Umsatzeinbruches über 90 %. Der Insolvenzplan stellte die Zahlungsfähigkeit wieder her und rettete das Wohnaus der Unternehmerfamilie.

Mitarbeiter Sicherheitsdienst im Schutzschirmverfahren

Der Fall

Der Schuldner betreibt als Einzelunternehmer in Kaufbeuren einen Sicherheitsdienst mit den Leistungen: Werk- und Objektschutz, Personenschutz, Baustellenüberwachung, Revier- und Streifendienst, Sicherheitsberatung, usw.. Im Unternehmen sind derzeit 75 Mitarbeiter angestellt. Der Schuldner hat das Unternehmen vor rund sechs Jahren gegründet. Aufgrund hoher Zuverlässigkeit und fairen Preisen verstand es der Schuldner sich innerhalb kürzester Zeit in der Region einen Namen zu machen, das Unternehmen wuchs auf durchschnittlich 70 Mitarbeiter an. Die Auftraggeber des Schuldners sind in der Regel Industriebetriebe und die Öffentliche Hand, aber auch vermögende Privatpersonen lassen ihre Immobilien von dem Wachdienst des Schuldners schützen. Die derzeitige Auftragslage bezeichnet der Schuldner als hervorragend, einziges Wachstumshemmnis ist die Personalknappheit in der Region. Die vertraglichen Beziehungen zu den Auftraggebern sind als Werk- bzw. Dienstverträge ausgestaltet, mit einer durchschnittlichen Laufzeit von einem bis drei Jahren. Sämtliche derzeit bestehenden Auftragsverhältnisse beschreibt der Schuldner als auskömmlich.

Insolvenzursache

Mit Aufkommen der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 konzentrierte der Schuldner sich auf Sicherheitsdienste für Flüchtlingsheime. Nach der Bewältigung der Flüchtlingskrise verlor der Schuldner innerhalb kürzester Zeit rund 90 % seiner Aufträge. Der Schuldner steuerte dagegen. Er akquirierte bei neuen Kunden neue Aufträge und war bereits vor Antragstellung wieder vollständig ausgelastet. Allerdings hinterließ der vorübergehende Umsatzeinbruch eine Liquiditätslücke, die der Schuldner trotz Rückkehr zu guter und auskömmlicher Auftragslage nicht mehr bewältigen konnte.

Sanierungskonzept

Wie oben beschrieben war es dem Schuldner bereits selbst gelungen, den Umsatzeinbruch mittels Akquisition neuer Aufträge wettzumachen und das Unternehmen in die Rentabilität zurückzuführen. Eingriffe in die Unternehmensstruktur waren aus diesem Grund nicht erforderlich. Der Schuldner bewirtschaftete sein Unternehmen auch während des Schutzschirms so wie bisher. Der Liquiditätsaufbau erfolgte in diesem Verfahren auf zweierlei Weise: Einerseits wie üblich anhand des Insolvenzgeldes. Andererseits durch Anfechtung gegenüber dem Finanzamt. Das Finanzamt hatte während der Unternehmenskrise erhebliche Geldbeträge des Schuldners gepfändet. Das durch Pfändung erlangte Guthaben musste das Finanzamt an den Schuldner erstatten.
Schließlich rettete das Schutzschirmverfahren nicht nur das Unternehmen sondern auch das Wohnaus der Unternehmerfamilie. Es gelang mir, die Banken von der sonst üblichen Zwangsversteigerung des Wohnhauses abzuhalten. Die Banken hielten statt dessen während des gesamten Sanierungsverfahrens zunächst still. Der Insolvenzplan am Ende des Verfahrens sah dann die quotenweise Entschuldung von allen Verbindlichkeiten vor, jedoch keine Entschuldung der dinglich besicherten Banken-Schulden. Diese bleiben trotz Entschuldung per Insolvenzplan weiterhin bestehen und wird der Schuldner wie vor der Insolvenz zu gleichen Konditionen ratenweise abgelten.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Zahlungsfähigkeit wieder hergestellt.
  • Unternehmerfamilie führt das Sicherheitsgewerbe ohne Einschnitte fort.
  • Wohnhaus entgeht Zwangsversteigerung, Banken finanzieren neu.
  • Quote (außer Banken) bei 5,78 %
  • Auf Verbindlichkeiten von 879.000 € leistet Schuldner 46.332€, danach schuldenfrei
  • Schuldenverzicht 94% 94%
  • Quote des Insolvenzplans 6% 6%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 90% 90%

Mit Bewertungen bin ich eher sehr zurückhaltend, aber in unserem Fall nicht, der Firmeninsolvenz (Schutzschirmverfahren), von der Erstberatung bis zur Begleitung und Hilfestellung 10 ********. Während des Verfahrens, einfach nur begeistert. Bei Herrn Rechtsanwalt Franzke hat man immer das Gefühl, dass man auch als Mensch, mit all seinen Sorgen und Problemen ernst genommen wird. Fachlich und Menschlich hat man es mit einem wirklichen Fachmann zu tun, von der Anmeldung des Verfahrens bist zum letzten, erfolgreichen Gerichtstermin, sind ca. 17 Monate vergangen und unsere Firma ist jetzt schuldenfrei. Herr Franzke hatte zu jederzeit und für jedes Problem ein offenes Ohr. Ich weiß jetzt, dass dieser Schritt der Richtige war für mich eine Kanzlei, die ich mehr als empfehlen kann, ich würde sie jedem der sich in einer scheinbar aussichtslosen Situation (ob Privat- oder Firmeninsolvenz) befindet, ohne „Wenn und Aber“ sofort weiterempfehlen. Auch auf diesem Weg, nochmals vielen herzlichen Dank an Herrn RA Jörg Franzke.

Sicherheitsdienst, Bayern

Bewertung auf Provenexpert

Dentallabor mit Schutzschirm saniert, 70jährige Familientradition wird fortgeführt

Dentallabor mit Schutzschirm saniert, 70jährige Familientradition wird fortgeführt

Dentallabor mit Schutzschirm saniert, 70jährige Familientradition wird fortgeführt

Ein Dentallabor benötigte nach 70jährigem Bestehen eine Rundum-Erneuerung. Dies ist mir mit Hilfe des Schutzschirmverfahren gelungen.

Unternehmer behält Dentallabor dank Schutzschirmverfahren

Der Fall

Die B+N GmbH ist ein seit rund 70 Jahren bestehendes Dentallabor in Familienbesitz. Das Unternehmen ist als zuverlässiger und qualitätsbewusster Hersteller von Zahnersatz aufgrund seines langjährigen Bestehens eine feste Größe bei Zahnarztpraxen in der Umgebung rund um den Betriebsstandort und wird von diesen regelmäßig beauftragt. Im Unternehmen sind 12 Mitarbeiter angestellt.

Die B+N GmbH wurde im Jahr 1949 von dem Großvater des heutigen Gesellschafter-Geschäftsführer gegründet. In den 60er bis 90er Jahren erwirtschaftete die B+N GmbH aufgrund eines günstigen Umfeldes regelmäßig auskömmliche Gewinne. Zu Bestzeiten waren im Unternehmen bis zu 35 Mitarbeiter angestellt Die Familie investierte die Unternehmensgewinne in ein Betriebsgrundstück ließ darauf ein speziell auf die Bedürfnisse eines Dentallabors ausgerichtetes Betriebsgebäude errichten, in welchem die B+N GmbH noch heute produziert. Das Betriebsgrundstück steht in Entsprechung einer Betriebsaufspaltung im Eigentum der Familien GbR. Die B+N bezahlt an die GbR eine monatliche Pacht. Die Belegschaft der B + N GmbH ist überwiegend „alt gedient“ und seit Jahrzehnten im Unternehmen angestellt. Die B+N GmbH ist finanziert mit rund 108.000 € Fremdkapital in Form eines Finanzierungskredits für eine Teleskop-Fräsmaschine sowie mit Eigenkapital der Familie in Höhe von ca. 440.000 €. Das Eigenkapital ist in Form von nachrangigen Darlehn investiert. Es gibt des weiteren einen Kontokorrent-Kredit bei der Sparkasse. Dieser ist besichert mit einer Bürgschaft zu Lasten des Vaters. Das betriebliche Anlagevermögen ist veraltet und vollständig abgeschrieben, ein nennenswertes Warenlager gibt es nicht. Die B+N GmbH produziert seit Jahren Verluste. Zum 31.12.16 wies das Unternehmen einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 542 T€ aus.

Insolvenzursache

Seit rund 15 Jahren trübt sich das wirtschaftliche Umfeld für Dental-Labore ein. Etatkürzungen für Kassenpatienten führen zu sinkenden Gewinn-Margen. Ausländische Konkurrenz aus Osteuropa und nunmehr auch aus China macht den eingesessenen Dental-Laboren das Leben schwer. Zahnärzte, die bisher Kunden waren, betreiben eigene Dental-Labors oder sind in Gesundheitszentren zusammengeschlossen. Verwöhnt durch die Jahrzehnte währende positive Ertragssituation muss der heutige Gesellschafter-Geschäftsführer sich eingesehen, dass er mit dem Turn-Around zu spät begann. Der Geschäftsführer versuchte dem Negativtrend zunächst mittels Sparrunden umzukehren. Seine Möglichkeiten hierzu waren jedoch aufgrund langfristiger Vertragspflichten begrenzt. Der erforderlichen Personalanpassung stand dem Kündigungsschutz entgegen. Der Geschäftsführer hat sich unternehmensstrategisch beraten lassen und spezialisiert sein Unternehmen auf Fertigungstechniken von Spezial-Implantaten, welche die ausländische Konkurrenz (noch) nicht leisten kann. Hierzu hat er in eine moderne Teleskop-Fräsmaschine investiert und baut einen Vertrieb und Marketing auf, um neue Kunden für die Technik zu gewinnen. Das Unternehmen hat sich am Markt nunmehr positioniert als Spezialist für besonders schwierig zu erstellende Implantate.

Sanierungskonzept

Dieser Insolvenzplan stellt die Gläubiger besser aus die Regelinsolvenz: Das Verfahren wurde insbesondere dazu genutzt, die langfristigen und unrentablen Vertragsverhältnisse zu kündigen oder neu auszuhandeln. Auch mussten Mitarbeiter entlassen werden. Das Verfahren bot die Gelegenheit, insbesondere die Problemfälle unter den Mitarbeitern zu klären. Allein diese Maßnahmen reichten aus, um das Unternehmen zurück in die Rentabilität zu führen. Mit der Sparkasse konnte ausgehandelt werden, dass diese die strategisch wichtige Implantat-Fräsmschine nicht beschlagnahmte und verwertete, sondern die “Finanzierung” fortführt. Somit kann das Unternehmen weiter produzieren.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Dauer des Verfahrens insgesamt 13 Monate
  • Die Unternehmerfamilie kann die 70jährige Unternehmens-Geschichte fortführen
  • Verschuldung vor Antragstellung: 373.000 €
  • Einigung mit Gläubigern im Insolvenzplan auf 7,80 % Quote
  • Schuldenverzicht 92% 92%
  • Quote des Insolvenzplans 8% 8%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 98% 98%

Gastronom nach vernichtender Restaurant-Kritik wieder entschuldet

Gastronom nach vernichtender Restaurant-Kritik wieder entschuldet

Gastronom nach vernichtender Restaurant-Kritik wieder entschuldet

Nach einer vernichtenden Restaurant-Kritik blieben vorübergehend ein Drittel der Gäste aus. Der Einschnitt brachte den Gastronom Herrn X an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Nachdem Herr X es selbst nach Jahren nicht geschafft hatte, die Verschuldung zurückzuführen, entschied er sich für das Schutzschirmverfahren. Heute ist er schuldenfrei und führt die Restaurants erfolgreich fort.

Gastronom feiert erfolgreiches Schutzschimverfahren

Der Fall

Herr X betreibt in Berlin zwei Gastronomie-Betriebe: Die „Gaststätte F.“ in Lichterfelde und das „Restaurant E.“ in Steglitz. Das F. ist als klassische „Berliner Kneipe“ konzipiert, mit bodenständiger Berliner Küche und einer großen Auswahl an Bieren. Das Restaurant E. hingegen stellt sich als gehobenes Speiserestaurant und Tagescafé dar. Den Gästen stehen sowohl im F. als auch im E. ca. 100 Sitzplätze zur Verfügung. Beide Restaurants sind in den jeweiligen Berliner Bezirken bekannt und frequentiert. Durchschnittlich sind 33 Arbeitnehmer im Unternehmen angestellt.

Herr X war ursprünglich in der Gaststätte F. für 10 Jahre als Kellner angestellt und mietete die Gaststätte im Jahre 2007 an. Bis ins Jahr 2012 wirtschaftete er erfolgreich, danach trübte sich der Gewinn aufgrund neu hinzugekommener Konkurrenz in unmittelbarer Nachbarschaft ein. Um einem betrieblichen Gesamtverlust zu entgegnen, ergriff Herr X die Flucht nach vorn und mietete im Jahr 2012 das Restaurant E. hinzu. Das Konzept ging zunächst auf. Auch das Restaurant E. wirtschaftete in den ersten Jahren erfolgreich.

Insolvenzursache

Im Jahr 2013 musste Herr X starke Umsatzeinbußen hinnehmen. Ursache war eine vernichtende Restaurant-Kritik, wahrscheinlich auf Betreiben der Konkurrenz. Herr X. trat der Restaurant-Kritik mit Image-Kampagnen entgegen und holte die Kundschaft nach und nach in seine Restaurants zurück. Aber der Umsatzeinbruch hatte die gesamte Liquidität verbraucht und brachte Herrn X bis an die Zahlungsfähigkeit.

Herrn X gelang es dennoch sich über Wasser zu halten und die Betriebe quasi „von der Hand in den Mund“ über mehrere Jahre fortzuführen. An einen Abbau der Schulden war jedoch nicht zu denken. Dazu reichen die Gewinnmargen der Gastronomie-Betriebe nicht aus. Schließlich erfuhr Herr X von den Möglichkeiten eines Schuldenschnitts mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens. Herr X erkannte den Schuldenschnitt als einzigen nachhaltigen Ausweg aus seiner Lage. Nach einigem Zögern entschied er sich dafür und beauftragte mich, ihn durch das Verfahren zu führen.

Sanierungskonzept

Neben den üblichen Sanierungsschritten wie die dreimalige Finanzierung der Arbeitnehmerlöhne mit dem Insolvenzgeld usw. ging es in diesem Verfahren ausschließlich darum, die Gastronomie-Betriebe zu entschulden. Einschnitte in die Unternehmensstruktur wie beispielsweise der Abbau von Arbeitsplätzen sah das Sanierungskonzept nicht vor. Die Gastronomie-Betriebe wirtschafteten bei Antragstellung rentabel. Es stand lediglich seitens des Sachwalters zur Diskussion, die nahezu unrentable Gaststätte F. aufzugeben und nur noch das Restaurant E. zu betreiben. Dieses Ansinnen konnten wir dem Sachwalter jedoch mit der Begründung ausreden, dass ein weiterer Konkurrent im Kiez auch eine Gefahr für das Restaurant E. darstellen würde.

Das Verfahren war auf einem guten Weg und wäre nach rund acht Monaten beendet gewesen, wenn nicht das Finanzamt buchstäblich in letzter Sekunde dazwischen gegrätscht wäre. Das Finanzamt lehnte meinen Insolvenzplan zunächst ab mit der Begründung, dass die Gastronomie-Betriebe verkauft werden müssen, um mehr Geld für die Befriedigung der Gläubiger zu erzielen. Es dauerte rund vier Monate, um das Finanzamt davon zu überzeugen, dass es auf dem Holzweg war. Am Ende akzeptieren die Gläubiger und auch das Finanzamt meinen Insolvenzplan einstimmig. Herr X ist schuldenfrei und hat behält seine beiden Gastronomie-Betriebe.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Herr X betreibt die Gastronomie-Betriebe in ursprünglicher Größe und Struktur
  • Kein Imageverlust bei Gästen, die Gaststätten sind unverändert stark frequentiert
  • Herr X bleibt Eigentümer des Unternehmens
  • Höhe der Verschuldung vor
  • Schutzschirmverfahren: 1.584.000 €
  • Einigung mit Gläubigern im Insolvenzplan auf Quote 12 %
  • Schuldenverzicht 88% 88%
  • Quote des Insolvenzplans 12% 12%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 83% 83%

Taxibetrieb mit Schutzschirm auf 6 % Quote entschuldet

Taxibetrieb mit Schutzschirm auf 6 % Quote entschuldet

Taxibetrieb mit Schutzschirm auf 6 % Quote entschuldet

Eine wegen nachlässiger Buchführung entstandene Steuerforderung des Finanzamtes brachte ein Taxi-Unternehmen in Not. Mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens habe ich die Steuerschuld auf eine machbare Quote von 6 % reduziert. Der Taxibetrieb ist entschuldet und die Unternehmerfamilie führt den Betrieb schuldenfrei fort.

Taxi Unternehmer hat den Mut und beantragt Schutzschirmverfahren

Der Fall

Die Schuldnerin betreibt einen Taxibetrieb und im Nebengewerbe ein auf Betriebsausflüge und Werksführungen spezialisiertes Reisebusunternehmen. Die Schuldnerin fährt insbesondere für Großkunden wie Audi, Airbus, Saturn, usw.., welche die Taxis der Schuldnerin für Mitarbeiter und Besucher einsetzen. Des weiteren bedient die Schuldnerin auch Einzelkunden im klassischen Taxibetrieb. Der Rationalisierungsgrad der Schuldnerin ist mittels moderner branchentypischer Software sehr weit vorangeschritten. Im Unternehmen arbeiten derzeit 48 Mitarbeiter. Das Anlagevermögen der Schuldnerin besteht ausschließlich aus den nicht mit Drittrechten belasteten Fahrzeugen. Das Umlaufvermögen besteht aus den Forderungen gegen Auftraggeber sowie aus dem Kassen- und Kontostand. Rahmenverträge zu den Stammkunden der Schuldnerin bzw. eine durchschnittliche Laufzeit von Aufträgen gibt es nicht. Vielmehr erfolgt die Beauftragung der jeweiligen Taxi- und Busfahrten durch Zuruf per Telefonat oder über eine App wie beispielsweise „MyTaxi“.

Insolvenzursache

Zwischen den Gesellschaftern der Schuldnerin waren die Aufgaben so verteilt, dass der Gesellschafter 1 für die Buchhaltung und Verwaltung der Gesellschaft zuständig war und der Gesellschafter 2 für den Betrieb der Taxis. Ende 2015 musste Gesellschafter 2 aufgrund von unerwarteten Steuernachforderungen gravierende Versäumnisse in der Buchhaltung feststellen. Nachdem diese der intern zuständige Gesellschafter 1 nicht befriedigend aufarbeiten konnte, wurde dieser auf Betreiben des anderen Gesellschafters als Geschäftsführer abgesetzt und ausgeschlossen. Seit dem st Gesellschafter 2 zum alleinigen Geschäftsführer bestellt. Der Geschäftsführer hat darauf hin in Rücksprache mit dem Finanzamt und nach entsprechenden Stundungserklärungen die Steuerverbindlichkeiten zurückgeführt.

Die Rückzahlung schwächte die Liquidität der Schuldnerin jedoch derart, dass der Geschäftsbetrieb der Schuldnerin ohne die Sanierungswerkzeuge eines Insolvenzverfahrens nicht mehr fortbestehen kann. Der Schuldnerin gelang es nicht, sich aus eigner Kraft zu entschulden. Alle liquiden Reserven waren aufgebraucht, sodass die Schuldnerin sich zu diesem Verfahren entschied.

Sanierungskonzept

Der Knackpunkt in diesem Verfahren war der Umstand, dass einige Gläubiger auf den Verkauf des Unternehmens drängten. Die Veräußerung der Taxi-Lizenzen – so argumentierten die Gläubiger – werde zu einer höheren Quote führen, als ein Insolvenzplan. Die Schuldnerin verfügt über 24 teilweise zuvor käuflich erworbene Taxikonzessionen, welche nach Einschätzung des Geschäftsführers und des Sachwalters handelbar sind. Der Sachwalter schätzt den Wert pro Konzession auf ca. 15.000 €. Jedoch können die Konzessionen nicht isoliert bewertet werden und die einzelne Konzession stellt für sich alleine keinen Wert darf. Vielmehr können die Konzessionen nur zusammen mit den Fahrzeugen (Fuhrpark, BGA) bewertet werden.
Gemäß § 2 Abs. 3 PBefG dürfen im Verkehr mit Taxen die aus der Genehmigung erwachsenden Rechte und Pflichten nur übertragen werden, wenn gleichzeitig das ganze Unternehmen oder wesentliche selbständige und abgrenzbare Teile des Unternehmens übertragen werden. Das bedeutet, die Konzessionen wären nur als “Anhängsel” bei Veräußerung des Fuhrparks im Ganzen verwertbar. Dies aber hätte zur Folge, dass gemäß § 613 a BGB die gesamten Arbeitnehmer mit übergehen, was für einen Erwerber ein erhebliches Risiko darstellt.

Der Erwerber müsste darüber hinaus bereits eine Erlaubnis der Stadt zum Taxibetrieb innehaben und das Unternehmen müsste als weitere Zulassungsvoraussetzung seinen Sitz in Stadt haben. Die konkurrierenden Taxibetriebe mit Sitz in dieser Stadt kennen das laufende Insolvenzverfahren der Schuldnerin und haben kein Kaufangebot abgegeben. Diese Betriebe sind weitaus kleiner als die Schuldnerin und dürften aufgrund ihrer einfachen Betriebs-Struktur auch gar nicht dazu in der Lage sein, die 24 Taxen und 48 Mitarbeiter in ihren Betrieb zu integrieren. Ein Erwerber von außerhalb müsste vor dem Erwerb zunächst eine Erlaubnis bei der Stadt Ingolstadt beantragen, was erfahrungsgemäß ca. ein halbes Jahr dauert.
Auch eine Ausproduktion, das heißt Fortführung des Betriebs in einem Regelinsolvenzverfahren und Abschöpfung der Gewinne bis auf weiteres wäre nicht zielführend. Erfahrungsgemäß sind die Auftraggeber der Schuldnerin wie hier die Audi AG, Lieferanten und Arbeitnehmer nur eine begrenzte Zeit bereit, die Sanierung innerhalb eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung mitzutragen. Sie schließen eine dauerhafte Zusammenarbeit mit einem insolventen Unternehmen aus Gründen des eigenen Risikomanagement jedoch aus und würden sich mit Bekanntgabe der Rücknahme der Eigenverwaltung von der Schuldnerin zurückziehen und sich Konkurrenzbetrieben zuwenden.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Der Betrieb wird in ursprünglicher Größe und Struktur fortgeführt.
  • Kein Auftragsverlust
  • Die Unternehmerfamilie bleibt Eigentümer des Unternehmens
  • Höhe der Verschuldung vor Schutzschirmverfahren: 851.600 €
  • Einigung mit Gläubigern im Insolvenzplan auf Quote 7,9 %
  • Ausschüttung an die Gläubiger: 67.722 €
  • Verfahrensdauer 11 Monate
  • Schuldenverzicht 92% 92%
  • Quote des Insolvenzplans 8% 8%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 92% 92%

Schutzschirmverfahren verhindert feindliche Übernahme

Schutzschirmverfahren verhindert feindliche Übernahme

Schutzschirmverfahren verhindert feindliche Übernahme

Das Software-Unternehmen eines Finanzinvestors gerät aufgrund Führungsschwäche in die Krise. Im Schutzschirmverfahren habe ich es entschuldet und einem neuen Beisitzer zugeführt.

Geschäftsführer froh, Schutzschirmverfahren rettet Software-Unternehmen

Der Fall

Die Schuldnerin wurde im Jahr 2000 als Aktiengesellschaft mit Sitz in Hamburg gegründet und war an der Hamburger Börse notiert. Im Jahr 2014 wurde die Schuldnerin delistet. Seit dem ist sie einem kontinuierlichen Sanierungsprozess ausgesetzt. Jüngste Sanierungsmaßnahmen vor dem Insolvenzverfahren waren die Umwandlung der Gesellschaftsform in eine GmbH, der Austausch der Geschäftsführung sowie die Verlegung des Geschäftssitzes von Hamburg nach Berlin.

Die Schuldnerin berät Organisationen, Konzerne und Behörden zu betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und informationstechnologischen Problemen. Zur Lösung dieser speziellen Kundenprobleme entwickelt und vermarktet sie Software. Bei der Schuldnerin sind aktuell 17 Mitarbeiter angestellt. Im Jahr 2016 erwirtschaftete die Schuldnerin einen Umsatz von 7,7 Mio. € bei einer Bilanzsumme von 5.0 Mio. €.

Die Schuldnerin erstellt maßgeschneiderte Software für Dokumenten-Management und Datenarchivierung für Behörden, Unternehmen und Organisationen. Hierzu werden interne Leistungs- und Verwaltungsprozesse der Kunden softwareseitig abgebildet. Mit den Produkten und Dienstleistungen der Schuldnerin gelingt den Kunden die papierlose Erfassung, Bearbeitung, Bereitstellung und Archivierung von Dokumenten und die massenhafte Datenmigration zwischen verschiedenen Speichermedien auf der Basis von IBM und SAP Systemumgebungen. Der Umsatz setzt sich zusammen aus wiederkehrenden Wartungs- und Betriebsverträgen, IBM Softwarelizenzen, dem dazugehörigen Wartungsgeschäft für Updates und neue Releases sowie aus projektbezogenen Dienstleistungsumsätzen.

Ihre Aufträge erhält die Schuldnerin insbesondere von namhaften Kunden wie Kaufland, Metro, ADAC, Swiss Life, Heidelberger Leben, Jungheinrich, Hapag Lloyd, Lufthansa, Wincor Nixdorf und dem Auswärtigen Amt. So verwaltet zum Beispiel das Auswärtige Amt die gesamten Übersetzungsaufträge und Dokumente der Bundesregierung mit Hilfe der Softwarelösung von Schuldnerin und der ADAC verwaltet die Stammdaten seiner Mitglieder mit Systemen von der Schuldnerin. Ein Ausfall dieser Betriebsleistung hätte empfindliche Folgen für die operative Leistungsfähigkeit der genannten Kunden.

Die Umsatzentwicklung der Schuldnerin hatte ihren Höhepunkt im Jahr 2011 mit 18 Mio. € Umsatz und über 100 Mitarbeitern, als das Unternehmen als klassisches IT-Systemhaus in verschiedenen Sparten Hardware, Software und IT-Dienstleistungen verkauft hatte. Seit diesem Zeitpunkt hatte die Schuldnerin regelmäßig Sparten und Tochtergesellschaften verkauft und stillgelegt, sodass in 2016 die Schuldnerin mit einem verringerten Leistungsspektrum nur noch 7.7 Mio. € Umsatz mit rund 43 Mitarbeitern erwirtschaftete.

Insolvenzursache

Die Schuldnerin hat in 2017 keine neuen Softwarelizenzen mehr verkauft und im 1. Halbjahr die Personalkapazitäten der Sparte Consulting, Dienstleistungen und Entwicklung auf die Abarbeitung von laufenden Projekten aus 2016 konzentriert, bei denen es teilweise zu erheblichen Verzögerungen und Budgetüberschreitungen kam, die vom Kunden nicht mehr bezahlt wurden. Die Schuldnerin hatte bereits frühzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet und im Februar 2017 einen weiteren Vorstand für das Ressort Vertrieb eingestellt, der jedoch bereits Ende April wieder abberufen wurde. Aufgrund der schlechten Auslastung, der Kündigung von Abteilungsleitern und Know-how Trägern und der daraufhin angedeuteten Personalmaßnahmen haben 15 Mitarbeiter (Projektleiter und Programmierer) der Sparte Consulting & Entwicklung bereits gekündigt oder Abwicklungsvereinbarungen geschlossen.

Die Schuldnerin wurde während der 2-3 monatigen Kündigungsfristen von den weiterlaufenden Personalkosten erdrückt, während die besagten Mitarbeiter nahezu keine fakturierbare Dienstleistung beim Kunden erbringen oder bereits unter Anrechnung von Urlaubsansprüchen das Unternehmen verlassen haben. So ist zum Beispiel der monatliche Dienstleistungsumsatz mit eigenen Mitarbeitern von durchschnittlich 150 Tsd. € im ersten Quartal auf nur noch 55 Tsd. € im zweiten Quartal eingebrochen, wobei die Personalkosten unverändert hoch geblieben sind.

Ferner wurde die Schuldnerin von weiterlaufenden operativen Kosten belastet, die dem verringerten Personalbestand nicht mehr angemessen sind. So mietete die Schuldnerin am Standort Hamburg für mehr als 25.000 € Miete & NK pro Monat eine Immobilienfläche von 650 qm für nur 8-10 durchschnittlich anwesende Mitarbeiter. Außerdem trug das Unternehmen noch die laufenden KFZ – Leasingkosten und Nebenkosten für die ausgeschiedenen Mitarbeiter in Höhe von rund 5.000 € pro Monat.

Die Schuldnerin leitete interne Reorganisations- und Restrukturierungsschritte ein und bearbeitete weiterhin die laufenden Kundenprojekte mit internen und externen Mitarbeitern. Der Gesellschafter hatte zur Vorfinanzierung von Restrukturierungsmaßnahmen Ende Mai und Anfang Juni 2017 Gesellschafterdarlehen im Umfang von insgesamt 450.000 € gewährt, damit die Abarbeitung laufender Kundenprojekte gewährleistet war und gleichzeitig Sanierungsmaßnahmen finanziert werden konnten. Am 23.06.17 kündigte die Factoring-Gesellschaft Coface den Einbehalt sämtlicher Forderungseingänge und verursachte somit eine Liquiditätslücke von rund 220.000 €.

Sanierungskonzept

Knackpunkt in diesem Verfahren war, dass die Schuldnerin letztendlich führungs- und herrenlos war. Vor dem Schutzschirm befand sich die Schuldnerin im Eigentum eines Kapitalinvestors und wurde von einem Interims-Manager geführt. Im Schutzschirmverfahren musste ein neuer Gesellschafter-Geschäftsführer gefunden werden, welchen sowohl die Belegschaft als auch die sensiblen Auftraggeber akzeptieren. Diesen haben wir auch gefunden, in der Person des damaligen Vorstandes, welcher das Unternehmen vor 10 Jahren aufbaute und an die Börse brachte.
Die Auftraggeber haben die Rückkehr des damaligen Vorstandes begrüßt und schenken nach dem Wechsel des Managements dem Unternehmen wieder Vertrauen. Kündigungen der Auftraggeber sind nicht erfolgt. Insbesondere ist es gelungen, den größten Auftraggeber Diebold Nixdorf / Hamburger Sparkasse von der Rückgängigmachung seiner Kündigung zu überzeugen. Diebold-Nixdorf ist wieder im Boot und das ursprüngliche Langzeit-Projekt wird fortgesetzt. Die Auftragslage ist insoweit sehr gut.

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Übertragung des Unternehmens auf den früheren Vorstand, welcher das besondere Vertrauen der Auftraggeber geniest
  • Kein Auftragsverlust
  • Feindliche Übernahmeversuche wurden abgewehrt
  • Höhe der Verschuldung vor Schutzschirmverfahren: 1.435.600 €
  • Einigung mit Gläubigern im
  • Insolvenzplan auf Quote 8,3 %
  • Ausschüttung an die Gläubiger: 119.232 €
  • Verfahrensdauer 9 Monate
  • Schuldenverzicht 92% 92%
  • Quote des Insolvenzplans 8% 8%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 99% 99%

Schutzschirm rettet Servicebetrieb samt Wohnhaus

Schutzschirm rettet Servicebetrieb samt Wohnhaus

Schutzschirm rettet Servicebetrieb samt Wohnhaus

Mit Hilfe des Schutzschirm habe ich einen Servicebetrieb für Heizkostenverteiler saniert. Dabei gelang es uns, das Wohnhaus der Unternehmerin zu erhalten.

Unternehmer für Heizkostenzähler ist im Schutzschirmverfahren

Der Fall

Die Unternehmerin betreibt einen Servicebetrieb für die Auftraggeber Techem GmbH und Minol GmbH. Für diese Auftraggeber montiert, wartet und wechselt sie Heizkostenverteiler, Wärmezähler, Wasserzähler – kurzum alle Geräte, welche Wohnungsbaugesellschaften zur Abrechnung von Energieverbräuchen verwenden. Die Geschäftsräume befinden sich in dem Wohn- und Geschäftshaus der Unternehmerin. Ergänzend dazu unterhält sie ein Lager, in dem sie die zu montierenden Ersatzgeräte abgestellt sind. Die Unternehmerin beschäftigt derzeit 37 Mitarbeiter. Diese sind sämtlich im Außendienst vor Ort tätig, um die Service-Leistungen durchführen.

Zwischen den beiden Auftraggebern Techem GmbH und Minol GmbH und der Unternehmerin bestehen Rahmenverträge. Die Vergabe der einzelnen Aufträge erfolgt über eingerichtete Online-Portale der Auftraggeber. Dort werden die Einzelaufträge eingestellt und das Unternehmen kann sich Aufträge „herausnehmen“ und ausführen. Die Abrechnung erfolgt gleichfalls über die Online-Portale, mit einem vereinbarten Zahlungsziel von 30 Tagen.

Insolvenzursache

Die Unternehmerin ist wirtschaftlich abhängig von ihren beiden Auftraggebern. Ende 2015 kam es bei einem ihrer Auftraggeber aufgrund dortiger Software-Probleme zu einem erheblichen Zahlungsverzug und Stornierungen. Anstelle des vertraglichen Zahlungsziels von 30 Tagen musste die Unternehmerin bis zu 4 Monate auf ihr Geld warten und ihre Rechnungen wurden willkürlich gekürzt.

Im Jahr 2016 versuchte die Unternehmerin zunächst alle finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Sie kompensierte die Fehlbeträge mit privaten Ersparnissen. Damit gelang es ihr, den Geschäftsbetrieb noch sechs Monate aufrecht zu erhalten. Nachdem sie ihre Ersparnisse verbraucht hatte, und keine Verbesserung ihrer finanziellen Situation absehbar war, entschied sie sich zu einem Schutzschirmverfahren.

Sanierungskonzept

Ziel dieser Sanierung war es, den Geschäftsbetrieb und insbesondere das finanzierte Wohn- und Geschäftshaus der Unternehmerin zu retten. Beides ist uns gelungen. Das Unternehmen ist heute entschuldet, das Wohn- und Geschäftshaus durfte die Unternehmerin behalten und führt den Immobilienkredit wie bisher fort.

Das größte Sanierungs-Hindernis in diesem Verfahren bestand darin, die Bank von der Kündigung des Immobilienkredits und Zwangsversteigerung abzuhalten. Das Festhalten an der Immobilienfinanzierung während des Schutzschirmverfahrens war für die Bank ein innovativer und mutiger Schritt. Eine schwäbische Provinzbank besaß den Mut dazu. An dieser Stelle nochmals: Vielen Dank!

Ergebnisse des Schutzschirms

  • Betrieb wird in ursprünglicher Größe und Struktur fortgeführt
  • Kein Auftragsverlust
  • Wohn- und Geschäftshaus bleibt erhalten
  • Höhe der ursprünglichen Verschuldung: 1,364 Mio. €
  • Einigung mit Gläubigern im Insolvenzplan auf Quote 6,04 %
  • Ausschüttung an die Gläubiger: 102.000 €
  • Dauer des Verfahrens: 7 Monate
  • Schuldenverzicht 94% 94%
  • Quote des Insolvenzplans 6% 6%
  • Fortführungswahrscheinlichkeit für die nächsten 3 Jahre 90% 90%