Die Insolvenzantragspflicht in der Corona Krise

Die Insolvenzantragspflicht in der Corona Krise

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nach dem neuen Covid-19-Gesetz

Seit 27.03.20 ist das neue Covid-19-Gesetz in Kraft. Die Insolvenzantragspflicht in der Corona Krise ist seit dem ausgesetzt. Das sind die Folgen für Sie als Geschäftsführer einer GmbH, AG, UG, usw.:

Die neue Vorschrift zur Insolvenzantragspflicht

Nach altem Recht muss die Geschäftsführung einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, UG, usw.) die Insolvenz spätestens binnen drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit beantragen. Diese Vorschrift gilt seit dem 27.03.2020 unter den folgenden Bedingungen nicht mehr:

  • Das Unternehmen war am 31.12.19 noch nicht zahlungsunfähig im Sinne des § 17 InsO (also nach den üblichen Voraussetzungen).
  • Die Insolvenzursache ist eine Folge der Covid-Pandemie.
  • Es bestehen Aussichten auf eine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit.

Wie also müssen Sie als Geschäftsführer die Insolvenzantragspflicht ab sofort überwachen? Hierzu gebe ich Ihnen folgende Ratschläge an die Hand.

Eine Frau denkt nach über ihre Insolvenzantragspflicht

Geschäftsführer muss in der Krise TÄGLICH die Liquidität überwachen

Die meisten Geschäftsführer dokumentieren die Liquidität ihres Unternehmens nicht. Das ist ein schwerer Fehler. Denn anhand der Dokumenation kann sich der Geschäftsführer später entlasten. In der Krise befindet sich der Geschäftsführer in einer unangenehmen Sandwich-Position:

  • Beantragt der Geschäftsführer die Insolvenz zu früh, haftet er gegenüber den Gesellschaftern für die falsche Entscheidung.
  • Beantragt er die Insolvenz zu spät, haftet er gegenüber dem Insolvenzverwalter wegen Insolvenzverschleppung gem. § 15a InsO und aufgrund des Zahlungsverbotes gem. § 64 Abs.1 InsO.

Nicht gut! Zumindest nicht gut für den Geschäftsführer. Deshalb rate ich jedem Geschäftsführer zu seinem eigenen Schutz, den Eintritt der Insolvenzreife genau abzupassen.

 

BWA und Liquiditätsplanung reicht nicht, um den Geschäftsführer zu entlasten

Den Eintritt der Insolvenzreife überwacht der Geschäftsführer täglich anhand der verfügbaren Liquidität und den fälligen Forderungen. Die BWA des Steuerberaters reicht zur Liquiditäts-Überwachung keinesfalls aus. Diese erreicht die meisten Geschäftsführer ohnehin erst mit zweimonatiger Verspätung. Die Informationen aus der BWA dienen der steuerlichen Abschöpfung. Sie sind zur Ermittlung der Insolvenzreife jedoch ungeeignet. Besser als die BWA ist die übliche Liquiditätsplanung, die ein sorgfältiger Geschäftsführer für die nächsten Monate erstellt. Die Liquiditätsplanung ist jedoch nur ein Bestandteil der Liquiditäts-Überwachung zur Ermittlung der Insolvenzreife.

So überwachen Sie die Insolvenzantragspflicht Ihrer GmbH in der Krise

Der Finanzstatus zur Ermittlung der Insolvenzreife ist also etwas ganz anderes als die BWA und die Liquiditätsplanung. Der Finanzstatus ist eine Momentaufnahme. Der Geschäftsführer muss sich morgens als erstes fragen: Wie ist der Stand meines Unternehmens heute? Wie viel Geld steht heute zur Verfügung? Was muss ich heute bezahlen?

Der Finanzstatus sollte als T-Tabelle geführt werden. Die linke Spalte ist eine Liste des Stand heute verfügbaren Geldes. Die Rechte Spalte ist eine Liste der Stand heute zu zahlenden Rechnungen. Hier zeige ich Ihnen ein Beispiel für einen Finanzstatus:

Linke Spalte:

Hier bitte die liquiden Mittel eintragen.

  • Wie viel ist heute auf den Konten?
  • Wie viel ist heute in der Kasse?
  • Wie hoch ist der Kreditrahmen?
  • Welche Zahlung geht heute garantiert ein?

Rechte Spalte:

Die fälligen Forderungen auflisten.

  • Welche Rechnungen sind heute zu zahlen?
  • Welche Dauerschuldverhältnisse werden heute abgebucht?
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icon finanzstatus täglich auswerten

Den Finanzstatus täglich auswerten

Als nächsten Schritt werten Sie Ihren Finanzstaus aus. Die Auswertung funkioniert, indem Sie ganz einfach die Werte der linken Spalte (liquide Mittel) addieren und die Werte der rechten Spalte (fällige Forderungen). Sind die fälligen Forderungen kleiner als die liquiden Mittel oder liegen sie nur geringfügig darüber, ist die Welt in Ordnung und Sie können sich Ihrem Tagesgeschäft widmen. Ihr Unternehmen ist zahlungsfähig. Eine Insolvenzantragspflicht besteht nicht.

%

Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit ab 10%

icon Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit

Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit

Sind die fälligen Forderungen jedoch um 10% höher als die liquiden Mittel, ist den Geschäftsführer die Welt nur noch halb in Ordnung. Es besteht ein Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit. Sie können den Verdacht aber widerlegen.

icon liquiditätsplanung

Verdacht widerlegen mit Liquiditätsplanung

Den Verdacht widerlegen Sie mit Ihrer Liquiditätsplanung. Anhand der Liquiditätsplanung ermitteln Sie die Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge der nächsten Wochen und Monate. Können Sie mit der Liquiditätsplanung darstellen, dass die im Finanzstaus ermittelte Deckungslücke sich aufgrund erwarteter Zahlungseingänge kurzfristig schließt, ist alles in Ordnung. Ihr Unternehmen ist nicht zahlungsunfähig.

rotes Dreieck

Unternehmen ist zahlungsunfähig

Kommen Sie jedoch zu dem Ergebnis, dass die Deckungslücke sich nicht schließen wird, ist Ihr Unternehmen zahlungsunfähig im Sinne der Insolvenzordnung. Sie haben ab sofort einen Insolvenzantrag zu stellen. Sie dürfen den Insolvenzantrag bis zu drei Wochen hinauszögern, wenn Sie sich in dieser Galgenfrist ernsthaft um neue Gelder bemühen. Dies ist das klassische bis zum 27.03.20 gültige Prüfungsschema zur Ermittlung der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens und der sich daraus ergebenden Insolvenzantragspflicht.

Fortsetzung der Prüfung mit dem neuen Covid-Gesetz

Setzen Sie Ihre Prüfung nun anhand der neuen Regelungen über die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht fort. Wie oben beschrieben, kommen drei weitere Bedingungen hinzu:

ein corona Virus

Das Unternehmen war am 31.12.19 noch zahlungsfähig

Das Unternehmen war am 31.12.19 noch nicht zahlungsunfähig im Sinne des § 17 InsO (also nach den üblichen Voraussetzungen). Führen Sie die Prüfung der Insolvenzreife wie oben beschrieben auf den Stichtag des 31.12.19 durch.

Kommen Sie zu dem Ergebnis, dass Ihre Firma bereits am 27.03.20 zahlungsunfähig war, beantragen Sie einen Schutzschirm, um Ihren Betrieb zu retten. Andere Mittel als den Schutzschirm bzw. Insolvenz in Eigenverwaltung stehen Ihnen nicht (mehr) zur Verfügung. Insbesondere auch keine Kredite und keine staatlichen Liquiditätshilfen. Denn all diese Fördermittel setzen voraus, dass Ihr Unternehmen nicht zahlungsunfähig im Sinne der Insolvenzordnung ist.

Schwinnring zur beseitigung Zahlungsunfähigkeit

Es bestehen Aussichten auf eine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit

War Ihr Unternehmen also am 31.12.19 noch nicht zahlungsunfähig, ist die Insolvenzantragspflicht grundsätzlich bis 30.09.20 ausgesetzt. Die nach dem 27.03.20 eintretende Insolvenzursache ist eine Folge der Covid-Pandemie.

Ergebnis

Falls Ihr Unternehmen am 27.03.20 noch nicht zahlungsunfähig war, sind Sie erst einmal im sicheren Hafen. Ihr Unternehmen muss keine Insolvenz beantragen. kann vor allem auch Liquiditätshilfen und Kredite beantragen.

Allen anderen Unternehmen rate ich dringend zu einem Schutzschirmverfahren bzw. Insolvenz in Eigenverwaltung. Auch damit können wir Ihren Betrieb ohne weiteres retten.

Stellen Sie nicht einfach einen Insolvenzantrag. Es wäre schade um Ihr Unternehmen.

Beitrag u.a. veröffentlicht auf handwerkernachrichten.de

Schutzschirmverfahren als Rettungsanker für Corona geschädigte Betriebe

Schutzschirmverfahren als Rettungsanker für Corona geschädigte Betriebe

Schutzschirmverfahren als Rettungsanker für Corona geschädigte Betriebe

Vielen Unternehmen insbesondere aus Gastronomie, Tourismus und Eventmanagement bricht in Zeiten des Corona-Virus das Geschäft weg. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Schutzschirmverfahren die Rettung sein – ein rechtliches Tool für eine Sanierung in Eigenverwaltung.

Schutzschirmverfahren als Rettungsanker

Das Corona Covid Virus versetzt nicht nur viele Menschen in Panik. Es trifft auch die deutsche Wirtschaft in noch nicht absehbarem Ausmaß. Vielen Unternehmen aus Gastronomie, Tourismus und Eventmanagement bricht derzeit durch das brachliegende öffentliche Leben das Geschäft weg. Bei drohender Insolvenz kann das Schutzschirmverfahren der rettende Anker sein. Es gibt Firmen ein Werkzeug an die Hand, rechtzeitig aktiv zu werden und eine Sanierung in Eigenverwaltung durchzuführen.

Das Schutzschirmverfahren – nicht nur für Konzerne wie Condor

Als am 12. März wurde der „Schutzschirmplan“ der von Zahlungsunfähigkeit bedrohten Fluggesellschaft Condor durch die Gläubiger mehrheitlich angenommen. Ein Aufatmen ging durch die Reihen. „Durch die heutige Zustimmung der Mehrheit der Gläubiger ist der Weg für die Zukunft mit dem neuen Eigentümer PGL frei“, so Lucas F. Flöther, Sachwalter der Condor Flugdienst GmbH. Somit konnte der Schutzschirm für Condor aufgehoben werden. Der Schutzschirmplan war am 11. Februar 2020 beim Amtsgericht Frankfurt am Main eingereicht worden. Die darin enthaltenen Maßnahmen sollten Condor für eine Zukunft ohne den früheren Mutterkonzern Thomas Cook aufstellen. Dieser hatte im September Insolvenz angemeldet. Condor hatte im Rahmen des Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung nach einem Investor gesucht und den Flugbetrieb ohne Ausfälle fortgeführt.

Immer häufiger nutzen auch Mittelständler in einer wirtschaftlichen Krise die Möglichkeit der Eigenverwaltung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens. Gerade wenn staatliche Liquiditätshilfen und Kurzarbeitergeld nicht mehr ausreichen, ist das Schutzschirmverfahren in vielen Fällen die nächste Aktionsstufe. Vereinfach wurde der Zugang zu dem Verfahren 2012 durch das „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“ (ESUG). Der Trend zu Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren wird also von Wirtschaft und Politik unterstützt, da die Praxis zeigt: Sehr häufig können ihre Instrumente Unternehmen sehr effizient bei der Überwindung einer Krise helfen.

Beim Schutzschirmverfahren bleibt die Geschäftsführung am Steuer

Bei einem Schutzschirmverfahren hat das Unternehmen zunächst drei Monate Zeit, einen Sanierungsplan – wie bei Condor – aufzustellen. Die Geschäftsführung kann selbst einen vom Gericht bestellten Sachwalter vorschlagen. Dieser achtet als eine Art Blauhelmsoldat darauf, dass der gesetzliche Rahmen eingehalten wird und die Rechte der Gläubiger gewahrt werden. Anders als ein Insolvenzverwalter hat er aber keine absolute Verfügungsgewalt. In diesen drei Monaten ist der laufende Betrieb geschützt: Gläubiger dürfen ihre Güter – z.B. noch nicht abbezahlte Maschinen, geleaste Autos, angemietete Räume – nicht zurückfordern. Überhaupt sind jegliche Vollstreckungsmaßnahmen verboten. Die Geschäftsführung bleibt weiter am Steuer und vertritt die Firma nach außen.

Laufende Kosten können radikal gesenkt werden

Mit der umfassenden Protektion, den das Unternehmen in diesen drei Monaten genießt, macht das Schutzschirmverfahren seinem Namen alle Ehre. Weitere Ausnahmeregelungen sorgen dafür, dass die Firma kaum Kosten hat. Das Unternehmen entscheidet zum Beispiel, welche Verträge vorteilhaft und welche nachteilig sind. Nachteilige Verträge erfüllt das Unternehmen ab sofort nicht mehr und gibt beispielsweise Leasinggegenstände einfach zurück. Günstige Verträge führt es fort. Zudem fördert der Staat den Schutzschirm und übernimmt drei Lohnrunden. Mit dem Insolvenzgeld und dem Aussetzen weiterer Zahlungspflichten kann man schnell wieder Liquidität aufbauen.“

„Insolvenz light“ mit Protektion und Turboantrieb

Wird der Schutzschirmplan dann sowohl vom Gericht als auch vom Gläubigerausschuss angenommen, mündet das Schutzschirmverfahren in eine Art „Insolvenz light“. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden in Eigenverwaltung umgesetzt und das Unternehmen im Idealfall anschließend stabilisiert aus dem Verfahren entlassen.

Fast Track

Das kann erstaunlich zügig gehen. Wie zügig, zeigt der Fall eines IT-Beratungsunternehmens mit 26 Mitarbeitern. Weil ein fest zugesagter Großauftrag nicht zustande gekommen war, war die Firma in die Nähe des wirtschaftlichen Supergaus geraten. Verschuldet war die Inhaberin vor Antragstellung mit 2.181.000 €. Im Insolvenzplan gelang es, sich mit den Gläubigern auf eine Quote von 6,4 % zu einigen. Der Schutzschirm von der Eröffnung bis zur Abstimmung über den Insolvenzplan dauerte nur vier Monate. Entscheidend für diesen Erfolg war das Zusammenwirken aller Beteiligten, vom Management über die zuständige Richterin bis hin zu den wichtigsten Ressourcen des Unternehmens: den Mitarbeitern, die trotz der Krise an Bord blieben.

Das Timing als entscheidender Erfolgsfaktor

Ein ebenso wichtiger Faktor wie loyale Mitarbeiter ist das Timing. Das Schutzschirmverfahren soll von Zahlungsunfähigkeit bedrohte Firmen nicht nur wieder auf die Beine helfen. Es soll auch verhindern, dass erst dann die Reißleine gezogen wird, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Dies ist nämlich viel zu oft der Fall. Aus Angst vor öffentlichem Gesichtsverlust zögern Unternehmer nicht selten den Schritt zum Insolvenzantrag so lange wie möglich hinaus. Oft kann der Insolvenzverwalter dann wirklich nur noch die Firma zerschlagen, die Scherben verteilen und als letzter den Schlüssel umdrehen. Ein Schutzschirmverfahren wird daher nur bewilligt, wenn die Firma noch zahlungsfähig und eine Sanierung realistisch ist.

Alle Möglichkeiten einer Sanierung in Eigenverwaltung ausloten

Schon deshalb steht es in der Außenwahrnehmung viel positiver da als ein Insolvenzverfahren, denn Optimismus ist hier keine Schönfärberei. Condor war prädestiniert für ein Schutzschirmverfahren: Das Unternehmen war in erster Linie durch die Insolvenz des Mutterkonzerns in Not geraten. „Condor kommt stärker aus dem Schutzschirmverfahren, als es reingegangen ist“, beschrieb CEO Teckentrup die Situation nach Annahme des Sanierungsplans. Mit einem solch überragenden Ergebnis sollten Unternehmen nicht rechnen. Eine lohnende Investition ist es aber allemal, die Möglichkeiten einer Sanierung in Eigenverwaltung auszuloten, wenn die Zeichen auf Krise stehen.

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Covid Schutzschirm, wie Unternehmer Ihren Betrieb retten

Covid Schutzschirm, wie Unternehmer Ihren Betrieb retten

Wie Sie Ihr Unternehmen mit dem Covid Schutzschirm retten

Begriffe, die im normalen Geschäftsalltag normalerweise nicht zur Sprache kommen, gewinnen unversehens grundlegende Bedeutung: Insolvenz, Kurzarbeitergeld, Liquiditätshilfe, Förderdarlehen, Schutzschirmverfahren – Corona hat aus dem Nichts eine völlig neue Unternehmenswirklichkeit geschaffen.

Die neue Realität

Ganz abgesehen von den gesundheitlichen Gefahren und den gesellschaftlichen Auswirkungen stehen insbesondere mittlere und kleine Unternehmen durch Corona vor Herausforderungen, wie sie selbst in der zurückliegenden Weltwirtschaftskrise nicht zu beobachten waren. Zehntausende Unternehmen geraten unversehens in eine existenzgefährdende Lage, nicht selten innerhalb weniger Tage und suchen nach Möglichkeiten, wie man seinen Betrieb rettet.

Dabei sind die Ausgangskriterien alles andere als rosig. Eine Umfrage der Unternehmervereinigung „The Alternative Board“ unter 165 Firmenchefs ergab: über 80 Prozent verfügen über keinen ausgearbeiteten Notfallplan. Das bestätigt auch Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bayerischen Wirtschaft. Seiner Ansicht nach ist es unerlässlich, rechtzeitig betriebsinterne Regelungen zu entwickeln, die im Krisenfall zur Anwendung kommen. (Quelle: Tageszeitung WELT)

In beiden Fällen, beim Aufbau eines Krisenplans sowie beim Handling einer aktuellen Krise dieser Größenordnung, ist die Betreuung durch einen Berater für extreme Krisen nicht einfach nur ratsam – in vielen Fällen kann sie sich als lebenswichtig erweisen. Dabei kommt es vor allem auf die Wahl des richtigen Partners an.

In den vielen Jahren meiner beruflichen Tätigkeit habe ich einen Kodex entwickelt, der meiner Ansicht nach für die Krisenberatung von grundsätzlicher Bedeutung ist. Prinzip eins: niemals die Interessen eines Gläubigers vertreten. Prinzip zwei: Aufgaben niemals an einen Vertreter delegieren. Nur so lässt sich die erforderliche Vertrauensbasis aufbauen, die für eine effektive und erfolgreiche Zusammenarbeit wichtig ist.

Krisenmanagement ist vielschichtig

So vielfältig, wie eine Großkrise vom Kaliber einer Corona-Pandemie auf Leben und Wirtschaft einwirkt, so unterschiedlich können die Gegenmaßnahmen sein. Hier den Überblick zu bewahren und die richtigen Strategien zum richtigen Zeitpunkt auf den Weg zu bringen, ist die wesentliche Aufgabe eines Krisenberaters für den Covid Schutzschirm. Seine Pflicht ist es, in einem sich rasch und hektisch ändernden Umfeld die Übersicht zu bewahren und rechtzeitig Chancen und Möglichkeiten auszumachen. Dabei sind vor allem zwei Themenbereiche von grundsätzlicher Bedeutung:

Staatliche Liquiditätshilfe

Die schlimmsten Auswirkungen für das eigene Unternehmen durch die Inanspruchnahme staatlicher Hilfen abfedern – das klingt zunächst wie die Lösung der brennendsten Probleme. Die Schwierigkeit dabei: Die Lage ändert sich ständig, feste Routinen und Vorgehensweisen sind nicht auszumachen. Letztendlich bedeutet die vorherrschende Situation auch für die Bundesregierung Neuland, in das sie sich einfinden muss – wie wir alle.

Bürgschaften und KfW-Kredite oder Kurzarbeitergeld sind hier die bekanntesten Maßnahmen, doch schon bei ihnen tauchen eine Reihe von Fragezeichen auf. Nicht immer sind Kredite das Mittel der Wahl, selbst bei niedrigen oder nicht vorhandenen Zinsen. Ausfälle durch verschiebbaren Konsum lassen sich auf diese Weise überbrücken, beispielsweise die verspätete Anschaffung einer neuen Einbauküche nach dem Abflachen der Epidemie. Anders sieht es bei unwiederbringlichen Einnahmeverlusten aus, die nach der Krise nicht nachgeholt werden können. Hier kann der Kredit keine wirkliche Lösung bringen – das Problem wird lediglich nach hinten verschoben.

Dazu kommen weitere Staatshilfen, die noch nicht in feuchten Tüchern sind, ganz abgesehen von Modellen, die erst noch entstehen. Sehr deutlich wird die unübersichtliche Lage durch den von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vorgestellten Drei-Stufen-Plan. Die erwähnten Bürgschaften und KfW-Kredite der Stufe eins sind dabei die einzig konkrete Komponente.

Die flexiblere Gestaltung und die Aufstockung von Krediten in Stufe zwei und umfangreiche Konjunkturprogramme in Stufe drei sind davon abhängig, wie und in welchem Ausmaß sich die Krise verschärft. Und die Kriterien dafür legt die Regierung fest – das sind alles andere als planbare Größen.

Doch damit sind die Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Weitere Hilfsmaßnahmen können jederzeit auf den Plan treten, wenn die Situation es erfordert. So sind derzeit beispielsweise auch steuerliche Erleichterungen im Gespräch, wobei ihre konkrete Ausgestaltung noch in den Sternen steht. Auch hier ist intensive Beobachtung unerlässlich.

Der Krisenberater beurteilt die laufende Situation, lokalisiert und bewertet in diesem chaotischen und volatilen Umfeld alle aktuellen Sachstände und nutzt die Möglichkeiten des Covid Schutzschirms, die speziell für seinen Klienten sinnvoll und nutzbringend sind.

Schutzschirm oder Insolvenz in Eigenverwaltung

Nicht in jedem Fall wird sich eine Insolvenz vermeiden lassen, die durch die Corona-Epidemie ausgelöst wurde. Besonders in dieser schwierigen Situation ist ein zielgerichtetes und abgewogenes Krisenmanagement von Bedeutung, um das Überleben des Unternehmens zu ermöglichen. Besonders das Schutzschirmverfahren können in dieser Situation das Schlimmste abwenden und das Unternehmen mittelfristig wieder auf Kurs bringen.

Codid Schutzschirm ist doof

Schutzschirmverfahren als Präventivmaßnahme

Droht die Zahlungsunfähigkeit oder die Überschuldung, lässt sich ein Schutzschirmverfahren auf den Weg bringen – wenn die Zahlungsunfähigkeit noch nicht eingetreten ist.

Die Insolvenzordnung eröffnet Unternehmern durch die Einführung des Gesetzes zur weiteren Erleichterung von Sanierung von Unternehmen die Möglichkeit, im Schutz eines Verfahrens in Eigenverwaltung einen Sanierungsplan zu erstellen. Das Schutzschirmverfahren gemäß Paragraph 270b InsO stellt somit die Grundlage für einen Vergleich mit den Gläubigern dar, und das entweder außerhalb oder innerhalb eines eröffneten Insolvenzverfahrens.

Einer der wesentlichen Unterschiede des Schutzschirmverfahrens gegenüber der Insolvenz in Eigenverwaltung ist die Wahl des Sachwalters. Er darf beim Schutzschirmverfahren vom Unternehmen ernannt werden, wenn keine sachlichen Gründe dagegensprechen.

Das Schutzschirmverfahren eröffnet dem Unternehmen einen bis zu drei Monate andauernden Zeitraum zur Erarbeitung des Sanierungskonzepts. Anschließend entscheidet das Insolvenzgericht über den Eröffnungsantrag. In dieser Zeit ist das Unternehmen vor Vollstreckungsmaßnahmen oder der Verwertung von Sicherheiten durch die Gläubiger sicher, auch, wenn diese die Sanierung ablehnen. Als Unternehmen sind Sie also während des Schutzschirmverfahrens vor der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder dem Verlust der Kontrolle über Ihr Vermögen sicher.

Eigenverwaltung ist kein völliger Kontrollverlust

Ist die Zahlungsunfähigkeit erst eingetreten, führt kein Weg an der Insolvenz vorbei. Das Verfahren in Eigenverwaltung weist aber entgegen dem normalen Insolvenzverfahren einen wesentlichen Vorteil auf: Der Schuldner kann über die Insolvenzmasse verfügen und sie selbst verwalten – dies allerdings unter der Aufsicht eines Sachwalters. Dieses Verfahren kann eingeleitet werden, wenn abzusehen ist, dass das Verfahren sich nicht zum Nachteil der Gläubiger auswirken wird.

Die Insolvenz in Eigenverwaltung birgt demnach deutliche Vorteile gegenüber der regulären Insolvenz in sich: Im normalen Insolvenzverfahren erfolgt die Bestellung eines Insolvenzverwalters, der die gesamte Verfügungsgewalt über das Vermögen des Schuldners erhält. Er hat somit keinen Einfluss auf die Maßnahmen, die der Verwalter im Rahmen der Insolvenz durchführt.

Die Eigenverwaltung versetzt den Schuldner in die Rolle des Insolvenzverwalters. Die Kontrolle der Abläufe übernimmt in diesem Fall ein Sachwalter, der dem Schuldner zur Seite gestellt wird. Er wacht insbesondere über die Einhaltung aller insolvenzrechtlichen Vorgaben, wie sie in der Insolvenzordnung festgelegt sind.

Dass es sich auch bei Eigenverwaltung um ein vollwertiges Insolvenzverfahren handelt, sollte dennoch klar sein. Auch diese Variante erfordert einen Insolvenzantrag des Schuldners, der wie erwähnt deutlich machen muss, dass das Verfahren keine Nachteile für die Gläubiger auslöst.

Beide Abläufe, das Schutzschirmverfahren und die Eigenverwaltung, erfordern für die erfolgreiche Durchführung fundierte juristische Kenntnisse. Insbesondere die Erläuterung der Gründe, warum die Eigenverwaltung vertretbar ist, muss fundiert und formal korrekt erfolgen.

Selbst einfachste Fehler wie eine verspätete Antragstellung und die dadurch ausgelöste Verfahrensverzögerung können zur sofortigen Überleitung in ein reguläres Insolvenzverfahren führen. Auch Fehler bei der Weiterführung des Unternehmens während der Eigenverwaltung können diese unerwünschte Entwicklung auslösen. Hier ist die professionelle Kombination aus Rechtskunde und Krisenmanagement gefragt.

Der wesentliche Faktor bei der erfolgreichen Behandlung einer Unternehmenskrise ist die Zeit. Je früher ein Unternehmer die Krise seiner Firma erkennt und beschließt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, desto besser. Eine Beratung kann nur dann optimal wirken, wenn der Krisenberater rechtzeitig in die Prozesse eingebunden wird. In diesem Fall kann er alle Phasen des Verfahren optimal betreuen – von der Antragstellung für Schutzschirm oder Eigenverwaltung über die insolvenzrechtliche Beratung bis hin zur Begleitung durch die Unternehmenskrise mit all ihren Aspekten.

Wenn Sie den Eindruck gewinnen, dass die Corona-Krise Ihr Unternehmen existenziell gefährdet, sollten Sie einen Grundsatz nicht vernachlässigen: Sie können niemals zu früh Rat suchen – aber leicht zu spät. Gerne stehe ich für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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Betriebsausfall wegen Corona

Betriebsausfall wegen Corona

Betriebsausfall wegen Corona – besteht Versicherungsschutz wegen Betriebsschließung?

Fremdbestimmt von Covid-19 und Betriebsausfall wegen Corona: Die deutsche Wirtschaft leidet unter der rasanten Ausbreitung des Coronavirus. Erkrankte Mitarbeiter müssen prüfen, ob sie in Quarantäne gehen. Renommierte Unternehmen wie Vapiano melden Insolvenz an. Ob Angestellter, Arbeitgeber oder Selbstständiger – was können Betroffene bei Betriebsausfall tun?

Lohnfortzahlung für Arbeitnehmer

Was passiert, wenn ein Arbeitnehmer wegen des neuartigen Coronavirus wochenlang in Quarantäne muss und seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann? In diesem Fall gilt der Beschäftigte als erkrankt – egal ob ein positives Testergebnis vorliegt oder nicht. Gemäß dem Entgeltfortzahlungsgesetz hat der Erkrankte Anspruch auf Lohnfortzahlung. Bis zu sechs Wochen lang bezahlt ihm sein Arbeitgeber das normale Gehalt aus. Das gilt auch bei einem Betriebsausfall wegen Corona.

Dauert die Quarantäne länger als sechs Wochen, erhält er Krankengeld – vorausgesetzt, dem Arbeitnehmer stehen die Sozialleistungen durch eine Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu – maximal 72 Wochen. Allerdings bekommt der Beschäftigte nur einen Teil seines Lohns. Laut Infektionsschutzgesetz (Paragraf 56) können sich Betroffene den Verdienstausfall aber von den Behörden erstatten lassen.

Beschäftigte, die nur unter Quarantäne stehen, aber nicht erkrankt sind, müssen ihrer Arbeit weiter von zu Hause aus nachgehen – sofern möglich. Für die Heimarbeit muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung stellen. Kann die berufliche Tätigkeit nur bedingt im Home-Office verrichtet werden, haben Betroffene Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Kurzarbeitergeld für stark betroffene Unternehmen

Geraten Unternehmen bei einem Betriebsausfall wegen Corona in finanzielle Bedrängnis, greift Ihnen die Bundesregierung finanziell unter die Arme. Am 13. März 2020 hat der Bundestag das sogenannte „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ verabschiedet, das stark betroffenen Konzernen den Zugang zum Kurzarbeitergeld spürbar vereinfacht.

Ist ein Unternehmen wegen der Infektionswelle dazu gezwungen, Mitarbeiter vorerst in die Kurzarbeit zu entlassen und verzeichnet dadurch erhebliche Entgeltausfälle, steht Betroffenen Kurzarbeitergeld zu. Allerdings müsse die reguläre Arbeitszeit merklich gekürzt werden.

Auf der Website der Bundesagentur für Arbeit können Unternehmen einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen. Maximal zwölf Monate werden die Leistungen erbracht. Arbeitnehmern mit Kindern stehen 67 % der Nettoentgeltdifferenz zu, Arbeitnehmern ohne Kinder 60 %.

Wann zahlt die Betriebshaftpflicht?

Nicht nur staatliche Liquiditätshilfen sind in der Corona-Krise möglich. Unter Umständen können Unternehmen ihre finanziellen Verluste auch bei ihrer Betriebsversicherung geltend machen – vorausgesetzt, sie haben bereits im Vorfeld eine Betriebsschließungsversicherung oder eine Betriebsausfallsversicherung abgeschlossen. Ist dies der Fall, steht dem Betrieb womöglich Versicherungsschutz während der Corona-Pandemie zu. Muss der Konzern wegen amtlicher Auflagen vorübergehend schließen und wendet sich an seine Betriebsversicherung, stehen die Chancen auf Versicherungsleistungen gut. Wie hoch die Leistungen ausfallen, kommt stets auf die vereinbarten Tarifbedingungen sowie die Einschätzungen des Versicherers an.

Corona Schutzschirmverfahren für angeschlagene Betriebe

Stehen Firmen wegen der Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 kurz vor der Insolvenz, greift der Corona-Schutzschirm. Dieser gewährt betroffenen Betrieben einfacher Zugang zum Schutzschirmverfahren. In anderen Worten: Das Unternehmen verschafft sich eine Atempause. Fällige Zahlungen, zum Beispiel laufende Kredite, frieren vorübergehend ein. Bestenfalls kann das operative Geschäft dank des Schutzschirmverfahrens aufrechterhalten bleiben. Die finanziellen Einbußen halten sich in Grenzen.

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Coronavirus: Kurzarbeitergeld Liquiditätshilfen für Berliner Unternehmen

Coronavirus: Kurzarbeitergeld Liquiditätshilfen für Berliner Unternehmen

Unversehrt durch die Corona-Krise – Kurzarbeitergeld und Liquiditätshilfen für Berliner Unternehmen

Längst hat das Coronavirus auch die deutsche Wirtschaft infiziert. Zum Glück lässt die Koalition Unternehmer nicht auf ihren finanziellen Einbußen sitzen. Mit Kurzarbeitergeld und Liquiditätshilfen will die Regierung Berliner Firmen vor der Insolvenz schützen.

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Neuerungen zum Kurzarbeitergeld

Nach siebenstündigen Beratungen beschließt der Koalitionsausschuss, Berliner Firmen die Auszahlung von Kurzarbeitergeld zu vereinfachen. Unternehmen sollen nicht nur schneller, sondern auch länger Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen können. Muss ein Unternehmen Mitarbeiter vorerst in Kurzarbeit entlassen, kommt die Bundesagentur für Arbeit künftig für 60 % des entgangenen Nettolohns auf. So lassen sich Kündigungen umgehen. Nebenbei bekommt der Arbeitgeber die Sozialbeiträge für die entgangenen Arbeitsstunden in vollem Umfang erstattet. Bei Verhandlungen Ende Januar hatte sich die Koalition zunächst auf eine Erstattung von 50 % der Sozialversicherungsbeiträge geeinigt.

Eine weitere Neuerung: Können nur 10 % der Belegschaft ihrer Tätigkeit aufgrund der Corona-Krise nicht weiter nachgehen, steht dem Unternehmen bereits Kurarbeitergeld zu. Zuvor waren die Maßnahmen erst ab einem Ausfall von einem Drittel der Belegschaft geplant.

Auch Verlängerungen sind möglich: Schon Ende Januar hatte die Koalition entschieden, Kurarbeitergeld einfacher von 12 auf 24 Monate ausdehnen zu können.

Voraussetzung für den Antrag auf Kurzarbeitergeld ist, dass die regulären Arbeitszeiten der Mitarbeiter vorübergehend verkürzt werden. Können zum Beispiel Lieferungen aufgrund von Corona derzeit nicht ausgeführt werden und muss daher die Arbeitszeit der Belegschaft reduziert werden, hat der betroffene Konzern Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Liquiditätshilfe für Unternehmen gegen drohende Zahlungsunfähigkeit

Berlin plant Überbrückungskredite von bis zu 100 Millionen Euro, die die Investitionsbank Berlin (IBB) zur Verfügung stellen will. Speziell stark von der Corona-Krise betroffene Branchen wie Gastronomie, Tourismus, Einzelhandel, Gaststätten, Hotellerie und Kulturbetriebe wie Clubs und Bars sollen von den geplanten Hilfsmaßnahmen profitieren. Das Besondere: Bürgschaften und Kredite in prinzipiell unbegrenzter Höhe sollen Firmen vor einer drohenden Zahlungsunfähigkeit bewahren. Für die Vergabe der finanziellen Hilfen ist die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zuständig.

Auch mit Steuervorteilen will Berlin betroffene Unternehmen entlasten. Zum einen soll angeschlagenen Unternehmen die Steuerschuld erleichtert werden. Zum anderen will die Finanzverwaltung bis Ende 2020 von Säumniszuschlägen sowie Vollstreckungsmaßnahmen absehen. Zugleich setzt die Regierung angepasste Steuervorauszahlungen als Liquiditätshilfe an.

Wann müssen Firmen einen Insolvenzantrag stellen?

Ist ein Unternehmen zahlungsunfähig, muss die Geschäftsführung innerhalb kürzester Zeit Insolvenz anmelden. Maximal drei Wochen darf der Insolvenzantrag brauchen. Wer die Drei-Wochen-Frist nicht einhält, muss mit rechtlichen Schritten rechnen.

Die Bundesregierung stellt Firmen zwar Liquiditätshilfen in Aussicht, bis die finanzielle Unterstützung aber endgültig ankommt, können mehrere Wochen vergehen. Für so manchen stark betroffenen Unternehmen könnte die Hilfe zu spät kommen. So spricht sich das Bundesjustizministerium für eine neue Regelung aus, die Firmen in dieser Ausnahmesituation vorübergehend von ihrer Insolvenzantragspflicht freistellt.

Laut Justizministerin Christine Lambrecht soll kein Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, weil die Unterstützung der Bundesregierung nicht rechtzeitig ankommt. Die herkömmliche Drei-Wochen-Frist sei in Zeiten von Corona nicht mehr ausreichend. Unternehmer brauchen mehr Zeit. Allerdings gilt die Aussetzung nicht für alle Unternehmen. Lediglich diejenigen, die nachweislich wegen Corona in finanzielle Schieflage geraten sind, haben Anspruch auf die Erleichterungen. Zunächst sollen die Änderungen bis Ende September 2020 gelten. Bei Bedarf können sie jedoch bis März 2021 verlängert werden.

Zudem ist ein Corona-Schutzschirm geplant. Sprich: Firmen kommen leichter in das Schutzschirmverfahren. Sie bekommen im Schutzschirmverfahren bzw. Insolvenz in Eigenverwaltung eine Verschnaufpause von ihren finanziellen Verpflichtungen wie zum Beispiel von laufenden Darlehen.

An wen können sich betroffene Unternehmen wenden?

Da die KfW keine eigenen Filialen besitzt, wenden sich Antragsteller zunächst an ihre Hausbank. Auch Finanzierungspartner der KfW wie Geschäftsbanken sowie Volks- und Raiffeisenbanken gehören zu den Ansprechpartnern. Sie gehen den Antrag durch und geben ihn nach eingehender Prüfung an die KfW weiter.

Wer kann einen Antrag stellen?

Ob Mittelständer, Kleinunternehmen, Selbstständige oder Freiberufler – prinzipiell kann jeder einen Antrag beim KfW stellen. Als Reaktion auf die Corona-Krise hat das KfW bereits drei Standardprogramme erweitert. Zwei davon kümmern sich um Firmen, die bereits seit fünf Jahren aktiv sind. Eines widmet sich speziell jüngeren Firmen.

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